nach einem fantastischen Wochenende wehrt sich der Sommer auch heute noch strahlend gegen den Herbst, der sich allerdings im kühler werdenden Schatten immer näher heranpirscht. Na, dann schnell rein ins Vergnügen…
Die seltsamen Personalgeschäfte zwischen Innenverwaltung und Rechnungshof (Checkpoint vom 19.9., hier die Zusammenfassung) erregen die Beamtenschaft und irritieren die Politik. In der Grünen-Fraktion heißt es: „Wir haben viele Fragen.“ Die SPD verwahrt sich gegen den Verdacht eines parteipolitisch motivierten Deals – doch die Darstellung der beamtenrechtlichen Unstimmigkeiten wird nicht bestritten. CDU-Fraktionschef Burkard Dregger spricht von „unseriösen Machenschaften“ und kommentiert den Fall so: „Wir warnen davor, dass Berlins Innensenator und sein Staatssekretär den Rechnungshof für parteipolitische Postenschacherei missbraucht und dessen Ansehen dadurch nachhaltig beschädigt. Die Art und Weise, wie hier eine Spitzenbeamtin versorgt werden soll, ist empörend.“ Und sein Fraktionskollege Christian Gräff twittert: „Die Unabhängigkeit des Rechnungshofes für eine SPD-Versorgungspersonalie aufs Spiel zu setzen, ist schon krass.“ Nur die Linke schweigt.
Die von der Innenverwaltung zum Rechnungshof abgeschobene B5-Abteilungsleiterin Petra Michaelis hatte ihrem späteren Nachfolger Christian Oestmann einst bei einer Aufstiegserprobung ein aufsehenerregend gutes Zeugnis geschrieben – mit der Karriere lief es aber zunächst nicht so gut: 2016 hatte der SPD-Mann Staatssekretär in der Justizverwaltung werden sollen, doch das Ressort ging an die Grünen. 2018 scheiterte Oestmann dann mit dem Versuch, SPD-Kreisvorsitzender in Reinickendorf zu werden – es fehlten ihm im zweiten Wahlgang drei Stimmen. Doch jetzt ist er doch noch fast ganz oben angekommen, und zwar in der Innenverwaltung – der Plan: Bis zum 1. März 2021 ist der R2-Richter zunächst dorthin abgeordnet, dann wird er offiziell versetzt und auf B3 angehoben. Sechs Monate später, also kurz vor der Abgeordnetenhauswahl, folgt der nächste Schritt: Anhebung auf die zur Abteilungsleitung I gehörende Besoldung B5 – eine Absicherung, die auch einen Senatswechsel übersteht.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Meldungsversion hieß es, dass Oestmann bei der Wahl des Reinickendorfer SPD-Vorsitzes nur eine Stimme gefehlt hätte. Tatsächlich waren es drei Stimmen im zweiten Wahlgang.
Anzeige
Wir bei Vattenfall sind entschlossen, ein fossilfreies Leben innerhalb einer Generation zu ermöglichen. Ein Schritt auf dem Weg dorthin ist die lokale Wärmewende Berlins und der damit verbundene Ausstieg aus der Kohlenutzung. Dadurch stellen wir schon jetzt fossilfreie Wärme für immer mehr Berliner Wohnungen und Gewerbeeinheiten bereit.
Mehr auf vattenfall.de/fossilfrei
„Eine kleinteilige, fast operative Politik“ verfolgt das Abgeordnetenhaus, kritisieren Monika Herrmann, Sören Benn und Frank Nägele in ihrem Appell gegen das Behörden-Pingpong (CP vom 19.9., hier im Original) – und bekommen die Bestätigung gleich nachgeliefert vom Linken-Fraktionsvorsitzenden Carsten Schatz, der den Senat fragt: „Warum ist es nach dem Ende der Gleisbauarbeiten der BVG auf der Bahnhofstraße nicht mehr möglich, auch von der rechten Spur aus der Friedrichhagener Straße kommend nach links in die Bahnhofstraße abzubiegen?“ (DS 18/24674). Es kommentiert Wladimir Iljitsch Lenin: „Wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte.“
Der Checkpoint-Preis „Die rote Nase“ (gestiftet von Meister Geppetto) geht heute an die Gewerkschaft der Polizei – deren Berliner Vizechef Stephan Kelm hatte im Schichtarbeiter-Streit zwischen Innensenator Andreas Geisel und Verkehrssenatorin Regine Günther über höhere Parkgebühren behauptet: „Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg erteilen keine Ausnahmegenehmigungen.“ Und so sieht es nach einem Faktencheck auf der Basis einer Anfrage des Abgeordneten Kristian Ronneburg (Linke) tatsächlich aus: F’hain-Xberg erteilte in den vergangenen zweieinhalb Jahren 215 Ausnahmegenehmigungen für gebührenfreies Parken (98 Schicht, 117 Gesundheit), Mitte kommt in dieser Zeit sogar auf 1747 Ausnahmegenehmigungen (806 Schicht, 941 Gesundheit). Geisel besteht auf generelle Ausnahmen von der Gebührenpflicht für Privatautos von Angehörigen des Öffentlichen (Schicht-)Dienstes, Günther hält das für einen Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz.
Anzeige
VANPEY Möbeldesign Manufaktur
Wir entwerfen und fertigen unsere Regal- und Möbelsysteme, sowie Kleinmöbel in der Jablonskistraße 3a in Berlin-Prenzlauer Berg.
Konfigurieren Sie ihr Vanpey-Möbel nach Ihren eigenen Vorstellungen.
Erfahren Sie hier mehr…
Die Verkehrsverwaltung ist von gestern – das zeigt sich nicht nur an den Plänen für die neue Mühlendammbrücke, die breitbeinig und mehrspurig die automobile Tradition der Stadt hochhält, sondern auch am aktuellen Übersichtsplan zum Anschluss des Hauptbahnhofs an die neue City-S-Bahn auf der Website der Verwaltung: Stadion der Weltjugend, Dimitroffstraße, Otto-Grotewohl-Straße, Bhf. Marx-Engels-Platz, ja sogar die Staatsgrenze zwischen Ost und West – es ist alles noch da, hier lebt sie weiter, die DDR.
Wir sind nochmal auf den Grund des Flussbads getaucht und haben zwei alte Mitteilungen aus dem Trüben gefischt, die zwar nicht die Spree rückwärts fließen lassen, dafür aber die Zeit. Für den Checkpoint vom 5.9. hatten wir den Senat gefragt, warum der Satz „Bislang konnte die technische Machbarkeit nachgewiesen und weitere Planung konkretisiert werden“ von der Website verschwunden ist. Die Antwort lautete:
„Vor rund zwei Monaten wurden alle Texte auf der Website zu den Nationalen Projekten des Städtebaus aktualisiert, so auch der zum Projekt Flussbad Berlin. Der alte Text stammte noch aus dem Jahr 2014/2015, mittlerweile ist das Förderprojekt abgeschlossen. Der ‚verschwundene‘ Satz bezog sich auf die so genannte Lottostudie, die damals Grundlage der Aufnahme ins Programm Nationale Projekte war.“
Wir fassen zusammen: Die Lottostudie war Grundlage der Aufnahme ins Programm Nationale Projekte, muss also zuerst dagewesen sein. Und jetzt schauen wir uns mal die beiden nassen, aber originalen Flussbad-Papiere an:
10.11.2014: „Aufnahme in neues Bundesprogramm ‚Nationale Projekte des Städtebaus‘.“
11.11.2015: „Ergebnis der durch Lotto finanzierten, technischen Vertiefungsstudie.“
Es ist also genau andersherum. Dazu die Analyse von Morris, Lucky-Luke-Erfinder: „Berlin – die Stadt, die schneller fließt als ihr Schatten.“
Anzeige
KULINARISCHE BEGEGNUNG
Mit dieser Eventreihe lädt die Berliner Location AXICA am Brandenburger Tor ein, neben der besonderen Architektur ihre Kulinarik kennenzulernen.
Vom 30.09. bis 27.10.2020 wird an ausgewählten Tagen ein Auszug aus den Veranstaltungs-Menüs in drei Gängen serviert - mit Blick auf das Brandenburger Tor.
Tickets HIER sichern.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Liebe Männer, ihr müsst jetzt ganz stark sein: Die BVG durfte Frauen am „Equal Pay Day 2019“ um 21 % vergünstigte Tickets anbieten (21 % beträgt die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen). Ein Berliner fühlte sich schrecklich diskriminiert und hatte dagegen geklagt, das Amtsgericht Mitte stellte jetzt fest: Eine Benachteiligung liegt zwar vor, aber die BVG darf das (Q: Mopo). Aus Protest sitzen übrigens heute alle Männer mit einem um 21 % breiteren Beinwinkel in Bussen und Bahnen, achten Sie mal drauf!
Hier eine Warnmeldung für Kevin, unser Lieblingswildschwein (bekannt aus den „Berliner Schnuppen“ von Naomi Fearn und für seine Umlandtipps im Checkpoint am Wochenende): Seit April haben die Berliner Stadtjäger 278 seiner Kumpels und Kumpelinen erlegt (Q: DS 18/24621, MdA Vallander).
Anzeige
Zum Tagesspiegel-Jubiläum machen wir Ihnen ein Geschenk!
Lesen Sie die Zeitung am Wochenende und täglich digital.
Inkl. Tagesspiegel Plus und Checkpoint.
75 Tage für nur 75 Cent am Tag.
Sie sparen 35%.
Hier geht es zum Angebot
Falls Sie noch ein Zimmerchen in der Stadt suchen und auf einen Gefängnisplatz „All inclusive“ spekulieren, müssen Sie sich beeilen – laut aktuellem Belegungsplan wird es immer voller: Tegel ist zu 80 % belegt, Heidering zu 88 %, Moabit zu 97 % und Plötzensee sogar schon zu 100 %.
Warnstreiks sind in Berlin oft vom Normalzustand kaum zu unterscheiden (die Stadt befindet sich ja irgendwie und irgendwo permanent im Streik) – aber Verdi will es am Dienstag trotzdem nochmal versuchen, irgendwie und irgendwo (genaueres steht noch nicht fest).

Das Projekt @wasihrnichtseht macht Rassismuserfahrungen von Schwarzen sichtbar. Wir machen das durch eine Kooperation an dieser Stelle auch.
„Mit dem ersten digitalen ‚Berlin-Tag‘ haben wir angemessen und innovativ auf die pandemiebedingten Herausforderungen reagiert“, teilt Senatorin Sandra Scheeres zum Verlauf der Berufs- und Bildungsmesse mit – wegen einer technischen Panne waren Nutzer von mobilen Apple-Geräten ausgeschlossen.
Einen neuen Beitrag fürs Betriebsstörungsbingo meldet Checkpoint-Leser Kai Görgen (gehört auf dem Weg nach Köln): „Meine Damen und Herren, wegen eines Triebwagenschadens am Originalzug hat uns die Bahn diesen formschönen Ersatzzug bereitgestellt. Wir hatten in Berlin die Wahl zwischen diesem Zug hier oder keinem.“
In Pankow kracht’s: Zwischen 35 und 51 private Feuerwerke genehmigte das Bezirksamt jeweils in den vergangenen fünf Jahren, aber es gab nur eine einzige Beschwerde – aus dem Ortsteil Französisch Buchholz.
Anzeige
Gönnen Sie sich eine Auszeit an der herbstlichen Ostsee: Neben geführten Spaziergängen, Lesungen und literarischen Rundgängen genießen Sie auch schöne Ausflüge.
Jetzt auf Tagesspiegel-Reisen.
Apropos Pankow –interessant ist auch ein Blick auf die Genehmigung von Gästevignetten: Pankow hat demnach mehr als doppelt so viele Autobesucher, die sich keinen Parkschein leisten können oder wollen, wie alle anderen Bezirke zusammen (Q: DS 18/24 622, MdA Evers).
In dieser Woche feiern wir beim Tagesspiegel ein großes Jubiläum: Am 27. September vor 75 Jahren erschien die erste Ausgabe unserer Zeitung. Nächsten Sonntag kommt der Tagesspiegel deshalb als Sonderausgabe mit vielen Überraschungen heraus, und auch bis dahin gibt es jeden Tag etwas zu erleben. Heute zum Beispiel stellt sich die Chefredaktion bei live übertragenen Video-Gesprächen Ihren Fragen. Das ganze Programm und die Links zur Teilnahme finden Sie hier.
Außerdem stellen wir Ihnen in einer Videoserie vor, wie der Tagesspiegel so funktioniert – die Beiträge finden Sie hier.
Und wenn Sie Wünsche an uns haben, würden wir uns freuen, wenn Sie hier an unserer Umfrage teilnehmen (5 min).
Wir freuen uns auf Sie!
Anzeige
Tagesspiegel-Podcast "Gyncast"
Gyncast, Folge 11: Wie beeinflusst sexualisierte Gewalt unser Leben?
Von Catcalling, Belästigung bis zu Vergewaltigung - viele Frauen kennen solche Gewalt. Schon junge Mädchen trainieren Selbstverteidigung, tragen Pfefferspray bei sich. Ist es ihre Aufgabe, sich aktiv vor Übergriffen zu schützen? Und wo bleibt der Beitrag der Männer?
Jetzt anhören!
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Ich habe mich längst entschieden. Der Zeitpunkt naht, an dem ich mich dazu auch erklären werde.“
King Kai Wegner kündigt seine Selbstinthronisierung als Regiermeister der CDU an (Q: „Berliner Morgenpost“).
Tweet des Tages
Busfahrer spielt laut Rockmusik und ich bin der einzige, der das abfeiert und tanzt. Wann ist Berlin so spießig geworden?
Stadtleben
Neu in Neukölln – Taco Tuesday? Ein Konstrukt! Täglich außer dienstags kredenzt Oh La Queca Tacos, Flautas und Enchiladas, durch die sich die Gäste kreuz und quer knabbern. Mitten auf dem Gehweg der Reuterstraße locken kitschig-schöne Plastiktischdecken zum Streetfood-Tasting: Eine Tortilla samt Zwiebeln, Soja oder Fleisch füllen die Köche ab 2,50 Euro, den Tequila-Shot gibt’s für 2,70 dazu. Schärfeerprobte trauen sich an die Jackfruit-Quecas – mit rauchig-würziger Tomatenmarinade. Reservieren nicht vergessen! Mi-Mo 12.30-22 Uhr, Reuterstraße 36, U-Bhf Schönleinstraße
Kaffee & Dessert – Zartgrünes Matchaeis ragt aus den Mäulern der Waffel-Fische, die Nanohana über den Tresen reicht. Wer nach erfolgreichem Diner den Nachtisch sucht, der saust zum Boxhagener Platz: In der Gabriel-Max-Straße 2 lockt die japanische Bäckerei zu cremigem Softeis und traditionellen Mochi-Bällchen (vier Euro). Neben Eiscreme im Bambusschiffchen kredenzt das Café Tartes und Soufflés samt Fernost-Twist, unser Favorit: das Sesam-Chiffon-Sahne-Sandwich! Nichts wie hin, bevor der Herbstwind rau über die Hauptstadt fegt – Törtchen und Pancakes sind auch im Winter zu knabbern, doch Eis gibt’s im Nanohana nur bis Ende September. Mo-Fr 15-20, Sa-So 13-20 Uhr, U-Bhf Samariterstraße
Berlinbesuch – Gerade noch ist es warm genug, um den Sprung ins Seewasser zu wagen! Wer das Ufer ungern teilt, fährt hinaus vor die Tore Potsdams. Hier ruft der Schlosspark Marquardt zum letzten Bahnen-Ziehen des Sommers – mit Landgut im Rücken und Booten im Blick. Besucher fahren bis zur Dorfkirche vor, bevor Sie durch wilde Wiesen zum Wasser spazieren: An der Badestelle im Westen des Parks ist der Schlänitzsee flach genug, dass auch kleine Schwimmer nach Muscheln jagen können. Geplantscht werden darf rund um die Uhr. Driftweg 6, 14476 Potsdam
Geschenk – In frische Brandenburger Höhen entschweben Wagemutige bei Jüterbog: Festgezurrt im Hängegleiter geht es hier per Seilwinde bis zu 1000 Meter in die Lüfte. Die kühnen Tandem-Drachenflüge starten vom ehemaligen Militärflugplatz Altes Lager, über dem Passagiere auf Windparks, Wald und Bunker blicken – erhaben liegend im Hängegurt. Wen der Gedanke an Wind und Vertigo nicht schreckt, der klickt sich fix hier entlang: Einen Flug gibt’s ab ca. 100 Euro, gestartet wird noch bis Mitte Oktober. Team Checkpoint wünscht Schwindelfreiheit!

Baumhaus sichern – Von luftigen Höhen noch lang nicht genug? Dann flott weiter in die Uckermark! Wenige Kilometer vor Templin nächtigen Gäste in wiegenden Wipfeln. Im Baumhaushotel Gut Gollin blinzeln müde Städter morgens Reihern und Rehen entgegen – und räkeln sich auf dem hauseigenen Holzbalkon. Drei der vier hyggeligen Hütten können dank Heizung auch im Winter bewohnt werden, sodass die Bewohner selbst bei Schnee und Reif aus warmen Betten in die Felder blicken. Am nächsten Morgen gibt es das Frühstück frisch auf die Veranda – wenige Resttermine in diesem Jahr ergattern Sie unter diesem Link, eine Nacht in den Kronen verbringen Besucher ab 115 Euro. (Foto: Alexander Tempel)
Last-Minute-Debatte – Politik sei viel zu ernst, um sie allein den Männern zu überlassen – das proklamierte Gesundheitsministerin Käte Strobel schon 1959. Wie Frauen die hehren Hallen des Parlaments erobern, erzählt Torsten Körner in seinem Buch „In der Männerrepublik“: Vom Sitzstreik bis zur Kanzlerin zeichnet der Autor die Geschichten deutscher Politikerinnen. Gemeinsam mit Moderatorin Anne Will lädt Körner am Abend in den Humboldt-Saal der Urania, um seine Thesen zu diskutieren – los geht’s um 19.30 Uhr, Tickets erhalten Sie für 11/9 Euro hier. Bis 12 Uhr verlosen wir 5x2 Plätze: Wer debattiert für den Checkpoint mit?
Last-Minute-Konzert – (ein Tipp von Ingolf Patz) Lennart Schilgen hat zwar diverse Jurypreise in der Tasche, die höchste Auszeichnung dürfte aber sein, dass Reinhard Meys Anwalt höchstselbst ihm untersagt hat, dessen Lieder weiter parodistisch umzudichten. In seinem Programm Verklärungsbedarf singt Schilgen gegen diese unzureichenden Wirklichkeit an. Premiere war bereits im Mai letzten Jahres, aber in der Coronakrise lassen sich schräge Liebeslieder wie „Ich mag dich mit Abstand am liebsten“ ganz neu entdecken. Bar jeder Vernunft, 20 Uhr, Tickets hier.
Berlin heute
Verkehr – BVG: Die U7 hält in Fahrtrichtung Spandau nicht am Bahnhof Grenzallee (bis Mitte Dezember). Bitte fahren Sie bis zum nächsten Bahnhof und von dort wieder zurück.
A113 (Schönefeld-Zubringer): Zwischen AS Späthstraße und AS Johannisthaler Chaussee sind in beiden Richtungen nur zwei Spuren befahrbar (ab 9 Uhr, bis Mitte Oktober). Die Ausfahrt Adlershof ist bis ca. 18 Uhr gesperrt.
Charlottenburg/Tiergarten: Wegen einer Demonstration (s.u.) ist rund um Kurfürstendamm, Wittenbergplatz, Klingelhöferstraße und Großen Stern mit Verkehrsbeeinträchtigungen und Sperrungen zu rechnen (ab 10 Uhr).
Karl-Marx-Allee (Mitte): Sperrung zwischen Strausberger Platz und Otto-Braun-Straße/ Alexanderstraße in Richtung Alexanderplatz (stadteinwärts), Fuß- und Radverkehr frei (ab 6 Uhr bis zum 28. September).
Dahlwitzer Landstraße (Friedrichshagen): Sperrung auf Höhe der Einmündung Mühlenstraße, Fuß- und Radverkehr ausgenommen (20 Uhr bis Dienstag, 15 Uhr).
Südostallee (Baumschulenweg): Zwischen der Brücke über den Britzer Zweigkanal und der Baumschulenstraße steht in Richtung Sonnenallee nur eine Fahrbahn zur Verfügung (9-15 Uhr, bis Freitag)
Allee der Kosmonauten (Lichtenberg): Zwischen Rhinstraße und Beilsteiner Straße ist jeweils nur ein Fahrstreifen verfügbar (ab 8 Uhr bis Anfang Oktober).
Michael-Brückner-Straße (Niederschöneweide): Auf Höhe Grimaustraße sind stadteinwärts nur zwei Spuren befahrbar (bis Mitte Oktober).
Prenzlauer Allee (Weißensee): Vor der Langhansstraße ist die Fahrbahn stadtauswärts auf einen Fahrstreifen verengt (bis Mitte Oktober).
Mariendorfer Weg (Neukölln): Auf Höhe Bambachstraße regelt für beide Richtungen eine Baustellenampel den Verkehr.
Gallwitzallee (Lankwitz): Auch zwischen Tautenburger Straße und Malteserstraße kommt eine Baustellenampel zum Einsatz (ab 10 Uhr bis Anfang Oktober).
A100 (Stadtring): Nächtliche Arbeiten zwischen zwischen AS Schmargendorf und AS Heckerdamm/ AS Jacob-Kaiser-Platz in Richtung Wedding (22-5 Uhr), Sperrung der Ein- und Ausfahrten bereits ab 21 Uhr.
Demonstration – Anlässlich des „Weltfriedenstags der Vereinten Nationen“ zieht „World Peace Berlin“ vom Platz des 18. März bis zur Siegessäule und zurück, erwartet werden 15.000 Personen (9-22 Uhr). Unter dem Motto „Lager evakuieren sofort – Tage der Empörung“ demonstrieren 50 Teilnehmende gegenüber dem Bundesinnenministerium (14-18 Uhr). Am Treptower Park 42 treffen sich 50 Personen zu einer „Meinungskundgebung zum medizinischen Hintergrund von Corona“ (15-17 Uhr). Vor dem Bundeswirtschaftsministerium fordern die „Naturfreunde Berlin“: „Freihandelsabkommen in die Tonne!“. Angemeldet sind 40 Demonstrierende (13-14.30 Uhr).
Gericht – Gegen zwei Brüder beginnt der Prozess wegen Vergewaltigung. Einem 33-Jährigen werden vier Taten zur Last gelegt. In zwei Fällen soll er mit Mittätern eine Frau in sein Auto gezerrt und sexuell misshandelt haben (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Saal 504). Außerdem muss sich ein 32-Jähriger verantworten, weil er in Parkhäusern sieben Fahrzeuge aufgebrochen haben soll. Er soll vor allem Navigationsgeräte und Lenkräder mit Airbag entwendet haben (8.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 820).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Mario Czaja (45), für die CDU im AGH / Manuel Gräfe (47), Fußballschiedsrichter / Michael Härth (65), „Unser bester Freund, klug und weise, hat heute Geburtstag. Alles Liebe von Bine und Udo.“ / Dominique Lacasa (44), Sängerin und Schauspielerin / „Die AIDA Crew wünscht dem „Opa-Bus“ Mario alles Gute zum Jubeltag!“ / Ernst-Georg Richter (55), „Der beste Ehemann der Welt! Danke sagt Deine Ehefrau!“ / „Alles Gute, Sweety“ / Nachträglich: Richard Dorka, „dem unvergessen besten Chef, Neudurchstarter und Spezialist in den Fachgebieten Fußball und Kino gratulieren seine ehemaligen Assistentinnen“ / Gudrun Karutz (81), „Herzlichen Glückwunsch und Dank für Jahrzehnte sozialer Arbeit im Südwesten an eine engagierte, fünffache Großmutter“ / Gerhard Schmidt-Burda, „Liebe Grüße von Enkelin Lotte“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Detlev Freutel, * 18. August 1951 / Wayne Grajeda, * 8. Dezember 1945, Musiker / Charlotte Klinger, * 4. November 1921 / Dr. med. Anna Santarelli, * 23. Dezember 1956, Ärztin
Stolperstein – Moritz Hopp (Jg. 1864) lebte in der Küstriner Straße 17 in Wilmersdorf. Aufgrund einer schweren Erkrankung im Alter von etwa 75 Jahren wurde er im Jüdischen Krankenhaus in der Iranischen Straße (heute: Heinz-Galinski-Straße) behandelt. Am 14. Juli 1942 wurde er gemeinsam mit 42 weiteren Patienten der Einrichtung ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Zwei Monate später – heute vor 78 Jahren – verschleppten ihn die Nationalsozialisten weiter ins Vernichtungslager Treblinka, wo er noch am selben Tag ermordet wurde.
Encore
Zum Schluss eine Auswahl der Filme, für deren Produktion dieses Jahr trotz Corona in Berlin Straßen gesperrt wurden (Q: DS 18/24 675, MdA Schlüsselburg, Bluhm): „Familie Bundschuh“, „Letzte Spur Berlin“, „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, „Die Heiland“, „Soko Wismar“, „Ein starkes Team“, „Frau Jordan stellt gleich“, „Ballouz“, „Dreiraumwohnung“, „Der Usedomkrimi“, „Mutter kündigt“, „Die Eifelpraxis“, „Löwenzahn“, „Vernau“, „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“, „Gorina“, „Ku’damm 63“ und – „Nicht tot zu kriegen“. Na, wenn das mal kein Happy End ist!
Von Team Checkpoint dabei waren heute früh Lotte Buschenhagen (Stadtleben) und Florenz Gilly (Produktion), morgen früh begrüßt Sie Ann-Kathrin Hipp (die hier mit dem „Nova Innovation Award“ zu sehen ist, mit dem der Checkpoint gerade ausgezeichnet wurde). Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag, bis dahin,