um 21.22 Uhr leuchteten in Köpenick die Lichter wieder – nach mehr als 30 Stunden „Blackout“, verursacht von Bauarbeitern, die auf der maroden Allende-Brücke versehentlich eine Leitung durchtrennten. Die Polizei verbreitete vorsorglich die aktuelle Top 3 der Kindernamen (Mia, Hanna, Emilia bzw. Ben, Paul, Leon), und die Feuerwehr reagierte mit rätselhaften Ratschlägen (mehr dazu heute auch in den „Berliner Schnuppen“ von Naomi Fearn) – aber vielleicht hatten Sie ja gerade zufällig einen batteriebetriebenen Flachbildschirm zur Hand und fanden das gar nicht so lustig. Dass der Strom nur dann aus der Steckdose kommt, wenn ihn vorher jemand reinsteckt, war auch Bezirksbürgermeister Oliver Igel nicht ganz klar – er forderte die Betroffenen per Radio (das sie nicht hören konnten) dazu auf, „bei den Nachbarn zu klingeln“. Raten Sie mal, wie sich das wohl anhörte (kleiner Tipp - ungefähr so: „ “).
Wie schnell ein größerer Stromausfall (ob zufällig oder absichtlich herbeigeführt) zivilisierte Gesellschaften ins Chaos stürzen kann, hat der Autor Marc Elsberg vor acht Jahren in seinem wissenschaftlich fundierten, fantastischen Thriller „Blackout“ beschrieben – den sollten Sie sich neben die Taschenlampe ins Nachtschränkchen legen. In Köpenick blieb alles friedlich, aber alleine die Meldung „DRK versorgt die Bevölkerung mit Tee und Suppe“ lässt ahnen, wie dünn die Kabel sind, an denen wir hängen.
Auch die Erkenntnis des Tages verdanken wir dem Köpenicker Blackout: „Man staunt, wie viele Leute Kobe-Rind in der Tiefkühltruhe haben“, sagt Thomas Schäfer, Geschäftsführer von „Stromnetz Berlin“ – jedenfalls dann, wenn Sie nach einem Stromausfall eine Entschädigung geltend machen wollen.
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Die gefeierte japanische Geigenvirtuosin Midori präsentiert Schumanns einziges, erst posthum uraufgeführtes Violinkonzert. Dem hochromantischen Werk stellt Dirigent Hermann Bäumer die dreisätzige Sinfonie Nr. 5 von Jean Sibelius gegenüber, eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit den Strömungen der Moderne. »Sinfoniekonzert« am 22. Februar, 20 Uhr in der Komischen Oper Berlin – hier buchen!
Zu den weiteren Meldungen des Tages:
Die Senatskanzlei hat nicht gegen die Neutralitätspflicht verstoßen, als sie im Namen des Regierenden Bürgermeisters bei Twitter schrieb: „Zehntausende in Berlin heute auf der Straße, vor dem Brandenburger Tor und auf dem Wasser. Was für ein eindrucksvolles Signal für Demokratie und Freiheit, gegen Rassismus und menschenfeindliche Hetze“ - das Verfassungsgericht stellt fest: Ein möglicher Bezug zu Teilnehmern der zeitgleichen AfD-Demo sei nur ein ‚Reflex‘ des Anliegens gewesen, Verfassungswerte herauszustellen. Dazu sei der Bürgermeister in amtlicher Funktion befugt und habe auch die Aufgabe dazu, um „den Grundkonsens lebendig zu halten.“
In Teilen der Bundeswehr ist dieser Grundkonsens allerdings fraglich, wie der revisionistische Beitrag eines Höcke-Fans und AfD-Mitglieds im truppeninternen Magazin „Innere Führung“ über den Traditionserlass zeigt. Nach der Checkpoint-Meldung dazu (18.2.) wurde das Heft jetzt vom Netz genommen, eigentlich sollte es bereits zuvor eingestellt werden. Wäre auch so eine Art Reflex. Aber offenbar nahm niemand in der Redaktion Anstoß daran, dass der Autor „Dr. Christian Heine-Petersen“ ständig wechselnde E-Mail-Adressen verwendet und auch von der Post nicht mehr gefunden wird. Vielleicht sollte die Bundeswehr ihr Heft in „Innere Verführung“ umbenennen.
Und da wir gerade bei der Truppe sind: Die Werft, in der die „Gorch Fock“ saniert wird, ist pleite – beim „Narrenschiff“ („Der Spiegel“) war auch die Kasse leck, die Kosten stiegen von 10 Millionen Euro auf 135 Millionen. Dazu passt ein schöner Zufallsfund im Antiquariat in der Winterfeldtstraße: Die „Frankfurter Illustrierte“ vom 5. November 1961 widmete den Großseglern schon damals eine Titelgeschichte – „Die Romantik ist vorbei“, heißt sie. Gegeißelt wird die „Geldverschwendung“ beim Neubau der Gorch Fock, und der Autor orakelt: „Ihre Tage sind gezählt.“ Da hatte er sich wohl verrechnet. Es wäre wohl am besten, es würde ein Museum um das Wrack gebaut, so, wie sie es in Oslo mit der „Fram“ gemacht haben oder in Stockholm mit der „Vasa“.
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Fliegen Sie mit den Berliner Philharmonikern zum Europakonzert am 1. Mai 2019 nach Paris. Unter der Leitung von Daniel Harding spielt das Orchester im Musée d’Orsay Werke von Berlioz, Debussy und Wagner. Schalten Sie ein und gewinnen Sie mit kulturradio diese einzigartige Konzertreise! Mehr unter: kulturradio.de
Polizeipräsidentin Barbara Slowik hat ihr neues Konzept vorgestellt, es trägt den Titel „Brennpunktorientiert – Konzentriert – Flexibel“. In einer Information an die Belegschaft schreibt sie: „Mein Plan war, Sie heute über die bisher vertraulich behandelte Arbeit der AG Struktur in Kenntnis zu setzen, bevor die Medien im Rahmen eines Pressegespräches über wesentliche Eckpunkte informiert werden sollten. Durch den Bruch der Vertraulichkeit wurde das verhindert. Ich bedauere das sehr, da es nicht meinem Selbstverständnis entspricht.“ Immerhin: Das Projekt „Transparente Behörde“ ist schon mal ein voller Erfolg.
Sind Sie Mieter? Dann interessiert es Sie vielleicht, was öffentliche Wohnungsgesellschaften von einer privaten wie „Deutsche Wohnen“ wirklich unterscheidet. Sie werden sich wundern (oder auch nicht). Schauen wir uns mal die Instandhaltung an (nicht auf die Miete umzulegen): Da investierte die „Deutsche Wohnen“ im Schnitt von fünf Jahren (Zahlen bis 2017 recherchierbar) pro qm 9,91 Euro. Bei den städtischen Gesellschaften sind es 17,98 Euro. Genau andersherum verhält es sich mit den umlegbaren Modernisierungskosten: Da stiegen die Investitionen der DW von 4,67 Euro pro qm auf 22,85, bei den Städtischen fielen sie von 10,09 auf 7,68. Jetzt ahnen Sie vielleicht, warum Sie immer mehr Miete zahlen, obwohl Ihre Heizung immer noch nicht geht. (Q: Anfrage Nr. 18/17662, MdA Gottwald/Gindra)
Übrigens: Falls Sie sich für unsere Veranstaltung „Wem gehört Berlin?“ angemeldet haben: Wir hätten eine mittelgroße Halle füllen können, so groß ist das Interesse, aber wir haben nur begrenzt Platz. Das bedeutet: Wenn voll ist, ist voll. Bitte nicht böse sein. An unserer Mietenumfrage können Sie aber in jedem Fall teilnehmen – bitte hier entlang.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Gestern Vormittag habe ich an der Kreuzung Glinkastraße / Unter den Linden einen Fastunfall gesehen, der Klassiker: abbiegender Laster, geradeausfahrende Radlerin – gerade nochmal gutgegangen. Nur kurze Zeit später erwischte es ein paar Ecken weiter am Alexanderplatz eine andere Radfahrerin: überrollt von einem rechtsabbiegenden Laster. Sie starb noch am Unfallort.
Das gab’s noch nie (jedenfalls nicht in Berlin): Der „Guide Michelin“ lädt ein zur Pressekonferenz – und gibt einen Dresscode vor. Aber bevor jetzt alle heißkochen vor Empörung (von wegen Einschränkung der Pressefreiheit und so): Erwartet wird „Business Casual“ – und das steht hier bei uns ja für T-Shirt, Turnschuhe und Jogginghose.
Was braucht Neuköllns Stadtrat Jochen Biedermann, wenn er nach Schönefeld fährt, um sich mit dem Bürgermeister der Nachbargemeinde auszutauschen? Richtig, ein Fahrrad. Und was noch? Da kommen Sie nicht drauf: einen Dienstreiseantrag. Der Kommentar des Grünen-Politikers: „Willkommen in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg.“ Bitte an den Passierschein denken.
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Bei der CDU spielen sie in der Causa Knabe offenbar Flaschendrehen – jetzt will die Fraktion doch einen Untersuchungsausschuss, aber: einen eigenen. Mal sehen, was heute so ist – da steht das Thema auf dem Parlamentsprogramm, und: Das Casino ist offen.
Ach, hier gleich noch ein kleiner Tipp für alle Insassen des Abgeordnetenhauses: Bei der Räumungsübung in der Woche vom 29. Juli bis 2. August („Der genaue Termin soll zuvor nicht angekündigt werden“) unbedingt die Wertsachen mitnehmen – die Verwaltung weist darauf hin, „dass zur Sicherung der Büros während der Räumungsübung keine zusätzlichen oder regulären Kräfte vor Ort sein werden“.
Wir kommen zur beliebten Reihe „Hauptstadt-Check“, heute: die Solarhauptstadt. Dazu der Blick in den Koalitionsvertrag (S. 61): „Die Koalition wird in einem ‚Masterplan Solarhauptstadt‘ konkrete Ausbauziele festschreiben und die Maßnahmen zügig umsetzen.“ Und jetzt der Blick auf Berlin: „Keiner der Schulneubauten der ersten Tranche der Schulbauoffensive erhält eine elektrische (Photovoltaik) oder thermische Solaranlagen auf Dächern und/oder Fassaden.“ (Staatssekretär Mark Rackles in einer noch unveröffentlichten Antwort auf eine Anfrage des Grünen-MdA Andreas Otto).
Der erste Preisträger unserer neuen Auszeichnung „Checkpoint Charmy“ steht fest! Geehrt wird damit heute der Müllwerker der BSR, der gestern früh um 7.30 Uhr einen drei Jahre alten Bewunderer freundlich begrüßte und mit einer Tüte Gummibärchen beschenkte. (Vorgeschlagen von Checkpoint-Leser Wolfgang Happel, sein Kommentar: „Auch das ist Berlin!“). Preiswürdige Freundlichkeits-Offensiven bitte per Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
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Wie geht die BVG um mit der Homophobie der Zeugen Jehovas, die in U-Bahn-Stationen werben? Das ist eines der Themen in der neuen Ausgabe unseres Queerspiegel-Newsletters.
Was fehlt? Eine konkrete Aussage der Bahnvorstände Richard Lutz und Ronald Pofalla zu mehr Pünktlichkeit – angesichts von mehr als 800 Baustellen im Streckennetz wäre das wohl auch ein echt abgefahrenes Versprechen (Q: Anhörung im Bundestag).
Wir kommen zu unserer Aufgabe für Berlin-Kenner (Fortgeschrittene): Bitte ordnen Sie den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow und Steglitz-Zehlendorf die Begriffe „Elterntaxis“, „Turnbeutel“ und „Turnvater“ zu. Na? Ahnen Sie schon was? Ob Sie richtig lagen, können Sie in unseren „Leute“-Newslettern von heute checken (zur Anmeldung geht’s hier).
Und hier noch der Hinweis auf unsere offene Checkpoint-Laufgruppe: An diesem Sonnabend treffen wir uns um 11 Uhr am Schloss Charlottenburg. Treffpunkt ist der Parkplatz an der Orangerie (Spandauer Damm), Klamotten können in unserem Tagesspiegel-Wagen abgelegt werden. Nach den Runden (6 oder 11,5 km) gibt’s Drinks – und nochmal fünf Startplätze für den eigentlich ausgebuchten Halbmarathon zu gewinnen. Falls Sie neu dazukommen wollen: Herzlich willkommen, bitte nur kurz anmelden unter checkpoint@tagesspiegel.de.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Wer Zukunft googelt, landet nie bei Marx“
Titel eines angekündigten Vortrags von FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja in den IHK (13. März). Übrigens: Wenn die Veranstaltung so richtig erfolgreich ist, landet künftig bei „Marx“, wer „Zukunft“ googelt. Nennt sich dialektischer Materialismus.
Tweet des Tages
Boris Palmer im Görlitzer Park zum Polizisten: ‚Ist hier jetzt gerade etwas ungewöhnlich?‘ Polizist: ‚Ungewöhnlich hohes Medienaufkommen.‘
Antwort d. Red.: Und noch etwas war ungewöhnlich beim Besuch des Tübinger Bürgermeisters, der sich auf Einladung von CDU-Fraktionschef Burkard Dreger in den nichtfunktionierenden Teil Deutschlands wagte: Die Dealer waren weg. Die „B.Z.“ weiß auch, warum: Sie wurden kurz vor dem Eintreffen der Politiker von der Polizei verschreckt.
Stadtleben
Essen & Trinken Es war einmal eine Bildgießerei, in der offene, galerieartige Räume das Skulpturenforum bilden, in dem sich das Restaurant namens Bar Brass versteckt. Was klingt wie die Suche nach der kleinsten Puppe einer Matroschka, ist eigentlich eine legere Bar mit moderner Küche in Charlottenburg, am Spreebord 9. Suchen muss man in der Karte allerdings nicht lange, die übersichtliche Auswahl an Menüs klingt frisch, nicht überladen und ein wenig exotisch in der Zusammenstellung. Ähnlich märchenhaft wie der Einstieg zu dem Text klingt auch die Restaurantkritik von unserem Genuss-Experten Bernd Matthies, der sich durch einige Gerichte probiert hat. Zum Beispiel durch das Topinamburgratin mit glasierten Birnen und Blauschimmelkäse nebst roh gehobelten Topinambur für 12 Euro, oder das Lammkarree mit Rosenkohl, Karottenpüree und Kürbiskernkrümeln (26 Euro). Dazu gibt’s gut ausgesuchte Weine. Tgl. 10-23 Uhr, U-Bhf Mierendorffplatz
Berlinbesuch Am Breitscheidplatz werden wohl in der Früh letzte Holzplatten eingehämmert und es wird ein letztes Mal über die farbigen Kirchenfenster gewischt. Wer hier heute vorbeiläuft, der wird wohl kurz innehalten und sich fragen, ob die kleine Kirche, die der Gedächtniskirche Gesellschaft leistet, schon gestern da war. Wem das in der Erde versinkende Gebäude bekannt vorkommt, Sie täuschen nicht: 2017 ward das Gotteshaus auf dem Rosa-Luxemburg-Platz gesichtet. Ganz so mysteriös ist es dann doch nicht, es handelt sich um die Wiederaufnahme vom Projekt „Die Bibel (in der Übersetzung von Novoflot)“, das die Besucher einlädt, sich mit einer musiktheatralischen Installation ein Bild vom Stand der aktuellen Glaubensdinge zu machen. „# 1 Der Schrei" ist bis Sonntag zwischen 14 und 20 Uhr begehbar. Der Eintritt ist frei.
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Neues vom Tagesspiegel
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Geschenk Mit Tee ist das so 'ne Sache. Lange galt er als gesellschaftsfähig, in den 70ern tranken ihn vermehrt Jutebeutel-Ökos und heute kramt man den Kamillenteebeutel aus der letzten Ecke des Schränkchens, sobald man ein leichtes Kratzen im Hals verspürt. Dabei kann das heiße Aufgussgetränk viel mehr. Das ist dem Team von Tee Tea Thé spätestens seit 1997 bewusst, als sie den kleinen Laden eröffneten. Wer hier lapidar fragt, welche Teesorten es gibt, bekommt anstatt Pfefferminze oder Hagebutte eher den würzig feinen Darjeeling mit leichter Muskatnote empfohlen. Ein Potpourri an Teezubehör findet sich in dem Lädchen mit angrenzendem Café auch. Auf ihrer Onlineseite listen sich schlappe 230 verschiedene Teesorten. Bereit wäre man hier, Deutschland wieder salonfähig zu machen. Mo-Sa 9-19 Uhr, So 10-19 Uhr, Goltzstraße 2, U-Bhf Eisenacher Straße
Last-Minute-Lesung Durchzechte Nächte haben es in sich. Oder wie der Maler Matthias Koeppel sagen würde: „Arr, di Arr; di Arrckitucktn – jarr, di sünd tautul pfarrucktn.“ Nichts verstanden? Vielleicht verstehen Sie ihn heute Abend besser, wenn er sein künstliches Dialekt-Gedicht „Starckdeutsch“ zur Misere der deutschen Architektur im Zimt und Zucker zum Besten gibt. Falls Sie sich wundern: Es ist in einer durchzechten Nacht in einer Künstlerkneipe entstanden. Seine Lesung wird musikalisch am Klavier untermalt.Einlass ist 18 Uhr, Beginn 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Schiffbauerdamm 12, S/U-Bhf Friedrichstraße
Karten sichern Wie sagte Thomas Edison, der Erfinder der Glühbirne nach vielen Jahren der Tüftelei: „Ich habe nicht versagt. Ich habe nur 1000 Wege gefunden, die nicht funktionieren.“ So ist es. „Sometimes you win. Sometimes you learn.”, schöner kann man die Berliner „FuckUp Nights" nicht zusammenfassen, die alle zwei Monate drei neue Speaker aus allen möglichen Branchen auf die Bühne lädt, um ihre Geschichte vom Scheitern auf dem Wirtschaftsmarkt zu erzählen. Durch die Offenheit der Erzähler sollen Besucher ermutigt werden, Scheitern in der Gesellschaft zu entstigmatisieren. Nächsten Dienstag findet die Vol. 28 der FuckUp Night um 19 Uhr im Aperto in der Chausseestraße 5 statt. Tickets gibt's für knapp 10 Euro. U-Bhf Oranienburger Tor
Noch hingehen „Was ist Freiheit?“ Sieben syrische Darsteller*innen finden teils sehr unterschiedliche Antworten auf diese Frage. Für ihre Inszenierung „Freiheit“ schrieben sie Texte über ihre Fluchterfahrung, den Verlust ihrer Heimat und das „Ankommen“ in Deutschland. Was entstand, waren persönliche Dialoge, die deutlich machen, wie unabdingbar Menschsein und Freiheit miteinander verbunden sind. „Freiheit“ ist der Abschluss der „Trilogie des Ankommens', die noch bis Sonntag im Theater im Delphi auf Deutsch-Arabisch mit englischen Übertiteln aufgeführt wird. Tickets kosten 13 Euro. Gustav-Adolf-Straße 2, S-Bhf Prenzlauer Allee
Mit diesen Stadtleben-Tipps wünscht Ihnen Carina Kaiser einen wundervollen Tag.
Prominent verraten
Der Verleger, Buchautor und Redner Florian Langenscheidt hat diese Woche fotografische Hinweise hinterlassen (hier gleich zwei Mal im Selfie) – richtig geraten und die Checkpotts gewonnen hat Leserin Angela Chambers – herzlichen Glückwunsch! Auf den „Mehr Berlin“-Seiten gibt's morgen noch mehr Fotos zu sehen.
Berlin heute
Verkehr Die Gürtelstraße (Friedrichshain) ist heute zwischen 20 und 5 Uhr gesperrt. Für den Empfang eines Staatsgastes (siehe zu Gast) sind der Spreeweg (Tiergarten) und die John -Foster-Dulles-Allee zwischen 9.15 und 9.40 Uhr sowie 10.40 bis 11 Uhr gesperrt. Rund um den Invalidenpark (Mitte) ist wegen einer Demonstration zwischen 10 und 12 Uhr mit Staus zu rechnen. Ebenso kann es im Bereich um den Siemensdamm (Siemensstadt) zwischen 8.30 und 9.30 Uhr wegen einer Kundgebung zu kurzzeitigen Sperrungen kommen. Rund um die Columbiahalle (Tempelhof) kann es sich ab 19 Uhr stauen, da sich Roland Kaiser um 20 Uhr die Ehre gibt. Und die S-Bahn meldet Fahrplanänderungen in der Nacht von 22 bis 1.30 Uhr. In der Zeit ist die S45 zwischen Hermannstraße und Südkreuz und die S46 zwischen Tempelhof und Schöneberg unterbrochen. Als Ersatz stehen die Linien S41/ S42 zur Verfügung.
Demonstration Der Deutsche Taxi- und Mietwagen e.V. hat von 10 bis 12 Uhr ca. 500 Teilnehmer zur Kundgebung „Änderungen im Personenbeförderungsrecht“ im Invalidenpark angemeldet. Knapp 300 Teilnehmer wollen sich zwischen 8.30 und 9 Uhr am Siemensdamm 42 zur Demonstration „Angekündigte Schließung des Werkes“ einfinden. Und zur „Erinnerung an Ján Kuciak 1. Jahrestag“ kommen heute zwischen 19 und 20 Uhr ca. 70 Menschen in der Hildebrandstraße 25 zusammen.
Zu Gast ist der Staatspräsident von Burkina Faso Roch Marc Christian Kaboré.
Gericht Ein 26-Jähriger, der auf der Flucht vor der Polizei mit bis zu 117 km/h durch die Stadt gerast sein soll, kommt auf die Anklagebank. Der Mann soll zuvor ein Motorrad gestohlen und es in seinen Kleintransporter verfrachtet haben (9.00 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 220).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag - Walter Momper (74), ehem. Regierender Bürgermeister (1989-91) / Tobias Müller (40), Synchronsprecher und MC / Meiner Freundin und ‚Söhne-Mutter-Genossin‘ Jutta Müller-Raabe (65), alles Liebe!“ / Dagmar Roth-Behrendt (66), SPD-Politikerin, ehem. Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments (2004-07 und 2009-12) / Margarethe Trotta (77), Schauspielerin, Regisseurin und Drehbuchautorin / Tim-Christopher Zeelen (36), stellv. Vorsitzender der CDU-Fraktion im AGH
Stolperstein - Günter Bannat (Jhg. 1920) wurde wegen Widerstands gegen das Naziregime als „Vorbeugehäftling“ verhaftet und in das „Arbeitserziehungslager“ Großbeeren bei Teltow eingewiesen. Dort wurde er heute vor 76 Jahren ermordet. Er lebte am Einsteinufer 11 in Charlottenburg.
Im Tagesspiegel
Die Deutsche Wera Hobhouse wurde Britin, um sich ins Parlament wählen lassen zu können. Dort kämpft sie für die europäische Idee. 36 Tage, bevor das Land die EU verlassen soll. Lesen Sie das Porträt von Deike Diening heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
Zum Schluss heute noch eine DHL-Reality-Soap, in der Hauptrolle: Ein Checkpoint-Leser, der bei der Post (DHL) eine Paketmarke für 16,99 Euro kaufen will (die Schule der Tochter hatte darum gebeten, um den vorfrankierten Koffer vom Schullandheim nach Hause schicken zu können).
1) In der DHL-Annahmestelle am Potsdamer Platz: „Sowas machen wir nicht.“ Anruf bei Servicenummer, die Auskunft: „Das geht, aber nur in einer größeren Filiale, zum Beispiel am Leipziger Platz.“
2) Bei DHL am Leipziger Platz 12. Filialmitarbeiterin: „Das geht nicht.“ Anruf beim Servicetelefon der Post: „Doch, das ist das Produkt Koffersendung, das geht.“ Die Mitarbeiterin hört via Lautsprecher zu, sie sagt: „Nein, das geht nicht.“
3) Der Service-Center-Agent ruft seinen Vorgesetzten an, die Filialmitarbeiterin ruft ihren Vorgesetzten an. Vorgesetzter Filiale sagt: „Geht nicht.“ Vorgesetzter Service-Center sagt: „Uns hat niemand gesagt, dass das nicht geht.“
4) Der Kunde bittet um eine schriftliche Bestätigung für die Auskunft „Geht nicht“. Vorgesetzter am Servicetelefon: „Wir verschicken keine Briefe. Wir verschicken auch keine Mails.“
5) Filialmitarbeiterin zum Kunden: „Sie können das nur im Internet machen und dann ausdrucken.“ Kunde: „Wenn das online verfügbar ist, dann müssten Sie das doch auch in der Filiale machen können.“ Filialmitarbeiterin: „Nein das geht nicht, dann verdienen wir ja nichts daran.“ Kunde: „Ich bezahle ja auch dafür.“ Filialmitarbeiterin: „Das geht nicht. Sie können das ja hier mit Ihrem Handy machen.“ Kunde: „Würden Sie mir zeigen, wie das geht?“ Filialmitarbeiterin: „Das heißt Online, deswegen müssen Sie das selbst machen.“ Kunde: „Ich habe jetzt lauter widersprüchliche Informationen bekommen, können Sie mir bitte helfen, das zu Ende zu bringen?“ Auftritt der Filialleiterin (resolut): „Ich muss Sie jetzt bitten, den Schalter frei zu machen!“ Die Filialleiterin drängt den Kunden zur Tür.
Wir lernen: Die Post verschickt weder Briefe noch Mails und am liebsten auch keine Koffer. Die Post schickt nur Kunden, und zwar erst hin und her - und dann weg. Da haben Sie es hier besser: Wir schicken Ihnen jedenfalls morgen früh den neusten Checkpoint. Und ob Sie den dann ausdrucken, überlassen wir ganz Ihnen.