nein, Sie haben keinen Jetlag und müssen auch noch nicht aufstehen. Aber wir beim Tagesspiegel stehen gerade auf: Wegen eines ganztägigen Warnstreiks am Mittwoch erhalten Sie diesen Checkpoint roh und zu ungewohnter Stunde. Wir haben uns für diese Variante entschieden, damit Sie ihn überhaupt erhalten, bitten um Ihr Verständnis und verbleiben mit Jim Carrey aus der Truman Show: „Guten Tag, guten Abend und gute Nacht“.
Die Nachrichten beginnen auch an diesem Tag mit einem Blick auf Putins Krieg in der Ukraine, über den wir Sie – an diesem Mittwoch ausnahmsweise vielleicht nur eingeschränkt – in unserem ständig aktualisierten Newsblog informieren.
+ EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat ein Importverbot für russische Kohle angekündigt und dessen Wert auf vier Milliarden Euro pro Jahr beziffert. Die Mitgliedsstaaten müssen noch zustimmen. Außerdem werden vier weitere Banken sowie russische Schiffe sanktioniert. Ein Importstopp für Öl und Gas ist auch von Deutschland verhindert worden, das besonders davon abhängt.
+ Die Zahl der Vertriebenen aus der Ukraine ist laut Vereinten Nationen auf fast sieben Millionen gestiegen. Demnach ist jede(r) Sechste aus dem Land auf der Flucht.
+ Eine internationale Geberkonferenz hat der von der Fluchtbewegung aus der Ukraine am stärksten betroffenen Republik Moldau 695 Millionen Euro Unterstützung zugesagt. „Kein Land ist Verfügungsmasse, niemand ist Russlands Hinterhof“, versicherte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock der ehemaligen Sowjetrepublik, die keine starke Armee hat und deren einziger Gaslieferant Gazprom ist.
+ Die USA wollen „jegliche neue Investition“ in Russland verbieten, meldete die Nachrichtenagentur AFP am Abend und berief sich auf „informierte Kreise“. Das Sanktionspaket soll am Mittwoch beschlossen werden.
Bis nächste Woche sollen Umweltsenatorin Bettina Jarasch und Wirtschaftssenator Stephan Schwarz eine Strategie erarbeiten, wie Berlin mit möglicherweise ausbleibendem Energienachschub aus Russland umgehen kann. Am heftigsten träfe es die Stadt beim Gas, das zu fast zwei Dritteln aus Putins Quellen stammt – und allein fünf der neun Vattenfall-Heizkraftwerke befeuert und damit mehrere hunderttausend Wohnungen samt Wasser in allen Teilen der Stadt wärmt (Genaueres bei T+). Benzin, Diesel, Heizöl und Kerosin für Berlin und Brandenburg stammen zu mehr als 90 Prozent aus der PCK-Raffinerie in Schwedt, die überwiegend dem russischen Ölkonzern Rosneft gehört. Was bei der Energiewende in der Stadt möglich ist, war Dienstagabend in der RBB-Abendschau ausführlich zu erfahren (etwa im mittleren Drittel der 30 Minuten).
„Soll Deutschland jetzt sämtliche Energielieferungen aus Russland stoppen?“, haben wir Sie gestern hier gefragt. Das Ergebnis nach rund 3.200 abgegebenen Stimmen: 54 Prozent meinen, angesichts der russischen Kriegsverbrechen gehe es nicht anders. 38 Prozent sind dagegen, weil sie die Folgen für Deutschland für zu gravierend halten. Acht Prozent sind unentschieden. Vielen Dank allen, die sich beteiligt haben!
Regiermeisterin Franziska Giffey hat im ZDF-Morgenmagazin klargestellt, dass die von vielen als widerwärtig empfundene Autoparade von Russlandfans auch im Wiederholungsfall nicht verboten werden könne: Das Zeigen der russischen Fahne sei nicht zu verbieten. Allerdings versprach sie, Unterstützungsbekundungen für den Angriffskrieg gegen die Ukraine zu unterbinden: „Das wird strafrechtlich verfolgt“, in Einzelfällen (z.B. wegen eines Militär-„Z“) ermittelt die Polizei bereits. Auf das Thälmann-Denkmal in Prenzlauer Berg haben Unbekannte die Parole „Der Kreml soll brennen“ geschmiert. Die Polizei machte Teile des Schriftzuges unkenntlich, der Staatsschutz ermittelt. Die lokale CDU wird sich in ihrer Forderung, das Denkmal einzuschmelzen, bestätigt sehen.
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Glanz auf dem Vulkan - Die Show-Sensation der 20er Jahre gastiert am 8. April im Admiralspalast.
Glanz auf dem Vulkan ist eine hochenergetische, exzentrische und innovative Buhnen-Show mit Musik, Tanz, Gesang, Artistik, Humor und Frivolitäten aller Art, die Heute und Gestern im Hier und Jetzt vereint. 8. April 2022 (Ersatztermin für den 23.10.2020. Karten behalten ihre Gültigkeit) – Admiralspalast Berlin
Berliner Schnuppen
Telegramm
Dieselabgase sind nicht nur latent giftig, sondern machen auch akut krank. Eine Studie der Charité und des Potsdamer Institute For Advanced Sustainability Studies (IASS) ergab anhand von Luftmess- und Klinikdaten aus Berlin, dass zehn Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft (=typische Differenz zwischen Haupt- und Wohnstraße) zehn Prozent mehr Asthmapatienten und zwölf Prozent mehr COPD-Patienten in Krankenhäusern bedeuten. Wenn wir nur die „Klimaautobahn“ schon hätten…
Wer bei VBB, BVG und S-Bahn per App ein Handyticket bucht, hat oft die Wahl, einen Zug wegfahren zu lassen oder als Schwarzfahrer zu enden: Ein Zweiminutenzähler auf dem Ticket soll sicherstellen, dass es nicht erst beim Auftauchen der Kontrolleure gebucht wurde, aber bewirkt oft Streit – wegen „60 für 2“, also Schwarzfahrerstrafe für zwei Minuten zu frühes Einsteigen. Nun wird ein neuer Countdown eingeführt, der das Ticket eine Minute nach dem Kauf als gültig anzeigt. In der BVG-Ticket-App soll das ab heute funktionieren, beim DB-Navigator nächsten Dienstag, in den anderen BVG-Apps Anfang Mai, in der des VBB in der zweiten Jahreshälfte.
Rechtzeitig vor den Osterferien warnt die Chefin der Flughafengesellschaft vor dem Osterferienverkehr: Die Reiselust komme zurück, was schön sei, aber auch „herausfordernd“. Alle Beteiligten „werden hart für reibungslose Abläufe arbeiten müssen“. Die Personalsituation sei ohnehin angespannt, bei weiteren Ausfällen „kann es zu Verzögerung kommen“. Die Gründe, warum es zu Hause am schönsten ist, können vielfältig sein.
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Die Pflegenot in Berlin wird womöglich größer als bislang angenommen – und die Versorgung teurer. Laut dem am Dienstag vorgestellten Pflegereport der Barmer steigt die Zahl der Bedürftigen in Berlin in den nächsten acht Jahren um circa 43.000 Männer und Frauen auf fast 241.000. Das ist jede(r) Fünfzehnte. Schon bis 2030 würden etwa 10.000 zusätzliche Pflegekräfte gebraucht.
„Reich dank Scheich“ wäre ein passender Slogan für das Geschäft deutscher Kliniken mit wohlhabenden Medizintouristen beispielsweise aus dem Nahen Osten. Gerade Berlin hat davon profitiert, aber jetzt schließen die Vivantes-Kliniken ihre Auslandsabteilung. Genaueres erfahren Sie mit Abo hier.
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Das Drama der Obdachlosigkeit ist in Berlin ebenso unübersehbar wie unübersichtlich. Auf die „Nacht der Solidarität“ von 2020 soll am 22. Juni die „Zeit der Solidarität“ folgen, in der tausende Freiwillige die ungefähre Anzahl obdachloser Menschen im öffentlichen Raum erfassen sollen. In Dreierteams werden von 20 bis 1 Uhr definierte Gebiete begangen und Obdachlose befragt, sofern sie einverstanden sind. Helfer:innen mit Fremdsprachenkenntnissen werden besonders dringend gesucht.
Falls Ihnen Menschen an der Wohnungstür mit Nachdruck einen neuen Stromvertrag aufschwatzen wollen und womöglich was von „Stadtwerken“ erzählen: Mit den landeseigenen Berliner Stadtwerken (ca.33.000 Kunden) hat die Drückerkolonne nichts zu tun. Möglicherweise allerdings mit den Krefeldern, wie ein CP-Leser berichtet. Auf Anfrage bei den Stadtwerken Krefeld hieß es, man nutze „unterschiedliche Vertriebswege, um die bestmögliche Beratung anbieten zu können“, u.a. Neukundenberatung an der Haustür. Es handele sich um rechtlich selbstständige Vertriebspartner, die Bezeichnung „Drückerkolonne“ sei „absolut unpassend“.
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Haben Sie schon mal etwas von Bubble Ball gehört? Von Arrow Tag oder Animal Flow? In der neuen Ausgabe des Magazins Urban Sports stellt die Redaktion die besten urbanen Trendsportarten vor und blickt sportlich ins Frühjahr, auf Kletterfelsen und zum Halbmarathon. Bevor Sie mit den Leibesübungen starten, stöbern Sie doch mal im Smart Magazine!
Amt, aber glücklich war gestern. Heute heißt es: Amt, aber überglücklich. Das schreibt Helena W., die Sonntagfrüh nach Tel Aviv zu einer Hochzeit fliegen wollte, aber am Abend davor ihren Reisepass verlorenhatte. Montagfrüh bekam sie via 115 („super nette Dame am Telefon gehabt“) für 13 Uhr einen Termin im Bürgeramt Schlesische Straße, wo sie nach zehn Minuten mit dem vorläufigen Pass wieder raus war – und gestern früh gerade noch rechtzeitig für die Hochzeit in Israel ankam „dank der grandiosen Berliner Verwaltung“.
Zitat
„Das russische Militär und seine Befehlshaber müssen wegen Kriegsverbrechen in der Ukraine sofort vor Gericht gestellt werden. Jeder, der verbrecherische Befehle erteilt und sie durch Töten unseres Volkes ausführt, wird vor ein Tribunal gebracht, das den Nürnberger Prozessen ähnlich sein sollte.“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj per Video vor dem UN-Sicherheitsrat
Tweet des Tages
Erst will man uns weismachen, für eine Impfpflicht fehle es an Papier und jetzt erklärt man uns, für ein Tempolimit gäbe es gar nicht genug Schilder. Deutschland 2022: Alles wird teurer, nur die Ausreden werden immer billiger.
Stadtleben
Essen & Trinken – Der Pop-Up-Store Nihon Mono bringt japanische Delikatessen unter die Leute. Auf der Potsdamer Straße 91 eröffnete im vergangenen Monat die Genusswerkstatt rund um die genussfreudige Küche Ostasiens – Nur wenige Meter von ihrem bisherigen Standort entfernt. Origami-Schwäne zieren das Schaufenster und Sake, Feinkost sowie praktische Helfer für die Küche und den Esstisch lassen Ihre kulinarischen Kreationen in neuem Glanz erstrahlen. Mi-Fr 12-18, Sa 12-16 Uhr, Tiergarten, U-Bhf Kurfürstenstraße
Berlinbesuch – Als Baubeamter widmete sich Rudolf Walter am Anfang des 20. Jahrhunderts der Charlottenburger Infrastruktur in Hülle und Fülle: Seine Sozial- und Zweckbauten sowie Schulen und Wohnhäuser sollten dem stetigen Anstieg der Einwohnerzahlen im Bezirk gerecht werden. Heute stehen seine Bauten fast alle unter Denkmalschutz. Die Rathausgalerie Charlottenburg würdigt Walter mit der Ausstellung „Rudolf Walter und die soziale Architektur in Charlottenburg 1900 bis 1929“: Mittels großformatigem Stadtplans von 1927 sowie historischen und aktuellen Gebäudebildern wird der Fundus des Architekten wieder in Erinnerung gerufen. Führungen mit der Kuratorin Katja Baumeister Frenzel finden donnerstags um 16 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. Bis 28. April. Mo-Mi 8-16, Do 8-18, Fr 8-13 Uhr, Otto-Suhr-Allee 100, Charlottenburg, U-Bhf Richard-Wagner-Platz
Geschenk – Als passionierter Globetrotter führt es Thilo Mischke durch seine Arbeit als Reporter in zahlreiche Länder. In seinem neuen Buch „Alles muss raus. Notizen vom Rand der Welt“ (20 Euro) erzählt der Autor von Menschen, die mit ihren Geschichten einen immer neuen Blick auf die Welt eröffnen und ihn zum Staunen brachten über die exemplarisch „großen“ Fragen zur Liebe, dem Altwerden, Drogen und der Freundschaft. Sie selbst müssen nicht ans andere Ende der Welt reisen, um Luft anderer Kontinente zu schnuppern: Um 19.30 Uhr liest Mischke in der Clinker Lounge der Backfabrik auf der Saarbrücker Straße 36a aus seiner Prosa. Die Moderation übernimmt Texterin Judith Poznan. Karten gibt’s für 14,30 Euro und bei uns umsonst: Wir verlosen 2x2 Karten!
Karten sichern – Das „Crossen“, also das Durchstreichen oder Übermalen eines Graffito von einem anderen Sprayer zieht in der Graffiti-Szene garantiert Ärger mit sich. In Zusammenarbeit mit dem Künstlerduo „Layer Cake“ brechen verschiedene internationale Künstler:innen dieses „Gesetz der Graffiti-Szene“ und präsentieren sich überlappende Kunst auf großformatigen Leinwänden im Urban Nation-Kunstmuseum auf der Bülowstraße 97. Die Arbeiten nahmen zwei Jahre in Anspruch und sind ab dem 10. April als Gemeinschaftsausstellung unter dem Titel „The Versus Project 2“ zu sehen. Der Eintritt ist frei. Bis 31. Juli. Di/Mi: 10-18, Do-So: 12-20 Uhr, U-Bhf Bülowstraße
Grübelstoff – Ob am Mauerpark, am Gleisdreieck oder an der Wildstyle-Wall in Spandau: Welche Graffiti benötigten Ihrer Meinung nach mal einen Neuanstrich?
Berlin heute
Verkehr – Friedrichshain und Prenzlauer Berg: Zwischen 8 und 13 Uhr kommt es zu folgenden Sperrungen (Der Fuß-und Radverkehr ist nicht betroffen): 8 bis 8.30 Uhr: Storkower Straße / Landsberger Allee, 8.50 bis 9.20 Uhr: Danziger Straße / Landsberger Allee / Petersburger Straße, 9.40 bis 10.10 Uhr: Straße der Pariser Kommune / Karl-Marx-Allee, 10.30 bis 11 Uhr: Lichtenberger Straße / Singerstraße, 11.30 bis 12 Uhr: Andreasstraße / Holzmarktstraße / Stralauer Platz / An der Schillingbrücke, 12.30 bis 13 Uhr: Mühlenstraße / Stralauer Allee / Warschauer Straße / Am Oberbaum
Kaulsdorf: Zwischen 10 und 14 Uhr ist aufgrund von Demos mit Verkehrseinschränkungen im Bereich Waplitzer Straße, Adolfstraße, Karlstraße, Myslowitzer Straße, Wilhemsmühlenweg, Brodauer Straße und Heinrich-Grüber-Platz zu rechnen.
Tiergarten: Zwischen 10 und 14 Uhr ist aufgrund von Demos mit Verkehrseinschränkungen um den Potsdamer Platz, Spittelmarkt und die Spandauer Straße zu rechnen.
A100 (Stadtring): Sperrung in den beiden folgenden Nächten zwischen 21 und 5 Uhr in Fahrtrichtung Neukölln zwischen AS Hohenzollerndamm und Kreuz Schöneberg. Aus organisatorischen Gründen wird ab 20.30 Uhr mit den Absperrmaßnahmen an einigen Zufahrten begonnen. Weitere Informationen finden Sie hier.
S-Bahn: Zwischen 22 und 1.30 Uhr fahren keine Züge der S7 zwischen Babelsberg und Potsdam Hbf. Als Ersatz fahren Busse. In den Nächten bis Freitag, den 8. April fahren jeweils zwischen ca. 22 und 1.30 Uhr keine Züge der S3 zwischen Olympiastadion und Spandau. Alternativ fahren Busse.
Demonstration – Unter dem Motto „Energiesouveränität jetzt!“ demonstrieren ca. 25 Personen von 8 bis 10 Uhr auf der Annemarie-Renger-Straße, angemeldet von Campact e.V. Von 11 bis 14 Uhr zeigen etwa 30 Protestierende „Solidarität mit den Gorillas! – Für ein umfassendes Streikrecht!“ auf dem Magdeburger Platz 1. Auf dem Friedrich-Ebert-Platz 2 findet mit ca. 30 Teilnehmenden von 13.30 bis 14.15 Uhr die „Übergabe der Petitionsunterschriften an Bundestagsabgeordnete Filiz Polat und weitere“ zu der Kampagne „GleichBeHandeln“ statt, angemeldet von der Hilfsorganisation „Ärzte der Welt“. Die Petition setzt sich für die Änderung des Paragraf 87 des Aufenthaltsgesetzes ein, die es Menschen ohne geregelten Aufenthaltsstatus ermöglichen soll, einfacher zum Arzt zu gehen. Von 17 bis 19 Uhr versammeln sich ca. 5000 Protestierende, angemeldet von der Ukrainischen Allianz, auf dem Platz der Republik, um unter dem Leitsatz „War in person“ liegend an die verstorbenen Menschen in der Ukraine zu denken und Geschichten von den Menschen vorzulesen, die durch Krieg in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Gericht – Ein mutmaßlicher Rechtsextremist muss sich wegen einer Reihe von Straftaten verantworten. Der 29-jährige Neuköllner muss sich unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, besonders schweren Landfriedensbruchs und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten (9 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 105).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Jennipher Antoni (46), Schauspielerin und Hörspielsprecherin / Christopher Franke (69), Musiker / Oliver Korittke (54), Schauspieler / Thomas Koschwitz (66), Autor, Radio- und Fernsehmoderator / Gisbert „Pitti“ Piatkowski (69), Musiker / „Karin Raco, die römische Berlinerin, feiert heute in ihrer alten Heimat Rom ihren Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch von Sabine.“ / Christoph Wapler (53), für die Grünen im AGH / Uljana Wolf (43), Lyrikerin / Nachträglich: Carola Pinnow (66), „Unzählige Strahlen von Sonnenschein & L.I.E.B.E als Expresssendung von deinen Töchtern zum Geburtstag – nur für dich, liebe Carola!“ / „Wunderbarste Sonnenkäfer-Tüvvel-Mama – 365 Tage im Jahr, heute ganz besonders! Törööö!“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Sebastian Elmrich, * 2. März 1976 / Dr. Gabriele Langenbeck, * 24. Dezember 1939 / Rüdiger Otto, * 6. Januar 1940 / Joachim Pohl, * 27. März 2022, Galerist und Publizist
Stolperstein – Kaufmann Karl Marx (JG. 1890) wohnte gemeinsam mit seiner Frau Margarete und den Kindern Peter und Marlies im Charlottenburger Zikadenweg 49. Nach zwei Umzügen floh Karl Marx mit seiner Frau und Tochter Marlies nach Frankreich. Sohn Peter wurde im Lager Malines interniert, im Alter von 21 Jahren nach Auschwitz deportiert und ermordet. Auch Karl, Margarete und Marlies wurden nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Frankreich inhaftiert und ins Internierungslager Le Vigeant gebracht, später nach Drancy. 1944 deportierten die Nationalsozialisten sie mit dem 70. Transport nach Auschwitz. Dort wurde Karl Marx im Alter von 54 Jahren ermordet. Margarete Marx überlebte und zog nach Frankreich. Auch Marlies überlebte Auschwitz und wanderte nach Kanada aus. Seit September 2009 erinnert ein Stolperstein in Westend an Karl Marx.
Encore
„Berliner und Pfannkuchen“ haben eins gemeinsam: Sie müssen gut durch sein, denn halbgar bleiben sie einem im Halse stecken. Oder in den Ohren, sofern es sich um den gleichnamigen neuen Checkpoint-Podcast handelt. Streikbedingt wird die für diesen Mittwoch geplante zweite Folge um einen Tag verschoben. So bleibt Ihnen mehr Zeit, die Premiere zu hören, falls Sie’s noch nicht geschafft haben. Oder auch, uns per Whatsapp eine Sprachnachricht zu schicken, wenn Sie was Interessantes zu erzählen haben. Unter 0172 993 95 76 können Sie kleine und große Berlin-Gefühle loswerden.
Für diesen Checkpoint hat auch Matthieu Praun recherchiert. Das Stadtleben hat Sophie Rosenfeld geschrieben. Ann-Kathrin Hipp und Cristina Marina haben ihn gerade noch rechtzeitig vor Streikbeginn in Schale geworfen und losgeschickt. Donnerstagfrüh grüßt Sie hier Robert Ide. Bis dahin: Schönen Mittwoch!
