das am meisten ersehnte Weihnachtsgeschenk gibt’s in diesem Jahr am 26. Dezember: Am zweiten Feiertag sollen die ersten knapp 10.000 Impfdosen von Biontech in Berlin eintreffen und tags darauf von mobilen Teams in Pflegeheimen verabreicht werden. Am 28.12. erwartet die Gesundheitsverwaltung weitere knapp 20.000 Dosen, zwei Tage danach knapp 30.000 und von da an wöchentlich diese Menge. Rechnerisch können also bis Ende Januar gut 88.000 Berlinerinnen und Berliner (zweifach) geimpft sein. Die EU-Zulassung hat der Impfstoff gestern erhalten, die sechs Zentren (von denen das in der Arena Treptow zuerst öffnen soll) sind startklar, die Schichten laut KV bis zum 12. Januar komplett besetzt. Klingt, als endet dieses Mistjahr mit einem hoffnungsvollen Anfang.
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Vorsorglich warnt die KV, dass es bei fehlender Planbarkeit (z.B. wegen später öffnender Impfzentren) schwierig wird, genug Ärztinnen und Ärzte zu rekrutieren. Dass es noch andere Personalprobleme geben mag, legt die Korrespondenz von CP-Leser Ulrich B. nahe: Nachdem er im CP vom Bedarf gelesen hatte, bewarb sich B., Krankenpfleger mit OP- und Rettungsdiensterfahrung, bei Vivantes. Dort bat man am 27. November dankend um etwas Geduld; die Hotline-Besetzung sei auf Nachfrage ratlos gewesen. Am Morgen darauf kam eine weitere Mail von Vivantes: Die Resonanz sei überwältigend, man prüfe „mit Hochdruck“ Einsatzmöglichkeiten und melde sich, „sobald wir hier den Bedarf und die Möglichkeiten etwas besser absehen können“. Darauf wartet Herr B. nun seit mehr als drei Wochen.
Schneller Blick auf die Statistik: 17 Tote seit dem Vortag meldet die Gesundheitsverwaltung. Die Quote der Neuinfektionen pro 100.000 binnen sieben Tagen liegt stadtweit bei 218; die einst besseren Zahlen aus den äußeren und östlichen Bezirken sind passé. Aktuell reicht die Spanne von 148 in Lichtenberg bis 307 in Reinickendorf. Die Intensivbetten-Ampel steht weiter auf Rot, wobei der Anteil der Covid-19-Patienten seit einer Woche relativ konstant bei knapp 30 Prozent liegt. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist von den 15- bis zu den 59-Jährigen jetzt recht ausgeglichen um 230, sinkt bei den 60- bis 79-Jährigen ab – und schießt bei den Über-90-Jährigen auf katastrophale 992 pro 100.000, was absolut 309 Neuinfektionen in einer Woche entspricht. Die menschlichen Dramen dahinter schildern Julius Betschka und Felix Hackenbruch an fünf Beispielen (Abo).
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Insgesamt sind in Berlin bisher 1024 Menschen an oder mit dem Virus gestorben – wenn Sie diesen CP lesen, wohl schon wieder vier, fünf oder sogar zehn mehr. Damit die Toten nicht nur Nummern bleiben, widmet der Tagesspiegel ihrem Andenken ein Online-Portal. Es gibt dort eine virtuelle Kerze für jede(n) von ihnen. Und es gibt ihre Geschichten: die der Buchhalterin Angela Baudach, die des Leierkastenmannes Eberhard Franke, die des Lebensmittelhändlers Tariq Mahmood und die des Neurologen Jörn Kubicki, der nur 54 Jahre alt wurde. Die meisten dieser Geschichten wurden möglich, weil Sie sie sich gewünscht und bei uns gemeldet haben – danke dafür! Und es sollen noch mehr werden. Wenn Sie jemanden kennen, der an Covid-19 verstorben ist, und diese Erinnerung wünschen, mailen Sie gern: checkpoint@tagesspiegel.de.
77 überwiegend polnische Reisende mussten die Nacht und den halben Montag auf dem Flughafen BER verbringen, weil sie aus Großbritannien eingereist waren und wegen der vor allem – aber nicht mehr nur – dort grassierenden neuen Virusvariante ohne negativen Test nicht nach Deutschland einreisen durften. Die Schnelltests stellte mangels Alternativen die Bundespolizei zur Verfügung, die zuvor selbst nicht recht wusste, welche Regeln angesichts der neuen Situation eigentlich gelten. Die Versorgung der im alten SXF-Terminal Gestrandeten war laut Flughafengesellschaft gewährleistet und laut Schilderungen Betroffener äußerst bescheiden.
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Eigentlich beginnt jetzt wieder die besinnliche Zeit, in der eingeborene Berliner sich über freie Parklücken und relativ leere Bahnen freuen. In diesem Jahr ist auch das anders, wie Meldungen von Weihnachtsbaumhändlern, Gänsezüchtern und Handyortungen zeigen. Interessant sind die Daten der Verkehrsinformationszentrale zum Autoverkehr: Die Lockdowns machten sich in der Leipziger Straße viel stärker bemerkbar (-40% im März, -15% im November) als an anderen Zählstellen. Das Vorjahresniveau erreichte der Autoverkehr in der Leipziger nur an einigen Septembertagen wieder. Auf der Berliner/Potsdamer Straße in Zehlendorf fuhren zwischen Sommer- und Herbstferien sogar mehr Autos als 2019. Der Semi-Lockdown vom November verringerte dort sowie an der Bornholmer/Wisbyer Straße den Autoverkehr nur um etwa fünf Prozent.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Wenn das gewohnte Leben hoffentlich in die Stadt zurückkehrt, wird der Gendarmenmarkt aufgerissen: Laut jetzt veröffentlichter Ausschreibung der Grün Berlin GmbH wird der Platz auf Basis eines vorliegenden Entwurfs „denkmalgerecht und barrierefrei neu errichtet“ – samt Einbau unterirdischer Technik für Veranstaltungen. Wie muss man sich die Baustelle vorstellen? „Die vorhandenen Natursteinbeläge werden weitestgehend zurückgebaut.“ Projektlaufzeit: „vsl. Mai 2021 bis vsl. Ende 2024“.
„Die Polizei berichtet davon, dass auf der Straße der Respekt zurückkehrt“, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) gestern am Rande der Präsentation des Lagebildes zur Organisierten Kriminalität (OK) – mit Blick auf die berüchtigten Clans, denen die Polizei neuerdings nicht mehr so viel durchgehen lässt. Die Zahl der „Clan-Verfahren“ stieg von 2018 bis 2019 von fünf auf elf, aber die Gesamtzahl der OK-Verfahren sank von 59 auf 56.

Das Projekt @wasihrnichtseht macht Rassismuserfahrungen von Schwarzen sichtbar. Wir machen das durch eine Kooperation an dieser Stelle auch.
Das Bezirksamt Pankow teilt mit: Die Fertigstellung der Fahrradstraße Stargarder Straße in Prenzlauer Berg verzögert sich um einige Monate“ und ist nun fürs 2. Quartal 2021 vorgesehen. Kontinuität beruhigt in diesen Zeiten.
Nachtrag I zum CP von gestern: Der abgewrackte Weihnachtsbaum in Charlottenburg wurde von Bernd Oertwig gesehen und fotografiert. Nachtrag II: Soweit wir Berlin kennen, dürfte er noch da sein – und sieht absehen vom asymmetrisch abgefrästen Stumpf gar nicht übel aus. Bei Interesse: Schustehrusstraße 1.
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Wenn Ihnen Charlottenburg zu weit ist, kommt Ihnen dieser Werbeblock vielleicht entgegen: Am heutigen Dienstag erscheint der Tagesspiegel wieder mit acht Extraseiten zum dem, was sich zwischen Moorlinse Buch und Rauchfangswerder tut – inklusive Jahresrückblick von Rainald Grebe und geheimen Riesenradplänen für den Thälmannpark.
Wer als Home Officer lange nicht mehr U-Bahn gefahren ist, kann sich auf was gefasst machen: Im Lockdown hat sich das Publikum dort ziemlich verändert (Twitter)…
Falls es der Hashtag „#bereitfürmehr“ bisher nicht in Ihre Twitterblase geschafft hat: Damit stimmt die Berliner CDU aufs Wahljahr ein. Gestern twitterte Landechef Kai Wegner: „Berlin ist #bereitfürmehr Bürohunde“ – als Prävention gegen chronischen Stress, psychische Erkrankungen und Burnout. Fraktionssprecher Olaf Wedekind retweetete mit der Anmerkung: „Wau! Äh, ich meinte wow!“ Bello impossibile! Hilfreich wäre die Info gewesen, ob man Bürohunde von der Hundesteuer absetzen kann und welche Regelungen fürs Homeoffice gelten.
Ein Aquarium im Büro ist auch nicht ohne – sofern nicht gerade Januar ist und Silvesterkarpfen drin waren. Für die bricht das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Friedrichshagen eine Harpune: zwar grätenreich, aber ernährungsphysiologisch gut und relativ umweltfreundlich zu züchten. Fazit: „Vieles spricht für den Karpfen.“ Und was spricht der Karpfen selbst? [Schweigend ab.]
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Hier die letzte blutige Meldung für heute, versprochen. Falls Sie in Niederschöneweide wohnen und sich über die MPi-Salve gestern Vormittag gewundert haben: Das waren Beamte aus der 34. Einsatzhundertschaft, die laut Pressestelle einen schwer verletzen Fuchs durch Schüsse aus einer Maschinenpistole von seinen Qualen erlöst haben. Ruhe sanft!
Es gab noch eine andere Polizeimeldung gestern, die vielversprechend klang. Sie handelte von einem Auto mit drei Leuten drin, das so langsam fuhr, dass es der Polizei verdächtig vorkam, woraufhin… – woraufhin die Pressestelle die Meldung 20 Minuten später noch einmal schickte, aber diesmal mit der Bitte, sie zu ignorieren. Unklar ist, ob diese Bitte für auch für jenes Exemplar der Mitteilung gilt, das noch heute früh mit laufendem Motor auf der Internetseite der Polizei stand.
Vor der Lektüre des Stadtlebens seien Sie gewarnt: Da steht irgendwo „AN Weihnachten“, geschrieben von einer gebürtigen Berlinerin! Falls Sie das schmerzt: Sie sind nicht allein! Falls Sie das Problem gar nicht verstehen: Das Thema, ob es „an“ oder „zu Weihnachten“ et al. heißt, ist groß genug für lange Lockdown-Abende. Und wenn Sie damit durch sind, widmen Sie sich gern der Frage, ob es „Samstag“ oder „Sonnabend“ heißen muss. Das Problem, wie sich der Sonnabend in der MoDiMi…-Liste verwechslungssicher abkürzen ließe, hat Tsp-Leserin Regina Uth gelöst: Sd. Es kann so einfach sein.
Zitat
„Begrüßungen, wie sie bisher bei uns üblich waren, wie sie für uns in vielen Teams von großer Bedeutung sind, waren über Nacht verpönt, sogar untersagt.“
Aus einem Brief von Polizeipräsidentin Barbara Slowik an die Berliner Polizistinnen und Polizisten. Die Betreffzeile sagt das Wichtigste, das es ihnen gerade zu sagen gibt: „Frohe Weihnachten und herzlichen Dank“.
Tweet des Tages
Als Hertha-Fan schlägt einem die ständige Verliererei über die Jahre aufs Gemüt. Deswegen bin ich zum Ausgleich damals der SPD beigetreten.
Stadtleben
Rezeptidee – Alle Jahre wieder die Frage: Was essen wir an Weihnachten? Wie wäre es mit einem internationalen Weihnachtsmenü unserer Genussredaktion? Vorspeise: Frankreich – mit einem Hühnerleberparfait an getrockneten Feigen und Pistazienstreuseln serviert. Trüffel geben dem Zwischengang eine italienische Brise. Der Hauptgang schwimmt in den Meeren Europas: Lachsforelle im Kräutersud mit lauwarmem Fenchelsalat und Joghurtsoße. Schwedische Zimtschnecken als Dessert machen den Weihnachtsgenuss komplett. Ein Großteil der Arbeit lässt sich schon einen oder sogar zwei Tage vor dem Fest erledigen. So können auch Sie entspannt am Tisch Platz nehmen und es sich schmecken lassen!
Anhören – Jede Woche ein Krimihäppchen: Geisterjagd, Giftmord, Justizirrtum und Dickie Dick Dickens. Bastian Pastewka reist zurück in die 1950er bis 80er Jahre und kramt im Bremen-Zwei-Archiv. Was er findet? Kriminalhörspiele aus einer Zeit, in der das Radio noch „Spieldose“ und junge Frauen „Küken“ genannt wurden. Im Podcast „Kein Mucks!“ lauschen Sie rauchenden Kommissaren und cleveren Mördern, die einfach ihre Stimme am Telefon verstellen. Zum Mordsvergnügen hier entlang!
Anschauen – Digitale Zeitreise: Mit ihren Bildern aus den Goldenden Zwanzigern zählt Jeanne Mammen zu den bekanntesten Berliner Malerinnen und Grafikerinnen. Ihr Atelier am Kurfürstendamm ist seit ihrem Tod 1976 fast original erhalten geblieben – durchflutet vom Tageslicht des großen Atelierfensters und mit selbstbemalten Möbelstücken ausgerüstet. Unter „normalen“ Bedingungen ist das Atelier im Rahmen von Führungen oder nach Absprache zu besichtigen. Zurzeit verleiht Dr. Martina Weinland, Beauftragte für Kulturelles Erbe am Stadtmuseum Berlin, mit ihren Audiokommentaren dem digitalen Rundgang einen persönlichen Charakter und führt Sie durch das Interieur der Künstlerin. Hereinspaziert!
Geschenk – Brauchen Sie noch einen Buchtipp? So wie Berlin Wahrzeichen hat, die jeder kennt, gibt es Orte und Gebäude, von denen so gut wie keiner weiß. In Berlin-Buch steht ein altes DDR-Krankenhaus versteckt im Wald. Schon zu seinen aktiven Zeiten galt es als geheimer Ort, denn ohne Passierschein kam dort niemand herein: Rund um den Alltag in der Klinik kursierten Gerüchte von seltenen Südfrüchten bis zu West-Medikamenten für die Patienten. Die Natur holt sich langsam die Flächen zurück und in der Regel ist das Betreten der verlassenen Orte verboten. Wer ganz legal hinter die Fassaden vergangener Zeiten blicken möchte, findet bei uns die passende Lektüre: Ciarán Faheys „Verlassene Orte / Abandoned Berlin“ (22 Euro). Wir verlosen bis 12 Uhr ein Exemplar und wünschen viel Glück!
Grübelstoff für alle Abenteurer: Verlassene historische Orte in Berlin-Buch entdecken, per Virtual Reality in die DDR reisen und zurück in die Gegenwart: Mit welchem Bus, welcher Tram, S- oder U-Bahnlinie – aus dem Untergrund in die Höhe, an Kultur-Haltepunkten und changierenden Stadtbildern vorbei, mit Dialekten und Sprachen im Ohr – lässt sich Berlin am besten entdecken?
Berlin heute
Verkehr – Attilastraße (Tempelhof): Zwischen Steglitzer Damm und Ringstraße sind ab ca. 10 Uhr wieder beide Richtungen befahrbar. Für die Restarbeiten nach dem Wasserrohrbruch gibt es jedoch noch bis Mitte Januar geringfügige Einschränkungen.
Demonstration – Vor der Pakistanischen Botschaft versammeln sich von 9 bis 11 Uhr fünf Demonstrierende, die sich „für die Freilassung von Amar Fayaz, einem politischen Gefangenen in Pakistan“ einsetzen, angemeldet durch die Marxistischen Studierenden Berlin. Von 13 bis 14 Uhr fordern ca. 15 Aktivist*innen ebenfalls vor der Pakistanischen Botschaft die „Freilassung von Ali Wazir“, Mitglied des Parlaments und Leiter der Bürgerrechtsbewegung „Pashtun Tahafuz Movement“. Unter dem Motto „Tiere sind keine Güter“, angemeldet durch den Aktiver Tierschutz Berlin e.V. protestieren ca. zehn Anhänger*innen von 17 bis 19 Uhr am U-Bhf Frankfurter Tor. Am Hermannplatz startet um 17.30 Uhr ein Aufzug, der sein Ende um 20 Uhr am Oranienplatz findet: Ca. 100 Teilnehmende protestieren „gegen den türkischen Staat, das Erdoganregime und ihren verbündeten Barzani-Clan (KDP), gegen Kriege und Angriffe in Rojava und Shingal, gegen die Politik von Türkei und KDP in Kurdistan“.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Marijam Agischewa (62), Schauspielerin / „Liebe Mämi, liebe Birgit! Alles Gute zu deinem Geburtstag und vielen Dank, dass du immer für uns da bist!!! Anton und Steffen“ / „Didier Canet der Tortenzauberer aus der Normandie in Berlin Zehlendorf, herzlich Udo Lauer“ / „Mein kleiner Bruder Joachim wird heute unglaubliche 70 Jahre alt!! Herzlichen Glückwunsch und die grosse Feier steigt nächstes Jahr. Bleibe gesund, alles Liebe Brigitte“ / Daniela Kluckert (40), für die FDP im BT / Christian Liebig (66), Bassist und Rockmusiker / „Harald Prokosch: Herzlichen Geburtstagsgruß aus Berlin von Marion, Karen, Alexander, Jörg und anderen ehem. Kollegen von SAT 1“ / „Carsten Schiefner (52), Alles Liebe!“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Rold Bohn, * 18. März 1928 / Axel Borgwald / Horst Falkenstein, * 17. Januar 1929 / Claus Cornelius Fischer, * 8. Juni 1951, Schriftsteller / Klaus Laue, * 9. Mai 1945 / Jutta Pauls, * 19. Januar 1936 / Peter Röwer, * 12. Juli 1936 / Prof. Dr. Gerhard Schulze, * 6. August 1930, ehem. Professor am Institut für Anorganische und Analytische Chemie der TU
Stolperstein – Heute vor 77 Jahren wurde Erich Wolff (Jhg. 1897) nach Auschwitz deportiert, wo er ermordet wurde. Seit 2013 liegt in der Jenaer Straße 19 in Wilmersdorf zu seinem Gedenken ein Stolperstein.
Encore
Heute lässt uns die Moderatorin und Schauspielerin Britta Steffenhagen (44) aus Kreuzberg hinter ihre Tür blicken, die sonst zurzeit geschlossen ist: „Mein Heimattheater, der ‚Heimathafen Neukölln‘, musste schließen, und ich vermisse die ‚Rixdorfer Perlen‘, das Singen und vor allem Lachen mit dem Publikum, Geschichten teilen, mit anderen weiterentwickeln. Künstlerische Arbeit heißt ja, du verausgabst dich völlig und bekommst dafür das Gefühl, ‚richtig‘ zu sein – dann kommt was zurück vom Publikum. Jetzt scheint diese Membran verstopft. Mein größtes Glück ist, dass ich ein paar Hörspiele sprechen durfte mit tollen Kollegen – da waren wir immerhin zusammen, wenn auch ohne Publikum. Hörbücher sprechen, mich mit den Texten anderer beschäftigen, gestalten dürfen, dafür bin ich immer dankbar und jetzt besonders. Meine Familie, meine Freunde richten mich auf – und eine Kissenschlacht mit meinen Kindern.“
Das Stadtleben für diesen Checkpoint hat Sophie Rosenfeld geschrieben, frühmorgens herausgeputzt hat ihn Florian Schwabe. Morgen checkt Ann-Kathrin Hipp für Sie hier den Stand der Dinge. Ich wünsche Ihnen schönstmögliche Weihnachten und hoffe, wir lesen uns im Januar wohlbehalten wieder.