mit Berlin geht es bergab – zumindest was die Platzierung auf der Liste der fahrradfreundlichsten Städte der Welt betrifft. Um fünf Plätze geht es im „Copenhagenize-Index“ abwärts, der alle zwei Jahre von einem gleichnamigen Planungsunternehmen aus Dänemark erstellt wird. 600 Großstädte mit relevantem Fahrradverkehr hat es dabei verglichen. Sieger wurde Kopenhagen, gefolgt von Amsterdam und Utrecht. Berlins 15. Platz reicht dabei nicht einmal für den Titel fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands. Den holt sich eine andere Kommune mit dickem B: Bremen mit Platz 11. Mit Hamburg ist dann nur noch eine weitere deutsche Stadt in den Top 20 vertreten (20. Platz).
Im Jahr 2011 kam Berlin sogar noch auf den vierten Platz. Das mag verblüffend klingen, liegt aber daran, dass viele Städte seither weitaus mehr und weitaus schneller in den Radverkehr investiert haben. Die Copenhagenize-Planer loben zwar Berlins ambitionierte Ziele, kritisieren aber gleichzeitig, dass die zeitliche Umsetzung vage ist. An Bremen loben sie wiederum, dass der Fahrradverkehr mittlerweile 25 Prozent am Gesamtverkehr ausmacht – was ein Spitzenwert in Deutschland ist. Zudem wachse das Netz an Radwegen stetig, die vom Autoverkehr getrennt sind. Aber mal sehen, wie es mit der Platzierung in zwei Jahren aussieht. Regieren in Bremen denn nicht jetzt auch Rot, Rot und Grün...?
Apropos zeitliche Umsetzung. Seit ewigen Zeiten soll entlang der vielbefahren Heerstraße ein ordentlicher Radweg gebaut werden. 61 Bäume wurden deshalb schon mal abgesägt. Allerdings treiben sie an den Stümpfen kräftig aus – was zwei Radlern offenbar zum Verhängnis wurde. Wie eine Augenzeugin berichtet, seien sie vorigen Freitag zusammengestoßen, als einer von beiden dem wuchernden Grün ausweichen wollte. Dabei habe dieser aber offenbar nicht sehen können, dass ihm jemand in der falschen Richtung entgegenkommt. „Beide knallten ungebremst ineinander“, schreibt die Zeugin Einer der Radler liege jetzt auf der Intensivstation, berichtet die Zeugin, die Erste Hilfe leistete. Einen Eindruck von der Strecke zeigt das Video unter diesem Link.
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In Berlin um die Welt: Kolumbien. Einmal nach Südamerika, bitte – dafür reicht schon ein AB-Ticket. Denn Kolumbien liegt mitten in Kreuzberg. Das steht zwar in keinem Atlas - aber dafür sind wir ja da! „Tierra Columbiana“ heißt die inoffizielle Enklave in der Mittenwalder Straße 27 (U-Bhf. Gneisenaustraße). Hier gibt’s traditionelle kolumbianische Küche, das meiste macht die Besitzerin selbst. So etwa die Fríjoles antioqueños, das sind Rote Bohnen mit Kochbananen, Bauchspeck und Reis. Und wenn sie nicht gerade in der Küche steht, plaudert die Chefin gern mit ihren Kunden. Denn die lateinamerikanische Herzlichkeit ist auch ein Importschlager in dem kleinen Kreuzberger Laden. Und die ist kostenlos. Im Gegensatz zwar zu den kolumbianischen Tayrona-Espressobohnen, aber die sind ihren Preis auch wert! Karin Sommer oder George Clooney würden vor Neid erblassen. Do-Sa 15-23 Uhr, So 13-20 Uhr. Einwohner Kolumbiens ins Berlin: 2411 (Stand: Ende Dez. 2018)
Sommerspaß. „A wie Jüdisch“. Deutsch-jüdischer Alltag, wie sieht das aus? Und was bedeutet „jüdisch“ eigentlich heutzutage? Diese und andere Fragen beantwortet die Ausstellung „A wie Jüdisch“ im Jüdischen Museum in 22 Impressionen. Die Ausstellung wurde unter Beteiligung von Berliner Schülern entwickelt, deren Arbeiten zu sehen sind. Es gibt eine „Chill-Ecke“ mit Sitzsäcken und jüdischer Pop-Playlist. Dazu erfährt der Besucher, wo es den besten Hummus der Stadt gibt. Jeden Sonntag um 11 Uhr gibt es eine Führung durch die Ausstellung, auch jetzt in den Sommerferien. Treffpunkt ist am „meeting point“ im Altbau EG, die Führung kostet 3 Euro zusätzlich zum Museumsticket (8/erm. 3 Euro).
Sommersport. Burlazz. Hier wird der Absatz gesteigert, denn bei Burlazz werden in der Regel High Heels getragen Diese Art der Leibesübung speist sich aus Tanzstilen wie Jazzdance, Funky-, Tribal- oder Lyricaldance und eben dem Burlesque (wie das am Ende aussieht, ist in diesem Video zu sehen). Zum Sportoutfit gehören eben High-Heels, aber Pumps sind auch möglich. Angeboten werden Kurse von der Tanzschule „X-Step“, Tempelhofer Ufer 36, Kreuzberg, Sa 17-18.30 Uhr, 18.30- 20 Uhr, Di 18- 19.25 Uhr.
Jottwede. Der Große Garten. Ihnen fällt bei dem Namen gleich Dresden ein? Leider in die falsche Richtung gedacht. Denn unser GG liegt im Norden, im 13. Bezirk Berlins, der Uckermark. Natur gibt’s hier, nun ja, per See bis zum Abwinken, aber im Großen Garten von Gerswalde ist sie noch einmal besonders schön. Auf dem Gelände der ehemaligen Schlossgärtnerei laufen auch immer wieder mal kulturelle Veranstaltungen und Workshops. Freitag bis Montag lädt das „Café zum Löwen“ im historischen Palmenhaus ein, wo es Süßes und Japanisches gibt, die Räucherei „Glut & Späne“ verkauft Fisch aus der Umgebung, und weil der Chef vom Bodensee kommt, darf der Wein nicht fehlen (Sa/So 12-18 Uhr). Wer dann Lust auf Fruchtiges hat: In der Bar „Paradieschen“ lässt sich bei Mixgetränken zum Beispiel aus Beeren der Tag ausklingen (Sa ab 18 Uhr).
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Berlin, aber Sommerloch. Pankow hat nichts mit Wedding am Hut. So lässt sich jedenfalls der Hinweis interpretieren, den das Standesamt auf einer Internetseite veröffentlicht hat: „Wir empfehlen dringend, die Hochzeitsplanung erst dann vorzunehmen, wenn die Anmeldung erfolgt ist“, heißt es dort. Denn es komme bei der Online-Terminvergabe für die Anmeldung von Eheschließungen zu längeren Wartezeiten (Quelle. „Leute-Bezirksnewsletter“). Dazu gibt es den Tipp, dass Online-Termine immer am Sonnabend und Sonntag freigeschaltet werden, und zwar Punkt 8.30 Uhr. Eines steht schon mal fest: Langschläfer kommen in Pankow nicht unter die Haube.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Mit Brimborium und Regierendem Bürgermeister wurde ja gerade die Regenbogenflagge vor dem Roten Rathaus gehisst – nun ist sie aber wieder weg. Aufgefallen ist das unter anderem CP-Leserin Suzanne Schwarz. Begründung der Senatskanzlei: Der irische Präsident sei ja da gewesen, und da musste „umgeflaggt“ werden. Wer sich jetzt fragt, warum danach nicht einfach der Regenbogen wieder hochgezogen worden ist (dauert vermutlich 30 Sekunden), hier Teil zwei der Begründung aus Müllers Büro: Der Innensenator hat die Beflaggung zur Pride Week (ist die Woche vor dem Christopher Street Day) erst für den 21. bis 27. Juli erlaubt. Endlich mal ein Chef, der sich von seinen Untergebenen was sagen lässt.
Ohne besondere Vorkommnisse wurde die Regenbogenflagge nun am Rathaus Spandau gehisst (CP von gestern). Für die Ausgabe zum Christopher Street Day sucht der Tagesspiegel schon jetzt die besten CSD-Plakate unserer Leserinnen und Leser – mit politischen, lustigen, bunten Slogans und Motiven (gern auch all das zusammen). Schicken Sie uns Selfies von sich und Ihrem Plakat, egal ob neu oder aus den letzten Jahren, und zwar an queer@tagesspiegel.de. Wir veröffentlichen alle in einer Bilderstrecke auf dem Queerspiegel und die schönsten in der Printausgabe.
„Schnaps, das war sein letztes Wort,“ so heißt es in einem Karnevalsschlager, „dann trugen ihn die Englein fort.“ In Berlin übernimmt diese tragende Rolle nicht selten die Polizei, und ganz besonders zu Himmelfahrt. Insgesamt 113 „hilflose Personen“ wurden am Feiertag und dem Tag danach aufgegriffen, 24 mehr als im Vergleichszeitraum 2018 (Quelle: Antwort des Senats auf eine Anfrage von Anne Helm/Linke). Insgesamt 268 Fälle von Körperverletzung (inkl. schwerer) wurden erfasst, was einen Tagesdurchschnitt von 134 macht. An „normalen“ Tagen 2019 waren es durchschnittlich 103 Taten. Ach ja: Männer sind eindeutig in der Überzahl.
So mancher von den Himmelfahrtsschlägern landet hoffentlich hinter Gittern. Zumindest derzeit ist im Kittchen ein Zimmer frei. Der geschlossene Männervollzug ist beispielsweise durchschnittlich zu 90 Prozent belegt. 2017 und 2018 lag dieser Wert noch bei 95 Prozent – wie auch 2016. Damals hieß es, Berlins Gefängnisse seien zu voll. War beispielsweise die JVA Moabit im Jahr 2017 noch mit 102 Prozent überbelegt, so sank diese Zahl dieses Jahr auf 94 Prozent.
Er hat zusammen mit einem Komplizen seine hochschwangere Ex-Freundin ermordet – nach Verbüßung der Strafe wird Eren T. in die Türkei abgeschoben. Das Verwaltungsgericht hat jetzt die Ausweisung des zu 14 Jahren Haft verurteilten Mannes bestätigt. Zur Tatzeit war er 20. Geboren wurde T. in Deutschland, hat aber einen türkischen Pass.
Der Qualm war so stark, dass selbst Kanzleramts-Chef Helge Braun in seinem Büro im Spreebogen darauf aufmerksam wurde und ein Foto von der Rauchsäule twitterte. Mittlerweile ist der Brand im Lichtenberger Dong-Xuan-Einkaufscenter aber unter Kontrolle. Viele der vietnamesischstämmigen Händler bangen nun um ihre Existenz. Die Brandursache ist noch unklar.
Die SPD in Schleswig-Holstein will jetzt auch das solidarische Grundeinkommen – jedenfalls hat sie ganz begeistert über das Vorhaben in Berlin getwittert. Wenn das so weitergeht, so Checkpoint-Chef Lorenz Maroldt, wird das Ganze wohl noch nach dem Erfinder benannt: „Ick krieg‘ nich' mehr Hartz IV, ick bin uff Müller I.“
Neues aus dem Berliner Stonehenge aka Kreuzberg. 2150 Euro haben die verkehrsberuhigenden Steine in der Bergmannstraße gekostet. Macht rund 100 Euro pro Findling. Ausgebuddelt wurden sie übrigens in einem Kiestagebau in Mecklenburg-Vorpommern, stammen aber ursprünglich aus dem südlichen Finnland. Aber nicht DHL hat sie dort abgeladen, sondern die Eiszeit vor 10.000 Jahren.
Seit Januar ist die Checkpoint-Laufgruppe quasi ein Selbstläufer, aber dennoch sind neue Teilnehmer natürlich herzlich willkommen. Am Sonnabend führt die wöchentliche Tour de Turnschuh erstmals durch Potsdam, genauer: durch den herrlichen Park Babelsberg und zum Griebnitzsee. Los geht es 11 Uhr am S-Bahnhof Babelsberg, und zwar in der Rudolf-Breitscheid-Straße beim Imbiss „Vis a Vis“. Wie immer bringt das Team um CP-Laufgruppenchef Felix Hackenbruch Getränke sowie ein Auto für Wechselklamotten mit. Und damit sich keiner verläuft, sind ortskundige Redakteurinnen der „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ dabei.
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28. adidas Runners City Night am 3. August 2019
Auf der superschnellen Strecke über den Kudamm fallen die Bestzeiten über 10 und 5 km. Die City West wird zur rauschenden Party Zone. Hot Spots, Sambabands, internationale Läufer und das hippe Bühnenprogramm auf dem Breitscheidplatz sorgen für die Lauf-Party des Jahres. Lass dir das nicht entgehen und melde dich an unter www.berlin-citynight.de
Es ist zwar nicht damit zu rechnen, dass sich einer verfährt, amüsant ist die Schilderpanne dennoch, über die der „Berliner Kurier“ berichtet: Auf gleich vier großen (und neuen) Tafeln am Berliner Ring steht „Mahrzahn“ statt „Marzahn“. Klarer Fall von H-Spalterei.
Eigentlich müsste man denken, die AfD kenne sich mit bärtigen Diktatoren aus. Doch auf ihrer Plattform „Blick nach Links“, die laut Eigendarstellung des Berliner Landesverbandes über „die linke Ideologie, über Akteure und die Folgen ihres Tuns, über die Netzwerke und Geldgeber“ informieren will, zeigt sie ein Witzbild von Sylvester Stallone – als Stalin vor einer Sowjetfahne.
Da kann man nur hoffen, dass auch die Brandenburger Linkspartei nicht aus Versehen in die falsche Diktatoren-Kiste greift. Sie will nämlich mit einer Plakatkampagne in der Optik der 50er Jahre für sich werben – als Stimme des Ostens. Zumindest als Stimme Brandenburgs versucht sich ja schon CDU-Landeschef Ingo Senftleben (CP von gestern) mit seinem „Ingo-Song“. Wenn das mal kein Stimmengewirr gibt.
„Soli für Tobi“ hieß das Benefizkonzert für den 19-Jährigen Tobias Hippler, der in seiner Freizeit als DJ die Besucher eines Marzahner Abenteuerspielplatzes unterhält – und das ehrenamtlich. Mehr als 3000 Euro kamen für ihn bislang zusammen. Einbrecher hatten DJ Tobi die komplette, mehrere tausend Euro teure Ausrüstung gestohlen. Mit dem Geld kann er etwa ein Drittel seiner Geräte ersetzen.
Ziemlich gestutzt hat so mancher, als er die gestutzten Platanen am Kurfürstendamm gesehen hat. Tagesspiegel-Kollege Cay Dobberke hat den Grund erfahren – den lesen Sie aber nicht hier, sondern in der neuen Ausgabe des „Leute“-Newsletters aus Charlottenburg-Wilmersdorf. Am besten noch schnell kostenfrei abonnieren, und zwar unter diesem Link.
Die BVG sucht ein Abschleppunternehmen, das ihr Busspuren und Haltestellen freiräumen soll. Laut “Berliner Zeitung“ läuft derzeit eine Ausschreibung. Haken an der Sache: Nach dem Gesetz dürfte die BVG schon seit 2018 zur Tat schreiten – doch mit den Ausführungsvorschriften lief es eher schleppend. Anfang 2020 soll es nun losgehen.
Polizei ermittelt bei der Polizei. Diebe haben in der Nacht zu Donnerstag Starkstromkabel von einem umzäunten Polizeigelände in Marzahn entwendet, auf dem sich eine Baustelle befindet. Sie hatten es aufs Buntmetall abgesehen.
Mit sechs Millionen Euro schlägt die verspätete Eröffnung des Humboldt-Forums ins Kontor - sagt die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Bislang sollte der Um- und Einzug 32 Millionen Euro kosten.
Staunende Zaungäste hat Tagesspiegel-Kollege Ingo Salmen am Donnerstagabend am Flughafen Tempelhof erlebt: Während Donald Trump Panzer am Lincoln Memorial auffahren ließ, fand unter dem blau illuminierten Schriftzug „Berlin-Tempelhof“ am US-Nationalfeiertag eine Mähdrescher-Parade statt. Zur Licht- und Musikshow in der Abflughalle spulte ein Quartett von Landmaschinen eine Choreografie ab. Happy Fourth of July? Denkste. Das sei ein anderes Event, sagten die von der US-Botschaft bestellten Feuerwerker. Die Party zum Unabhängigkeitstag (unter anderem mit Botschafter Richard Grenell) stieg an einem anderen Ende des Gebäudes. Country hier, Bauern dort.
Da dürfte manchem die Düse gehen: Heute ist voraussichtlich der verkehrsreichste Tag der Sommerferien auf den Berliner Flughäfen. „Der erste Schwung Urlauber kommt zurück, während andere erst in den Urlaub starten“, zitiert dpa den Flughafensprecher Hannes Stefan Hönemann. Der bekommt am 1. August Unterstützung von der „Berliner Zeitung“: Sabine Deckwerth, Redaktionsmitglied seit 1990, wechselt in die Flughafenpressestelle. Jan Thomsen, einer ihrer früheren Kollegen, arbeitet bereits als Pressesprecher bei Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne), und ein weiterer, Martin Klesmann, wechselt in selber Funktion zum 15. Juli zu Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD).
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Ich habe 13 Parteivorsitzende überlebt, aber einen 14. Parteivorsitzenden namens Kevin Kühnert werde ich vermutlich nicht überleben.“
Ex- Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) über den Juso-Chef
Tweet des Tages
Ohne Spätis ist Berlin auch nur ein armes Hamburg mit Berghain.
Stadtleben
Essen & Trinken – Der Sommer ist orange. Zumindest, wenn man die Stadt durch sein Aperol-Spritz-Glas betrachtet. Zurecht würde der eine oder andere Berliner an dieser Stelle intervenieren und auf sein Feierabendbierchen bestehen, schon klar. Aber die italienische Aperitivo-Kultur findet selbst bis in die Nebenstraßen des Ku’damms ihren Weg. Im „Luardi“ können sich die Gäste an rot-weiß karierten Tischdecken mit kühlem Martini, Campari oder Crodino den Appetit anregen lassen – und diesen dann z.B. mit Lasagne „Della Mama“ stillen, mit Schichtnudeln, Rinderragout und überbackenem Käse (10,50 Euro) titelgerecht nach dem „Original-Rezept von Mama“ gefertigt. Danach unbedingt ein Digestif zum Ausklang. Mo-Sa 11-24 Uhr, So 15-24 Uhr, Meinekestraße 24, U-Bhf Kurfürstendamm
Berlinbesuch – Eine Schrippe am Spreeufer, Käsewürfel und Weintrauben auf dem Drachenberg. Berlin hat genügend Parks und Grünflächen, um ein ausgedehntes Picknick zu veranstalten – die schönsten Stellen verraten wir Ihnen hier regelmäßig im Checkpoint-Sommerferien-Special weiter oben. Wer den Korb nicht selber packen will, bekommt bei „Picnic Berlin“ die Full-Service-Variante. Neben sommerlichen Salaten, Brezeln und Getränken werden Spiele oder Bücher ins Körbchen gepackt, Decke und Kissen gibt's auch. Der Verleih ist auf dem Tempelhofer Feld (an dem rot-weiß gestreiften Häuschen am Eingang Oderstraße). U-Bhf Leinestraße
Geschenk – Alle Kaffeeliebhaber (und die, die man beschenken möchte) aufgepasst: eine Tasse für Kaffee, aus Kaffee gemacht. Klingt zu vollkommen, um wahr zu sein? Produktdesigner Julian Lechner kam in Italien auf die genial-simple Idee, gebrauchten Kaffeesatz zu recyceln und daraus ein Sortiment an Tassen in verschiedenen Größen und Formen zu kreieren. In Berlin setzte er seine Eingebung mit „Kaffeeform“ um. Eine Espresso-Tasse mit Untertasse kostet rund 15 Euro, eine Tasse für Milchkaffee um die 23 Euro. Sein Take-Away-Cup „Weducer" für ca. 15 Euro ist sogar ausgezeichnet worden. Im Webshop gibt's die Produkte in der Übersicht, darunter auch ein Store-Locator mit allein 24 Läden in Berlin.
Last-Minute-Lesung – Dietrich Plückhahn ist als Gymnasiast in die Sozialistische Einheitspartei Westberlins (SEW) eingetreten. Nachdem er sein Augenlicht verlor, stieg er aus und wurde Jurist, aber eine Frage ist bis heute geblieben: Warum haben sich nach 1968 in kürzester Zeit junge Menschen in großer Zahl radikalisiert und politisch fragwürdigen Systemen zugewandt? Darüber hat er ein Buch geschrieben, aus dem er heute Abend um 20 Uhr im Garten des Kultursalons „Die Flaneure“ in der Knesebeckstraße 89 liest. Das Taschenbuch „Mein kleiner Verrat an der großen Sache“ ist eine kritisch-ironische Rückschau auf seine kommunistische Parteivergangenheit. Im Anschluss soll es Überraschungsmusik geben. Der Eintritt ist frei, es wird um Anmeldung per Mail gebeten. U-Bhf Erst-Reuter-Platz
Noch hingehen zu der Sonderausstellung „Bellini plus – Forschung und Restaurierung“ in der Gemäldegalerie. Die Ausstellung über die Meister der Renaissance „Mantegna und Bellini“ ist zwar vergangene Woche ausgelaufen, dafür nimmt man sich in der Galerie noch bis zum 21. Juli alten Gemälde-Schätzen an und präsentiert sie mit Untersuchungs- und Restaurierungsergebnissen. Darunter ist auch eine Gruppe von bisher kaum gezeigten Gemälden von Vater und Sohn Jacopo und Giovanni Bellini. Wie haben sich die zum Teil beschädigten Werke durch Licht, Klima oder anderen Einflüssen mit der Zeit verändert? Finden Sie es heraus. Tickets kosten 10/ erm. 5 Euro. Di,Mi & Fr 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Sa & So 11-18 Uhr, Matthäikirchplatz, U-Bhf Potsdamer Platz
Verlosung – Es gibt Künstlerinnen, die erkennt man bereits beim ersten Klang ihrer Lieder – wie z.B. Newcomerin Catt. Die Wahlberlinerin hat sich schon früh als Gesangstalent hervorgehoben, beherrscht nebenbei auch Piano, Trompete, Posaune und Horn. In den letzten Jahren hat sie bereits live mit Künstlern wie Teesy oder Sarah Connor auf der Bühne gestanden. Ihr im Juni veröffentlichtes Mini-Album „Moon“, das nach soulig-verträumten Sommermetaphern klingt, kann man am Sonntag um 19 Uhr live in der Kantine am Berghain hören. Wir verlosen 2x2 Tickets (bis 12 Uhr) – wer möchte?
Mit diesen Tipps wünscht Ihnen Carina Kaiser einen angenehmen Freitag!
Prominent verraten
Der Regisseur und Dokumentarfilmer Philip Gröning ist der gesuchte Berliner der Woche – CP-Leser Christian Lietzke hat richtig geraten, Gratulation zu den Checkpotts!
Berlin heute
Verkehr – Ab heute, 0 Uhr, ist auf der A113 (Schönefeld-Zubringer) an der AS Späthstraße stadteinwärts die Ausfahrt sowie stadtauswärts die Auffahrt bis Mitte Juli gesperrt. Von 14 bis 24 Uhr ist die Ferdinand-Schultze-Straße (Alt-Hohenschönhausen) in beiden Richtungen zwischen Straße 109 und Schleizer Straße gesperrt. Neben den bisherigen Einschränkungen an derFriedrichshainer Kreuzung Danziger Straße/ Landsberger Allee/ Petersburger Straße (kein Linksabbiegen möglich, nur eine Spur frei) ist ab 6 Uhr bis Mitte Juli auf der Landsberger Allee stadtauswärts nur das Rechtsabbiegen in die Petersburger Straße möglich. Wegen eines Konzerts von Larry Schuba & Western Union in der Zitadelle Spandau (Beginn 19 Uhr) kann es im direkten Umfeld zu Staus kommen. Ab 6 Uhr bis Sonntag, 20 Uhr ist auf der Torstraße (Mitte) in beiden Richtungen zwischen Novalisstraße und Friedrichstraße jeweils nur eine Spur frei. Die Yorckstraße (Schöneberg) ist ab 22 Uhr bis Montag, 4 Uhr in beiden Richtungen zwischen Katzbachstraße und Bautzener Straße gesperrt. Die Heerstraße (Wilhelmsstadt) wird ab 9 Uhr in beiden Richtungen zwischen Gatower Straße und Pichelsdorfer Straße bis Montag, ca. 5 Uhr gesperrt. Ab 22 Uhr bis zum 5. August gibt es keinen S-Bahnverkehr zwischen Ostkreuz und Frankfurter Allee. Betroffen sind die Linien S41/ S42, S8 und S85.
Demonstration – Auch heute treten etwa 100 Schüler wieder unter dem Motto „Fridays for Future“ im Invalidenpark zwischen 10 und 10.30 Uhr in einen Klimastreik. Ungefähr 800 Menschen ziehen zwischen 17 und 22 Uhr von der Mohrenstraße zum Spreewaldplatz und demonstrieren für „Black Lives Matter – Schwarzes Leben zählt“. Mit dem Verein offbeat versammeln sich zwischen 18 und 22 Uhr ca. 800 Teilnehmende du fordern „Liebe für alle – Für mehr christliche Werte in der postmodernen Gesellschaft“. In der Luisenstraße, gegenüber der philippinischen Botschaft, gibt es von 18 bis 19 Uhr eine Kundgebung „Gegen Menschenrechtsverletzungen“ mit ca. 50 Teilnehmern. Die Federation Deutschland veranstaltet zwischen 16 und 18 Uhr einen „Protest gegen den Besuch von Paul Bijak in Schweiz (Genf)“ in der Otto-von-Bismarck-Allee, vor der Botschaft der Schweiz, mit etwa 50 Teilnehmenden. „Kein Bock auf Nazis“ haben ca. 30 Menschen heute von 18.30 bis 21.45 Uhr am Jungfernstieg mit #NoAfD.
Gericht – Gegen eine Mutter, die ihre drei Jahre alte Tochter mit einer Schere getötet haben soll, beginnt der Prozess wegen Mordes. Die 44-Jährige soll bei der Tat in ihrer Wohnung in Lichtenrade wegen einer psychischen Erkrankung nicht schuldfähig gewesen sein (12.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 704).
Universität – In der HTW ist Werkschau-Wochenende. Heute von 13 bis 20 Uhr und morgen bis 22 Uhr zeigen Studierende aus den Bereichen Design, Kultur und Medieninformatik ihre Arbeiten des vergangenen Studienjahres. Das ganze Programm finden Sie hier. Wilhelminenhofstraße 75A, Tram-Haltestelle Rathenaustraße/ HTW.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Ahzumjot (30), Rapper und Produzent / Andreas Baum (41), Politiker, ehem. Fraktionsvorsitzender der Piraten im AGH, Teil des „Tagesspiegel Innovation Lab“-Teams / Magda Szukalski „die ’best friends’ wünschen dir alles Gute“ / Burkhard Kieker (59), CEO von „Visit Berlin“ / Vera Oelschlegel (81), Schauspielerin, Sängerin und Regisseurin / Velimir Petkovic (63), Cheftrainer der Füchse Berlin
Sonnabend – Aelrun Goette (53), Filmregisseurin / Anne Helm (33), Politikerin (Die Linke), Sprecherin für Medien und Strategien gegen Rechts / Gunhild Hoffmeister (75), ehemalige Leichtathletin / Joachim Krüger (70), Politiker (CDU), Bezirksstadtrat a.D. für Bürgerdienste, Ausbildungsförderung und Personal in Charlottenburg-Wilmersdorf / Johannes Ludewig (74), ehem. Staatssekretär und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn / Hans-Jürgen Papier (76), Staatsrechtswissenschaftler, ehem. Präsident des Bundesverfassungsgerichts / Bernhard Schlink (75), Schriftsteller und Jurist
Sonntag – „Hallo, liebe Frida zu Deinem 8. Geburtstag wünschen wir Dir alles Gute, sei weiterhin so fröhlich, agil und unbeschwert, liebe Grüße von Oma Ilse und Opa Lothar“ / Ines Geipel (59), ehem. Leichtathletin, Professorin an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ / Peter Rasym (66), Musiker, spielte bei der ehem. DDR-Rockband „Puhdys“ / Clara Margarete West (38), für die SPD im AGH / Erik Zabel (49), ehem. Radrennfahrer
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Renate von Gebhardt, * 28. November 1921 / Peter Karske, * 25. Februar 1923 / Karin Tuckermann, * 17. November 1939
Stolperstein – Luise Grau (Jhg. 1892) lebte in der Flotowstraße 10 in Mitte, bevor sie am 18. Oktober 1941 in das Sammellager Ghetto Litzmannstadt deportiert wurde. Heute vor 77 Jahren wurde sie im Vernichtungslager Chelmno/ Kulmhof ermordet.
Im Tagesspiegel
Die Charité als Forschungsstätte an der Weltspitze, Berlin als deutsches Harvard – dem erfolgsarmen Senatschef Michael Müller könnte ein Coup gelingen, der das Land verändern würde. Lesen Sie die Reportage von Hannes Heine heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
So mancher Berliner würde der Post ja gerne eine kleben – und zwar eine Marke, weil sie ja das Porto erhöht hat. Doch mancherorts sind die neuen 80-Cent- und 10-Cent-Upgrade-Wertzeichen ausverkauft. „Wegen hoher Nachfrage kommt es aktuell zu Lieferverzögerungen,“ heißt es bei der Post. Das bekam auch CP-Leser Ulrich Rosenbaum zu spüren. Seine Bestellung beim Briefmarkenversand verzögert sich um mehrere Tage. Vorsicht: Auch wenn zu lesen war, dass sich das Unternehmen kulant zeige (CP von gestern) - laut Aussage einer Berliner Postsprecherin galt das nur ganz kurz und hatte nichts mit den Lieferschwierigkeiten zu tun. „Wir akzeptieren ab sofort nur noch korrekt frankierte Sendungen“, sagte sie dem CP. Das gilt in ganz Deutschland und damit in Berlin. Und natürlich in der Mark.
Morgen gibt es dann Post von von Ann-Kathrin Hipp und Thomas Wochnik – mit dem Wochenend-Checkpoint.
Einen zackigen Freitag wünscht