einer unserer jüngsten Leser schickt uns diese Urlaubsgrüße: „Ich (Noah) bin 13 Jahre alt und lese den Checkpoint am Ostseestrand auf dem Darß, manchmal aber auch morgens im Zelt.“

Beach, Berge oder Balkonien – nehmen Sie uns mit! An dieser Stelle zeigen wir während der Sommerferien, wo Sie gerade den Checkpoint lesen. Schicken Sie uns ein Foto mit einem Satz zum Urlaubsort an checkpoint@tagesspiegel.de.
100 Tage ist Berlin schwarz-rot – also, fast: Heute sind es 98. Die Selbstbewertung fällt gelassen aus, die Koalition ist zufrieden mit sich. „100 Tage Schwarz-Rot zeigen: Es gibt ein neues Miteinander im Senat. Jetzt sind Dinge möglich, die zuvor nicht möglich waren“, sagt Kai Wegner (CDU) dem Tagesspiegel am Mittwoch. Nicht möglich war jedoch ein traditionelles 100-Tage-Programm – darauf hatte die KleiKo lieber gleich verzichtet. Der SPD-Fraktionschef Raed Saleh gibt ein paar abstrakte „Startschwierigkeiten“ zu (welche, müssen Sie selbst imaginieren), versichert aber: „Diese Koalition liefert jetzt – und zwar ohne Streit und Hektik. Wir verzichten auf die öffentlichen Streit-Rituale.“ Den Satz packen wir mal auf Wiedervorlage und schwenken hinüber zur Opposition: „Stand heute hat Schwarz-Rot fristgemäß einen Haushalt aufgestellt, einen Queerbeauftragten ernannt und die Verkehrswende rückabgewickelt. Das war’s. Das ist dünn“, sagt Ex-Senatorin Bettina Jarasch (Grüne) der dpa zum Sofortprogramm der Koalition. Linken-Fraktionsvorsitzender Carsten Schatz sieht das genauso: „Kai Wegner gibt gern den großen Macher, kommt aber über das Machen großer Ankündigungen bisher kaum hinaus.“
Eine Pressekonferenz zum 100-tägigen gab es übrigens diesmal nicht – begründet mit der Wiederholungswahl, den Haushaltsverhandlungen, der Sommerpause und, ach ja, da war noch was: den verreisten Senatsmitgliedern.
Apropos Senatsmitglieder: Kopfnoten hat unser Landespolitik-Team keine vergeben, dafür aber ein paar schriftliche Zeugnisse. Hier ein Teaser – wir haben frei übersetzt:
Die Aufsteiger:
Stefan Evers (CDU) – Senator für Finanzen
„Stefan Evers kam als CDU-Generalsekretär im Wahlkampf die Rolle des unerbittlichen Angreifers zu. Im Finanzressort muss der 43-Jährige nun eher den geduldigen Spielgestalter mimen. Evers hat in den ersten 100 Tagen bewiesen: Er beherrscht beides.“ (Übersetzung: Einserschüler I)
Cansel Kiziltepe (SPD) – Senatorin für Arbeit, Soziales, Integration und Antidiskriminierung
„Die Sozialdemokratin ist bisher ein Gewinn für die an Führungsfiguren nicht eben reiche Berliner SPD – und damit für den Senat.“ (Einserschülerin II)
Die Absteiger:
Manja Schreiner (CDU) – Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
„Manja Schreiners Einstand im Senat hätte kaum schlechter laufen können. Gerade im Amt machte die Nachricht die Runde, die neue Verkehrssenatorin wolle den Bau neuer Radwege stoppen. Schreiner bemühte sich umgehend, die Meldungen zu dementieren, hatte damit jedoch kaum Erfolg. Auch weil die CDU-Politikerin und ihre Senatsverwaltung zuweilen äußerst unglücklich, wenn nicht gar chaotisch agierten. (…) Zugutehalten kann man ihr: Mit der schnellen Entscheidung zur Friedrichstraße hat sie einen schwelenden Konflikt vorerst gelöst.“ (Versetzung noch möglich, oder auch: stets bemüht)
Ina Czyborra (SPD) – Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege
„Berlins neue Senatorin für Wissenschaft und Gesundheit blieb in den ersten 100 Tagen blass. Große Fehler hat die 57-jährige Sozialdemokratin nicht gemacht, aber angesichts der großen Herausforderungen in beiden Bereichen war sie auch kaum präsent.“ (Befriedigend, setzen)
Das Führungsduo:
Kai Wegner (CDU) – Regierender Bürgermeister von Berlin
„Wegner agiert weitgehend geräuschlos, genau wie sein schwarz-roter Senat. Auch das ist nicht zuletzt der Verdienst von ihm und seiner Senatskanzlei. Es wirkt wohltuend nach den rot-grün-roten Dauergefechten der vergangenen Jahre. (…) Was er bislang schuldig bleibt: eine Vision, wo er Berlin hinführen will.“ (Hohe Motivation, Lernziele größtenteils erfüllt)
Franziska Giffey (SPD) – Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe:
„Ob Fashion Week, Eröffnung eines Gründer-Zentrums oder die zahlreichen Preisverleihungen an Unternehmer:innen: Giffey gefällt sich offenbar in der Rolle als Repräsentantin der Wirtschaft der Stadt. Gerade anfangs soll es ihr in Senatssitzungen noch schwergefallen sein, ihre Rolle in der zweiten Reihe zu akzeptieren. Jetzt ist eben Wegner Chef.“ (Zielstrebig, Große Selbstständigkeit)
Die vollständigen Beurteilungen lesen Sie hier.
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Wir bleiben bei Bewertungen – und den richtig relevanten Statistiken: In den letzten zehn Jahren sind an den Berliner Unis Klausuren „im unteren, einstelligen Bereich“ verschwunden. Das schreibt der Senat auf AGH-Anfrage (Tobias Schulze, Linke). Aufgrund der geringen Fallzahlen gebe es keine speziellen Vorkehrungen für die Mysterien – die Studis müssten einfach nochmal ran, die Profs hätten in der Regel nüscht zu befürchten. Funfact für die nächste Küfa: Wiedergefunden wurde in den letzten zehn Jahren genau eine Präsenzklausur.
Apropos verschwinden: Wie geht es eigentlich Berlins Städtepartnerschaft mit London nach dem EU-Rosenkrieg? „Die Beziehungen sind eng, freundschaftlich und vertrauensvoll. Auch der Brexit konnte daran nichts ändern“, schreibt der Senat auf AGH-Anfrage (Carsten Schatz, Linke). Hurra! Was ist denn für die nächsten Jahre geplant? „Es liegen noch keine konkreten Planungen vor.“ Und wie wird das Partnerschaftsjubiläum 2025 gefeiert? „Es liegen noch keine Planungen vor.“ Wenigstens Bildungsaustausch wird es doch wohl geben?! „Bis Ende 2020 (Brexit-Übergangszeit) gab es Kooperationen. Seit dem ‘Brexit’ haben sich die Rahmenbedingungen für Schulkooperationen und –austausche weiter erschwert – angefangen von Visa-Bestimmungen, komplett weggefallenen Erasmus+-Mitteln usw.“ Äh, klar: alles beim Alten.
Alles getrickst? Beim Losverfahren der Berliner Oberschulen stimmt was nicht, sagt Marianne Burkert-Eulitz (Grüne). Ganz zufällig hätten bei manchen Schulen außergewöhnlich viele Kinder mit guten Noten Glück gehabt. Die Abgeordnete stützt sich unter anderem auf die Aussagen eines Rechtsanwalts, der gerade im Kontext einer Klage die Los-Ergebnisse einer Schule gesichtet hat. Dort habe er ein Resultat vorgefunden, für das es eine „Wahrscheinlichkeit von eins zu einer Milliarde“ gebraucht hätte (Zum Vergleich die Lotto-Gewinnwahrscheinlichkeit: 1 zu 140 Millionen). Die Bezirke weisen die Verdächtigungen zurück, „standardisierte Verfahren“ zur Auslosung gibt es laut Senat aber nicht. Burkert-Eulitz fordert jetzt strengere Vorgaben und Überwachung – und erwägt, bei verdächtigen Schulen Akteneinsicht zu nehmen.
Auch heute bitten wir in unserer Sommerserie wieder ChatGPT um Audienz. Hallo lieber Bot, wie könnte man eigentlich Currywurst verbessern?
„Um die Currywurst zu verbessern, könnten wir sie mit fliegenden Drohnen direkt zu unseren Tellern liefern lassen, damit wir nicht einmal aufstehen müssen, um sie zu genießen! Anstatt Ketchup könnte man auch Regenbogenfarben verwenden, um der Wurst einen extra fröhlichen Kick zu verleihen – eine ‘Currypride’-Wurst sozusagen! Und warum nicht gleich ein Wurst-Roulette einführen, bei dem jede Wurst eine geheime Schärfe verbirgt – von ‘Chilli-Light’ bis ‘Feueratem’? Ein Spaß für Mutige!“
Roulette-Flugwurst? Bon appétit – genug Internet für heute.
Außerdem können Sie heute diese Tagesspiegel-Texte mit Ihrem Abo lesen:
Rufus Beck über 25 Jahre Harry Potter in Deutschland: „Heutzutage würde man das nicht mehr zulassen“
Rufus Beck ist die deutsche Stimme von Harry Potter. Für die Hörbücher hat er alle Bände eingelesen. Noch einmal würde das nicht funktionieren, sagt er dem Tagesspiegel zum Jubiläum.
Urlaub im Klimawandel-Hotspot: Werden Reisende künftig das Mittelmeer meiden?
Beliebte Reiseziele sind besonders vom Klimawandel betroffen. Wissenschaftler erwarten, dass Touristen künftig anderswo Urlaub planen. Die Branche will bisher aber nicht umschwenken, schreibt Caspar Schwietering.
Physik-Nobelpreisträger Parisi im Gespräch: „Der Hilbertraum ist die größte Entdeckung, die niemand kennt“
Giorgio Parisi erhielt 2021 den Nobelpreis, weil er komplexe Systeme zähmte. Im Interview mit Sabrina Patsch spricht der Physiker über Science-Fiction, das Flugverhalten von Staren und wie er aus Versehen italienische Köche erzürnte.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Morgen ist es ein Jahr her, dass Berlin von Brandgeruch und Explosionen geweckt wurde – 27 Tage lang kämpfte die Feuerwehr gegen das Feuer rund um den Sprengplatz Grunewald. Bis zum Jahrestag wurden die Hälfte der angrenzenden Waldflächen von Kampfmitteln beräumt, schreibt der Senat am Mittwoch. Spaziergänger:innen dürfen daher jubilieren: Die gesperrten Flächen werden im Herbst wieder geöffnet.
Es schifft und schifft. 75 Liter pro Quadratmeter sind im Juli 2023 durchschnittlich in Berlin heruntergepladdert (Q: Statista) – das sind 41% mehr als im vieljährigen Mittel. Alles durchnässt also? Fehlanzeige: Der Starkregen kann schlechter im Boden versickern. Ein Blick auf den Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt: Die obere Schicht des Berliner Bodens ist derzeit ausreichend feucht, in den unteren Schichten ab 1,80 Meter herrscht jedoch weiterhin außergewöhnliche Dürre – ergo: keine Entwarnung, leider.
Bedenken first, digital second: Die Ampel will bei der Verwaltungsdigitalisierung kürzen. Statt 377 Mio. Euro wie 2023 soll es vom Bund 2024 nur noch drei Mio. Euro dafür geben, Ämter und Co. fitzumachen. Das berichtet die FAZ am Mittwoch. Was der Sparplan für Berlins Ämter bedeuten würde, konnte uns die Senatskanzlei bis Redaktionsschluss nicht beantworten – wir wagen eine Prognose: Dit könnte schiefjehn.
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Teilnahmeschluss: 25.08.
Apropos Sparplan: Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) hat die Schuldenbremse am Mittwoch für unbrauchbar erklärt, die Bremse sei gescheitert. Sie fordert: „Es muss möglich sein, Investitionen in die Zukunft mit Krediten zu finanzieren.“ Oder wir bleiben einfach beim Faxgerät.
Berlin nimmt zu. Laut einer Studie der AOK ist jede:r neunte Versicherte in Berlin stark übergewichtig, also adipös – 35 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Am stärksten sei der Ortsteil Oberspree in Treptow-Köpenick betroffen: Hier hat sogar jede:r Fünfte eine Adipositas-Diagnose.
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Die perfekte Begleitung für gemeinsame Abende! Unser Weinpaket „Grillabend“ passt mit jeweils sechs Flaschen Riesling und sechs Flaschen Rotwein hervorragend zu Gegrilltem jeder Art. Und zum Anstoßen legen wir noch drei Flaschen Vino Frizzante dazu.
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Ihr Leben ist Ihnen zu langweilig? Ab ins Mikroabenteuer! In einer Serie haben meine Kollegin Annette Kögel und ich die besten Ideen für den urbanen wie Brandenburgischen Eskapismus gesammelt. Da wären zum Beispiel die besten Orte für den Sonnenaufgang, die schaurigsten Ideen fürs Höhen-Adrenalin (Gleitschirmfliegen geht auch in Niedergörsdorf!) und ein exklusives Survival-Coaching. Und hatte ich die Tipps für Begegnungen mit Wölfen erwähnt? Hier ein Teaser von Berlins Haus- und Hof-Tierexperten Derk Ehlert: „Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, auf einen Wolf zu stoßen, wenn man auf Wegen am Waldrand entlangläuft.“ Alle Artikel der Mikroabenteuerserie finden Sie auf tagesspiegel.de (T+).
Sollte die Roulette-Flugwurst (siehe Langmeldungen) Ihren Appetit noch nicht geweckt haben, machen wir kulinarisch weiter: Wir suchen die kreativsten Food-Kombis in Berlin! Welcher Imbiss, welches Sternerestaurant, welche Eisdiele bei Ihnen um die Ecke hat das fantasievollste Gericht auf der Karte? Nominierungen nehmen wir unter checkpoint@tagesspiegel.de entgegen – aktuell auf der Liste: der Obst-Döner von Wonder Waffel, das legendäre Schwarzbier-Mandel-Eis bei der Treptower Eisdiele Yeay Ice Cream und das türkische Sushi aus Weinblättern und Bulgur vom Neuköllner Çiğköfte Berlin.
Aus der Reihe „Irrelevante News, die wir Ihnen nicht vorenthalten können“ heute: Am 22. August ist die größte Streichholzbehältersammlung der Welt zu ersteigern! Und zwar in Tempelhof – das Auktionshaus Historia vertickt 4000 Objekte aus einer privaten Sammlung. Der Katalog kann online durchblättert werden, Startpreis für ein Bündel mit mehreren Behältern: 60 Euro.
Zitat
„Es ist aus. Heute, wenn es dunkel geworden sein wird, lebt Deine Lanka nicht mehr. Mein Trost und meine Hoffnung ist meine kleine Irka… Bleibe gesund und am Leben, lebe für meine Irka, die als Vollwaise in der Wiege liegt.“
Am Tag ihrer Hinrichtung schrieb die Widerstandskämpferin Liane Berkowitz einen letzten Brief an ihre Mutter, die die kleine Enkelin aus der Haftanstalt zu sich genommen hatte. Am Sonnabend jährt sich Liane Berkowitz’ Hinrichtung zum 80. Mal – zum Zeitpunkt ihrer Ermordung durch die Nazis war sie nur 19 Jahre alt. Sigrid Kneist hat die beeindruckende Frau porträtiert.
Tweet des Tages
Die Klimazonen im Überblick: - Polarzone ❄️ - Subpolarzone ? - Gemäßigte Zone ? - Subtropen ☀️ - Tropen ? - Berliner U-Bahn ???
Stadtleben
In Postleitzahlen durch Berlin: Während der Sommerferien bringen wir Sie jeden Tag an Orte zwischen 10115 und 14199. Heute 14195 in Dahlem (Steglitz-Zehlendorf).
Essen & Trinken – Frühstück am Beet: In die Königliche Gartenakademie kommen Menschen eigentlich, um einzukaufen: winterharte Stauden für den Garten, Rosen oder gleich einen Laubbaum. Danach kann man sich ins Café auf dem Gelände setzen, mit Blick auf die nach Farben gruppierten Schaubeete und Pflanzentische. Reservierung empfiehlt sich! Für die Tageskarte konzentriert sich die Küche auf fleischlose Gerichte. Im Hochsommer gibt es Leichtes wie Melonensalat mit Olivenöl, Zitrone und Hirtenkäse oder ein Sandwich mit Grillgemüse und Haloumi. Die Frühstückskarte weicht ab vom Veggie-Pfad: Great British mit Spiegelei und Speck und Egg Benedict in dreierlei Varianten von Bacon über Avocado bis Lachs. Und in der Holunder-Zitronen-Limo steckt frische Minze aus dem Gartenakademie-Beet. Di-Sa von 9-18 Uhr, So 10-17 Uhr, Altensteinstraße 15a, Bushaltestelle Arnimallee
Berlinbesuch –Gedrängel erlebt man im Museum Europäischer Kulturen selten. Hier kann man sich ganz in Ruhe spannenden und nur auf den ersten Blick abseitigen Themen widmen, so was wie Independent Comics in den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien oder Adventskalender. Gerade läuft die Ausstellung „Buzzing Slovenia“ zu Traditionen der slowenischen Imkerei. Dazu gibt es einen Workshop für Kinder: „Du hast wohl’n Stich!“ (15.8.-18.8.) und am Samstag ein Angebot für Familien im Garten des Museums (12/13/14 Uhr). Eintritt 8/4 Euro, Di-Fr 10-17 Uhr, Sa/So 11-18 Uhr, Arnimallee 25, U-Bhf Dahlem-Dorf
Mit Kindern – Stadtkinder haben ja nicht ständig die Möglichkeit, sich eine Kuh aus der Nähe anzuschauen. Auf der Domäne Dahlem geht das (auch wenn man dazu so weit rausfahren muss, dass man die Kuh auch in Brandenburg besichtigen könnte). Auf dem Landgut leben alte Rassen: Sattelschweine, das Rauwollige Pommersche Landschaf und Rotes Höhenvieh. Man kann bei einer Führung mitmachen, Handwerker:innen bei der Arbeit zuschauen und es macht Spaß, in dem gut sortierten Hofladen einzukaufen und eine Limo zu trinken. Ein Museum gibt es dort auch und in der letzten Ferienwoche findet ein Ferienprogramm statt, bei dem man u.a. Kräutersalz selber herstellt. Museum 5/3 Euro, Eintritt Landgut frei, täglich geöffnet von 7 Uhr bis zur Dämmerung, Königin-Luise-Straße 49, U-Bhf Dahlem Dorf
Und sonst? In Dahlem leben nur 16.938 Menschen (Stand Ende 2022) – und der Ortsteil von Steglitz-Zehlendorf hat auch nur zwei Postleitzahlen. Laut Wikipedia wird das Bild von „vielen Villen und kleinen Parkanlagen“ geprägt; wer schon mal da war, wird das bestätigen. Eine davon ist die Dienstvilla des Bundespräsidenten (Pücklerstraße 14). Wenn nicht gerade Semesterferien sind, steigern wegen der FU viele junge Menschen die Bevölkerungsdichte. Was noch interessant ist: das Alliierten-Museum, die Ruine der Künste Berlin und der Botanische Garten. Eine schöne Gelegenheit, sich einen Teil davon zu erlaufen, ist die Dahlem-Tour der Max-Planck-Gesellschaft zum Thema „100 Jahre Wissenschaft im ‚deutschen Oxford‘“. Der nächste Termin ist am Sonntag (11 Uhr). 8/5 Euro, Treffpunkt Harnack-Haus, Ihnestraße 16-20, U-Bf Freie Universität
Feriengewinn – Ein Spaziergang, bei dem einem die ganze Zeit das Wasser im Mund zusammenläuft – und wir verlosen zwei Karten für Feinschmecker:innen! Drei feine Locations tun sich am 18. August für die „Kulinarische Kieztour“ in Schöneberg zusammen: das Sternerestaurant „Bonvivant Cocktailbistro“, die Weinbar „der Weinlobbyist“ und das „the Cord“. Man spaziert mit den Gastgebern ein bisschen durchs Viertel (16.30 bis 22 Uhr), erfährt etwas über die Geschichte der Lokale und hört Anekdoten. Zwischendurch wird in den einzelnen Restaurants pausiert. Und das steht auf der Karte: Cocktail und begleitendes Amuse im Bonvivant; Thüringer Duroc mit Rettich-Kimchi und hausgemachtes Eis am Stiel (Weinlobbyist) und Loch Duart Lachs und Honig-BBQ-Lack mit grünem Spargel (Cord), gefolgt von Dessert & Champagner am Pool. Der Abend kostet pro Person regulär 189 Euro, hier zur Reservierung.
Kiekste
„Diesmal ist jeder Zweifel ausgeschlossen: Das ist kein Wildschwein“, twitterte die Berliner Polizei am Mittwoch zu dieser Wildtiersichtung (Foto: dpa). Ein besorgter Mann hatte die Beamten am Dienstag alarmiert, nachdem er dieses „Raubtier“ im Finkenpark in Dahlem entdeckt hatte. Plüschiger Fehlalarm! Schicken Sie Ihre wilden Schnappschüsse aus Berlin gern an checkpoint@tagesspiegel.de.
Berlin heute
Verkehr – A10 (Östlicher Berliner Ring): Für Schwerlasttransporte ist die AS Berlin-Hohenschönhausen in Fahrtrichtung Dreieck Spreeau von 22-6 Uhr gesperrt.
Landsberger Allee (Marzahn): Die Fahrbahn wird von ca. 20-6 Uhr in beiden Richtungen für den Kfz-Verkehr gesperrt. Eine Umleitung ist eingerichtet. Die Vorarbeiten zu der Sperrung beginnen um 19 Uhr.
Charlottenburger Chaussee (Spandau): Bis 10.8. ist die Fahrbahn in beiden Richtungen Höhe Rominter Allee auf jeweils einen Fahrstreifen verengt.
Regionalverkehr – RE5: Von 11.15-14.45 Uhr fallen die Züge zwischen Oranienburg und Berlin Südkreuz aus.
RB32: Von 7.30-20.30 Uhr fallen die Züge zwischen Oranienburg und Berlin-Lichtenberg aus.
Demonstration – Für heute sind 13 Demos angemeldet (Stand 2.8., 14 Uhr), u.a. „Petition für die Rettung unserer zurückgebliebenen Kinder in Afghanistan“: 100 Demonstrierende, Ehemalige afghanische Bundesortskräfte, Werderscher Markt 6 (9-15 Uhr)
„Krieg in der Ukraine“: zehn Menschen, Pariser Platz (13-20 Uhr)
„Gegen die schweren Menschenrechtsverletzungen: Christenverfolgung, Verfolgung jeglicher kritischer Meinungen, Verfolgung aller Flüchtenden; für: Reis statt Bomben und Raketen und genug zum Essen für alle, für die Auflösung aller Konzentrationslager u. für Reisefreiheit“: 15 Teilnehmende, Glinkastraße 5 (14-15 Uhr)
„Gedenkfeier an die Jesidischen Opfer des Völkermordes am 03.08.2014 in Shingal/Irak“: 1.500 Menschen, Jesidische Kultur und Gemeinschaft Berlin, Neptunbrunnen, Unter den Linden, Platz der Republik (15-18 Uhr)
„Friedensfahrt Berlin – mit Fahrrad, E-Roller und Inline-Skater für Grundrechte und Frieden“: 50 Demonstrierende, Unter den Linden, Werderscher Markt, Oberbaumbrücke, Pariser Platz (17-21 Uhr)
Gericht – Gegen eine 46-Jährige beginnt ein Prozess wegen versuchten Mordes. Die Frau soll das Zelt ihres Ex-Lebensgefährten aus Wut über die Trennung angezündet haben. Sie habe gewusst, dass sich in dem Zelt, in dem der Mann schlief, eine Gasheizung und Gaskartuschen befunden hätten. Er habe sich leicht verletzt retten können (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 217).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Emilia Bernsdorf (26), Schauspielerin („Ein Fall für zwei“) / Marica Bodrožić (50), Schriftstellerin („Sterne erben, Sterne färben“) / Felix Brych (48), Fußballschiedsrichter, u.a. beim Hauptstadt-Derby zwischen Hertha BSC und Union Berlin am 28. Januar 2023 im Berliner Olympiastadion, mehrfach „Schiedsrichter des Jahres“ / „Jérôme Durand (50): Förderer der deutschen Sprache und Kultur in Frankreich (Paris, Bretagne, Montpellier). Glückwünsche zum runden Geburtstag und zum Hochzeitstag auch an Anne Durand aus Berlin“ / Christoph Geiser (74), Schweizer Schriftsteller („Wüstenfahrt“) / „Matthias, liebe Grüße zum Geburtstag und alles Gute wünschen Karin und Bernd“ / Wolfgang Nagel (79), Politiker (SPD), Bausenator von 1989 bis 1996 / Katrin Schmidberger (41), MdA Grüne Fraktion Berlin / Kristina Schröder (46), Politikerin (CDU), Kolumnistin (Die Welt), von 2009 bis 2013 Bundesfamilienministerin / Robert Stadlober (41), österreichischer Schauspieler, Hörbuchsprecher, Sänger (u.a. „Crazy“ und „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“), sein Theaterdebüt gab er auf der Tribüne in Berlin / „Dr. Eberhard Wanner (65): ehemaliger Frauenbeauftragter, liebe Geburtstagsgrüße aus Falkensee“
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Gestorben – Lieselotte Busse, geb. Glaue, OStD i.R., * 4. Februar 1924 / Jutta Grund, * 27. März 1942 / Henning Hoerkens, * 1944 / Joachim Priem, * 30. Juni 1938 / Monika Rinneberg, geb. Martin, * 27. Mai 1936 / „In Memoriam Heiner Urhausen, * 20. Oktober 1949, gestorben am 3. August 2019“
Stolperstein – Elisabeth Alexander wurde am 25. März 1909 in Berlin geboren. Ihre Eltern waren Paul Alexander und Frieda Pauline, geb. Pinner. Sie hatte fünf Geschwister, denen die Emigration nach Palästina, Südafrika und Panama gelang. Nachdem es nicht möglich war für Elisabeth, die herzkrank war und an Depressionen litt, ein Visum zu beschaffen, verzichteten die Eltern auf eine eigene Auswanderung. Am 4. August 1942 wurden Paul und Frieda Alexander nach Theresienstadt deportiert. Einen Tag zuvor stürzte sich Elisabeth aus dem Fenster und starb. Sie lebte da bereits alleine, denn ihre Eltern waren zuvor in eine Sammelstelle transportiert worden. An sie erinnert ein Stolperstein in der Mommsenstraße 47 in Charlottenburg.
Encore
An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen in der Ferienausgabe des Checkpoints unserer Serie „Reihum Berlin“: An jedem Ziel, das hier empfohlen wird, erfragen wir die Empfehlung für den nächsten Tag. Zu lesen gibt es die Reihe exklusiver Berlin-Tipps von Montag bis Freitag. Die heutige Empfehlung kommt von Dunja Funke, Geschäftsführerin vom Obermaier in Kreuzberg:
„Es ist nun nicht mehr so richtig Sommer, manchmal regnet es sogar, dann gehe ich in meinen liebsten Comic-Laden Modern Graphics (den gibt’s dreimal in Berlin, bei mir ist es der in der Oranienstraße), betrachte mir zuerst alle Neuerscheinungen und dann noch sehr viele Alterscheinungen, kaufe mir dann mindestens eine Novel (zuletzt Starman über David Bowie) und ein Heft (am liebsten irgendwas Belgisches) und gehe nach gefühlt vier Stunden wieder raus aus dem Laden, setze mich in ein Café (ich verrate nicht welches) und blättere und staune. So ein schöner Tag!“ Mo-Sa 11-19 Uhr, Oranienstraße 22, 10999 Berlin
Morgen lesen Sie an dieser Stelle die Berlin-Empfehlung von Michael Wießler, Geschäftsführer der Modern Graphics Buchhandel Berlin GmbH.
Mit mir haben sich Thomas Lippold (Recherche), Antje Scherer (Stadtleben) und Florian Schwabe (Produktion) durchs Berliner Chaos gewühlt. Morgen empfängt Sie an dieser Stelle wieder Julius Betschka. Kommen Sie gut durch den Regen!

