Wenn R2G und Volksbegehrende gemeinsam „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ wollen, haben sie zwar Gregor Gysi auf ihrer Seite, aber sonst hält sich die bundespolitische Euphorie in Grenzen. FDP-Chef Christian Lindner schlägt schon mal präventiv vor, den Enteignungs-Artikel 15 aus dem Grundgesetz zu streichen. Und die Beamten von Heimatminister Horst Seehofer verkünden auf Linken-Anfrage die brillante Erkenntnis, dass durch Vergesellschaftung von Wohnungsbeständen keine neuen Wohnungen entstehen. Ob die Enteignung nach Art. 15 GG juristisch möglich wäre? „Diese Frage stellt sich der Bundesregierung nicht.“ Richtig müsste es heißen: „Diese Frage beantwortet die Bundesregierung nicht.“
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Nachdem am Alex im Februar eine 37-Jährige bei Grün von einem abbiegenden Lkw überfahren wurde, hatte Verkehrssenatorin Regine Günther angekündigt, den laufenden Umbau der Ecke Alexanderstraße / Karl-Marx-Allee noch einmal kritisch zu prüfen. Jetzt wurde beschlossen, dass Abbieger und Geradeausverkehr getrennte Grünphasen bekommen. Was selbstverständlich klingt (und es anderswo auch ist), ist für Berlin revolutionär. Hier galt bisher die (unbewiesene) Parole, dass dann die Stadt im Stau erstickt. Der Preis dieser Prioritätensetzung waren in den vergangenen Jahren jeweils knapp zehn bei Grün totgefahrene Fußgänger und Radfahrer und ein paar Dutzend, die als Pflegefälle weiterleben.
Vor Monaten saß ich mit den Eltern des siebenjährigen Constantin zusammen, der im Juni 2018 am Brunsbütteler Damm in Spandau auf gleiche Weise zu Tode gekommen war. Dort bleibt es bei der gemeinsamen Grünphase an der Einmündung Nauener Straße, die die Katastrophe erst ermöglicht hat. „Es heißt ja immer: Muss denn erst was passieren, damit sich was ändert?“, sagte die Mutter des Jungen. „Hier ist etwas passiert, und es ändert sich trotzdem nichts.“ Es war einer dieser Momente, in denen einem nur betretenes Schweigen bleibt.
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Kurz vor dem 1. Mai wurde die Polizei zuletzt sehr schweigsam, was mögliche Demo-Orte und -Routen betrifft. Dahinter steckte die nächste Runde einer alten Debatte um die Frage, ob man durch frühzeitige Infos unnötig Krawalltouristen oder Gegendemonstranten mobilisiert, die dann ihre Kontrahenten durch Blockaden am Recht auf freies Demonstrieren hindern. Gestern stellte die Innenverwaltung klar: „Die seit vielen Jahren gängige Regelung, zeitnah vor der jeweiligen Versammlung Informationen auf Nachfrage an Abgeordnete und Medienvertreter/innen herauszugeben, bleibt bestehen.“ In einer weltoffenen Stadt „gehört es zur politischen Kultur, Protest und Gegenprotest im Rahmen unser demokratischen Werte zu ermöglichen.“
Sachwerte sind erfahrungsgemäß bei der „Revolutionären 1.-Mai-Demo“ akut gefährdet. Die ist zwar bisher nicht angemeldet, soll aber durch den Friedrichshainer Kiez ziehen. Nur ist ausgerechnet die Rigaer Straße, Heiligtum militanter Linksextremisten, gesperrt, weil dort schicke Wohnungen gebaut werden. Der Anwalt des um die Ecke befindlichen Hausprojekts „Liebig 34“ lobt schon mal die von Baustadtrat Florian Schmidt vorgeschlagene Idee, dass das Land das Gebäude übernehmen und dem Eigentümer Ersatz anbieten könnte. Alternative wäre wohl irgendwann eine Räumung, für die Polizei aus halb Deutschland anrücken müsste.
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Forum Gesundheit & Wissen:
Macht die elektronische Patientenakte uns alle zu gläsernen Patienten? Der Marburger Bund Berlin-Brandenburg und der Tagesspiegel laden hierzu am 29. April um 19 Uhr ein. Diskutieren Sie u.a. mit Christian Klose (Bundesgesundheitsministerium) und Steffen Krach (Wissenschaftsstaatssekretär).
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Berliner Schnuppen
Telegramm
Baumsenatorin Katrin Lompscher (Linke) hat gestern den Grundstein für … – nein, pardon, hat gemeinsam mit Ben Wagin einen „Europabaum“ gepflanzt, der das über die Jahre arg kleingeholzte Parlament seiner Artgenossen im Regierungsviertel bereichern soll. Überschattet wird die Nachricht von der Neubaumoffensive, die die BVG fast zeitglich ankündigte: Zum 90. Jubiläum will das Landesunternehmen der Stadt 90 Straßenbäume spendieren. Vielleicht kommt bald auch der 90-Minuten-Takt.
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Unnützes, aber interessantes Berlin-Wissen: Die Wasserbetriebe haben im Dürrejahr 2018 fast 223 Mio. Kubikmeter Wasser verkauft – und deutlich mehr, nämlich 252 Mio. Kubikmeter, gereinigt. Wie geht das, wo doch so viel Frischwasser rausgeschwitzt oder per Rasensprenger verteilt wurde? Zum einen liegt es an der Mischkanalisation, durch die auch Regenwasser ins Klärwerk fließt. Zum anderen liefert Berlin fast kein Trinkwasser nach Brandenburg, aber reinigt viel von dort. Damit wäre das auch geklärt.
Korrektur zum Kirschblütenkonfetti: Die Geschichte vom 24.04.2009 gilt natürlich auch heute noch – 30 Jahre nach dem Mauerfall, nicht 20.
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Lachen, leben, lieben und laufen beim AVON Frauenlauf am 18. Mai: Über 17.000 Frauen und Mädchen laufen oder walken eine 5- oder 10-km-Runde. Ein Teil des Teilnahmebetrages wird Brustkrebs-Erkrankten gespendet. Zum Dank erhält jede Teilnehmerin ein Event-Shirt und einen AVON Präsentbeutel. Die Anmeldung ist auf www.avon-frauenlauf.de möglich.
Lauffreunde können mit dem CP nicht mehr nur rennen, sondern auch darüber reden: Wir starten den Tagesspiegel Sport-Check – eine Gesprächsreihe, in der wir regelmäßig Profis und Experten rund ums Thema Laufen einladen. Zum Auftakt am 3. Mai begrüßen wir die mehrfache Berlin-Marathon-Siegerin Uta Pippig und Jan Fitschen, Ex-Europameister über 10.000 Meter, im Verlagshaus (Askanischer Platz 3, am Anhalter Bhf.). Mit ihnen werden Tsp-Chefredakteur Lorenz Maroldt und Laufgruppen-Chef Felix Hackenbruch über die Faszination Laufen, den Kampf gegen den Schweinehund und über die Kommerzialisierung im Profisport sprechen. Los geht’s um 19 Uhr, der Einlass erfolgt auf Spendenbasis. Weil die Plätze limitiert sind, bitten wir um eine verbindliche Anmeldung per Mail (Betreff: Sport-Check) an: checkpoint@tagesspiegel.de.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Das ist wirklich eine blöde Stelle.“
BVG-Sprecherin Petra Nelken zur plötzlichen Sperrung der Schönhauser Allee über dem U-Bahn-Tunnel an der Ecke Torstraße, die seit vergangener Woche massive Staus verursacht. Die Reparatur der bröselnden Tunneldecke soll nun bis zum Sommer dauern – zuzüglich Berlin-Zulage, ist zu vermuten.
Tweet des Tages
Ich nehme jetzt ein Antihistaminikum, von dem der Apotheker sagte, damit dürfe man auch ein Flugzeug fliegen. Also, falls ihr schnell irgendwo hinmüsst, sagt Bescheid.
Stadtleben
Essen in Prenzlauer Berg ohne ausgefallenes Konzept, ohne Avocado-Toast, ohne abgehobene Fusion-Küche: Das geht tatsächlich noch und zwar im Restaurant Lorbeer – und das mitten im Helmholtzkiez. Die bodenständige Lokalität in der Pappelallee 77 (U-Bhf Eberswalder Straße) serviert hauptsächlich Saisonales, derzeit also: Spargel! Im Angebot ist Spargelcremesuppe mit weißem Spargel aus Beelitz (7,90 Euro), Spargel in brauner Butter mit Kartoffeldrillingen (12,90 Euro), oder Gnocchi in Mandelbutter mit geschmortem grünen Spargel (12,90 Euro). Aber auch das obligatorische Schnitzel muss man in dem schummrig-rustikalen Laden nicht missen. Mo-Sa ab 17 Uhr, So ab 15 Uhr
Trinken – Der Name des schwedischen Cafés in der Neuköllner Pflügerstraße 68 ist etwas irreführend: Okay Café nennt sich die angenehm helle und minimalistisch eingerichtete Oase. Sie soll Raum für das bieten, was man in Schweden „Fika“ nennt und mit der spanischen Siesta vergleichbar ist: Die Unterbrechung einer Tätigkeit, um mit Freunden und der Familie zu entspannen und einen Kaffee zu trinken. Dazu gibt’s im Okay „Plättar“, also Pfannküchlein mit Belag nach Wahl (sehen fast zu gut aus, um sie anzurühren) - oder wahlweise Toast mit Ziegenkäse, karamellisierten Zwiebeln und Walnüssen. Checkpoint-Urteil: Mehr als okay! U-Bhf Schönleinstraße, Di-Fr 9-18 Uhr, Sa-So 10-19 Uhr
Berlinbesuch in Richtung Kopenhagen schicken: Natürlich nur ein Stückchen, den Berlin-Kopenhagen-Radweg entlang nämlich! Starten kann man gut ab dem U-Bahnhof Jakob-Kaiser-Platz, von dort aus geht’s in Richtung Nord-Westen auf den Heckerdamm und schon ist man auf der Route! Weiter geht’s über die Havel, dann nach Norden. Auf dem Weg radelt man am Grenzturm Nieder Neuendorf vorbei, zur Rechten stets der Blick aufs Wasser. Auch die Stolper Heide durchquert man auf der Tour: Hier bietet sich ein kleines Picknick am See an, bevor es weitergeht nach Birkenwerder – vielleicht der vorläufige Endpunkt, die S-Bahn bringt einen von hier aus jedenfalls anstrengungslos zurück. Die ganze Route finden Sie hier.
Geschenk für „Take That“-Fans: Vermutlich werden sie sich wiedererkennen in den Hauptcharakteren des Musicals „The Band“. Wir befinden uns in den 90er Jahren, alles dreht sich um fünf Mädchen, bei denen sich wiederum alles nur um eins dreht: Ihre Lieblings-Boygroup. Vorbild für den Plot sind selbstverständlich keine Geringeren als Take That, die Boygroup, bei der bei (Ex-)Fans bestimmt noch nostalgiebedingt das Herz kurz anfängt zu rasen. Und wo könnte man sich da in besserer Gesellschaft befinden, als im Publikum des Stage Theaters des Westens, bis zum 15. September immer Di-Fr um 19.30 Uhr, Sa 15 und 19.30 Uhr, sowie So 14.30 Uhr. Karten gibt’s ab 39 Euro. Kantstraße 12, S/U-Bhf Zoologischer Garten
Last-Minute-Lesung im Hugendubel in Steglitz: Pünktlich zum Fontane-Jahr (der Schriftsteller wäre dieses Jahr 200 Jahre alt geworden) bringt Iwan-Michelangelo D’Aprile eine Biografie Fontanes heraus, die er um 20.15 Uhr zusammen mit Schauspielerin Julia Jäger, die ihm beim Vortragen von Originaltexten zur Seite steht, präsentiert. Er beleuchtet in „Fontane – Ein Jahrhundert in Bewegung“ besonders die Berlin-Romane des „Effi Briest“-Autors und verbindet sie mit seinen Analysen zum Leben in der Großstadt. Häppchen und Sekt sind im Eintrittspreis von 15 Euro inbegriffen. Schloßstraße 109/110a, S-Bhf Feuerbachstraße
Noch hingehen ins Maxim Gorki (Am Festungsgraben 2, S/U-Bhf Friedrichstraße): Ab Mai bringt das Theater nämlich seine Bühnentechnik auf den neusten Stand, was gleichzeitig heißt: Keine Aufführungen mehr auf der großen Bühne – und zwar bis Mitte August. Viele der laufenden Stücke werden deshalb nur noch bis Ende dieses Monats zu sehen sein, so etwa „Yes But No“ von Yael Ronen über die #MeToo-Debatte (Sa, 19.30 Uhr, Karten ab 24 Euro), oder „Thrid Generation, Next Generation“ (28. April bis 1. Mai, 19.30 Uhr, Restkarten an der Abendkasse). Im Rahmen letzterer Produktion findet übrigens die dreiteilige Filmreihe „Creation – Revelation – Redemption“ von Udi Aloni zur heutigen Rolle von Religion und Erlösung statt (Sa-So, der Eintritt ist frei).
Das Stadtleben heute von: Maria Kotsev
Prominent verraten
Blick über den Wahlkreis unserer gesuchten Berlinerin im Herzen der Stadt. Zweimal hat sie hier direkt gewonnen. Oft sucht sie auch das direkte Gespräch mit den Bürgerinnen auf dem, wie sie findet, schönsten Wochenmarkt Berlins auf dem Arkonaplatz.
Bekannte Berliner fotografieren für uns eine Woche lang täglich Ausschnitte aus ihrem Leben. Erraten Sie, wer sich diesmal hinter den Bildern versteckt? Senden Sie uns bis Donnerstag eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de mit dem richtigen Namen und gewinnen Sie zwei "Checkpott"-Kaffeetassen. Die Auflösung kommt immer freitags - mit einem Selfie. Alle bisherigen Fotos und Hinweise finden Sie hier.
Berlin heute
Verkehr – Auf dem Nördlichen Berliner Ring (A10) kommt es von 22-22.20 Uhr und von 23-23-20 Uhr in beiden Richtungen zwischen AD Havelland und AD Oranienburg zu Vollsperrungen in Höhe AS Oberkrämer. Auf dem Stadtring (A100) ist die Auffahrt von der AS Gradestraße zur A 100 gesperrt – umgeleitet wird über Ullsteinstraße und Tempelhofer Damm. Und im Regionalverkehr gibt es Fahrplanänderungen auf den Linien RE3, RB24 und RE66, genauere Infos finden Sie wie immer auf der VIZ.
Demonstration – In Mitte wird von 15.30-18 Uhr eine „Demonstration für christliche Werte in unserer Gesellschaft” organisiert. Unter dem Motto „Menschenrechte“ findet eine Kundgebung in Charlottenburg-Wilmersdorf von 15.50-19 Uhr statt. „Hand in Hand gegen Verdrängung durch Spekulanten“ heißt eine Kundgebung in Neukölln, die von 17-17.45 Uhr stattfindet. Und „Tierrechte in die Parlamente“ wird in Tempelhof-Schöneberg von 17.30-20 Uhr gefordert. (Anmerkung der Redaktion: Aufgrund einer internen Prüfung bei der Polizei werden derzeit bis auf Bezirk, Uhrzeit und Titel keine näheren Informationen zu den Demonstrationen gegeben.)
Gericht – Sieben Monate nach einer Messerstecherei am Teufelsberg, bei der ein 19-Jähriger lebensgefährlich verletzt wurde, kommen zwei 17- und 18-Jährige wegen versuchten Totschlags auf die Anklagebank (13.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal B 218).
Universität – Am musikwissenschaftlichen Institut der HU hält Wolfgang Detel um 18 Uhr einen Gastvortrag über „Die Idee der musikalischen Zeit: Ein Blick zurück in die klassische Antike“. Der Eintritt ist frei. Am Kupfergraben 5, S/U-Bhf Friedrichstraße, Raum 501
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Mein lieber Bruder Axel. Grüße aus Düsseldorf.“ / Bernd Böhlich (62), Regisseur und Drehbuchautor / Heribert Guggenthaler (70), „Stadt- und Verkehrsplaner, ehem. RefL in der Berliner Senatsverwaltung“ / Katharina Heyer (36), Schauspielerin / Felix Koeppe (16), „Grattis på din födelsedag. Christiane und der verschnarchte Pépé“ / Markus Lüpertz (78), Maler und Bildhauer / Dieter Schmid (71), „Chef des Restaurants Vogelweide in Tegel. Alles Liebe zum Geburtstag und zum 40. Jubiläum des Lokals. Weiter so - dein Team und Familie“ / James Sheppard (31), Eishockeyspieler bei den Eisbären / nachträglich: Christine Krömer (65), „Es grüßt sie ganz lieb ihre Tochter Laura“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – PD Dr. Birgit Köhler, * 4. Februar 1965 / Prof. Dr. Wolfgang Rudorff, * 11.Februar 1934 / Dieter Winkhaus, * 9. März 1948
Stolperstein – Bergener Straße 2, Prenzlauer Berg (heute Hausnummer 1):Hier wohnte die Widerständlerin Gerda Kafka (Jhg. 1920) mit ihrem Mann Alfred Kafka und ihren zwei Kindern. Heute vor 74 Jahren brach sie nach Pankow auf, um Nachrichten zu überbringen. Von ihrem Einsatz kam sie nie zurück und blieb verschollen. 1947 wurde Kafka für tot erklärt.
Im Tagesspiegel
Eine Expedition ins Unbekannte: Gerda Hasselfeldt blickt auf die Hütten. „Wir leben in Deutschland in einem Paradies“, sagt die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes und CSU-Politikerin. In Bangladesch will sie erfahren, wie Rohingya-Flüchtlingen geholfen wird. Zu nah möchte sie ihnen aber nicht kommen. Lesen Sie die Reportage von Ingrid Müller aus Cox's Bazar heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
Die Bäume brauchen dringend Wasser. Am besten geht das mit den öffentlichen Pumpen wie jener in der Burgemeisterstraße in Tempelhof. Die funktioniert leider nicht. Anruf bei der Behördennummer 115: „Sie haben das Servicecenter der Berliner Verwaltung erreicht.“ Ok, zum Anliegen: „Das Anstellen der öffentlichen Wasserpumpen.“ – „Sie möchten einen Kinderreisepass?“ – „Nein!“ – „Ich verbinde mit einem Mitarbeiter … Eine Verbindung mit einem Mitarbeiter ist leider nicht möglich. Vielen Dank für Ihren Anruf.“ Ein paar Versuche später: Endlich eine Mitarbeiterin am Telefon! Sie nennt eine andere Nummer und den Namen eines Mitarbeiters vom Grünflächenamt. Und so weiter. Am Ende der Geschichte werden es neun verschiedene Namen und Nummern sein, die empfohlen und ausprobiert wurden. Doch zunächst der Hinweis eines weiteren Mitarbeiters: Nach 13 Uhr sind die Chancen größer. Anruf nach 13 Uhr, Auskunft: Mittwoch nach 13 Uhr ist hier eigentlich niemand mehr … aber versuchen Sie es doch später noch mal. Später: Es geht tatsächlich jemand ran! Seine Auskunft: Er ist 1) schon im Feierabend, außerdem ist 2) nicht die Abteilung Grünflächen zuständig, sondern die Abteilung Straße, und 3) kann die Pumpe eigentlich nur kaputt sein, denn die wird im Winter gar nicht abgestellt und demzufolge auch im Frühling nicht angestellt.
Vier Stunden war CP-Leserin Christiane B. mit der Verwaltung beschäftigt wegen der Pumpe. Dann sprach sie auf dem Spielplatz einen Vater an, der sich die Sache ansah und die Pumpe zum Leben erweckte. Wird jetzt sicher als Ordnungswidrigkeit verfolgt.
Morgen schöpft Björn Seeling hier für Sie aus dem Vollen. Kommen Sie gut durch den Sommertag. Bis bald,

