endlich ist Fußball auch mal für Leute interessant, die bei Begriffen wie „Englische Woche“ zuerst an einen regional geprägten Speiseplan in der Kantine denken. Dabei herrschen jetzt sogar englische Verhältnisse im Berliner Fußball. Wie drüben auf der real brexitierenden Insel hat jetzt ein Privatmann jede Menge Geld in einen Club gesteckt. Die Überraschung über Lars Windhorsts Cup, äh, Coup, sich für 125 Millionen Euro Hertha-BSC-Trikots samt Inhalt zu kaufen, ist jedenfalls groß. Einer Windhorst-Investmentfirma gehören jetzt (laut „Spiegel“) 37,5 Prozent an der „Hertha BSC GmbH & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien“. In der kommenden Saison soll auf 49,9 aufgestockt werden. Macht dann insgesamt 225 Millionen Euro. Aber schon jetzt ist es der größte Finanzdeal der Bundesligageschichte.
Interessant ist der Handel auch deshalb, weil Windhorst nach zwei Insolvenzen sein jetziges Vermögen wohl mit Immobiliengeschäften gemacht hat. Das hat jedenfalls das „Manager Magazin“ im Jahr 2016 geschrieben. Unternehmen wie Grand City Properties, dem heute tausende Wohnungen in Berlin gehören, hätten dabei eine Rolle gespielt, aber auch Aroundtown. Das ist der Immobilien-Investor, der gerade beim Hertha-Stadtrivalen 1. FC Union als Hauptsponsor unterschrieben hat. Windhorst habe es verstanden, aus den rasant gestiegenen Immobilienpreisen in Deutschland massiv Profit zu schlagen. Ein Erfolg, von dem er selbst überrascht gewesen sein soll: „Ich hätte anfangs nicht gedacht, dass sich das Geschäft so prächtig entwickelt“, zitiert ihn das Magazin. Aus dem Immobiliengeschäft ist Windhorst, der bereits als 19-jähriger Jungunternehmer einen Kanzler der Einheit zu seinen Fans zählen konnte, mittlerweile weitgehend ausgestiegen. Was auf die Freundschaft aus alten Tagen mit Yakir Gabay, dem Aroundtown-Hauptaktionär, wohl eher nicht zutreffen dürfte.
Nichts mit Lars hat übrigens das „Windhorst“ in Mitte zu tun. Inhaber der beliebten Bar in der Dorotheenstraße ist Günter Windhorst, den der Mantel der „Gechiechte“ aber auch schon gestreift hat. Nach den Anschlägen von 9/11 fand sich sein Lokal in einer Hochsicherheitszone wieder – wegen der US-Botschaft. Sie befand sich damals noch nicht am Brandenburger Tor, sondern unweit vom „Windhorst“ in der Neustädtischen Kirchstraße. Wer auf einen Drink in die Bar wollte, musste sich in einem Container von der Polizei abtasten lassen. Das „protected Drinking“ war ein großer Hit damals. Trotz der besonderen Schutzatmosphäre gab es, so wird erzählt, einen Zwischenfall in der bestbewachten Bar Deutschlands: Es wurde eingebrochen.
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Das traditionelle Konzert der Berliner Philharmoniker verspricht eine wunderbare Sommernacht. Das Programm unter Leitung von Tugan Sokhiev sorgt dafür mit einer Auswahl märchenhafter Kompositionen.
Sa., 29.06.2019, 20 Uhr
Tickets an der Abendkasse oder an den bekannten Vorverkaufsstellen
Berlin, aber Sommer eingelocht. Lars Schlecker, verurteilter Bankrotteur und Insolvenzverschlepper, hat seine Haftstrafe in Berlin angetreten. Justizkreise bestätigten Berichte von „Berliner Zeitung“ und „Berliner Kurier“, dass der Sohn von Drogeriemarkt-Unternehmer Anton Schlecker im offenen Vollzug in Hakenfelde untergebracht ist. Wer dort einsitzt, kann tagsüber auch „draußen“ arbeiten, wenn er eine Stelle hat (vielleicht suchen ja dm oder Rossmann noch Leute). Durch die Pleite von Europas einstmals größter Drogeriekette im Jahr 2012 hatten 25.000 Frauen ihre Jobs verloren.
Zu internen Diskussionen im Checkpoint-Team hat der heutige Tipp für den Sommersport im Rahmen unseres Ferien-Specials geführt. Es ist doch eine recht merkwürdige Sache, dieses Crunning. Dabei bewegt man sich auf allen Vieren krabbelnd fort (Berghain-Besucher und Karnevalisten kennen das vielleicht vom Heimweg). Diese Sportart kommt – natürlich keine Überraschung – von Down Under und ist eine Mischung aus „Crawl“ (krabbeln, kriechen) und „Running“. Beim Crunning geht es darum, eine vorher genau definierte Strecke möglichst schnell und krabbelnd zurückzulegen. Angeblich sind Crawler schon auf dem Tempelhofer Feld gesichtet worden. Erlaubt sind Utensilien wie schützende Handschuhe und ein Helm. Womit wir irgendwie wieder bei Berghain und Karneval wären.
An aufrechte Marathon-Fans richtet sich hingegen die heutige Verlosung: Es winken zwei Tickets für den Berlin-Marathon am 29. September. Mitmachen können alle Checkpoint-Abonnenten: Einfach eine E-Mail an die Adresse checkpoint@tagesspiegel.de schicken. Das Los entscheidet.
Checkpoint-Abonnenten lesen in unserer Rubrik Sommerspaß außerdem, welcher See in Jottwede der absolute Liebling des Checkpoint-Teams ist.
Uneins waren wir uns im Checkpoint-Team auch, ob wir wirklich den Liepnitzsee als Sommerspaß empfehlen sollen. Schließlich fällt er den meisten Berlinern als erstes ein, wenn’s um Baden in Brandenburg geht. Dennoch tragen wir jetzt Enten nach Spree-Athen, weil der See einfach unerreicht ist – was aber nicht auf die Entfernung von Berlin zutrifft: Gleich hinter Wandlitz zeigt der See sein glitzerndes Antlitz. Obendrein kann er kein Wässerchen trüben. Mittendrin liegt noch die Insel Großer Werder, auf die man mit der Fähre übersetzen kann. Keinen Übersetzer braucht man hingegen in der „Insulaner-Klause“: Auf der Karte stehen deftige Suppen, Bier, Wein, Limo, Kaffee und Kuchen. Im Garten ist es selbst an heißen Tagen schön kühl – dank 150 Jahre alten Linden und Kastanien, die alles in den Schatten stellen.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Das Urteil fiel überraschend hart aus: Lebenslang wegen Mordes muss der Mann ins Gefängnis, der auf der Flucht vor der Polizei das Leben der 22-Jährigen Johanna Hahn auslöschte. Die Staatsanwaltschaft hatte auf fahrlässige Tötung plädiert. Vor fast genau einem Jahr war die junge Frau in Charlottenburg unterwegs, überquerte bei „Grün“ die Straße, als der Mann sie mit seinem Auto erfasste. Er und zwei Verwandte (14 und 18) hatten zuvor Werkzeug gestohlen, die Polizei hatte sie erwischt. Auch der 18-Jährige wurde bei dem Unfall tödlich verletzt.
Unterm Mietendeckel köchelt es weiter. Der Rat der Bürgermeister möchte mit dem Senat darüber sprechen, welche Folgen das Gesetz zur Begrenzung der Mieten für die Bezirke haben könnte. Auf Vorschlag von Spandaus Rathauschef Helmut Kleebank (SPD) kommt das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Gremiums am 25. Juli. Bereits vorige Woche hatte Ramona Pop (Grüne) in ihrer Funktion als Vize-Chefin der Landesregierung mit den Bürgermeistern über das Thema beraten – und dabei offensichtlich weiteren Gesprächsbedarf geweckt.
„Neue Wege für Berlin“ heißt der neue Verein Berliner Unternehmer, der gegen die Wohnungspolitik des rot-rot-grünen Senats mobil machen will (laut „Berliner Zeitung“). Zu den Mitgründern gehörten demnach Markus Voigt (VBKI-Präsident), Udo Marin (VBKI-Geschäftsführer) und Peter Kurth (früherer Finanzsenator der CDU). Aufnahmegebühr: 2750 Euro. Jahresbeitrag: 250 Euro.
Grünen-Politiker Georg Kössler, der wegen eines Tweets über ein von Klimaaktivisten zertrampeltes Feld („Deine Möhren sind nicht wichtiger als unser Klima. Sorry“) eine Morddrohung von Rechtsextremisten erhielt, musste am Donnerstag zur Polizei. Es stand ein so genanntes Gefährdungsgespräch beim Landeskriminalamt an. Das wird mit Menschen geführt, bei denen es Hinweise auf Bedrohung gibt. Kössler hat Anzeige erstattet (CP von gestern) und sagt dazu: „Es gibt so viel Hass. Erschreckend, wie in Anspielung auf Lübcke nun mit Mord gedroht wird. Aber ich wusste ja, worauf ich mich mit der Wahl einlasse.“
Eine Woche nach einem Sturz mit dem E-Bike in Zehlendorf ist der renommierte Berliner Jurist Rolf Rattunde im Krankenhaus gestorben. Der 62-Jährige hatte sich als Notar und Anwalt vor allem im Insolvenzrecht über Berlin hinaus einen Namen gemacht. Zu seinen Fällen gehören die Insolvenzen des Suhrkamp-Verlags und der Kette „Lila Bäcker“.
Sorgen bereitete einige Tage lang der berlinischte Fluss Berlins, die Panke. Anwohner in Wedding berichteten, dass nicht mal alle meine Entlein ihre Köpfchen in das Wasser stecken konnten. Jetzt hat sich die Panke aber wieder eingepegelt. Wegen Bauarbeiten gab es Umleitungen.
Mit 96 Bienenvölkern ist ein Imker Ende voriger Woche neben eine Kita in Pankow gezogen. Laut „B.Z.“ seien daraufhin Kinder beim Spielen gestochen worden. Die Kita-Leitung habe dann beschlossen, die Jungen und Mädchen nicht mehr ins Freie zu lassen (und das bei der Hitze…) Jetzt machen der Imker und seine 2,9 Millionen Majas aber die Fliege – nachdem das Bezirksamt eingeschaltet wurde.
Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg testet weiter Möglichkeiten zu Verkehrsberuhigung: Nach den Findlingen auf der Bergmannstraße (CP von gestern) gibt es auch lebende Sperren – allerdings diesmal auf einem Radweg (das Foto gibt’s hier zu sehen).
Das Kreuzberger Wackers(tein)dorf gegen Falschparker ist in sozialen Netzwerken aber schon mal ein Hit. Die einen fühlen sich an Fred Feuerstein erinnert (mit Baustadtrat Barney Geröllheimer?), andere würden Autos noch mehr Steine in den Weg legen. CP-Vorschlag: Am besten Obelix fragen, ober er noch ein paar Hinkelsteine übrig hat.
„Findlinge halten zumindest länger als grüne Farbpunkte. Wobei: In Berlin werden die Steine sicherlich geklaut“, spottet dann noch ein Nutzer auf Twitter. Radaktivist Heinrich Strößenreuther scheint noch unentschlossen: „Findlinge gegen Falschparker - ein neuer Trend aus Berlin zum Nachmachen?“ Dazu noch ein Kommentar von CP-Leserin Monika Berg: „Kann man für Falschparker und Zuschnellfahrer nicht - wie sonst auch üblich - Polizei und Ordnungsamt hinschicken?! Und dafür mehr Geld ausgeben, statt die Straße weiter mit Objekten zu vermüllen?“ Sorry, aber das wäre nun wirklich viel zu einfach.
Von Kreuzberg zum Schuldenberg: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sanken die Staatsschulden im ersten Quartal um 22,0 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 1,1 Prozent gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres. Allerdings stieg gleichzeitig die Verschuldung der einzelnen Bundesländer. Nur Bayern macht da eine Ausnahme (minus 17,9 Prozent) – und, tada, eine bekannte deutsche Hauptstadt (minus 4,9).
Beim Warten am Tresen der „Espressolounge“ am Mehringdamm: Volker Schröder, 77, kommt mit Tagesspiegel-Kollege Ingo Salmen über die 78-Jährige ins Gespräch, die schon so viele Marathons gelaufen sei und einen Sponsor suche. Jetzt wolle er sie unterstützen. T-Shirt-Beschriftung: „Bürsten- Schröder“. Habe er im Tagesspiegel gelesen, die Geschichte der Frau, von diesem... Hinkelmeier oder so. „Hackenbruch“, sagt Kollege Salmen, „der ist bei uns Chef der Checkpoint-Laufgruppe.“ Ja, genau, den wolle er noch anrufen. Zur Laufgruppe habe sie es noch nicht geschafft, sagt die nächste Frau in der Warteschlange. Aber den Checkpoint lese sie immer. Jetzt überlege sie gerade, ob sie das Abo abschließen solle. Warum nicht? Kostet pro Ausgabe noch viel weniger als ein Espresso.
Erst wurde der S-Bahnring dieser Tage mit hunderten E-Scootern geflutet, jetzt kommen gleich nochmal 1500 hinzu. Allerdings hat dieser Typ vier Räder und ist so groß wie ein VW Golf. Kein Wunder– es ist ja auch einer. Mit „We Share“ startet der Konzern aus der Stadt, in der die ICEs so gerne durchfahren, ein eigenes Car-Sharing-Angebot. Zu den Elektro-Golfs (-Gölfen?) kommen nächstes Jahr noch einmal 500 Kleinwagen hinzu. Mal `ne doofe Frage: Warum kriegt der Stadtrand nicht mal solch ein Angebot? Da sind bestimmt jede Menge Leute noch aufs Auto angewiesen.
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URBAN SPORTS - Berlin ist eine Stadt am Wasser. Seen, Bäder, Flüsse – urbane Sportler haben eine riesige Auswahl an Playgrounds für ihr Hobby. Lesen Sie hier über die sportlichen Sommertrends wie Schwimmen, Paddeln oder Wakeboarden. Außerdem: Alle wichtigen Triatholon Termine der Hauptstadt- Region auf einen Blick.
Eine Berlin-Touristin ist mit ihrem E-Scooter gegen einen Sattelzug geprallt und hat sich schwer verletzt. Der Unfall ereignete sich Donnerstagmittag auf einer Kreuzung an der Chausseestraße in Mitte. Laut Polizei sei die 26-Jährige aus bisher unbekannter Richtung plötzlich gegen den Auflieger gekracht.
Ganz Mitte kostet bald was – beim Parken. Dies steht in einem Gutachten des Bezirksamts, aus dem die „Berliner Morgenpost“ zitiert. Innerhalb der nächsten drei Jahre soll die Parkraumbewirtschaftung fast flächendeckend gelten.
Er ist 19 und ehrenamtlicher Discjockey bei einer Spielplatz-Initiative in Marzahn. Doch Einbrecher klauten Tobias Hippler alias DJ Tobi die Ausrüstung. Schaden: mehrere tausend Euro. An diesem Sonnabend gibt es nun ein Benefizkonzert für ihn („Soli für Tobi“) mit vielen Künstlern. Die Aktion führt auch zwei zusammen, die sonst politische Welten trennen: Petra Pau (Linke) und Mario Czaja (CDU).
Auf dem Bahnhof Spandau gab es Donnerstagmorgen Probleme im Gleisbett. Dem ICE in Richtung Hannover (über Wolfsburg!) fehlte was – sieben Wagen. Das Bahnpersonal forderte Passagiere auf, freiwillig aus dem völlig überfüllten Zug auszusteigen. Andernfalls sei in Spandau Endstation. Einige Fahrgäste gaben daraufhin jeden Widerstand auf und verließen den Zug. Einer allerdings bewies Sitzfleisch (oder Standfestigkeit): Ex-„Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann. Er twitterte munter während des Stopps aus dem Zug. Als es dann weiterging, schrieb er: „Ha! Haben doch ausreichend Fahrgäste die Nerven verloren und den Zug freiwillig verlassen! Ich habe mich natürlich KEINEN MILLIMETER bewegt! Wäre ja noch schöner… Wie es heißt es doch immer völlig richtig: Frauen & Kinder zuerst!“
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Wir hatten 2001 30% mehr Geld pro Baum. Wenn wir nicht zügig auf dieses Niveau zurückkommen, werden wir erleben, dass mehr Bäume eingehen, als wir jemals pflanzen können.“
Oliver Schruoffenegger (Bündnis 90/Grüne), Umweltstadrat in Charlottenburg-Wilmersdorf in der RBB-Abendschau.
Tweet des Tages
Liebe Eltern, manchmal bedeutet Erziehung auch: dem Kind die Flöte, die es flötet, in der Bahn wegzunehmen.
Tweet des Tages
Liebe Eltern der freien Erziehung: So haben auch die anderen U-Bahn-Musiker angefangen.
Stadtleben
Essen – Es war einmal in einer verwunschenen weißen Stadtvilla, ein Restaurant mit Jugendstilinterieur, dessen Name noch heute Programm in seiner Speisekarte ist. „Das märchenhafte Ribhouse“ im Stadtteil Karow ist seit 2009 nicht nur für seine vielfältigen Rippchen-Kreationen bekannt, sondern auch dafür, dass die Gerichte nach Geschichten und Märchen benannt sind. Wer hier einen „König der Löwen“ bestellt, bekommt zwei marininierte Rippenstränge, dazu Krautsalat, Knoblauch-Baguette und eine Kartoffelbeilage. Da es neben Rippchen auch andere Gaumenfreuden in der Karte gibt (Preise zw. 9 und 30 Euro), versteckt sich hinter dem Märchen „Die schöne Warwara“ ein Gemüseschnitzel mit Salat, Röstzwiebeln und dänischen Gurken. Highlight ist die mit Absinth flambierte Rippe „Froschkönig". Alt-Karow 35, Mo-Mi 16-22 Uhr, Do-Sa 12-22 Uhr, So 11-22 Uhr, S-Bhf Karow
Neu im Wedding ist die Bar „Drehmoment“, die heute Abend ab 19 Uhr mit Tamtam und Chichi ihre Eröffnung feiert. Die zwei Besitzerinnen haben alles gegeben, wie sie auf ihrer Facebook-Seite schreiben, um mit Ihnen bei frisch gezapftem Bier und einer kleinen Auswahl an Getränken auf die Bar, die an ein historisches Kabarett erinnert, anzustoßen. Wie schon im allerersten Pariser Kabarett „Le Chat Noir“ (1881) will man auch im Drehmoment „dem Mucker die schlechte Laune abgewöhnen.“ Die Getränkekarte ist ein bunter Misch aus zeitgemäßen Spirituosen und modernen Drinks. Mo, Mi-Sa ab 19 Uhr, Glasgower Straße 29, U-Bhf Rehberge
Berlinbesuch – Reflexion ist wichtig. Essen ist wichtig. Genussvolles Reflektieren (z.B. mit einem Glas Wein in der Hand) dürfte demnach lebenswichtig sein. Wie passend, dass das C/O im Rahmen der „Food for the Eyes“-Ausstellung ab 18.30 Uhr eine Filmvorführung mit anschließender Pinot-Noir-Weinverkostung lockt. Gezeigt wird der Oscar-nominierte Film „Sideways“ (2004), der seine Protagonisten im stilvollen Cabrio auf eine ungewöhnliche Reise durch die pittoresken Weinstraßen der USA führt. Im Anschluss gibt es ein Gespräch mit Thomas Struck, dem Kurator des Kulinarischen Kinos der Berlinale und der Kuratorin der Ausstellung Ann-Christin Bertrand. Tickets kosten 39 Euro, im Preis inbegriffen sind ein Aperitif, Film, Wein, Käse und Brot. Hardenbergstraße 22-24, S/ U-Bhf Zoologischer Garten
Geschenk – Frage: Wer könnte einen italienischen Pasta-Open-Air-Workshop besser leiten als Giovanna, die in Bella Italia geboren und aufgewachsen ist und schon in ihrer Kindheit jeden Sonntag frische Pasta zubereitet hat? Ihre Leidenschaft zu handgemachten Nudeln möchte sie gerne teilen und zeigt heute Abend ab 19 Uhr im Garten des Vonder Club House, wie man mehrere Sorten Pasta von Grund auf zubereitet, füllt und mit selbst gemachter Nudelsauce abrundet. Und weil beim Kochen schnell der kleine Hunger kommt, gibt’s zur Koch- und Lernsession Prosecco und Antipasti. Die Karten kosten 38 Euro. Bismarckstraße 103, U-Bhf Deutsche Oper
Last-Minute-Jubiläumsfeier – Seit 35 Jahren kümmert und beherbergt das Diakonie Haus Britz in der Buschkrugallee Menschen mit unterschiedlichsten Lebensformen, Religionen und Kulturen. Die Hausgemeinschaft gehört zu Neukölln, wie Neukölln zu Berlin. Für seine offene Tür, den sozialen Hilfsaktionen für Menschen in Not und immer neuen Impulsen erfährt das Haus viel Dankbarkeit – mit der Jubiläumsfeier möchte es nun auch Danke an alle sagen, die es unterstützen. Die Feierlichkeiten starten um 15 Uhr mit einer Eröffnungsrede. Ehrengäste wie Margot Friedländer und Kai Eichler sind geladen. Essen, Musik und die Gelegenheit, das Haus und seine Bewohner kennenzulernen, gibt’s im Anschluss bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. U-Bhf Blaschkoallee
Noch hingehen zum Festival „The Present Is Not Enough – Performing Queer Histories and Futures“ im Hebbel am Ufer, das mit Dialogen, Konzerten, Filmen, Installationen, Ausstellungen, Theater und Tanz verdeutlicht: Die Gegenwart ist nicht genug, solange Menschen aufgrund ihrer sexuellen Identität gesellschaftlich verfolgt, verhaftet und getötet werden. Mit dem interdisziplinären Festival, das noch bis einschl. Sonntag läuft, soll nicht nur das Hier und Jetzt aktiv gestaltet werden, es läutet auch das große Potenzial für eine queere Zukunft ein. Tickets für die einzelnen Festival-Events gibt es hier, der Großteil ist kostenlos. Stresemannstraße 29, 18-21 Uhr, U-Bhf Möckernbrücke
Mit diesen Tipps wünscht Ihnen Carina Kaiser einen aufregenden Freitag!
Prominent verraten
Mateo Jasik ist Frontmann und Gründer der Band „Culcha Candela“. CP-Leserin Fabienne Hasewinkel ist den fotografischen Hinweisen richtig gefolgt und gewinnt diese Woche den Checkpott - herzlichen Glückwunsch!
Berlin heute
Verkehr – Wegen des Bergmannstraßenfestes ist die Kreuzbergstraße (Kreuzberg) von 6 bis Sonntag 22 Uhr in beiden Richtungen voll gesperrt. Von der Sperrung betroffen sind auch Teile der Großbeeren- und Möckernstraße. Für mehr Barrierefreiheit (den Einbau eines Aufzugs) am U-Bahnhof Konstanzer Straße (Wilmersdorf) ist die Brandenburgische Straße bis vsl. August 2020 in beiden Richtungen auf einen Fahrstreifen verengt. Wegen Leitungsarbeiten ab ca. 7:30 Uhr regelt eine Baustellenampel zw. Bohnsdorfer und Klettenberger Straße (Altglienicke) den Verkehr. Von 10 Uhr bis Montag ca. 6 Uhr ist in beiden Richtungen zwischen Adenauerplatz und Olivaer Platz (Charlottenburg) nur ein Fahrstreifen frei. „Fridays for Future“ zieht von 12 bis 16 Uhr vom Invalidenpark durch Mitte – und auch in Charlottenburg und Schöneberg kann es sich wegen einer Gedenkdemonstration zwischen 18 und ca. 23 Uhr stauen. Zu weiteren Einschränkungen kann es wegen eines Fahrradkorsos kommen, der um 20 Uhr in Kreuzberg startet und bis 24 Uhr durch die gesamte Innenstadt fährt (siehe Demo). Stauen kann es sich ebenfalls rund um die Max-Schmeling-Halle (Prenzlauer Berg), wo sich der Pearl Jam-Frontmann Eddie Vedder die Ehre gibt. In Schöneberg ist von 22 bis Montag ca. 4 Uhr die Yorckstraße zwischen Katzbachstraße und Bautzener Straße gesperrt, wovon auch teilweise die M19 betroffen ist (als Ersatz die U7 nutzen). Und die S-Bahn meldet eine Einschränkung der S5, da ist ab 22 Uhr bis Montag 1.30 Uhr der Verkehr zwischen Strausberg und Strausberg-Nord unterbrochen. Ersatzbusse fahren. Mehr Infos zum Verkehr finden Sie wie immer auf der Seite der VIZ.
Demonstration – Zur letzten Plenarsitzung des Bundestages vor der Sommerpause haben sich die Demonstranten des Klimastreiks „Fridays for Future“ etwas Besonderes ausgedacht: Nach einer etwa einstündigen Auftaktkundgebung ab 12 Uhr im Invalidenpark wollen rund 1000 angemeldete Teilnehmer über die Marschallbrücke zur Wilhelmstraße/ Ecke Dorotheenstraße laufen, um dort bis 16 Uhr auf dem Gehweg eine Menschenkette über die Scheidemannstraße bis hin zum Platz der Republik zu bilden. Besonders geht es auch mit dem Aufzug „Gedenkdemo zum 50. Jahrestages des CSD“ weiter, der vom Working Class Queeroes Kollektiv angemeldet wurde und mit rund 500 Menschen zw. 18 und 23 Uhr von der Zwölf-Apostel-Kirche durch den Schöneberger Kiez, über den Zoologischen Garten, den Ku’damm und dann zurück zur Motzstraße/ Ecke Eisenacher Straße zieht. Zur Kundgebung „Schutz der Meinungsfreiheit zu dem Thema Palästina“ wollen ca. 250 angemeldete Teilnehmer von 17 bis 19 Uhr in der Paul-Löbe-Allee 1 in Tiergarten zusammenkommen. Und ein Fahrradkorso der Critical Mass Berlin radelt von 20 bis ca. 24 Uhr unter dem Motto „Wir behindern nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr!“ ab Mariannenplatz (Kreuzberg) durch die Stadt.
Gericht – Weil sie sich als Polizisten ausgegeben und ältere Menschen mit Lügen um ihr Erspartes gebracht haben sollen, wird zwei 26- und 27-Jährigen der Prozess gemacht. Sie sollen als Mitglieder einer Bande agiert haben. Mehr als 180.000 Euro seien erbeutet worden (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 621).
Universität – Die HU lädt im Rahmen des 100. Bauhausjubiläums zu dem Workshop „Engendering Bauhaus Histories. Frauen und Feminität seit den 1920er-Jahren“ ins Institut für Kunst- und Bildgeschichte in der Georgenstraße 47 (Raum: Atrium & Seminarraum 0.12). Auch wenn Frauen am Bauhaus damals schon in künstlerischen oder pädagogischen Bereichen eine wichtige Rolle spielten, so konzentrierte sich die Forschung vorrangig auf die männlichen Akteure. Die heutige Veranstaltung von 13 bis 21 Uhr nimmt sich zum Anlass, den Fokus auf Frauen zu legen und Gender zu diskutieren. Das Programm ist vielfältig und kann hier eingesehen werden. Der Eintritt ist frei.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Regine Jedwabski (78), „Eselsbrücken-Star-Architektin für Deutsch-Integrationskurse“ / Clemens Appel (66), Fachjurist, Politiker und Unternehmensberater, ehem. Staatssekretär im Ministerium für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr Brandenburg / Julia Geurden, „Supernichte aus Hüls mit besten Grüßen aus Berlin“ / Sebastian Czaja (36), FDP-Fraktionsvorsitzender im AGH, Generalsekretär der Berliner FDP / Reinhold Kopp (70) Politiker (SPD) und Jurist / „Herzlichen Glückwunsch Ulf vom Ammersee, bleib am Wind, dein Matzo“
Sonnabend – Michael Dietmann (51), für die CDU im AGH / Ingo Kühl (67), Maler, Bildhauer und Architekt / Hildegard Müller (52), Verbandsfunktionärin und ehem. Politikerin (CDU), ehem. Staatsministerin im Bundeskanzleramt ('05-'08) / Peter Schäfer (76), ehem. Direktor des Jüdischen Museums / Arnim Teutoburg-Weiß (45), Musiker, Sänger und Gitarrist bei den Beatsteaks / Laura Vargas Koch (29), Judoka im Ersten Berliner Judo Club / Heidi Wagner
Sonntag – Martin Becker (58), Musiker, „Keyboarder bei Karat" / Uwe Kliemann (70), ehem. Fußballspieler und -trainer / „Die Spreewaldgurken wünschen Sebastian Luding alles Gute“ / Björn Seeling (51), „Checkpointer, Berlin-Redakteur und Schaffner der Herzen, Team Checkpoint gratuliert: Nur das Beste zum Feste!“ / Daniela Schulte (37), Schwimmerin und mehrfache Paralympics-Siegerin in der Startklasse S11 / Volker Zerbe (51), ehem. Handballspieler, Sportkoordinator bei den Füchsen Berlin / Hartmann von der Tann (76), Journalist, ehem. ARD-Chefredakteur
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Wolfgang Bunge, 1. Oktober 1944 / Brigitte Herold, * 4. Januar 1944 / Inge Krüger, * 13. Septembr 1934
Stolperstein – Anna Elisabeth Krüger, geb. Dehmel (Jhg. 1892) wurde in Schlesien geboren und heiratete 1917 den Schuhmacher Fritz Krüger in Berlin. In dem Haus der Charlottenburger Bleibtreustraße 12 haben die beiden nicht nur gewohnt, Fritz Krüger hatte dort auch seine Werkstatt. Ende der 1930er Jahre kam Elisabeth Krüger aufgrund einer Krankheit in die Heilstätte Berlin-Buch. Jahre später wurde sie von dort in das Heil- und Pflegeheim in Landsberg/ Warthe (heutiges Polen) gebracht, wo sie am heute vor 77 Jahren ermordet wurde.
Im Tagesspiegel
Gegen die Taliban kämpfen? Sollen sie nicht. Mit ins Feld ziehen? Dürfen sie nicht. Die Bundeswehr bildet in Afghanistan nur aus. Der Tod gehört trotzdem zur Bilanz – nur will das die Politik nicht so genau wissen. Lesen Sie die Reportage von Robert Birnbaum heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
Pankow ist ja nicht nur der Bezirk, der kleinern Krautern an der Ecke das Leben schwer macht, weil sie ihre Lädchen nicht mehr am Sonntag öffnen dürfen (das ist gegen das Gesetz – alle Tankstellen feiern das). Nein, Pankow beseitigt auch weltbewegende Probleme wie selbst gezimmerte Sitzbänke am Straßenrand. Tagesspiegel-Kollege Christian Hönicke hat das kürzlich schon einmal an dieser Stelle thematisiert. Die Bänke seien laut Bezirksamt eine Ordnungswidrigkeit und die Errichtung sei wegen des Baumschutzes „grundsätzlich untersagt“. Das fällt den Beamten jetzt auf, nachdem manche Bank mittlerweile schon selbst alt wie Baum ist. Auch die Sitzgelegenheit vor dem „Coffee Room“ in Prenzlauer Berg muss nun weg. Bis Mittwoch haben die Betreiber des Familienbetriebes Zeit, die Konstruktion zu entfernen, die sie schon vom Vorbesitzer übernommen haben. Das Problem schiebt die Verwaltung natürlich gar nicht erst auf die lange Bank. Die stört beim Aussteigen aus dem Auto - ein Baum steht da nicht. Hey Pankower Bezirkspolitik, vielleicht nimmt da mal einer endlich an den Slogan zur Kenntnis, den sich die Tourismuswerber von „Visit Berlin“ für den coolen Bezirk ausgedacht haben: „Kosmopolitisch, kreativ und entspannt“. Zeit für ein Bankenrettungsprogramm!
Leider ist ja heute kein Bank Holiday. Aber dafür ist der Sonnabend nicht mehr weit - und der Checkpoint fürs Wochenende mit Stefan Jacobs und Thomas Wochnik.