Für die Berliner SPD hat eine schicksalsschwere Woche begonnen: Heute möchte sich Raed Saleh – Mister 15% beim Vorentscheid zum künftigen Landesvorsitz – kurzfristig und ohne Gegenkandidatur zum Fraktionschef wiederwählen lassen, was eigentlich nur mit Blech- oder Personenschaden enden kann. Und beim Parteitag am kommenden Wochenende wird sich erweisen, wie einig sich die SPD bei der Unterstützung des künftigen Führungsduos aus Nicola Böcker-Giannini und Martin Hikel ist. Die ehemalige Sportstaatssekretärin und der Neuköllner Bezirksbürgermeister haben die Mitgliederbefragung zwar mit knapp 59 Prozent Zustimmung gewonnen, aber die Wahlbeteiligung lag nur bei rund 52 Prozent, und die Jusos nörgeln bereits über die CDU-Nähe der Neuen. Was die vorhaben, haben sie Christian Latz im Interview erzählt.
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Noch bis 7. Juni liegen die Planungsunterlagen für die Tangentiale Verbindung Ost (TVO) aus, die eines Tages Köpenick und Marzahn verbinden soll – auf Kosten von gut 15 Hektar Wald und kilometerweit auf der seit Jahrzehnten freigehaltenen Trasse der „Nahverkehrstangente“ für die S-Bahn. Deren Baukosten würden ins Unermessliche steigen, wenn vorher die Straße so gebaut würde wie jetzt geplant. Warum verzapft eine jahrelang grün geführte Verkehrsverwaltung so etwas?
Die ehemalige Verkehrssenatorin Bettina Jarasch erklärt es auf CP-Anfrage so: Es habe einerseits Druck gegeben, das angrenzende Biesdorf zu schonen. Andererseits habe die Verkehrsprognose Bedarf für eine vierspurige Straße ergeben, die selbst Befürworter der TVO in der Verwaltung kritisch gesehen hätten – wegen des Platzbedarfs und der immensen Mehrkosten. Möglicher Ausweg sollte eine neue Verkehrsprognose sein, die nicht – wie sonst üblich – auf dem bisherigen Autoverkehr plus Zuschlag für die wachsende Stadt beruht, sondern neue Randbedingungen wie Mobilitätsgesetz und 49-Euro-Ticket berücksichtigt, sodass möglichst doch eine zweispurige Straße reicht. Doch dann kam die Wiederholungswahl und mit ihr die CDU. Jetzt noch umzuplanen, würde den Bau um Jahre verzögern, sagt Jarasch. Dasselbe gelte allerdings für die absehbaren Klagen gegen die jetzige Variante.

Apropos abnehmender Autoverkehr: In Berlin wurden im vergangenen Jahr 6643 Autos (inkl. 612 Lkw) als gestohlen gemeldet, was für die vergangenen zehn Jahre einen Rekord bedeutet. Damit Sie die 685-seitige Antwort der Innenverwaltung auf die Anfrage von Sebastian Schlüsselburg (Linke) nicht selbst durcharbeiten oder ausdrucken müssen, hier das Wesentliche: In Xhain und Mitte verschwindet relativ wenig. Die Beliebtheit von VW und Audi bei Dieben hat über die Jahre deutlich nachgelassen, Mercedes boomt zeitlos, Opel ist stabil unbeliebt, Tesla ebenso (German Reichweitenangst?!). Aufsteiger des vergangenen Jahres in der Diebstahlstatistik sind Kia, Ford, Toyota und Hyundai; Renault wird schon seit Jahren immer beliebter. Schadenssumme allein für die dauerhaft verschwundenen Pkw 2023: 163 Mio. Euro.
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Hier flattert, schillert, flirrt und tönt’s! Nachtwald, Vogelstimmen. Buntes Gewirr aus wunderlichen Tönen – Andrea Tarrodis „Paradiesvögel“ sind ein starker Auftakt für ein starkes Programm am 2.6., das sich die finnische Dirigentin Dalia Stasevska für ihr DSO-Debüt ausgesucht hat. Mit der Sopranistin Aphrodite Patoulidou ist ein weiterer Rising Star auf dem Programm. Beendet wird der Abend mit Sibelius Fünfter Symphonie.
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Die Vorbereitungen fürs 175. Jubiläum der Berliner Feuerwehr 2026 laufen auf Sparflamme. In der Senatsantwort auf eine Anfrage von Niklas Schrader (Linke) ist von den avisierten 8 Mio. Euro keine Rede, sondern nur noch von einer „Festlegung“ von 700.000 Euro. Dabei sind fürs Jubiläumsjahr nicht weniger als eine „Vielzahl von Veranstaltungen“ mit „erheblichem Einfluss auf die Außenwirksamkeit des Feuerwehrwesens vor allem in Berlin“ geplant. Strategische Ziele seien „der Aufbau einer attraktiven Arbeitgebermarke, die Etablierung niederschwelliger Zugangsmöglichkeiten zur Berliner Feuerwehr, Förderung und Unterstützung gesamtgesellschaftlicher Ziele zur Schaffung einer nachhaltigen und resilienten Zivilgesellschaft und die Förderung von Vielfalt und Inklusion zur Verbesserung des gesellschaftlichen Miteinanders. Auch Werte wie Toleranz, Fairness, Integration und Leistungsbereitschaft sollen durch die Veranstaltung vermittelt werden.“ Vorausgesetzt, beim Finanzsenator drückt niemand die Löschtaste.
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Die re:publica - das Festival für die digitale Gesellschaft - findet vom 27.-29. Mai in der STATION Berlin statt und steht in diesem Jahr unter dem Motto "Who cares?". Das Programm umfasst Vorträge, Workshops, Performances und vieles mehr mit über 1.000 Sprecher*innen. Mit dabei sind: Annalena Baerbock, Esra Karakaya, Karl Lauterbach, Stella Asagne, Steffen Mau, Teresa Bücker u.v.m.
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Wir müssen weiter über Geld reden. Der Sanierungsstau bei Berlins öffentlichen Gebäuden ist im vergangenen Jahr um fast eine halbe Milliarde auf 5,15 Mrd. Euro gewachsen – zzgl. 3 Mrd. für energetische Sanierungen sowie barrierefreien Umbau, wie aus einem Bericht der Finanzverwaltung an den parlamentarischen Hauptausschuss vorgeht. Dieselbe Verwaltung meldete am Freitag, dass die Steuerschätzung für Berlin in den kommenden beiden Jahren 362 Millionen Euro weniger Einnahmen ergibt. Bei gleichmäßiger Verteilung müssten die einzelnen Haushaltstitel womöglich um jeweils acht Prozent gekürzt werden. Im Gespräch mit meinem Kollegen Robert Kiesel für den heutigen Tagesspiegel positioniert sich Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) schon mal für die absehbaren Verteilungskämpfe: „In meinem Haus geht es immer um Menschen. Wer hier für das nächste Jahr hohe Beträge einsparen will, plant den sozialen Kahlschlag mit geschwungener Axt.“
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Zukunft ist Gegenwart, Zukunft hat Geschichte: Am 28. Mai startet die neue Veranstaltungsreihe „Zurück in die Zukunft! Visionen, Hoffnungen und Aufbrüche 1949-1989-2024“ der Deutschen Gesellschaft und der Bundesstiftung Aufarbeitung. Erkunden Sie Aufbruchsmomente und Zukünfte in der deutschen Zeitgeschichte.
Freier Eintritt.
Dienstag, 28. Mai, 18 Uhr, Bundesstiftung Aufarbeitung
Bobbi wird eingeschläfert – und hinterlässt zunächst keinen Erben. Das hat der SPD-Abgeordnete Jan Lehmann nach eigenem Bekunden vom Senat erfahren. Demnach soll der 2017 gestartete Verwaltungschatbot zum Jahresende abgeschaltet werden, wenn die Kooperationsvereinbarung zwischen der TU und dem IT-Dienstleistungszentrum des Landes ausläuft. Zurzeit werde ein Nachfolger gesucht, dessen Fähigkeiten irgendwo zwischen dem verdrucksten Bobbi und dem zum Dampfplaudern neigenden ChatGPT liegen sollen. 72.000 Sitzungen habe Bobbi im vergangenen Jahr absolviert. Fragen wir den Angezählten doch selbst: „Bobbi, warum wirst Du abgeschaltet?“ – „Leider habe ich zu Ihrer Frage keine passende Antwort gefunden. Könnten Sie vielleicht versuchen, Ihre Frage anders zu formulieren?“ Okay: „Wie lange gibt es Bobbi?“ – „Ich habe mehrere passende Dienstleistungen für Sie gefunden: Kraftfahrzeug – Wiederzulassung eines länger als 7 Jahre abgemeldeten Fahrzeugs. Auto abgeschleppt – Abholung von sichergestellten Fahrzeugen.“ Ach, Bobbi.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Die Lehrergewerkschaft GEW will die kurze Woche noch weiter verkürzen und ruft für morgen erneut zum Streik für kleinere Klassen auf. Also wieder einmal just während der Abiturprüfungen, weshalb der Rückhalt bei Schülern und Eltern weiter schwindet. Ein bisschen scheint es, als wären manche GEW-Leute gern Lokführer geworden.
Gefühlt haben sich die Meldungen über brachial geknackte Geldautomaten in jüngerer Zeit gehäuft, aber real ist die Zahl der Attacken schon seit 2021 auf relativ hohem Niveau – mit etwa 60 Taten pro Jahr – stabil. Das gilt auch für die Geräte selbst, denn in mehr als der Hälfte der Fälle erbeuteten die Täter kein Geld. Besonders ineffektiv sind Aufhebelversuche, aber auch die schadensträchtigen Sprengungen gehen meist daneben. Wie viel Geld erbeutet wurde, weiß die Polizei nicht. Immerhin wurde bisher niemand verletzt, teilt die Innenverwaltung auf Anfrage von Sebastian Schlüsselburg (Linke) mit.
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Zum 75-Jährigen des Grundgesetzes veranstaltet die Deutsche Gesellschaft e.V. am Mittwoch im Rathaus Schöneberg das Symposium „1949–2024–2049: Vergangenheit erinnern, Gegenwart meistern, Zukunft gestalten“. Auf einem der Podien diskutiert (ab 11.45 Uhr) Chef-Checkpointer Lorenz Maroldt mit Landeswahlleiter Stephan Bröchler, dem Extremismusexperten Hendrik Hansen und dem Publikum über die Europawahl in der von Radikalen herausgeforderten Demokratie. Der Eintritt ist frei, Anmeldeschluss ist heute. Weitere Infos inkl. Link zum Livestream gibt’s hier.
Es folgt ein organisatorischer Hinweis aus der CP-Wetterküche: Wenn die Krawalldemos am 1. Mai und der Karneval der Kulturen ihre Termine tauschen würden, bekämen die Randale-Revolutionäre den deeskalierenden Regen ab, der alle Jahre wieder auf den Umzug zu Pfingsten prasselt, während es am 1. Mai stets trocken bleibt, bis der Wasserwerfer kommt. 650.000 Menschen haben am Sonntag an der Strecke eine fröhliche, friedliche Zeit miteinander verbracht. Wenn Sie in Erinnerungen schwelgen oder sehen möchten, was Sie verpasst haben: Hier gibt’s die schönsten Fotos. Und wenn Sie sich fragen, ob der Regen am langen Wochenende wirklich nötig war: In manchen Kiezen war es der erste nach 32 Tagen.
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Es geht aufwärts in Berlin – mit der Zahl der Fahrraddiebstähle, wie unser wöchentlicher Klau-Counter zeigt: Demnach wurden in der vergangenen Woche 304 Fahrräder als gestohlen angezeigt (Vorwoche: 258). Das mit 10.000 Euro teuerste Rad verschwand am Graetschelsteig in Spandau; der Gesamtwert der 6819 seit Jahresbeginn geklauten Räder beläuft sich auf 8,6 Mio. Euro, wie die CP-Auswertung von Daten der Berliner Polizei ergibt. Auf unserer Fahrraddiebstahl-Karte sehen Sie, wie die Lage in Ihrem Kiez ist.
Falls Sie je darüber nachgedacht haben, sich oder Ihren Urenkeln einen Brockhaus zu gönnen, wäre jetzt die Gelegenheit: Die Bundestagsbibliothek versteigert die 24-bändige Enzyklopädie, 19. Auflage von 1994, „ungelesen, Seiten leicht vergilbt“ (Zoll-Auktion - 24 Brockhaus Enzyklopädie (ID 848595)). Gestern Abend stand die Auktion bei 32 Euro plus 15,72 Euro Porto. Wer seine Chancen verdoppeln will, kann auch für eine ebenfalls angebotene 25-bändige Meyers-Enzyklopädie von 1980 (Zoll-Auktion - 25 Meyers Enzyklopädisches Lexikon (ID 848599)) bieten.
Bei Christian Lindner soll gerade ein Kindersofa zu Geld gemacht werden, aber es läuft nicht gut. Das Bundesfinanzministerium versteigert ein abwischbares Kunstledermodell mit Sonnenblumenlehne (Zoll-Auktion - 1 Kindersofa -Twees- Motiv: Sonnenblume Lisa (ID 844251)) – portofrei zur Abholung, für die allerdings „aufgrund der Zutrittsbestimmungen persönliche Angaben eingereicht“ werden müssen. Wäre schön, wenn sich für die bis Donnerstagfrüh laufende Auktion noch ein Bieter fände, damit Lindner nicht schon wieder irgendeine Gemeinheit fordern muss, um die aufgerufenen 45 Euro reinzuholen.
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Der britische Militärhistoriker Jake Holliday hat bei einem Berlin-Besuch einige Fotos in der Friedrichstraße gemacht – aus jeweils derselben Perspektive wie Bilder vom 2. Mai 1945. Die Bilderpaare könnten ein Grund sein, mal wieder auf Xitter vorbeizuschauen.
Falls Sie am Donnerstagnachmittag noch nichts vorhaben, können Sie sich um 15 Uhr im Lustgarten neben dem Berliner Dom auf die Wiese legen und hoffen, dass Natascha Ochsenknecht Ihnen im Rahmen einer PR-Aktion ein kostenloses Eis vorbeibringt. Falls es von oben tropft und nach nichts schmeckt, kann es allerdings auch Wasser sein – die nächsten Tage sollen ziemlich gewittrig werden.
Zitat
„Sehr geehrter Herr Bürgermeister, in dem Bericht über die Goebbels-Villa sind Sie mehrmals zu sehen. Als Arzt fiel mir bei Ihnen die Hautveränderung an der linken Geheimratsecke auf. Bitte lassen Sie diese bei einem Hautfacharzt überprüfen.“
Aus dem Schreiben eines Mediziners an Stefan Evers (CDU). Seit der Finanzsenator im Abgeordnetenhaus und im Fernsehen erklärt hat, die leerstehende Goebbels-Villa in Wandlitz verschenken zu wollen, melden sich Medien und Interessenten aus aller Welt bei ihm – und eben der Arzt mit einem unerwarteten Rat.
Stadtleben
Verlosung – Geheimnisvoll: Das Musiktheaterstück „Ada Kaleh“ spürt einer versunkenen Donauinsel in Rumänien nach. Bis sie 1971 durch den Bau eines Staudammes fortgespült wurde, war die kleine Insel ein viel besuchtes Ausflugsziel; bis heute ist sie ein Sehnsuchtsort. Das Ensemble Die Ordnung der Dinge hat einen musikalischen Abend „am Rande der Erinnerung“ entwickelt, mit rumänischen Schlager und Soundaufnahmen aus dem Donaugebiet. Die Uraufführung ist am Donnerstag im Theater im Delphi, wir verlosen 2x2 Karten für die Vorstellung am Sonnabend (18 Uhr, weitere Aufführungen 24./26.5.). Was Sie am Grunde der Donau finden werden, dafür übernehmen wir allerdings keine Verantwortung. Reguläre Karten gibt es ab 12 Euro. Gustav-Adolf-Straße 2, S-Bhf Prenzlauer Allee
Trinken – Mit ihrer großen Fensterfront erinnert die Bar „Tier“ in Neukölln an Edward Hoppers berühmtes Gemälde „Nighthawks“. So leer wie auf dem Bild des US-amerikanischen Malers ist die Kiezinstitution aber selten. Das Setting ist minimalistisch-schummrig; neben dem Rückbuffet krault auf einem urzeitlichen TV-Gerät in Dauerschleife James-Bond-Bösewicht Ernst Stavro Blofeld seine weiße Perserkatze. Auf der kunstvoll gestalteten Karte stehen alte Bekannte, die klassisch oder nach Tier-Art interpretiert werden. Beispielsweise der Dolores, angelehnt an eine Margarita, der mit Tequila und Mezcal die doppelte Portion Charakter und Komplexität erhält und dank Chili schön auf der Zunge kribbelt. Obwohl auf der Partymeile Weserstraße gelegen, angenehm unaufgeregt. Tägl. ab 18 Uhr, Weserstraße 42, U-Bhf Rathaus Neukölln
Noch hingehen – Im Zentrum des Pantonale-Festivals steht ein oft unterschätztes Instrument: das Akkordeon. Am Freitag sind in der Philharmonie Berlin internationale Solist:innen mit dem Pantonale-Kammerorchester zu erleben (ab 18 Uhr). Die zehnte Ausgabe steht unter dem Motto „Friedenstraum“; benannt nach der Komposition „Peace Dream“ des spanischen Komponisten Gorka Hermosa, die dann zum Abschluss des Festivals neben mehreren anderen Werken uraufgeführt wird. Es spielen Musiker:innen u.a. aus der Ukraine, Russland, Republik Moldau, Spanien, Israel, Kroatien und Serbien. Karten ab 24 Euro, Herbert-von-Karajan-Straße 1, S-/U-Bhf Potsdamer Platz
Last-Minute-Kabarett – Nix ausgedacht, alles selbst erlebt – behauptet er zumindest: Christian Dolezal erzählt in „Herzensschlampereien“ freimütig von seiner Affäre und anderen Verwicklungen. So heißt sein erstes Solo-Kabarett-Programm, das heute Abend in der Bar jeder Vernunft seine Berlin-Premiere erlebt (20 Uhr). Es hat dem Schauspieler, Musiker und Gründungsmitglied der Elektro-Band Sofa Surfers prompt den Österreichischen Kabarettpreis 2023 eingebracht. Es geht, klar, um die skurrilen Momente bei der Suche nach Liebe – rasend komisch, solange man selbst nicht betroffen ist. Karten ab 12,90 Euro, Schaperstraße 24, U-Bhf Spichernstraße
Grübelstoff – Bücherfreund:innen kennen diesen kleinen Glücksmoment: Man steht ein bisschen blöd auf einer Party herum, kommt dann über einen Roman ins Gespräch, und ist plötzlich mittendrin in einer lebhaften Debatte, warum die Hauptfigur im dritten oder vierten Kapitel ausgerechnet diesen Typ ... Gehen Sie dann auch manchmal zu Hause gleich zum Bücherschrank oder wühlen Ihre E-Books durch, um die fragliche Stelle nachzulesen?
Kiekste
Kunst am Bau, Torgauer Straße, Lichterfelde. Dank gebührt Leserin Christel Klapötke! Weitere Bilder gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – A10 (Südlicher Berliner Ring): Im Schönefelder Kreuz wird am Morgen die Überleitung von der A10 Richtung Dreieck Werder auf die A13 Richtung Dresden bis voraussichtlich 21. Juni gesperrt.
A100 (Stadtring): Die Einfahrt Kurfürstendamm ist von der Auguste-Viktoria-Straße auf die A100 in Richtung Neukölln bis Mitte Juni gesperrt.
A100 (Stadtring): Die Auffahrt Buschkrugallee auf die Stadtautobahn wird in Richtung Schönefeld von 6 Uhr bis Ende Mai gesperrt.
A114 (Pankow-Zubringer): Bis zum Nachmittag wird die Einstreifigkeit in Fahrtrichtung stadtauswärts aufgehoben. Nun wird der Verkehr zweistreifig an der Baustelle zwischen Pasewalker Straße und Bucher Straße vorbeigeführt. Der linke Fahrstreifen ist verengt.
Waltersdorfer Straße (Bohnsdorf): Im Bereich der Spechtstraße regelt bis Mitte Juni eine Baustellenampel den Verkehr.
Holteistraße (Friedrichshain): Bis Anfang Juni ist es nicht möglich, von der Boxhagener Straße nach links oder rechts in die Holteistraße abzubiegen (Einbahnstraße).
Wandlitzstraße (Karlshorst): Bis Ende Mai ist die Straße in beiden Richtungen zwischen Wildensteiner Straße und Treskowallee für den Kfz-Verkehr gesperrt.
Spindlersfelder Straße (Köpenick): Auf der Straße steht ab dem Morgen bis Mitte Juni in Richtung An der Wuhlheide nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Auch die Rampen von/zu der Oberspreestraße sind auf einen Fahrstreifen verengt.
Mehringdamm (Kreuzberg): An der Kreuzung Obentrautstraße ist das Rechtabbiegen in die Obentrautstraße bis Anfang Juni nicht möglich.
Landsberger Allee (Lichtenberg): In Höhe Arendsweg ist die Fahrbahn bis Ende Mai auf zwei Fahrstreifen verengt.
Alexanderstraße (Mitte): In Richtung Grunerstraße ist die Fahrbahn zwischen Magazinstraße und der Einfahrt in das Parkhaus Alexa bis Anfang August auf einen Fahrstreifen verengt.
Stiftsweg (Pankow): Die Straße ist wochentags von 7-17 Uhr (freitags bis 15 Uhr) in beiden Richtungen zwischen Mendelstraße und Damerowstraße für den Kfz-Verkehr gesperrt. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Mitte Juli an.
Landsberger Allee (Prenzlauer Berg): Stadtauswärts ist im Stauraum der Kreuzung Storkower Straße die Fahrbahn bis Ende August auf zwei Fahrstreifen reduziert.
Friedrich-Engels-Straße (Rosenthal): Bis 30. Mai gibt es zwei provisorische Bushaltestellen, an diesen Stellen steht für beide Fahrtrichtungen nur ein gemeinsamer Fahrstreifen zur Verfügung.
Hauptstraße (Rummelsburg): Stadteinwärts gibt es zwischen Schlichtallee und Karlshorster Straße bis Anfang Juni nur einen Fahrstreifen.
Bundesallee/Volksparksteg-Brücke (Wilmersdorf): In beiden Richtungen kommt es heute und Mittwoch tagsüber zu Fahrbahneinengungen.
Joachimsthaler Straße (Wilmersdorf): Von 20 bis 4 Uhr steht in Richtung Hardenbergplatz hinter der Lietzenburger Straße nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Oranienburger Straße (Wittenau): Bis 31.Mai finden, jeweils nachts von 21-4 Uhr, Bauarbeiten auf der Oranienburger Straße statt. Stadteinwärts steht in Höhe Blunckstraße nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Regionalverkehr – FEX: Bis Mittwochmittag werden die meisten Züge dieser Linie zwischen Gesundbrunnen und Flughafen BER über Lichtenberg (zusätzlicher Halt) umgeleitet. Der Halt in Ostkreuz fällt aus.
RE7: Von 5 Uhr bis Donnerstag, 17 Uhr, fallen die Züge dieser Linie zwischen Ostbahnhof und Königs Wusterhausen aus.
RB14: Die meisten Züge dieser Linie fallen bis 7. Juni zwischen Jungfernheide und Südkreuz aus.
Demonstration – Für heute sind 17 Demos angemeldet (Stand 20.5., 13.30 Uhr), u.a. „Besser ohne Gift – Schluss mit Pestiziden“: 20 Teilnehmende, BUND, Wilhelmstraße 54 (9.30-11.30 Uhr)
„Human Rights Defender“: 100 Menschen, Bangladesh-German Human Rights Defender, Tiergartenstraße 17 (10-14 Uhr)
„Mahnwache für Europa – Geh Wählen“: zehn Teilnehmende, Omas gegen Rechts, Berlin, Breite Straße 20 (15-17 Uhr)
„Klimaschutz ins Grundgesetz! (...)“: 30 Demonstrierende, Bürgerbegehren Klimaschutz, Leipziger Straße (16.30-17.30 Uhr)
„Demo gegen den Stammtisch der AfD“: 40 Protestierende, Bündnis Reinickendorf gegen rechts, Eichborndamm (18.30-20.30 Uhr)
Gericht – Weil er einen Zwölfjährigen auf einem Weihnachtsmarkt mit einem Messer oder spitzen Gegenstand bedroht, zum Mitkommen gezwungen und dann in einer Wohnung missbraucht haben soll, wird einem 24-Jährigen der Prozess gemacht (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal B 219).
Universität – Die Ringvorlesung „Hinter dem Bauzaun – Schätze des Vorderasiatischen Museums neu entdeckt“ der FU widmet sich den Objekten, die man wegen der Schließung des Museums für eine lange Zeit nicht zu Gesicht bekommen kann. Dazu gehören Highlights wie das Ischtar-Tor aus Babylon, aber auch auf den ersten Blick unscheinbare Objekte. Heute geht es um die Hadad-Statue aus dem Königreich von Sam'al (18.15 Uhr). Habelschwerdter Allee 45 (Hörsaal 1b)
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Aymen Barkok (26), marokkanisch-deutscher Fußballprofi, spielt bei Hertha BSC, ausgeliehen von Mainz 05 / Christopher Förster (38), Politiker (CDU), MdA / Walter Homolka (60), Professor für Jüdische Theologie an der Universität Potsdam, bis 2023 Rektor des Abraham Geiger Kollegs / „Hallo Jan! Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Feier schön mit Luna. Auf ein schönes und erfolgreiches neues Lebensjahr. B+U.“ / „Liebe Roswitha, alles Gute zum Geburtstag, vor allem Gesundheit und Spaß an vielen gemeinsamen Unternehmungen wünscht Renate“ / Gunda Schumann (70), Rechtsanwältin, Soziologin, Autorin („An der Front des Patriarchats“, mit R.-M. Giesen), „unermüdliche feministische Aktivistin – alles Liebe zum Geburtstag und weiter viel Power!“ / Ruppert Stüwe (46), Politiker (SPD), MdB / Julia Thurnau (50), Schauspielerin, Regisseurin und bildende Künstlerin beim Kollektiv ClaudeHilde, aktuell spielt sie mit Margarita Breitkreiz die soziale Skulptur „Artist at Work“ an der Volksbühne / Katharina Friederike Wagner (46), Opernregisseurin, Honorarprofessorin für Regie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin / Bodo Wartke (47), Musik-Kabarettist, Liedermacher und Schauspieler, tritt am 9. Juni mit Band im BKA-Theater auf
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Hadice Ayhan, * 17. Oktober 1974, Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie / Joachim Junge, * 21. April 1937 / Michael Mackenroth, * 20. März 1942, verstorben am 7. Mai 2024, Regisseur / Claus-Wolfgang Schmidt, * 6. Januar 1946
Stolperstein – Fritz Ausländer (*1885) arbeitete als Studienrat und Lehrer, u.a. am Köllnischen Gymnasium Berlin, einer Modellschule, in der die Schüler:innen auch Methoden demokratischer Selbstverwaltung erlernten. Er war befreundet mit Karl Liebknecht, 1928 wurde er in den Preußischen Landtag gewählt. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde er mehrfach festgenommen und war in verschiedenen Lagern inhaftiert. Als er 1943 fürchtete, erneut verhaftet zu werden, nahm er sich am 21. Mai 1943 das Leben. An Fritz Ausländer erinnert ein Stolperstein im Erholungsweg 14 in Tegel.
Encore
Die 27-jährige Anna Dübbelde ist „Camper des Jahres“, meldet der ADAC. Die Berlinerin habe in Brandenburg den regionalen Vorentscheid gewonnen, für den u.a. „eine Punktbremsung auf einer rutschigen Fläche, ein kniffliges Camping-Quiz, der Abbau eines Wurfzeltes gegen die Zeit, das präzise Schätzen der Breite des eigenen Wohnmobils“ sowie Rückwärts-Slalom und Einparkmanöver zu meistern waren. Die Siegerin könne nun im September in Düsseldorf „ihr Können gegen die besten Camper und Camperinnen aus ganz Deutschland unter Beweis stellen“.
Kämpfer des Tages für diesen CP waren Florian Schwabe (Recherche), Antje Scherer (Stadtleben) und Jasmine Dellé (Frühproduktion). Morgen zieht hier Robert Ide die Heringe aus dem Sumpf.