auch die bisherige Koalition gönnt sich nach der zweiten Sondierungsrunde noch eine dritte – sie beginnt am kommenden Montag um 10 Uhr, zeitgleich mit der Verkündung des amtlichen Wahlergebnisses. Und wenn Kai Wegner zwischen den Zeilen lesen kann, wird er festgestellt haben, dass SPD, Grüne und Linke ernsthaft an einer Fortsetzung ihrer Regierungsgeschichte arbeiten.
Denn abgewählt wurde die Koalition nur gefühlt, nicht rechnerisch: Die Mehrheit ist zwar knapper geworden, aber immer noch recht stabil.Dem Vertrauensverlust in der Stadt, der sich im eigenen Wahlergebnis, vor allem aber in dem der CDU zeigt, versucht Rot-Grün-Rot mit bekundeter Nachdenklichkeit zu begegnen. Das Signal soll sein: Wir haben verstanden. Aber was?
Die beiden größten Probleme für Rot-Grün-Rot hängen eng zusammen:
+ Franziska Giffey passt nicht (mehr) so richtig zum Kurs, der 2021 im Koalitionsvertrag festgelegt wurde.
+ Und es muss eine Lösung für das Enteignungsthema gefunden werden.
Es ist nicht auszuschließen, dass Giffey aufgibt – in der Enteignungsfrage hat sie sich so sehr festgelegt, dass ihre Glaubwürdigkeit auf dem Spiel steht. An ihrem Abgang haben aber weder die Grünen noch die Linken derzeit ein gehobenes Interesse, denn beide wollen am liebsten in der bisherigen Konstellation bzw. überhaupt weiterregieren – und in der SPD ist ein möglicher Ersatz für Giffey weit und breit nicht zu sehen.
Also braucht es einen Kompromiss in der Wohnungsfrage. Und da spielt ausgerechnet der gegenwärtige Markt der Koalition in die Hände. Zu hören ist deshalb folgendes:
Linken und weiten Teilen der Grünen geht es bei der Enteignung zwar auch um das Symbolhafte der Aktion; das rechtliche Risko ist ihnen jedoch bewusst. Eine dritte Schlappe vor Gericht, nach dem gescheiterten Mietendeckel und dem gekippten Vorkaufsverfahren, kann sich die Koalition nicht leisten. Aber wenn ohnehin zehn, zwanzig oder dreißig Milliarden in den Wohnungsbestand investiert werden sollen, um mehr Kontrolle über die Mieten zu haben – warum dann nicht kaufen, anstatt zu enteignen? Die Situation dafür ist so günstig wie schon lange nicht mehr, das Angebot durchaus vorhanden.
Giffey würde das Geld zwar lieber in den Wohnungsbau stecken. Aber eine politische Option zur Machterhaltung ist es allemal.
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Auf mehrfach geäußerten Wunsch hin hier noch ein Rückblick auf die spöttische Aschermittwochsrede von Landwirtschaftsminister Cem Özdemir, gehalten im oberschwäbischen Biberach – schauen wir mal rein:
+ Zu den Sondierungsgesprächen: „Für alle außerhalb von Berlin ist es eigentlich egal, wer da mit wem koaliert.“
+ Hoffnung auf Besserung für Berlin hat der Kreuzberger Özdemir nicht – sein Rat: „Vielleicht probiert ihr es ja zur Abwechslung mal mit dem belgischen Modell.“ Dort gab es 600 Tage keine Regierung – „und der Wirtschaft ging es besser.“
+ Über die Berliner Grünen: „Es macht uns auch nichts aus – wir sind da sehr weltoffen – dass ihr ausgerechnet an der wohl menschenleersten Straße Berlins den Kulturkampf ums Auto austragt.“
Özdemir kündigte zudem zivilen Ungehorsam an: Beim Bäcker in Berlin will er künftig nur noch „Weckle“ bestellen (hoffentlich läuft er nicht Wolfgang Thierse über den Weg).
Aber das klingt doch schon ein bisschen so, als wollte Özdemir sich eine Karriere als Oberbürgermeister von Tübingen offenhalten, oder?
Die Wiederholungswahl hat ein juristisches Nachspiel: Nach Checkpoint-Informationen ordnete das Amtsgericht Tiergarten auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft am 6.1. die Durchsuchung der Geschäfts- und Nebenräume des Berliner Rechtsanwalts Marcel Templin an – am 15.2., also drei Tage nach der Wahl, klingelte das LKA in dessen Kanzlei und beschlagahmte mehrere Akten, die im Zusammenhang mit dem Wahlprüfungsverfahren des Verfassungsgerichts stehen. Der Vorwurf: Templin soll Mitarbeitern ermöglicht haben, Fotos von Wahlprotokollen zu veröffentlichen (auch der Checkpoint hatte daraus zitiert). Der Anwalt vertritt den früheren Abgeordneten Marcel Luthe, der gegen die Wahl 2021 Beschwerde eingelegt hatte.
Templin sagte dem Checkpoint dazu, dass es nicht seine Mitarbeiter waren, die im Mai 2021 die vom Verfassungsgericht im Verfahren herangezogenen Wahlprotokolle gesichtet und dokumentiert hatten, sondern die seines Mandanten Luthe. Der Ex-Abgeordnete bestätigt das und verweist darauf, dass er das auch so bei der Gerichtspräsidentin Ludgera Selting schriftlich angemeldet hatte.
Im Verlauf der Dokumentation der rund 30.000 Seiten der Wahlprotokolle war es zu einer Auseinandersetzung zwischen Selting und einer Mitarbeiterin Luthes gekommen. Einen darauf bezogenen Befangenheitsantrag gegen Selting lehnte das Gericht ab; später stellte sich heraus, dass die Gerichtspräsidentin gegenüber ihren Kollegen zu dem Vorfall falsche Angaben gemacht hatte.
Templin hält den Durchsuchungsbeschluss für völlig unverhältnismäßig, Luthe spricht von einer Retourkutsche: „Selting weiß, dass es anders war.“ Ausgangspunkt der Durchsuchung ist eine Beschwerde bei der Rechtsanwaltskammer.
Das Verfassungsgericht will zu dem Fall grundsätzlich keine Angaben machen und verweist auf die Generalstaatsanwaltschaft.
Die Generalstaatsanwaltschaft antwortete gestern nicht auf unsere Fragen.
Die Rechtsanwaltskammer erklärte, dass sie zu Beschwerdeverfahren keine Stellung nehmen darf.
Die Justizverwaltung gab an: „Die Senatorin hatte keine Kenntnis.“
Fortsetzung folgt.
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5. März 2023!
„Liebermann zeichnet“
Stiftung Brandenburger Tor
www.stiftungbrandenburgertor.de
Ein Kooperationsprojekt der Stiftung Brandenburger Tor mit dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz.
Gefördert mit den Mitteln der LOTTO-Stiftung Berlin.
Hinter dem Neuköllner Aktenzeichen KA/176/XXI verbirgt sich eine brisante Frage, die jüngst durch das Depressionsbekenntnis des Lichtenberger Stadtrats Kevin Hönicke an Bedeutung gewonnen hat. Sie lautet: „Wie lange darf ein Stadtrat oder eine Stadträtin erkrankt sein?“ Moment mal: „erkrankt sein dürfen?“ Ja, richtig erraten: Es handelt sich um eine perfide Unterstellung der AfD gegen die ungenannte, aber offensichtlich gemeinte Gesundheitsstadträtin Mirjam Blumenthal, krankgeschrieben seit dem 7.10.2022.
Das ernsthafte Problem, das dahintersteckt, ist allerdings riesengroß, und viele Fragen, die sich damit verbinden, sind ungeklärt – rechtlich, menschlich und politisch.
Im aktuellen Magazin des Otto-Suhr-Instituts sprechen Elke Breitenbach (Linke), Markus Kurth (Grüne) und Orkan Özdemir (SPD) unter dem Titel „Wenn Politik Dich krank macht“ offen über ihre Erfahrungen mit psychischem Druck – auch anhand Beispielen aus dem Checkpoint.
Und in unserem Podcast „Berliner & Pfannkuchen“ behandeln Ann-Kathrin Hipp und Anke Myrrhe am Freitag u.a. mit Kevin Hönicke die Frage: Warum bleibt mentale Gesundheit zu oft ein Tabu? Und: Können Politikerinnen und Politiker überhaupt öffentlich darüber sprechen, wie es ihnen geht? Oder müssten sie es nicht sogar? Hat die Öffentlichkeit vielleicht einen Anspruch darauf, zu erfahren, wie gesund diejenigen sind, denen sie per Wahl viel Verantwortung übertragen? Oder ist das eine Privatsache, die niemanden etwas angeht? Alles das und einiges mehr gibt‘s ab Freitag Nachmittag um 15 Uhr hier unter diesem Link zu hören – und überall dort, wo es Podcasts gibt.
Was Mirjam Blumenthal betrifft, haben wir beim Bezirksamt gefragt, wie es da ohne sie weitergeht: Sollte die Gesundheitsstadträtin in absehbarer Zeit nicht gesund werden, gibt es Überlegungen bzw. konkrete Maßnahmen, um den Posten sowie die Leitung des Gesundheitsamts dauerhaft neu zu vergeben? Die knappe, aber klare Antwort: „Nein“.

Mit der Anwaltskanzlei Schertz / Bergmann verbindet uns eine innige Brieffreundschaft – an Tagen ohne Gegendarstellungs- oder Unterlassungsbegehren schauen wir erstmal nach, ob die Post streikt. Zuverlässig zugestellt wurde uns vor ein paar Wochen eine Aufforderung der Kanzlei in eigener Sache: Simon Bergmann wollte per Gegendarstellung mitteilen, dass er sich in einer Pressemitteilung nicht „ein bisschen zu großspurig“ über einen Prozessausgang geäußert habe. Wir wären glatt darauf eingegangen, das „ein bisschen“ zu streichen!
Jedoch ging es im Artikel gar nicht um den Prozessausgang, sondern darum, wie Anwälte mit ihren fulminanten Erklärungen den Mandanten eher schaden können. Aber Bergmann wollte alles kassieren (und dann wohl auch seine Auslagen). Vergeblich: Erst scheiterte Schertz für ihn vor dem Landgericht, jetzt vor dem Kammergericht: „Großspurig“ beziehe sich auf Bergmanns Verhalten im Zusammenhang mit der Verlautbarung selbst. Das sei zwar „möglicherweise nicht freundlich, aber eine erlaubte Meinungsäußerung“ – gleichbedeutend mit „angeberisch, anmaßend, überheblich, wichtigtuerisch“, und damit „die Zuschreibung einer Eigenschaft (…), die nicht mit dem Mittel einer Beweisführung als wahr oder unwahr geklärt werden kann“. Oder vielleicht doch? Wir bleiben dran!
Mit Ihrem Tagesspiegel-Abo können Sie heute u.a. folgende Texte lesen:
+++ Das System Selenskyj: Wie der ukrainische Präsident sein Land im Krieg regiert
+++ Ein Mathematiker verrät die Tricks der Buchmacher: „Tatsächlich ist es möglich, mit Sportwetten Geld zu verdienen“
+++ LKA ermittelt an Berliner Nelson-Mandela-Schule: Schwarzer Lehrer mit Schmiererei rassistisch beleidigt
Berliner Schnuppen
Telegramm
Zum Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine sind in Berlin zahlreiche Veranstaltungen geplant. Eine Übersicht finden Sie hier.
Kuriose Szenen beim Prozess gegen den Klima-Aktivsten Henning Jeschke: Der Mitgründer der Gruppe „Letzte Generation“ klebte sich während der Verhandlung am Tisch der Anklagebank fest. Der Richter schloss Jeschke nach einigem Hin und Her samt Tisch vom Verfahren aus, Justizbedienstete stellten beide auf dem Flur ab. Später trugen Jeschkes Anwalt und eine weitere Aktivistin den Tisch aus dem Gericht und weiter zur Bushaltestelle (hier zu sehen) – immer mit dem daran festgeklebten Jeschke. Ungeklärt blieb zunächst, ob die Aktivisten für den Tisch ein extra BVG-Ticket lösen mussten.
Seit Jahresbeginn sind Gastronomen und Einzelhandel sowie Bistros und Cafés dazu verpflichtet, für Verpackungen Mehrwegalternativen anzubieten. Frage an Berlinkenner: Wie funktioniert das in der Hauptstadt der organisierten Unzuständigkeit? Richtig, das war leicht: gar nicht. Hier exemplarisch eine Antwort von vielen, die der scheidende FDP-Abgeordnete Felix Reifschneider eingesammelt hat:
„Eine ausdrückliche Zuweisung an ein Amt – in Betracht kommt etwa das Ordnungsamt oder das Umwelt- und Naturschutzamt – ist in Friedrichshain-Kreuzberg und nach hiesiger Kenntnis auch in den anderen Bezirken nicht erfolgt.“
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Seit mehr als fünf Jahren versucht die landeseigene Grün Berlin GmbH vergeblich, „laute Pfeifgeräusche“ vom Wolkenhain in den Gärten der Welt abzudrehen. Zuletzt wurden Hohlräume eines Treppengeländers verschlossen – die Reaktion: drauf gepfiffen. (Q: Anfrage MdA Katharina Günther-Wünsch)
Erschütternde Nachricht aus Brandenburg: Der Geruch von Misthaufen, das Muhen von Kühen und das Blöken von Schafen wird nicht zum Kulturgut erklärt – der Landtag verzichtet auf eine entsprechende Bundesratsinitiative. Hoffentlich kommt niemand auf die Idee, stattdessen die Müllablagerungen in Neukölln… lieber gar nicht erst daran denken.
Die Vorbereitungen für Silvester 2023 sind in vollem Gange – die Polizei teilt mit: In Wedding betrat ein Mann ein Waffengeschäft, schaute sich um, zerstörte eine Vitrine, trat einen Mitarbeiter beiseite und machte sich mit mehreren Schreckschusswaffen unerkannt aus dem Staub. Offenbar hat er noch nichts gehört von Giffeys 90-Millionen-Programm gegen Jugendgewalt.
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Das Biografische Rätsel
Wer war es? In diesem Rätselbuch wird nach 150 historischen Persönlichkeiten aus 15 Themengebieten gesucht, die es zu erraten gilt. Ideal für Geschichts- und Kulturinteressierte.
In Mitte warten die Leute teils monatelang auf ihren Anwohnerparkausweis – in Tempelschön läuft’s dagegen: Amt, aber glücklich war dort u.a. unsere Leserin Elke Silbermann, die nach eigenen Angaben bereit ist, „jeden Sonnenstrahl, der es durchs Berliner Grau schafft, zu bejubeln“, und sich außerdem am schnellen Service der „unkomplizierten und fröhlichen Dame“ am Schalter erfreute. Und auch Gerhard Kleifeld konnte sein Glück kaum fassen: Vom Online-Antrag bis zur Briefkastenlieferung vergingen nur sechs Tage, Mail vom Amt mit Servicehinweis inklusive.
Nach Checkpoint-Informationen liegen allerdings in beiden Fällen Verstöße gegen die Höchstgeschwindigkeit in den Berliner Bürgerämtern vor.
In einem Brief an die Spitzen der Berliner Parteien fordert der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin und Brandenburg (DIG) Jochen Feilcke, sich an den Protesten gegen den geplanten Auftritt von Roger Waters in der Mercedes-Benz-Arena zu beteiligen. Das Motto: „Wish you’d stay away“. Das Ex-Pink-Floyd-Mitglied fällt immer wieder mit antisemitischen Äußerungen auf.
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Profiler auf der Spur: Wenn der Fall aussichtslos erscheint
Wenn die Mordkommission Hilfe braucht, kommen Profiler zum Einsatz. In der neuen Folge des True-Crime-Podcasts „Tatort Berlin“ verrät Christian Schulz, wie er geheimnisvolle Verbrechen löst und weshalb die Profiler in Kinofilmen sehr wenig mit der Realität zu tun haben. Jetzt kostenlos auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Zitat
„Wenn eine Bildungsverwaltung bei jedem Problem betont, man habe sich ‚auf den Weg gemacht‘, dann aber jede folgende Standortbestimmung ergibt, dass man knietief im Morast steckt, dann stimmt doch irgendwas nicht mit der Art, sich zu orientieren.“
Marco Fechner, Berliner Bildungs-Podcaster
Tweet des Tages
Der intergalaktische 1. FC Union Berlin spielt weiter im Europapokal.
Antwort d. Red.: (Nach dem 3:1 gegen Ajax Amsterdam stehen die Köpenicker im Achtelfinale der Europa League)
Stadtleben
Essen – Morgens sich einen Kaffee und einen Bagel auf die Hand gönnen, hat doch schon einen Hauch von New York Feelings, oder nicht? Um sich diese kleine Gönnung zu geben, muss man nicht unbedingt über den großen Teich fliegen, sondern nach Alt-Treptow reicht schon aus. Bei „Masha's – Bagels & Delicatessen“ werden Bagel-Träume wahr, dort wird das Hefegebäck per Hand gerollt, mit Sesam, Mohn oder Kümmel bestreut und anschließend mit einer himmlischen Unmenge an Frischkäse und verschiedenen Toppings serviert. Checkpoint-Tipp: Probieren Sie unbedingt den Klassiker mit geräuchertem Lachs! Mi-Sa 9-16 Uhr, So 10-15.30 Uhr, Bouchéstraße 15, Bushaltestelle: Bouchéstraße oder Heidelberger Straße
Neu in Berlin – Thomas Höpker ist Fotograf und wie kaum ein anderer hat er den Bildjournalismus in Deutschland geprägt. Für Fotoreportagen war er u.a. den Stern überall auf der Welt unterwegs, z.B. in der DDR, der Antarktis, Indien oder Äthiopien. Höpkers Bildsprache fasst sich gut unter dem Begriff der „concerned photography“, er sah seine Aufgabe darin „im engen Kontakt mit der Zeit zu leben, das Gegenwärtige zu ergründen und zu enträtseln“. 1989 wurde er als erster deutscher Fotograf Mitglied in der legendären Agentur „Magnum-Photos“. Die Galerie f³ – freiraum für fotografie zeigt ab heute mit der Ausstellung „Thomas Höpker – Intimate History“ die Vielfalt seines Lebenswerks mit international bekannten sowie nie gezeigten Aufnahmen. 5/ 3 Euro, Mi-So 13-19 Uhr, Waldemarstraße 17, U-Bhf Moritzplatz
Geschenk – Im Zimmerpflanzen-Himmel ist man bei „Planty Skies“ garantiert. In dem kleinen Laden findet man alles, was den grünen Daumen begehrt. Seltene Gewächse, nicht nur in grün, zum Beispiel verzaubert die Aglaonema Pink mit ihren pinken Blättern, verschiedene Substrate und diverses Zubehör wie Dünger oder Übertöpfe werden angeboten. Für Inhaberin Laura ist zudem die richtige Beratung ein essenzieller Bestandteil des Pflanzenverkaufs. Wer also den ein oder anderen neuen grünen Mitbewohner mit nach Hause schleppen möchte, ist in der Kaiserin-Augusta-Allee 87 von Mi-Fr 12-19 Uhr und Sa & So 12-18 Uhr richtig aufgehoben. U-Bhf Mierendorffplatz
Karten sichern – Kreuzberg, Schöneberg, Prenzlauer Berg – Berlin hat viele Berge. Doch das Bedürfnis nach Natur, Abenteuer und Wildnis können die meist nicht stillen. Ganz anders die Beiträge des 2. Berliner Berg Festivals „Der Berg ruft“, das im Schatten der Berlinale am heutigen Freitag beginnt. Bis zum 1. März werden im Babylon-Kino Filme und Dokumentationen aus der Bergwelt auf die Leinwand gebracht. Die Eröffnung macht Bergpionier Reinhold Messner, der zu seinem Werk „Der Letzte Schritt“ auch einen Vortrag halten wird. Im Fokus dabei seine sauerstofflose Besteigung des Mount Everest, der vor 70 Jahren zum ersten Mal erklommen wurde. Nach seinen Schilderungen dürfte man mit den Erhebungen Berlins vermutlich wieder versöhnt sein. Noch einige Restkarten für den heutigen Vortrag erhalten Sie hier. Rosa-Luxemburg-Straße 30, U-Bhf Rosa-Luxemburg-Platz
Berlinbesuch – Berliner Geschichte erhalten Sie hautnah und zum großen Teil unterirdisch bei Berliner Unterwelten e.V.. Schritt für Schritt haben die Vereinsmitglieder dafür gesorgt, dass verlassene und verfallene Orte, hauptsätlich Bunker, die aussagekräftig für Berlins Historie sind, wieder instand gesetzt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Verein bietet verschiedene thematische Führungen an, beispielsweise zu der Bunkeranlage rund um den U-Bahnhof Gesundbrunnen, zu unterirdischen Zivilschutzanlagen, zu ehemaligen Fluchttunnel aus DDR-Zeiten oder zu Hitlers Utopie der „Welthauptstadt Germania“. Die Führungen sollten im Voraus hier gebucht werden.
Grübelstoff – Zimmerpflanzen bewähren sich wunderbar, um nach dem langen grauen Winter wieder etwas Lebensfreude in die eigenen vier Wände zu bringen. Doch manchmal möchte es einem nicht gelingen, die grünen Freunde am Leben zu erhalten. Welche Tipps haben Sie, um sich einen grünen Daumen anzueignen?
Berlin heute
Verkehr – Waltersdorfer Straße (Bohnsdorf): Stadtauswärts ist die Straße zwischen Schulzendorfer Straße und Dahmestraße bis Ende Mai für den Kfz- und Radverkehr gesperrt. Umleitungen sind ausgewiesen.
Mitte: Ab 16 Uhr bis ca. 20 Uhr kommt es zu umfangreichen Verkehrsstörungen und Straßensperrungen aufgrund mehreren Großdemonstrationen. In der Zeit von 11-22 Uhr ist die Straße Unter den Linden in Richtung Alexanderplatz zwischen Wilhelmstraße und Glinkastraße für den Kfz-Verkehr gesperrt. Auch eine Sperrung der Behrenstraße wird erwartet.
Tiergarten bis Kreuzberg: Eine Demonstration kann in der Zeit von 16 bis 19 Uhr zur Verkehrsstörungen entlang der Strecke Potsdamer Platz, Stresemannstraße, Anhalter Straße, Wilhelmstraße, Kochstraße, Rudi-Dutschke-Straße und Oranienstraße bis zum Oranienplatz führen.
Nahverkehr – S45, S46, S47, S8, S85 und S9:
Von 4 Uhr bis 06.03.2023, Betriebsbeginn ist der S-Bahnverkehr zwischen Baumschulenweg und Altglienicke/Grünau/Spindlersfeld sowie Treptower Park <> Warschauer Straße (S9-Kurve) unterbrochen. Es fahren Busersatzverkehre auf mehreren Linien. Zwischen Baumschulenweg und Treptower Park ist ein Pendelverkehr mit Umsteigen in Plänterwald eingerichtet.
Demonstration – Heute sind 22 Demos angemeldet (Stand 23.2., 14 Uhr), u.a. „Trauerweg für die Opfer des Krieges in der Ukraine“: 30 Menschen, Albrechtstraße 26 (Ukrainischen Botschaft), Friedrichstraße, Unter den Linden 63, Pariser Platz (vor Absperrung Botschaft USA) (10.45-13 Uhr)
„Friedenszug: Frieden für die Ukraine und weltweit!“: 1.000 Personen, Neptunbrunnen, Karl-Liebknecht-Straße, Unter den Linden, Wilhelmstraße, Reichstagsufer, Platz der Republik (12-15 Uhr)
„Ein Jahr völkerrechtswidriger Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine - Gedenken an die Opfer in der Ukraine“: 50 Teilnehmende, Unter den Linden 63 (Russische Botschaft) (12-19 Uhr)
„Mahnwache zum Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine“: 50 Protestierende, Die Linke, Unter den Linden 63-65 (14-15 Uhr)
„Frieden in der Ukraine“: 20 Versammelte, Initative To Action Plus TV, Frankfurter Allee 50 (14-20 Uhr)
„Demonstration gegen den heimtückischen russischen Überfall auf die Ukraine. Gedenken an die Opfer des aggressiven russischen Imperialismus.“: 1.000 Personen, Demokratie-Jahr, Platz des 18. März (16-18 Uhr)
„Wir Werden nie Vergessen #Fullscale Freedom“: 12.500 Menschen, Karl-Marx-Allee 34 (Cafe Kyiv/Moskau), Karl-Liebknecht-Straße, Unter den Linden, Reichstagsufer, Yitzhak-Rabin-Straße, Straße des 17. Juni, Erweiterung bis Siegessäule möglich (16-20 Uhr)
Sonnabend – Heute sind 33 Demos angemeldet (Stand: 23.2., 14 Uhr), u.a. „Gedenkmarsch zu Ehren afrikanischer Opfer von Versklavung, Kolonialismus, Neukolonialismus und Rassismus“: 150 Personen, Bündnis KADIB, Wilhelmstraße 92, Anton-Wilheln-Amo-Straße, Unter den Linden, Humboldt Forum (10-16 Uhr)
„Über Inflation, Wohnungslosigkeit und zu teure Mieten“: 20 Teilnehmende, Stuttgarter Platz (12-17 Uhr)
„For our Sisters!“: 25 Menschen, Pariser Platz 7 (13-14 Uhr)
„Verurteilung der klaren Verletzung der Menschenrechte durch das Kindertötungsregime der Islamischen Republik im Iran. (...)“: 200 Protestierende, Verein Liberation, Werdescher Markt 1 (13-16 Uhr)
„Jeder Skandal ist einer zu viel. Schluss mit Nazis, Rassist*innen und rechten Netzwerken in den Sicherheitsbehörden“: 100 Versammelte, Oranienplatz (13-16 Uhr)
„Frieden in der Ukraine“: 10.000 Personen, angemeldet von Sahra Wagenknecht, Platz des 18. März (14-16 Uhr)
Sonntag – Heute sind 11 Demos angemeldet (Stand: 23.2., 14 Uhr), u.a. „Die Bürgerinitiative #WIRamLEO fordert mehr Aufmerksamkeit für die Situation am Leopoldplatz!“: 150 Menschen, Leopoldplatz, Schulstraße, Müllerstraße, Leopoldplatz (15-17 Uhr)
„47. Jubiläum der Sahrauischen Republik Freiheit für die Westsahara, Freiheit für alle unterdrückten Völker“: 150 Versammelte, Hertzbergplatz, Sonnenallee/Rossegger Straße, Sonnenallee/Fuldastraße, Sonnenallee/Hobrechtstraße, Hermannplatz (15-19 Uhr)
„Gedenken an Chodschali Massaker in Aserbaidschan am 26.02.1992“: 50 Personen, Aserbaidschanische Gemeinde in Deutschland, Pariser Platz 1 (16-19 Uhr)
Gericht – Nach dem Tod eines Hertha-Fans beginnt der Prozess gegen einen 24-Jährigen wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Er soll den 55-Jährigen nach einem Fußballspiel der Vereine Hertha BSC und Hamburger SV in Berlin so heftig mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, dass dieser ungebremst zu Boden fiel und schwere Kopfverletzungen erlitt. Er starb in einem Krankenhaus (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 704).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Lis Appenzeller (70), liebe Glückwünsche und Hoffnung auf viele weitere gemeinsame Jahre, Nina und Gerd.“ / „BAT, liebste Freundin, für immer wird dein Geburtstag mit dem Kriegsausbruch in der Ukraine verbunden sein. Dennoch: Einen schönen Tag mit Familie und Freunden und ein Lebensjahr mit möglichst wenig dunklen Wolken.“ / „Friedrich-Wilhelm Wo. Brauer: Zum 78. all my love ? von deiner Mie!“ / Klaus Viktor Darga (89), deutscher Großmeister im Schach (1961) und ehemaliger Bundestrainer des Deutschen Schachbundes / „Liebste Gisela, zum heutigen 87. von Herzen die besten Wünsche von deiner Freundin Lisa“ / Juana-Maria von Jascheroff (62), deutsche Schauspielerin, Synchronsprecherin und Reinkarnationstherapeutin / Paul Alfred Kleinert (63), deutscher Schriftsteller / „Unserem Bruder und Schwager, dem ehemaligen Ulmer Stadionsprecher ‚Charly Mey‘ zum 84. Geburtstag liebe Grüße aus Berlin!“ / Christopher Trimmel (36), Fußballspieler beim 1. FC Union / „Mein lieber Veit, joyeux anniversaire! Lass uns noch viele Sommer gemeinsam in der Provence genießen. Alles Liebe von deiner Kristina“ / Gerhard Wagner (61), deutscher Rechtswissenschaftler, Inhaber eines Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht und Ökonomik an der Humboldt-Universität / „Liebster Wolfgang, ganz viel Liebe zu Deinem 73. Geburtstag wünscht Dir von Herzen Lea.“
Sonnabend – „Ekkehard von der Aue ist jetzt 75! Glückwünsche von der Familie, Freundinnen und Freunden!“ / „Aus Schöneberg liebe Geburtstagsgrüße für Gabi nach Spandau. Wir wünschen baldige Genesung und viel Energie für den Alltag.“ / „Dem Gourmet und außerdem auch noch wirklich netten Kerl Dr. Joachim Haupt zum Geburtstag die herzlichsten Glückwünsche, Renate“ / „Herzliche Glückwünsche Marietta Mitschke, Tagesspiegel-Leserin in Blaubach, von Ihrer Berliner Familie – insbesondere Marlena, zum 70.Geburtstag.“ / Jutta Oesterle-Schwerin (82), Architektin und ehem. Grünen-Politikerin / Elias Rapieque (19), deutscher Basketballprofi bei Alba Berlin / Anneke Kim Sarnau (51), deutsche Schauspielerin / „Liebe Ulrike! Eine Tochter wie Dich zu haben, ist wunderbar! Alle guten Wünsche für Dein neues Lebensjahr von Mutti“
Sonntag – „Liebe Andrea, fürsorglich kümmerst du dich nicht nur um deine Mutter, sondern auch um viele alte Menschen in der Tagespflege. Dabei denkst du viel zu wenig an dich. So wünschen wir dir zu deinem Geburtstag neben Gesundheit ein wenig mehr Egoismus. Alles Liebe Mutti und Peter“ / „Udo Dallmann, wir gratulieren dir ganz herzlich zu deinem 80. Geburtstag und wünschen dir alles erdenklich Gute. Gruß Vera und Michael“ / „Lieber Papa, alles Gute zum 59. Geburtstag! Wir freuen uns auf die Sause in Erkner, Franzi und Daniel.“ / „Dem großartigen Sohn und besten Bruder, Thomas Sommereisen, herzlichste Glückwünsche zum Geburtstag. Wir würden dir – ohne Bedenken – eine Kachel aus unserem Ofen schenken. Mama und Chrissi“ / Valentin Weiß (13), „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und alles Liebe und Gute. Weiterhin so schöne Erfolge bei allem, was du beginnst. Nun passt sogar euer Autokennzeichen für die nächsten 12 Monate! Allerdings steht der ‚Kniffelpokal‘ immer noch in Götz und wartet darauf, dass ihr ihn zurückgewinnt! Fühl' dich umarmt von deinen Großeltern.“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Almut Eggert, * 7. Juni 1937 / Renate Frank-Reinecke, Opernsängerin / Thomas Rogge, * 26. Januar 1956, Rechtsanwalt / Joachim Uhrlau, * 21. Dezember 1931 / Margarete Weigert, geb. Lumpe, * 6. Dezember 1927
Stolperstein – Isidor Gotthilf (Jg. 1866) war Kaufmann für Agrarprodukte und wirtschaftlich sehr erfolgreich. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung wurde Isidor Gotthilf seine Börsenzulassung 1933 entzogen, schließlich musste er 1939 sein Geschäft endgültig aufgeben. Anschließend wurden Isidor und seine Frau Laura gezwungen ihre Wohnung in der Konstanzer Straße 65 (heutiges Hotel Citadines) zu verlassen, seine beiden Kinder schafften Mitte der 30er Jahre die Emigration nach Palästina und Großbritannien. Im August 1942 wurden Isidor Gotthilf und seine Frau vom Anhalter Bahnhof in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort starb er laut Totenschein heute vor 80 Jahren an Unterernährung und den hygienischen Missständen.
Encore
Wir kommen zum Abspann, unserem täglichen Blick ins Berlinale-Programm und es bleiben uns nur noch zwei Tage, um sich auch den kuriosen Werken der Berlinale zu widmen, heute: der Film „Senecas – On the Creation of Earthquakes“. Der Plot: „Kaiser Nero, Ziehsohn Senecas, wird seines Mentors überdrüssig und befiehlt ihm, sich selbst zu töten. Was auch geschieht, allerdings geht das Sterben quälend langsam vor sich – Zeit für Malkovich als großer Philosoph im Furor und gegen die Tyrannei. Ekstase!“ Das klingt doch vielversprechend, zu sehen heute Nachmittag um 13.30 Uhr im Zoopalast.
Einen goldenen Bären verdient haben sich heute schon Thomas Lippold, Alexander Fröhlich, Felix Hackenbruch (Recherche), Nora Weiler (Stadtleben) und Kathrin Maurer (Produktion). Morgen führt sie hier elegant Sophie Rosenfeld ins Wochenende. Bis dahin,