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100.000 bei Demo gegen Rechts Schulen noch immer ohne Antimobbingbeauftragten Der Senat wird zum Familienbetrieb

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beinahe hätten wir hier heute früh die Schlagzeile „Demokratie wegen großen Erfolgs vorübergehend geschlossen“ in Erwägung ziehen müssen - doch im letzten Moment erweiterte die Polizei die Kundgebungsfläche für die Demonstration gegen Rechtsextremisten und ihre Deportationspläne, bis die mehr als 100.000 Menschen Platz zwischen Bundestag und Siegessäule fanden.

Dass die rechten Remigrationsfantasien durchaus ernst zu nehmen sind, meint wie viele andere auch Bernd Schimmler. Der ehemalige Berliner Abgeordnete und Bezirksstadtrat war in den achtziger Jahren als Staatsanwalt zuständig für die Verfolgung von Verbrechen des Nationalsozialismus und hat sich auch wissenschaftlich mit dem NS-Regime befasst. In einer Mail an uns, in der er u.a. das Buch des völkischen AfD-Europa-Spitzenkandidaten Maximilian Krah analysiert, schreibt er:

Wie das gehen könnte, zeigt die Geschichte. Nachdem Hitler und der Nationalsozialismus mit rechtskonservativer Unterstützung an die Macht kamen, wurden mit dem Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit vom 14. Juli 1933 Einbürgerungen seit 1919 zurückgenommen. Alles wurde gesetzlich abgesichert. Wer die deutsche Geschichte kennt, kann sich vorstellen, dass mancher rechtsgerichtete Politiker, wenn sich einmal solche Mehrheiten bilden sollten, auch den Arm zur Zustimmung hebt.“ Seine Mail schließt Schimmler mit einem Zitat von Emanuel Geibel: „Die Zeit zum Handeln zu verpassen, nennt ihr die Dinge sich entwickeln lassen.“

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