Irgendwie hat sich das Wetter im Monat geirrt: Nach einem sturmböigen Herbstspaziergang musste ich mir gestern erstmal eine Suppe warm machen, und nachts ging‘s dann runter Richtung 0 Grad – bloß gut, dass es die Ausgangssperre gibt! Allerdings ist es mit beidem wohl bald vorbei: Die Temperatur steigt (am Sonntag um 17 Uhr auf 25,1 Grad, prognostiziert Jörg Kachelmann, zu dem wir gleich nochmal kommen), die Inzidenz fällt – vielleicht können wir heute schon mit einem neuen Countdown beginnen (wir brauchen 5 Tage unter 100). Übrigens: Die Klage mehrerer Berliner Abgeordneter von SPD, Linken und FDP (u.a. Sven Kohlmeier, Sebastian Schlüsselburg) gegen die Ausgangssperre wurde nach Checkpoint-Informationen abgewiesen, in einem Fall abgetrennt (AZ BvR 1013/21). Genesene werden möglicherweise als Sonderfall betrachtet.
TXL ist seit gestern 00:00 Uhr endgültig dicht („Entlassung aus der luftverkehrsrechtlichen Zweckbestimmung“, heißt das offiziell) – und zugleich wurde auch die legendäre Wetterwarte aus ihrer Zweckbestimmung entlassen. Doch seit gestern hält dort Jörg Kachelmann seinen Finger in den Wind, und das kam so:
Am 20. April bekam Kultursenator Klaus Lederer eine Nachricht von dem Meteorologen: „Sehr geehrter Herr Senator Klaus, wir sollten diese lange Klimareihe nicht einfach sterben lassen. Ich bring Wetterstation, Ihr helft mit Platz?“ Die Antwort von Lederer: „Kannst du mir dazu bisschen was mailen? Ist ja nun nicht ganz Kultur. Aber ich check das gern mal aus!“ Und nach Gesprächen mit Philipp Bouteiller, André Stumpf und Rob Grotewal von der Tegel Projekt GmbH gab’s am vergangenen Sonnabend eine Ortsbegehung mit ersten provisorischen Installationen – und Anfang der Woche stellte Kachelmann dann mitten im Sturm den Windmesser auf.
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Ok, wir ziehen exakt neun Kilometer weiter Richtung Hermsdorf und vergessen mal kurz den Sturm: Woran denken Sie, wenn die Verkehrsinformationszentrale eine „witterungsbedingte Störung in Waidmannslust“ meldet? Also, bei mir meldet sich als erstes mahnend die Stimme von Wolf Schneider („Deutsch für Profis“), der wetternd an das schöne Wort „Wetter“ erinnert („wetternd“ hätte er sicher auch gestrichen), und dann denke ich an den armen Hund, der gestern zum Ärger seines Waidmanns (vulgo Jäger) offenbar ein Problem mit seiner Schnüffelnase hatte (und deshalb keine Witterung aufnehmen konnte). Immerhin wissen Sie jetzt, warum Sie gestern in der S1 endlich mal wieder eine Runde Betriebsstörungsbingo spielen konnten.
„Union forciert Klimapolitik“ klingt wie Kabarett von Florian Schröder – ist aber ernsthaft eine aktuelle Meldung: Die Herren Laschet, Söder, Ziemiak und Röttgen überboten einander gestern im Stundentakt in verbaler Weltenrettung. Und auch die Pankower CDU zeigte, wie sehr ihr die Ökologie am Herzen liegt: Sie beantragte gestern per Drucksache VIII-1499 eine bessere „Erreichbarkeit des Naturschutzgebietes Karower Teiche“ – und das schauen wir uns jetzt mal in ganzer Länge und schauerlicher Schönheit an:
„Das Bezirksamt Pankow von Berlin wird ersucht, die Abstellmöglichkeiten für Kraftfahrzeuge an den Zugängen des Naturschutzgebietes Karower Teiche im Ortsteil Französisch Buchholz baulich so herzustellen, dass sie gefahrlos und ohne spezielle Fahrzeugeigenschaften genutzt werden können. Begründung: Das im Ortsteil Französisch Buchholz gelegene Naturschutzgebiet Karower Teiche erfreut sich steigender Beliebtheit bei Erholungssuchenden, die aufgrund der Lage häufig mit dem eigenen PKW anreisen. Im Bereich der Grenze zum Ortsteil Karow existieren keine legalen Parkplätze. Westlich der Bucher Straße existieren zwei Möglichkeiten, um die Fahrzeuge abzustellen. Beide sind weder befestigt, noch bieten sie einen barrierefreien Zugang zum Naturschutzgebiet. Inzwischen hat sich der Zustand dieser Parkplätze so verschlechtert, dass mit Fahrzeugen ohne besondere Bodenfreiheit und zwei angetriebenen Achsen eine Benutzung kaum mehr möglich ist.“
So lautet eine Anfrage der Bezirks-CDU im Jahr 2021. Ja, es ist wirklich ein Skandal, dass die rot-rot-grüne Mehrheit des Bezirks die naturschutzliebenden Bewohner immer noch zwingt, sich ein SUV zu kaufen, nur weil sie ein, zwei Mal im Jahr die Gegend um die Karower Teiche plattfahren wollen, ohne gleich stecken zu bleiben. Leute, schaut doch einfach mal ins Grundgesetz, Zusatzartikel 500, Absatz PS: „Jeder hat das Recht auf einen zubetonierten Parkplatz am Naturschutzgebiet“ – liegt in jedem Handschuhfach.
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Als Adidas beim ersten Lockdown trotz Millionengewinnen gleich mal die Mietzahlung in ihren Filialen einstellte, habe ich aus Protest ein altes Paar Dreistreifen-Treter in den Müll geworfen. Jetzt ist das nächste Paar dran – und hier steht, wieso:
Seit einem halben Jahr befinden wir uns im Winterlockdown – die Politik ruft dazu auf, zuhause zu bleiben, zuhause zu arbeiten, zuhause zu lernen. Und Adidas macht mit: Unter dem Hashtag #Hometeam zeigen die Angestellten via Instagram rührend-schöne Wohnzimmerfotos – und fast immer scheint die Sonne herein. Die Bewohner der Hermannstraße 233 können davon nur träumen: Bei ihnen hängt neuerdings ein haushohes Werbebanner vor den Fenstern – und jetzt raten Sie mal, von wem? Ok, war ja nicht so schwer. „Manche sehen Nachhaltigkeit. Wir sehen unsere Verantwortung“, steht in riesigen Lettern links an der Fassade, von der Traufe an abwärts. Und deshalb sehen manche Menschen gar nichts. Aber wenn Sie jetzt denken: „Das ist ja unmöglich!“, dann werden Sie von Adidas eines Besseren belehrt: „Impossible is nothing“, heißt es rechts an der Fassade.
Die Geschichte geht aber noch weiter: Eine Mieter-Beschwerde reichte Adidas gleich weiter an die Hausverwaltung „Deutsche Boden“ – und die drohte den Bewohnern, die sie „Anstifter“ nennt, gleich mal eine Schadenersatzforderung an, sollte Adidas wegen der Proteste als „Werbepartner“ abspringen. Und hier noch ein Blick auf die Geschäftsprognose von Adidas („Ausblick Gesamtjahr 2021“): „Starker Umsatzanstieg im mittleren bis hohen Zehnprozentbereich erwartet – Gewinn zwischen 1,25 und 1,45 Mrd. Euro.“ Da können dann eben andere auch ruhig mal die Wände hochgehen. (Q&F: Dominik Erhard)
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Fast 300 000 Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen wurden im Rahmen der nationalsozialistischen "Euthanasie"- Verbrechen ermordet, darunter viele Kinder. Die grüne Bundestagsfraktion fordert die Anerkennung der Opfer und eine vollständige Aufarbeitung. Jetzt geht es darum, alle relevanten Akten für die Forschung zu erhalten.
gruene-bundestag.de/termine
Der Senat hat bei AstraZeneca den Überblick verloren („Für das Impfen in den Praxen sind der Bund und die KV zuständig“, CP vom 3.5.) – aber wie steht’s z.B. in Bayern? Gibt’s da eine statistische Erfassung der Impfungen in den Hausarztpraxen nach Alter, Priorisierungsgruppe und verabreichtem Impfstoff? Hier das Ergebnis unserer Mail-Recherche in München (Pressestelle des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege): „Das Postfach des Empfängers ist voll und kann zurzeit keine Nachrichten annehmen.“ Es kommentiert Markus Söder: „Das Schönste an Berlin ist, es zu verlassen.“ Offenbar hat er beim letzten Mal aber immerhin ein Souvenir mitgenommen.
Die Finger weigern sich, die immer gleiche Meldung zu tippen, aber es muss ja raus: Schon wieder hat ein Lkw-Fahrer beim Abbiegen einen Radfahrer schwer verletzt – diesmal an der Brandenburgischen Straße Ecke Hohenzollerndamm. Ohne Abbiegeassistent (da wird noch drauf gewartet). Ohne getrennte Ampelschaltung (vor einem Jahr angekündigt). So bleibt die „Vision Zero“ eine Fata Morgana. Tagesspiegel-Verkehrsexperte Jörn Hasselmann fordert deshalb heute in seinem Kommentar: „In jedem Wagen sitzen ab sofort zwei Personen. Der Beifahrer sichert. Noch länger zu warten, wäre tödlich.“
Und was meinen Sie?

Berliner Schnuppen
Telegramm
Zahl der Berliner Bürgerämter, in denen zurzeit Termine gebucht werden können (Stand heute früh, 06:00 Uhr): null (0).
Zahl der Berliner Impfzentren, in denen zurzeit Termine gebucht werden können (Stand heute früh, 06:00 Uhr): null (0).
Es kommentiert Silke Gebel, Fraktionsvorsitzende der Grünen (frisch geimpft mit „Moderna“ im Abgeordnetenhaus als Mitglied eines Verfassungsorgans): „Jeder Pieks bringt uns dem Ende der Pandemie näher. Alle bitte mitmachen!“
Vier Flüge kommen heute nach 22 Uhr am BER an, darunter einer aus Mallorca (Inzidenz 29) – da gilt aber schon die Ausgangssperre (keine Ausnahme für touristische Reisen). Und nun? Das sagt die Flughafengesellschaft zu dem Dilemma: „Generell ist eine Übernachtung im Terminal des Flughafens Berlin Brandenburg erlaubt und möglich. Bitte beachten Sie, dass wir derzeit keine Schlafkabinen für unsere Gäste anbieten. Im öffentlichen Terminalbereich befinden sich auf den verschiedenen Ebenen jeweils vereinzelt kleine Sitzgruppen.“ Der Checkpoint wünscht gute Nacht.
„Habe heute der Polizei Berlin 9.500 FFP2-Masken vermittelt“, twitterte CDU-Fraktionschef Burkard Dregger am 17. April 2020. Zwei Wochen zuvor hatte er dem Senat „Unfähigkeit“ bei der Maskenbeschaffung vorgeworfen. Jetzt bestätigte der Senat den Mini-Deal zum Stückpreis von 4,99 Euro: „Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport hat einen Firmenkontakt vom Mitglied des Abgeordnetenhauses Herrn Burkard Dregger (CDU) an die Polizei Berlin weitergeleitet. Das Angebot der Firma Rotlein GmbH wurde am 17. April 2020 zum Geschäftsabschluss gebracht. Kenntnisse darüber hinaus, ob die Lieferanten geschäftliche Beziehungen zu Politisch Exponierten Personen, deren Familienmitgliedern oder diesen nahestehende Personen haben, existieren nicht.“ Dregger ist in der gesamten, riesigen Beschaffungsübersicht des Landes (130 eng bedruckte Seiten) die einzige genannte „PEP“, die ein Geschäft vermittelt hat. Eine Checkpoint-Anfrage nach geschäftlichen Verbindungen zur Firma Rotlein beantwortete Dregger gestern nicht.
Die Corona-Verharmlosung von Hertha-Aufsichtsrat Jens Lehmann hatten der Verein und sein Miteigentümer Lars Windhorst ebenso stoisch ertragen wie dessen notorische Rechtschreibschwäche. Nach einem rassistischen Ausbruch gegenüber dem früheren Nationalspieler Dennis Aogo („Ist Dennis eigentlich euer Quotenschwarzer?“) war jetzt aber Schluss: Windhorst berief Lehmann mit sofortiger Wirkung und voller Zustimmung von Hertha-Präsident Werner Gegenbauer von seinem Posten ab. Was konsequente Entscheidungen bei diskriminierenden und beleidigenden Äußerungen in den eigenen Reihen betrifft (der Verein trennte sich gerade erst von Torwarttrainer Zsolt Petry wegen homophober Ausfälle) gehört die abstiegsbedrohte Hertha jedenfalls zur Spitzengruppe der Bundesliga.
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Die Linksfraktion in Pankow will den Bezirk zur „Herrin der Pfandringe“ machen – Flaschen sollen rundherum an Mülleimer gehängt werden können, damit sich Sammler nicht beim Wühlen verletzen. Das Projekt ist auf Dauer angelegt – mindestens jedoch, „bis endlich eine faire Umverteilung der finanziellen Ressourcen stattfindet!“
Hier eine gute Nachricht für Warmduscher in der Ebertystraße (Friedrichshain): Seit fast einem halben Jahr muckt hier die Heizungsanlage in einem „Heimstaden“-Haus – gestern hat der Checkpoint nachgefragt, was da los ist – die Antwort: „Heute ist uns erneut eine Störung der Heizungsanlage gemeldet worden, woraufhin wir nun entschieden haben, den Heizkessel zum nächstmöglichen Zeitpunkt auszutauschen.“ Läuft.
Vor der Wahl beginnt wieder das beliebte Spielchen „Das war aber mein Spruch!“ – den Auftakt machen diesmal die Grünen, die das Urheberrecht (2011) auf den aktuellen SPD-Slogan „Eine Stadt für alle“ beanspruchen. Die CDU hatte übrigens 2014 „Eine Stadt für alle Lebensalter“ versprochen, und die Linke trat 2020 „Gemeinsam für eine Stadt für alle“ auf. 2016 wollten auch die Piraten „Eine Stadt für alle“, ebenso 2018 die „Naturfreunde Berlin“ und 2021 das „Institut für Urbanistik“.
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Hm, in diesem Zusammenhang irgendwen oder irgendwas vergessen? Ach ja: Der Prüfbericht der FU zur Plagiatsaffäre Giffey ist fertig – die Frau Dr. a.D. hat jetzt vier Wochen Zeit für eine Stellungnahme.
Die Grünen-Spitzen von Berlin und Brandenburg haben bei einem Treffen in Potsdam eine gemeinsame Wirtschaftsförderung besprochen – beim anschließenden Plattencover-artigen Fototermin fehlte aber ausgerechnet die Wirtschaftssenatorin. Der Kommentar der Tagesspiegel-Redaktion Wirtschaft Berlin/Brandenburg: „Ist jedenfalls keine Pop-Band.“
Die Preisentwicklung von Berliner Fahrrädern, gemessen am durchschnittlichen Wert der geklauten:
2016: 589 Euro
2017: 629 Euro
2018: 663 Euro
2019: 730 Euro
2020: 799 Euro
(Q: Anfrage MdA Adrian Grasse, CDU)
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Nach den Geburtsurkunden (CP vom 4.5.) heute ein kurzer Blick auf die durchschnittliche Bearbeitungszeit von Elterngeldanträgen: In Steglitz-Zehlendorf geht es am schnellsten (2 Wochen), gefolgt von Marzahn-Hellersdorf (3), Tempel-Schön (4), Treptow-Köpenick (4,5), und Lichtenberg (5). In Reinickendorf dauert’s im Schnitt 7 Wochen, jeweils 9 in Neukölln, Cha-Wi, Pankow, Xhain und Mitte. Am längsten warten Sie in Spandau (10 Wochen) – aber da wollten Sie ohnehin nicht hin, oder? (Q: Anfrage MdA Maren Jasper-Winter, FDP)
„Wohnraum für alle“ lautete die Parole, mit der die ÖDP vor kurzem Vogelhäuschen in der Hasenheide aufstellte. Das Parteilogo musste jetzt allerdings wieder abgekratzt werden: Dafür lag keine Genehmigung vor (aber Vögel wählen ja eh die Tierschutzpartei).
Der Berliner Intensivpfleger Ricardo Lange berichtet in seiner Tagespiegel-Kolumne seit mehr als einem Jahr Woche für Woche über den Kampf gegen Covid-19 – nach seinem Auftritt in der Bundespressekonferenz ist er heute Abend auch zu Gast bei Markus Lanz (ZDF, 23.15 Uhr).
Zitat
„Die Clubkultur gehört zur kulturellen Vielfalt Deutschlands.“
Aus einem Gesetzentwurf der Fraktionen von CDU/CSU und SPD im Bundestag, der in dieser Woche unter dem Titel „Mobilisierung von Bauland“ beschlossen werden soll (Drucksache 19/24838).
Tweet des Tages
Einmal so viele Tage im Jahr nichts tun wie Rolltreppen in Berliner Bahnhöfen.
Stadtleben
Essen – Was passiert, wenn zwei iranische Zwillingsschwestern rund um Themen der Nachhaltigkeit und Geologie promovieren? Sie starten versehentlich ein Pandemie-freundliches Catering – allerdings längst vor der Pandemie. Mit dem Dr & Dr Middle Eastern Culture and Food Lab haben die in Kreuzberg verwurzelten Schwestern nicht nur einen Ort gegründet, an dem die iranische Küche qua Showroom und Tastings transportiert wird, sondern sie bringen das Essen auch nach Hause, auf Feste und wo auch immer es erwünscht ist. Und das nicht, wie es ein Lieferdienst tut, sondern individuell konzipiert. Online derzeit, aber eigentlich in der Reichenberger Str. 116, U-Bhf Schönleinstraße
Schenken – Am Sonntag ist Muttertag und noch ist alles möglich. Letzte Gelegenheit, bei Cakes Berlin eine der famosen Torten von Stephanie Illouz zu bestellen. In einer Kooperation mit der Blumenartistin von Kopflegenden kommen hier die Dinge zusammen, die zumindest einige Mamas am meisten zu freuen vermögen: Süßes und Blumen. Cakes Berlin ist kein Café, sondern ein reiner Online-Shop; so gut wie alle Wünsche – außer Foto-Torten – sind möglich. Und mit Blick auf den Muttertag kann sogar eine Grußkarte mitgeschickt werden. Generell auch für Hochzeiten, Geburtstage oder sonstige Oden an Menschen möglich, diese Woche aber dezidiert für die Mutter.
Lesen und Hören – Am kommenden Dienstag von 19 bis 20.30 Uhr finden Lesung und Diskussion des in diesem Jahr erschienenen Buches „Die Methode AfD“ (Klett-Cotta, 20 Euro) statt – gerade noch genug Zeit, es zu lesen. Die Autorinnen sind Katja Bauer, Berliner Korrespondentin für die Stuttgarter Zeitung und Maria Fiedler, politische Korrespondentin im Hauptstadtbüro des Tagesspiegels. Beide beobachten die Partei, ihre Dynamiken und Strukturen seit vielen Jahren und haben diesbezüglich sowohl diverse Auszeichnungen als auch Drohungen erhalten. Hinweis: Das Buch ist nicht so schaurig, wie es scheint, denn die frohe Botschaft des Buches lautet: „Die Demokratie lernt dazu.“ Zur kostenlosen Anmeldung geht es hier.
Hören – Der gemeinnützige Berliner Verein InterKontinental e.V. widmet sich afrikanischer Literatur sowie Autor:innen aus afrikanischen Ländern. Heute Abend um 20 Uhr finden sich in der Buchhandlung des Vereins die Autorinnen des Projekts „Afropäerinnen“ zusammen. Der virtuelle Launch des von Charlotte Bomy und Lisa Wegener herausgegebenen Sammelbands mit vier Texten, die im vergangenen Jahr in szenischen Performances in Berlin präsentiert worden sind, findet heute unter dem Titel „Afropäerinnen. Buchvorstellung: Gedanken und Einblicke“ statt, gefolgt von der Möglichkeit, Fragen zu stellen. Es wird um Themen rund um die rassistische Diskriminierung gehen, um sexualisierten Zuschreibungen. Und dabei wird sich so manches Auge öffnen, das afrofeministische Anliegen bislang ausließ.
Grübelstoff – Sollte die Jogginghose als Arbeitskleidung dieser Tage nicht eigentlich von der Steuer abgesetzt werden können? Wie steht es mit Kaffee und Sauerteig als psychologische Überbrückungshilfe?
Das Pandemie-Ding
Zeiten ändern sich und Corona ändert die Zeiten. In den kommenden Wochen wollen wir an dieser Stelle Dinge zeigen, die während der Pandemie an Bedeutung gewonnen haben. Heute: Claudia Trautloft und ein Stück Alltagsromantik.
„Ich gucke fast täglich von derselben Stelle in den Himmel über Berlin und fotografiere die unterschiedlichsten Wolkenkonstellationen.“
Was ist Ihr Pandemie-Ding? Wir freuen uns über Fotos (möglichst im Querformat) inklusive einer kurzen Begründung an checkpoint@tagesspiegel.de.
Berlin heute
Verkehr – Bahnhofstraße (Blankenburg): Bis Mitte Juli steht in Höhe A114 Brücke nur ein gemeinsamer Fahrstreifen für beide Richtungen zur Verfügung. Eine Baustellenampel regelt den Verkehr.
Hardenbergstraße/Budapester Straße/Kantstraße (Charlottenburg): Bis Ende Oktober steht hier in jeder Richtung nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Die Kantstraße ist in Richtung Budapester Straße gesperrt.
Kurfürstendamm (Charlottenburg): Die Straße ist bis zum 8. Mai 2021 abends zwischen Giesebrechtstraße und Lewishamstraße auf einen Fahrstreifen verengt.
Landsberger Allee/Petersburger Straße/Danziger Straße (Friedrichshain/Prenzlauer Berg): Im gesamten Kreuzungsbereich kommt es bis Ende Mai kommt es zu umfangreichen Verkehrseinschränkungen:
Die Überfahrt von der Danziger Straße zur Petersburger Straße nicht möglich.
Auf der Landsberger Allee stadteinwärts steht nur ein Fahrstreifen in Richtung Alexanderplatz zur Verfügung.
Das Linksabbiegen ist von der Petersburger Straße und der Landsberger Allee (stadtauswärts) nicht möglich.
Niederkirchnerstraße (Mitte): Vor dem Abgeordnetenhaus ist wegen einer Kundgebung zwischen 16 und 20 Uhr mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen.
Schönhauser Allee (Prenzlauer Berg): Die Fahrbahn ist bis Mitte Mai stadteinwärts zwischen Gleimstraße und Milastraße auf einen Fahrstreifen verengt.
Demonstration – „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Den 8. Mai in Berlin auch zukünftig als offiziellen Feiertag begehen!“ fordern etwa 50 Protestierende und tun dies zwischen 10 und 11.30 Uhr vor dem Abgeordnetenhaus in der Niederkirchnerstraße 5 kund. Genau dort finden heute noch zwei weitere Demonstrationen statt. Nämlich jene „Für die Schulgeldfreiheit der Therapieberufe (Physio- und Ergotherapieschulen)“ von 12 bis 13 Uhr mit ebenfalls etwa 50 Teilnehmenden sowie eine mit den Forderungen „Lebensqualität im Nordosten Berlins erhalten. Erhaltung der Natur - Keine Enteignung unter Wert - Keinen Meter für Bauvorhaben und Verkehrserschließung von der Anlage Blankenburg“ von 16 bis 20 Uhr mit rund 200 angemeldeten Personen. „Für das Leben“ stehen vor dem Amtsgericht Tiergarten in der Turmstraße 91 von 11.30 bis 15.30 ca. 30 Teilnehmende ein. Und in der Wilhelmstraße 140, vor dem selbstverwalteten Jugendzentrum POTSE, fordern rund 20 Demonstrierende zwischen 18 und 22.30 Uhr, dass die „Potse bleibt“.
Gericht – Einem mutmaßlichen Vergewaltiger wird der Prozess gemacht. Er soll einer von acht Männern gewesen sein, die in einer Wohnung eine Frau missbraucht haben sollen (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Saal 500).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Marco Baldi (59), Geschäftsführer von Alba Berlin / Till Brönner (50), Trompeter und Komponist / „Alain Gouriou bringt die Leichtigkeit der Franzosen ganz ernst rüber. Herzlichen Glückwunsch lieber Alain – Achim Melchior“ / „‚HAPPY BIRTHDAY!‘ sagen Dir, lieber Lutz Hansen, Deine herzallerliebste Schwester und Schwägerin. Auf bald zu einem Getränk ‚mit Bedienung‘“ / Wolke Alma Hegenbarth (41), Schauspielerin / Christoph Heubner (72), Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees / Maren Kuhlisch (70), „liebe Freundin seit über 40Jahren, von Sabine & Achim“ / Stelian Moculescu (71), Volleyballtrainer bei den BR Volleys / „Eugen Hans-Dieter Robel, nachträglich zum gestrigen Geburtstag, herzliche Glückwünsche von Anita“ / Stefan Rupp (53), deutscher Hörfunk-, Podcast- und Veranstaltungsmoderator und Journalist / Sylvie Suchy (55), „Grüße an die Nachbarin vom Spree-Ufer“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Peter Michael Alex, * 9. Juni 1937 / Helga Grasme, * 5. Juni 1929, Dipl.-Ing. Architektin / Stephan Herrmann, * 26. Januar 1938 / Norbert Hess, * 6. Juli 1948, Bluesmusik-Fotograf, -sammler und -forscher / Manfred Keuter, * 16. Juli 1941, Gründungsmitglied der Reha-Steglitz gGmbH / Christiane Poppe, * 16. Mai 1952
Stolperstein – Helene Teitelbaum, genannt „Hela“, wurde 1927 in Berlin geboren. Mit nur 14 Jahren haben die Nazis sie nach Łódź deportiert, ein halbes Jahr später nach Chelmno, wo sie heute vor 79 Jahren ermordet wurde. In Erinnerung an sie liegt in der Linienstraße 56 in Mitte ein Stolperstein.
Encore
So, das war‘s mal wieder. Ich habe mir übrigens fürs Frühstück gleich schon mal eine große Tafel Schokolade zurechtgelegt (Strawberry Cheesecake MMMAX) – heute ist nämlich „Anti-Diät-Tag“ (nicht zu verwechseln mit dem Anti-Diäten-Tag, dafür wäre der Bundestag zuständig). Also: Hauen Sie ordentlich rein und machen Sie’s gut!
Mitrecherchiert hat heute Teresa Roelke, Juliane Reichert hat sich ums Stadtleben gekümmert und Kathrin Maurer um die Produktion. Morgen schlägt sich hier für Sie Anke Myrrhe die Nacht um die Ohren – bis dahin,