mit einem Last-Minute-Trick versuchen die SPD-Bildungspolitikerinnen Maja Lasić und Melanie Kühnemann am Sonnabend auf dem Parteitag die Lehrerverbeamtung durchzusetzen: In einem Initiativantrag versprechen sie Lehrkräften, die nicht verbeamtet werden wollen oder können (z.B. aus Altersgründen), als Ausgleich eine Arbeitszeitkürzung von 4 Stunden. Damit räumen sie einen Kritikpunkt der GEW-Vorsitzenden Doreen Siebernik und Tom Erdmann aus dem Weg.
Was nicht im Antrag steht, aber Teilnehmern des Lehrgangs „Mathe mit dem Checkpoint“ leicht fällt auszurechnen: Der Bedarf an zusätzlichen Lehrerinnen und Lehrern steigt alleine dadurch um bis zu 1000 Stellen (es sei denn, es gibt auch eine Lernzeitkürzung für Schülerinnen und Schüler, auch bekannt als Berliner Stundenausfallsyndrom). Was die Lehrkräfteausbildung betrifft, wollen Lasić und Kühnemann in die nächsten Hochschulverträge einen „Puffer von mindestens 500 zusätzlichen Plätzen“ über den prognostizierten Bedarf hinaus aufnehmen – geprüft werden soll auch „die Gründung einer eigenen Pädagogischen Hochschule“.
Wolfang Nagel heizt vor dem SPD-Landesparteitag den Mietentopf an – der Ex-Bausenator (1989-1996) hält es für „offensichtlich“, dass der Deckel „auf ewig“ bleibt und nicht nur 5 Jahre. Seine Begründung: Die Koalition selbst perpetuiere jenen „unausgeglichenen Wohnungsmarkt“, der als Begründung für das Deckelgesetz dient. Mit seiner Partei, für die er 18 Jahre lang Abgeordneter war, ist Nagel fertig – er rät von ihr ab.
In einem Brief an den Tagesspiegel schreibt Nagel: „Von der SPD und dem Regierenden Bürgermeister ist trotz gegenteiliger Hoffnung leider keine Änderung zu erwarten. Erneut sind er und die SPD gegenüber der Linken und dem radikalen Teil der Grünen in den letzten Koalitionsrunden eingeknickt, offenbar in der irrigen Erwartung, dass die Wähler es honorieren werden, wenn man die Linke noch links überholt. Das heißt leider, dass die Wohnungspolitik der SPD sie gegenwärtig kaum wählbar macht. Bleibt nur die Hoffnung auf den vernünftigen Teil der Grünen und letztlich auf die Verfassungsgerichte.“
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Der Knabe-Untersuchungsausschuss rückt näher – nach dem Arbeitsgerichtstermin am 6. November (da geht es um den früheren Stellvertreter des Ex-Gedenkstättenleiters) wollen CDU und FDP ihren Fragenkatalog finalisieren. Einiges könnte sich erledigt haben, anderes dazugekommen sein. Zudem gibt es Überlegungen, den Ausschuss zu befristen – das hat es bisher erst einmal gegeben (2011 beim Howoge-UA). Die Gründe dafür:
1) Das Parlament soll nicht übermäßig belastet werden.
2) Die Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen soll nicht während des Einheitsjubiläums beschädigt werden.
Und noch etwas spricht nicht nur aus Sicht von CDU und FDP für einen schnellen Ausschuss mit klarem Ende: Der Vorsitz fällt der AfD zu – die ein Interesse daran haben könnte, das Thema bis in den nächsten Wahlkampf zu ziehen.
Der Teaser einer FAZ-Kolumne von Hannes Hintermeier zum barbarischen Umgang mit Frankfurter Neuberlinern (hier nachzulesen) klang einfach zu schön, um falsch zu sein:
„Der Suhrkamp Verlag hat in Berlin nun zwar ein Haus, aber keine Adresse, weil er an drei Straßen gleichzeitig liegt und die Behörde sich nicht entscheiden kann.“
Ha, typisch Berlin! Oder, wie Hintermeier schreibt: „Das ist fast ein bisschen metaphorisch.“ Fast? Na, dann machen wir daraus doch gleich mal eine Frage für Berlinkenner: Wie viele Fehler hat die FAZ in diesen einen Satz gemorpht? Na? Richtig, es sind drei (wenn wir die Marotte des ungekoppelten Firmennamens abziehen), denn:
1) hat der Suhrkamp-Verlag seit dem Oktober 2018 die behördlich bekannt gegebene Adresse Torstraße 44 (Amtsblatt lesen lohnt sich!).
2) hat der Suhrkamp-Verlag nicht keine Adresse, weil er an drei Straßen gleichzeitig liegt oder von ihnen „umgürtet“ ist, wie die FAZ schreibt. Auch wenn er von fünf Straßen „umgürtet“ wäre, hätte der Verlag eine Adresse - woher sonst sollte die FAZ wissen, wohin sie sich ausliefern soll?
3) hat der Suhrkamp-Verlag nicht keine Adresse, weil sich die Behörde nicht entscheiden kann – denn das hat sie längst getan, ganz verbindlich, trotz dreier Straßen (siehe oben).
Richtig ist allein, dass Suhrkamp unzufrieden ist und sich deshalb selbst die Adresse „Linienstraße 34“ gegeben hat, weil dort der Hauseingang liegt (dabei klettern wir in Berlin ja lieber durchs Fenster). Aber es ist, derart kafkaesk ausgeschmückt, natürlich eine gute Geschichte, irgendwo angesiedelt im Bereich „Berlin Belletristik“. Das von Hintermeier benannte „Bezirksamt Berlin“ gibt’s auch nur in der Frankfurter Fantasie, im echten Leben heißt es „Bezirksamt Mitte“, und das haben wir mal gefragt, was es dazu sagt:
„Die Behauptung, der Verlag habe ‚gar keine Adresse‘ oder ‚bis heute keine verbindliche Adresse‘ ist falsch. Die Entscheidung zur Festlegung wurde vor mehr als einem Jahr getroffen, um dem Suhrkamp-Verlag frühzeitig Planungssicherheit zu geben. Grundlage für die Festlegung waren die zum Antrag eingereichten Planunterlagen. Mit diesem Verfahren stellt das Bezirksamt sicher, dass die Festlegung von Adressen nach einheitlichen Grundsätzen erfolgt. Es ist nicht sinnvoll, dass jeder Eigentümer/ Bauherr eigenmächtig eine Adresse festlegt.“
Stempel drauf, fertig. Das klingt natürlich nicht so richtig metaphorisch, nein, ganz im Gegenteil: Es ist, was Erfahrungen mit Berlin betrifft, geradezu metaphysisch. Aber überlassen wir doch Hannes Hintermeier, gastfreundlich wie wir hier sind, seinen selbst gewählten literarischen Abgang – er schreibt: „Mit sanftem Schaudern wendet man sich ab von den Kapriolen des Berliner Amtsschimmels.“ Und Tschüss. Wir stehen hier sowieso mehr auf Comics, und deshalb gehört das letzte Wort zur Affäre dem treuen Jolly Jumper: „Hühühühü!“
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Wer in die Oper geht, küsst besser!
Eine Frau, die weiß, was sie will! – 27. Okt & 22. Nov
Candide – 1. Nov & 24. Nov
Die Zauberflöte – 9./ 23./ 30. Nov
Die Perlen der Cleopatra – 16. Nov
Ab in die Oper!
Den gesamten Spielplan finden Sie unter
www.komische-oper-berlin.de
Zur Feier der Veröffentlichung des neuen Bußgeldkatalogs schauen wir uns heute mal die aktuellen Meldungen illegaler Müllabwürfe beim „Ordnungsamt Online“ an (Sperrmüll bis zu 2500 Euro, Bauabfälle bis 25.000 Euro) und beschränken uns dabei auf die Perlen von Neukölln – aber denken Sie daran: Der Status „Erledigt“ weist nur darauf hin, dass ein Amt das andere informiert hat – und das hier ist nur das, was in den vergangenen 48 h gemeldet wurde:
Elektroschrott (Treseburger Ufer 44), Sperrmüll (Karlsgartenstraße 17), Sperrmüll (Elsenstraße 69), Sperrmüll (Harzer Straße 90), Sperrmüll (Jonasstraße 38), Müllablagerung (Lohmühlenbrücke), Sperrmüll (Rufacher Weg 20), Sperrmüll (Karl-Marx-Straße 97), Sperrmüll (Dieselstraße 36), Müllablagerung (Wilhelm-Borgmann-Brücke), Sperrmüll (Herrnhuter Weg 2), Sperrmüll (Sonnenallee 311), Müllablagerung (Jonasstraße 66), Sperrmüll 8Lahnstraße 80), Sperrmüll (Neuköllnische Allee 39), Elektroschrott (Erlanger Straße 16), Sperrmüll (Mahlower Straße 5), Müllablagerung (Neuhofer Straße 138), Elektroschrott (Pflügerstraße 19), Müllablagerung (Fuldastraße 24), Sperrmüll (Landreiterweg 14A), Sperrmüll (Fuldastraße 22), Sperrmüll (Fritz-Erler-Allee 75), Müllablagerung (Flughafenstraße 84), Müllablagerung (Lenaustraße 22), Müllablagerung (Ringslebenstraße 2), Elektroschrott (Ringslebenstraße 22), Bauabfälle (Ringslebenstraße 22), Sperrmüll (Ringslebenstraße 22).
Alles in Neukölln, alles innerhalb von 48 Stunden neu gemeldet. Mit sanftem Schaudern wendet man sich ab… ach ne, sorry, das ist ja geklaut, oder vornehm ausgedrückt: plagiiert (siehe oben unter „Hintermeier“). Die gute Nachricht zum Thema Stadtreinigung: „BSR verbucht Boom bei Biotonne“ – na bitte, geht doch.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Wir schalten um zur Spezialdemokratischen Partei Deutschlands – der Jurist und langjährige SPD-MdB Peter Danckert hält den Mitgliederentscheid zur Vorstandswahl für rechtlich bedenklich. Seine Begründung: Briefwähler mussten 80 Cent Porto zahlen, für Onlinewähler war die Sache umsonst (und vielleicht auch vergebens) – Danckert sieht darin eine „fragwürdigen Ungleichbehandlung“ und „Verzerrung“. Er rät seiner Partei, das Ergebnis nicht am Samstag zu veröffentlichen, da es „womöglich keine Gültigkeit hat“.
Falls Sie vorhaben, Koks-Taxifahrer zu werden, hier ein Checkpoint-Tipp: Nie mehr als 25 Einzelportionen auf einmal mitnehmen – bis zu dieser Menge lässt die Berliner Polizei Sie laut einem internen Vermerk wieder laufen, weil das „von der Menge nicht für eine Einlieferung reicht“. (Q: Axel Lier und Peter Rossberg in der „B.Z.“, Nick Hein bei YouTube).
Wenn Sie sich in Neukölln die Haare waschen lassen, kann es gut sein, dass im Nebenzimmer Geld gewaschen wird – wegen des „Verfolgungsdrucks“ eröffnen kriminelle Clans nach Polizeierkenntnissen immer mehr zweischneidige Friseurgeschäfte. (Q: „Mopo“)
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23. BRANDENBURGER SCHLACHTEFEST
26. + 27.10.2019
im MAFZ Erlebnispark in Paaren im Glien direkt an der A10.
Einblicke in das Fleischerhandwerk, ein Fleischsommelier, Apfelsortenbestimmung, 40 Genusshandwerker und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm versprechen ein spannendes Wochenende.
www.brandenburger-landpartie.de
Pech für Paul von Hindenburg – der Reichspräsident darf künftig in Berlin nicht mehr kostenlos U-Bahn fahren: Die Koalition entzieht ihm die Ehrenbürgerschaft.
Er ist wieder da – und nein, es geht nicht um Adolf Hitler, sondern um den „Identitären“-Fan Jean-Pascal Hohm: 2017 musste der Extremrechtsausleger die Brandenburger AfD-Fraktion verlassen, jetzt hat er dort einen neuen Job – als Wahlkreisbürochef von MdL Daniel Münschke.
Kennen Sie auch nur einen guten Grund, warum die IAA ausgerechnet in unsere selbst ernannte Fahrradwelthauptstadt Berlin umziehen soll (CP von gestern)? Sie werden es kaum glauben: Wir haben sogar sechs Gründe für eine Automobilausstellung in Berlin gefunden (für jeden SUV-Zylinder einen, so ein Zufall aber auch) – hier sind sie.
Übrigens: Rein zufällig sprechen alle diese Gründe auch für einen Umzug der Frankfurter Buchmesse nach Berlin – bis dahin sollte Suhrkamp allerdings eine Tür an seine Adresse angebracht haben (siehe oben).
Kleiner Rückblick: Am 15.1. haben wir hier gemeldet, dass in Steglitz-Zehlendorf und Marzahn-Hellersdorf Straßenlaternen mit Steckdosen für Elektrofahrzeuge installiert werden sollen, und zwar im Herbst. Nun, es ist Herbst und wir fragen nach, wann der Strom strömt - die Antwort lautet: „demnächst“. Ob das eine gute Nachricht ist oder eine schlechte, werden wir hier klären, wir wissen auch schon wann: demnächst – oder, wie die Spanier ganz entspannt sagen würden, mañana.
Lehrer/in kann ja heutzutage in Berlin jede/r werden (inzwischen sogar ohne Abi) – falls Sie etwas Ausgefalleneres benötigen, um Ihre Kneipenbekanntschaft zu beeindrucken: Das Bezirksamt F’hain-Xberg sucht Lebensmittelkontrollsekretäranwärterinnen (gibt’s auch in der Jungs-Fassung). Sie müssten sich allerdings Visitenkarten zum Ausklappen bestellen.
Nach einer kurzen Drehpause baut das nächste Filmteam seine Zelte vor unserer Haustür auf, Laster, Lärm und Durchgangssperre inklusive. Ok, dann muss ich eben nicht mehr nach Babelsberg oder Hollywood, um durchs Bild zu laufen (Sie erkennen mich am Checkpoint-Shirt, Filmtitel wird nachgeliefert).
Und hier eine Nachricht nur für Leserinnen: Sind Sie zufällig am 4. Oktober in der Französischen Straße heulend aus einem Auto gestiegen, auf eine Ihnen fremde Frau zugestürmt und haben ihr wortlos Ihren Ehering in die Hand gedrückt? Kann ja mal vorkommen, muss Ihnen nicht peinlich sein. Die Frau, die plötzlich den Ring in der Hand hielt, heißt übrigens Lian. Sie ist damit zu einem Juwelier gegangen und hat das gute Stück schätzen lassen, das Ergebnis: 95.000 Euro. Sie schreibt: „Wenn DU hier mitliest: Melde dich. Ich bewahre den Ring 1 Jahr auf.“ Wenn Sie ihn wiederhaben wollen – hier können sie Lian erreichen.
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Berlin Science Week Magazin 2019
Schmilzt das Eis schneller als gedacht und was bedeutet das für unser Klima?
Vom 1. bis 10. November gibt die Wissenschaftswoche Antworten auf die drängendsten Fragen unserer Zukunft. Wissenschaftler aus der ganzen Welt bringen ihre neuesten Forschungsergebnisse nach Berlin.
Das Magazin mit Programm und Hintergründen hier gratis zum Download.
„Sie sind sicher am Flughafen Tegel oder Schönefeld gelandet, aber vermissen Ihr Gepäck“ – na das kennt in unserem Kofferchaos-Eldorado doch jeder. Die Flughafengesellschaft hat dazu jetzt ein kleines Filmchen ins Netz gestellt, eingeleitet mit dem Hinweis: „Verlorenes oder beschädigtes Gepäck fällt in den Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Fluggesellschaft.“ Also bitte: Schimpfen Sie nicht hier, gehen Sie bitte weiter!
Unterdessen am südöstlichen Stadtrand: Die Pressestelle der Flughafengesellschaft verschickt eine „Einladung an Medienvertreter“, verbunden mit dem Hinweis „Bitte achten Sie auf festes Schuhwerk“, und der Chef kommt auch – hm, da wird doch nicht etwa plötzlich… ach so, ach ne, es geht um die „Übergabe von zehn Wildpferden an die Gemeinde Schönefeld“ als Ausgleich für die „Eingriffe in Natur und Landschaft“ beim Bau des BER. Na hoffentlich vertragen die Kabelsalat.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Bei Terminator 6 kämpfen Menschen gegen Maschinen. An unseren Fahrkartenautomaten könnt ihr das jeden Tag erleben.“
Aus der BVG-Kampagne „Weil wir Dich lieben“.
Tweet des Tages
Uneingeschränkte Solidarität mit dem kreischenden Jungen, der auf die Bitte seines Vaters, er möge sich doch endlich mal beruhigen, mit ‚Ich war jetzt lange genug glücklich!‘ antwortete. #PrenzlauerAllee
Stadtleben
Essen – Start-ups präsentieren ihre neuesten Food-Trends in der Concept-Mall – klingt ziemlich hip, soll es auch sein. Zum zweiten Mal wird das Bikini Berlin zur Berlin Food Week zum House of Food. Mit dem Fokus auf Japan sind die Veranstalter ebenso am Puls der Zeit: In der Berliner Gastro-Landschaft sprießen Ramen-Läden und japanische Fusion-Restaurants schließlich geradezu aus dem Boden. In der Budapester Straße 38-50 (S/U-Bhf Zoologischer Garten) bieten acht Aussteller aus Japan heute und Samstag (je 10-20 Uhr) grünen Tee, Shōchū-Schnaps, Shiitake-Pilze und Bambus-Produkte an. Natürlich kommt man da derzeit am Thema Nachhaltigkeit nicht vorbei: Am Stand des Forums Moderne Landwirtschaft werden Besucher aufgeklärt, wie ihr Frühstücksei genau auf den Teller kommt und im Geflügel-Mobil kann man mithilfe einer Augmented-Reality-Brille Geflügelställe inspizieren. Der Eintritt ist frei.
Trinken – Der Schein trügt: Auch, wenn es tagsüber unauffällig wirkt, ist das Amarcord in Friedenau mit seiner authentischen Atmosphäre längst zum beliebten Kieztreffpunkt geworden. Wenn die Kaffee genießenden Zeitungsleser des Tages verschwunden sind, treffen sich die Friedenauer hier zu Wein und Kultur, zu Cocktails und italienischen Leckereien. Gibt es Livemusik, ist das Café oft brechend voll, die Stimmung herzlich und ausgelassen. Morgen Abend ab 20 Uhr können die Gäste Jenny van der Wall an Geige und Mikrofon lauschen – Mitsingen erwünscht! Handjerystraße 55, U-Bhf. Friedrich-Wilhelm-Platz, Mo-Fr 12-22 Uhr, Sa & So 14-22 Uhr
Berlinbesuch – Ein Dorf in der Stadt? An kaum einem Ort trifft Friedenau sich so gern wie samstags auf dem Markt am Breslauer Platz. Zwischen lautstarken Gemüsehändlern, Käse aus Tirol und dem wohl sympathischsten Pastastand der Stadt verabreden sich alte und neue Bekannte zum Wocheneinkauf - und wenn der dann erledigt ist, lädt das angrenzende Lula am Markt dazu ein, dem Treiben entspannt bei einem Espresso zuzusehen. Mehr Friedenau geht nicht. Sa 8-14 Uhr, Mi 8-13 Uhr, Do 12-18 Uhr, S-Bahnhof Friedenau
Geschenk – Rosen sind immer ein schmeichelndes Geschenk. Es muss aber nicht immer ein Strauß sein. In Thomas Pallas‘ Laden Rose aus Bulgarien am Schirpitzer Weg 76 in Rudow finden Sie Rosen, die vor allem der Haut schmeicheln - zum Beispiel als Parfum, Massageöl oder Badesalz. Sämtliche Kosmetik dort ist vegan, ohne Konservierungsstoffe und die Rosen werden ökologisch im Rosental im bulgarischen Kazanlak angebaut. Bestellungen ains auch über den Online-Shop möglich.
Karten gewinnen für die Premiere von „Albirea – Nur ein Kind wird die Welt retten“ am Sonntag (16 Uhr): Das Atze-Musiktheater bringt damit ein Fanatsy-Singspiel von Theaterleiter und Autor Thomas Sutter auf die Bühne. Es handelt von der Spannung zwischen Empathie in der realen Welt und Hate Speech im Internet. Diesen Zwiespalt verkörpern in der Luxemburger Straße 20 (U-Bhf Amrumer Straße) Bühnenbild und Begleitmusik: Die Kulisse flackert nämlich digital über Screens, vor denen ein Kammerorchester Beethovens Rasumowsky-Quartet, zeitgenössische Musik und Klangflächen aus dem Mittelalter zum Besten gibt. Für dieses vielfältige Zusammenspiel verlosen wir 2x3 Tickets (bis 12 Uhr).
Last-Minute-Vernissage – Anfang des letzten Jahres eröffnete das Museum des Kapitalismus in der Köpenicker Straße 172. Ein Museum, das Berlin bisher gefehlt hat! Ganz kapitalismuskritisch ging es im Juli in eine knapp zweimonatige Sommerpause, im vergangenen Monat standen dann Umbauarbeiten an. Jetzt eröffnet das museale Marx-Zentrum mit einer neuen, namenlosen Dauerausstellung wieder. Namen können manchmal trügerisch sein, deshalb fokussiert das Museum sich bei der Ankündigung lieber auf die Inhalte: Im Fokus stehen ab 20 Uhr „kapitalismusspezifische Mechanismen und ihre Auswirkungen auf Klima und Gesellschaft“. Der Eintritt ist natürlich frei. U-Bhf Schlesisches Tor
Noch hingehen zur Jubiläumsausstellung von Berlins erster Schmuckgalerie. Weshalb Schmuck überhaupt irgendwo anders als in einer Ladenvitrine ausgestellt gehört? Weil das Fertigen von Schmuck eine Kunstform ist, findet Designerin Maren Meyer-Ringe. 1970 gründete sie deshalb die Galerie Lalic in der Bleibtreustraße 47 in Charlottenburg. „Normal und brav bürgerlich“ wollte sie dabei nie sein, auf ihre Ringe kommen weder Brillanten noch Perlen – Meyer-Ringe setzt stattdessen auf Schlichtheit und experimentelle Materialien. Bis zum 2. November können Sie ihre Kreationen noch bestaunen, danach zieht sie sich aus dem Geschäft zurück und übergibt an ihre Nachfolgerin und Goldschmiedin Claudia Froben. Mo-Fr 11-19 Uhr, Sa 11-18 Uhr, S-Bhf Savignyplatz
Das Stadtleben zum Freitag von: Maria Kotsev und Lotte Buschenhagen.
30 Jahre, 30 Tage
25. Oktober 1989, 15 Tage bis zum Mauerfall – Der neue DDR-Staats- und Parteichef Egon Krenz ist um Kontakt mit Bundeskanzler Kohl bemüht und stellt ein baldiges Telefonat der beiden in Aussicht. Nach einem Treffen mit dem FDP-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Mischnick in Ost-Berlin geht Krenz bei einem halbstündigen Pressegespräch – einem Novum in Ost-Berlin – auch auf Fragen westlicher Journalisten zum Thema Opposition und Mauer ein. Während Krenz damit frischen Wind in den öffentlichen Umgang mit den Problemen seines Landes bringt, weist Stasi-Chef Erich Mielke eine erhöhte Kampfbereitschaft und das Tragen der Schusswaffen an.
Quelle: Tagesspiegel vom 26.10.1989, S.1
Berlin heute
Verkehr – Die Königsteinbrücke auf der A114 (Pankow-Zubringer) wird abgerissen und neugebaut. Dafür ist die Strecke in beiden Richtungen zwischen den AS Pasewalker Straße und Schönerlinder Straße gesperrt. Auch die A24 wird ab 22 Uhr bis Montag (5 Uhr) wegen Brückenarbeiten in Richtung Hamburg zwischen den AS Neuruppin Süd und Neuruppin gesperrt, in der Gegenrichtung ist die Strecke zwischen AS Herzsprung und AS Neuruppin Süd dicht. Und auch die A10 (Nördlicher Berliner Ring) wird wegen Brückenabrissarbeiten von 22 bis Montagmorgen um 5 Uhr in beiden Richtungen in Höhe des AD Kreuz Oranienburg gesperrt. Auf der Kantstraße in Charlottenburg ist von 7 bis 18 Uhr zwischen Leibnitzstraße und Wielandstraße in Richtung Budapester Straße nur eine Spur befahrbar. Die Grenzallee in Neukölln ist ab 6 Uhr morgens bis Montagmorgen (ca. 5 Uhr) in beiden Richtungen zwischen Neuköllnischer Allee und Bergiusstraße gesperrt. In der Max-Schmeling-Halle bringt Comedian Chris Tall seine Fans ab 20 Uhr zum Lachen – weniger lustig wird es wegen des Verkehrsaufkommens deshalb für Autofahrer im Bereich Schönhauser Allee, Gleimstraße und Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg. Weil in der Mercedes-Benz-Arena Alba Berlin gegen den CSKA Moskau antritt und in der Verti Music Hall das 40-jährige Jubiläum des „Die drei???“-Hörspiels gefeiert wird, staut es sich ab ca. 19 Uhr im Bereich Mühlenstraße, Warschauer Straße, Oberbaumbrücke und Stralauer Allee in Friedrichshain.
Demonstration – In der Tegeler Straße in Mittetreffen sich 130 Klimaaktivisten zur „Fridays for Future“-Demo von 14.30-15.15 Uhr. Beim „Protest gegen schlechte Ausbildungsbedingungen an den Kliniken für die Psychotherapeuten-Ausbildung“ von der Protest AG laufen 100 Personen von 16-18 Uhr von der Dieffenbachstraße zum Oranienplatz. Mit einer Fahrraddemo, die vom Invalidenpark über die Straße des 17. Juni zurück zum Invalidenpark verläuft, wollen 30 Menschen „mehr Klimaschutz einfordern“ (16-19 Uhr). Am Samstag fordern 50 Aktivist*innen von 8.30-11 Uhr in der Budapester Straße vor dem Hotel Intercontinental „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“. Einen „Protest gegen geplante Enteignung“ mit 50 Personen (8.45-9.45 Uhr) organisieren die Jungen Liberalen ebenfalls in der Budapester Straße. Rund 200 Radfahrende nehmen von 11-13.30 Uhr an der Friedensfahrradtour von der Amerikanischen Botschaft am Pariser Platz zur Iranischen Botschaft in der Podbielskiallee teil. „Partizipation durch Kinder und Jugendliche“ fordert der Jugendclub Schloss19 mit etwa 500 Menschen in der Spreetalallee (12-15 Uhr). „Gegen Besetzung und militärische Angriffe der Türkei in Rojava“ protestieren 1500 Personen und ziehen ab 15.30 Uhr vom Breitscheidplatz zum Adenauerplatz. Am Hermannplatz fordert Autofrei Berlin mit 500 Personen von 14-17 Uhr eine „Verkehrswende sofort“. Am Sonntag zeigen etwa 500 Leute ihre „Unterstützung der Volksrevolution im Libanon“ am Pariser Platz (13-16 Uhr). Und von 16.30-20 Uhr treffen sich 300 Personen Unter den Linden vor der Europäischen Kommission zur „Demo für Frieden und gegen Gewalt in Chile“.
Gericht – Ein ehemaliger Vorstandsvorsitzender eines Stromanbieters muss sich wegen besonders schwerer Untreue verantworten. Der 55-Jährige soll unberechtigt die Auszahlung von Tantiemen an sich selbst, zwei weitere Vorstandsmitglieder und den Vorstand einer assoziierte Aktiengesellschaft in Höhe von rund 885.000 Euro veranlasst haben (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 220).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Erich Abshagen, „mal spielt er Bass, mal spielt er bässer“ / Sabine Bethmann (88), ehem. Schauspielerin / „Rainer Boldt (70), "nahezu 25 Jahre Engagement für die Friedrichstrasse! Mach weiter, Du wirst gebraucht! Dein Reiner“ / Gülsen Degener (51), Karambolagespielerin / Harald Gindra (62), für die Linke im AGH / Jakob Hein (48), Psychiater und Schriftsteller / Hans Jaenichen (70), „Ein Gruß von seiner Freundes-(ehemals Wander-)runde.“ / Thomas Natschinski (72), Komponist und Sänger / Karl-Gustaf Richter (65), „ehemaliger Eishockeyspieler (Berliner SC/Kölner EC)“ / Niklas Schrader (38), für die Linke im AGH / Ingo Schramm (57), Schrifsteller / Rainer Strecker (54), Schauspieler
Sonnabend – Rafal Gikiewicz (32), Fußballer bei Union / Beatrix Gomm / Josefine Grosse (49), ehem. Handballspielerin / Sven Heinemann (41), für die SPD im AGH / Angelika Jahr-Stilcken (78), Journalistin und Unternehmerin, im Aufsichtsrat der Gruner + Jahr AG / Tilo Prückner (79), Schauspieler / Angelika Waller (75), Schauspielerin und Schauspielpädagogin in der DDR / "Happy Birthday der fröhlichen Helke aus Moabit - ob Tennis, Kunst oder Kultur - du bist immer dabei, auch wenn es mal zwackt - wir wünschen dir heute Abend eine tolle Party“
Sonntag – Edda Moser (81), Sopransängerin / Claudia Schlemminger, „Alles Liebe für die beste Ehefrau und Mama von allen“ / Tom Schreiber (41), für die SPD im AGH / Nina Stahr (37), Grünen-Politikerin / Farin Urlaub (56), Frontsänger der Ärzte / Dustin Watten (33), ehem. Volleyballer bei den Recycling Volleys
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Hans-Joachim Boehm, * 23. Oktober 1920, Senatsdirektor a.D., Stadtältester von Berlin / Dr. Heinz-Otto Gralki, * 24. März 1934 / Karl-Dietrich Gräwe, * 3. Mai 1937 / Hanni Lévy, * 16. März 1924, Shoa-Überlebende / Heinz-Viktor Simon, * 17. Juli 1934, langjähriger stellv. Vorsitzender der CDU-Fraktion im AGH / Dipl.-Ing. Helmut A. Zeumer, * 1. Juni 1941 / Peter-Hans Zippler, * 8. Februar 1931
Stolperstein – Wolfgang Luft (Jhg. 1934) lebte in der Karl-Marx-Straße 16-18 in Neukölln bis er 1938 mit den Kindertransporten in die Niederlande floh. Im Februar 1942 wurde er jedoch nach Westerbork verschleppt und von dort ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Am 23. Oktober 1944 brachten die Nazis ihn ins Vernichtungslager Theresienstadt und ermordeten ihn dort heute vor 75 Jahren.
Encore
Super Service, den die Bahn da bietet – auf dem digitalen Fahrplan für den ICE 855 von Köln nach Berlin, der im Netz rumgeht, ist als Warnhinweis in orange der Hinweis „Schulklasse im Wagen“ vermerkt, und darunter steht: „Sehr nervige Schulklasse erwartet – Bitte führen Sie Ihr Noise-Cancelling-Equipment mit sich oder wählen Sie eine andere Verbindung.“ Aber jetzt mal im Ernst: Darauf wären Sie doch noch nicht mal am 1. April reingefallen. Oder? Oder!!!
Ich wünsche Ihnen einen ruhigen Start in den Tag, mit einem wohlwollend-kritischen Blick, gerne auch auf den Checkpoint – schreiben Sie uns: checkpoint@tagesspiegel.de. Morgen stimmen Sie hier Stefan Jacobs und Thomas Wochnik auf das Wochenende ein, ich bin am Montag früh wieder für Sie da. Und falls Sie uns mit einem Checkpoint-Abo unterstützen möchten: Zur Anmeldung für das kostenlose Probeabo geht’s gleich hier unter diesem Link. Würde mich sehr freuen. Alles Gute, bis dahin,