es beginnt die Woche der Wahrheit: Halten die SPD-Mitglieder in ihrer Mehrheit zu Franziska Giffey („Ich glaube, jetzt steht an, dass Berlin mich braucht“) – oder lehnen sie die Koalition mit der CDU ab und stürzen damit auch ihre Vorsitzende? Die Abstimmung läuft noch bis Freitag.
Grüne und Linke bezirzen die Genossen wie die Sirenen aus der griechischen Mythologie: „Rot-Grün-Rot fehlt es weder an der parlamentarischen Mehrheit noch an gemeinsamen Inhalten“, locken die Noch-Senatsmitglieder Daniel Wesener und Katja Kipping in einem Beitrag für den Tagesspiegel (hier zu lesen). Was jedoch fehlt, ist ein Odysseus, der sich ihnen hingibt. Giffey hat sich Wachs in die Ohren gestopft und an Kai Wegner gefesselt. Ansonsten ist bei der SPD niemand in Sicht, der oder die über Bord springen und einen rot-grün-roten Senat anführen könnte. Die schwarze Galeere mit ihrem sozialdemokratischen Antrieb hat den Hafen von Bullerbü längst verlassen. Wer jetzt noch zurückrudern will, riskiert nur den eigenen Untergang.
Käpt’n Kai schwört unterdessen auf den Mythos einer schwarz-roten Klima-Koalition: „Höchste Priorität“ habe der Klimaschutz, sagte er gestern dem Tagesspiegel. Der Weltenrettung steht für ihn nur die „Letzte Generation“ im Weg: „Wer den Menschen seinen Willen aufzwingen will, wird niemals Erfolg haben.“
Aber jetzt mal konkret: Wieviel Grün steckt denn nun in Schwarz-Rot? Für unseren Checkpoint-Podcast „Berliner & Pfannkuchen“ haben wir das detailliert gecheckt (hier nachzuhören). Der frühere Innenminister Thomas de Maizière würde wohl sagen: „Ein Teil dieser Antworten könnte die Bevölkerung verunsichern.“ Einiges kam uns jedenfalls gleich bekannt vor (und war tatsächlich weitgehend kopiert) – anderes fehlt komplett, wie zum Beispiel: ausgerechnet das Auto, im Wahlkampf für die CDU noch ein Fetisch und für die SPD eine notwendige Üblichkeit. Wir hatten Sie in der vergangenen Woche gefragt, wie oft das Auto im neuen Koalitionsvertrag wohl vorkommt, und das ist tatsächlich kein einziges Mal („Autobahndreieck Funkturm“ nicht mitgerechnet).
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Unser Kollege Nikolaus Bernau hat auch etwas im Koalitionsvertrag entdeckt – und zwar: eine Bildungslücke: „Nichts ist darin zu lesen vom Neu- oder Erweiterungsbau für die Zentral- und Landesbibliothek. Dabei wird er seit mehr als einem halben Jahrhundert immer wieder von Senaten und Abgeordneten versprochen, als das wichtigste Projekt der Berliner Bildungspolitik seit 1990“, schreibt er heute im Tagesspiegel.
Wir haben mal nachgeschaut, und tatsächlich: Zumindest in den vorherigen drei Koalitionsverträgen war der Bau drin:
2011 (Rot-Schwarz): „Wir werden die Zentral- und Landesbibliothek am Standort Tempelhof realisieren.“
2016 (Rot-Rot-Grün): „Mit der Zusammenführung der Zentral- und Landesbibliothek wird die Koalition ein deutliches Zeichen für die kulturelle Bildung und lebenslanges Lernen in der Stadt setzen. Die Koalition wird über den Standort unter Berücksichtigung partizipativer Prozesse entscheiden.“
2021 (Rot-Grün-Rot): „Die Koalition wird die Planung des Neubaus einer Zentral- und Landesbibliothek 2026 beginnen.“
2023 (Schwarz-Rot): Nada, niente, nichts.
Apropos Bildung: „Falls es doch wieder zu Rot-Grün-Rot kommt: Würden Sie der SPD zum Bildungsressort raten?“, hat unsere Schulexpertin Susanne Vieth-Entus die SPD-Schulexpertin Maja Lasić gefragt. Deren offenherzige Antwort: „Nein, das würde ich nicht. Es ist an der Zeit, dass jemand anderes Verantwortung trägt.“ Es kommentiert die amtierende Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse von der SPD: „Wer soll es denn besser machen als ich?“
Wegen der Turbulenzen in der Jungen Union pfeift jetzt auch dem CDU-Landesvorsitzenden und möglichem Regiermeister Kai Wegner der Wind um die Ohren – im Mittelpunkt steht sein Abgeordneter Lucas Schaal, bundesweit bekannt geworden als einziger CDU-Direktmandatsgewinner in der ansonsten grün dominierten Berliner Innenstadt. Wegners Mann aus Mitte will mit allen Mitteln an die Macht, auch in der JU: Er bedroht Parteifreunde (Checkpoint vom 13.4., hier nachzulesen) und unterbindet Abstimmungen, wenn er seine Mehrheit in Gefahr sieht.
Jetzt hat Schaal, nebenbei Referent von Friedrich Merz, erstmals direkt den Berliner CDU-Vorstand und damit auch Kai Wegner in seine Aufstiegsintrigen eingebunden: Auf Schaals Antrag hin stoppte das Landesparteigericht wegen behaupteter Formfehler kurzfristig die JU-Landeskonferenz, auf der sich Schaal zum Vorsitzenden wählen lassen wollte – sich aber der Mehrheit der Delegierten wegen seiner Drohgebärden nicht mehr sicher war.
Parteifreunde bescheinigen Schaal eine ausgewachsene politische Paranoia. So wird berichtet, der Abgeordnete habe bei einem Treffen der JU-Kreisvorsitzenden in der vergangenen Woche eine Teilnehmerin angeherrscht, sie bedrängt und aufgefordert, ihm ihr Handy zu zeigen – er unterstellte ihr, Tonaufnahmen gemacht zu haben.
Dass Schaal es als JU-Kreisvorsitzender von Mitte selbst mit einer Wahlanfechtung zu tun hat, konnte er bisher unterm Deckel halten. Der Vorwurf: Eine Manipulation zu Schaals Gunsten bei der Wahl seiner Stellvertreter. Anders als bei der Entscheidung des Landesparteigerichts, die JU-Landeskonferenz binnen Stundenfrist zu stoppen, liegt die Anfechtung in Mitte seit Februar bei Schaals Kreisparteigericht auf Eis.
Politisch kommt Wegner die Aufmerksamkeit für Schaal ungelegen: Der heutige Abgeordnete kokettierte früher gerne mit Rechtsaußenpositionen. Bei einer Bootsfahrt des Vereins zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und der bürgerlichen Freiheiten plauderte Schaal, damals bereits Mitarbeiter von Friedrich Merz, angeregt mit David Bendels – der Vereinsgründer war aus der CSU ausgetreten, weil sie ihm „zu links“ war. Stattdessen begann er, mithilfe anonymer Großspender die AfD zu unterstützen.
Übrigens: Wegner hatte sich zur Landeskonferenz seiner Rasselbande entgegen sonstigen Gepflogenheiten gar nicht erst angekündigt.
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Jetzt im Kino! Der neue Film von Christian Petzold (»Großer Preis der Jury«, Berlinale 2023).
Ein Sommer an der Ostsee, ein abgelegenes Ferienhaus: Vier junge Menschen erleben schwebende, wie aus der Welt gefallene Tage. Und wie ein Funke genügt, um die ausgetrockneten Wälder um sie herum in Brand zu setzen, geschieht es den jungen Menschen mit ihren Gefühlen und Hoffnungen, mit der Liebe.
Lange nichts mehr gehört in der Sache Jens Riewa – Sie erinnern sich?Der stets so seriös wirkende Chefsprecher der ARD-„Tagesschau“ ging gerichtlich gegen uns vor, weil wir in einem Nebensatz erwähnt hatten, dass er vor bald 20 Jahren bei einem Eishockeyspiel in Ingolstadt ziemlich unfein „Scheiß Iserlohn!“ ins Stadionmikro gerufen haben soll. (Die ganze Geschichte finden Sie hier.) Riewa bestritt den Vorfall, obwohl er sich damals nach einem Rüffel der ARD für sein „unsportliches, unhöfliches und herablassendes Verhalten“ entschuldigt hatte. Das Berliner Landgericht zweifelte folglich an seinem Dementi – und hielt „eine eigene eidesstaatliche Versicherung für erforderlich“. Doch anstatt diese zu liefern, zogen Riewas Anwälte ihren Antrag auf Erlassen einer einstweiligen Verfügung zurück und kündigten beleidigt an, „sogleich in die Hauptsache“ zu gehen, also: zu klagen.
Das war am 19. Januar, also vor einem Vierteljahr. Seitdem öffnen wir jeden Tag mit zittrigen Händen die Post – aber außer Reklame, ein paar Rechnungen und dem ganzen Rest war nichts mehr von Riewa dabei. Und auch auf der Geschäftsstelle des Landgerichts ist keine Klage bekannt. Liegt‘s an der schlampigen Post? Wird Riewa vergesslich? Macht sein Anwalt ein Sabbatical? Oder ist mal wieder Berlin schuld? Die Gerichtsregistratur ist mit der Erfassung von Klagen in Berlin immerhin vier Wochen im Rückstand – aber: nicht drei Monate.
Um den störrischen Esel vom Eis zu holen, hier ein Vorschlag zur Güte: Jens Riewa verkündet in der Tagesschau vor dem Wetterbericht in eigener Sache, dass er niemals „Scheiß Iserlohn!“ gerufen hat, und wir erklären Riewa im Checkpoint zum „Berliner des Jahres“. Und dann begießen, sorry: beschließen wir die Sache bei einer schönen Flasche Checkpoint-Wein. Deal?
Ach, und falls Sie mit anstoßen wollen: Unseren Checkpoint-Wein (Grauer Burgunder / Spätburgunder) können Sie hier bestellen.
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expansion.space präsentiert drei Abende mit Präsident Barack Obama in Europa. Jeder Abend eröffnet mit einer Reihe von kuratierten Begegnungen in denen die Redner und Performer Themen wie Kreativität, gesellschaftliches Engagement, Leadership und Transformation durch Handeln diskutieren, um die Bühne für ein moderiertes Gespräch mit Präsident Obama zu bereiten. Seien Sie dabei!
Mit Ihrem Plus-Abo können Sie heute außerdem u.a. folgende Texte lesen:
Die neue Koalition will nur „das Beste für Berlin“. Sagt sie jedenfalls. Aber wer sind eigentlich die Besten in Berlin? Wir haben für Sie die 100 wichtigsten Köpfe der Berliner Wirtschaft ausfindig gemacht. In einer großen Serie, die heute beginnt, stellen wir sie Ihnen vor.
Hauptstadt ist dreifach denkmalgeschützt: Es gibt die untere, die obere und die oberste Denkmalschutzbehörde. Da fällt es leicht, für alles zuständig, aber für nichts verantwortlich zu sein – ein Musterbeispiel aus der dysfunktionalen Berliner Verwaltung.
Berliner Verkehrsunfälle, aufgeschlüsselt nach den Bezirken: Stefan Jacobs hat sich genau angeschaut, wo es besonders oft kracht, wo eher selten – und wo es die meisten Verletzten gibt.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Wir machen weiter mit der Rubrik „Verstörende Schlagzeilen“, heute: „Union will Deutsche Bahn zerschlagen“ – tja, und wir dachten immer, die ist schon kaputt.
Apropos Bahn und kaputt: „BVG hinkt ihren Aufzugsplänen hinterher“ ist zwar eine aktuelle Meldung, die aber wegen ihrer bildhaften Korrektheit und der traditionellen Verschiebung der versprochenen Barrierefreiheit bei uns auf der „Alle Jahre wieder“-Taste liegt.
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Unser Frühlings-Deal: Lesen Sie den Tagesspiegel ein Jahr lang als digitale oder als gedruckte Zeitung, inklusive Tagesspiegel Plus und Checkpoint-Newsletter, und wir schenken Ihnen einen Gutschein im Wert von 250 € für Stadler, Deutschlands größtes Zweirad-Center. Dort finden Sie alles fürs Fahrrad, Fitness und Motorrad. Zum Angebot
Und damit zum Sport (wo es ähnliche Phänomene gibt):
– „Pal Dardai soll Hertha retten“ (5. Februar 2015).
– „Pal Dardai soll Hertha retten“ (25. Januar 2021).
– Pal Dardai soll Hertha retten“ (16. April 2023).
Es kommentiert Micky Beisenherz: „Dardai sein ist alles.“
802,60 Euro kostet es, vier Tage lang einen Panzer vor der russischen Botschaft zu parken – einen entsprechenden Gebührenbescheid hat das BA Mitte jetzt den Initiatoren der politischen Kunstaktion zugestellt (hier der Bericht der B.Z.). Einer von ihnen, Enno Lenze, rät deshalb: „Wenn ihr etwas macht und schon ahnt, dass es potenziell Ärger gibt, nehmt dafür ein diplomatisches Fahrzeug!“ Wir empfehlen einen Anwohnerparkausweis – auf den wartet man in Mitte zwar ein paar Monate, dafür kostet er im Jahr aber auch nur 10,20 Euro. Der Panzer muss allerdings ein amtliches Kennzeichen tragen.
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Entdecken Sie Berlin von der kulinarischen Seite mit unserem Restaurant-Scheckheft 2023. Das Beste: Beim Kauf von Artikeln des Tagesspiegel-Verlags erhalten Sie ab einem Bestellwert von 40 Euro das Scheckheft kostenlos dazu!
Kettensägenmassaker in Prenzlauer Berg: Weil sie die unheilbare und auch für Menschen gefährliche Rußrindenkrankheit haben (Achtung, Sporen!), werden im Anton-Saefkow-Park 130 Ahornbäume gefällt. Servicehinweis für Neuberliner: Nur Beschwerden gehen bei Berliner Grauflächenämtern nicht ein.
In der Kreuzberger Falckensteinstraße hat sich eine Künstlerin mit Koffern, Kartons und einem Schild mit der Aufschrift „Suche Wohnung“ hinter dem Schaufenster einer Galerieeingerichtet – eine demonstrative und zugleich verzweifelte Performance. Ob’s hilft? Vielleicht haben Sie ja noch ganz andere Tricks, wie Sie einen Vermieter von sich überzeugen konnten – wir suchen jedenfalls nach ausgefallenen, lustigen, schönen oder auch peinlichen Bewerbungen, mit denen Sie eine Wohnung bekommen haben. Zuschriften bitte an checkpoint@tagesspiegel.de.
Alles andere als „Amt, aber glücklich“ ist unsere Leserin Yvonne Hillmann – sie schreibt:
„Ich habe 4 Tage lang versucht, einen Termin beim Bürgeramt zu bekommen, da meine Zwillinge 16 Jahre alt geworden sind und einen Personalausweis brauchen. Weder online noch über die 115 ist es mir gelungen. Da ich ab Montag wieder arbeiten muss, kann ich nicht weiter auf Terminjagd gehen. Für jeden Hinweis, wie es andere geschafft haben, bin ich sehr dankbar!“
Na, vielleicht kann ja mal wieder Kevin Hönicke helfen – als Ex-Botschafter Wolfgang Ischinger sich per Twitter über das gleiche Problem beklagte, war der Stadtrat ja auch gleich zur Stelle. Wir vermitteln gerne einen Kontakt.
Zitat
„Füüüüt füüüüt füüüüt füüüt. Ziemlich simpel, aber unwiderstehlich für Nachtigall-Weibchen, wer das füüüüt richtig sauber vom Blatt singt, hat gute Karten.“
Die Biologin Caroline Ring verrät im Interview mit Kerstin Decker die letzten Geheimnisse der Vogelhauptstadt Berlin – zum Beispiel das: „Ein Grünspecht hat das Finanzamt durchlöchert.“ Da gibt’s für das Haushaltsloch also endlich auch eine Erklärung.
Tweet des Tages
Seit Mitternacht drehen die Windräder schneller, um die fehlende Kernenergie auszugleichen. Damit wird die Erdrotation noch stärker gebremst als bisher. Ich hoffe, wir liegen auf der Sonnenseite, wenn die Erde zum Stillstand kommt.
Stadtleben
Essen & Trinken – Das „Puffle Bees“ beschreibt sich selbst als erstes Berliner Food Lab. Das ständig wechselnde Menü bringt mit verschiedensten Desserts, Kuchen und kunterbunten Getränken vorwiegend Nachkatzen an den Tisch. Dabei wird vor allem auf Fusion-Küche und Food-Trends gesetzt, beispielsweise Croissants aus dem Waffeleisen oder koreanische Egg-Drop-Sandwiches. Das Café eignet sich zudem auch gut als Co-Working Space. Mo-Fr 10-19, Sa/So 9-19 Uhr. Brunnenstraße 165, Mitte, U-Bhf Rosenthaler Platz
Noch hingehen – Die Galerie Hennwack auf der Steglitzer Albrechtstraße 111-112 zeigt noch bis zum 22. April Kunst jüdischer Frauen aus dem 20. Jahrhundert. Die Ausstellung „Schön bist du meine Freundin“ umfasst Gemälde, Grafiken und Skulpturen von neun Künstlerinnen, die sich selbst und ihre Umwelt in ihrem gestalterischen Handwerk widerspiegeln – vom Abgrund der Shoah, über Exil und Widerstand bis zur Frauenbewegung der zweiten Jahrhunderthälfte. Der Eintritt ist frei. Di-Fr 14-18, Sa10-14 Uhr. S/U-Bhf Rathaus Steglitz
Karten sichern – Der Stichtag für das deutsche Kinder- und Jugendtheater-Treffen „Augenblick mal!“ rückt näher! Vom 21. bis 26. April zeigt die Biennale des Theaters für junges Publikum zehn Inszenierungen ab vier Jahren. Die dargestellten Künste werden in Form von Performance, Tanz, Musik und Objekttheater realisiert und eröffnen einen kinderfreundlichen kulturpolitischen Diskurs über Themen wie die Pandemie, die Klimakrise oder die Verteilung von Reichtum in der Gesellschaft. Den Spielplan finden Interessierte hier. Wir verlosen 3x2 Tickets für „Bambi & die Themen“ im Atze-Musiktheater am Sonntag, den 23. April. Luxemburger Straße 20, Wedding, U-Bhf Amrumer Straße
Freistart sichern – Am 13. Mai beherrschen Läuferinnen den Tiergarten. Unter dem Motto „Sei du selbst“ findet der diesjährige KoRo Charity-Frauenlauf statt. Beim Laufen, Walken oder Nordic Walking setzen sich Frauen und Mädchen allein oder im Team für den Kampf gegen den Krebs in Bewegung. Mehrere Bands sorgen über die Strecke von fünf oder zehn Kilometern hinweg für den nötigen Ansporn. Eine Übersicht finden Sie unter diesem Link. Bereit? Wir verlosen fünf Freistarts.
Grübelstoff – Die Berliner Osterferien sind vorbei. Statt auf dem Spielplatz zu spielen, in den Freizeitpark zu gehen oder den Bauernhof zu besuchen, geht es zurück in die Schule oder an den Schreibtisch. Ein Grund im Reisekalender zu blättern: An welchen Urlaub werden Sie sich immer erinnern?
Kiekste
„Irgendwann um 1993 in meinem alten Prenzelberger Kiez rund um die Rykestrasse. Als es noch kein WhatsApp für Geburtstagswünsche gab und Kartoffelbrei und Yogitee noch nennenswerte Lebenswünsche waren“, schreibt uns Leserin Dorothea Köhler. Vielen Dank für diese kleine Zeitreise! Ihre Fotos erreichen uns per Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Berlin heute
Verkehr – A100: Sperrung der Autobahn in Richtung Dreieck Neukölln von 21 bis 5 Uhr zwischen der Anschlussstelle Hohenzollerndamm und dem Kreuz Schöneberg (Sperrungen der ersten Zufahrten ab 20 Uhr).
Kottbusser Damm (Kreuzberg): In beiden Richtungen steht in Höhe der Kottbusser Brücke jeweils nur ein Fahrstreifen zur Verfügung (für etwa eine Woche).
Hauptstraße (Rummelsburg): In Richtung Markgrafendamm ist die Fahrbahn vor der Anbindung Kynaststraße auf einen Fahrstreifen verengt (bis Anfang Mai).
Tempelhofer Damm (Tempelhof): Zwischen Ordensmeisterstraße und Friedrich-Wilhelm-Straße ist die Fahrbahn auf einen Fahrstreifen verengt (bis Anfang Juni).
Nahverkehr – U5: Pendelverkehr zwischen Kaulsdorf-Nord und Hönow mit Umstieg am U-Bhf Cottbusser Platz (bis 19. Juni).
S41/42 und S8: Pendelverkehr im 20-Minutentakt von 22 bis 1.30 Uhr zwischen Greifswalder Straße und Schönhauser Allee.
Demonstration – Für heute sind 26 Demonstrationen (Stand 16.4., 14 Uhr) angemeldet, u.a. „Internationaler Tag der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Protest gegen Freihandelsabkommen Mercosur-EU”: 20 Teilnehmende, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V., Scharnhorststraße 37 (10.30-12.30 Uhr)
„Christian Lindner: Lassen Sie sich nicht vor den Karren der Finanzlobby spannen.“: Zehn Demonstrierende, Bürgerbewegung Finanzwende, Lindenstraße 14 (17.15-19 Uhr)
„Gedenktag der Palästinensischen Häftlinge in israelischen Gefängnissen”: 80 Menschen, Verband der palästinensischen und arabischenVereine und Institutionen in Berlin, Pariser Platz 7 (17.30-19 Uhr)
„80.000 Menschen fordern den sofortigen Rücktritt der Bundesregierung wegen Amtsmissbrauch und Beteiligung an dem größten Verbrechen an der gesamten deutschen Bevölkerung”: 20 Personen, Spreeweg 1 (17.30-20 Uhr)
„Basis ohne Substanz. Mit den Rechten tanzt man nicht!“: 90 Protestierende, Helmholtzplatz 1 (17.45-18.45 Uhr)
Gericht – Der Prozess um einen mutmaßlich rassistischen Angriff auf eine türkischstämmige Jugendliche gegen drei Frauen und drei Männer geht weiter. Zwei 55- und 25-jährige Frauen sollen die damals 17-Jährige in einer Tram rassistisch beleidigt haben. Nach Verlassen der Bahn sei die Jugendliche von zwei 55- und 34-jährigen Frauen verprügelt und verletzt worden. Mitangeklagte hätten die Angreiferinnen angefeuert (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal B 129).
Universität – Das Heiner Müller Archivs/Transitraum der Humboldt-Universität und das Literaturforum im Brecht-Haus laden seit heute zur Ausstellung „Darf ich Ihnen mein Herz zu Füßen legen?“, die mit Beiträgen von Zeitzeug:innen an Heiner Müller erinnern. Der deutsche Dramatiker hat sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als einer der wichtigsten deutschsprachigen Dramatiker einen Namen gemacht und zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerpersönlichkeiten der DDR.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Norbert Bolz (70), Medien- und Kommunikationstheoretiker / Maurice Covic (25), Mittelfeldspieler bei Hertha / „Dem immer fleißigen Micky Hauft alles Liebe von deinen Womofreunden.“ und „Für den besten fürsorgenden Ehemann Michael Hauft, die liebevollsten Grüße und Wünsche zum Geburtstag von der humpelnden Ehefrau, die dich gerne wieder auf lange Radtouren schicken und bei den Hunderunden entlasten möchte.“ / Kim Fisher (54), Sängerin, Schauspielerin und Moderatorin / „Liebe Inge Gärtner-Roloff, herzlichen Glückwunsch zu Deinem 76. Geburtstag von Deinen Berliner Freunden“ / Anna Gerhardt (25), Mittelfeldspielerin beim 1. FFC Turbine Potsdam / „Gischen und Juttchen, da ist die Null. Willkommen im Club. Alles Liebe“ / Klaus-Dieter Gröhler (57), ehem. für die CDU im BT / Monika Hauff (79), Sängerin / Rolf Schneider (91), Schriftsteller, Regisseur und Journalist / Anja Silja (83), Opernsängerin (Sopran) / Jörg Stroedter (69), für die SPD im AGH / David Wagner (52), Schriftsteller / Nachträglich: „Sabine gratuliert Jürgen nachträglich.“
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Gestorben – Jörg-Konrad Becker, * 3. Juni 1941, Rechtsanwalt und Notar a.D. / Helene Bode, * 20. Oktober 1935, Rechtsanwältin / Kazuko Großkopf, geb. Tomobe, * 14. August 1944 / Angelika Herbst, geb. Glenz, * 31. Mai 1945 / „Anneliese Müller, Lehrerin, * 25. Januar 1945, starb am 13. April 2023. Das Leben meinte es nicht immer gut mit ihr, sie trug das immer ohne Klagen mit großer Tapferkeit. Wir vermissen Dich sehr.“ / Ludwig A. Rehlinger, * 23. September 1927, Senator a.D. / Siegfried Thiel, * 15. Dezember 1930
Stolperstein – Hedwig Bloch (geb. Mayer, 1875) wohnte mit ihrem Ehemann Julius Bloch in der Sybelstraße 41 in Charlottenburg. Sie war als Haushaltshilfe tätig. 1942 wurde das Ehepaar von der Geheimen Staatspolizei abgeholt und im selben Jahr nach Theresienstadt deportiert. Heute vor 80 Jahren wurde Hedwig Bloch ermordet. Ihr Mann starb zuvor offiziell an „Darmkatarrh“.
Encore
„Lage spitzt sich zu: Döner kostet in erster Großstadt knapp 30 Euro“, meldet alarmiert das Stadtmagazin „Karlsruhe Insider“ (!) über einen Laden in Bochum (!!), der „Wagyu-Rinder“ verhackstückt (?) und dafür 29,90 Euro verlangt. Damit wird der Adlon-Döner („Kalbsrückenstreifen, Trüffelcrème, frische Trüffel, mariniertes Kraut“) zwar um 90 Cent übertroffen, aber den teuersten Döner Deutschlands gibt’s dann doch in München bei „Hans Kebab“: Gefüllt mit „Kagoshima Wagyu Short Rib, Pastinaken-Zwiebelpüree, Wakame-Trüffelvinaigrette und hausgemachter Joghurt-Mandelsauce“ kostet der gefüllte Fladen hier 35 Euro.
Sehr geschmackvoll recherchiert hat heute Thomas Lippold, das Stadtleben wurde Ihnen serviert von Sophie Rosenfeld. Produktion: Kathrin Maurer. Und morgen früh weckt Sie hier Robert Ide mit den besten Nachrichten aus Berlin. Bis dahin,
