dieser Mittwoch wird ein ereignisreicher Tag – mit Konsequenzen für alle. Ab dem Mittag berät die Kanzlerin mit den Länderchefs darüber, wie sich die immer steiler anschwellende zweite Coronawelle abflachen oder brechen lässt, um den bereits wieder begonnenen Ansturm auf die Kliniken zu bremsen. Ideen aus Kanzleramt und Ländern gibt es vorab reichlich, angenehm klingt keine davon: Kurzzeit-Lockdown (zwei Wochen radikales Herunterfahren als „Wellenbrecher“), Lockdown light (Restaurants, Kultur- und Sportstätten geschlossen, aber Schulen offen), strikte Kontaktbeschränkungen im Privaten. Die Abwägung zwischen Infektionsschutz und den sozial und wirtschaftlich vertretbaren Einschränkungen elementarer Rechte wird zäh werden. Und das, während draußen der Wind gerade erst das letzte Oktobergold fortweht.
Welche Konsequenzen sich fürs Hochrisikogebiet Berlin ergeben, will der Senat spätestens morgen diskutieren. Bei der regulären Sitzung gestern wurden die Stellschrauben etwas fester, aber noch nicht knallhart angezogen: Die – juristisch bisher eher mäßig solide – Sperrstunde wird zunächst bis Mitte November verlängert, die Maskenpflicht wird auf weitere Straßen und Orte sowie auf Veranstaltungen im Freien ab 20 Personen ausgedehnt, draußen dürfen sich statt 5000 nur noch 500 Menschen versammeln, drinnen nur noch 300 statt 1000; Ausnahmen sind mit umfassendem Hygienekonzept möglich. Die katastrophal betroffene Veranstaltungsbranche will heute per Demo auf sich aufmerksam machen. Für Hertha und Union bedeuten die Beschränkungen wohl wieder Geisterspiele, wobei die Frage ist, ob die Stimmung im Olympiastadion mit null oder mit 500 Zuschauern gespenstischer wäre.
Anzeige
Kiezspaziergang Köpenick
Entdecken Sie lebendige Quartiere! Wir bei degewo kennen unsere Kieze wie die eigene Westentasche. Wir sorgen dafür, dass Kieze zu lebenswerten Nachbarschaften werden. Als Kiezkenner wissen wir, wo der Schuh drückt und haben ein Ohr für die Mieterinnen und Mieter der Stadt und haben im Blick, was lebendige Quartiere ausmacht.
www.blog.degewo.de
Die Gesundheitsverwaltung meldete gestern für Berlin den neuen Tagesrekord von 1040 Neuinfektionen. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz kommt Berlin insgesamt auf 137 pro 100.000 Einwohner, wobei die Spanne von 251 in Neukölln bis zu 62 in Marzahn-Hellersdorf reicht. Dass just am Tag der Rekordmeldung die Ampel für den R-Wert (also die Ansteckungsrate in einem Vier-Tage-Intervall) wieder von Gelb auf Grün sprang, mag mathematisch korrekt hergeleitet sein. Aber beim interessierten Laien kann diese Art der Entwarnung den Eindruck erwecken, dass bei der Corona-Ampel irgendwelche Querlenker (die Verkehrslenkung Berlin kann's nicht sein, da aufgelöst) ihre Finger im Spiel haben. Über den Zusammenhang zwischen Plausibilität und Akzeptanz wurde ja zuletzt genug gesagt.
Anzeige
Der grüne Zukunftspakt ist unser Vorschlag für einen Aufbruch aus der Wirtschafts- und Klimakrise. Dr. Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender, die Sprecherin für Wirtschaftspolitik Katharina Dröge und der stv. Fraktionsvorsitzende Oliver Krischer diskutieren darüber mit Expert*innen aus Wirtschaft und Wissenschaft.
Anmeldung: gruene-bundestag.de/termine
Da die verschärften Corona-Regeln am Samstag in Kraft treten, braucht bereits der SPD-Landesparteitag im Neuköllner Estrel eine Ausnahmegenehmigung. Stattfinden soll er auf jeden Fall. Die Stimmung des Spitzenpersonals dürfte wiederum vom Verlauf des heutigen Tages abhängen: Am Abend soll das Mitgliedervotum im Duell um die Bundestagskandidatur zwischen Sawsan Chebli und Michael Müller verkündet werden.
Bereits am Morgen will hingegen die CDU-Fraktion ein von ihr beauftragtes Gutachten des Bonner Juristen Klaus Gärditz zum Umgang von Senat und FU mit den Plagiaten in Franziska Giffeys Dissertation präsentieren. Gärditz hat Renommee als Professor für öffentliches Recht und steht bisher nicht im Verdacht, irgendwem Gefälligkeitsgutachten zu liefern. Wenn die CDU einen Pressetermin mit ihm veranstaltet, dürfte sein Fazit für Giffey unerfreulich ausfallen. Das allein wird die Ministerin verschmerzen. Aber es dürfte ihre Ausgangslage auf dem Parteitag verschlechtern, auf dem sie mit Raed Saleh den eher linken Genossen ihre per Tagesspiegel-Interview publik gemachte Anti-R2G-Programmatik mit urbanem Breitenwachstum und verkehrspolitischer 80er-Jahre-Party erklären muss.
Anzeige
Corona, Rezession, US-Wahl. Das Deutsche Wirtschaftsforum widmet sich vom 4. bis 6. November 2020 drei Tage lang in einem digitalen Format mit Top-Speakern den drängenden Fragen unserer Zeit, insbesondere zu Demokratie, Digitalwirtschaft und Unternehmertum.
Jetzt kostenfrei anmelden: www.deutscheswirtschaftsforum.de
42 der 55 Unternehmen mit Beteiligung des Landes Berlin haben im vergangenen Jahr mindestens eine schwarze Null erwirtschaftet. Dabei haben sie laut Finanzsenator Matthias Kollatz mit 5,5 Milliarden Euro mehr als je zuvor investiert. 3,8 Milliarden davon entfallen auf die Wohnungsbaugesellschaften – wobei weniger als die Hälfte in Neubau floss, sondern überwiegend in Ankäufe investiert wurde. Der Flughafen steht mit 445 Mio. Investitionen auf der Liste (die laufende Insolvenzvermeidung wird anderweitig verbucht), dicht gefolgt von den Wasserbetrieben, die zugleich den höchsten Gewinn einfuhren (was die Bedeutung des Kleingartenwesens fürs Gemeinwohl illustriert). Der Frauenanteil in den Geschäftsführungen betrug 39 Prozent, in den Aufsichtsräten 53 Prozent.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Seit Monaten sind die beiden Sicherstellungsgelände der Polizei mit beschlagnahmten Autos überfüllt, aber jetzt haben Brandstifter die Parkplatznot gelindert: In der Nacht zu Dienstag gingen auf dem umzäunten Areal in Biesdorf elf Fahrzeuge ganz oder teilweise in Flammen auf. Wie viele Straftaten durch die dabei vernichteten Spuren nicht mehr gerichtsfest aufgeklärt werden können, wird man wohl nie erfahren.
Dänische Rechtsextremisten fühlen sich offenbar berufen, den Berlinern heute Nachhilfe in Islamhass zu geben – oder einfach nur hier Krawall zu machen: Auf Facebook kündigt die Rassistenpartei „Stram Kurs“ eine Demo im Bereich der Sonnenallee an. Und gibt außerdem bekannt: „Wir bringen den Koran mit!“ In Kopenhagen hatte der mehrfach vorbestrafte Parteichef 2019 einen Koran verbrannt und damit tagelange Ausschreitungen provoziert. Die Berliner Polizei hat nach eigenem Bekunden bisher keine Anmeldung, ist aber gewarnt.
Der Berlkönig fährt weiter durch Nacht und Wind, jedenfalls bis zum 31. Januar: Laut „Berliner Zeitung“ haben BVG und Betreiber ViaVan gestern die Verlängerung um drei Monate vereinbart. Die weitere Perspektive ist allerdings nach wie vor ungewiss. Laut der Verkehrsbetriebe sind die Berlkönige mittlerweile nicht mehr so oft als subventionierte Billigtaxis unterwegs wie noch zu Beginn, weil der Anteil der gebündelten Fahrten deutlich gestiegen sei. Gut für die Umwelt, schlecht für den R-Wert.
Sollte in Ihrem CP gestern gestanden haben, Parlamentspräsident Ralf Wieland habe kürzlich eine Sondersitzung des Abgeordnetenhauses abgelehnt, korrigieren wir das hiermit – und danken der Parlamentsverwaltung für den Hinweis, dass laut Geschäftsordnung des AGH der Präsident allein eine solche Sitzung weder anberaumen noch ablehnen kann. Vielmehr müsste sie von 20 Prozent der Abgeordneten beantragt oder vom AGH bzw. Ältestenrat beschlossen werden. Wir sind ja hier nicht in Amerika oder bei den Rockern, wo der Präsident macht, was er will.
Anzeige
Wir schenken Ihnen den Tagesspiegel zur US-Wahl!
Lesen Sie die Zeitung am Wochenende und täglich digital. Inkl. Tagesspiegel Plus und Checkpoint.
30 Tage gratis. Wenn Sie danach weiterlesen, erhalten Sie 150 €!
Hier geht es zum Angebot
Das Amtsgericht Tiergarten hat gestern einen 23-Jährigen zu 90 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt. Der Mann hatte in einer Januarnacht 2019 am Steuer eines Mercedes in der Grunerstraße mit Tempo 108 bei erlaubten 50 eine Fußgängerin angefahren. Die junge Frau hat nur durch Zufall und mit schweren Schäden überlebt. Im Januar 2021 kann der Raser seinen Führerschein zurückbekommen. Tatort war dieselbe Stelle, an der ein Jahr zuvor ein Streifenwagen mit Tempo 93 ins Auto der 21-jährigen Fabien Martini gekracht war, die dabei starb. Gestern begann die Verhandlung gegen den Polizisten – mit der Erkenntnis, dass ein solches Unglück nur Verlierer hinterlässt.
Falls Sie noch ein coronasicheres Ausflugsziel suchen, das sich auch an Tagen mit Muschepupu-Wetter lohnt: Gerade hat die Stiftung Naturschutz ein neues Video von Senats-Outdoorgott Derk Ehlert veröffentlicht, eine Herbstwanderung zum Nordzipfel Berlins. Unterwegs gibt’s Moorlinse mit Geflügel. Ich war im Sommer selbst zum ersten Mal da – und kann es wirklich sehr empfehlen.
Anzeige
Auf dieser exklusiven Tagesspiegel-Reise begleitet Sie Autor Harald Martenstein ein paar Tage auf der MS Emily Bronte. Das luxuriöse 5-Sterne Superior Schiff mit erfahrenen Reiseführern macht diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis. Jetzt auf Tagesspiegel-Reisen.
Ein Forschungsteam vom Berliner Naturkundemuseum und den Universitäten von Texas und Ohio hat herausgefunden und dokumentiert, dass kranke Vampirfledermäuse auf Distanz zu Artgenossen gehen. Das Sozialverhalten der Tiere wurde mit Hilfe modernster Technik erfasst, darunter selbst gebauten Näherungssensoren. Ausgewertet wurden die Daten mit Netzwerkanalysen am Computer.
Die Motivation, nur zurückhaltend Nähe zu kranken Individuen zu suchen, scheint ähnlich wie beim Menschen: Mehr Abstand und weniger Begegnungen mit Erkrankten verringert die Ansteckungsgefahr für die, die gesund sind. Die Fledermäuse haben's verstanden.

Das Projekt @wasihrnichtseht macht Rassismuserfahrungen von Schwarzen sichtbar. Wir machen das durch eine Kooperation an dieser Stelle auch.
Falls das Wetter so gar nicht zum Rausgehen ist: Meine Kollegin Angie Pohlers macht mich auf das achtteilige Homeoffice-Spielset von Fisher-Price (ab 3 Jahren) aufmerksam: Holzlaptop mit Stoff-Apps zum Anpappen, Holzphone, Headset, Kaffeebecher. Motto: „Gear up for a busy day of pretend play.“ Klingt, als hätte jemand eine Homeoffice-Beschreibung von Friedrich Merz, dem Basiskanzler der Herzen (oder umgekehrt), übersetzt.
Im gestern veröffentlichten Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler stehen u.a. die Umstände, unter denen in Berlin die Corona-Soforthilfen an Solo-Selbstständige ausgezahlt worden sind. Gewarnt wird vor dem Flussbad. Außerdem steht wohl irgendwas von Kostenexplosion beim BER drin. Hm. Sollten die Kollegen in der Redaktion wohl mal einen Blick drauf werfen.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Beim Anblick der Zahlen bin ich fast vom Stuhl gefallen.“
Reiner Rössler, Chef des Gutachterausschusses für Grundstückswerte, angesichts der Halbjahresbilanz des Berliner Immobilienmarktes. Vor allem Anzahl und Preise der verkauften Büro- und Geschäftsflächen brachen heftig ein. Bei Wohngebäuden ist der Trend nicht so klar.
Tweet des Tages
Update: Die Berliner Polizei hat durch Nachfragen bei der zuständigen Stelle erfahren, dass die #Maskenpflicht in Berliner Einkaufsstraßen doch nicht für Radfahrer gilt.
Stadtleben
Essen &Trinken – Im „La Bolognina“ ist es nicht nur richtig gemütlich, es kommen selbst bei kalten Temperaturen sommerliche Feriengefühle auf: Die selbstgemachten Nudel-Gerichte entführen in einen Sommernachtstraum. Tollen Wein gibt es auch zu Genüge. Auf der Karte sind auch Piadine zu finden, gefüllte, natürlich auch selbstgemachte, Teigfladen. Italien gibt's also auch in Neukölln (Donaustraße 107). U-Bhf Rathau Neukölln, Di-Sa 17-23 Uhr
Das ganze Stadtleben gibt's mit dem Tagesspiegel-Plus-Abo.
Anzeige
Vom 1. - 10. November wird Berlin zur Plattform für globale Spitzenforschung. Über 200 Events finden digital und teilweise physisch statt. Lesen Sie im neuen digitalen Magazin über Zukunftsinnovationen der Quantentechnologie, die Städte der Zukunft und digitale Gesundheit. Alle Infos und das Programm hier.
Berlinbesuch – Wer auch das selbstverständliche U-Bahn und Bus fahren vermisst, kann sich mal den YouTube-Kanal der BVG anschauen. Da gibt es sogar Arien übers U-Bahn-Fahren. Verzeihen kann man der BVG trotz der hübschen Filmchen nicht in Gänze: Dafür hat man schon viel zu oft frierend an irgendeinem zugigen U-Bahnhof gewartet.
Geschenk – Bis Weihnachten ist es nicht mehr so weit. Bester Indikator dafür sind die Lebkuchen in den Supermarktregalen: Man kann sich also auch schon jetzt mal etwas gönnen. Zum Beispiel in Portugal handgefertigte Schuhe. Das kleine Unternehmen „an hour and a shower“ einer Deutschen, die es nach Paris verschlagen hat, überrascht durch ungewöhnliche Damen-Schuhe mit einem klassischen Touch. Besonders empfehlenswert: Die „Soap-Heel“ Collection. Die erinnert einen zuverlässig ans Händewaschen – schließlich nicht ganz unwichtig.
Noch hingehen – Riechen sie es auch? Die Pariser Luft weht auch in Berlin, wenn Sie die Fotografien von Roger Melis betrachten. Er schaut der Stadt so intensiv in ihr Herz, wie es wenige schaffen. Der ostdeutsche Fotograf, der an die Seine reisen durfte, hat einen anmutigen Bildband erschaffen. Paris ohne den Champs-Élysée gibt’s bis Ende Oktober im Moment noch in der Galerie argus fotokunst als Original Fotoabzug zu bestaunen. Fernweh garantiert!
Karten gewinnen – „Ein ganz klares Jein.“ Das steht nicht nur für die Berliner Corona-Politik, sondern ist auch Nektarios Vlachopoulos Motto. Die gleichnamige Vorstellung des Slampoeten und ehemaligen Deutschlehrers beleuchtet alle Probleme der oberen Mittelschicht. Diesem braven Bürgertum gibt der Humorist eine unverbindliche Handlungsempfehlung – auch „für unentschlossene Dogmatiker“. Wie genau das aussieht, finden Sie am besten vom 28.-31. Oktober selbst heraus. Wenn sie Glück haben, gewinnen Sie vielleicht einen Gästelistenplatz (bis 12 Uhr) – sonst gibt’s hier Tickets.
Berlin heute
Verkehr – A100 (Stadtring): In der Zeit von 22 Uhr bis Donnerstag, ca. 5 Uhr, sind auf der Autobahn temporär mehrere Auffahrten (Auffahrt Hohenzollerndamm Richtung Neukölln, Auffahrt Tempelhofer Damm Richtung Neukölln, Verbindungsfahrbahn von der A103 auf die A100 Richtung Wedding) gesperrt.
Kaiser-Wilhelm-Straße (Lankwitz): Ab dem frühen Morgen bis Mitte November steht in beiden Richtungen zwischen Alt-Lankwitz und Sieversbrücke jeweils nur ein Fahrtstreifen zur Verfügung.
Leipziger Straße (Mitte): Bis zum Freitag steht von 9-15 Uhr in Richtung Potsdamer Platz nur ein Fahrstreifen zwischen Wilhelmstraße und Leipziger Platz zur Verfügung. Der Fuß- und Radverkehr wird über einen gemeinsamen Geh- und Radweg geführt.
Minna-Cauer-Straße (Moabit): Richtung Tiergartentunnel ist die Fahrbahn zwischen Heidestraße und der Einfahrt zum Tiergartentunnel bis Ende Januar 2021 auf einen Fahrstreifen verengt. Der Fuß- und Radverkehr wird über einen gemeinsamen Geh- und Radweg geführt.
Michael-Brückner-Straße (Niederschöneweide):
Auf der Michael-Brückner-Straße beginnen am Morgen Gleisbauarbeiten. Stadtauswärts ist in Höhe Brückenstraße der rechte Fahrstreifen gesperrt. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Mitte November
Demonstrationen – 10 Menschen, angemeldet von Greenpeace, setzen sich vor dem Bundeskanzleramt für die „Einführung eines Lieferkettengesetztes“ ein (8.30 – 15 Uhr). Für die „Demo für Frank Zander“ vom Stuttgarter Platz bis zum Rathaus Charlottenburg sind 250 Teilnehmer*innen angemeldet (10 – 14 Uhr). Der BVD e.V. (Berufsverband Discjockey) kündigt 6.000 Menschen an, die unter dem Motto „Für die Kultur und Veranstaltungswirtschaft – Wir schaffen das so nicht“ vom Neptunbrunnen am Alexanderplatz bis zum Platz des 18. März laufen werden. Unterstützt werden sie von einem Autokorso mit 650 Teilnehmenden, dieser startet am Olympischer Platz und endet ebenfalls am Platz des 18. März (12.30 – 22 Uhr). Wegen „Wahlbetrug in Guinea, Ermordung von Kindern der Fulavolksgruppe“ versammeln sich 50 Bürger*innen vor dem Auswärtigen Amt (15 – 18 Uhr). Die Berliner Städtegruppen von Terre de Femme und Sisters haben zum „Protest gegen das geplante Großbordell in der Englischen Straße 29“ am jenen Ort aufgerufen, es werden 8 Personen erwartet (15.30 – 17.30). Unter dem Motto „Stop Heimstaden – Aufmerksamkeit erregen für die 130 an Heimstaden verkauften Häuser“ findet ein Aufzug mit 40 Teilnehmer*innen von der Ebertystraße bis zur Palisadenstraße statt (16.30 – 19 Uhr). 30 Personen nehmen an der Kundgebung „Niemand ist vergessen! Für ein würdiges Gedenken an Eugenio Botnari“ in der Treskowallee vor dem Kulturhaus Karlshorst teil. (18 – 22 Uhr)
Gericht – Der Prozess gegen Clanchef Arafat Abou-Chaker (44) und drei seiner Brüder wird fortgesetzt. Es geht um mutmaßliche Straftaten zum Nachteil von Rapper Bushido (42). Dazu sei es gekommen, nachdem der Musiker die Geschäftsbeziehungen aufgelösthatte. Sein Ex-Partner habe ein Vermögen gefordert (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 500).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Horst Antes (84), Maler, Grafiker, Bildhauer / Gerhart Rudolf Baum (88), ehem. Innenminister (1978-1982) und Rechtsanwalt / Christian Berkel (63), Schauspieler und Autor/ Jutta Eisermann (75), „Liebe Jutta, vierter Stock Altbau ohne Fahrstuhl hält fit und schön, wie man an Dir sieht. Weiterhin viel Spaß im Sportstudio und alles Gute zum Halbrunden von Werner und Markus!“ / Daniel Erdmann (47), Jazzsaxophonist und -flötist / Cornelia Froboess (77), Schauspielerin und ehem. Schlagersängerin / Hans-Joachim Gehrke (75), Althistoriker und ehem. Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts / Laszlo Gergely (79), ehem. Fußballer / Dr. Jörg Hahn (70), "Du bist immer da für Deine Familie und Deine Bienen. Bleib gesund und froh in all Deinem Tun!“ / Annette Humpe (70), Popsängerin und Produzentin / Irene Kerber (103), „Liebe Irene, Deine Freunde gratulieren Dir von Herzen. Behalte Deinen guten, klaren Geist. Wir hoffen, Dich noch einige Zeit weiter begleiten zu können.“ / Ramona Neumann, „Schön, dich als Schwiegertochter zu haben" / Agnes Obel (40), Sängerin und Pianistin / Minna Viktoria Twes (1), „Sie macht Ihrem Namen alle Ehre und gewinnt durch beständige Freundlichkeit, die auch höheren Belastungen durch Bruder, Schwester und Cousinen standhält. Oma Marion und Opa Kurt wünschen alles Gute und gratulieren der gesamten Familie einschließlich dem enterbtem Sohn."
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Anja Herold, verstorben am 16. Oktober 2020, Berliner Stadtreinigung / Genia Ruth Krug, * 16. Dezember 1952 / Giovanni Mazza, * 10. Juni 1944 / Ilona Rákóczy
Stolperstein – Ursula Lewin (Jhg. 1912) wurde am 10. März 1944 aus der Nassauischen Straße 53 in Charlottenburg-Wilmersdorf mit ihren Eltern und insgesamt 56 Juden und Jüdinnen nach Theresienstadt deportiert. Heute vor 76 Jahren wurde sie anschließend nach Auschwitz deportiert, wo sie mit 32 Jahren ermordet wurde.
Encore
Unter den leitenden BER-Veteranen, die hier in diesen Tagen zu Wort kommen, war Carsten Wilmsen einer der weniger prominenten. Vielleicht war er nicht so laut, vielleicht nicht lange genug in Schönefeld, um öffentlich aufzufallen: Im August 2018 hatte er angefangen, im November 2019 teilte die Flughafengesellschaft seinen für Mai 2020 geplanten Abflug mit – auf eigenen Wunsch; er wolle sich beruflich außerhalb der Branche weiterentwickeln. Tatsächlich ist Wilmsen heute Geschäftsführer bei Deutsche Seerederei (DSR) Immobilien Development. „Trotz der aktuell existenziellen Krise der weltweiten Luftfahrtindustrie wird der neue Hauptstadtflughafen BER seine vielfältigen Qualitäten mit der Eröffnung beweisen und noch ein ganz wichtiger Baustein der deutschen Luftfahrtbranche in der Zukunft sein“, sagt Wilmsen auf CP-Anfrage. „Die Eröffnung des BER ist daher ein guter Tag für Deutschland und die Metropolregion Berlin.“
Vielleicht wird ja auch heute ein guter Tag – im Rahmen der aktuellen Möglichkeiten. Das Stadtleben in diesem CP hat Carlotta Cölln verfasst, ausgehfein hat ihn heute früh Kathrin Maurer gemacht. Morgen grüßt Sie hier Robert Ide. Machen Sie's gut!