Im parlamentarischen Innenausschuss haben Innensenator Andreas Geisel (SPD) und Polizeipräsidentin Barbara Slowik gestern den Eindruck relativiert, am Reichstag hätten drei Polizisten allein mit hunderten Reichsbürgern fertig werden müssen: 250 Beamte seien es gewesen, die das Gebäude geschützt hätten. Aber nur theoretisch, denn viele wurden durch plötzlichen Andrang aus Richtung Tiergarten überrascht und andere waren zur Russischen Botschaft abgezogen worden, um dort Hooligans und Reichsbürger in Schach zu halten. Am Ergebnis (Geisel: „Das sind beschämende Bilder.“) ändert das nichts – und in seinem missglückten Verbotsversuch sieht der Senator sich erst recht bestätigt: „Die Leute sind seit geraumer Zeit radikalisiert, aber nicht durch mich“, sagte er in der RBB-Abendschau. Vor dem nächsten Mal will er zumindest eine Maskenpflicht für Demos regeln lassen.
„Haben Sie richtig Schwein gehabt, dass diese drei heldenhaften Polizisten da waren?“, fragte Frank Plasberg gestern Abend den Regiermeister in der äußerst harmonischen Runde bei „Hart aber fair“. Michael Müller antwortete, es habe ja auch Sicherungen und Absperrungen gegeben, die allerdings niedergerissen wurden und dass nach zwei Minuten Verstärkung gekommen sei und dass der Schutz des Reichstagsgebäudes bei 3000 eingesetzten Polizisten doch anders geregelt sein müsste. Mit anderen, von Müller leider nicht gesagten Worten: In jenem Moment haben wir wohl Schwein gehabt. Zumindest Schwein im Unglück.
Anzeige
Tag der offenen Tür AM HOCHMEISTERPLATZ
Für Sonntag, den 6. September laden wir Sie zum Open House Event im Neubau-Projekt AM HOCHMEISTERPLATZ in Berlin-Wilmersdorf ein.
Von 13-16 Uhr können Sie das repräsentative Ensemble in der Nestorstraße 8 erkunden. Unsere Immobilienverkäufer zeigen Ihnen die exklusiven 3- und 4-Zimmer-Wohnungen, welche Anfang nächsten Jahres bezugsfertig sein werden.
Hier erfahren Sie mehr…
„Haben Sie richtig Schwein gehabt, dass diese drei heldenhaften Polizisten da waren?“, fragte Frank Plasberg gestern Abend den Regiermeister in der äußerst harmonischen Runde bei „Hart aber fair“. Michael Müller antwortete, es habe ja auch Sicherungen und Absperrungen gegeben, die allerdings niedergerissen wurden und dass nach zwei Minuten Verstärkung gekommen sei und dass der Schutz des Reichstagsgebäudes bei 3000 eingesetzten Polizisten doch anders geregelt sein müsste. Mit anderen, von Müller leider nicht gesagten Worten: In jenem Moment haben wir wohl Schwein gehabt. Zumindest Schwein im Unglück.
Der Bundespräsident nahm sich eine knappe Stunde Zeit fürs Gespräch mit sechs Beamten, die am Samstag das Reichstagsgebäude gegen den mit Reichsfahnen heranstürmenden Mob verteidigt haben, bis Kollegen einer Cottbuser Hundertschaft ihnen zu Hilfe eilten, ohne erst den Befehl der Berliner Einsatzleitung abzuwarten. Es war der bestmögliche Moment für diesen Dank des Staatsoberhauptes – stellvertretend an alle Polizisten, die an diesem Wochenende Dienst taten. Die drei Staatsdiener, die an vorderster Front die Menge stoppten, sind Karsten Bonack, Timo Bester und Enes Ergin.
Der Ältestenrat des Bundestages will in Anbetracht der Ereignisse zügig prüfen lassen, ob der erst mit dem neuen Besucherzentrum ab 2025 vorgesehene Schutzgraben am Platz der Republik schon früher errichtet wird – bis zu zweieinhalb Meter tief und zehn Meter breit soll er werden. An den Enden des nord- und südseitig jeweils abknickenden Grabens sind Zäune bis zum Gebäude geplant sowie Tore für die Zufahrten. Das Vorhaben ist Teil des Gesamtplans, die Einlasscontainer durch ein Besucherzentrum mit unterirdischem Zugang zu ersetzen. Bei den Sicherheitsvorkehrungen war bisher eher an Terroristen gedacht worden.
Anzeige
Es ist alles andere als souverän, Zigarettenabfälle und Müll einfach irgendwo in die Umwelt zu schnippen. Denk weiter und entsorge deine Abfälle verantwortungsvoll da, wo sie hingehören: in einen Mülleimer oder einen Taschenaschenbecher.
Mehr Informationen und gratis Taschenaschenbecher gibt es unter bvte.de/umweltschutz
Schönen Dank für die zahlreichen Reaktionen auf meinen Kommentar im CP vom Sonnabend zu den damals noch bevorstehenden Demos. Um das Spektrum der Meinungen zu illustrieren, hier eine – Ehrenwort! – repräsentative Auswahl der eingegangenen Mails: „Was Sie über die Teilnehmer der Querdenker-Demonstration schreiben, ist reine Diffamierung! Es erinnert an schlimmste DDR-Zeiten.“ / „Stimmungsmache für die angeblich Guten. Furchtbar!“ / „Solch einen widerlichen hetzerischen Checkpoint habe ich noch nie gelesen.“ / „Klar und mit der nötigen Schärfe formuliert, ohne die Fairness zu verlieren. Hervorragend.“ / „Gut auf den Punkt gebracht, vielen Dank.“
CP-Leserin Kristina T. schreibt, sie habe die Geschäftsstellen von Grünen, Linken und SPD darum gebeten, „dass sie koordiniert zu einer Großdemonstration für Vernunft und Rücksichtnahme aufrufen und dafür Gewerkschaften und andere demokratische Organisationen mit ins Boot holen. Es ist unerträglich, was am Wochenende in Berlin passiert ist.“ Es werde Zeit, dass sich die große Mehrheit derjenigen bemerkbar mache, die im Wesentlichen hinter der Coronapolitik der Regierung stehe und entsetzt sei „über die Angriffe der Hirnlosen, Rechten und Rechtsradikalen auf unsere Demokratie“. Die Idee ist nicht nur interessant, sondern auch dringlich, denn führende „Querdenker“ planen bereits ein Verfassungstüftelcamp, um das Grundgesetz (das sie vor kurzen noch zur Schau stellten) durch etwas Selbstgebasteltes zu ersetzen.
Anzeige
Im Dienste der Allgemeinheit Sinnvolles tun und gleichzeitig die individuellen Karriereziele verwirklichen – dafür steht das Land Berlin als Arbeitgeber. Wir begrüßen Bewerbungen aller Menschen, unabhängig von Herkunft, Alter, Religion, Weltanschauung, Behinderung, sexueller Identität. Finden Sie gleich die für Sie passende Stelle.
Jetzt informieren
Vermutlich haben Sie es selbst schon gemerkt, aber jetzt ist es quasi amtlich: Die BVG-Busse werden immer schneller: Die „mittlere Beförderungsgeschwindigkeit beim Omnibus konnte von insgesamt 17,9 km/h (2018) auf 18 km/h (2019) gesteigert werden“, teilt der Senat auf Anfrage von MdA Kristian Ronneburg (Linke) mit. Die Tram hielt ihr Durchschnittstempo von 18,8 km/h. Aber: „Die Beförderungsgeschwindigkeit ergibt sich aus der Streckenlänge und der dafür geplanten Fahrzeit über den gesamten Tag“; das reale Tempo könne „mitunter unter dem oben genannten Wert liegen“. Wenn Sie möglichst flott vorankommen wollen, sollten Sie insbesondere den 245er zwischen Zoo und Alex meiden (13,7 km/h) und lieber mit dem 369er zwischen Müggelheim und Gosen pendeln (37,8 km/h). Der N68er, der nachts durch die Wälder zwischen Schmöckwitz und Adlershof streift, bringt es nur auf 15,2 km/h, während die dort tagaktive Tram 68 zu den schnellsten ihrer Art gehört. Langsamste Tram ist die M10. Bei der sind dafür die Fahrgäste auf Speed.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Auf dem Ku'damm ist am späten Montagabend ein BMW-Fahrer offenbar wegen extremer Raserei in ein anderes Auto gekracht und hat dessen Passagiere – laut B.Z. eine Mutter und ihre Tochter – sehr schwer verletzt. Der Verursacher und zwei Insassen seines Autos sollen geflüchtet sein, die Polizei ermittle wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Im Lagezentrum hieß es am frühen Morgen, die Ermittlungen am Tatort liefen noch. Die B.Z. berichtet unter Berufung auf einen Taxifahrer von einem Rennen mit drei beteiligten Autos.
30 Jahre nach der Wiedervereinigung rückt die Anbindung der terra incognita jenseits von Spandau an Berlin etwas näher: Berlin und Brandenburg stellen 23 Mio. für die Ausbauplanung der Strecke nach Nauen bereit. Avisiert sind eine S-Bahn-Verlängerung nach Finkenkrug (evtl. plus Anbindung der Falkenseer Chaussee) sowie zusätzliche Gleise, Kreuzungen und Bahnsteige, damit zwischen den bald im Halbstundentakt fahrenden ICEs von und nach Hamburg nicht der Regio auf der Strecke bleibt.

Das Projekt @wasihrnichtseht macht Rassismuserfahrungen von Schwarzen sichtbar. Wir machen das durch eine Kooperation an dieser Stelle auch.
Im Fahrradklimatest des ADFC – unterstützt vom Bundesverkehrsministerium – hatte Berlin seine Gesamtnote von 4,3 zuletzt gehalten und sich zugleich von Platz 36 auf 32 der 39 größten deutschen Städte vorgearbeitet, weil es anderswo noch schlimmer geworden war. Jetzt sind wieder zwei Jahre um und die nächste Befragung steht an – zum neunten Mal; von heute bis Ende November.
Ingrid Stahmer war während ihrer elf Jahre in der Landesregierung Senatorin für fast alles: Gesundheit, Soziales, Frauen, Familie, Schule, Jugend, Sport. Sie blieb es auch, nachdem die SPD die Wahl 1995 mit ihr als Spitzenkandidatin deutlich gegen Eberhard Diepgens CDU verlor. Am Sonntag ist die auch außerhalb ihrer Partei hoch angesehene Stahmer im Alter von 77 Jahren gestorben.
Bei Wall gibt’s demnächst nicht mehr nur Werbung, sondern auch Alarm, wenn welcher fällig ist: Das Warnsystem MoWaS des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe soll künftig Berliner über digitale Werbeträger „auf gravierende Gefahren hinweisen“, teilt der Stadtmöblierer mit. Ein Live-Test sei am Montag erfolgreich abgeschlossen worden. Ausgelöst werden die Warnmeldungen bei Bedarf von Innenverwaltung und Feuerwehr. Sowas kommt von MoWaS.
Anzeige
Wenn Berlins Behörden wieder Ping Pong spielen, schreiben wir es auf. Mit Tagesspiegel Plus unterstützen Sie für nur 9,99 € pro Monat unabhängigen Journalismus für Berlin und lesen alle Inhalte auf Tagesspiegel.de und den ungekürzten Checkpoint. Jederzeit kündbar.
Jetzt 30 Tage gratis testen
„Frank-Christian Hansel, Georg Pazderski, Ronald Gläser und Karsten Woldeit im Gespräch mit Bürgern“, heißt ein neues Video der Berliner AfD-Fraktion: Vier Männer ohne Abstand und Maske erklären, warum sie keine Betrüger sind – und der einzige fragende „Bürger“ (nicht im Bild) heißt Thorsten Elsholtz und ist Pressesprecher der AfD-Fraktion. Zufälle gibt’s!
Hatten wir zuletzt nicht schon genug Aufzüge? Nein, der U9 am Nauener Platz beispielsweise fehlte noch einer. Aber seit gestern ist auch dieser U-Bahnhof (Baujahr 1976) barrierefrei erreichbar – als 133. im Netz der BVG.
An der Heidestraße nördlich des Hauptbahnhofs steht laut einer PR-Agentur (nicht Pops Pressestelle) morgen ein „Meilenstein-Event mit Ramona Pop“ an: Grundsteinlegung für den letzten Bauabschnitt des 550 Meter langen Büroriegels „QH Track“, das vermutlich „Kju-Äitsch-Tuäck“ gesprochen wird und u.a. auf 30.000 Quadratmetern SAP beherbergt.
Anzeige
Entdecken Sie jetzt unser ausgewähltes Sortiment an stilvollem Schmuck und zeitlosen Accessoires
im Tagesspiegel-Shop.
Der Friedrichstadtpalast wird von den Hausherren (m/w/d) seit einiger Zeit nur noch „Palast“ genannt, was wohl ein bisschen mehr nach Versailles und weniger nach sozialistischem Wohnungsbauprogramm klingen soll. Seit gestern steht der jugendstilistische Art-Déco-Plattenbau von 1984 offiziell unter Denkmalschutz. Seine Wiederbelebung ist für Januar 2021 geplant.
Am Bayerischen Platz in Schöneberg sind unter Mitwirkung eines Blumenladens, eines Restaurants und mehrerer Anwohner „alle sieben Baumscheiben auf der Westseite“ mit Efeu bepflanzt worden, schreibt ein namenloser Nachbar. Blumenzwiebeln sollen für Farbe sorgen. Ob der tendenziell atombombenresistente Efeu auf Baumscheiben gehört, mögen die Floristen weise bedacht haben. Bevor aber das Grauflächenamt die Sensenmänner losschickt: Am anderen Ende desselben Bezirks mündet der Radweg der Taunusstraße in einem Dickicht, in dem ein Wolfsrudel Platz hätte oder zumindest Keiler Kevin mit Familie.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Wenn ich den Checkpoint morgens lese, denke ich manchmal, ich möchte mich gleich erschießen!“
Kultursenator Klaus Lederer (Linke) gestern Abend im Vollmond-Freiluftkino-Gespräch mit King of Calau Robert Ide. Da die Bemerkung vor rund 400 Gästen in heiterer Atmosphäre fiel, scheint eine unmittelbare Gefahr nicht gegeben. Wie der Filmabend sonst so war, steht nachher online auf tagesspiegel.de.
Tweet des Tages
#faktencheck „Nein, wir haben am Wochenende keine Frau umgebracht. Es liegen uns auch keinerlei Hinweise vor, dass eine Schwangere in Folge eines Polizeieinsatzes ihr Kind verloren hat.“#b2908 #b3008
Stadtleben
Essen – Nur wenige Schritte vom Lugosi entfernt, liegt das der Bar zugehörige Restaurant Karloff. Das Karloff ist ebenfalls nach einem Schauspieler, Boris Karloff, benannt. Eine seiner bekanntesten Rollen war die des Monsters des 1931 erschienenen Frankenstein Films. Anders als man es von einem Monster erwarten würde, ernährte sich Frankensteins Monster übrigens streng vegetarisch. Das süditalienische Restaurant ist sowohl für VegetarierInnen als auch für Fleischessende geeignet. Reichenberger Strasse 152, Mi-Sa 18-22 Uhr, U-Bhf Görlitzer Bahnhof
Anzeige
Tagesspiegel-Podcast "Gyncast"
Folge 9: Wir haben Lust! Die Anatomie der Erregung
Was passiert in unserem Gehirn, wenn wir einen Orgasmus haben, was hat die Nebenniere mit Liebe zu tun und gibt es den G-Punkt wirklich? Im neuen Gyncast dreht sich alles um weibliche Lust - damit Frauen endlich so viele Höhepunkte erleben wie Männer.

Trinken – Die Kreuzberger Bar Lugosi wurde vor neun Jahren von Behzad Karim-Khani eröffnet. Ihr Namensgeber ist Bela Lugosi, der als erster Darsteller Dracula verkörperte. Der Betreiber Karim-Khani mixt leidenschaftlich Cocktails und ebenso spricht er auch über sie. Einen Lieblingsdrink empfiehlt er nicht. „Wenn du als Barkeeper wirklich Profi bist, hast du sowas nicht, du begreifst das, was du tust analytisch. Wenn ich sage, das ist besonders gut, würde das voraussetzen, dass ich das besser kann, gleichzeitig würde es heißen, dass ich Dinge führe, die ich gar nicht gut finde." Und für gute Cocktails hält er es mit James Bond – geschüttelt, nicht gerührt. Die Wirkung können Sie selbst austesten: In der Reichenberger Straße 152, Mo-So 19-1 Uhr, U-Bhf Görlitzer Bahnhof (Foto: Valerie Benner)
Das ganze Stadtleben gibt's mit Tagesspiegel-Plus-Abo.
Karten sichern I – Seit mehr als 15 Jahren ermöglicht das Grenzgänger-Programm Kreativen unterschiedliche, teils ferne Länder und Regionen zu bereisen und davon in dokumentarischer und künstlerischer Form zu berichten. Am 4. und 5. September werden die Ergebnisse im Rahmen des Grenzgänger-Festivals //open : closed borders//, im Garten des Literarischen Colloquiums Berlin, gezeigt. Mit dabei sind die Kunstschaffenden Saša Stanišić, Roman Ehrlich und Marlene Denningmann. Innerhalb der beiden Tage wird es sechs Diskussionsrunden und eine Ausstellung geben. Themen sind unter anderem die Dynamik der Krise, künstliche Intelligenz, Migration, Tourismus und Kolonialismus. Für den Fall, dass das Wetter mitspielt, verlosen wir für beide Tage bis heute um 12 Uhr 1x2 Open-Air-Karten. Am Sandwerder 5, S-Bhf Berlin Wannsee
Karten sichern II – Endlich wieder Theater (zumindest ganz bald)! Ab heute beginnt der Vorverkauf für die hauseigenen Programme in der Distel. Auf dem Programm im Oktober steht selbstverständlich politisches Kabarett. Vier Stücke sind es insgesamt, alle hängen irgendwie mit der „Mutti", auch bekannt als Angela Merkel, zusammen. Mehr zum Programm erfahren Sie hier. Ausführliche Informationen zur Einhaltung der Hygienemaßnahmen gibt es beim Kauf der Tickets.
Geschenk – BienenfreundInnen und Leckermäulchen aufgepasst! Kaiserhonig verkauft exquisite Cremes, die perfekt als Mitbringsel für einen ausgedehnten Brunch geeignet sind. Sie passen gut aufs Brot, Croissant oder manchmal auch in den Salat als Vinaigrette. Jede Creme ist mit Honig aus eigenem Anbau verfeinert. Teils sind die Gläser mit außergewöhnllichen Kreationen, z.B. Whisky Cream, Feige-Chilli oder Minze-Mandel befüllt. Aber auch klassische Geschmäcker, wie Vanille und Karamel sind im Onlineshop oder in der Filiale in Tempelhof erhältlich. Alt-Tempelhof 34, Di+Do, 14-18 Uhr, S+U-Bhf Tempelhof
Historischer Spaziergang – Etwa 15 Minuten von der S-Bahn Station Treptower Park entfernt liegt das Sowjetische Ehrenmal. Hauptelement der Gedenkstätte ist ein Mausoleum mit einer über zehn Meter hohen Bronzestatue eines Sowjetsoldaten. Die umliegende Parkanlage wird von BerlinerInnen gerne zum Joggen oder Fahrradfahren genutzt. Die gesamte Anlage ist von Bäumen umgeben, die Autogeräusche der anliegenden Puschkinallee werden nahezu vollkommen verschluckt. Trotz der zentralen Lage ist das Denkmal meist nur mäßig besucht. Ein beeindruckender Ort der Ruhe, an dem sich gut spazieren, lesen und nachdenken lässt.
Ausstellung – Die Ausstellung MOLM (Museum Of Live Music) im Haus der Statistik beschäftigt sich mit der Geschichte einer momentan nicht mehr angebotenen Unterhaltungsform: Dem Live-Konzert. Die Besuchenden können im Rahmen einer gebuchten Führung audiovisuelle Exponate und Installationen von Berliner KünstlerInnen bewundern, zur Stärkung gibt es Getränke und Snacks im Hof. Tickets sind hier zu erstehen.
Insel-Check
Team Checkpoint hat die Segel gehisst und alle Berliner Inseln besucht – es sind mehr als 50. An dieser Stelle und auf Instagram stellen wir Ihnen täglich eine davon vor. Und oben drauf gibt’s unser Inselquartett – zum Ausschneiden für lange Autofahrten in den Ferien und Sommer-Sehnsucht im Winter.
Knorrige, alte Bäume säumen das Ufer, hin und wieder ragt ein Holzsteg ins Wasser. Malerisch sieht sie aus! Ganz im Süden des Tegeler Sees liegt die Insel Maienwerder. Sie soll zehn privaten Eigentümern gehören, rund 100 kleine Grundstücke umfasst die hiesige Schrebergartenkolonie – ans Stromnetz angeschlossen ist hier niemand. Die 440 Meter lange und 220 Meter breite Insel liegt windgeschützt und eingeklemmt zwischen Valentinswerder und der Halbinsel Kleine Malche. In den Sommermonaten fährt eine private Fähre zwischen den Inseln. Mehr Natur nahe der Großstadt geht kaum. Sollten sie nicht das Glück haben, eines der kleinen Grundstücke gepachtet zu haben, empfiehlt sich ein Ausflug per Boot. Anker raus, Badehose an und ab ins Wasser – vom sonnigen Schiffsdeck aus betrachtet, haben es die Inselbewohner auch gar nicht mehr so viel besser als man selbst.
Text: Julius Betschka
Berlin heute
Verkehr – Frankfurter Tor (Friedrichshain): An der Baustelle am Frankfurter Tor beginnt am frühen Morgen der nächste Bauabschnitt. Auf der Frankfurter Allee stehen dann in beiden Richtungen wieder zwei Fahrstreifen zur Verfügung. Die Gesamtbaumaßnahme dauert voraussichtlich noch bis Mitte Oktober.
Zingster Straße (Hohenschönhausen): Zwischen Falkenberger Chaussee und Ahrenshooper Straße wird gebaut. Für den Fahrzeugverkehr wird eine Einbahnstraße Richtung Ribnitzer Straße eingerichtet. Die Ausfahrt aus dem Wohngebiet ist über die Ribnitzer Straße, Darßer Straße und Wustrower Straße möglich.
Hermannplatz (Neukölln): Auf dem Hermannplatz beginnt um ca. 17 Uhr eine Demonstration. Der Zug führt bis abends über die Weserstraße, Pannierstraße und Karl-Marx-Straße zurück zum Hermannplatz.
A10 (Westlicher Berliner Ring): Zwischen der Anschlussstelle Phöben und dem Dreieck Havelland steht bis zum 5.9. in beiden Richtungen nur ein Fahrstreifen mit einer maximalen Breite von 3 Metern zur Verfügung (tägl. zwischen 19-6 Uhr).
Demonstration – In der Luisenstraße 58 in Mitte treffen sich 250 durch ver.di angemeldete Personen vor dem Bettenhochhaus zum „Warnstreik Charité: für einen fairen Tarifvertrag auf dem Weg zum TVÖD” (7-9 Uhr). “Wir danken den polnischen Soldaten für die Befreiung, Einweihung einer Gedenktafel!” lautet der Titel einer durch die Berliner VVN-BdA e.V. angemeldeten Kundgebung an der Straße des 17. Juni mit 80 Teilnehmenden. Sie findet vor der Grünfläche am Erweiterungsbau der TU Berlin in Mitte statt (11-12.30 Uhr). „Sprechen Sie die Menschenrechtslage in China an, Herr Maas!”, fordern 100 Demonstrierende vor dem Auswärtigen Amt am Werderschen Markt 1 in Mitte. Anmelderin ist die Gesellschaft für bedrohte Völker (9.30-13.30 Uhr). Zum „Weltfriedenstag-Antikriegstag” treffen sich 300 durch Gruppen der Berliner Friedenskoordination angemeldete Demonstrierende am Platz des 18. März in Mitte (17-18 Uhr). Auf dem Platz der Republik versammeln sich 100 von der exil-iranischen Gesellschaft Berlin e.V. angemeldete Personen zu einer Kundgebung mit dem Titel „56 Jahre Einsatz der iranischen Opposition für Menschenrechte und gegen die Todesstrafe im Iran: Gedenken an die Hinrichtungsopfer” (10-22 Uhr).
Gericht – Zwei Männer müssen sich wegen mehrerer Gewaltdelikte verantworten. In einem Fall sollen die 30- und 31-Jährigen einen Mann in einem Gerangel in das Gleisbett der U-Bahn gestoßen haben (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 736).
Universität – Liegen bei Ihnen auch noch ein paar Bände zur Quantentheorie herum? Ab heute mahnt die Universitätsbibliothek der HU die Rückgabe von Medien, deren Ausleihfrist abgelaufen ist und die cornabedingt nicht abgegeben werden konnten, wieder an.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Katja Bienert (54), Schauspielerin / Fritz Felgentreu (52), SPD-Politker und MdB / Ralf Fröhlich (54), CDU-Vorsitzender und Bezirksverordneter von Zehlendorf-Süd, „Ralf Fröhlich ist weit überdurchschnittlich engagiert, immer für die Bürger im ursprünglichen Sinne da, ein Problemlöser, dabei bescheiden und ein wunderbarer Vater, Ehemann und Freund" / Peter Gaehtgens (83), ehem. Präsident der FU / Dagmar Manzel (62), Schauspielerin, ehem. u.a. am BE und DT / Luci van Org (49), Sängerin und Schriftstellerin / Hubertus Primus (65), seit 2012 Vorstand der Stiftung Warentest Berlin / Sabine, „Alles Gute zum Geburtstag wünscht Regine" / Tim Schneider (23), Basketballspieler bei Alba Berlin / Sabine Scho (50), Schriftstellerin / Julia Varady (79), Opern- und Konzertsängerin
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Dr. Werner Gebhard, * 3. August 1930, Ev. Diakonieverein / Prof. Ellen Jordan-Hellmuthhäuser, * 27. November 1940 / Thomas Lutze, verstorben am 8. August 2020, Ministerialrat
Stolperstein – Fritz Cohn (Jg. 1896) lebte in der Seydelstraße 21 in Mitte. Dort eröffnete er, nachdem er 1920 eine Buchhändlerlehre absolviert hatte, einen Buchladen. 1936 wurde das Geschäft „arisiert“. Um seine Familie weiterhin versorgen zu können, verkaufte er illegal Bücher. Aus diesem Grund wurde er 1938 in das KZ Buchenwald deportiert. Im Januar 1939 konnte ihn seine Frau Gertrud „freikaufen“, unter der Bedingung, dass sie sich scheiden ließ und und ihr Mann Deutschland verließ. Im Februar des selben Jahres emigrierte Fritz Cohn nach Shanghai. 1944 – heute vor 76 Jahren – ist er dort verstorben.
Encore
Heute ist meteorologischer Herbstanfang; man spürt es schon durchs offene Fenster. Und wie war der Berliner Sommer? Jörg Riemann, Chefmeteorologe der „Wettermanufaktur“ in Tempelhof, hat ihn für den CP anhand der Dahlemer Stationsdaten vermessen: Die Durchschnittstemperatur von 19,5 Grad (Juni/Juli/August) liegt 2,2 Grad über dem langjährigen Mittel (der 2019er war sogar 3,2 Grad zu warm), statt gemittelter 649 Sonnenstunden gab es 750. Geregnet hat es seit Jahresbeginn 326 Liter pro Quadratmeter, ergo fehlen bisher 79 und seit Anfang 2018 insgesamt fast 400. Vom nächsten Jahr an gilt laut Riemann als „langjähriges Mittel“ nicht mehr 1961-1990, sondern 1991-2020. Da diese Periode schon drastische Klimaveränderungen enthält, ist also Besserung in Sicht. Statistisch jedenfalls.
Das Stadtleben im heutigen CP stammt von Masha Slawinski, im Frühtau zu Berge hat Kathrin Maurer ihn herausgeputzt. Morgen heizt Ihnen hier Lorenz Maroldt ein.
Alles Gute,