„Wer politische Klarheit sucht, findet sie bei ihr“, schwärmt die SPD-Abteilung Alt-Marzahn über Iris Spranger – soeben wurde die Innensenatorin hier einstimmig für Listenplatz 1 zur Abgeordnetenhauswahl 2026 und als Spitzenkandidatin für den Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf 2 nominiert. Bei der Suche nach politischer Klarheit darf man in den Parteiverlautbarungen allerdings nicht allzu weit zurückblättern – denn vor neun Monaten, genau am 24.10.24, verkündete dieselbe SPD-Abteilung ihren Mitgliedern noch den nahenden Parlamentsabschied der Genossin:
„Dies ist die letzte Wahlperiode von Iris Spranger, unserer Wahlkreisabgeordneten für das Abgeordnetenhaus (AGH). Iris hat sich entschieden, nicht mehr für das AGH zu kandidieren.“
Mit ihrem Entscheidungs-Umschwung ist Spranger jetzt jedenfalls eine heiße Kandidatin für die Adenauer-Medaille (Inschrift: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“) sowie für den Raed-Saleh-Verdienstorden: Die Kandidatur der engen Vertrauten des SPD-Fraktionschefs könnte den Einzug des ebenfalls nominierten SPD-Stadtrats Gordon Lemm ins Parlament verhindern – der frühere Bezirksbürgermeister gilt als Unterstützer der Parteivorsitzenden Martin Hikel und Nicola Böcker-Giannini, die Saleh (der jetzt gerne Regierender Bürgermeister werden möchte) aus dem Amt gekippt hatten.
Balkonien statt Balearen: Laut einer Umfrage der Landesbank können sich fast die Hälfte der Berliner keine Reise leisten. Der Deutsche Familienverband, der begleitete Reisen sowie Zuschüsse für privat geplante Urlaube anbietet (allerdings nur in Deutschland), verzeichnet „eine sich stetig steigernde Nachfrage“, wie Geschäftsführer Tom Rollenhagen dem Checkpoint sagte: „Wir werden die Mittel auch dieses Jahr komplett ausschöpfen“ (der Senat fördert diese Angebote mit rund einer Million Euro). Allerdings würden zunehmend Reisen kurzfristig storniert, weil Familien den Eigenanteil doch nicht stemmen können. Etwa jeder zweite Antrag wird abgelehnt, „da durch unqualifizierte Influencerwerbung sehr vereinfacht kostenloser Urlaub propagiert wird.“ In der Folge bekam der Verband beispielsweise Anfragen für zwei Wochen Mallorca, vier Wochen Vietnam oder Städtetrips nach Paris – Reisen, die durch das Förderprogramm nicht abgedeckt werden.
Aber auch wer sich’s zu leisten vermag, bleibt zuweilen daheim – Berlin im Sommer könnte ja auch wunderschön sein (bitte beachten Sie den Konjunktiv und den Wetterbericht). An den Gestaden der Spree lässt einen jedenfalls die Lektüre von Berichten aus Mallorca (da regnets übrigens gerade auch) über die Hufeisennatternplage („Für viele ist das ein Schock“) und den Hai-Alarm am Ballermann ebenso cool wie die Warnung vor heimtückischen Attacken giftiger Peterfische an der deutschen Nord- und Ostseeküste.
Und wie halten Sie‘s?

Ach, übrigens – falls Sie eben aus Sicherheitsgründen fürs Daheimbleiben gestimmt haben: Der Grunewald-Löwe ist immer noch nicht geschnappt (Sie glauben ja wohl nicht an das Beruhigungsmärchen vom Wildschwein) – und aktuell warnen die Berliner Behörden vor immer mehr invasiven Arten, u.a. dem Chinesischen Wollhandkrabbe, der Neuseeländischen Deckelschnecke, der Nilgans sowie dem Marderhund. Dazu unser Anlagetipp: Verkaufen Sie Ihre Zoo-Aktien – Berlin ist überall tierisch gut!
Der Glockenturm war früher ein Geheimtipp für ausverkaufte Waldbühnen-Konzerte – wenn die Spätschicht gute Laune hatte, blieb die Aussichtsplattform schon mal länger auf (legendär: Pearl Jam mit Neil Young inkl. Biernachschub bis zur Zugabe). Doch jetzt ist der Turm seit Monaten dicht – wegen Bauarbeiten, die aber noch gar nicht begonnen haben, wie der Pächter klagt. Im Einklang mit der BVV (Beschluss auf Antrag der CDU) und der „B.Z.“ fordert er vom Senat: „Macht den Glockenturm wieder auf!“
Doch das wird so bald nichts, wie die Innenverwaltung dem Checkpoint gestern in einer langen Stellungnahme mitteilte: Wegen der Sanierung des Olympiaparks musste Ende vergangenen Jahres der „Besucherfluchtturm“ abgebaut werden, und ohne den gibt’s keine Genehmigung für den Glockenturmbetrieb. Und wie geht’s weiter? Laut Innenverwaltung so:
„Es ist vorgesehen, den Betrieb des Glockenturms nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen an der Maifeldtribüne zum 2. Quartal 2026 wieder aufzunehmen.“
Checkpoint-Prognose: Das wird nichts. Denn die Verwaltung beschreibt die seit 2018 laufenden bzw. stockenden Arbeiten u.a. so: „…erst im Bauverlauf festgestellte Schäden“, „Insolvenz von Firmen“, „langwierige Ausschreibungsverfahren“, Kostensteigerungen“, Verzögerungen bei der Gesamtsanierungsmaßnahme“, „auch in diesem Jahr zeitliche Verschiebungen“... Tja, vielleicht sollte hier statt des Sportmuseums lieber ein Berliner Baumuseum eröffnet werden (der Checkpoint könnte einen originalen BER-Bauhelm als Exponat zur Verfügung stellen).
Die Suche nach einer Ausbildungsstelle ähnelt der nach der großen Liebe – den oder die Passende zu finden, ist gar nicht so leicht. In Berlin sind noch tausende Plätze unbesetzt, besonders viele im Handel, im Baugewerbe, in Verarbeitungsbetrieben und in der Verwaltung. René Dreke, Sprecher der Arbeitsagentur, sagt im Gespräch mit dem Checkpoint: „Berlin hat ein Matching-Problem“ – obwohl rund 10.000 junge Menschen eine Ausbildung suchen, sind zurzeit 6500 Plätze frei. Drekes Appell: Die Arbeitgeber müssten noch mehr Plätze anbieten – und der Agentur dann auch zur Vermittlung melden.
Zum Feindbild von Palästina-Demonstranten in Berlin gehört auch die Polizei – das war am Donnerstag am Checkpoint Charlie nicht anders, wieder kam es zu Gewaltszenen und Festnahmen. Wie man dennoch menschlich miteinander umgehen kann, zeigte ein Beamter, der kurz nach 19 Uhr auf dem Gehweg vorm „Starbucks“ (auch die Kette gehört zum Feindbild) das letzte Glied einer Polizeikette bildete. Vor ihm hatte sich eine Frau mit Shirt auf die Treppenstufe vorm Café gesetzt, offenbar mit Kreislaufschwierigkeiten. Der Polizist erkannte das und drückte ihr sofort die Flasche Mineralwasser in die Hand, die er gerade selbst erst bekommen hatte. Von einer anderen Frau gab es dafür einen Daumen hoch – und ein Lächeln.
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Berliner Schnuppen
Telegramm
Falls Sie sich wundern, warum es in Berlin derzeit nicht so sommerlich heiß ist wie sonst im Juli üblich: Schmuggler haben illegal 37 Tonnen Kältemittel hergeschafft – die Polizei konnte die Fracht verhaften und sucht jetzt jemanden, der das Zeug „fachgerecht vernichtet und entsorgt“ (PolBln 310_25). Hinweis: Das Verfahren wird laut Ausschreibung nicht beschleunigt – dementsprechend bleibt es zunächst für die Jahreszeit zu kühl.
Was heute passieren wird: Um 11 Uhr gibt’s mal wieder einen Spatenstich, diesmal für die Freitreppe am Humboldt-Forum - sechs Jahre nach dem Senatsbeschluss (geplante Fertigstellung: 2027).
Was heute nicht passieren wird: Ebenfalls vor sechs Jahren lud Hertha BSC für den 25.7.2025 zur Eröffnung eines neuen Stadions ein. Das können wir also ersatzlos aus dem Kalender streichen.
Neues Material für unser Betriebsstörungsbingo aus dem ICE 707 von Berlin nach München: Checkpoint-Leserin Sibylle Sterzer berichtet von einem plötzlichen Stopp auf freier Strecke. Die Durchsage: „Der Grund für diesen außerplanmäßigen Halt ist die zu rasante Fahrweise unseres Lokführers. Sobald wir wieder im Zeitplan sind, fahren wir weiter nach Bamberg, das wir pünktlich erreichen werden.“
Nächster Halt: Köln-Nippes. Diese Woche tauchten dort plötzlich Schilder auf mit der Aufschrift: „Berlin Hbf“ (Beweis hier). Wie die Hinweistafeln von der Spree an den Rhein kamen, ist unklar: „Wir wissen nicht, wer die Schilder angebracht hat und warum“, teilt die Deutsche Bahn auf Checkpoint-Anfrage mit. Klassischer Schildbürgerstreich.
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11 Jahre nach ihrer Erfindung (die erste gab’s in der Holzmarkstraße) steht jetzt auch vor dem Europacenter eine „Teledisco“ (kleinster Club der Welt!) – wenn Sie nach unserer nächsten Checkpoint-Berlin-Revue in den „Stachelschweinen“ am 25.9. (Achtung: fast ausverkauft!) den Abend allein austanzen wollen: Hier erfahren Sie, wie’s geht.
Und schon mal vormerken: Bereits am 6.9. geht im Luftschloss auf dem Tempelhofer Feld um 19.30 Uhr die Checkpoint-Band auf die Bühne – neben den fröhlich-ironischen Klassikern haben wir auch zwei musikalischen Premieren im Programm, bei denen der Ort des Geschehens (das beste Feld der Welt!) eine gewisse Rolle spielen könnte…
Personalien: Jes Albert Möller ist neuer Präsident des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg. Der 63-jährige folgt auf Sabine Schudoma, die in Ruhestand geht. Sie leitete das Gericht seit 2017 und begann ihre Laufbahn 1989 am Sozialgericht Berlin.
Sie finden keine Wohnung? Kaufen Sie eine Insel! Das ist „günstiger als die meisten Eigentumswohnungen“, sagt Makler Farhad Vladi. „Für 100.000 Euro bekommen Sie schon etwas Nettes.“ Was er außerdem verrät: Welcher prominente Berliner seine Insel an der französischen Atlantikküste abgeben will – wenn Sie ein Angebot abgeben wollen: Hier erfahren Sie mehr (T-Plus).
Die CDU-Fraktion feiert auf Instagram die Einführung von Fußfesseln mit einer Karikatur. Zu sehen ist ein Bein, das von einem Bären umklammert wird. In der Caption heißt es: „Die Berliner Fußfessel für Verbrecher kommt.“ Allerdings nicht für alle: Die Fußfessel ist nicht allgemein „für Verbrecher“ vorgesehen, sondern um Annäherungsverbote für gewalttätige Ex-Partner zu überwachen.
Zitat
„Das ist wie in einer alten Beziehung: Berlin geht mir wahnsinnig auf den Zeiger. Wenn ich aber weg bin, sehne ich mich zurück nach Berlin.“
Musikproduzentin Annette Humpe („Ideal“) bei Titel, Themen, Temperamente – vor 45 Jahren erschien das Debütalbum „Ideal“ mit dem legendären Song „Berlin“, das gerade als „Berlin 2025 Mix“ wiederveröffentlicht wurde.
Annette Humpes Schwester Inga Humpe (u.a. Neonbabies, 2Raumwohnung) war zuletzt im Checkpoint-Podcast „Eine Runde Berlin“ zu Gast – das Gespräch mit Ann-Kathrin Hipp können Sie hier hören.
Stadtleben
Verlosung – Brillante Musik von jungen Künstler:innen, die möglicherweise am Anfang einer großen Karriere stehen. Das bietet das Festival Young Euro Classic dem Publikum – und den Musiker:innen von Schottland bis Afghanistan vielfältige Möglichkeiten für Begegnung. Wir verlosen 3x2 Karten für das Eröffnungskonzert am 1. August! Das Nationale Jugendorchester Rumäniens spielt u.a. Rachmaninow, Sibelius und die deutsche Erstaufführung eines zeitgenössischen Werks von Adrian Pop (19 Uhr, reguläre Karten 18-40 Euro). Ansonsten große Symphonien, neue Werke, Tanz und ein extra Kindertag (bis 17.8.). Konzerthaus Berlin, Gendarmenmarkt, U-Bhf Unter den Linden
Essen & Trinken – Im Vereinsheim der Laubenkolonie „Einigkeit“ in Rosenthal gibt es ein Restaurant, das man so hier sicher nicht erwarten würde. In der „Bollenpiepe“ (Berlinisch für Frühlingszwiebel) kocht Marcus Kümmel in rustikalem Ambiente eine erstaunlich weltläufige Küche. Dazu muss man wissen: Er war mal Küchenchef des veganen Fine-Dining-Restaurants „Kopps“ in Mitte. In seinem eigenen Restaurant serviert er auch Fleisch und Fisch, allerdings sind schon seine Gemüsegerichte die Anreise in den hohen Berliner Norden wert: Etwa vorneweg die knackigen Rübchen, die nur leicht fermentiert und dabei butterzart, aber nicht säuerlich wurden. Dazu Pumpernickelkrümel, Aprikosencreme und reichlich Kräuter (aus eigenem Anbau). Mi-Fr ab 17.30 Uhr, Sa 12-14.30 und ab 15.30 Uhr, So ab 15.30 Uhr, Kräuterplatz 3, Bushaltestelle Kräuterweg
Last-Minute-Party – Der Berliner CSD steht uns direkt bevor. Wer sich einstimmen oder verlängern möchte – geht beides im Club OST: Heute tanzt man auf drei Floors zu Beats von Pagano, Hendrik Milan oder Jaycap (ab 22 Uhr), morgen steigt dann die Revolver XXL Pride Party ab 22.30 Uhr, also gleich im Anschluss an den CSD. Eintritt jeweils 28 Euro (Zwei-Tage-Pass 45 Euro), Alt-Stralau 1, S-Bhf Treptower Park
Noch hingehen – Hunderte Wohnungen im Grünen, mit „Außenwohnraum“ (Terrasse oder Garten), und das bezahlbar! Was für viele in Berlin wie ein Traum klingen dürfte, war auch 1925 bei der Grundsteinlegung der Hufeisensiedlung etwas Besonderes. Der Architekt Bruno Taut entwarf die Wohnungen im Stil des Neuen Bauens auf dem ehemaligen Rittergut Britz, heute Unesco-Weltkulturerbe. Noch bis morgen werden das Jubiläum sowie 650 Jahre Britz gefeiert, zum Abschluss steigt das große Welterbe-Fest, u.a. mit einem Wandelkonzert auf Tauts Spuren (ab 15.30 Uhr, Eintritt frei), Fritz-Reuter-Allee 44-50, U-Bhf Blaschkoallee
Grübelstoff – Sind Sie bis zum bitteren Ende wach geblieben? Und was jetzt – gucken Sie am Sonntag das EM-Finale, auch wenn die deutschen Frauen nicht mitspielen? Und animieren Sie diese Fußball-Großevents eigentlich dazu, auch selbst mal wieder ein Runde kicken zu gehen?
Kiekste
Das Motto für das anstehende Wochenende in der Club-Hauptstadt der Welt steht – bzw. steppt. Schönen Dank an Leser Hartmut Rehwinkel! Weitere Boogie-Bilder aus Berlin gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – A100 (Stadtring): Die Straße wird Richtung Schönefeld ab 21 Uhr bis Montag, 5 Uhr, zwischen Gradestraße und Späthstraße voll gesperrt.
Egon-Erwin-Kisch-Straße (Neu-Hohenschönhausen): Bis voraussichtlich 8. August ist die Fahrbahn Richtung Falkenberger Chaussee Nähe S-Bhf. Wartenberg auf einen Fahrstreifen verengt.
Köpenicker Landstraße/Schnellerstraße (Niederschöneweide): Stadtauswärts ist ein Fahrstreifen in Höhe der Marggraffbrücke von 8 bis 13 Uhr gesperrt.
Wiesendamm (Spandau): Bis zum Abend ist die Straße in Höhe Spandauer Damm für den Kfz-Verkehr gesperrt.
Nahverkehr – S-Bahn – S2: Von 22 Uhr bis zum 4. August ist der Verkehr zwischen Blankenfelde und Priesterweg unterbrochen.
Demonstration – Für heute sind 18 Demos angemeldet (Stand 24.7., 16 Uhr), u.a. „Protestkundgebung: Öffnet den Rafah-Grenzübergang – Stoppt den Hungerkrieg“: 500 Demonstrierende, Stauffenbergstraße 6 (16-18 Uhr)
„Solidarität mit Swaida gegen [den] Völkermord“: 700 Menschen, SanaD e.V., Jägerstraße/Kurstraße, Unter den Linden, Forum Bundeskanzleramt (15-20 Uhr)
„Community Dyke* March“: 7.000 Teilnehmende, Oranienplatz, Karl-Marx-Straße, Am Treptower Park (16-20 Uhr)
„Regenbogen vor dem Bundestag“: 100 Menschen, Platz der Republik (18.30-20 Uhr)
„#BerlinForBlago – Solidaritätskundgebung für Bürgermeister Blagomir Kotsev“: 50 Protestierende, Mauerstraße 11 (18.30-20 Uhr)
Sonnabend – Angemeldet sind 30 Demos, u.a. „Gemeinsam gegen den CSD-Terror und der [sic!] Identitätsstörung“: 400 Protestierende, Schöneberger Ufer 47 (11.30-15 Uhr)
„47. Christopher Street Day Berlin“: 500.000 Menschen, Berliner CSD e.V., Leipziger Straße, Lützowplatz, Straße des 17. Juni zw. Kleiner Stern und Platz d. 18. März (einschl.) (12-23.59 Uhr)
„Mahnwache für eine im Berliner Straßenverkehr getötete 65-jährige Fußgängerin“: zehn Teilnehmende, VCD Nordost, An der Wuhlheide 10 (16-16.30 Uhr)
Sonntag – Angemeldet sind 17 Demos, u.a. „Bass gegen rechts – Für Vielfalt und Solidarität“: 250 Menschen, Taco Rave, Route war bei Redaktionsschluss noch nicht festgelegt (13-21 Uhr)
„1. Pride Ride Berlin“: 60 Menschen, Queer Bikes Berlin, Pariser Platz, Karl-Marx-Allee, Mehringdamm, Großer Stern, Wiener Straße 36 (14-19 Uhr)
„Antifaschistischer Pastatag – Pastasciutta Antifascista“: 50 Teilnehmende, Nansenstraße 2 (16-20 Uhr)
Gericht –Wegen geplanter Entführung eines Kryptomillionärs wird einem 45-Jährigen der Prozess gemacht. Mit Komplizen habe er den Mann gewaltsam nach Polen verschleppen wollen, um eine Übertragung seines Vermögens zu erzwingen. Das Vorhaben sei gescheitert, weil ein Mittäter in Polen festgenommen worden sei (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal B306).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Clara Dreher (24), Fußballprofi, Kapitänin bei Hertha BSC / „Karlheinz ‚Kalle‘ Freynik groovt sich in ein neues Lebensjahr, wir nehmen freudig teil: an seinem Witz, seiner Herzenswärme, seiner immer wachen und vorurteilsfreien Neugier (...) Voller Zuneigung gratulieren wir einem wunderbaren Ehemann, Ziehvater und Freund!“ / „Simon, Felicidades Caballero por los primeros 45 – disfruten Berlín“ / Moritz von Uslar (55), Journalist, Theaterautor und Schriftsteller („Deutschboden“)
Sonnabend – Sawsan Chebli (47), Politikerin (SPD), Autorin und Aktivistin, bis 2021 Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales in der Berliner Senatskanzlei / Celine Frank (27), Mittelfeldspielerin bei Union Berlin / „Umarmung, liebste HILDBURG, mit Dir geht jeden Tag die Sonne auf und wärmt mein Herz. DANKE! – Kalle“ / „Herzlichen Glückwunsch Frieda Lena, nicht nur zum Geburtstag, sondern auch zu dem super Zeugnis und Deiner tollen Rede anlässlich des Schulwechsels. Wir sind stolz auf Dich, Nr. 4! Marion & Kurt“ / „Wulf Rietdorf (54), Vorsitzender des HCBB, rührender Vater und pflegender Sohn sowie der beste Freund der Welt“ / Cornelia Seibeld (51), Politikerin (CDU), MdA und Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses / „Liebe Doris Thyrolph, herzliche Glückwünsche zum 72. Geburtstag. Keine organisiert so schöne Kulturreisen durchs Oderbruch wie du, wir freuen uns schon auf die nächste. Conny und Gabi“
Sonntag – Silke Gebel (42) Politikerin (Grüne Fraktion), MdA / „Wieder ein aufregendes Lebensjahr vollendet und viele schöne und gesunde weitere Lebensjahre mögen für Sabine Schiel folgen. Die Womo-Freunde wünschen alles Gute“ / „Alles Gute zum Jubeltag, wünscht Hartmut dem Mitstreiter Marvin Streich beim ‚Verein‘ ‚Dein Freund und Helfer‘. Lass Dich feiern und verwöhnen! Das Anstoßen holen wir gebührend nach!“ / Harald Welzer (67), Soziologe und Sozialpsychologe („Nachruf auf mich selbst. Die Kultur des Aufhörens“)
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Wolf Schmidt-Hagius, * 7. Juli 1933, verstorben am 6. Juli 2025 / Dr. Susanne Parlasca, * 15. Oktober 1961, verstorben am 11. Juli 2025 / Hans-Ulrich Fredrich, * 2. Februar 1945, verstorben am 6. Juli 2025
Stolperstein – Ernst Rosenthal wurde am 30. Oktober 1901 in Berlin geboren. Der Bilanzbuchhalter war verheiratet. Am 19. Februar 1942 wurde er von den Nazis verhaftet, am 30. April 1942 in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Formulierungen im Totenschein lassen vermuten, dass er gefoltert wurde. Er starb am 25. Juli 1942. An Ernst Rosenthal, der 40 Jahre alt wurde, erinnert ein Stolperstein in der Matternstraße 5 in Friedrichshain.
Encore
Verschwundene Fahrräder sind inzwischen Alltag – plötzlich aufgetauchte eher Mangelware. Umso erstaunlicher ist dieser Fall, der aktuell eine Hausgemeinschaft in Friedrichshain beschäftigt: Seit dem 15. Juli steht vor ihrer Tür in der Nähe der Warschauer Brücke ein schwarzes Damenrad mit einem weiß-schwarzen Kindersitz und braunem Rattan-Frontkorb – zunächst ungesichert. Die Nachbarschaft verständigte nach einigen Tagen die Polizei, sicherte das Rad dann selbst und startete Aufrufe in Chatgruppen und Nachbarschaftsportalen. Bisher ohne Erfolg. „Das Fahrrad steht weiterhin hier und wir sind uns sicher, dass irgendwo eine Mutter ihr Rad schmerzlich vermisst“, schreibt eine Checkpoint-Leserin. Vielleicht schaffen wir es mit vereinten Kräften: Schicken Sie Ihre Hinweise gern an checkpoint@tagesspiegel.de.
Sachdienliche Hinweise für diesen Checkpointlieferten Alexander Fröhlich, Ann-Kathrin Hipp, Christoph Papenhausen, Daniel Böldt und Ingo Salmen. Antje Scherer sammelte Indizien im Stadtleben und Jasmine Dellé (Produktion) lieferte die Akte aus. Morgen ermittelt hier Jessica Gummersbach zu Berlins Wochenendplänen. Bis dahin
