Neben den drei neu ausgeschrieben BER-Baustellen (CP v. 5.1.) hat die Flughafengesellschaft auch eine latente: den desaströsen „Service“ der so genannten Bodendienstleister. Heute schauen wir uns mal den Zusteller der erst irgendwo verschwundenen und dann wieder aufgetauchten Gepäckstücke an: die „BEX Airport Service GmbH“. Hier die Bewertung einiger Kundinnen und Kunden (Google-Rezensionen):
„Erreichbarkeit unterirdisch: An drei Tagen 20-mal angerufen und jeweils 10 Min. in der Warteschleife verbracht, bis der Anruf automatisch von der Gegenseite beendet wurde. 0-mal jemanden ans Telefon bekommen.“ (James Denman)
„Es ist eine Frechheit, dass die BER-Gepäckermittler (swissport/AeroGround/WISAG) ein Unternehmen mit so katastrophalem Kundendienst beauftragen.“ (M. K.)
„Terrible customer service, no way to communicate – the phone number provided is never answered. (Millie Allsopp)
„Dies ist der schlechteste Gepäckabfertigungsservice, mit dem ich je zu tun hatte. Dieses Unternehmen ist eine Schande.“ (Samuel Walter)
„Terrible baggage handling service.“ (Matthew Phillips)
„Eine absolute Zumutung zu verlorenen Gegenständen nichts zu kommunizieren. Keinen Status kein Tracking, kein Telefon, nix. (Olaf Beutin)
„No one is answering the phone. I have been trying for days and countless hours. This is an absolute travesty. (Katharina McKenna)
„So ein Drecksladen. Seit 3 Tagen wartet man auf den Koffer. Der Urlaub ist im Ar.. und keine Sau geht dort ans Telefon. Die sollten ihren Schuppen dicht machen, wenn die unfähig sind.“ (C. C.)
„Awful service.“ (Serena G.)
„Absolute Katastrophe dieser Verein.“ (Julia Vieregge)
„Über die Telefonnummer ist seit Tagen niemand erreichbar. Der Koffer hätte vor 3 Tagen zugestellt werden sollen, und jetzt kann man noch nicht mal Kontakt aufnehmen. (Nadine Kretzschmar)
„Das ist der schlimmste ‚Service‘, den ich je erlebt habe. Nach sieben Tagen des Wartens wollten wir unser Gepäck selbst abholen. Wir warteten acht Stunden, aber niemand kam. Betet, dass ihr keine Tasche am BER verliert – selbst, wenn sie gefunden wird, bekommt ihr sie nie zurück.“ (Henning Lohner)
Dem Checkpoint liegen Anrufprotokolle vor, die die Unerreichbarkeit der BEX Airport Service GmbH belegen. Auf der Website des Unternehmens steht folgender Hinweis: „Diese Seite wird im Moment überarbeitet. Bitte wenden Sie sich per Email oder Telefon an uns. “BER-Chefin Aletta von Massenbach hatte noch vor sechs Wochen in einer internen Mail an die Belegschaft geschrieben, dass die Flughafengesellschaft den beauftragten Dienstleistern nicht die Arbeit abnehmen könne, aber: „Es stimmt eben auch, dass wir die Gesamtverantwortung für den Flughafen haben und es längst nicht reicht, uns für unzuständig zu erklären, wenn es an der Gepäckausgabe nicht klappt.“ Es kommentiert der Luftfahrtexperte Erich Kästner („Das fliegende Klassenzimmer“): „Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.“
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„Wir sind in Größe und Vielfalt in dieser Form in ganz Berlin eine einmalige Gemeinschaft von Spezialist:innen im Bereich der Inneneinrichtung“,
sagt Wilfried Lembert, Geschäftsführer minimum einrichten, die seit Jahrzehnten im LIVING BERLIN-Haus Interior Design der Spitzenklasse bieten. Alle rund 40 Mieter & die Eigentümer investieren langfristig in den Standort. Mehr erfahren: www.living-berlin.com
Wir machen weiter mit der Immobilienanzeige des Tages und schauen uns eine schöne Altbauwohnung am Viktoria-Luise-Platz in Schöneberg an: Top Lage, 4. Stock, Stuck, 3,70 Meter Deckenhöhe, Echtholzparkett, Fahrstuhl, Loggia mit Blick auf die Fontäne – und das alles für nur 10,95 Euro/qm. Kleiner Haken 1: Es müssen gleich 299 dieser qm gemietet werden, das macht warm inkl. NK dann schon 3.997,40 Euro. Kleiner Haken 2: Der Vormieter hätte gerne für das schöne Bad, die Luxusküche und die Einbauschränke einen Abstand von 80.000 Euro.
Falls Ihnen das aber zu klein ist, können Sie sich natürlich auch für das 361-qm-Penthouse in Halensee entscheiden, das kostet 1000 Euro… nein, sorry, das waren ja nur die Nebenkosten – also, alles in allem sind Sie hier mit 20.500 Euro dabei. Monat für Monat. Dafür liegt das das „Objekt“ aber auch „in einer Drohnen-Flugverbotszone“ – was auch immer Sie hier oben abwickeln wollen: Sie bleiben dabei unter sich.
Wir steigen ein paar Preisstufen abwärts und schauen mal wieder bei jenen vorbei, die zwangsweise cool sind, weil ihre Massenvermieter sie mit kaputter Heizung tage- und auch wochenlang dem nächsten Kälteeinbruch entgegenzittern lassen (siehe CP seit 2014). Heute klingeln wir in einem Haus in Steglitz, es gehört der „Adler Group“ (70.000 Wohnungen im Bestand), Heizungsausfall seit Montag. Ein Mieter berichtet: „Am Montag versicherte uns der Vermieter, dass sie sich darum kümmern. Aber der für Haus zuständige Sachbearbeiter war nie zu erreichen. Heute wurde uns eine andere Person als zuständig genannt, die allerdings von der Sache selbst noch gar nichts wusste.“ Dazu ein Blick auf die Selbstbeschreibung der „Adler Group“: „Es ist unsere Mission, das Leben unserer Mieter zu bereichern, indem wir Qualitätswohnungen anbieten, in denen sie lange wohnen wollen. Denn wir glauben, dass es sich für alle lohnt, jetzt und in Zukunft Zufriedenheit bei Mietern und Kommunen zu schaffen.“
Apropos Mieter und Kommunen – was machen unter Rot-Grün-Rot eigentlich die landeseigenen Gesellschaften, nachdem der Mietendeckel vom Topf gekippt ist? So jedenfalls lautet heute unsere Frage für Berlinkenner. Na? Si claro: Sie erhöhen die Mieten für 200.000 Wohnungen (bleiben aber noch unter den ortsüblichen Vergleichsmieten).
Wir verlassen auch diese Häuser und schauen unten nach denjenigen, die sich überhaupt keine Wohnung leisten können und allenfalls in einem Schlafsack unter einer Brücke oder einem Erdgeschossbalkon übernachten – und hören: Berlins neue Sozialsenatorin Katja Kipping sieht wegen der Einschränkungen im Haushalt (CP v. 5.1.) das Projekt „Housing First“ in Gefahr. Bloß gut, dass es in unserer Stadt Menschen gibt wie Jenni Wu, die in Pankow jede Woche eine obdachlose Frau und ihre Kinder mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln versorgt.
Und falls Sie bei diesen Temperaturen hilfsbedürftige Menschen auf der Straße sehen – den Kältebus der Stadtmission erreichen Sie unter der Nummer 030 690 333 690, die Berliner Kältehilfe unter der Nummer 0157 86 60 50 80.
Das Bezirksamt Pankow hat einen Hakenkreuzskandal (CP v. 21.12.21), das betroffene Jugendamt wird am kommenden Montagmittag zu einer außerordentlichen Dienstversammlung in den BVV-Saal gerufen (in Präsenz bei Teilnahmepflicht) – aber für den zuständigen Stadtrat Cornelius Bechtler „ist kein öffentliches Interesse an Berichten dazu erkennbar“, wie er dem Checkpoint gestern mitteilte. Es gebe auch „keinen neuen Sachstand“ der Prüfung, „ob es sich ggf. um ein verbotenes Symbol handelt“, was nach Checkpoint-Informationen auf dem Unterarm einer Gruppenleiterin, zuständig für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, deutlich zu sehen ist, nämlich: ein Hakenkreuz.
Das Bezirksamt sieht nach einem Gespräch mit der Mitarbeiterin „keine Anhaltspunkte für rechtsextremes Gedankengut“, außerdem zeigten die Haken „nach links, nicht nach rechts“ und seien „mit Ornamentik innerhalb und außerhalb des Symbols versehen“. Während der Staatsschutz der Polizei nach einer Anzeige aus dem Beschäftigtenkreis des Bezirksamts ermittelt und im Jugendamt selbst die Sache „gründlich geprüft“ wird, haben wir mal schnell im Strafgesetzbuch nachgeschaut, § 86a, „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ – verboten sind diese auch dann, wenn sie den Originalen „zum Verwechseln ähnlich sind“ (§86a 2). Das Hakenkreuz gehört in jeder Form dazu – auch in der linksdrehenden.
Wir kommen zur Liste der 290 Berliner Straßen und Plätze, deren Namen einen antisemitischen Bezug haben (Q: Studie von Felix Sassmannshausen für den Berliner Antisemitismusbeauftragten Samuel Salzborn). Heute ist Neukölln dran. Empfehlungen zur Umbenennung sind gefettet, bei den anderen Namen wird zu weiterer Forschung bzw. einer Kontextualisierung geraten (etwa mit einer Erläuterung am Schild). Wissen Sie, wo Sie wohnen?
Neukölln: Anzengruberstraße, Bruno-Bauer-Straße (benannt nach Bruno Bauer, vertrat ein modern-antisemitisches Weltbild), Fontanestraße, Friedrich-Kayßler-Weg, Fritz-Reuter-Allee, Jahnstraße (Benannt nach Friedrich Ludwig Jahn, Elemente eines frühantisemitischen Weltbildes), Laubestraße, Lenaustraße, Michael-Bohnen-Ring, Nobelstraße, Reuterplatz, Reuterstraße, Roseggerstraße, Schönstedtstraße, Theodor-Loos-Weg (benannt nach Theodor August Konrad Loos. Karriere im NS, Mitwirkung in antisemitischem Film ‚Jud Süß‘), Ulrich-von-Hassell-Weg (benannt nach Ulrich von Hassell, Widerstand gegen NS, zuvor Mitbegründer der antisemitischen DNVP, 1933 NSDAP-Mitglied), Wilhelm-Busch-Straße, Will-Meisel-Weg (benannt nach Will Meisel, Profiteur von ‚Arisierung‘, Karriere im NS).
Morgen geht’s weiter mit Pankow.

Berliner Schnuppen
Telegramm
Neue Regeln für den Restaurantbesuch: Doppelt geimpft reicht nicht mehr – entweder muss zusätzlich ein aktueller Test vorgezeigt werden oder der Nachweis einer Booster-Impfung. Das steht jedenfalls in der Beschlussvorlage für die heutige MPK mit Kanzler Scholz. Impfen lassen (1, 2 oder 3) können Sie sich und Ihre Kinder u.a. samstags ohne Termin in der Kinderarztpraxis Dr. Steffen Lüder im Ärztehaus Prerower Platz 4 in Hohenschönhausen (jeweils 11 bis 16 Uhr).
„Kaum vorstellbar, sich auf Dauer damit abzufinden“, hatte Stefan Jacobs hier gestern als Fazit seiner 3-Wochen-Liste über ältere schwerverletzte Autoverkehrsopfer geschrieben. Nur ein paar Stunden später meldete die Polizei den ersten Todesfall des neuen Jahres: In Pankow rammte ein Autofahrer eine 80 Jahre alte Frau, die kurz darauf an ihren schweren Verletzungen starb.
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Tempo 30 auf Hauptstraßen – das war 2018 ein Aufreger. Jetzt hat der Senat den Klimaversuch ausgewertet – und auf vier von fünf Straßen deutliche Luftverbesserung festgestellt (Tempelhofer Damm, Kantstraße, Leipziger Straße, Hauptstraße). Lediglich die Potsdamer Straße blieb hinter den Erwartungen zurück – vermutlich, weil wegen des Dauerstaus hier auch vorher kaum mal jemand über Tempo 30 fahren konnte. Die Tempobeschränkung bleibt auf allen Straßen bestehen.
Wer sein E-Auto liebt, der verschiebt: Die Tesla-Fabrik bei Grünheide sollte schon im Dezember 21 startklar sein, jetzt ist es frühestens Mitte Februar so weit – und Elon Musk muss weiter warten.
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Aus der Reihe „Theorie und Praxis“, heute: „Frauen bei der Polizei“. Die Theorie beschreibt die Innenverwaltung in einer Stellungnahme an das Abgeordnetenhaus: „Die Polizei Berlin ergreift im Rahmen der Berufswerbung und Öffentlichkeitsarbeit vielfältige Maßnahmen, um mehr Frauen für den Polizeiberuf zu interessieren.“ Und für die Praxis schauen wir uns mal dieses Plakat hier mit dem Untertitel „Eine Ausbildung bei der Polizei Berlin“ an: „Lass Dich fürs Angerotztwerden bezahlen“, steht da drauf. Wirklich? Ja, aber das sortieren wird jetzt mal ganz schnell um in den Ordner „Seltsame Satire“, und dann stellen fest, dass die Polizei Humor hat – ihre Antwort ans „Browserballet“: „Hey! Wir bieten auch ein duales Studium an.“ (via Axel Lier)
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In Schöneberg wird eine Frau tot in der Badewanne gefunden. Die Tatspuren passen zum Vorgehen eines Serienmörders, der nach vielen Jahren eben erst aus der Haft entlassen wurde – und sich jetzt irgendwo in Berlin aufhält… Die vierte Folge von „Tatort Berlin“, dem True-Crime-Podcast des Tagesspiegels, gibt’s auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Der Pankower SPD-Verordnete Max Meisgeier wollte wissen, ob der verblasste Schriftzug an der Grundschule am Weißen See nach den Renovierungsarbeiten erneuert wird – Bürgermeister Sören Benn antwortete launig: „Der verblasste Schriftzug soll auf der Fassade verbleiben, aber in Absprache mit der Denkmalpflege wird er nicht erneuert, sondern soll in diesem verwitterten Zustand bleiben und natürlich weiter verwittern.“ Klar, natürlich – aber was steht eigentlich drauf? Mal schauen…Obere Zeile: Nicht zu erkennen. Mittlere Zeile: „Für Einheit und gerechten Frieden!“ Unter Zeile: „Das Besatzungsstatut muß fallen“.
Während Flugpassagiere in der Holzklasse weiterhin eng an eng ohne Maske die Leckereien aus der Bord-Bar zu sich nehmen, verbietet die Lufthansa ihren Besatzungen das aus Gesundheitsgründen – in einer Dienstanweisung, die dem Checkpoint vorliegt, heißt es: „Sehen Sie auch von gemeinsamen Essen auf der Crewbank ab.“ Na dann: Prost Mahlzeit.
Zitat
„Die Leute gehen raus, lächeln und so weiter, dit ist mein Ziel. Dann freu ick mir auch.“ André Ellsel, Klomann in der Toilette unter dem Alexanderplatz. „Jetzt bin ick Kellerkind, sag ick immer, ick seh keen Tageslicht“, sagt der einstige Facharbeiter für Fernmeldewesen. Nikolas Holl hat ihn für die „Zeit“ portraitiert. Seine Geschichte können Sie hier lesen.
Tweet des Tages
Seitdem ich weiß, dass meine Mutter hier mitliest, ist Twitter einfach nicht mehr dasselbe.
Stadtleben
Essen – Seit einigen Wochen gibt es an der Wühlischstraße in Friedrichshain kulinarischen Zuwachs: Der „Aleppo Supper Club“, der sich in der Rigaer Straße schon eine solide Fanbase erkochte, ist nun auch im südlichen Kiez des Bezirks mit einer neuen Filiale vertreten. Man munkelt, dass es bei Inhaber Samer Hafez, der in Aleppo geboren und aufgewachsen ist, das beste Hummus der Stadt gibt, und jeder, der sich mit der Levante-Küche befasst, weiß, welch Ritterschlag sich hinter dieser Aussage verbirgt. Zudem bietet das Restaurant hierzulande weniger bekannte Gerichte der syrischen Küche an, z.B. Kabsa, ein Reisgericht mit Mandeln und Cashews, Zwiebeln und Paprika. Mo-Do 11-23 Uhr, Fr-So 11-23.30 Uhr. Wühlischstraße 21, S-Bhf Ostkreuz
Last-Minute, die Erste – Um „Dimensionen der Sexualität“ geht es an diesem Freitag in der Film- und Vortragsreihe „Film und Psychoanalyse im Dialog“, die das Kant Kino gemeinsam mit der International Psychoanalytic University of Berlin veranstaltet. Gezeigt wird Suzanne Lindons „Frühling in Paris“. Im anschließenden Gespräch werden Fragen zur Beziehung zwischen Film und Psychoanalyse verhandelt und über den Ausdruck menschlicher Erfahrungen und Sexualität in beiden Feldern diskutiert. 10-13.30 Uhr, Tickets hier. Kantstraße 54, U-Bhf Wilmersdorfer Straße
Last-Minute, die Zweite – Seit einigen Jahren grassiert das angelsächsische Lifestyle-Phänomen „Dry January“, also ein Januar ganz ohne Alkohol, auch in Deutschland. Gesund ist das in jedem Fall, und die Auswahl alkoholfreier Weine ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. So sehr, dass sogar eine Weinverkostung alkoholfreier Vinos aller Farben sowie Schaumweine möglich ist. Zum Beispiel am heutigen Freitagabend ab 17.30 im Neuköllner Weinladen „Der Frevel“, Tickets gibt es hier zu kaufen. Sanderstraße 22, U-Bhf Schönleinstraße
Grübelstoff – Passend dazu: Welches Buch möchten Sie im Jahr 2022 unbedingt lesen, auf welche Neuerscheinung freuen Sie sich?
„Wir sind die Neuen“
60 der insgesamt 147 Parlamentarier sind in dieser Legislaturperiode neu im Berliner Abgeordnetenhaus. Im Checkpoint stellen wir sie vor.
Name: Aferdita Suka (Grüne)
Beruf: Sozialwissenschaftlerin und Gerichtsdolmetscherin
Alter: 41 Jahre
Wahlkreis: Tempelhof-Schöneberg (WK 4)
Berliner Lieblingsort: Franckepark in Tempelhof
Eine Sache, auf die ich mich 2022 in Berlin freue: „Privat freue ich mich auf die Einschulung meiner Tochter. Beruflich freue ich mich auf die parlamentarische Arbeit und die Möglichkeit, unsere Landespolitik in so wichtigen Bereichen wie Gesundheit und Pflege mitzugestalten.“
Foto: Vincent Villwock / Grüne Fraktion Berlin
Berlin heute
Verkehr – Weißenseer Weg (Alt-Hohenschönhausen): Von 17 bis 22 Uhr Verkehrseinschränkungen (s. Demo), u.a. über Storkower Straße, Landsberger Allee bis Anton-Saefkow-Platz.
Schönerlinder Straße (Buch): Stadteinwärts ab ca. 9 Uhr Sperrung zwischen der nördlichen und südlichen Anbindung der Straße Am Posseberg, Umleitung ausgeschildert (bis Februar).
Nahverkehr: Die Linie U6 ist zwischen Rehberge und Wedding unterbrochen, Ersatzverkehr mit Bussen (bis 31. Januar). Zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Rehberge verkehrt ein Pendelzug.
Die Linien S1, S2, S25 und S26 verkehren ab 22 Uhr bis Montagmorgen, ca. 1.30 Uhr nicht zwischen Yorckstraße/ Großgörschenstraße und Bornholmer Straße, Ersatzverkehr mit Bussen.
Demonstration – Die „Omas gegen Rechts“ demonstrieren um 15 Uhr am Alexanderplatz mit 15 Teilnehmerinnen gegen „rechtsextremistische Tendenzen in Politik und Gesellschaft“. Ab 17 Uhr zieht der „Freie Geister“-Autokorso mit 100 Teilnehmenden los, ab Weißenseer Weg 53 u.a. über Greifswalder Straße, Storkower Straße, Eldenaer Straße, Landsberger Allee zum Anton-Saefkow-Platz. Um 17.30 Uhr ruft der Korea Verband an der Birkenstraße mit 30 Personen zu „Solidarität mit 30 Jahren Mittwochsdemonstrationen in Korea“ auf.
Sonnabend – „Solidarität mit Lützerath gegen die Abbaggerung des Dorfs“ – unter diesem Motto demonstrieren 50 Menschen ab 13 Uhr an der Hiroshimastraße 12, angemeldet durch Fridays for Future. Zur gleichen Zeit startet der „Autokorso Berlin“ mit 100 Personen an der Karl-Marx-Allee (vor dem Kino International) über u.a. Friedrichstraße, Adalbertstraße, Fuldastraße, Südstern, Bülowstraße, Kurfürstendamm zum Wittenbergplatz. Amnesty International geht mit 30 Teilnehmenden um 14 Uhr an der Ebertstraße für die „Schließung des Haftlagers Guantanamo“ auf die Straße, zur gleichen Uhrzeit demonstrieren 200 Personen anlässlich des „Jahrestags der Ermordung der drei kurdischen Politikerinnen Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Saylemez am 9. Januar 2013 in Paris“, Start am Roten Rathaus, u.a. über Spandauer Straße, Unter den Linden zum Pariser Platz.
Sonntag – Am 15. Januar 1919 wurden Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg ermordet, das traditionelle Gedenken für die beiden Sozialisten findet am kommenden Sonntag mit zwei Großveranstaltungen und zahlreichen kleineren Versammlungen statt. Um 9 Uhr hält die Linke ihre „Jährliche Gedenkveranstaltung“ mit 3000 Personen an der Gudrunstraße 30 (Gedenkstätte der Sozialisten) ab. Das „Luxemburg-Liebknecht-Bündnis“ ruft um 10 Uhr weitere 3000 Teilnehmende zum Gedenkzug, vom Frankfurter Tor geht es ebenfalls zur Gedenkstätte. Für 11 Uhr hat die „Sozialistische Jugend Deutschlands“ einen Umzug angemeldet (100 Teilnehmer*innen), vom Großen Weg/Ecke Straße des 17. Juni über die Lichtensteinallee zur Lichtensteinbrücke.
Gericht – Der Mordprozess gegen einen 42-jährigen Lehrer geht weiter. Er soll einen 43 Jahre alten Mann in seiner Wohnung getötet, das Opfer zerteilt und Leichenteile an verschiedenen Orten abgelegt haben. Der Lehrer soll den Mann getötet haben, um sexuelle Befriedigung zu erlangen und Teile der Leiche zu essen. Möglicherweise beginnen die Plädoyers (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 501).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Johannes Brandrup (55), Schauspieler / Tanju Çalıkıran (45), Rapper und Fernsehdarsteller / Lore Gasser (70),„Einsteinsche Weisheiten zum runden Geburtstag: ‚Genieße weiter Deine Zeit, denn Du lebst nur jetzt und heute. Morgen kannst Du gestern nicht nachholen und später kommt früher als du denkst‘. Dicker Kuss und Umarmung von Deinem Ehemann. In langen 35 Ehejahren, immerhin die Hälfte Deines bisherigen Lebens, bist Du immer noch jung geblieben. Alles ist relativ!“ /„Herzlichen Glückwunsch am heutigen Tag, der den Einzug in das Pensionärinnendasein einläutet, liebe Schwester Gertrud! Deine Schwester Bine“/ Uwe Ochsenknecht (66), Schauspieler und Sänger / Karl-Heinz Petzinka (66), Architekt / Max Riemelt (38), Schauspieler
Sonntag – Monika Grütters (60), MdB und ehem. Staatsministerin für Kultur (CDU) / Markus Hesselmann, Chef der „Leute“-Bezirksnewsletter, Team Checkpoint gratuliert von Herzen und wünscht nur das Beste / „Lieber Jörg, nur das Beste zum Geburtstag. Umtrunk um 16 Uhr, die Stahnsdorfer D&D sind dabei“ / Martin Kluger (75), Schriftsteller / Grischa Prömel (27), Mittelfeldspieler bei Union / Andreas Voglsammer (30), Fußballspieler beim 1. FC Union / Ralf Zacherl (51), Fernsehkoch
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Gestorben – Hartmut Böhm, * 19. April 1938 / Hans Jürgen Thomann, * 9. Januar 1933, Polizeidirektor a.D. / Dr. Heinrich Ott, * 18. Juni 1929 / Reimar Tscharke, * 4. März 1941, Studiendirektor/Akademischer Direktor i.R. / Alexander Tschernycheff, * 22. Mai 1934
Stolperstein – Adelheid Silberstein (geb. Arnstein) wurde am 8. September 1887 in Ratibor (damals Oberschlesien) geboren. Sie lebte im Hansaviertel, an der Klopstockstraße 5 (Mitte). Am 9. Januar 1942 deportierten die Nationalsozialisten sie ins Ghetto Riga, wo sie ermordet wurde.
Encore
Union-Präsident Dirk Zingler will vor allem echte Kerle im „Stadion an der Alten Försterei“ in Köpenick sehen (oder jedenfalls solche, die er dafür hält) – in der „Sport-Bild“ beschreibt er, was das bedeutet: „Zuletzt gab es die Frage nach veganen Würstchen bei uns im Stadion. Ich habe grundsätzlich nichts gegen vegane Würstchen, aber wir werden nicht jeden Wunsch erfüllen. Fußball bedeutet bei uns: Bratwurst, Bier, 90 Minuten Fußball. Auch die Sprache darf bei uns im Stadion rau sein. Wir werden als Klub nicht gendern“. Ja, wie denn auch? „Alte Förster*innerei“ etwa?
Mitgespielt im Team Checkpoint haben heute Thomas Lippold (Recherche), Sarah Borufka (Stadtleben) und Lionel Kreglinger (Produktion). Morgen früh präsentiert Ihnen hier Ann-Kathrin Hipp die Berlinerinnen und Berliner der Woche in Bronze, Silber, Gold und Blech. Ihre Nominierungen nehmen wir gerne unter checkpoint@tagesspiegel.de entgegen. Bis dahin,