der Wetterbericht verspricht reichlich nassen Spaß – nach den Erfahrungen der letzten Wochen muss das aber nichts heißen. Während der Sommerferien versorgt Sie der Wochenend-Checkpoint mit reichlich Freizeittipps rund um Berlin und Brandenburg. Willkommen zur ersten Ferienausgabe!
Samstagmorgen – Sicher vor Regen und Fluten jeglicher Art sollte man sich im ANOHA, dem Kindermuseum des Jüdischen Museums, fühlen. Dem Kunstwort „ANOHA“ liegt die Arche Noah zugrunde und eine solche, mit 150 Tierskulpturen an Bord, öffnet von 10.30 bis 16 Uhr ihre Luken für wissbegierige Nachwuchs-Naturforscher:innen. Fast nebenbei wirft die Schau Fragen zum respektvollen Miteinander von Mensch und Natur auf, schließlich schwingen Klimawandel und Artensterben hier von allein mit.
Samstagmittag – Einem gängigen Missverständnis nach gilt die Malerei gemeinhin als zweidimensionale Kunst. Wer schon einmal einen leicht schrägen Blick auf dick bepinselte Ölgemälde geworfen hat, weiß, dass das nicht ganz stimmt. Einen Schritt weiter geht „The Versus Project“, das ab heute im Projektraum des Urban Nations Museum (Bülowstraße 97) zu sehen ist. Die Graffiti-Künstler Patrick Hartl und Christian Hundertmark haben eine Reihe von Bildern geschaffen und sie zur Weitergestaltung an dritte Künstler:innen übergeben, womit nicht nur neue Farbschichten und konzeptuelle Dimension hinzukamen. Die multidimensionale Vernissage beginnt um 15 Uhr, regulär geöffnet ist Di/Mi von 10 bis 18 Uhr, Do-So von 12 bis 20 Uhr. Eintritt frei.
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Samstagabend – Von einer dem „ANOHA“ entgegengesetzten Beziehung zu Tieren zeugt schon der Begriff Bärenzwinger (Rungestraße 30). Auch am Köllnischen Park, nahe des Märkischen Museums, hat es einen solchen einmal gegeben. Heute dient das Gelände als Veranstaltungsort für zeitgenössische Künste und um 18 Uhr geben Robyn Schulkowsky, Liam Byrne und der für manche Jim-Jarmusch-Filmmusik bekannte Jozef van Wissem ein Konzert. Die neuen Klangwelten treffen dabei mit einer Viola da Gamba, einer Renaissance- und Barocklaute, auf richtig altes Instrumentarium. Da steppt der Bär. Eintritt frei
Sonntagmorgen – Dass rund 60 Berliner Museen an jedem ersten Sonntag im Monat (also auch dieses Wochenende) fortan freien Eintritt gewähren, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Wer statt rein lieber raus will, findet in zahlreichen historischen Brandenburger Stadtkernen lebendige Geschichte und höchstwahrscheinlich weniger Gedränge vor. Durch die mittelalterliche Altstadt Jüterbogs gibt es heute zudem eine Führung, die mit 7,50 Euro Teilnahmegebühr zwar nicht kostenlos, dafür aber in Jüterbog ist.
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Sonntagmittag – Man beschwert sich ja gerne über Mitmenschen, die die Welt nur noch über die Handykamera betrachten. Beim Spaziergang durch die Prachtbauten der Karl-Marx-Allee sollte man seine Kritik zurzeit allerdings etwas mäßigen, denn das Künstlertrio Joachim Blank, Karl Heinz Jeron und Robert Sakrowski hat hier vielerorts QR-Codes angebracht. Vom Smartphone eingelesen, führen sie zum Erscheinen virtueller Skulpturen, die mit bloßem Auge nicht zu sehen sind, verschiedentlich Ortsgeschichte vermitteln und jeder freizeitlichen Bildschirm-Entzugserscheinung entgegenwirken.
Sonntagabend – Auf der Liste klassischer Sommerferienerinnerungen dürften Bungalow-Aufenthalte ebenso weit oben stehen wie Sonnenuntergänge am Wasser. Beides verbinden kann man auf einem Bungalowboot. Diese mit Kaminofen, kompletter Sanitäreinrichtung und vor allem großzügiger schwimmender Veranda ausgestatteten Hausboote bieten zwei bis sechs Personen Raum, um einen sich ganz weit weg anfühlenden Urlaub ganz nah an Berlin zu verleben und die Mark einmal aus Perspektiven zu erfahren, die selbst Fontane nicht kannte. Bei rund 400 Euro für eine Fünf-Tage-Woche beginnt der Spaß. Wer nah am Wasser lieber bloß isst als wohnt, findet hier eine Liste von Restaurants in Wasserlage.
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Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
„Manche feiern ja diesen Sonntag ihre Unabhängigkeit. Andere, wie ich, schaffen dagegen ständig neue Abhängigkeiten. So kann ich zurzeit einfach nicht genug vom Skaten im Skatepark Teltow-Fläming bekommen. Die gute Chantal, die Sau von Nebenan, schenkte mir kürzlich zwei Paar Rollschuhe und ich frage mich seitdem, wie wir Schweine es bislang barhufig so weit gebracht haben in der Welt. Gegenüber zweibeinigen Skater:innen haben wir zahlreiche Vorteile, etwa unsere Windschnittigkeit und bessere Balance. Von der Grazie unserer Bewegungen ganz zu schweigen. Da fällt mir ein, dass ja gerade die USA, die eben ihre Unabhängigkeit feiern, schon lange süchtig nach allem sind, was rollt. Aber das ist ein anderes Thema. Meine persönliche Abhängigkeit stört mich dabei übrigens keineswegs. Abhängigkeit kommt schließlich von Abhängen und eben das ist in meinen Sommerferien der wichtigste Programmpunkt. Ich lasse einfach mal rollen und empfehle mich, mit entspannten Grunzen.“
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Streetart ist eine Reaktion auf die Besetzung aller öffentlichen Freiflächen durch Werbung. Mittlerweile wissen das auch Werbetreibende und verschleiern ihre Werbung als Streetart. Darüber herrscht Empörung in der Streetart-Szene – dabei ist doch Streetart seit jeher auch Werbung, Eigenwerbung nämlich, sagt Madlen Haarbach (Abo), die den Kreis der Zuweisungen einmal aufdröselt.
Nah am Wasser mögen wir uns bei diesem Wetter zwar alle fühlen, näher als der scheidende Vorstandschef der Berliner Wasserbetriebe ist am Ende aber doch niemand. Stefan Jacobs (Abo) sprach mit Jörg Simon über die nasse Zukunft Berlins.
Am 20. Juni verwies der Sicherheitsdienst mithilfe der Polizei eine barbusig im Plänterwald sich sonnende Frau des Platzes (Checkpoint vom Mittwoch). Das „Plänterwalder Nippelgate“ kommentiert Jana Weiss.
„Woke“, zu deutsch „wach“ oder „erwacht“, ist der vielleicht am weitesten verbreitete Kampfbegriff aller möglichen Lager – gerade im vielsprachigen Berlin kann es hilfreich sein, ihn schon einmal gehört zu haben. Hannes Soltau (Abo) hat sich mit seiner Geschichte und einigen fragwürdigen Verwendungen befasst.
Wochenrätsel
Mit welcher Aussage überraschte Anfang der Woche Finanzsenator Matthias Kollatz? „Es ist eine Legende, dass...“
a) „... die personelle Ausstattung in der Berliner Verwaltung schlecht ist.“
b) „... nur ausgewählte Menschen ins Berghain dürfen.“
c) „... Berlins Digitalisierung auf sich warten lässt.“
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Haben Sie ein anregendes Wochenende. Florian Schwabe war heute der frühe Vogel im Produktionsdienst, am Montag lässt hier Nina Breher wieder für Sie die Sonne aufgehen.