wir beginnen heute mal der Vorweihnachtszeit gemäß mit einer kleinen Portion Senatsspekulatius – und spielen gleich auch noch ein bisschen Koalitionsvertrags-Memory. Zum Senat: Die Linke hat nach der Abgangsankündigung von Elke Breitenbach (CP v. gestern) erst gar keine Lücke entstehen lassen – und präsentiert gleich eine prominente Nachfolgerin: Katja Kipping. Ob die Nominierung der Ex-Parteivorsitzenden für den Senat das linke Lager der Linken (was es nicht alles gibt) mit der alt-neuen Koalition versöhnt, ist eher zweifelhaft – die Abgeordnete Katalin Gennburg fürchtet einen „Ausverkauf der Stadt“ durch die SPD und ruft ihre Partei vor der Urabstimmung zu einer Rebellion gegen das Regieren auf, die Linksjugend spricht sogar von einem „Verrat an der Arbeiterklasse“ durch eine „Schandkoalition“. Das kann noch heiter, nein, sorry: heikel werden.
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Neu ist, andere Wege zu gehen. Den Status Quo zu hinterfragen. Die Perspektive zu wechseln.
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Die SPD hält ihre Besetzungsliste weiter zurück (wenn es denn überhaupt schon eine gibt) – laut Franziska Giffey „aus Respekt“ vor der Abstimmung bei den Linken, die man abwarten wolle. Dabei würde es der Respekt gebieten, vor der Abstimmung die Karten auf den Tisch zu legen – es werden ja wohl nicht nur Luschen dabei sein. Na, dann mischen wir doch mal… für die Bildung, hieß es, sei Juliane Seifert im Gespräch. Doch das könnte ein Bluff sein: Die einst als SPD-Geschäftsführerin gescheiterte Beamtin ist zwar seit 2018 Staatssekretärin im Familienministerium, also an Giffeys alter Wirkungsstätte, doch dort heißt es, die beiden hätten einander nichts zu sagen* gehabt (*vornehm für „können einander im Job nicht ausstehen“). SPD-Bildungsexpertin Maja Lasić, politisch seit Jahren treu an der Seite von Raed Saleh, ist wiederum in der Bildungsverwaltung so beliebt Hertha in der Alten Försterei (zu letzterem gleich mehr) – das wäre ein Auswärtsspiel mit Verlier-Garantie. (Eine Analyse des Koa-Bildungskapitels von Susanne Vieth-Entus finden Sie hier).
Die Grünen wissen offenbar auch noch nicht so genau… soll wirklich „Hanf-Journal“-Gründer Werner Graf das Verkehrssanatorium übernehmen? Das wurde jedenfalls etwas zu auffällig gestreut. Bei einer Lastenradparade durch die Stadt würden dem Landesvorsitzende aber wohl nicht ganz so viele Parteifreund*innen zujubeln, wie er vielleicht vermutet (zur Verbildlichung hier bitte führende Grünen-Gesichter beim Verzehr von Zitronen vorstellen).
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Alphonso Davies wurde auf der Flucht geboren. Heute spielt das Nachwuchstalent für den FC Bayern München. Doch sein Weg ist die Ausnahme: Über 35 Millionen Flüchtlingskinder befinden sich in Existenznot und haben keinen Zugang zu Bildung.
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So, zur Auflockerung (und um die Wartezeit bis zur Personalbescherung zu überbrücken) spielen wir jetzt, wie versprochen, ein bisschen Koalitionsvertrags-Memory. Die Regeln wie gewohnt – wir haben Originalauszüge aus den rot-grün-roten Werken von 2016 und 2021 auf Kärtchen geschrieben, gemischt und verdeckt auf den Checkpoint-Teamtisch gelegt. Und jetzt decken wir auf:
2016: „Die Koalition wird ein Konzept für den Reisebusverkehr erarbeiten, mit dem das Parken und Abstellen von Reisebussen in der Innenstadt stadtverträglich geregelt und eingeschränkt wird.“
2021: „Die Koalition wird für die Innenstadt ein Konzept zur stadtverträglichen Regelung des Reisebusverkehrs und des Sightseeing-Busverkehrs erarbeiten.
“Na, das lief doch schon mal super! Da machen wir gleich weiter:
2016: „Der „Runde Tisch Tourismus“ wird fortgeführt, um auch einen regelmäßigen Branchendialog zu ermöglichen.“
2021: „Der Runde Tisch Tourismus wird fortgesetzt, um insbesondere nachhaltigen und stadtverträglichen Tourismus zu ermöglichen.“Bingo! Ach ne, das war ja das andere Spiel. Ok, aller guten Dinge sind drei (mindestens!):
2016: „Die Koalition will ein Holzbaucluster aufbauen und anpassbare Prototypen für Holzbauten entwickeln.“
2021: „Eine Berliner Holz-Bauhütte wird aufgebaut und ein Holzbaucluster (…) organisiert.“
Ha, Glücksträhne! Anders Thema, nächster Versuch:
2016: „Die Koalition wird eine Agentur für kulturelle Zwischennutzung freier Räume und Liegenschaften einrichten und ein Kulturkataster erstellen.“
2021: Berlin braucht ein Kulturkataster und verbindliche Kriterien, um kulturelle Zwischennutzung in leerstehenden Landesliegenschaften zu ermöglichen.“
Hm, irgendwie zu leicht… wollen die uns auf den Arm nehmen? Mal sehen…
2016: „Die Koalition wird überprüfen, inwiefern für Verwaltungsleistungen kostendeckende Gebühren erhoben werden können.“
2021: „Die Koalition strebt an, Gebühren für Verwaltungsleistungen grundsätzlich kostendeckend auszugestalten.“
Alles klar, sagt Bescheid, wenn’s so weit ist. Aber dann bitte auch die Leistung… na gut, anderes Thema:
2016: „Die Koalition begrüßt die Weiterentwicklung der ehemaligen Stasi-Zentrale in der Normannenstraße zu einem Campus für Demokratie.“
2021: „Das ehemalige Gelände des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR in der Normannenstraße soll zum Campus für Demokratie entwickelt (…) werden.“
Prima, das kann man nicht oft genug machen! Vielleicht mal was aus der Kategorie Natur? Aha, Treffer!
2016: „Die Vielfalt des Wassertourismus in Berlin will die Koalition weiterentwickeln und setzt sich auf Bundesebene für ein nachhaltiges Wassertourismuskonzept ein.“
2021: „Die Koalition wird ein Wassertourismuskonzept entwickeln und in Zusammenarbeit mit Brandenburg fortentwickeln.“
Na gut, der Bund, Brandenburg – ist ja nicht dasselbe. Next try:
2016: „Die Speicherung von Personendaten beim Verfassungsschutz wird auf ihre rechtliche Zulässigkeit überprüft.“
2021: „Die Art und Weise der Speicherung von Personendaten beim Verfassungsschutz werden wir (…) durch die/den Berliner Datenschutzbeauftragte*n überprüfen lassen.“
Puh… prüfe, wer sich ewig windet. Und da liegen ja immer noch ein paar Dutzend Karten herum! So viel Zeit haben wir nicht. Gut, ok, für heute einen noch:
2016: „Die Koalition wird den Lärmaktionsplan unter Einbindung der Bezirke und der Stadtgesellschaft überarbeiten.“
2021: „Die Koalition wird den Lärmaktionsplan partizipativ weiterentwickeln.“
Naja, wenn da die Stadtgesellschaft nicht mal spätestens 2026 partizipativ Krach schlägt. Aber: schönes Spiel! Hamse jut jemacht, die Koalitionäre. An einer Sache verzweifeln wir aber: Sechs Karten mit einer „Gesamtstrategie“ haben wir im 2016er-Stapel entdeckt – aber keine einzige in dem von 2021. Da fehlt doch wohl nicht etwa… nein, das kann ja nicht wahr sein. Wir suchen weiter. Es kommentiert Klaus Bettina Franziska Sisyphos: „Aller Neuanfang ist schwer.“
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Was wir auch nicht im Koalitionsvertrag gefunden haben: ein Wort zu Hertha – der Verein sucht bekanntlich nach dem Standort für ein neues Stadion (Investition: 300 Mio.). Beim Hinspiel 2016 hatte die Koalition noch dem 1. FC Union Berlin ihre Unterstützung für den Bau eines Leistungszentrums zugesichert. Doch das Rückspiel fällt leider aus – auf den 150 Seiten fand sich offenbar kein Platz für die Pläne des Derbykonkurrenten (oder Sportsenator und Union-Fan Andreas Geisel hat gerade von was anderem geträumt).
Das war im Wahlkampf noch anders – hier die Antworten der drei Senatsparteien zur Frage, ob sie Herthas Stadionplan unterstützen:
Grüne: „Ja, wir haben uns intensiv mit dem Anliegen beschäftigt und haben verstanden, dass ein eigenes Fußballstadion für Hertha BSC notwendig ist.“
SPD: „Ja, ein Hertha-Stadion würde der Sportstadt Berlin ein weiteres Highlight verleihen.“
Die Linke gestand Hertha zumindest das Recht zu, ein eigenes Stadion zu errichten.
Wir werfen den Ball trotzdem noch mal ein und dribbeln uns in der Nachspielzeit der ersten Checkpoint-Halbzeit von heute noch mal bis zum Verwaltungskapitel vor – denn da geben ein paar Einwechsel-Stichworte doch Anlass zur Hoffnung: Sie lauten „Führungskultur“, „moderne Personalentwicklung“ und „gesamtstädtische Steuerung“. Das politische Bezirksamt steckt drin, auch die Stärkung der Bürgermeister, und sogar einen „Chief Digital Officer“ soll es geben. Sieht so aus, als wollten sie hier diesmal wirklich liefern wie bestellt. Zeit wird’s. Aus fürs Behörden-Pingpong, Schluss damit, dass sich die Hauptverwaltung mit Pillepalle beschäftigt, während die Bezirke versuchen, per Klimabeschluss die Welt zu retten.
Was damit gemeint ist? Das zeigt ein Blick auf die Anfragen im Abgeordnetenhaus – mit folgenden sublokalen Krachern vertrödelte die Senatskanzlei der Landesregierung der Weltstadt Berlin, der politisch wichtigsten Metropole Europas, in den vergangenen vier Wochen u.a. ihre wertvolle Zeit (die Anfragen werden im Roten Rathaus zentral koordiniert):
+ „Fußgängerüberweg am Offenbach-Platz in Mahlsdorf“
+ „Reinigung des Spreetunnels in Friedrichshagen“
+ „Fußgängerüberweg Deutschhofer Allee in Kaulsdorf“
+ „Erweiterung des Marktes am Wilhelmsruher Damm“
+ „Radweg zwischen Barnimplatz und Wuhletalstraße“
+ „Ortsumfahrung Malchow schnell planen und fertigstellen“
+ „Sperrung der Buckower Chaussee“
+ „5 Jahre geschlossener Tunnel am Bahnhof Schöneweide“
Fehlt eigentlich nur die Ausschreibung für den Nachtwächter-Job (im Koalitionsvertrag glücklicherweise nicht enthalten).
Im Telegramm geht’s gleich weiter mit Corona – es gibt neue Beschränkungen auch für Geimpfte, weil sich immer noch viel zu viele Menschen infizieren und schwer erkranken (letzteres vor allem Ungeimpfte). Eine mögliche Impfpflicht wird deshalb immer drängender diskutiert. Hier dazu noch schnell unsere heutige Frage an Sie:

Berliner Schnuppen
Telegramm
Die Autorin Jana Hensel schreibt: „Ich habe noch nie in meinem Leben eine so lange Schlange wie vor dem Impfzentrum Tegel gesehen. Nicht mal dann, als das Begrüßungsgeld ausgezahlt wurde.“
Der Wissenschaftsjournalist Christian Schwägerl erinnert unterdessen an die Auslastungsampel – hier wird die jeweilige Wartezeit angezeigt (es gibt immer wieder Lücken, in denen ohne Termin in einer halben Stunde alles erledigt ist).
Aber Achtung: Wer die fünf Monate Abstand zur Zweitimpfung noch nicht voll hat, wird möglicherweise auch nach stundenlanger Wartezeit und selbst mit Termin wieder nach Hause geschickt. Einer Checkpoint-Leserin z.B. fehlten nur wenige Tage – obwohl sie 65 ist und ehrenamtlich als Krankenschwester arbeitet, wurde sie wieder weggeschickt.
Der Kommentar der Gesundheitsverwaltung zu diesem Fall: „Dass die Karenzzeit zwischen Grundimmunisierung und Auffrischimpfung mindestens fünf Monate betragen muss, haben wir auf allen Kanälen wiederholt kommuniziert.“ Die Berliner Bürokratie funktioniert eben immer dann am besten, wenn man sie am wenigsten braucht.
Unter fünf Monaten geht’s übrigens locker in Havelhöhe – und manchmal auch schnell (schön ist’s dort auch noch).
Jede Menge freie Impftermine bietet übrigens auch dieser Bot hier an (mit einem Dank für den Hinweis an Josa Mania-Schlegel).
Der Senat macht wieder dicht – nicht alles, aber vieles, und fast alles für Ungeimpfte (hier eine Übersicht). Berichtigte Frage von Verordnungsverzweifelten: Warum dürften Restaurants weiter geöffnet bleiben – Museen aber nicht? Richtige Antworten (also solche mit Sinn und Verstand) belohnen wir mit einer gemalten Nudel (Tusche auf Maske).
Auch Geisterspiele in der Bundesliga wird es wieder geben – die „Berliner Zeitung“ betitelt ihren Bericht über einen schwer zu überzeugenden Betroffenen so: „Der 1. FC Union hofft auf kein Signal der Politik“.
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Seit mehr als einem Jahr fotografiert unser Checkpoint-Kollege Stefan Jacobs regelmäßig einen Steinhaufen, der vom Grauflächenamt Treptow-Köpenick provisorisch mit einer Baustellenabsperrung gesichert wurde (Kalenderbilder hier). Und wann kommt das weg? Hier das Statement des Bezirksamts: „Zur Beseitigung der illegalen Ablagerungen wurde die BSR gebeten, sich dieses Abfalls anzunehmen.“ Zack, erledigt. Über eine Antwort auf unsere Nachfrage, wann das war, denken die Beteiligten noch nach.
Eine „linke Rechtspolitik“ hatte die Linken-Vorsitzende Katina Schubert angekündigt – und nachgeschoben, damit seien „schönere Knäste“ gemeint. Anscheinend sollen sie auch offener werden – die Justizvollzugsanstalt Tegel hat jedenfalls soeben die Lieferung von „Werkzeugmaschinen zum Bohren oder Fräsen von Metallen“ ausgeschrieben.
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Ach, und noch ein Tipp: Falls Sie Ihren alten Handyvertrag loswerden wollen und schon wieder die Kündigungsfrist verpasst haben: Macht neuerdings nichts mehr – das geht jetzt jeden Monat neu, und hier steht wie und warum.
Das Betriebsstörungsbingo wird Ihnen heute präsentiert von SARS-CoV-2: Seit im ÖPNV die 3G-Regel gilt, sind plötzlich ganz viele S-Bahnfahrer erkrankt – und deshalb fallen gerade viele Züge einfach aus.
Wenn’s vergangene Nacht nicht so dunkel gewesen wäre, hätte ich schön bei Sturmwindstärke 9 vor der Mühlendammschleuse herumsurfen können – so habe ich stattdessen mal lieber die Blumentöpfe festgehalten.
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ZUM ANGEBOT
Straßensperrung, Made in Mitte: Angekündigt waren in der nördlichen Luisenstadt für diese Woche von Montag bis Freitag Durchfahrts- und Parkverbote. Was seitdem geschah… Montag: nichts. Dienstag: ein paar rot-weiße Baustellensicherungen stehen wild herum. Mittwoch: ein Kranwagen bereichert die Szenerie. Erkennbare Arbeiten: keine. Donnerstagfrüh: der Wind hat ein paar der Baustellensicherungen verweht. Verbleibende Zeit für Action: 36 Stunden. Fortsetzung folgt.
Nachtrag zur Meldung „Sozialsenatorin hört auf“ (CP von gestern): Elke Breitenbach, bisher zuständig für Integration, Arbeit und Soziales, verlässt zwar den Senat, aber „geht nicht in den Ruhestand“, wie uns Linken-Chefin Katina Schubert dazu schreibt, „sondern wird ihr Abgeordneten Mandat wahrnehmen, und wie ich sie kenne, dort hart arbeiten“.
Zitat
„Wir sind nicht so blöde wie sie denken, dass wir aussehen…“
Der Grünen-Abgeordnete Benedikt Lux versucht sich per Twitter an der Lösung des scheinbaren (tatsächlichen?) politischen Paradoxons, sowohl die Schloßstraße in Steglitz sonntags für den Verkehr zu sperren als auch die Ausweichstrecke „rückzubauen“. (Via Hans-Georg Kauert, Ex-Senatsdirigent)
Tweet des Tages
Weihnachten 2019: Zimtstern, Weihnachten 2020: Hamstern, Weihnachten 2021: Boostern
Stadtleben
Essen und Trinken – „Wild Food. Wild Wine. Wild Times“ heißt es auf dem Instagram-Account von Ezsra, dem Ort, der dem Donaukiez seit diesem Jahr urlokalen Tapas-Chic einhaucht. So sehr die Schließung des „Café Bichou“ mitsamt seiner kiezbekannten „Tarte Tatin“ Tränen in die Augen seiner Stammgäste getrieben haben mag – so sitzen diese dort nun frohlockend bei Wildschweinköfte und Honig-Holunderblüten-Halumi. Fermentiert wird gern, die Teller sind zum Teilen gedacht und kosten zwischen 8 und 12 Euro. Heiße Empfehlung: das geröstete Sauerkraut mit Ziegenjus. 2G+ wird hier groß geschrieben und die No-Show-Politik ernst gemeint (20 Euro). Von Mittwoch bis Samstag zwischen 18 und 24 Uhr in der Schönstedtstraße 14, U-Bhf Rathaus Neukölln
Trinken – Es kündigt sich an, dass der Spaziergang in den kommenden Wochen wieder das gängige Kontaktformat wird: Wer sich im Zuge des letzten Spazierwinters noch keine schicke Trinkflasche angeeignet hat, sollte dies jetzt tun. Beispielsweise bei dem Berliner Startup Soulbottles. Hier hat man nämlich einmal durchgerechnet, was so eine Flasche tut: Seit 2012 hat sie 167 Millionen Plastikflaschen und 35.000 Tonnen CO2 vermieden und 91.500 Menschen den Zugang zu Trinkwasser ermöglicht. Wer außerdem Inspiration für weitere nachhaltige Geschenke braucht, bediene sich am Soulblog.
Hingehen – Als Teil von Berlin Global lädt die Freiflächen-Ausstellung „Gleichberechtigte Bürger*innen“ dazu ein, sich mit der Geschichte der Berliner Sinti und Roma von der Weimarer Republik bis heute auseinanderzusetzen. Ausgestellt werden u.a. Werke des amerikanischen Fotografen Chad Evans Wyatt. Die Kuratoren André Raatzsch und Jan Kreutz, beide tätig am Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, möchten damit ein Zeichen gegen die Alltäglichkeit von Antiziganismus und für die selbstverständliche Anerkennung des Holocaust setzen. Humboldt Forum (U-Bhf Museumsinsel), Mi-Do 10-20 Uhr, Fr+Sa 10-22 Uhr, So+Mo 10-20 Uhr, ein Ticket kostet 7 Euro.
Reparieren – Die Elektrogeräte des Haushalts haben dieser Tage einiges zu stemmen: Rührgerät für Brot und Kekse, Pürierstab für die Kürbissuppe, Wasserkocher für die kalten Abende, von Handy und Laptop einmal gar nicht zu sprechen. Sollte den Alltagshelfern einmal die Puste ausgehen – Batman hilft. Jeden Freitag und Dienstag bietet Muharrem Batman zwischen 11 und 18 Uhr bei „Batmans Repair Café“ im 3. OG des Karstadt am Hermannplatz elektronische Erste Hilfe für Ihre Gerätschaften an. Schließlich soll der Dezember warm sein, leuchten, köcheln und dampfen – und der Nachrichtenstrom fließen. Angemeldet wird sich hier, die Teilnahme ist kostenfrei.
Grübelstoff – Manche Menschen haben eben doch Superkräfte. Welche sind Ihre und wann haben Sie das letzte Mal davon Gebrauch gemacht?
„Wünsch dir was“ – der Adventskalender für Berlin
Was wünschen Sie Berlin zu Weihnachten, Oumi Janta?
„Ich wünsche der Kulturszene – dem Herz und der Seele Berlins – viel Stärke, Durchhaltevermögen und Ausdauer. Also, Leute, seid verantwortungsbewusst, aber: Gebt euer Geld auch für Konzerte, Theater, Bars, Veranstaltungen, Clubs, Museen, Kinos usw. aus damit uns das, was Berlin ausmacht, erhalten bleibt.“
Die Neuköllner Influencerin ist mit einem Video, das sie rollschuhfahrend beim Jam-Skaten auf dem Tempelhofer Feld zeigt, weltweit bekannt geworden.
Berlin heute
Verkehr – Alt-Heiligensee (Alt-Heiligensee): Ab ca. 8 Uhr bis 10. Dezember steht in beiden Richtungen Nähe Fährstraße nur ein Fahrstreifen zur Verfügung, abwechselnd für beide Richtungen.
Wiltbergstraße (Buch): Ab dem Morgen regelt zwischen Walter-Friedrich-Straße/ Alt-Buch und der Zufahrt zum P+R-Platz (Höhe Schloßpark) eine Baustellenampel bis Mitte Dezember den Verkehr.
Havelchaussee und der Kronprinzessinnenweg (Grunewald): In der Zeit von 7 bis 20 Uhr in beiden Richtungen zwischen Am Postfenn und Kronprinzessinnenweg für den Kraftfahrzeug- und Radverkehr gesperrt. Eine Umleitung ist eingerichtet.
Hermsdorfer Damm (Hermsdorf): Bis Weihnachten regelt zwischen Forststraße und Amselgrund eine Baustellenampel den Verkehr.
Landsberger Allee (Marzahn): Stadtauswärts ist vor der Märkischen Allee zwischen ca. 9 und 15 Uhr ein Fahrstreifen gesperrt.
Alexanderstraße (Mitte): Ab 9 Uhr bis 6. Dezember Sperrung in Richtung Holzmarktstraße zwischen Grunerstraße und Parkhauseinfahrt Alexa.
Veitstraße (Tegel): Zwischen 6 und 20 Uhr in beiden Richtungen zwischen Medebacher Weg und Eisenhammerweg für den Kfz-Verkehr gesperrt.
Tiergarten: Für den Zapfenstreich zur Verabschiedung der Bundeskanzlerin ist der Bereich um den Bendlerblock weiträumig gesperrt, in der Zeit von 10 bis ca. 24 Uhr folgende Straßen: Reichpietschufer zwischen Potsdamer Straße und Klingelhöferstraße, Lützowufer/Schöneberger Ufer zwischen Lützowplatz und Potsdamer Straße, Stauffenbergstraße, Hiroshimastraße
Nahverkehr – Aufgrund eines erhöhten Krankenstandes kommt es zu einem vorübergehend leicht reduzierten Angebot auf den Linien S1, S3 und S5 von montags bis freitags ziwschen 6 und 9 Uhr sowie 14 und 19 Uhr. Es entfallen folgende Fahrten:
S1: die zusätzlichen Fahrten zwischen Zehlendorf und Potsdamer Platz
S3: die Fahrten des S3-Expresses zwischen Friedrichshagen und Ostbahnhof/ Charlottenburg
S5: die zusätzlichen Fahrten zwischen Mahlsdorf und Lichtenberg
In der Zeit von 22 bis 1.30 Uhr kommt es zu folgenden Fahrplaneinschränkungen:
S3: Keine Züge zwischen Lichtenberg und Westkreuz.
S5: Keine Züge Ostbahnhof und Westkreuz.
S9: Keine Züge Ostbahnhof und Zoologischer Garten.
S75: Keine Züge Lichtenberg und Warschauer Straße.
Demonstration – Der Aufzug mit dem Thema „Freiheit für Julian Assange! Pressefreiheit. Meinungsfreiheit. Grundlage von Demokratie und Frieden“ bewegt sich mit rund 40 Demonstrierenden zwischen 18 und 20 Uhr vom Pariser Platz aus über Unter den Linden, in Richtung Wilhelmstraße, hält vor der britischen Botschaft und zieht dann wieder zurück zum Pariser Platz.
Gericht – Nach einer Betrugsserie mit 52 Taten wird zwei Männern und zwei Frauen der Prozess gemacht. Die 31- und 32-Jährigen sollen als Bande agiert und mit gefälschten Dokumenten verschiedene Waren bestellt und nicht bezahlt haben. Auch Kaufkredite hätten sie erschlichen (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 739).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Alina Bronsky (43), Schriftstellerin / „Liebe Alexandra, alles Gute zum Geburtstag! Fühl Dich fest gedrückt und genieße den Tag“ / Alex (44), „Allet Jute zum Schnapszahljeburtstach wünscht Dir Dein ‚Team Schnaps‘: Whoop-whoop!“ / Yvonne Catterfeld (42), Sängerin und Filmschauspielerin / Justus von Dohnányi (61), Schauspieler / „Lieber Markus, in Werder-Bremen-Sprechchören, mit anhaltischem Dialekt und von ganzem AWO-Herzen singen deine Kolleg*innen aus der Blücherstraße heute ‚Happy Birthday‘ für dich. Tonaufnahmen werden zugeschickt ;) “ / Ursela Monn (71), Schauspielerin / Gunter Schoß (81), Moderator und Schauspieler / Botho Strauß (77), Schriftsteller und Dramatiker / Jan Ullrich (48), ehem. Radsportler / Louisa Walter (43), Hockey-Nationalspielerin
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Gestorben – Dr. med. Dagmar Gostomzyk, * 8. August 1935 / Kai, * 17. August 1964 / Johanna Otto, * 8. April 1932 / Roland Otto, verstorben am 21. Oktober 2021, Berliner Stadtreinigung
Stolperstein –Ottilie Baer (geb. 1871 in Colmar) wurde im September 1942 nach Theresienstadt deportiert und dort knapp 3 Monate später, heute vor 79 Jahren, von den Nationalsozialisten ermordet. Zur Erinnerung an sie liegt in der Nassauischen Straße 54 in Wilmersdorf ein Stolperstein.
Encore
Zum Schluss noch der Hinweis auf ein schönes Video: Angela Merkel hat sich bekanntlich zum Abschied einen Song von Nina Hagen gewünscht („Du hast den Farbfilm vergessen“) – gespielt von der Bundeswehrkapelle. Aber können die das überhaupt? Na, hören Sie mal selbst!
In der Checkpoint-Band haben heute Thomas Lippold (Recherche), Juliane Reichert (Stadtleben) und Lionel Kreglinger (Produktion) mitgespielt, morgen früh haut hier wieder Julius Betschka auf die Pauke. Bis dahin,
