Während die Inkubationszeit beim Coronavirus knapp eine Woche beträgt, dauerte es vom rigorosen Berliner 2G-Beschluss bis zum Ausbruch der Empörung nur einige Stunden. Gestern kassierte der Senat seine tags zuvor beschlossene Regel für Restaurants und Veranstaltungen wieder ein, die nichts Geringeres war als ein Lockdown für Kinder (und deren Eltern). Nun gilt, dass Kinder bis sechs Jahre auch ohne Test und Kinder bis elf getestet am öffentlichen Leben teilnehmen dürfen. Verantwortlich für das am Dienstag verzapfte Desaster sollen laut mehreren Teilnehmern Gesundheitsverwaltung und Senatskanzlei sein, also SPD-Ressorts, die die Ausnahme für Kinder aus dem Entwurf der Verordnung gestrichen hätten. Franziska Giffey war entweder nicht involviert oder klug genug, noch rechtzeitig in die allgemeine Empörung einzustimmen. Während die meisten Beteiligten den selbst gebauten Mist gestern nicht recht erklären konnten, brachte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) immerhin eine Entschuldigung zustande.
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Der Honda e fährt einen Award nach dem anderen ein. Z. B. wurde er zum German Car of the Year 2021 ernannt. Er überzeugte die unabhängige Jury hinsichtlich Produkteigenschaften, Relevanz und Zukunftsfähigkeit. Kein Wunder, bei der tollen Ausstattung und perfekten City-Performance: 113 kW (154 PS), Reichweite bis zu 222 km.
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Die gestern hier gestellte Frage, wie man mehr Menschen zum Impfen motivieren kann, ergab Dutzende Spritzenideen. Am häufigsten vorgeschlagen wurden Impfstationen vor den Wahllokalen und vor den Testzentren (wo die Zielgruppe bei zunehmend ungemütlichem Wetter ansteht) sowie am Rande von Wochenmärkten, in Einkaufszentren und vor Geschäften. Dort raten mehrere CP-Leser/innen, zum Impfangebot Einkaufsgutscheine zu spendieren. Einer merkt an, dass Super- und Baumärkte als Profiteure der Lockdowns solche Gutscheine selbst spendieren sollten (CP-Tipp: Am Leopoldplatz gibt’s diese Woche Moderna mit Döner). Mehrere betonen, dass zu einem überzeugenden Impfteam mehrsprachige Mitarbeiter gehören, um möglichst viele Unentschlossene zu erreichen.
Eine Leserin rät, Wartebereiche ins Visier zu nehmen: Haltestellen, Bahnhöfe, Friseure, Ämter – und das Umfeld von Damen-Umkleiden, wo insbesondere samstags herrenlose Männer warten, dass jemand sie abholt. Mehrere empfehlen die vor allem von jüngeren Leuten frequentierten Spätis, einer den täglichen Stau auf der Stadtautobahn am Dreieck Funkturm: „Fenster runter, Arm raus.“ Apropos Arm raus: Laut Kraftfahrtbundesamt waren zu Jahresbeginn bundesweit noch 3136 Opel Manta zugelassen, aber das nur am Rande. Weitere Empfehlungen: Bibliotheken, Schulen (auch für Eltern), Vereine, Schwimmbäder inkl. freiem Eintritt am Impftag, das Tempelhofer Feld, Firmen, Kieztreffs, Ärztehäuser, Apotheken, Bordelle, Moscheen, Zoo, Funk- und Fernsehturm inkl. Drink und Aussicht, Kinos, Olympiastadion mit Hertha-Ticket für die VIP-Loge (oder man hat Glück und Union ist mal wieder zu Gast), Alex, Hermannplatz, Börger King und McDo.
Die Meinung zu materiellen Anreizen ist geteilt: Gutscheine für Einkauf, Gastro und Events werden oft empfohlen. Bargeld wird vereinzelt genannt, aber auch mehrfach abgelehnt, weil die schon Geimpften sich als die Dummen fühlen und die noch nicht Geimpften auf Prämien spekulieren könnten. Ein Leser plädiert für Überzeugungsarbeit in Bekanntenkreisen und für Impf- statt Wahlwerbung, eine andere für eine verschärfte Impfpflichtdebatte zu bestimmten Berufsgruppen. Jemand schlägt Selfies mit B-Promis oder Kurzauftritte in Fernsehshows vor, ein anderer will Skeptiker mit einem Deal im Sinne von 1x gratis Falschparken oder Schwarzfahren für eine Impfung ködern. Die Xhainer Bürgermeisterin Monika Herrmann fragt, wie der Zweittermin organisiert werden soll (jetzt alle: „Bei Johnson & Johnson reicht 1x!“). Und mehrere beklagen fehlende Angebote in ihren Kiezen, konkret: In Lichterfelde, in Alt-Tegel, in Frohnau, im Märkischen Viertel. Dieser Service, liebe Behörden, wurde Ihnen präsentiert vom Checkpoint und dessen großartigen Leser/innen.
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Der aus Funk und Fernsehen bekannte Tempelhof-Schöneberger Bezirksverordnete Kevin Kühnert (SPD) hat in dieser Wahlperiode exakt eine Kleine Anfrage ans Bezirksamt gestellt – Ende 2017 zur „Maßnahmenplanung Lichtenrader Graben“. Der Schnitt im Bezirk liegt bei 13 Anfragen pro Verordnetem. „So sieht es aus, wenn man als gewählter Bezirkspolitiker nicht an Kommunalpolitik und den Anliegen des kleinen Mannes interessiert ist, sondern nur Mandate sammelt“, schnaubt ein CP-Leser. Näheres wüsste wohl MdA Marcel Luthe (1389 beantwortete Anfragen Stand Mittwoch 23.30 Uhr), aber wir haben doch lieber Kühnert selbst gefragt. Ein SPD-Sprecher antwortet für ihn, der willkürliche Fokus auf die Anfragen sei wie der Vorwurf an eine Fußballstürmerin, sie habe noch nie einen Elfmeter gehalten. Kühnert habe viele mündliche und Große Anfragen gestellt, sich in Hunderten Sitzungen eingebracht und viele Dinge aus seinem Themenbereich Schule, Jugend und Sport auf dem kurzen Dienstweg geklärt.
Thomas Heilmann sei „einer der ideenreichsten Abgeordneten, die wir bisher kennenlernen durften“, steht in einem persönlich adressierten Brief, den viele Steglitz-Zehlendorfer zu ihrem Erstaunen im Briefkasten hatten (CP von gestern). Dabei liefert das Schreiben selbst den Beweis für den Ideenreichtum des Werbeprofis (Scholz & Friends, nicht verwandt oder befreundet mit Olaf Scholz): Als Absender stehen die Unternehmerin Verena Pausder und der Start-Up-Gründer Johannes Reck im Kopf, obwohl der Brief von der CDU kommt. Reck sagte der „B.Z.“, dass ein Rundschreiben an Parteimitglieder vereinbart worden sei, aber kein Massenbrief ans Wahlvolk. Als Klimaexperte in Armin Laschets sog. Zukunftsteam kann der Jurist Heilmann jetzt gleich mal gut Wetter machen.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Morgen ist U18-Wahltag: 368 Lokale stehen jungen Berliner/innen offen. In Berlin kann sowohl fürs Abgeordnetenhaus als auch für den Bundestag abgestimmt werden; Hochrechnungen sind ab 18.30 Uhr avisiert. An einer Tempelhofer Grundschule war bereits gestern U12-Wahl: Grüne 64,2%, SPD 11,1%, CDU 8,5%, Linke 6,6%, Tierschutzpartei 2,1% (jeweils Bundestag). Auf Landesebene schnitten SPD und Linke etwas stärker ab – auf Kosten von Grünen und CDU. Für die FDP sind keine Stimmen überliefert; offenbar steckten deren Jungwähler/innen noch im Elterntaxistau.
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Kunst und Kultur kommen zurück ins Leben – und mit der BEBEL STAGE auch in die Mitte Berlins: Livekonzerte bei freiem Eintritt u.a. mit Moka Efti Orchestra (24.9.), Brandt Brauer Frick (25.9.), Tom Schilling & His Jazz Kids (26.9.), Ätna und der NDR Bigband (29.9.), Wallis Bird & Alex Mayr (30.9.), Balbina (1.10.), Blond (2.10.) und Perpetuum Jazzile (3.10.). Alle weiteren Infos unter
www.bebel-stage.berlin
Die wilden Partys in den Parks haben jetzt ein Preisschild: Das BA Mitte schätzt allein den Schaden im James-Simon-Park auf 200.000 Euro. Die Summe geht „zu Lasten des Unterhaltungstitels zur Pflege und Erhalt der Grünanlagen“, teilt der Senat auf Anfrage von Stephan Lenz (CDU) mit.
Klimawandel live ist, wenn allein der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nächstes Jahr von seinen 16.500 Straßenbäumen rund 2000 fällen muss, weil sie Hitze, Dürre und Starkregen nicht mehr gewachsen sind. Ein Viertel der seit 2001 gepflanzten Bäume sei bereits hinüber, nur etwa ein Drittel gesund. Laut Felix Weisbrich, studierter Förster und Grünflächenamtsleiter des Bezirks, sind mit zu wenig Geld zu viele Bäume gepflanzt worden. Den Wurzeln fehle es an Platz, guter Erde und entsiegelter Fläche.
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Donnerstag, 23.09.2021, 19 Uhr: spannender DRIVE.ahead Panel-Talk.Fachkundige Gäste wie Louisa Dellert, Mojib Latif und Dr. Franz Alt diskutieren über „Technologie. Wissen. Umdenken. – Wie schaffen wir die Nachhaltigkeitswende?“ im DRIVE. Volkswagen Group Forum, Friedrichstraße 84, 10117 Berlin, Anmeldung erforderlich.
Tofuteufel Attila Hildmann hat einen an der Waffel – sagt sinngemäß dessen ausgestiegener Gefolgsmann, der dem Hackerkollektiv „Anonymous Germany“ Zugang zu den Accounts des Holocaustleugners und Verschwörungserzählers geliefert hat. Gestern Abend ließ sich der Insider online interviewen. Ihm zufolge hat der per Haftbefehl gesuchte Hildmann nur einen deutschen Pass, aber keinen türkischen – was die Chancen der Berliner Justiz verbessern könnte.
Glückwunsch an Tareq Alaows: Der 32-jährige Grüne, der als erster syrischer Geflüchteter in den Bundestag einziehen wollte und seine Kandidatur nach kurzer Zeit zurückgezogen hatte, weil er das Ausmaß der rassistischen Hetze nicht ertrug, ist seit Dienstag deutscher Staatsbürger.
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Hei, digi, digi dam!
Ein virtuoser jiddischer Operettenliederabend zwischen mitreißender Komik, leiser Melancholie und tief berührender Verzweiflung: Ensemble Mitglied Alma Sadé, die international erfolgreiche Mezzosopranistin Helene Schneiderman und Intendant Barrie Kosky in dem umjubelten Konzert »Farges mikh nit«. Am 19. September, 18 Uhr, in der Komischen Oper Berlin – Hier buchen!
Der Superwahltag braucht super Wahlhelfer/innen, aber in einigen Bezirken werden die, die sich gemeldet haben, weiter hingehalten (CP vom 10.9.). Auch zwei Tagesspiegel-Kollegen aus Kreuzberg und Mitte haben trotz Nachfrage per Mail immer noch keine Rückmeldung bekommen, ob sie gebraucht werden. Dazu die vor Sonnenlicht geschützt durchaus noch lagerfähige Koalitionsvereinbarung: „Das Ziel der Koalition ist die Stärkung des sozialen Zusammenlebens und der politischen Kultur in unserer Stadt und die Förderung der partizipativen Demokratie.“
Die Wirtschaftsverwaltung fördert die Nachrüstung von Lkw mit Abbiegeassistenten weitere 15 Monate, also bis Ende nächsten Jahres: Selbstständige und Unternehmen können sich bis zu 20 Warnsysteme à 1500 Euro fördern lassen. Um zu verdeutlichen, worum es geht: Im vergangenen Jahr wurden in Berlin sieben Radfahrer/innen von rechts abbiegenden Lastwagen getötet, 2021 bisher drei.
Die Polizei hat die Beschaffung von zwei Tiefkühltruhen ausgeschrieben, ohne Rollen. Letzteres gilt auch für die Energieeffizienz; einziges Zuschlagskriterium ist der Preis. Wer bei den geforderten Maßen von 160 bzw. 180 x 95 x 75 cm nicht an Leichen im Keller denkt, hat keinen Fernseher.
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Sonntags ist ja neuerdings oft Triell. Für die dritte Runde am kommenden Wochenende sammeln wir beim Tagesspiegel gerade Plattitüden für ein Phrasenbingo, also im Stil von „Das sind wir den Menschen im Land schuldig“ und „Ich stehe für Erneuerung“ („Drei Worte!“, Zwinkersmiley). Schicken Sie Ihre Vorschläge gern an checkpoint@tagesspiegel.de. Danke!
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„Eine Runde Berlin“: Im Wahl-Jahr trifft „Tagesspiegel Checkpoint“-Redakteurin Ann-Kathrin Hipp Berlins Spitzenkandidat:innen zum Podcast-Interview in der Ringbahn. Diese Woche zu Gast: CDU-Mann Kai Wegner, der über Diversität, Radwege, keinen Rechtsruck und das Wahlrecht ab 16 spricht. Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Achtung, es gibt was zu verschenken – und zwar von Ihnen für Ihre Freunde und Bekannten: 6 Wochen Tagesspiegel gratis rund um die Superwahl. Digitale Zeitung, alle Tagesspiegel-Plus-Inhalte, Checkpoint in der Vollversion und auf Wunsch am Wochenende die gedruckte Zeitung; bestückt mit Infos aus der größten Berliner Politikredaktion sowie interaktiven Analysen unseres preisgekrönten Datenteams. Das Angebot gilt nur für Neukunden. Grüßen Sie sie bitte von uns!
Zitat
„Da unser Lokführer in Berlin seine Freundin hat, die sehnlichst auf ihn wartet, hat er noch mal auf die Tube gedrückt.“
Durchsage im überraschend pünktlichen ICE 601 aus Hamburg (via Matthias Meisner)
Tweet des Tages
Ich bin heute im Hunsrück und der Name Hunsrück trifft den Hunsrück äußerst präzise.
Stadtleben
Essen – Es gibt Berlin-Formate, die lassen sich Außenstehenden nur schwer erklären. Folgende Situation, zum Beispiel: Morgens ist da ein Café, mittags gibt es Mittagessen und abends Bier, zweimal im Monat stehen da außerdem unzählige Trucks und Stände, an denen feinstes Streetfood gegessen und der passende Drink getrunken wird. Die Rede ist vom Bite Club, der morgen zum vorletzten Mal in diesem Sommer stattfindet. Die Türen des Jules | B-Part öffnen um 17 Uhr, nach 18 Uhr sind drei Euro Eintritt zu bezahlen. Komprimierter lässt sich selten erleben, wie Berlin schmeckt. Beziehungsweise, wie rund 40 Gastronomen Geschmäcker von allen Enden der Welt nach Berlin bringen.
Trinken – Der Schneeeule Salon für Berliner Bierkultur hat sich auf den Uralt-Bierstil der Berliner Weißen kapriziert und damit inzwischen verschiedene Hits gelandet – so zum Beispiel mit Chili, Sanddorn oder Jasmin. Weil die Weddinger Brautruppe um die Hefe-Tüftlerin Ulrike Genz allerdings selten müde wird, geht es heute um 18 Uhr weiter im Programm: ein „Metal Merch“ im Zeichen einer „True Berliner Weiße“, passenderweise mit entsprechendem Logo und zugehöriger Musik. Es wird düster schmecken, laut prickeln und aller Voraussicht nach lange nachdröhnen. Ofener Straße 1, U-Bhf Rehberge
Last-Minute-Tickets I – An manchen dieser Abende fühlt sich der Sommer beinah normal an. Zum Beispiel in Prospektive auf die Rückkehr des stadtbekannten Poetry Slams im Ritter Butzke, namentlich „Spree vom Weizen“. Mit dabei ist unter anderem der Comedian Till Reiners, ein DJ kümmert sich um die passende Musik. Gedichtet wird ab 19.30 Uhr – das Ticket kostet 14 Euro und ist hier erhältlich, eine Abendkasse wird es nicht geben. Richtig lyrisch wird es vor allem dann, wenn alle Gäste gut aufeinander Acht geben, weshalb die 3G-Regel sowie Maskenpflicht gilt. Auf dass Rap, punkige Elektrolyrik und literarische Laborversuche aufeinander treffen und dem Publikum um die Ohren fliegen mögen.
Last-Minute-Tickets II – Es ist noch nicht zu spät. Gleich viermal wird in Berlin am 26. September gewählt und selbst, wer trotz Wahl-O-Mat noch unsicher ist, sollte auf die Kreuzchen nicht verzichten. Auf dem Workshop zu Politik, Demokratie und Beteiligung wird den Teilnehmenden leicht verständlich gemacht, wie das deutsche politische System funktioniert, weshalb sich gesellschaftliches und politisches Engagement immer lohnt und welche Möglichkeiten es hierfür gibt. Dabei gibt das Projekt „Neuwähler:in“ via Social Media Antworten auf diese Fragen, wobei das syrisch-deutsche Team dafür sorgt, dass Neuzugewanderte mit zweisprachigem Informationsmaterial versorgt werden. Um 18.30 Uhr startet das Programm im Kitchen Hub (Roßbachstraße 6), zur kostenfreien Anmeldung geht es hier.
Grübelstoff – Apropos Wählen – ist Ihnen aufgefallen, dass wir uns inzwischen, dank im Smartphone eingespeichertem Telefonbuch, kaum mehr verwählen beim Telefonieren? War es aber nicht auch ein schöner Lapsus des Alltags, der uns kurz und beinah schmerzfrei aufwachen und innehalten ließ?
Berlin heute
Verkehr – A114: Die seit dem 14. Setember gesperrte Anschlussstelle Schönerlinder Straße wird am Vormittag für den Verkehr wieder freigegeben.
Otto-Suhr-Allee (Charlottenburg): Die Arbeiten auf der Otto-Suhr-Allee sind jetzt in einer neuen Phase. In Richtung Ernst-Reuter-Platz ist die Fahrbahn hinter der Richard-Wagner-Straße bis auf Weiteres auf einen Fahrstreifen verengt. Hier laufen Reparaturarbeiten an Gasleitungen.
Demonstration – Mit 65 angemeldeten Personen findet von 8 bis 15 Uhr ein Aufruf zur „Solidarität mit einer angeklagten Person – Prozessbezug Liebig 34“ in der Turmstraße 21 statt. Zwischen 9 und 10 Uhr versammeln sich rund 800 Teilnehmende zur „Kundgebung der Streikenden von Vivantes und Charite mit Tochterbeschäftigten von Vivantes“ in der Niederkirchnerstraße 5. Von 9 bis 11 Uhr tagt die „Tarifrunde Banken – aktive Frühstückspause IBB“ mit etwa 100 Frühstückenden in der Bundesallee 210. Zu einer Demonstration mit dem Titel „Tarifkonflikt mit der Tarifgemeinschaft der Arbeiterwohlfahrt Berlin“ versammeln sich ca. 75 Personen in der Rodensteinstraße 11. „Semesterticket retten – jetzt!“, fordern 150 angemeldete Anhänger:innen des Tickets von 11 bis 13 Uhr am Stralauer Platz 29. „Für Nachhaltige Stadtentwicklung in Berlin“ finden sich von 17 bis 20 Uhr ca. 200 Bürger:innen in der Niederkirchnerstraße 5 vor dem Abgeordnetenhaus ein.
Gericht – Der Prozess gegen einen 30-Jährigen, der in acht Fällen Rohrbomben gebaut und gezündet haben soll, geht weiter. Die Sprengsätze soll er zum Teil aus dem Fenster seiner Wohnung in Schöneberg geworfen, manche im Innenhof des Wohnhauses oder auf öffentlichem Straßenland gezündet haben (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 739).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Helga Bumke (55), Archäologin / „Ercan Gökçen, liebster Freund und bester Moabiter Gastgeber: „Lieber Ercan, 62 ist das neue 42. Und 42 ist ja bekanntlich die Antwort auf fast alles! Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag von Jœlle“ / Steffen Groth (47), Schauspieler und Regisseur / Thomas Kapielski (70), Schriftsteller / Regina Kittler (66), für Die Linke im AGH / „Lieber Papa und Opa Klaus, viel Spaß und Gesundheit auch für die nächsten 12 Monate! Deine LAGSe“ / Yael Ronen (45), Theaterregisseurin, u.a. am Gorki Theater / Steffen Sünkel (40), „Wir wünschen unserem tollen Freund und Nachbarn alles Gute!“ / Christine Urspruch (51), Schauspielerin
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Peter Hofmann, * 26. März 1932 / Frank Lignow-Arndt, verstorben am 3. September 2021, Berliner Stadtreinigung / Dr. med. Mehdi Mani, verstorben am 31. August 2021 / Dr. Ulrich Weimann, * 8. August 1934, Oberstaatsanwalt i.R.
Stolperstein – Adolf Zucker (geb. 1868 in Jaratschewo, Posen), ansässig in der Fasanenstraße 60 in Charlottenburg, war im Volkszählungsregister von 1939 als „ledig“ eingetragen. Am 20. August 1942 wurde er vom Anhalter Bahnhof nach Theresienstadt deportiert, wo er heute vor 79 Jahren ermordet wurde. Die zu dieser Zeit gängige Todesursache „Darmkatarrh“ war Mangelernährung sowie schlechter hygienischer Versorgung geschuldet.
Encore
In dieser Rubrik begrüßen wir den nächsten ebenso hoffnungsvollen wie hoffnungslosen Kandidaten fürs Abgeordnetenhaus. Heute: Dennis Haustein, der für die CDU in Lichtenberg/Hohenschönhausen antritt, wo die Partei 2016 ihr zweitschlechtestes Bezirksergebnis holte. „Ich wohne hier und mag die Herausforderung“, schreibt er. Seine Ideen seien „für alle und nicht nur einzelne Gruppen gemacht. Er habe „richtig Lust darauf, meinen Mitstreitern ein paar Prozentpunkte abzujagen“. Seine politische Großbaustelle ist die von ihm geforderte U11. Hä? „Linie U11 ist der Arbeitstitel einer langfristig geplanten Strecke der Berliner U-Bahn“, heißt es bei Wikipedia: 15,8 km mit 21 Stationen vom Hauptbahnhof via Landsberger Allee nach Marzahn. Gebaut oder konkret geplant ist bisher nichts, aber Haustein ist noch jung.
Ebenfalls jung, aber unparteiisch sind Matthieu Praun (Recherche), Juliane Reichert (Stadtleben), Florian Schwabe (Frühpoduktion) und erst recht Anke Myrrhe, die Sie morgen hier in, ähm, gewohnter Frische begrüßt.
Machen Sie’s gut!


