auf 182 Regenten mit dem Namen Heinrich kommt die Familie Reuß in all ihren Linien, darunter ein „Heinrich, der Pfeffersack“, mehrere „Heinrich, der Reiche“, zwei „Rote“, ein „Ritter“, viele „Mittlere“, „Jüngere“ und „Ältere“, es gibt Prinzen, Fürsten und Grafen. Nur ein „Heinrich, das Staatsoberhaupt“ wird es nicht geben – der einzige Kandidat für den Job des Königs von Deutschland, Heinrich XIII. Prinz Reuß, sitzt im Knast.
Um sich geschart hatte der verhinderte Putsch-Prinz u.a. einen Gourmetkoch, einen Dachdeckermeister, einen Piloten und einen Tenorsänger, der nach der Machtübernahme Kulturminister werden sollte, wie der „Spiegel“ schreibt. Für spirituelle Fragen stand demnach eine wohlhabende Ärztin bereit, zwei Hellseher prüften neu hinzukommende Verschwörer auf ihre Zuverlässigkeit. Sie alle wurden festgenommen.
Die einzige Berlinerin im Bunde ist die Ex-AfD-Bundestagsabgeordnete Birgit Malsack-Winkemann, bis zu Ihrer Festnahme Richterin am Landgericht – in Heinis Reich war sie als Justizministerin vorgesehen.
Aber das klingt alles lächerlicher als es ist: Mehrere der Umsturzplaner sind ausgebildete Elitesoldaten, viele hatten Zugang zu Waffen. 21.000 Reichbürger kennen die Behörden insgesamt, jeder Zehnte von ihnen gilt als gewaltbereit.
Hier finden Sie die wichtigsten Informationen über den spektakulären Fall (Abo):
+ Die unterschätzte Gefahr: Sie sind vernetzt und wollen ein anderes Deutschland. Wer und was hinter der Reichsbürgerbewegung steckt, beschreibt Sebastian Leber.
+ Waren die Verschwörer gewarnt? Ein ungewöhnlich großer Personenkreis wusste vorab über die Razzia Bescheid – offenbar auch mindestens einer der Beschuldigten. Jost Müller-Neuhof und Julius Geiler haben den Vorgang rekonstruiert.
+ Warum durfte die Berliner Richterin Malsack-Winkemann im Amt bleiben, während sie nach Erkenntnis der Behörden mit Reichsbürgern den Umsturz plante? Eine Analyse von Robert Kiesel, Jost Müller-Neuhof und Alexander Fröhlich.
+ Die Köpfe hinter dem vereitelten Umsturz: Sabrina Patsch und Julius Geiler über die „Reichsbürger“, die den Staatsstreich vorbereitet haben sollen.
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Gesetzliche Unfallversicherung für pflegende Angehörige
In Berlin gibt es mehr als 200.000 Menschen, die Angehörige zu Hause pflegen. Dabei stehen sie unter bestimmten Voraussetzungen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung – automatisch und kostenfrei.
Mehr Infos gibt es bei der Unfallkasse Berlin: unfallkasse-berlin.de/pflegende-angehoerige
FDP-Bundesminister Volker Wissing sprach gestern von „kriminellen Machenschaften“, und dass der Rechtsstaat „sich gegen die Straftäter entschlossen zur Wehr setzen“ müsse. Er meinte allerdings nicht rechte Verschwörer, die gewaltsam die Demokratie abschaffen wollen, sondern diejenigen, die gestern auf den Flughäfen von Berlin und München Startbahnen blockierten, um mehr Klimaschutz einzufordern.
Na, was hören wir denn da? Erst bescheinigte Verfassungsgerichtspräsidentin Ludgera Selting der Berliner Politik per Urteil, unfähig zu sein, eine Wahl zu organisieren – jetzt bescheinigte die Berliner Politik derselben Ludgera Selting, unfähig für den Job der Präsidentin des Amtsgerichts Wedding zu sein. So ein Zufall aber auch.
Bei der Aussprache im geheim tagenden Richterwahlausschuss war nach Checkpoint-Informationen jedenfalls absehbar, dass es keine Mehrheit geben würdefür die derzeitige Vizepräsidentin des Landgerichts (das Verfassungsgericht tagt ehrenamtlich) – und so zog Justizsenatorin Lena Kreck ihren Vorschlag kurzerhand zurück, damit Selting (und ein bisschen auch sie selbst) nicht durch eine Niederlage „beschädigt“ wird, also: durchfällt. In aufgeregten Richterkreisen ging gestern deshalb ein Wort zur Erklärung der Sache ganz besonders oft herum: „Rache“.
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Das Jahrhundert der Flucht –
Die Ausstellung im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung – Millionen Menschen müssen aufgrund von Kriegen und bewaffneten Konflikten ihre Heimat verlassen. Die Ausstellung informiert über Ursachen, Dimensionen und Folgen von Flucht, Vertreibung und Zwangsmigration in Geschichte und Gegenwart.
www.flucht-vertreibung-versoehnung.de
Ach, Anwaltspost – schauen wir doch gleich mal rein… hm, na so was! Tagesschau-Chefsprecher Jens Riewa fordert uns auf, nicht mehr zu behaupten, dass er am 25. Januar 2004 in Ingolstadt bei einem Eishockeyspiel „Scheiß Iserlohn!“ in ein Mikrofon gerufen hat. Als ob das ehrenrührig wäre! Aber ok, wie war es denn dann, Herr Riewa? Hier die Erklärung seines Rechtsanwalts:
„Bei dem besagten Spiel hatte unser Mandant vor dem Spiel eine Charity-Veranstaltung moderiert und stand dafür mit einer weiblichen Begleitung eines Sponsors in Schlittschuhen auf der Eisfläche. Nach der Moderation begabensich beide an den Rand der Eisfläche, umdie Schlittschuhe auszuziehen. Das Mikrofon hattedabei die Begleitung unseres Mandanten in der Hand. Die Fans auf den Rängen stimmten nun den Fangesang ‚Scheiße, Scheiße Iserlohn‘ ein. Unser Mandant kannte dies gar nicht und er stimmte auch nicht in diesen Gesang mit ein. Vielmehr stimmte seine Begleitung in diesen Gesang ein und rief dies in das Mikrofon, welches sie in der Hand hielt.“
Der damalige Stadionsprecher Italo Mele erinnert sich allerdings etwas anders an den Vorfall – demnach hat sich Riewa, „bekennender Ingolstadt-Fan und häufig Tribünengast“, wie der Donaukurier zu berichten weiß, selbst das Mikro geschnappt: „Er wollte sich wohl in die Eishockey-Stimmung einfinden“, sagt Mele, „ich konnte nicht mehr eingreifen.“ Riewa hatte sich später bei den Iserlohn-Fans entschuldigt („Ich habe mich unsportlich, unhöflich und herablassend verhalten“), und der damalige NDR-Fernsehdirektor drohte: „Wenn er Tagesschau-Sprecher bleiben will, dürfen sich solche Entgleisungen nicht wiederholen.“ Doch heute sagt sein Anwalt, die Entschuldigung habe sich nur darauf bezogen, „bei dieser Aktion überhaupt anwesend gewesen zu sein. Dies diente auch zur Gesamtbefriedigung der damals aufgeheizten Stimmung und der Vorwürfe gegen unseren Mandanten.“
Das Feuer von einst wollen wir natürlich nicht wieder anfachen! Die Sache ist ja auch schon 18 Jahre her. Wir verpflichten uns deshalb, bis zum Jahr 2040 nicht mehr zu behaupten, dass Ingolstadt-Fan Jens Riewa damals beim Spiel gegen Iserlohn… hm, was hat er da gleich noch nicht gesagt? Schon vergessen.
So, und damit gleich zum nächsten Griff ins Klo: Wie feiert es die Kreuzberger Bürgermeisterin Clara Herrmann (ja, ok, auch zuständig für Friedrichshain), wenn in ihrem Bezirk nach nur fünf Jahren harter Planung eine echte „Bio-Toilette“ mit solarbetriebenem Fließband aufgestellt wird? Richtig, so: „Bääm, da ist das Ding!“ (hier zu sehen) Drei Türchen gibt es, auf einer steht profan „Toilette“, auf einer „Pissoir“ und auf einer „Missoir“, auch darauf weist Herrmann jubelnd hin. Eine Sprecherin des Bezirksamts teilt dazu mit: „Es war Ironie.“ Was von alledem, ließ sie allerdings offen.
Zur Frage für Berlinkenner: Wie heißt Berlins heimliche Hauptstadt? Na klar, das war leicht – Spandau! Hier haben alle ihren Wahlkreis, auf die es im Februar ankommt: die Spitzenkandidatin der Grünen (Bettina Jarasch), der Spitzenkandidat der CDU (Kai Wegner) – und selbstverständlich auch der heimliche Regierende Bürgermeister (Raed Saleh). Und wo steht das Rote Rathaus mit der Senatskanzlei? Natürlich an der Spandauer Straße, gleich neben der Spandauer Vorstadt! Anlass genug, dem berühmtesten Berliner Bezirk im Checkpoint-Podcast „Berliner & Pfannkuchen“ am heutigen Freitag eine Spezialausgabe zu widmen. Und jetzt raten sie mal, welcher Spitzenkandidat für uns kurzerhand und selbstentschlossen die Rolle des Außenreporters übernommen hat… Auflösung ab 16 Uhr, überall dort, wo es Podcasts gibt.
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Mittwoch, 14.12., 18.30 Uhr
Staatsbürgerschaft vs. Religionszugehörigkeit
Diskussion mit Beiträgen von Christian Joppke und Miriam Rürup moderiert von Dieter Gosewinkel
Deutsches Historisches Museum
Eintritt frei, Anmeldung erbeten
Berliner Schnuppen
Telegramm
Wir immer an dieser Stelle ein kurzer Blick auf den Krieg in der Ukraine:
+++ Die USA wollen laut Angaben von US-Regierungsbeamten am Freitag neue Sanktionen gegen Russland verhängen. Sie sollen sich vor allem gegen eine Reihe von Vertretern russischer Rüstungsunternehmen richten, die an der Weitergabe iranischer Drohnen an Russland beteiligt seien.
+++ Die vom IOC geprüfte Rückkehr russischer Athleten auf die internationalen Sportbühnen lehnt Bundesinnenministerin Nancy Faeser weiter ab. „Der Sport sollte in seiner Verurteilung dieses menschenverachtenden Krieges konsequent bleiben“, sagte die SPD-Politikerin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
+++ Nach seinem spektakulären Häftlingsaustausch gegen die US-Basketballerin Brittney Griner ist der russische Waffenhändler Viktor Bout in seinem Heimatland angekommen; der 55-Jährige wird auch als „Händler des Todes“ bezeichnet.
Die „Spiegel“-Meldung „Springer-Verlag verordnete neuem ‚Bild‘-Chefredakteur vor Antritt Drogentest“ ist leider unvollständig – bis Redaktionsschluss war nicht zu klären, ob für eine erfolgreiche Amtseignungsprüfung ein negatives oder ein positives Ergebnis erforderlich ist.
U-Bahn I: Die Verlängerung der U3 bis zum Mexikoplatz geht in die Verlängerung – vor dem Jahr 2030 rollt da nix.
U-Bahn II: Die Verschiebung der Verlängerung der U7 bis zur Heerstraße geht in die Verärgerung – SPD-Chef Saleh wirft der Grünen-Verkehrssenatorin Jarasch eine Missachtung der Außenbezirke vor.
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zapf umzüge wünscht stressfreie Feiertage.
Und falls Sie dann das Weite suchen: Nutzen Sie die freie Zeit und planen Sie schon jetzt Ihren Umzug mit unserer Online-Preisanfrage. Oder vereinbaren Sie einen Termin mit dem zapf-Umzugsberater. Gern auch virtuell. TERMIN SICHERN
S-Bahn I: Wegen des hohen Krankenstands werden jetzt auch noch die Linien S26 (Teltow Stadt-Waidmannslust) und S85 (Grünau-Pankow) eingestellt.
S-Bahn II: Wegen negativer Kosten-Nutzen-Rechnung steht auch die Verlängerung der Linie S2 von Blankenfelde nach Rangsdorf vor dem Aus.
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East meets West in einem symphonischen Konzert, das zwei Kulturen vereint: Die Berliner Symphoniker begleiten unter der Leitung von Lio Kuokman die Star-Sopranistin Juliane Banse und renommierte Solisten aus China, die bekannte Werke deutscher und chinesischer Komponisten interpretieren.
Am 14. Dezember, 20 Uhr, in der Philharmonie Berlin.
Ticketkauf unter: karten@berliner-symphoniker.de undVorverkaufsstellen
Ja, verdammt nochmal! Gibt’s denn hier gar keine guten Nachrichten mehr? Mal sehen… aaahhh, hier: „Berlins Chancen auf weiße Weihnachten steigen“. Aber dann geht’s so weiter: „Ab Montag sind massive Verkehrsprobleme wegen Glätte absehbar…“ Himmel hilf!
So, hier jetzt endlich: „Berlin übernimmt 2023 die Präsidentschaft der Kultusministerkonferenz – Senatorin Astrid-Sabine Busse gewählt“. Na, wenn das mal keine gute Nachricht ist. Oder? Oder! Nein? Na dann.
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Ob die nächste Nachricht eine gute ist oder eine schlechte, hängt jetzt allein von Ihnen ab (politische Einstellung, persönliche Situation): Die Expertenkommission hält eine Enteignung von Immobilienkonzernen in Berlin für möglich. Außerdem sagt der Finanzsenator, es wird immer billiger – vielleicht sollten wir‘s dann einfach beschließen, aber mit der Umsetzung warten, bis wir noch was zurückbekommen.
Der bisher radikalste Vorschlag für eine Verwaltungsreform kommt von der FDP: Sie will die Bezirksämter abschaffen (hier erklärt Fraktionschef Sebastian Czaja, wie das gehen soll).
Allerdings haben die Liberalen da ja auch nichts zu verlieren – die Stadträte der anderen Parteien werden sich dagegen an ihre Tische kleben.
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Korrektur: In der Rubrik „Gestorben“ hatten wir versehentlich einen Buchstabendreher – der richtige Name lautet Harro-Jürgen Rejewski, geb. 14.07.1942. Wir bitten um Entschuldigung.
Zitat
„Ich freue mich, dass es diesem Unglücksnest endlich gelingt, Weltstadt zu werden…“
… hat schon Friedrich Engels weise vorausgesagt. Und jetzt hat die Weltstadt auch endlich eine Zeitung von Welt: den neuen Tagesspiegel. Seit fast zwei Wochen produzieren wir in der größten Redaktion Berlins mit viel Herzblut und Leidenschaft zwei Zeitungen in einer, 40 Seiten für die Welt, 40 Seiten für die Weltstadt, als modernes E-Paper oder ganz klassisch auf Papier. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie mal reinschauen – und die ersten 40 Tage sind für Sie umsonst! Zur schnellen Anmeldung geht es hier unter diesem Link.
Tweet des Tages
Hä, hat euer Impfchip auch gerade vibriert?
Antwort d. Red.: (Bei mir hat gestern nur das Handy gepiepst (Vodafone), allerdings eine Minute vor der Probekatastrophenübung um 11. Beim Checkpoint-Kollegen Stefan Jacobs passiert nichts (Telekom). „Konnte aber um 11:11 nachfeiern, indem ich die Katwarn-App aktiv geöffnet habe“, teilte er mit. Wie die Übung sonst so lief, können Sie hier nachlesen.
Stadtleben
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Essen & Trinken – All jene, die für Silvester noch keinen fixen Plan haben und akut von Fernweh geplagt sind, können im Grace-Restaurant auf ihre Kosten kommen. Denn dort wird unter dem Motto „GRACE goes Samba NYE 22“ der Jahreswechsel mit tropischen Drinks und einer Live-Show eingeläutet, Chefkoch Martin Bruhn serviert außerdem ein Vier-Gänge-Menü. Danach gibt es eine Party mit zum Motto passender Musik. Sie können also die Kalorien anschließend gleich wegtanzen. Einlass 19.30 Uhr, Beginn des Menüs 20.30 Uhr, der Dresscode ist elegant und alle Infos finden Sie hier. Kurfürstendamm 25, U-Bhf Kurfürstendamm
Karten sichern – Luisa L'Audace begriff als Kind lange nicht, dass sie anders ist als Gleichaltrige. Doch je älter sie wurde, desto deutlicher unterschied sie sich von ihren Mitschüler*innen. Als sie mit 14 Jahren einen Rollstuhl bekam, war das einerseits eine Erleichterung, denn sie konnte sich ohne die Angst zu stürzen fortbewegen, doch mit der größeren Sichtbarkeit ihrer Behinderung nahm auch die Diskriminierung zu. Heute ist L'Audace Aktivistin und kämpft gegen Ableismus. In ihrem Buch „Behindert und Stolz –Warum meine Identität politisch ist und Ableismus uns alle etwas angeht“ finden sich wertvolle Anregungen in Sachen Inklusion. Ein wichtiges Thema, das viel zu häufig übersehen wird. Für die Premiere am Dienstag, 13. Dezember, um 20 Uhr im Pfefferberg-Theater, gibt es hier Karten (11 Euro). Außerdem verlosen wir 1x2 Plätze auf der Gästeliste.
Last-Minute – In Moabit wiederum können Sie sich auf die Spuren einer weiteren kämpferischen Frau begeben. Dort stellen heute Abend die Verlegerin Britta Jürgs (Aviva Verlag) sowie Herausgeber und Übersetzer Tobias Schwartz ihren Band rund um Englands erste öffentlich auftretende Berufsschriftstellerin Aphra Behn in einem schönen, intimen Setting vor. Behn gilt als in Vergessenheit geratene Wegbereiterin weiblicher Literatur und hatte großen Einfluss auf die Entwicklung des neuzeitlichen Romans. Auch heute noch ist sie selbst vielen Literaturfans kaum bekannt. Wie gut, dass die erstmals auf deutsch erschienene Werkausgabe für Aufklärung sorgt. Dorotheenstädtische Buchhandlung, Turmstraße 5 (U-Bhf Turmstraße), ab 20 Uhr, freier Eintritt.
Karten sichern, auch als Geschenk – Zwischen Schmorbraten und Kartoffelpüree lässt Nancy die Bombe platzen: „Ich glaube, ich möchte die Scheidung“, sagt sie zu ihrem Mann Bill – nach 50 Jahren Ehe. Der Herr Gemahl ist überhaupt nicht geschockt, sondern antwortet: „Na gut.“ So beginnt das Stück „Rosige Aussicht“, das auf dem Broadway-Erfolg „Grand Horizons“ von Bess Wohl basiert. Das Ehepaar wird gespielt von Franziska Walser und Edgar Selge, die auch im echten Leben verheiratet sind – allerdings erst seit 37 Jahren. Regie führt Selges Neffe Titus Selge. Die Familienangelegenheit entfaltet sich in rund zwei Stunden. Karten für eine der Vorstellungen machen sich auch unter dem Weihnachtsbaum gut, hier geht es zum Spielplan und Ticketshop.
Grübelstoff – Heute vor 40 Jahren, am 8. Dezember 1982, startete Steven Spielbergs „E.T. – Der Außerirdische“ in den deutschen Kinos. Der Satz: „E.T. nach Hause telefonieren“ ist längst ein klassisches Filmzitat. Spielberg verarbeitete damit seine Kindheitsgefühle nach der Trennung seiner Eltern. Kann Kunst uns mit alten Schmerzen versöhnen?
Ein Päckchen Berlin
Noch 15 Tage bis Weihnachten! Die Wartezeit bis zum Heiligabend können Sie sich mit köstlichem Popcorn aus Berlin versüßen. „Berlins erste Popcornkonditorei“ Knalle bietet den Kino-Klassiker in ausgefallenen Variationen, z.B. mit kandierter Walnuss und Ahornsirup, Mohn-Mandarine oder Honigkaramell-Kürbiskern. Sie sind schon hungrig geworden? Mit etwas Glück können Sie eine Knalle Weihnachts-Box mit drei weihnachtlichen Tüten und zwei „Knalle X Confiserie Walter“-Schokoladentafeln gewinnen. Schreiben Sie uns eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de mit einer Adresse, an die wir im Falle eines Gewinns die süße Fracht versenden dürfen.
Bild: Naomi Fearn
Berlin heute
Verkehr – Scharnweberstraße (Friedrichshain): Bis zum 23.12. ist die Scharnweberstraße in beiden Richtungen zwischen Gürtelstraße und Weichselstraße sowie die Weichselstraße in beiden Richtungen zwischen Scharnweberstraße und Oderstraße für Kfz-Verkehr gesperrt. Die Gürtelstraße ist ab mittags wieder in beiden Richtungen befahrbar.
Nahverkehr – M13 und 16: Bis Donnerstag, 22.12., wird die Linie M13 zwischen Roederplatz und S-Bhf Warschauer Straße/Revaler Straße über die Eldenaer Straße umgeleitet. Die Linie 16 ist von Ahrensfelde über Roederplatz bis Betriebshof Lichtenberg im Einsatz. Ein Ersatzverkehr mit Bussen ist für die Linie M13 zwischen Roederplatz und S-Bhf Warschauer Straße sowie für die Linie 16 zwischen Roederplatz und S+U-Bhf Frankfurter Allee eingerichtet.
Demonstration – Für heute sind 16 Demonstrationen angemeldet (Stand 8.12.,13 Uhr), u.a. „Freiheit für Ales Bialiatski“, 25 Personen, Campact e.V., Am Treptower Park 56 (8.45-11.30 Uhr)
„Neukölln-Komplex ist überall“, 10 Protestierende, Niederkirchnerstraße 5 (9-10 Uhr)
„Solidarität mit dem iranischen Volk“, 100 Teilnehmende, Hiroshimastraße 28 (15.30-18.30 Uhr)
„Free Mumia – Free Them All“, 100 Personen, Dircksenstraße/Karl-Liebknecht-Straße, Schlossplatz, Unter den Linden, Pariser Platz (18-21 Uhr)
Sonnabend – „Marsch für die Menschenrechte“, 250 Personen, Rhein-Maas-Berufskolleg, Am Lustgarten, Schloßplatz, Unter den Linden. Pariser Platz (10.30-13 Uhr)
„Am Tag der Menschenrechte beziehen wir Stellung zur Inhaftierung des Journalisten Julian Assange“, 10 Teilnehmende, Ebertstraße (12.30-15.30 Uhr)
„Woman´s March – Feminist Revolution in Iran“, 400 Teilnehmende, Terre des Femmes, Lustgarten, Unter den Linden, Pariser Platz (13-16 Uhr)
„25. Berlin-Christmas-Biketour, Biker für Bedürftige, gegen Armut und sozialen Abbau als Folge der Sparpolitik des Berliner Senats und der Bundesregierung“, 400 Radelnde, Santa Claus on Road e.V., Hanna-Renate-Laurien-Platz, von hier u.a. über Siemensstraße, Steglitzer Damm, Potsdamer Straße, Friedrichstraße, Mehringdamm, Tempelhofer Damm, Mariendorfer Damm, Zossener Brücke, Spandauer Straße, Unter den Linden, Großer Stern, Kleiststraße, Wittenbergplatz, Kurfürstendamm, Ernst-Reuter-Platz, Spandauer Damm, Kantstraße, Tauentzienstraße, Nürnberger Straße, Bundesallee, Steglitzer Damm, Hanna-Renate-Laurien-Platz (15-19.30 Uhr)
„#LeaveNoOneBehind – Tag der Menschenrechte“, 1.000 Teilnehmende, Platz der Republik (15-20 Uhr)
Sonntag – „Berlin brennt. Jetzt haben wir verstanden!“, 50 Teilnehmende, Berlin brennt e.V., Rathausstraße 15 (14-23 Uhr)
„Meta – Stop Blocking Ukraine“, 100 Personen, Pariser Platz 2 (14.30-16 Uhr)
„Mahnwache für eine im Berliner Straßenverkehr getötete Fußgängerin“ 15 Menschen, VCD Nordost (15-15.30 Uhr)
„Christliche Werte, Lebenssinn“, 15 Teilnehmende, Alexanderplatz (15-18 Uhr)
„Tiere sind keine Geschenke“, 10 Personen, Peta Deutschland, Panoramastraße 1 (15-18 Uhr)
Gericht – Ein Autofahrer muss sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Der 35-Jährige soll zu schnell, alkoholisiert und unter Einfluss von Kokain mit seinem Fahrzeug einen 51 Jahre alten Mann totgefahren haben, der die Straße überqueren wollte. Nach dem Unfall sei der Angeklagte geflohen (9.15 Uhr, Amtsgericht Tiergarten, Kirchstraße 6, Saal 5109).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Hoch sollst Du leben, Annette, Du großherzige, hellwache und kämpferische Freundin und Patin! Von Herzen: Claudia“ / „Allerherzlichste Glückwünsche an Barbara Frese zum 64. Geburtstag von Susanne“ / Nina-Friederike Gnädig (45), Schauspielerin / „Dem besten meiner Schwiegersöhne Klaus Hansen, hausend und heilend wirkend im nördlichsten Eck von Deutschland, dem schönen Westerland auf Sylt, herzlichste Geburtstagsgrüße von Christl aus dem westlichsten Eck an der genauso schönen Mosel und mit besten Wünsche für eine brausende Zukunft!“ / Hape Kerkeling (58), Entertainer und Komiker / Benedikt Lux (41), für die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus / Michael Müller (58), ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin und Mitglied des Bundestags (SPD) / „Lieber Ralf (54) im fernen Saigon: Glückwünsche zum Geburtstag; alles Gute Dir und Phuc. Wir sehen uns 2023. Chúc mừng sinh nhật!“ / Viktoria Schwalm (25), Mittelfeldspielerin bei FFC Turbine Potsdam / Jochen Wegner (53), Chefredakteur von Zeit Online und Mitglied der Zeit-Chefredaktion
Sonnabend – Oliver Czeslik (58), Autor und Dramatiker / Friedhelm Funkel (69), Fußballtrainer /„Meinem lieben Mann, Torsten Kohrt, zu seinem 55 igsten Geburtstag. Am 10.12. Du bist mein helles Licht im Leben. Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden“ / „Sabine Maier wird 64 - wir wünschen eine gute Reise!“ / Hagen Matzeit (52), Opernsänger, Filmkomponist und Produzen / Hansjürgen Rosenbauer (81), Journalist und ehemaliger ORB-Intendant / Neven Subotic (34), ehemaliger Fußballspieler beim 1. FC Union Berlin, Sachbuchautor / Jana Weiss, „Stadtleben-Auskennerin, Hunde-Flüsterin, Reiseexpertin und Kollegin mit Herz – hab einen wunderbaren Tag mit Pasta statt Miss-Sixty-Jeans“
Sonntag – Michael „Michi“ Beck (55), Musiker und Mitglied der „Fantastischen Vier“ / Monique Garbrecht-Enfeldt (54), ehemalige Eisschnellläuferin/ Andreas Hipp, „Happy Birthday to Pu! Auf die nächsten 50 Jahre, viele Abenteuer und einen schönen Inselgeburtstag mit deinen Liebsten!“/ „Matze! Alles Liebe zum Geburtstag du Professor! Du bist toll und wirst geliebt -your wife, Ditty und Schlott“ / Christine Otto (61), Drehbuchautorin / Heinz Florian Oertel (95), ehemaliger Reporter, Moderator und Schauspieler, Sportkommentator in der DDR / Horst Panick (75), ehemaliger Leiter der Naunynritze und des Statthaus Böcklerpark / Trystan Pütter (42), Schauspieler / Frank Schöbel (80), Musiker, Schlagersänger / Ralf Wieland (66), ehemaliger Präsident des Abgeordnetenhauses
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Detlev Kühne, * 29. Juli 1938 / Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Max Helmut Reihlen, * 14. August 1934 / Pater Josef Schulte OFM, * 30. Juni 1942, Priester / Dieter Georg Wacke, * 1935 / Georg Wiethölter, * 25. November 1940
Stolpersteine – Hermann Meyer-Rodehüser wurde am 1. April 1883 in Soest geboren. Er studierte in München, Münster und Berlin Philosophie, Theologie und Jura und trat in den preußischen Archivdienst ein. Später wurde er Diplomat. Im Jahr 1937 versetzten Nationalsozialisten ihn in den zwangsweisen Ruhestand, da er jüdische Vorfahren hatte. Am 9. Dezember 1943 starb er in Bonn. An der Wilhelmstraße 92 in Mitte erinnert ein Stolperstein an Hermann Meyer-Rodehüser.
Encore
Anastasia Rose, Berufssoldatin und DJane aus Mecklenburg-Vorpommern mit Wohnsitz in Berlin, ist mit Hits wie „Hallo Ihr Kinder“, „Lucky“ und „Viel Glück“ bekannt geworden – jetzt hat sie allerdings Pech gehabt: Rose wurde wegen „Gehorsamsverweigerung“ in 23 Fällen angeklagt – sie hatte ohne Nebentätigkeitsgenehmigung weiter als „Musikabspielerin“ gearbeitet, obwohl sie krankgeschrieben war. Ihr lapidarer Kommentar: „Ich war schon immer eine echte Rampensau.“ Soldatensongs wie „Es wollt‘ ein Mädchen früh aufstehn“ passen dazu tatsächlich eher weniger.
Zu weit mehr als nur zum Dienst nach Vorschrift angetreten sind heute Sarah Borufka (Stadtleben) und Kathrin Maurer (Produktion). Morgen marschiert hier Thomas Wochnik mit seinem lyrischen Musikalienhandel auf. Bis dann,

