wir starten heute mit einem Jubelschrei unserer Außenreporterin Anke Myrrhe in die Woche – sie meldete gestern Nachmittag: „Das war einer der schönsten Berlin-Tage aller Zeiten! Die ganze Stadt auf dem Eis, alle mit dieser guten Laune – wer weiß, ob das jemals wieder kommt. Rotwangige Kinder, zitternde Eltern, alle glücklich. Tolle Stimmung!“
Berlin, ein Wintermärchen. Mehr zur Kälte gibt’s gleich, jetzt aber erstmal eine frostige Nachricht aus der Landespolitik.
Denn während draußen die Stadt gefriert, kühlt auch die Beziehung… pardon, das bisher herzerwärmend enge Verhältnis des Regierenden Bürgermeisters zu seiner Innensenatorin erkennbar ab. Mehrfach hatte Iris Spranger während des großen Stromausfalls Kai Wegner vor laufender Kamera von der Seite korrigiert, später ihre Entscheidungshoheit bei Großschadenlagen betont: „Ich habe diese Lage ausgerufen, ich werde sie auch beenden. Sie ist erst beendet, wenn ich das bekannt gebe.“
Das ist formal zwar richtig, ließ Wegner aber noch kleiner erscheinen, als er sich durch ungeschicktes Verhalten selbst schon gemacht hatte. Auch dass beide sich nicht einig sind über ein Landesamt für Katastrophenschutz, wurde auf offener Bühne deutlich.
In mehreren vertraulichen Runden äußerte sich der Regierende Bürgermeister kritisch und hörbar verärgert über die Innensenatorin. Übermittelt wurde dem Checkpoint u. a. ein unvollendet gebliebener, aber unmissverständlicher Satz Wegners über Spranger – er lautet:
„Manchmal würde ich sie gerne raus…“
Eine Großschadenlage ausrufen kann der Regierende zwar nicht. Die für eine Großschadenlage zuständige Senatorin entlassen, also: rauswerfen oder rausschmeißen, das kann er schon (Art. 56, Abs. 2, Verfassung von Berlin). Besser gesagt: könnte er. Wird er aber nicht. So, wie er auch nicht zurücktreten oder gestürzt werden wird. Jedenfalls nicht heute.
Die Vergesslichkeit des Regierenden Bürgermeisters in Bezug auf den Tennistermin mit seiner Bildungssenatorin am Stromausfallsamstag (wohlwollend ausgedrückt) hat in der Berliner Politik (in der Opposition, auch in der SPD und sogar in der CDU) aber auch ein anderes Thema in Erinnerung gebracht: die Frage nach dem Beziehungseingangstermin der beiden (vor oder nach der Senatsbildung?). Aufschlag Stefan Zweig: „Wahrhaftigkeit und Politik wohnen selten unter einem Dach.“ Return Voltaire: „Alles, was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles, was wahr ist, solltest du auch sagen.“ Unterbrechung durch Schiedsrichter Schopenhauer: „Was dein Feind nicht wissen soll, das sage deinem Freunde nicht.“
Apropos Freunde: Etwas abgekühlt hat sich auch das Verhältnis der CDU zu Wegner – das war in der Sonderschalte der Fraktion zu spüren. Zwar hieß es anschließend, der Regierende habe „viel Rückenwind“ erhalten. Doch hielten sich beim virtuellen Solidaritätspusten ausgerechnet diejenigen zurück, die sonst oft die Sitzungen mit ihren Wortbeiträgen prägen: Danny Freymark, Sven Rissman und Cornelia Seibeld z. B., oder auch (mit Ausnahme des im Bezirksverband weitgehend kaltgestellten Burkard Dregger) die Reinickendorfer.
Unterstützung erhielt Wegner dann aber ausgerechnet von Friedrich Merz (mit dem er außer der gegenseitigen Abneigung nichts teilt): „In den Abläufen ist nichts zu kritisieren“, teilte der Kanzler mit. Das Bundeskanzleramt bestätigte dem Tagesspiegel auf Nachfrage offiziell: Es sei zutreffend, dass es am 3. Januar „mehrere Gespräche des Regierenden Bürgermeisters mit dem Bundeskanzler und dem Kanzleramtsminister gab, in denen über mögliche Unterstützung des Landes Berlin durch Bundesbehörden gesprochen wurde.“ Ganz großes Tennis.
Es kommentiert Boris Becker: „Wenn ich nicht verliere, kann der andere nicht gewinnen.“
Der angekündigte Blizzard war am Freitag zumindest in Berlin zwar eher ein Sturm in der Schneekugel, aber es ist hier kalt geworden wie seit langem nicht mehr. Genauer hat es Chefmeteorologe Jörg Riemann von der „Wettermanufaktur“ für den Checkpoint ermittelt: An der Messstation Dahlem waren es zuletzt Mitte Februar 2021 minus zwölf Grad (so wie heute). Anfang Februar 2012 wurden minus 19 Grad gemessen, und der Allzeitrekord stammt vom 11. Februar 1929: minus 26 Grad.
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WIR MACHEN DIE HAUPTSTADT FLÜSSIG
Ohne Steuergelder läuft in der Hauptstadt gar nichts. Die Mitarbeitenden der Berliner Finanzämter sorgen täglich dafür, dass die Hauptstadt flüssig und lebenswert für alle bleibt.
Du willst wissen wie? Dann schau selbst rein und lerne Manja, Semih, Janina und ihre Arbeit kennen: berlin.de/wir-machen-hauptstadt
„Schlittschuhe gesucht“ war am Wochenende dann auch der meistgepostete Eintrag beim Nachbarschaftsportal nebenan.de. Alles Zugereiste! „Als Berliner hat man Schlittschuhe! Nur für den Fall“, rief jemand Anke Myrrhe (siehe oben) im Vorbeigleiten auf dem Schlachtensee zu. Auch auf der Krummen Lanke und dem Landwehrkanal sah es so aus wie in einem holländischen Renaissancegemälde von Pieter Bruegel.
Aber Achtung! Das Eis trügt mehr, als es trägt. In Spandau brach jemand in der Havel ein, ein anderer an der Lohmühlenbrücke zwischen Treptow und Neukölln. Besonders tückisch ist der Große Müggelsee, weil hier aus gewaltigen Leitungen am Seegrund permanent wärmendes Trinkwasser quillt. Die zu DDR-Zeiten verlegten Rohre sind nach Auskunft von Wasserbetriebe-Sprecher Stephan Natz von bescheidener Qualität und müssen von Tauchern immer wieder geflickt werden.
Lebensgefährlich ist die Kälte auch an Land – besonders für Obdachlose. Was Sie tun können, wenn Sie Menschen in Not entdecken, erfahren Sie hier.
Knochenbruchgefahr besteht weiterhin auf vielen Geh- und Radwegen – aber nicht mal das schreckt in der Hauptstadt der organisierten Unzuständigkeit vor einer Partie Behördenpingpong ab. Einer der Spielorte: die Fußgängerbrücke über die Spree zwischen Treptower Park nach Stralau. Der Splitt endet exakt an der Bezirksgrenze, also am Beginn der Brücke. An der Umlaufsperre ist es spiegelglatt, ebenso wie auf der Brücke zum S-Bahnhof.
Und so sieht’s fast überall aus. Bezirk, Bahn, Bonde, Eigentümer, Einsiedler, Eispickler, Ordnungsamt, Opferhilfe, Oberverwaltungsgericht – wer übernimmt? Im Wirtschaftsausschuss wollen die Grünen heute per Antrag durchsetzen, dass die BSR zentral mit dem Winterdienst beauftragt wird – allerdings, weil noch nicht finanziert: „schrittweise“ (und das auf Eis). Checkpoint-Prognose: Bis zum Weltuntergang wird das nichts mehr.
Die Kälte ist auch eine Bewährungsprobe für die mittlerweile rund 300 E-Busse der BVG. Den Stromern wird besondere Fürsorge zuteil, damit sie durchhalten: Die meisten parken über Nacht in Hallen, und vor dem Start werden sie an den Ladesäulen aufgewärmt. Valide Angaben zur Reichweite kann die BVG laut Sprecherin Franziska Ellrich auch wegen der vielen Variablen wie Verkehrsfluss und Auslastung nicht machen. Bisher hätten sie aber gut durchgehalten. Und für den Fall, dass die Akkus bei extremer Kälte doch vorzeitig in die Knie gehen, seien „vorbeugende Wagenwechsel an ausgewählten Endhaltestellen“ geplant.
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Kleine Konzerte, große Wirkung: Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin bringt Kammermusik mitten ins Humboldt Forum, inspiriert von den Sammlungen und Ausstellungen. Am 18. Januar stehen bei den Mikrokonzerten unter anderem Schumanns Kinderszenen, arrangiert für Bläserquintett, auf dem Programm. Hier mehr erfahren und Ticket buchen.
Die Bahn ging dagegen auf Nummer sicher und stellte ab Freitagfrüh den Fernverkehr auch auf den Strecken zwischen Berlin und Ostsee ein, obwohl dort bis zum Nachmittag keine Flocke fiel. Auf Checkpoint-Anfrage begründete ein Bahnsprecher diese Vorsorge mit den Wetterprognosen, die man vorab ausgewertet habe, mit dem Ziel, „die Sicherheit unserer Fahrgäste und des Personals zu gewährleisten und Schäden an Fahrzeugen zu vermeiden“. Frühzeitige Anpassungen minimieren demnach die Risiken und sichern die Einsatzfähigkeit der Züge für die Folgetage.
Schlechte Nachrichten für Freunde der „Flussbad“-Idee: In ihrer „abschließenden Einschätzung“ stellt das LaGeSo „ein dauerhaft erhöhtes Risiko für die Gesundheit von Badenden im Spreekanal“ fest. Eine Ausweisung des Spreekanals als Badegewässer ist demnach aus Sicht des Landesamts für Gesundheit „in Hinblick auf die hygienische Situation (…) derzeit nicht zu befürworten.“
Der Spreekanal weise „eine starke und häufige Belastung (…) mit potenziellen Krankheitserregern“ auf, insbesondere nach Starkregenereignissen. „Werte mikrobiologischer Parameter liegen zudem dauerhaft oberhalb der unteren Bestimmungsgrenze, was eine Grundbelastung des Gewässers auch im Trockenwetterfall aufzeigt.“
Die Stellungnahme, die dem Checkpoint vorliegt, wurde der Planergemeinschaft sowie den drei beteiligten Senatsverwaltungen am 12.12.25 zugestellt. Darin heißt es, selbst umfassende und kostenintensive Maßnahmen ließen „keine belastbare Prognose zu“, dass die EU-Qualitätsstandards für Badegewässer dauerhaft eingehalten werden könnten. Pläne zur Maßnahmenentwicklung seien zudem „bisher unzureichend dargelegt“ worden.
Weil inzwischen auch Berliner Gymnasiasten die literarischen Klassiker nicht mehr zuzumuten sind, bekommen sie an immer mehr Schulen eine gekürzte Fassung in „leichter Sprache“ serviert.
Ein Beispiel aus „Nathan der Weise“:
Original (von Lessing): „Er ließ den Ring von seinen Söhnen dem geliebtesten; und setzte fest, daß dieser wiederum den Ring von seinen Söhnen dem vermache, der ihm der liebste sei; und stets der liebste, ohn’ Ansehn der Geburt, in Kraft allein des Rings, das Haupt, der Fürst des Hauses werde.“
Fälschung (von Cornelsen): „Er gab den Ring seinem liebsten Sohn und legte in seinem Testament fest, dass dieser ebenso den Ring seinem liebsten Sohn vererben sollte, und immer weiter so, ob Erstgeborener oder nicht. Durch die Kraft des Ringes sollte dieser das Familienoberhaupt sein.“
Hm… mal abgesehen von der Frage, wie sinnvoll das im Unterricht heute überhaupt noch ist – was kommt als Nächstes? Erhält im Kunstunterricht Van Gogh beim Selbstbildnis per KI sein Ohr zurück (zu viel unverständliche Gewalt und Prostitution)? Wird im Musikunterricht der Trauermarsch von Chopin von Moll nach Dur transponiert (ansonsten zu traurig)?
Landesschülersprecher Orçun Ilter sagt, bei Goethes „Faust“ oder Kleists „Zerbrochnem Krug“ gebe es für viele Schüler mit Migrationsgeschichte ohnehin „wenig bis gar keine Anknüpfungspunkte“, als Unterrichtsstoff sei das alles „viel zu einseitig und überholt“. Er verweist auf den Musiker Haftbefehl („Chabos scheißen auf Schule“) und fordert „endlich anzuerkennen, dass Deutschrap ein wichtiger Bestandteil der deutschen Sprache ist“ (Q: Tagesspiegel).
Na, das schauen wir uns doch mal gleich im Direktvergleich an… und stellen fest: Schiller, Goethe und Haftbefehl könnten als Kollabo ins Studio gehen – feat. Homer, de Sade, Shakespeare, Conrad und Jünger. Denn das kommt dabei heraus (FSK 18, richtige Zuordnung bitte an checkpoint@tagesspiegel.de):
„Er drückte sie an sich, dass ihr der Atem verging / Er nahm sie mit Gewalt, und nannte es Natur / Kahba lutscht meinen rasierten Yarak / Sieh, wie sie schweigt – das ist die Stimme der Gewalt / Amor befielt mir, die Glieder zu verschlingen / Oh ja, ich fick euch, Tag für Tag / Ehre gewinnt, wer den Feind erschlägt / Mord und Brand sollen meine Sprache sein / Der Kampf formt den Mann / Knallen Kugeln in deinen Körper / Die Vernichtung kam mir wie eine Pflicht vor / Ich schlachte die Opfer wie Moslems an Bayram / Wie Vieh fielen Sie unter den Streichen.“
Um welche Gymnasien es geht, wie die Schülerschaft dort zusammengesetzt ist und wer sich für die Beibehaltung der Originalliteratur starkmacht, hat hier für Sie unsere Kollegin Susanne Vieth-Entus recherchiert.
Und was meinen Sie?

Falls Sie sich für die Berliner Schule interessieren (müssen), hier noch zwei Empfehlungen (nur mit T-Plus-Abo, Anmeldung hier):
+ Gymnasium oder Sekundarschule? Schon zur 5. oder erst zur 7. Klasse? Und wohin? Tausende Berliner Familien fragen sich, welche Schule die beste für ihr Kind ist. Hier gibt es die wichtigsten Tipps.
+ Wer sein Kind schon nach Klasse 4 von der Grundschule abmelden will, hat ab sofort bessere Chancen, einen Platz auf einem Gymnasium zu bekommen: Die Angebote werden erheblich erweitert. Anmeldefrist: ab 10. Februar.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Aus der Rubrik „Perlen des Haushalts“, heute: Etat des Regierenden Bürgermeisters, Einzeltitel „Prämien für besondere Leistungen“. 2024 waren hier 37.699,99 Euro veranschlagt, im vergangenen Jahr 53.000 Euro. Für dieses Jahr gibt es einen Vermerk, er lautet: „Der Titel fällt weg.“ Das verheißt nichts Gutes.
SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach ist schon wieder gewählt worden – diesmal in Steglitz-Zehlendorf auf SPD-Listenplatz 1, und zwar mit 96 Prozent. Ein symbolträchtigeres Ergebnis hätte sich Krach kaum wünschen können – er ist Fan von Hannover 96.
Was wird aus TXL, dem alten Flughafen Tegel? Nach heutigem (Wasser-)Stand: ein unterirdischer Hafen. Etwa 20 Millionen Liter flossen wegen eines Rohrbruchs in den Keller von Terminal A – das reicht für 10 Olympiaschwimmbecken.
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Tagesspiegel Genuss-Menu meets POTS im The Ritz-Carlton, Berlin: Auch im Jahr 2026 führt Sie unsere „Genuss-Menu“-Reihe in das POTS im 5-Sterne Berliner Ritz-Carlton. Entdecken Sie dieses exklusiv von Executive Chef Lukas Bachl kreierte 4-Gang-Menu! Jetzt buchen!
Möglichst direkt, dicht getaktet und flott sollen sie fahren, die Metrobusse der BVG. Wie schnell sie wirklich sind, hat Kristian Ronneburg (Linke) beim Senat erfragt – Ergebnis: Das reale Durchschnittstempo über alle Linien sank minimal auf 16,6 km/h. Am schnellsten kam der M21er voran, am langsamsten sind M27er und M29er.
Der Rattenplage im Kleinen Tiergarten wird seitens des Bezirksamts „seit vielen Jahren mit Bekämpfungsmaßnahmen begegnet“. Da die Ratten dieser Begegnung bisher trotzten, läuft seit 2025 eine „Dauerrattenbekämpfungsmaßnahme“. Es kommentiert Bob Dylan: „Nag’, nag‘, naging on heaven’s door…“ (Q: Umweltverwaltung auf Anfrage von Taylan Kurt und Jian Omar, Grüne).
Die verkaufsoffenen Sonntage fürs erste Halbjahr stehen fest: der 25. Januar zur Grünen Woche und 21. Juni zur Fête de la Musique. Falls Sie etwas dagegen haben: „Die sofortige Vollziehung dieser Allgemeinverfügung wird angeordnet. Eine Anfechtungsklage hat somit keine aufschiebende Wirkung.“ (Q: Amtsblatt)
„Vier Millionen Kilo Kartoffeln suchen ein neues Zuhause“, meldet die „Berliner Morgenpost“. Da helfen wir doch gerne. Falls Sie Mitleid haben (oder Hunger): Hier erfahren Sie, worum es geht.
Falls Ihr Weihnachtsbaum nicht den Teppich vollnadeln soll: Die BSR sammelt die Reste jetzt ein (aber nur ohne Lametta) – wie und wo, erfahren Sie hier.
Personalien: Bernhard Schodrowski, einst Kriminalhauptkommissar, Polizeisprecher, Justizsprecher, IHK-Sprecher, Vizesenatssprecher, Energieversorgersprecher und CDU-Bundestagskandidat (und Ex von Ramona Pop) ist jetzt Beerdigungsunternehmer: Er hat die Traditionsfirma „Hugo Pade Bestattungen“ in Wedding übernommen. Erfahrung bringt Schodrowski mit: Als Ministrant hat er in seiner Jugendzeit nach eigenen Angaben etwa 500 Beisetzungen begleitet. (Q: Kolumnist und Trauerredner Andreas Kurz in der Morgenpost).
Last, but not least: eine gute Nachricht für Sportlerinnen (und alle, die sich an die legendäre Checkpoint-Laufgruppe erinnern). Der Tagesspiegel und der SCC starten am 21. Januar eine sechs Wochen lange Laufserie für Frauen – der Titel: „Women who run in the dark“. Die sechs gut beleuchteten Routen (jeweils circa 5 km) führen durch verschiedene Bezirke, es gibt professionelle Trainerinnen, eine kleine Stärkung – und (wer mag) ein Ziel: die Teilnahme am „Vitamin Well“-Frauenlauf Berlin am 16.5.
+ Alle wichtigen Infos gibt’s hier.
+ Zur Anmeldung (nur für Frauen) geht’s hier.
Es lohnt sich, schnell zu sein (erstmal jedenfalls beim Run auf die Anmeldung) – die Plätze sind begrenzt. Der erste Lauf findet am 21.1. statt. Die Anmeldelisten für den 2. bis 6. Lauf werden immer 6 Tage im Voraus geöffnet. Der Checkpoint wünscht viel Spaß beim geschützten Training in der dunklen Jahreszeit!
Zitat
„Berlin macht auf mich im Allgemeinen den widrigsten Eindruck: kalt, geschmacklos, massiv.“
Rosa Luxemburg konnte mit unserer schönen Stadt nicht so viel anfangen – selbst Charlottenburg war ihr „zu proletarisch“. Aus Anlass ihrer Ermordung am 15. Januar 1919 zogen ihre Anhänger gestern durch Friedrichshain zur Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde (einen Bericht dazu finden Sie hier).
Stadtleben
Verlosung – Fans des renommierten Formats „Reporter Slam“ dürfen sich freuen: Es gibt eine neue Ausgabe. Zum Auftakt des noch jungen Jahres wird aber zunächst zurückgeblickt. Am 17. Januar um 20 Uhr darf das Publikum entscheiden, wer die unterhaltsamste Reporterin oder der unterhaltsamste Reporter des Jahres 2025 war. Dann steigt nämlich das große Jahresfinale, auch „Slam der Slampions“ genannt, im Comedyclub PUNCH L!NE, im Keller des Theaters am Potsdamer Platz. Mit dabei: Martin Hogger (Die ZEIT), Yaddah Wanjiku (Radio-Journalistin / Uganda), Matthias Kirsch (Die ZEIT), Kathrin Hartmann (freie Journalistin), Robert Gast (Die ZEIT) und Laura Krugenberg (LVZ). Wir verlosen 1×2 Karten, Bewerbung ans Checkpoint-Postfach (checkpoint@tagesspiegel.de) Marlene-Dietrich-Platz 1, S/U-Bhf. Potsdamer Platz
Essen & Trinken – Es gibt Orte, deren Gemütlichkeit erst durch einen Schneesturm auffällt. Das kleine Kreuzberger Burger-Bistro Lia's Kitchen ist so einer. Grund dafür sind die zusammengewürfelten Stühle und die schrullige Deko, aber auch das rein pflanzliche Menü überzeugt mit self-made-Charme. Serviervorschlag: Quinoa-Lentils-Burger mit Süßkartoffelpommes, Chicken. Stripes Salad mit frittierten Seitanstreifen, Mandelfeta und dazu einen Bananen-Mango-Shake. Vertreter der „Wurst ist nur Wurst, wenn auch Wurst drin ist“-Fraktion sollten Lia's Kitchen meiden. Täglich 12-22 Uhr, Urbanstraße 32, U-Bhf. Südstern
Noch hingehen – Mitte der Woche startet wieder das Ultraschall Berlin – das Festival für neue Musik von Deutschlandfunk Kultur und radio3 vom rbb. Seit Gründung 1999 hat die Veranstaltung einige Veränderungen durchgemacht, ist sich in ihrem Grundgedanken aber treu geblieben: Jüngst entstandene Werke sollen in einen musikhistorischen Kontext eingebunden werden, der bis zu den Anfängen der Nachkriegsavantgarde zurückreicht. Wie das im Jahr 2026 aussieht, können Sie bis einschließlich 18. Januar erleben. Das gesamte Programm, Tickets und die jeweiligen Austragungsorte finden Sie hier.
Last-Minute-Tickets – Nostalgiker der auditiven Sorte dürften es schon mitbekommen haben: Die Akademie für Alte Musik Berlin gibt heute um 20 Uhr im kleinen Saal des Konzerthauses am Gendarmenmarkt mal wieder ein Konzert. Auf dem Programm steht „ein Streifzug von den fantasievollen Werken Biagio Marinis bis hin zu den betörend klangschönen Werken Arcangelo Corellis“, wie es heißt. Mayumi Hirasaki und Georg Kallweit leiten zu zweit vom ersten Pult das Ensemble. Es gibt noch Tickets (ab 17 Euro). Gendarmenmarkt 2, U-Bhf. Hausvogteiplatz
Grübelstoff – Wussten Sie, dass das Konzept des Nordic Walkings anhand des Sommer-Trainingsplans für Skiläufer entwickelt wurde? Nun, falls Sie ein Verfechter dieser zugänglichen Sportart sind, haben Sie jetzt die einmalige Gelegenheit, den Spieß umzudrehen und sich Bretter unter die Füße zu schnallen. Berlins Gehwege machen’s möglich.
Kiekste
Eine Frage, die man sich beim Anblick dieser Wand durchaus stellen darf. Entdeckt und fotografiert von Checkpoint-Leser Stephan Rechlin in der Lychener Straße in Prenzlauer Berg. Schicken auch Sie uns Ihre schönsten, kuriosesten und überraschendsten Berlin-Momente an checkpoint@tagesspiegel.de und nehmen an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – U1, U3 und U4: Bis zum 10.5. kommt es zu Unterbrechungen. Zwischen Wittenbergplatz und Gleisdreieck fährt nur die U2.
* Unterbrechung der U1 zwischen Wittenbergplatz und Warschauer Straße.
* Unterbrechung der U3 zwischen Spichernstraße und Gleisdreieck
* Die U4 fährt nicht.
S41, S42, S8: In der Nacht von 21 bis 0.30 Uhr Pendelverkehr im 20-Minutentakt zwischen Frankfurter Allee und Greifswalder Straße. Zwischen Ostkreuz und Frankfurter Allee, sowie zwischen Greifswalder Straße und Schönhauser Allee verkehren nur die Ringlinien S41/S42 im 10-Minutentakt.
Demonstration – Für heute sind 17 Demos angemeldet (Stand 9.1., 16 Uhr), u.a. „Eine neue Friedensordnung für Europa. Nein zum Krieg!“: 25 Menschen, „Opas und Omas für Frieden e.V.“, Straße des 17. Juni 135 (11-13 Uhr)
„Unterstützungskundgebung Prozess am 12.01.2026 um 12 Uhr“: 50 Teilnehmende, Wilsnacker Straße 4 (11-16.30 Uhr)
„Diskurs üben – Menschlichkeit bewahren – Frieden lernen!“: Fünf Menschen, Antonplatz 1 (14-19 Uhr)
„Russische Kultur bedeutet heutzutage in der Ukraine: Kriegsverbrechen, Vergewaltigung, Folter, Kunstraub, Landraub (...)“: Zehn Demonstrierende, Friedrichstraße 176-179 (16-20 Uhr)
„Tarifrunde der Länder – Kürzungen im Theater- & Kulturbetrieb“: 150 Personen, „Verdi Berlin-Brandenburg“, Kurfürstendamm 153 (17.30-19.30 Uhr)
Gericht – Eine Medizinerin und ein damaliger Staatsanwalt kommen auf die Anklagebank. Es geht um Steuerstraftaten mit Schaden von rund 62.000 Euro. Die Fachärztin für plastische Chirurgie soll erbrachte Leistungen in bar abgerechnet, nicht verbucht und diese Einnahmen dem Staatsanwalt zur Aufbewahrung gegeben haben. Der 65-Jährige soll zudem unbefugt Daten aus dem internen Speicherungssystem der Staatsanwaltschaft Berlin abgerufen und zum Teil der Mitangeklagten weitergegeben haben (10.00 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A135).
Universität – Aus aktuellem Anlass veranstaltet die Freie Universität heute um 16 Uhr eine Panel-Diskussion zum Thema „USA, Venezuela, and the Politics of Force. Perspectives from International Law and International Relations“. Auf Englisch diskutieren werden Heike Krieger (FU Berlin), Lys Kulamadayil (Geneva Graduate Institute), Lora Viola (FU Berlin) and Laura Trajber Waisbich (Instituto Igarapé). INTERACT Center for Interdisciplinary Peace and Conflict Research, Altensteinstraße 48, S-Bhf. Lichterfelde West
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Blixa Bargeld (67), Musiker (Frontmann von Einstürzende Neubauten) und Performance-Künstler / Maybrit Illner (61), TV-Moderatorin und Talkmasterin (ZDF-Polittalk „Maybrit Illner“) / „Lieber Jose-Carlos, Manténgase saludable y feliz siempre en su corazón. Dagmar und Christoph“ / Björn Matthias Jotzo (51), Politiker (FDP), ehem. Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin (2006-2011 & 2021-2023) / „60 frische Kölsch auf die Gesundheit und das Glück für RALF K. erheben heute Wolfgang B. und Christoph W.“ / David McAllister (55), CDU-Politiker, seit 2014 Abgeordneter der EVP-Fraktion im EU-Parlament sowie ehemaliger Ministerpäsident von Niedersachsen / „Sabrina, geboren im Jahrhundertwinter 1979, findet im neuen Lebensjahr ihren Life-Partner und ihr Traumhaus im Grünen. Yeah! (BFF Lars)“ / „Hans Weißmann, Bildungsforscher, wird 74, und ich gratuliere herzlich und mit Vorfreude auf viele weitere schöne Jahre mit meinem Glücksmenschen“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Manfred Carpentier, * 7. August 1954, verstorben am 22. Dezember 2025 / Prof. Dr. Ulrich Eckhardt, * 28. Mai 1934, verstorben am 30. Dezember 2025 / Udo Keil, * 26. Juli 1935, verstorben am 22. Dezember 2025 / Jürgen Rathman, * 24. Oktober 1944, verstorben am 30. Dezember 2025
Stolperstein – Gertrud Seele (*1917) kam aus einer Berliner Arbeiterfamilie und machte eine Ausbildung zur Krankenschwester. Wegen der Luftangriffe auf Berlin wurde sie gemeinsam mit ihrer Tochter Michaela auf einen Bauernhof in der Lausitz evakuiert. Aufgrund kriegskritischer Äußerungen und Ablehnung der Nazi-Herrschaft wurde sie im Januar 1944 verhaftet und später zum Tode verurteilt. Am 12. Januar 1945 wurde sie im Gefängnis Plötzensee ermordet. Heute erinnert ein Stolperstein in der Parchimer Allee 75 in Britz an Gertrud Seele.
Encore
Brandheiße News von der Feuersozietät: Der mehr als 300 Jahre alte Versicherer hat sein Logo so „optimiert“, dass es laut Mitteilung „auf moderne Art und Weise Vertrauen, Verlässlichkeit und die regionale Verbundenheit mit den Menschen in Berlin und Brandenburg“ verkörpert. Banausen dürften nur erkennen, dass das altbekannte Feuer-F jetzt weniger züngelt und ausfranst. Dadurch ähnelt es noch stärker dem „Teufel“-T des Hifi-Spezialisten. Eine Fusion der beiden Berliner Traditionsunternehmen zur neuen Marke „Feuerteufel“ wäre dann aber doch zu schön, um wahr zu sein.
Heiße News kamen heute von Anke Myrrhe und Jost Müller-Neuhoff. Dem Hot Shit des Berliner Stadtlebens war Tobias Langley-Hunt auf der Spur. Und ganz cool hat am frühen Morgen Jaqueline Frank alles verpackt und losgeschickt. Morgen früh schreiben sich Margarethe Gallersdörfer und Jessica Gummersbach für Sie warm. Bis dahin
