beginnen wir den Samstag mit einer Auswahl des aktuellen Geschehens aus Berlin:
+++ „Ein Tritt gegen das Schienbein“ von Regierender Bürgermeisterin Giffey — so bezeichnen Oppositionspolitiker die wahrscheinliche Abkehr der Berliner SPD vom A100-Weiterbau.
+++ Erstes Bahn-Chaos vor Pfingsten wegen 9-Euro-Ticket: Nach Angaben des RBB musste am Freitagnachmittag ein offenbar überfüllter Zug im Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen gestoppt werden. Der RE5 nach Rostock habe etwa eine Stunde lang im Bahnhof gestanden und sei dann weitergefahren. Reisende seien gebeten worden, den Zug zu verlassen.
+++ Berliner SPD soll über Enteignung von Mineralölkonzernen diskutieren: Die Gewinne der Ölmultis waren zuletzt heißes Thema in der Berliner Politik. Jetzt fordert ein SPD-Ortsverband sogar deren Enteignung. Alexander Fröhlich mit den Details.
+++ „Als würde ich meinen Körper verlassen”: Mehrere Frauen berichten von „Needle Spiking” im Berliner Club Berghain. Die Künstlerin Alison Lewis berichtet von einer Spritzen-Attacke im Berghain, weitere Betroffene melden sich. Die Berliner Clublandschaft ist verunsichert, wissen Julius Geiler und Livia Lergenmüller zu berichten.
Selbstverständlich war das längst nicht alles. Der Rest steht wie immer verlässlich hier auf tagesspiegel.de.
Und nun ein herzliches Willkommen im verlängerten Wochenende. Sonnabend und vor allem Sonntag ist schönes Wetter angesagt, der Montag kommt mit leichter Regenwahrscheinlichkeit vielleicht der Pflanzenwelt etwas entgegen. Einen Verlängerten können Sie derweil hier trinken. Außerdem gibt's hier eine neue Podcastfolge „Berliner & Pfannkuchen“ zur Zukunft der CDU in Deutschland und zum diesjährigen Kultursommerprogramm in Berlin.
Samstagmittag – Derart hübsch hergerichtete Teller auf dem Tisch, möchte man selbst in Sachen Vorzeigbarkeit natürlich nicht abfallen – oder fänden Sie es alarmierend, mit ihrem Essen um Schönheit zu konkurrieren? Bei Haarspree (Schlesische Straße 6) bekommt man nicht nur einen neuen Haarschnitt, sondern geht mit Bildern der Berliner Fotografin Aurica Voss auf innere Reisen um die Welt. Und damit weit weg vom eitlen Ego. Ein Friseur (Schwedter Straße 11) macht sogar gänzlich Schluss mit der ewigen Selbstbezüglichkeit des Spiegels, schafft ihn folglich ab und öffnet den Schnittstuhl radikal für die Umwelt: Statt angespannt auf sich selbst, schaut man hier während des Schnitts nämlich aus dem Fenster auf die Straße. Dass sich Friseur Dustin und Hund Karl großer Beliebtheit bei der im Vorübergehen ständig vorbeischneienden Nachbarschaft erfreuen, beschert allen ein entspannendes Erlebnis, die nicht ständig auf die Uhr schauen müssen.
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Genießen Sie in Charlottenburg unter freiem Himmel die Werke u.a. von Shakespeare und Schiller, Heine und Dostojewski, ein Kinderstück von Tankred Dorst, Swing, Klezmer, Jazz und Singer-Songwriter-Konzerte. Platziert inmitten des Geschehens, umgeben von Natur und urbaner Kulisse. Bis das Theater endlich steht spielen wir Open Air.
www.globe.berlin
Sonntagabend – Einfach sein Inventar verschenken – revolutionär! Oder nicht? Geschenke stärken bekanntlich Beziehungen – und glaubt man Autorin Bini Adamczak, waren auch Revolutionen schon immer eine Frage von Vitamin B. Nachzulesen ist das in ihrem Buch „Beziehungsweise Revolution“, das die unterschiedlichen „Beziehungsweisen“ von Revolutionären 1917 und 1968 betrachtet (Suhrkamp, 320 S., 18 Euro). Die perfekte Einstiegslektüre übrigens zum Programm im Studio Laborgras: Unter dem Titel „Er… Sie… und andere Geschichten“ loten 13 kurze Choreographien die Zwischenräume menschlicher Beziehungen aus. 20 Euro kosten die Tickets, zu beziehen per Mail oder telefonisch.
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Schliemanns Welten
Sein Leben. Seine Entdeckungen. Sein Mythos.
James-Simon-Galerie und Neues Museum, 13.05. bis 06.11.2022
Die Ausstellung auf der Museumsinsel Berlin präsentiert das Leben des schillernden Archäologen und Entdeckers von Troja: Heinrich Schliemann. Neben der museumseigenen trojanischen Sammlung werden hochkarätige Leihgaben aus dem Nationalmuseum Athen sowie faszinierende Objekte aus China, Japan und Amerika gezeigt.
Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
„Sie richten sich fein ein, machen es sich bequem und freuen sich auf die kommende Entspannungszeit, schon rollt die Revolution wie eine Dampfwalze durch ihre Gemächer, wirbelt den seit Jahrhunderten säuberlich sortierten Staub Ihrer Ahnen auf und wieder stehen Sie da, rennen umher und wissen nicht, wo Ihnen der Kopf steht. Dahin, die schöne Ordnung. Wer kennt es nicht? So ging es 1848 schon Friedrich Wilhelm IV., der, kaum acht Jahre Preußenkönig, von revolutionären Parolen um den Schlaf gebracht wurde. So geht es vielen, die Nachwuchs haben. Und so geht es mir, der sich nach getaner Gartenarbeit gerade in die Hängematte fläzen will, als Chantal, die inspirierte Sau von Nebenan, ihren „italienischen Traum“ verkündet: Der modernen Wildschwein-Gartenarchitektur überdrüssig, gelüste es sie plötzlich nach Türmen im Renaissancestil, Bögen und Säulen, weshalb sie ihre Hauer in die frisch von mir umgewühlte Erde haut. Auch solches Verlangen kannte Friedrich Wilhelm IV. Deshalb ließ er sich auf dem Pfingstberg in Potsdam sein Belvedere errichten. Dort schauten Chantal und meine Wenigkeit uns um, jetzt baumeln wir entspannt in Hängematten und sinnen über Sinnfragen. Es ist schließlich Wochenende. Mit konterrevolutionären Grunzen.“
Leseempfehlungen
Die FU Berlin forscht am Traum aller Impfgegner: Im neuen SupraFab könnte das Nasenspray gegen Corona entwickelt werden. Boris Buchholz (Abo) hat sich das angeschaut.
Ganz selbstverständlich leben wir heute von Bildern umgeben, die in der Aufmerksamkeitsökonomie um unsere Blicke buhlen. Vor 600 Jahren sah das noch ganz anders aus, wie das Kupferstichkabinett zeigt. Elke-Linda Buchholz (Abo) über die Magie des Druckes.
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Wochenrätsel
Gewonnen! Während durch die einen noch der Geist der Leipziger Frühjahrsmesse von 1980 weht, wollen die anderen nur eine lose Beziehung zur Gegenwart eingehen, weil sie eigentlich schon die Zukunft vertreten. Die Rede ist von…
a) …Berliner Bussen.
b) …S-Bahn-Waggons.
c) …Frittenbuden.
Tipp: Wer den Checkpoint letzte Woche aufmerksam gelesen hat, ist im Vorteil.
Schicken Sie uns die richtige Lösung und gewinnen Sie einen Checkpott.
Jetzt mitmachenDer frühe Vogel im Produktionsdienst war heute Lionel Kreglinger. Pfingstmontag lassen wir Sie mal ausschlafen, am Dienstag lesen Sie an dieser Stelle Lorenz Maroldt. Haben Sie ein schönes Pfingstwochenende.