Berlin rückt zusammen. Am Tag drei des großflächigen Stromausfalls im Südwesten Berlins wurde wieder einmal deutlich, was Krisen und Katastrophen eben auch hervorbringen: Solidarität. Nur einige Beispiele unter vielen: Die Betreiber des Hotel Curt Suites aus Mitte stellen weiterhin ihre noch nicht belegten Zimmer kostenlos zur Verfügung. Der Berliner Hockey-Club bietet eine Kinderbetreuung an. Um Anmeldung wird gebeten. Der Zehlendorfer TSV 1888 hat einen Wärmeraum eingerichtet, in dem es Strom, Tee und Suppe gibt.
Auch Urania-Chefin Johanna Sprondel hat in den vergangenen Tagen einiges auf die Beine gestellt. Bereits am Wochenende hatte sie verschiedenen Senatsverwaltungen Hilfe angeboten. Jetzt hat Sprondel ihr Team aus dem Urlaub geholt und einfach selbst etwas organisiert: Unter dem Motto „LichtSpiele“ gibt es im großen Haus in Schöneberg ab heute Kino für Familien, Schulklassen und Erwachsene – und zwar gratis.
Für die Besucherinnen und Besucher öffnet das Café mit kostenlosem Kaffee und Tee. „Das ist für mich eine Frage von Verantwortung“, sagte Sprondel dem Checkpoint. „Wer kann was leisten als Teil dieser Stadt?“ Was die Urania leisten kann: „Wärme, Kino, einen Ort, an dem man rauskommt aus der Situation.“ Heute Abend, 18 Uhr, geht’s los mit „Wall-E“ für Familien. Mittwoch und Donnerstag, 10 Uhr, gibt es „Checker Tobi“ für Schulklassen, Mittwochabend „The Incredibles“ – und weil man ja nie weiß, steht für Donnerstag „Monster AG“ auf dem Programm. Weitere Infos und kostenlose Karten auf www.urania.de
Einen Überblick über öffentliche und private Hilfsangebote gibt es hier. Auf unserem Live-Blog halten wir Sie weiterhin über alle Entwicklungen auf dem Laufenden.

An der Sachlage für die Betroffenen hat sich unterdessen wenig geändert. Noch immer sind rund 27.800 Haushalte und rund 1.450 Gewerbekunden ohne Strom. Bis Donnerstagnachmittag soll die Versorgung für alle wiederhergestellt sein. Unterdessen rücken die mutmaßlichen Täter in den Fokus. Die linksextreme „Vulkangruppe“ hatte sich zu der Tat bekannt. Seit 2011 hat sie damit wohl mindestens zwölf Anschläge verübt.
Dennoch ist relativ wenig über die Gruppe bekannt. Der Berliner Verfassungsschutz ordnet sie dem gewaltorientierten, anarchistischen Spektrum der linksextremistischen Szene zu. Wie viele Personen in der Gruppe aktiv sind, ist unklar. Das aktuelle Bekennerschreiben macht einige Experten jedoch stutzig: Grammatik, Rechtschreibung, Aufbau – all das könnte auch auf russische Hintermänner hindeuten.
Sicherheitskreise halten die These, dass Russland mit dem Anschlag zu tun hat, für möglich, aber nicht für plausibel. Mein Kollege Alexander Fröhlich hat sich intensiv mit dem Mysterium „Vulkangruppe“ auseinandergesetzt (T+).
Zum Weiterlesen:
+ Wie vom Blitz getroffen: Wegners Eindruck als Krisenmanager in Berlin ist fatal
+ Tee trinken bei Kerzenschein und Lesen im Auto: Die eindrucksvollsten Bilder vom Mega-Stromausfall in Berlin
+ Kaputte Heizung, geplatzte Rohre, Einbruch: Wer zahlt für die Schäden nach dem Stromausfall?
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Im Gegensatz zum Südwesten Berlins sind die Lampen in Brandenburg noch an – die eine oder andere Glühbirne muss aber voraussichtlich gewechselt werden: Vize-Ministerpräsident und Finanzminister Robert Crumbach vom BSW erklärte gestern nach langen Querelen im Landesverband seinen Austritt aus Partei und Fraktion. Damit steht die Koalition aus SPD und Wagenknecht-Partei vor dem Aus. Heute tagen beide Fraktionen, danach könnte der Bruch offiziell kommuniziert werden.
Vieles deutet nun auf eine rot-schwarze Koalition hin: Durch den Übertritt Crumbachs in die SPD-Fraktion hat Rot-Schwarz im Brandenburger Landtag eine Mehrheit von einer Stimme – und wird diese wahrscheinlich nutzen, um eine neue Regierung zu bilden. Unser Brandenburg-Experte Thorsten Metzner gibt einen Überblick, welche Szenarien jetzt wahrscheinlich sind – und welche nicht (T+).
Die Grünen-Fraktion startet mit einem egalitären Vorsatz ins neue Jahr: Ab dem 1. Januar sollen Abgeordnete ihren Mitarbeitenden mindestens 27 Euro pro Stunde bezahlen – und zwar unabhängig davon, welche Aufgabe sie ausüben. Ausgenommen sind lediglich geringfügig Beschäftigte und studentische Hilfskräfte.
In einer Mail des Fraktionsvorstands und der Interessenvertretung der Mitarbeitenden an die Grünen-Abgeordneten heißt es, dass dies ein weiterer „Schritt zur Reduzierung des strukturellen Gender Pay Gaps“ sei.
Nach Checkpoint-Informationen sind darüber allerdings nicht alle bei den Grünen glücklich. Das Geld, das jeder Abgeordnete für die Bezahlung seiner Mitarbeitenden erhält, kommt vom Land Berlin und ist gedeckelt. In diesem Jahr gibt es zwar rund 700 Euro mehr pro Abgeordnetem. Das wird bei vielen aber für den neuen Mindestlohn draufgehen. Dadurch wird wiederum der Lohnabstand für unterschiedlich qualifizierte Mitarbeitende geringer ausfallen. Manche Grüne fürchten dadurch neue Gerechtigkeitsprobleme.
Zudem stellt sich die Frage, ob das Vorgehen überhaupt rechtens ist. Für die Berufsgruppe „Sekretär/in“ sieht das Präsidium des Abgeordnetenhauses etwa einen Korridor von 18 bis 22 Euro pro Stunde vor. „Diese Gehaltsspannen sind verbindlich“, teilte Parlamentssprecher Denis McGee dem Checkpoint mit. Die Grünen sehen darin keinen Widerspruch. „Die Vergütung erfolgt immerin Abhängigkeit zur Aufgabe“, erklärte Fraktionssprecher Sebastian Brux. Die „Berufsgruppe der Sekretär:innen“ gebe es zudem „eigentlich nicht in unseren Abgeordnetenbüros“.
Weiter geht’s zur Abwechslung mit ein paar guten Nachrichten vom Berliner Wohnungsmarkt: Der Senat hat im vergangenen Jahr den Bau von 5.175 Sozialwohnungen bewilligt und damit das zweite Jahr in Folge die Zielmarke von 5000 geknackt. Bis die Wohnungen bezugsfertig sind, wird es zwar noch ein paar Jahre dauern, die Richtung stimme aber, freute sich Bausenator Christian Gaebler (SPD) am Montag im Stadtentwicklungsausschuss. Zum Vergleich: Zwischen 2014 und 2024 wurden nur rund 14.000 Sozialwohnungen gebaut.
Der Haken: Mehr Sozialwohnungen wird es in Berlin in Zukunft dennoch nicht geben, da Jahr für Jahr Tausende Wohnungen aus der Sozialbindung fallen. Und auch im gesamten Wohnungsbestand zeichnet sich keine Entspannung ab. Mit rund 14.000 fertiggestellten Einheiten im Jahr 2025 verfehlte der Senat erneut sein Neubauziel von 20.000 Wohnungen.
Die Deutsche Bahn bleibt sich auch in diesem Jahr treu (siehe CP von gestern). Eine – selbst für Bahn-Verhältnisse – besondere Odyssee erlebte Checkpoint-Teammanagerin Nora Weiler auf ihrer Rückreise am Sonnabend aus dem verschneiten Luxemburg nach Berlin. Ein Drama in acht Akten.
Akt 1. Mit rund einer Stunde Verspätung komme ich in Frankfurt am Main an. Der Anschlusszug nach Berlin fährt mir deswegen vor der Nase weg. Der nächste ICE startet ebenfalls mit rund einer Stunde Verspätung – Grund: „verspätetes Personal aus einer vorherigen Fahrt“.
Akt 2. Nur wenige hundert Meter vor dem Hauptbahnhof Braunschweig kommt der Zug zum Stehen. Über eine Stunde geht nichts voran – zum Ärger der bereits aussteigbereiten Fahrgäste. Als der Zug wieder anrollt, kommt der Hinweis, dass er zunächst nur in den Bahnhof einfahren könne. Danach müsse man weitersehen.
Akt 3. Um Mitternacht die Info: Die Strecke sei wegen Schneefalls nicht befahrbar. Eine Übernachtung im Hotel werde aufgrund „höherer Gewalt“ nicht übernommen. Stattdessen die Durchsage: Dieser Zug sei nun ein „Hotelzug – herzlich willkommen“. Die Versorgungslage im Hotelzug: Wasser ja, Tee nein, Essen nein. Auf dem Bahnsteig bauen gelangweilte Zuggäste Schneemänner. Eine Schneeballschlacht entwickelt sich. Gewinner: niemand.
Akt 4. Mittlerweile ist es zwei Uhr nachts. Das Zugpersonal informiert, dass nun Busse angefordert wurden, die die Fahrgäste nach Wolfsburg oder direkt nach Berlin bringen.
Akt 5. Fünf Uhr morgens: keine Busse in Sicht. Fahrgäste, Zugpersonal, eine Polizeistreife sowie ein mittlerweile eingetroffener Krisenmanager der Deutschen Bahn versammeln sich auf dem Bahnsteig. Der Krisenmanager wundert sich, dass die angeforderten Busse nicht da sind. Eine Polizistin fragt, ob dies nicht ein Fall für das Technische Hilfswerk gewesen sei.
Akt 6. Um 6 Uhr ist er endlich da: ein einzelner Bus. Über Lautsprecher wird verkündet: „Frauen mit Babys und Kindern zuerst.“
Akt 7. Ein Zugbegleiter rät eindringlich, nicht auf weitere vermeintliche Busse zu warten, sondern den ersten Regionalzug nach Hannover zu nehmen: „Schauen Sie, dass Sie hier wegkommen.“ Mit etwa 20 Minuten Verspätung fährt dieser tatsächlich ab. In Hannover gelingt der Umstieg nach Berlin problemlos.
Akt 8. Ankunft am Berliner Hauptbahnhof um 10 Uhr morgens (statt kurz vor 23 Uhr am Vortag). Auf ein frohes und pünktliches neues Jahr.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Neues Jahr, neuer Job: Nicola Böcker-Giannini, im November als Co-Landesvorsitzende der Berliner SPD zurückgetreten, ist seit Montag Geschäftsführerin beim Verband Deutscher Privatschulen Berlin/Brandenburg. „Bildung war und ist mein beruflicher Kern“, teilte Böcker-Giannini. „Der Schritt in die Geschäftsführung des VDP ist für mich eine konsequente Fortsetzung dieses Weges.“ Wohin der Weg der Berliner SPD führt, werden die kommenden Monate zeigen.
Neues Jahr, alter Ärger am BER: Nach dem chaotischen Wochenende (die Bundespolizei musste eine kleine Revolte auflösen, weil Passagiere teils stundenlang bis tief in die Nacht auf ihr Gepäck warten mussten) sah es am Montagabend an den Bändern so aus wie beim Schlussverkauf im Großhandel – überall stapelten sich Koffer, die offenbar viel zu spät ausgeladen worden waren, und an den „Lost & Found“-Schaltern bildeten sich lange Schlangen von Menschen, deren Gepäck verschollen ist. Etliche Reisende traf es gleich doppelt, so wie ein älteres Ehepaar vom Mexikoplatz, das restlos bedient war: kein Koffer, kein Strom, keine Heizung – willkommen zurück in Berlin.
Wie schlimm es um Berlins Sporthallen steht, zeigt diese Meldung: Wegen des mittelkräftigen Schneefalls werden in Neukölln neun Sporthallen „für den Trainings- und Spielbetrieb gesperrt, bis der Schnee beräumt wurde“. Das geht aus einer Mail des Bezirksamts hervor, die dem Checkpoint vorliegt. Betroffen sind folgende Einrichtungen: Christoph-Ruden-Schule, Hermann-Boddin-Schule, Bruno-Taut-Schule, Elbe-Schule, Hans-Fallada-Schule, Karlsgarten-Schule, Thomas-Morus-Schule, Albert-Einstein-Schule, Theodor-Storm-Schule.
Gute Nachrichten für alle Mieterinnen und Mieter, die noch immer keine Betriebskostenabrechnung für das Jahr 2024 bekommen haben. „Geht die Betriebs- und Heizkostenabrechnung für das Abrechnungsjahr 2024 erst nach dem 31.12.2025 zu, sind keine Nachforderungen aus der Abrechnung geschuldet“, erklärte Wibke Werner vom Berliner Mieterverein. Wer mit einer Nachzahlung rechnet, sollte dagegen jetzt tätig werden. Diese muss unabhängig vom Verpassen der Abrechnungsfrist ausgezahlt werden.
Mehr als eine Million Straßenbäume bis 2040 und damit mehr als doppelt so viele wie bisher – so lautet das ambitionierte Ziel des Klimaanpassungsgesetzes. Die graue Realität sieht zurzeit so aus: Seit 2020 wurden 14.286 Bäume in Berlin gepflanzt, gleichzeitig wurden 30.654 Exemplare gefällt (AGH-Anfrage des Grünen-Abgeordneten Benedikt Lux).
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An der Berliner Mauer war 2025 deutlich mehr Betrieb: Rund 1,4 Millionen Menschen besuchten die Gedenkstätte an der Bernauer Straße (fast doppelt so viele wie 2024). Besonders beliebt waren Gruppenführungen, die auch internationales Publikum anzogen: Viele Buchungen kamen aus Frankreich (290), Großbritannien (134) und den USA (107).
Silvesterrückblick 1: Ein zwölfjähriges Mitglied von Fortuna Babelsberg wurde am 1. Januar schwer verletzt, als ein gefundener Feuerwerkskörper in seiner Hand explodierte. Der Junge wurde per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen und notoperiert. Um ihn und seine Familie zu unterstützen, hat der Verein auf Instagram eine Spendenaktion gestartet. Weitere Infos finden Sie hier.
Silvesterrückblick 2: Deutlich weniger dramatisch verlief die Silvesternacht für die Berliner Stadtreinigung. Sie freute sich am Neujahrsmorgen über weniger Silvestermüll: Statt wie im Vorjahr 670 Kubikmeter mussten BSR-Mitarbeiter dieses Jahr „nur“ 513 Kubikmeter Böller, Glas und leere Verpackungen wegschaufeln.
Knapp vier Jahrzehnte flog „Christoph 31“ für den ADAC, nun hat er einen neuen Arbeitgeber. Seit dem Jahreswechsel steht Berlins bekanntester Hubschrauber im Dienst der DRF Luftrettung. Dort verpasste man ihm einen neuen (roten) Anstrich und schickte ihn schon am Neujahrsmorgen wieder in den Berliner Himmel. Weiterhin: Guten Flug.
Zitat
„Ich kiek mir deine Bilder zu gern an“
Vor einem Jahr verbreitete der RBB mit einem Bericht über Vorwürfe gegen Stefan Gelbhaar Falschnachrichten. Ein Chatverlauf offenbart jedoch Grenzüberschreitungen des Grünen-Politikers (T+).
Stadtleben
Verlosung – „O Fortuna“, heißt es in Carl Orffs „Carmina Burana“; das passt doch super für den Einstieg ins Jahr. Am Sonntag wird das Werk in der Philharmonie aufgeführt, unter anderem mit dem Karl-Forster-Chor Berlin, Cantat Philomena und Solist:innen. Wir verlosen dafür 2x2 Karten auf besten Plätzen! Regulär ist diese Kategorie ausverkauft, es gibt aber noch Kaufkarten für 48 Euro. Bewerben können Sie sich beim Checkpoint-Postfach. Start 15.30 Uhr, Herbert-von-Karajan-Straße 1, S-/U-Bhf Potsdamer Platz
Essen & Trinken – Januar ist sicher nicht der Lieblingsmonat der Gastronom:innen. Alle wollen abnehmen, keinen Alkohol mehr trinken und sich bis auf Weiteres nur noch von Gemüse ernähren. Da hat sich das mondäne „Crackers“ in Mitte was ausgedacht. Nämlich innovative winterliche Gemüsegerichte. Auf der Speisekarte stehen den Januar über viele Wohlfühlgerichte ohne Fleisch wie Blumenkohl-Tempura mit Koriander und Zitronengras oder Spitzkohl mit Champignons, Walnüssen und Kumquats. Was zum Anstoßen? Die Bar mixt Drinks mit viel Geschmack, komplett ohne Alkohol. Tgl. ab 18 Uhr, Friedrichstraße 158, U-Bhf Unter den Linden
Noch hingehen – In Öl sieht auch Hobbykunst gleich ein bisschen edler aus – solche Effekthascherei hat Jub Mönster nicht nötig. Er malt einfach mit blauem Kugelschreiber. Blau ist die Farbe der Sehnsucht, und Sehnsuchtsmotive sind eine Spezialität von ihm. Seine Bilder in der Galerie Friedmann-Hahn versetzen einen an das Ufer der Seine und auf die Terrassen von Pariser Cafés. Sie bestehen aus unzähligen Schraffuren und Krakeln; der Rest ist Weißraum, der die Fantasie beflügelt. „A Kind of Blue“ läuft noch bis Sonnabend, Eintritt frei, Di-Fr 12-18 Uhr, Sa 12-16 Uhr, Wielandstraße 14, S-Bhf Savignyplatz
Last-Minute-Texte – Mit ihrem letzten Roman „Single Mom Supper Club“ stand sie auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2025: Die britische Autorin Jacinta Nandi, die in Berlin wohnt, schreibt darin witzig und pointiert über das Leben alleinerziehender Mütter. Seit über zwei Jahren ist sie außerdem Mitveranstalterin der monatlichen Lesebühne „Neuköllner Brett“, Thema heute: „Zimmer 512“. Als Eintritt darf bei der Veranstaltung in der Bar Broschek jeder zahlen, was er oder sie kann und möchte (Empfehlung: zwischen 5 und 10 Euro), Weichselstraße 6, U-Bhf Rathaus Neukölln
Grübelstoff – Und, wie hat die erste richtige Arbeitswoche des Jahres für Sie angefangen? Haben Sie auf Anhieb überall die richtige Zahl eingetragen? Und haben Sie schon ein Gefühl für 2026, also, geht das mehr so in Richtung graue Decke übern Kopf oder ist auch ein bisschen neugieriges Hellgelb dabei?
Kiekste
Berlin hat nun zwei Fernsehtürme: einen am Alexanderplatz und einen – dank Schnee – in der Hasenheide. Neben zahlreichen Schneemännern, Schnee-Pferden und Enten erreichte uns auch dieses Foto. Entdeckt und festgehalten von unserer Leserin Daniela Digas. Vielen Dank! Schicken Sie uns auch Ihre schönsten, kuriosesten und überraschendsten Berlin-Momente an checkpoint@tagesspiegel.de und nehmen mit Ihrer Zusendung aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Fürstenwalder Damm (Friedrichshagen): Bis Anfang Juni ist die Fahrbahn in beiden Richtungen zwischen Bölschestraße und Wasserwerk Friedrichshagen verengt.
Breite Straße (Pankow): In Richtung Damerowstraße ist hinter der Berliner Straße ein Fahrstreifen bis Ende Januar gesperrt.
Nahverkehr – S-Bahn – S1 und S7: Nach dem Stromausfall im Berliner Südwesten kommt es weiterhin zu umfangreichen Einschränkungen auf diesen Linien.
Demonstration – Für heute sind neun Demos angemeldet (Stand 5.1., 16 Uhr), u.a. „Die Verfolgung von FALUN DAFA/FALUN-GONG Praktizierenden in China beenden, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für alle von der KP Verfolgte“: zehn Teilnehmende, Falun Dafa Verein Berlin, Jannowitzbrücke (10.30-13 Uhr)
„Menschenrechte im Iran“: vier Menschen, Mehringdamm 35 (11-19 Uhr)
„Hoffnung in konfliktreichen Zeit [sic]: Ist es möglich, Hoffnung und Lösungspunkte für die Konflikte in unserer Gesellschaft zu finden?“: 15 Teilnehmende, Alexanderplatz 3 (13-15 Uhr)
„Für Frieden, keine Waffenlieferungen in Kriegsgebiete Verhandlungen kein Ausbau der Bundeswehr“: 20 Protestierende, Schildbürger, Bölschestraße (16-18 Uhr)
„Menschen mit Schildern stehen wegen der aktuellen Lage (...)“: 15 Demonstrierende, Menschen mit Schildern, Schloßstraße 90 (17-18.30 Uhr)
Gericht – Wegen Volksverhetzung durch Verharmlosung der NS-Verbrechen kommt ein 40-Jähriger auf die Anklagebank. Er soll kurz nach dem Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel in einem Post auf seinem Instagram-Profil den Holocaust verharmlost haben. Der Angeklagte war im Jahr 2013 vom Kammergericht Berlin wegen der mitgliedschaftlichen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung im Ausland zu neun Jahren Haft verurteilt worden (13 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A572).
Universität – Vom Fuchs bis zum Waschbär: Der Vortrag „Wie wirken sich Stadt-Wildtiere auf unser Wohlbefinden aus?“ widmet sich heute unseren wilden Mitbewohnern. Im Rahmen der Ringvorlesung „Biodiverses Berlin“ spricht Prof. Dr. Tanja Straka (Institut für Biologie, Freie Universität), Start 18.15 Uhr, auch als Livestream. Raum B.001, Arnimallee 22
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Annette Fugmann-Heesing (71), Politikerin (SPD), war Mitglied im Abgeordnetenhaus von Berlin sowie ehemalige hessische Finanzministerin und Finanzsenatorin von Berlin / Wilhelm Kuhweide (83), ehemaliger Regattasegler, Olympiasieger, vierfacher Weltmeister, Verein Seglerhaus am Wannsee / Ulrike Mai (66), Schauspielerin und Synchronsprecherin, u.a. „Verliebt in Berlin“ / Sven Mikisch (61), ehemaliger Leichtathlet, zweiter Platz im 400-Meter-Hürdenlauf bei den Deutschen Meisterschaften (1984, Berliner SC) / „Valentin Petri, Reinickendorf-Connaisseur, Checkpoint-Nesthäkchen und Ultra-Kaffeetrinker, dein Team lässt dich hochleben und hebt die Gläser auf dich!“ / Judith Rakers (50), Journalistin, Fernsehmoderatorin und Autorin („Homefarming – Selbstversorgung ohne grünen Daumen“) / Madeleine Wehle (58), Fernsehmoderatorin, u.a. „zibb – Zuhause in Berlin & Brandenburg“
Nachträglich: „Manne, Dr. Manfred Uhlitz, ist nun auch endlich erwachsen geworden. Gratulation zum 70.!“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Herta Schicks (geb. Lamprecht), * 20. Januar 1938, verstorben am 21. Dezember 2025 / Dr. Christine Torge-Decker, * 11. Mai 1950, verstorben am 14. Dezember 2025
Stolperstein – Eva Manasse (*1906 in Berlin) war die Tochter eines Unternehmerpaares: Ihre Eltern führten eine Getreidehandlung, zudem war ihre Mutter Mitinhaberin der „Norddeutschen Melassefutterfabrik Albrecht Berliner“. Eva war als Schneiderin tätig. Am 25. Januar 1942 wurde sie von den Nazis ins Ghetto Riga deportiert, am 9. August 1944 weiter in das Konzentrations- und Vernichtungslager Stutthof. Kurz vor der Evakuierung wurde sie dort am 6. Januar 1945 ermordet. An Eva Manasse erinnert ein Stolperstein in der Thomasiusstraße 5 in Moabit.
Encore
Zum Schluss noch eine gute Nachricht für alle Jazz-Fans: Mit „Ella Radio“ (UKW 91,0 MHz) hat Berlin seit gestern einen neuen Sender für Jazz, Soul und Blues. Zum Start des Programms (dem auch Kulturstaatsminister Weimer lauschte) ertönte „Mack the Knife“ von Ella Fitzgerald aus ihrem Berliner Konzert von 1960.
Vielleicht schmerzt der Abschied vom ehemaligen Jazz-Radio, das mit Jahresende seine Frequenz verlor, nun etwas weniger.
Die Checkpoint-Band trat heute mit folgender Besetzung auf: Christoph Papenhausen, Nora Weiler, Anke Myrrhe, Lorenz Maroldt (Recherche und Texte), Antje Scherer (Stadtleben) sowie Clara Kreuzberg (Produktion).
Morgen gibt’s hier wieder ein Duett – und zwar von Valentin Petri und Lorenz Maroldt.
Auf bald!