zum Ferienfinale erreicht uns ein letzter Urlaubsgruß von Leser Oliver Feißel. Aus Marokko, nahe Marrakesch, schreibt er: „Auch hier behalten wir mit dem Checkpoint stets den Überblick.“

Beach, Berge oder Balkonien – das war’s für dieses Jahr! Vielen Dank für die unzähligen und schönen Zusendungen! Es hat großen Spaß gemacht, mit Ihnen um die Welt zu reisen.
Resümee nach sechs Wochen Ferien: Das klassische Sommerloch ist auch in diesem Jahr in Berlin größtenteils ausgefallen. Wir hoffen, dass Sie zwischen Autobahnchaos, SPD-Kandidatensuche, S-Bahn-Krise und Kneipenlärm-Diskussionen genug Zeit zum Durchatmen und Krafttanken gefunden haben. Was Sie an diesem Wochenende abseits der IFA (inklusive verkaufsoffenem Sonntag) erleben können, lesen Sie mit einem Abo der Checkpoint-Vollversion wie gewohnt weiter unten.
Vorab ein Spezialtipp: Die Checkpoint-Band spielt heute im Luftschloss auf dem Tempelhofer Feld. Wochenlang wurde getextet, geklimpert und geprobt: Neben den unterhaltsamen Berlin-Klassikern (u. a. „Danke Kai“) hat die Band rund um Lorenz Maroldt und Anke Myrrhe vier musikalische Premieren im Gepäck. Es wird laut und lustig, interaktiv und ironisch – und manchmal auch zum Heulen schön. Und: Es gibt noch Resttickets an der Abendkasse.
Apropos: Berlins umstrittenste Freifläche hat mal wieder einen Architekten inspiriert. Christoph Langhof möchte nicht weniger als zwölf Wohntürme direkt am ehemaligen Flughafengebäude bauen, 60 bis 240 Meter hoch und mit 5000 Wohnungen. Es sei dezidiert keine Randbebauung: „Den Zankapfel fassen wir nicht an, die offene Fläche bleibt unangetastet“, sagt Langhof. Die Architektenkammer hält (trotzdem) wenig davon.
Wir bleiben am Flughafen Tempelhof: Zum Jahrestag des Hamas-Angriffs auf Israel soll dort die Ausstellung „The Nova Music Festival Exhibition“ eröffnen. Mit Alltagsgegenständen und Aufnahmen aus Körperkameras der Terroristen wird gezeigt, was Besucherinnen und Besucher des Festivals in den letzten Minuten vor der Attacke durchlebten. Bislang ist die Ausstellung vor allem durch die USA getourt. In New York warfen pro-palästinensische Demonstranten den Machern „israelische Propaganda“ vor. Auch in Berlin befürchten die Verantwortlichen Störaktionen, aktuell wird ein Sicherheitskonzept erarbeitet. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) soll die Schirmherrschaft übernehmen: Die Ausstellung sei eine Einladung an alle, „sich bewusst zu machen, dass es den Tätern allein um grausame Gewalt gegen unschuldige Menschen ging“, sagte er dem Tagesspiegel. Felix Hackenbruch kennt die Details.
Anzeige
Die Alte Nationalgalerie zeigt erstmals seit 1905 Skulpturen der beiden Künstler*innen zusammen. Beide vereinte das Streben nach Anerkennung und Abkehr vom Meister Auguste Rodin. In thematisch inszenierten Räumen werden ca. 140 Objekte, davon 67 Skulpturen von Claudel und Hoetger gezeigt.
Tickets unter smb.museum/tickets und vor Ort. Di-So 10-18 Uhr
Mit den Ferien endet auch die Sommersaison in den Freibädern. Ein letztes Mal öffnen morgen die Sommerbäder Wilmersdorf, Am Insulaner und Neukölln, außerdem das Sommerbad des Kombibades Seestraße und das Kindersommerbad Monbijou. In die Verlängerung gehen dagegen die Sommerbäder Staaken West, Humboldthain und Wuhlheide (bis 12.09.), das Sommerbad Pankow und das Kindersommerbad Platsch (bis 14.09.), die Sommerbäder Mariendorf (bis 16.09.) und Olympiastadion sowie das Strandbad Wannsee (bis 21.09.), das Sommerbad Kreuzberg und das Sommerbad des Kombibades Gropiusstadt (bis Ende September). Freibadpommes schmecken übrigens auch bei Nieselregen.
Berlin heult wieder: Erstmals seit 30 Jahren werden am bundesweiten Warntag Sirenen erklingen. Mehr als 200 wurden inzwischen (nach etlichen Verzögerungen) auf den Dächern installiert, zunächst vor allem in dicht besiedelten und touristischen Kiezen. Bis Ende des Jahres sollen es 450 werden, weitere 100 sollen jeweils in den kommenden Jahren folgen. Am Donnerstag um 11 Uhr werden wir hören, ob und wie laut sie lärmen.
Ein letztes Mal „Seitenweise Sommer“: Gemeinsam mit Berlins beliebtesten Kiezbuchhandlungen haben wir in den Ferien täglich Bücher empfohlen, die wie für die Hängematte gemacht sind. Hier finden Sie eine Auswahl der abwechslungsreichen Urlaubslektüre. Der letzte Tipp kommt von der Buchhandlung „Blattgold am Mügelsee“ in Rahnsdorf, laut Checkpoint-Leser Volker Schlickum „immer freundlich und bei Titelrecherchen hilfsbereit“.
Inhaberin Birgit Hoffmann empfiehlt von Mariette Navarro „Über die See“: „In ihrem Roman entführt uns die Autorin auf die stille Weite eines Containerschiffs, das mitten im Atlantik eine überraschende Pause einlegt, als die Besatzung die Kapitänin bittet, schwimmen zu gehen. Dieser schmale, charismatische Debütroman vereint mystische Stille, lebendige Abenteuer und innere Reflexion zu einem fesselnden Erlebnis, das sowohl die Tiefen des Meeres als auch die Abgründe der Seele eindringlich erfahrbar macht.“ Auch erhältlich im Tagesspiegel-Shop.
Anzeige
Gemeinsam laden die Häuser am Kulturforum Berlin am 14. September zu einem großen Fest für Jung und Alt! Unter dem Motto »Paradies« präsentieren sie drinnen und draußen Führungen, Workshops, Performances, Musik, Gottesdienst, einen Foodmarkt und Berlins längste Tafel zum Zusammenkommen und Verweilen.
Alle Informationen unter www.kulturforum.berlin.
Was fehlt? Natürlich die Checkpoint-Ausflugstipps fürs Wochenende!
SAMSTAG
+ Magische Momente bietet das Seenfest am Strandbad Orankesee in Hohenschönhausen, mit Tanz, Theater, Pantomime, Zauberei, Musik und einer Feuershow, parallel treiben riesige Bälle auf dem See.
+ In Lichtenberg feiern die BLO-Ateliers nach Elektro-Sanierungen Wiedereröffnung. Neben Ausstellungen, Konzerten und Workshops gibt’s auch Akrobatik und Bogenschießen. Der Eintritt ist frei.
+ Im Prenzlauer Berg gibt’s Tatütata zum Anfassen: Die Freiwillige Feuerwehr in der Schieritzstraße lädt zum Tag der offenen Tür. Die Löschfahrzeuge dürfen natürlich auch besichtigt werden.
SONNTAG
+ Im Museum für Fotografie präsentiert die Helmut Newton Stiftung aktuell die Doppelausstellung „Newton´s Riviera & Dialogues. Collection Fotografis x Helmut Newton“, mit ausdrucksstarken Bildern von der Riviera-Küste, Monte Carlo und der Côte d’Azur.
+ Das ufaFabrik-Gelände in Tempelhof verwandelt sich in eine bunte Erlebniswelt: Zum Sommerfest gibt’s Live-Musik, Artistik und Poesie, einen Markt zum Stöbern und jede Menge Essensstände.
+ Ganz in der Nähe lädt der Naturpark Südgelände zum „SommerTagsTraum“ für die ganze Familie mit Märchen, Theater, Kindersport, Yoga und Qigong.
SAMSTAG & SONNTAG
+ Highlight für Pflanzenfans: Beim Staudenmarkt im Botanischen Garten bieten mehr als 55 Gärtnereien aus Deutschland, Polen, Tschechien, den Niederlanden und Österreich ihre Gewächse zum Kauf an.
+ Wer es etwas schärfer mag, ist beim Chili Fest in der Berliner Berg Brauerei richtig: Angeboten werden scharfe Soßen aus aller Welt, Mutige (und Schaulustige) können beim Chili-Wettessen mitmachen.
+ Und im Süden Neuköllns läuft die Rudower Septembermeile, ein traditionelles Familien- und Nachbarschaftsfest mit allen Klassikern: Imbissbuden, Hüpfburg, Karussell, Losbude und Entenangeln.
Weiter zu Autobahnen, Anwohnerparkzonen und Absackern: Hier kommt das Checkpoint-Wochenrätsel! Für alle, die neu dabei sind: Jede Woche können Sie an dieser Stelle Ihr Wissen über Berlin testen. Wer Checkpoint liest, ist klar im Vorteil. Letzte Woche war das Lösungswort MUSEUMSBESUCHE. Danke fürs Mitmachen und viel Spaß!
1. Gut gelaunt stellte die Berliner SPD ihren Spitzenkandidaten Steffen Krach vor. Der freute sich:
M) „Hier läuft alles besser als in Hannover.“
A) „Ich bin gerne Berliner.“
R) „Endlich normale Leute.“
2. Auch thematisch läuft er sich warm: Zur großen Olympia-Diskussion sagte Krach: „Ich bin mir sicher, …
O) … dass ein Volksentscheid helfen könnte.“
T) … wir haben bei der Bewerbung keine Chance.“
U) … Berlin kann Olympia.“
3. Sein Konkurrent, der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU), verriet derweil in einem Interview, er habe …
R) … als Kind Reitunterricht genommen.
T) … in seiner Jugend ein paar Mal gekifft.
L) … als Student in einer Punk-Band gesungen.
4. Dass Anwohnerparken teurer wird, gilt als abgemacht. Eine neue Umfrage zeigt: Fast jeder Zweite …
N) … will dann sein Auto verkaufen.
P) … fordert 300 Euro pro Jahr.
O) … lehnt die Preiserhöhung ab.
5. Derweil staut es sich weiter rund um den neuen A100-Abschnitt. Eine Reaktion?
S) Der Senat verteilte Gutscheine für E-Scooter.
I) Der Abschnitt wird wieder geschlossen.
B) Die BVG stellte den Verkehr auf mehreren Buslinien ein.
6. Und was soll aus dem „Betriebsweg“ parallel zum 16. Abschnitt perspektivisch werden?
A) Ein Geh- und Radweg
C) Eine Magnetschwebebahn-Strecke
K) Eine Parkanlage
7. Berlins Behörden rücken zusammen, Landesbeschäftigte sollen sich Büros vermehrt teilen. Wie viel Platz haben sie derzeit durchschnittlich pro Kopf?
H) Knapp 20 Quadratmeter
B) Rund vier Quadratmeter
O) Etwa zwölf Quadratmeter
8. Apropos WG: Das Studierendenwerk rät Studis auf Wohnungssuche …
R) … einen Makler zu engagieren.
N) … Wohnraum am Stadtrand zu suchen.
D) … nach Brandenburg zu ziehen.
9. Eine Schönebergerin hat 4,4 Millionen Euro im Lotto gewonnen. Sie …
C) … tippt seit 30 Jahren dieselben Zahlen.
V) … nimmt die Geburtsdaten der Senatoren.
N) … würfelt jede Woche neue Zahlen.
10. Teuer geht’s weiter: Die Weihnachtsbeleuchtung in der City West …
W) … wird diesmal komplett vom Senat finanziert.
H) … ist bereits gesichert.
F) … fällt in diesem Jahr aus.
11. Und für welches Tier plädiert der Berliner NABU bei der Wahl zum „Vogel des Jahres“?
S) Buschmaulsperling
K) Baumnasenkrähe
A) Waldohreule
12. Zum Sport: Was können Union-Berlin-Fans erneut gewinnen?
C) Personalisierten Sitzplatz im Stadion
O) Übernachtung in der Alten Försterei
L) Abendessen mit Ritter Keule
13. Und noch ein Absacker: Wie heißt die Andacht, zu der Pfarrer Björn Borrmann von der Spandauer St.-Nikolai-Kirche einlädt?
G) „Mercy Martini“
H) „Segens-Sekt“
S) „Holy Aperoly“
Senden Sie das Lösungswort an checkpoint@tagesspiegel.de. Einsendeschluss ist Sonntag, 23.59 Uhr. Unter allen Einsendungen mit der richtigen Antwort verlosen wir einen limitierten Checkpoint-Jutebeutel. Viel Glück!
Berliner Schnuppen
Leseempfehlungen
Allein mit dem SUP-Board über den Atlantik: „Die Leine zwischen dem Board und mir ist meine Lebensversicherung“
Nur mit Muskelkraft will Stand-up-Paddler Michael Walther monatelang den Atlantik überqueren. Er erzählt, auf welche Gefahren er vorbereitet ist und welchen Tipp er von Segel-Ikone Boris Herrmann bekam. (T+)
Partneragentur für Vermögende: „Eine Vermittlung dauert drei bis fünf Werktage“
Wo finden der Herr oder die Dame von Welt eine neue Liebe? Kaum bei Tinder, eher mithilfe von Anita und Philipp Schwarzenberg. Was machen sie anders? (T+)
Zwischen herzlicher Bewirtung und harter Realität: Die Sonnenallee ist Berlins Flaniermeile der Gegensätze
Die bekannte Straße in Neukölln ist mehr als eine Geschäftsmeile. Sie zeigt, wie nah gutes Essen und rauer Alltag in Berlin beieinanderliegen. (T+)
Encore
Fernsehturm, East Side Gallery, Spreedampfer & Co: In den Ferien hat Team Checkpoint 36 Berlin-Klassiker empfohlen, die von Touris geliebt und von Berlinern (oft zu Unrecht) gemieden werden. Zum Abschluss haben wir etwas getan, was für viele Einheimische undenkbar scheint: Wir haben uns bei Berlins bekanntester Dönerbude angestellt.
Spätestens nach einer Viertelstunde fragt man sich, ob das wirklich sein musste. Darf es wahr sein, dass seit gefühlt zehn Minuten dieselben drei Teenager vor der Theke stehen? Die Schlange vor „Mustafa’s Gemüse Kebap“ am Mehringdamm mag die Straßenseite gewechselt haben und sich nun vor einem festen Geschäft statt vor der legendären Imbissbude entrollen. Doch die Zeit friert in ihr immer noch ein. Kommt man an der Theke an, merkt man, warum: Die Männer haben ein freundliches Wort für jeden übrig, der Fragen hat oder sie filmen oder fotografieren will. Und das Ergebnis ist zu Recht weltberühmt, nach wie vor: toll gewürzt, perfekt getoastetes Brot, das frittierte Gemüse schmeckt herrlich nach geröstetem Knoblauch, alles andere knackig frisch. Das Anstehen lohnt sich immer noch – 20 Jahre nach Eröffnung.
Gelohnt hat sich auch wie immer die Arbeit von Nora Weiler (Produktion) und Saskia Kabelitz (Wochenrätsel). Am Montag startet Lorenz Maroldt mit Ihnen in die neue Woche. Machen Sie sich ein schönes Wochenende und bis bald