Auch an Tag 58 des Krieges in der Ukraine blicken wir zunächst auf die Ereignisse der vergangenen Stunden:
+++ Im Stahlwerk Asowstal in Mariupol kämpfen ukrainische Soldaten weiter. Das teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft am Donnerstagabend mit. Putin hatte zuvor in einem inszenierten, im Staatsfernsehen übertragenen Treffen mit seinem Verteidigungsminister Sergej Schoigu den Sieg über die Stadt erklärt (Q), obwohl die Kämpfe in der letzten von der Ukraine gehaltenen Bastion anhalten.
+++ Außerhalb Mariupols wurde ein Massengrab entdeckt. Das zeigt eine Satellitenbild-Auswertung der New York Times.
+++ Laut Selenskyj hat Russland den Vorschlag eines Waffenstillstands über die orthodoxen Oster-Feiertage (ab 24. April) abgelehnt (Q).
Auf unserer Live-Kartekönnen Sie das aktuelle Geschehen verfolgen. Der Tagesspiegel-Newsblog informiert Sie fortlaufend über die aktuelle Lage im russischen Angriffskrieg in der Ukraine.
Anzeige
Am 27. April spielen die Brüder Lucas und Arthur Jussen, Klavierduo und aktuelle Artists in Residence am Konzerthaus Berlin, ein Rezital. Mitbringen werden sie neben einer Mozart-Sonate zu vier Händen Werke für zwei Klaviere von Chopin bis Schostakowitsch. Und natürlich ihr phantastisches, hochmusikalisches Zusammenspiel.
Hier 3x2 Tickets gewinnen.
Berlins Ex-Regierender Michael Müller (SPD) hat in einem Interview mit der „Berliner Zeitung“ drei Ampel-Politikern ihre Reise in die Ukraine zum Vorwurf gemacht. Sie habe nicht geholfen und die politischen Diskussionen „vielleicht unnötig verschärft“. Eine der Kritisierten, FDP-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann, wirft Müller wiederum Kälte, Unkenntnis der Lage in der Ukraine und Verzerrung von Fakten vor.
Laut Müller seien Strack-Zimmermann, Anton Hofreiter (Grüne) und Michael Roth (SPD) „voller Emotionen“ und mit Forderungen in Richtung der Bundesregierung von ihrer Ukraine-Reise zurückgekommen. Der Besuch vor Ort sei „nicht hilfreich“ gewesen“, da keine neuen Fakten herausgekommen seien, sondern habe „die Diskussionen vielleicht unnötig verschärft“. In dem Zusammenhang spekulierte er auch über den Hintergrund: Das Agieren habe „vielleicht auch parteipolitische Gründe“.
Strack-Zimmermann weist die Vorwürfe Müllers entschieden zurück. „Den Einsatz für die Ukraine als parteipolitisch motiviert zu bezeichnen, zeugt von einem erschreckenden Maß an Kälte und Unkenntnis“, sagte sie dem Tagesspiegel Checkpoint. Die Forderung nach Waffenlieferungen sei „keine Gefühlsduselei“. Und: „Gerne biete ich dem Neu-Sicherheitsexperten Michael Müller an, Emotionen zu entwickeln, um zu verstehen, dass ein brutaler Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine nichts ist, was uns kaltlassen kann.“ Außerdem wirft Strack-Zimmermann Müller vor, Fakten zu verzerren. Dass die drei Ampel-Politiker erst nach der Rückkehr aus der Ukraine Forderungen an die Bundesregierung formuliert hätten, sei „faktisch falsch“. Man habe sie schon davor formuliert, ihnen nach der Reise aber noch mehr Nachdruck verliehen.
Im Interview schöpfte Müller außerdem aus seinen Erfahrungen als Regierender Berlins und entgegnete damit Kritik an der Russlandpolitik seiner Partei: „wenn man regiert, dann steht man im Feuer“, sagte er auf die Frage, ob es ungerecht sei, dass die SPD derzeit harsch für die Außenpolitik der vergangenen Jahre kritisiert wird. Und er bettelte geradezu um eine Runde Mathe-Nachhilfe mit dem Checkpoint, indem er fragte: „Was ist Minderheit, was ist Mehrheit? Das weiß ich nicht. Wir haben dazu keine Abstimmung in der Fraktion gehabt“ (auf die Frage, ob Michael Roth in der SPD eine Minderheiten-Ansicht vertritt). Und er ließ wissen, dass er den „Spiegel“-Gastbeitrag von Ex-Außenminister Sigmar Gabriel, in dem dieser die Russlandpolitik der SPD verteidigte (und dem ukrainischen Botschafter Melnyk „Verschwörungstheorien“ vorwarf), „bewundernswert und auch richtig“ fand.
Anzeige
Lust auf Tennis?
Der Grunewald-Tennisclub lädt ein zum Tag der offenen Tür.
Samstag, 30. April, 12 bis 17 Uhr. Flinsberger Platz 8, 14193 Berlin
Lernen Sie unsere Anlage mit 13 Tennisplätzen und unser Clubhaus kennen. Viele Überraschungen warten auf Kinder und Erwachsene.
Wichtig: Wenn Sie an diesem Tag in den GTC eintreten, entfällt für Sie die Aufnahmegebühr.
www.grunewald-tennisclub.de
Themawechsel: Berliner*innen sollen künftig bereits ab 16 wählen können. Um das umzusetzen, hat die rot-rot-grüne Regierungskoalition die FDP ins Boot geholt. Für den Beschluss ist nämlich eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig, bisher hatte die CDU das Vorhaben blockiert. Das Wahlreicht ab 16 gilt für Abgeordnetenhauswahlen und für Volksentscheide. Berlin wäre das sechste Bundesland, das das Teilnahme-Alter auf Landesebene absenkt. Für die Bundestagswahl gilt das Wahlrecht ab 16 nicht – wobei das doch auch was wäre. Oder?

Berlin, Stadt der Widersprüche: Wurde die Berliner Polizei von der Firma eines Kriminellen bewacht? Die Vermutung macht in der Berliner Polizei die Runde, berichtet Alexander Fröhlich. Gegen einen Sicherheitsdienst, der in Berlin unter anderem Polizeigebäude bewachte, wird ermittelt. Der Chef wird verdächtigt, Löhne veruntreut (und davon unter anderem einen Bentley gekauft) zu haben. Als die Ermittlungen begannen, stoppte die Firma den Service. Das erklärt wohl, warum (wir erinnern uns) Polizist*innen aktuell selbst Gebäude bewachen. Das wiederum ärgert die Polizeigewerkschaft GdP, es kommentiert Sprecher Benjamin Jendro: „Es ist nicht so, dass unsere Bereitschaftspolizei nicht andere Sachen zu tun hat.“ Stimmt wohl. Zum Beispiel Kriminelle schnappen, die manchmal direkt vor den eigenen Gebäuden stehen.
Anzeige
Von starken Frauen, für starke Frauen. Wenn sich beim KoRo Frauenlauf Berlin über 18.000 Frauen mit entspannter Lockerheit und sportlicher Eleganz fit halten, wird der Berliner Tiergarten einen Tag lang zur Wohlfühl- und Partyzone. Zur Anmeldung findet ihr hier. Es gibt auch eine virtuelle Variante, Infos hier. Egal, ob live oder virtuell: ihr tut laufend Gutes! Ein Euro eurer Teilnahmegebühr wird an ein Projekt im Kampf gegen den Krebs gespendet.
Autos der Zukunft (I): Dass Elon Musk Berlin „kann“, hat er zuletzt bei seinem womöglich unfreiwilligen Nicht-Besuch des Berghains bewiesen (dokumentiert in Form eines beleidigten Tweets). Offenbar hat der Tesla-Chef nicht nur an die Türen der Hauptstadt-Clubs geklopft, sondern die Nase auch in den Muff der Berliner Amtsstuben gesteckt: Musk probiert es neuerdings mit Berliner Gemütlichkeit und lässt die Tesla-Produktion in Brandenburg gemächlich anlaufen. Laut Automobilwoche entstehen dort derzeit 350 Autos pro Woche, bald sollen es 1000 sein. Bis Jahresende sollen dort laut Automobilwoche nur 30.000 Teslas vom Band gerollt sein. Ausgelegt ist die Fabrik für deutlich mehr, nämlich 500.000 jährlich. In einer Schalte mit Investoren erklärte Musk dann, man habe in anderen Tesla-Fabriken auch ein Jahr gebraucht, um die Produktion voll hochzufahren (Q: dpa).
Autos der Zukunft (II): Freie Parkplätze für freie Autobesitzer! Oder nicht? Ein Rudower staunte nicht schlecht, als mehr Parkplätze als üblich belegt waren, berichtet die „BZ“. Schuld war – klar, wer sonst – der BER: Da viele vor Ostern zum Flughafen wollten, hatte das Carsharing-Unternehmen Miles sein Parkplatz-Kontingent am Flughafen ausgeschöpft, erklärt die Sprecherin des Anbieters. „Wir mussten Ausweichmöglichkeiten finden“ und so habe man entschieden, an Gründonnerstag rund 40 Fahrzeuge in dem Rudower Gebiet abzustellen, wo sie bis Freitagabend blieben. Man verstehe die Irritation einzelner Anwohner, die plötzlich mehr Autos als gewöhnlich um sich hatten. Aber in dem Gebiet seien Parkplätze nicht knapp, und „öffentliches Straßenland kostenfrei zu nutzen, sollte allerdings keine Selbstverständlichkeit sein und eingefordert werden“, findet Miles (dass auch das Unternehmen streng genommen genau öffentlichen Raum kostenfrei genutzt hat – sei’s drum).
Auch dass die Firma öffentlichen Raum außerhalb des Ausleih-Radius‘ als Zwischenlager für nicht benötigte Fahrzeuge nutzte, um am BER Zusatzkosten zu vermeiden, lässt Miles nicht gelten und verweist darauf, dass private Autos die meiste Zeit des Tages nur herumstehen: „Öffentliches Straßenland wird permanent zur Lagerstätte für private Autos – nicht nur in Rudow“, schreibt die Sprecherin. Wo sie recht hat…
Berliner Schnuppen
Telegramm
Autos der Zukunft (III): Vor der Grünen-Bundesgeschäftsstelle haben Aktivisten gegen den Weiterbau der A 100 demonstriert und Unterschriften gegen die „Lebensader für Berlin“ (die Wortwahl haben wir aus einem Pressemailing der Berliner FDP mit Statement von FDP-Verkehrspolitiker Felix Reifschneider entwendet). Blöd nur, dass die Lebensader fossile Brennstoffe in eine Stadt pumpt, die bis 2045 klimaneutral sein will. Dreck durch Adern jagen, das sollte in Zukunft höchstens noch in Berliner U-Bahnhöfen stattfinden, wenn‘s sein muss.
Nicht nur die Förderung des Benzinkonsums funktioniert in Berlin gut, sondern neuerdings scheinbar auch die Ämter – ja, richtig gehört. Den Eindruck erhält man in den vergangenen Tagen beim Blick ins Checkpoint-Mailfach. Neu in der Kategorie „Amt, aber glücklich“: Leserin Sylvia Petzold staunte nicht schlecht, als sie ein im öffentlichen Raum entsorgtes Sofa in Lichtenberg dem Ordnungsamt meldete und es noch am selben Tag abgeholt wurde, „mit Dank für meine Information (…). Was soll man davon halten.“ Wissen wir jetzt auch nicht. Dennoch halten wir es für wahrscheinlicher, dass eine Studierenden-WG oder eine bald eröffnende Bar nach einem Einrichtungsstück gesucht hat und das Ordnungsamt die Vollzugsmeldung versehentlich geschickt hat.
Aber keine Sorge. Dass Berlin sich plötzlich in eine funktionsfähige Stadt verwandelt, gilt unter Beobachtern als äußerst unwahrscheinlich. Womöglich bleiben viele Negativmeldungen ja einfach aus, weil sie längst niemanden mehr überraschen. Und selbst wenn an einem Ort was klappt: Die nächste Panne ist nie weit entfernt. Die Postzustellung in Berlin zum Beispiel verdient mindestens das Label dysfunktional. Dafür spricht zumindest die Masse an Leserpost zu Postproblemen anlässlich eines Aufrufs im wöchentlichen „Leute“-Bezirksnewsletter für Steglitz-Zehlendorf. 90 Südwest-Berliner*innen klagten ihr Leid – ein paar davon nachzulesen hier.
Anzeige
Wir schenken Ihnen den Tagesspiegel 4 Wochen gratis.
Lesen Sie täglich die digitale Zeitung inklusive Tagesspiegel Plus und Checkpoint und genießen Sie auf Wunsch am Wochenende zusätzlich entspannt die gedruckte Zeitung.
Nur diese Woche.
Zum Angebot
Einige Berliner Kita-Träger fordern mehr Geld: Die eigentlich schon verhandelten Landeszuschüsse würden nicht reichen, um die Preissteigerungen für Gas und Lebensmittel abzudecken. Auch Schulcaterer „Luna“ kündigt an, seine eigentlich bis 2024 festgeschriebenen Preise nicht halten zu können. Das berichtet Susanne Vieth-Entus.
Anscheinend ausgedient haben 700 Gasleuchten, die jetzt auf moderne und energiesparendere LED-Leuchten umgerüstet werden sollen (Q: Vergabeplattform). Ein mikroskopischer Vorstoß des Landes Berlin, die Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern?
Dass die Straßen beleuchtet werden, ist gut. Vor allem, weil die Rollkoffer-, äh, Tourismus-Saison anrollt. Einige der Berlin-Besucher düsen dann auf E-Scootern herum – und verunfallen damit auffällig häufig. 41 Prozent derjenigen, die beim Fahren eines E-Scooters verunglückten und danach in vier Innenstadt-Notaufnahmen behandelt wurden, waren Touristen. Das geht aus einem Artikel im Emergency Medicine Journal hervor (danke an Martin U. Müller für den Fund). 71 Prozent der Unfälle ereigneten sich zwischen Juli und September 2019, 58 Prozent davon am Wochenende.
Anzeige
46 Berliner Leben
Seit über 20 Jahren erzählt die Nachrufe-Kolumne jeden Sonntag im Tagesspiegel die Lebensgeschichten verstorbener Berlinerinnen und Berliner. Sie gehen ans Herz, erheitern aber auch mit Anekdoten und geben spannende Einblicke in viele bewegte Leben. „46 Berliner Leben“ vereint Nachrufe aus den Jahren 2010 bis 2021. Jetzt im Tagesspiegel-Shop erhältlich!
Falls Sie angesichts der vermehrt auf den Straßen umherscooternden Touristen und der steigenden Temperaturen schon ins Schwitzen kommen, haben wir einen Job für Sie: In Charlottenburg-Wilmersdorf können Sie „Eishobelfahrer/in in einer bezirklichen Eissportanlage“ werden. Aufgaben: „Fahren und Bedienen der Eisbereitungsmaschinen, der Eisfräse, des Gabelstaplers und weiterer Spezialfahrzeuge (…), manuelle Mitarbeit bei der Herrichtung der Eisflächen“ (Q). Fresh! Exciting!
Wo wir gerade bei Jobangeboten sind: Julian Reichelt (der Ex-„Bild“-Chef, der wegen Machtmissbrauchs-Vorwürfen entlassen wurde) sucht für „Deutschlands unWOKEste Redaktion“ auf Linkedin „Kolleginnen und Kollegen“, unter anderem „Autoren“ und „Newsletter-Redakteure“ (ohne „-innen“) sowie einen „Platform Director Youtube“. Kann ja heiter werden.
Alle Alarmglocken schrillen bald auch wieder in Berlin – sie könnten es zumindest: Die Stadt hat die ersten von 400 nagelneuen Warnsirenen montiert. Anlass ist die Warntag-Panne 2020, als Warn-App „Nina“ versagte.
Anzeige
Haben Sie schon mal etwas von Bubble Ball gehört? Von Arrow Tag oder Animal Flow? In der neuen Ausgabe des Magazins Urban Sports stellt die Redaktion die besten urbanen Trendsportarten vor und blickt sportlich ins Frühjahr, auf Kletterfelsen und zum Halbmarathon. Bevor Sie mit den Leibesübungen starten, stöbern Sie doch mal im Smart Magazine!
Dank des Osterrätsels (CP vom 19.4., 21.4.) haben Sie bestimmt Spaß am Knobeln gefunden. Deshalb haben wir gleich ein weiteres: Was machen taufrische Fotos der Bibliothek der Humboldt-Universität in der Bilderstrecke des chinesischen Propagandamediums „Global Times“ zwischen Fotos von Boris Johnson, dem Karneval in Rio de Janeiro und dem Krieg in der Ukraine? Na? Hm? Ehrlich gesagt, wir wissen es nicht. Auch die Pressestelle der HU hat offenbar keinen blassen Schimmer, zu welchem Anlass das Grimm-Zentrum am 19. April von der Staats-Nachrichtenagentur Xinhua abgelichtet wurde. „Ad-hoc ist uns dazu nichts bekannt“, schreibt sie am Donnerstagabend. Es bleibt spannend.
Eine Uni weiter will ein Student Vizepräsident werden: Informatik-Masterstudent Janik Besendorf kandidiert an der Freien Universität für das Amt. Im Interview erklärt er, warum er findet, der richtige für den Job zu sein.
Zitat
„Wenn man zerstörte Orte wie Butscha oder Mykolajiw besucht, fühlt man sich danach besser, als wenn man nur Bilder sieht. Der Kopf sortiert es dann nicht in die imaginäre, sondern in die echte Welt ein und lernt, mit der Realität fertig zu werden. Wenn ich auf meinem Handy durch die Foto-App scrolle, zeigen meine Bilder den Kriegsverlauf. Ich scrolle an Butscha und Borodjanka und Tschernihiw vorbei – und lande im Februar in München.“
Serhij Leschtschenko, Berater des ukrainischen Präsidenten Selenskyj (Interview hier).
Tweet des Tages
Lage in Berlin ist auch kaum zu ertragen
Antwort d. Red.: Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine in Deutschland, reagiert auf die Aussage Baerbocks in Tallinn, dass die „Lage in Mariupol kaum zu ertragen“ sei.
Stadtleben
Essen & Trinken – Im Szeneviertel Kreuzkölln ziert das Lokal Kottidang den Kottbusser Damm. Die weltbekannte und viel geliebte Reisbandnudelsuppe „Pho“ ist das Herzstück der Speisekarte und kommt in fünf Varianten daher. Wer es hot & spicy mag, bestellt das gewünschte Reis- oder Nudelgericht – ob mit sautiertem Rindfleisch und Ananas oder im Wok geschwenkten Saitanstreifen – mit extra viel Chili. Mo-So 11-23.30 Uhr, Kottbusser Damm 73, U-Bhf Hermannplatz
Ausprobieren – Wer sich im Instrumentenkarussell nicht entscheiden kann, ob die E-Gitarre, die Blockflöte oder der Kontrabass zur erfolgreichen Musikkarriere verhelfen, ist im Kids Lab des Musikinstrumenten-Museums genau richtig. Jeden zweiten Freitag stehen im Obergeschoss des Museums verschiedene Musikinstrumente im Mittelpunkt. Das besondere Highlight an diesem Freitag ist das Cembalo. Unter dem Motto „Probier's aus“ erfahren junge Musikant:innen zwischen 6 und 10 Jahre von 15 bis 17 Uhr, wie es funktioniert und dürfen unter Anleitung auch selbst mal musizieren. Anmeldung – per Telefon oder Mail – erbeten. Bis 18 Jahre frei, für Erwachsene 6 Euro. Öffnungszeiten des Museums Fr-Mi 9-17, Do 9-20 Uhr, Mitte, S/U-Bhf Potsdamer Platz
Last Minute – Das Theaterensemble Hebbel am Ufer erzählt die Geschichte des Lukaschenko-Regimes und lädt den belarussischen Künstler und Autor Artur Klinaū zu sich ein: Um 18 Uhr berichtet der Schriftsteller im HAU3 von revolutionärem Eifer zur Resignation. Die weißrussischen Proteste im Sommer 2020 werden in seinem neuen Buch „Acht Tage Revolution. Ein dokumentarisches Journal aus Minsk“ (18 Euro) resümiert. Neben dem Gespräch zwischen Klinaū und Journalistin Annett Gröschner werden Passagen aus seinem Einzelband auf Belarussisch und Deutsch vorgelesen. Tickets gib's für 8 Euro. Tempelhofer Ufer 10, Kreuzberg, U-Bhf Möckernbrücke
Grübelstoff – Zupfen, Blasen, Trommeln: In welchem Berliner Musikhaus lauschen Sie am liebsten dem Orchester?
Berlin heute
Verkehr – A111 (Reinickendorf-Zubringer): Ab Mittag stehen wieder beide Fahrstreifen zur Verfügung im Bereich zwischen AS Schulzendorfer Straße und der Landesgrenze Berlin/Brandenburg.
Köpenicker Schloßplatz (Köpenick): Bis Sonntag ganztägig kann es zu Verkehrseinschränkungen aufgrund von Parksuchverkehr in der Umgebung kommen.
Karl-Marx-Straße, Erkstraße, Sonnenallee und Kottbusser Damm bis zur Kottbusser Straße (Neukölln): Aufgrund einer Demonstration kommt es in der Zeit von 16 bis 19 Uhr zu Verkehrseinschränkungen (s. Demos).
Attilastraße (Tempelhof): Sperrung von 22 Uhr bis Montagmorgen 5 Uhr in beide Richtungen zwischen Ringstraße und Steglitzer Damm für den Kfz-Verkehr. Eine Umleitungsstrecke ist ausgewiesen.
Regionalverkehr – Ab heute Abend 20 Uhr bis Montagmorgen, ca. 4.45 Uhr fallen die Züge der RE5 zwischen Berlin Hbf/Berlin Südkreuz und Wünsdorf-Waldstadt/Baruth (Mark) sowie die Züge der RE7 zwischen Flughafen BER – Terminal 1-2 und Wünsdorf-Waldstadt aus. Als Ersatz nutzen Sie in den betroffenen Abschnitten bitte die S-Bahnen zwischen Berlin und Blankenfelde (Teltow-Fläming) sowie in verschiedenen Abschnitten die Busse zwischen Flughafen BER – Terminal 1-2 und Baruth (Mark).
RE3: Nächtlicher Zugausfall von 20 bis 6.45 Uhr in verschiedenen Abschnitten zwischen Pasewalk/Schwedt (Oder) und Berlin Hbf/Berlin Südkreuz. Als Ersatz nutzen Sie in den betroffenen Abschnitten bitte die Busse sowie die S-Bahnen der Linie S2 zwischen Bernau (b Berlin) und Berlin-Gesundbrunnen.
Demonstration – Von 14 bis 15 Uhr findet eine „Mahnwache und ein Gebet von Christen aus ganz Deutschland aufgrund jüngster antisemitischer Ausschreitungen mit Aufruf zu Terror und Mord auf deutschem Boden“ mit ca. 25 Protestierenden auf der Willy-Brandt-Straße 1 statt. Von 16 bis 19 Uhr verläuft eine „Protestdemonstration gegen die israelischen Aggressionen in Jerusalem“ mit ca. 500 Teilnehmenden vom Rathaus Neukölln bis zur Kottbusser Straße. Von 17 bis 18 Uhr gedenken etwa 20 Personen an die „Befreiung Weißensee“ auf der Berliner Allee 125. Bezüglich der „Angriffe des türkischen Staates auf Südkurdistan“ demonstrieren von 17 bis 19 Uhr ca. 250 Menschen zwischen Hermann- und Oranienplatz.
Sonnabend – Auf dem Platz der Republik 1 versammeln sich von 11 bis 22 Uhr ca. 300 Personen, um „gemäß der geistigen Auffassung unserer Minderheit für Freiheit und Volksherrschaft – für Heimat und Welt-Frieden – für eine lebenswerte Zukunft für Alle Menschen (...)“ zu protestieren, angemeldet von der Reichsbürger-Gruppierung staatenlos.info – Comedian e. V. Von 11.30 bis 16 Uhr fährt ein Auto- und Fahrradkorso vom Autokorso Berlin mit etwa 50 Beteiligten unter dem Motto „Wir leben Demokratie und fordern unsere Grundrechte ein! (...)“ vom Parkplatz Märkische Allee 414 über Marzahner Promenade bis zum U-Bhf Hönow. Von 13 bis 15 Uhr ist die „Gewerkschaftsjugend in Bewegung“, um mit etwa 200 Teilnehmenden auf der Müllerstraße 147 für Transformation, Wohnen und Umlagefinanzierungen zu protestieren, angemeldet von der DGB-Jugend Berlin-Brandenburg. Unter dem Motto „Die Ukraine ist Symbol des Friedens“ demonstrieren von 14 bis 15.30 Uhr ca. 100 Menschen zwischen Tempelhofer Feld, Kottbusser Tor und dem Pariser Platz.
Sonntag – Von 12 bis 17 Uhr fährt ein „Autokorso für den Frieden, gegen Rassenhass, gegen den Krieg in der Ukraine, für den Dialog am Verhandlungstisch (...)“ mit ca. 500 Teilnehmenden vom S-Bhf Ahrensfelde über Stralauer Allee bis zur Alexander Straße. Von 13.30 bis 16.30 Uhr nehmen ca. 20 Menschen an einer „Konsumkritischen Tauschaktion zum Fashion Revolution Day“ auf der Eberswalder Straße teil, angemeldet von der Jugendorganisation „BUNDjugend Berlin“. Unter dem Motto „Pro-putinsche Autokorsos sind eine Schande für Berlin und gehören sofort verboten! Wir stellen uns entgegen. Stoppt Putin, stoppt den Krieg – Schließt euch an!“ versammeln sich von 14.30 bis 17.30 Uhr ca. 100 Demonstrierende auf dem Alexanderplatz, angemeldet vom Solidarus e.V..
Gericht – Wegen Drogenhandels im großen Stil muss sich ein 30-Jähriger verantworten. Er soll unter Nutzung des Krypto-Messengerdienstes „Encrochat“ Rauschgift teilweise im zweistelligen Kilogrammbereich angeboten oder nachgefragt haben (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Saal 606).
Universität – Hingehört! Studierende der Violinklasse der Universität der Künste präsentieren unter der Leitung von Prof. Nora Chastain ab 19.30 Uhr ausgewählte Werke der Violinliteratur. Der Eintritt ist frei. Kammersaal (nicht barrierefrei) Fasanenstraße 1b, U-Bhf Ernst-Reuter-Platz
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Jutta Barth (73), bildende Künstlerin / Ulla Burchardt (68), SPD-Politikerin und Lehrbeauftragte an der TU Dortmund / Malte Delow (21), Basketballspieler bei Alba Berlin / Max Herre (49), Musiker / Hans Dieter Kronzucker (86), Journalist und seit 2008 Lehrstuhlinhaber für Kommunikationsmanagement an der SRH Hochschule Berlin / Mara (70), „Liebe Mara, zu deinem runden Geburtstag gratulieren wir dir ganz herzlich und freuen uns, ihn mit dir feiern zu können. Alles Gute deine Frühstücksrunde“ / Ina Rudolph (53), Autorin und Schauspielerin / Volker Strübing (51), Schriftsteller und Filmemacher / Linda Teuteberg (41), MdB (FDP) und stellv. Vorsitzende der Ludwig-Erhard-Stiftung / Christian Waldhoff (57), Rechtswissenschaftler
Sonnabend – „Monika Barkey (60) – Berlin ist doch ein wunderbarer Fleck, um in ein neues Jahrzehnt einzusteigen. Herzlichen Glückwunsch aus Lippstadt.“ / „Glückwünsche an den kleinen Leo zu seinem neunten Geburtstag von Charlotte, Liesbeth und Mama und Papa, einen tollen Tag heute.“ / Mathias Stumpf (36), ehem. Radsportler / Marion Titze (69), Schriftstellerin / Jeff Tomlinson (52), ehem. Eishockeyspieler und -trainer bei den Eisbären Berlin
Sonntag – Palkó Dárdai (23), deutscher Fußballspieler bei MOL Fehérvár FC / Ellen Haußdörfer (42), für die SPD im AGH / Veit Helmer (54), Regisseur und -produzent / Thomas J. Jentsch (69), Professor am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch / „Liebste Grüße zum 39. Geburtstag an die große Blonde Yvonne Piontek, aktuell feiernd auf Curacao. Beste Frau, Mama und Pferdi-Mutti. In Liebe Michael“ / Pamela Rosenberg (77), Musikmanagerin und ehem. Intendantin der Berliner Philharmoniker / Georg Schertz (87), Jurist und ehem. Berliner Polizeipräsident / Marco Seiffert (51), Radiomoderator / Franco Stella (79), Architekt des Berliner Schlossneubaus / Petr Stochl (46), Torwarttrainer und ehem. Handballspieler bei den Füchsen Berlin
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Astrid Demuth, * 15. Mai 1926 / Martina Janzen, Deutsche Rentenversicherung Bund / Prof. Dr. med. Bernhard J.H. Krüger, * 9. Juni 1931 / Prof. Dr. Kurt-Victor Selge, * 3. März 1933
Stolperstein – Der Berliner Rechtsanwalt Friedrich Justus Perels (JG. 1910) lebte mit seiner Frau Helga Kellermann und dem gemeinsamen Sohn Joachim in der Viktoriastraße 4a in Lichterfelde. Perels beteiligte sich u.a. an der Aktion „U Sieben“, durch die 14 Personen nach der Machterübernahme der Nationalsozialisten 1933 die Möglichkeit hatten, ins Ausland zu fliehen. Nach dem missglückten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurde er als Mitverschwörer verhaftet und etwa ein halbes Jahr später zum Tode verurteilt. In der Nacht auf den 23. April 1945 ermordeten die Nationalsozialisten ihn durch einen Genickschuss auf einem Trümmergrundstück in der Lehrter Straße.
Encore
Wenn das Weltgeschehen deprimierende Headlines produziert, bleibt nur ein Ausweg: Eigene basteln! „Welche Eilmeldung wünscht ihr euch heute?“, fragte Checkpoint-Kollegin Ann-Kathrin Hipp gestern auf Twitter – und hat prompt eine zwar nicht reale, aber immerhin rosarote Parallelwelt geschaffen:
+++ „Ukraine entwickelt Transportersystem. Putin nach Den Haag gebeamt.“
+++ „Nasale Corona-Impfung ist da und schützt sicher vor Infektion mit allen Varianten.“
+++ „Der RGR-Senat tritt wegen Erfolgslosigkeit in der Wohnungspolitik mit sofortiger Wirkung zurück – Neuwahlen!“
+++ „Tempolimit auf Autobahnen und Tempo 30 in Städten beschlossen.“
+++ „Energieproblem gelöst: Solarzellen mit 98% Wirkungsgrad erfunden.“
Traumhaft recherchiert hat heute Thomas Lippold, Sophie Rosenfeld hat das Stadtleben gezaubert, Lionel Kreglinger alles mit einer Prise Realitätssinn abgeschmeckt (Produktion). Morgen entführt Sie Thomas Wochnik ins Wochenende.