am dritten Tag des Jahres sind die Böller-und-Raketen-Müllhaufen, um die man als Radfahrerin Slalom fahren muss, schon deutlich dezimiert. Der BSR sei Dank, die am 1. Januar rund 400 Kubikmeter Müll eingesammelt hat. 50 mehr als im vergangenen Jahr, ihr Umwelt…ach, lassen wir das. Die 550 Männer und Frauen in Orange waren vor allem mit Kehrmaschinen, Kehrichtsammelfahrzeugen und Ladekran-LKWs unterwegs, aber auch ganz old school mit Besen, Schippe und Kehrrichtkarre.
Doch die BSR kann auch digital. Aktuell sucht das Unternehmen per Ausschreibung unter anderem eine Projekt- und IT-Koordinatorin (w/m/d) – zu deren Aufgaben unter anderem das „Einhalten der definierten Prozesse zu Incidents, Changes und Projektmanagement“ gehört – einen Business Intelligence Spezialisten (w/m/d) und eine Mitarbeiterin (w/m/d) Backoffice mit dem Fokus Windows 10 – die kann vielleicht auch der Berliner Verwaltung mal aushelfen.
Gute Nachricht: Die Berliner Luft ist wieder rein, pardon, reiner: Einen Tag nach dem großen Knallen lagen die Feinstaubwerte gestern schon wieder im Toleranzbereich. Am Donnerstagvormittag wurde der Grenzwert von 50 Mikrogramm an keiner Messstelle mehr überschritten. Am Neujahrsmorgen wurden am Mariendorfer Damm noch 81 Mikrogramm gemessen, an der Frankfurter Allee 89. Friedrichshain mal wieder explosiv.
Politische Sprengkraft entfaltete gestern ein Satz Burkard Dreggers, aufgesagt im Spreeradio: „Und ehrlich gesagt, das einzige, was da wirkt, ist, dass man ihnen mal mit dem Gummiknüppel auf die Finger haut. Das meine ich ganz ernst“, so der CDU-Fraktionschef. Mit Polizeigewalt das Böllerverbot durchsetzen? Linken-MdA Niklas Schrader wertete Dreggers Aussage als Forderung nach der „Wiedereinführung von Prügelstrafen“, mit der die CDU „im Stechschritt zurück ins Kaiserreich marschiere“. Marcel „Lunte“ Luthe (FDP) zog einen Saudi-Arabien-Vergleich.
Auf Nachfrage meiner Kollegin Ronja Ringelstein erklärte Dregger, er habe sich auf einen konkreten Fall in Neukölln bezogen, der im Radiobeitrag nicht zu hören ist: In der Sanderstraße hatten in der Silvesternacht gegen 0:50 Uhr mehrere Personen versucht, gewaltsam die Tür eines Löschfahrzeugs zu öffnen und mit Schreckschusswaffen hineinzuschießen. Hier müsse sich der Rechtsstaat als wehrhaft erweisen und im richtigen Moment Zwangsmittel ergreifen, sagte Dregger. CP-Tipp: Rhetorische Abrüstung als Neujahrsvorsatz wär doch was – für Oppositions- und Regierungsparteien.
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2006 gegründet, gehört das „Zentrum für Darm- und Beckenbodenchirurgie“ heute zu den größten seiner Art in Deutschland. Auf Basis neuester Verfahren und Techniken erhalten Patienten eine individuell ausgerichtete Therapie und Diagnose. Chefarzt Dr. Roland Scherer und sein Team beraten Sie in den Sprechstunden umfassend und helfen gerne weiter.
www.krankenhaus-waldfriede.de
Innensenator Andreas Geisel hat die Böllerverbotszonen am nördlichen Alexanderplatz und rund um die Schöneberger Pallasstraße übrigens als Erfolg gewertet. Ob es weitere solcher Gebiete fürs kommende Silvester geben wird, wie es die CDU fordert, werde aber erst „nach eingehender Analyse entschieden“. Für FDP-Mann Luthe dagegen waren sie „Knallfrösche“, weil sich Angriffe auf Einsatzkräfte nur um wenige Meter verlagert hätten.
Die Zahlen geben Geisel recht: Die 24 Angriffe auf Feuerwehrleute waren 25 weniger als im Vorjahr. Das hat natürlich einen Preis, in diesem Fall 400 Beamte mehr im Einsatz als noch 2018/19. Es kommentiert Kollege Alexander Fröhlich mit Blick auf Silvester 2020/21: „Die Verbotszonen sind keine Dauerlösung, aber ein wichtiges Symbol, ein Anfang, neu zu denken.“
Auf einen Neuanfang hofft das Marzahner Kinder-Familien-Projekt „Blockhaus“, das in der Silvesternacht durch Brandstiftung zerstört wurde. Jennifer Hübner vom Kinderring Berlin, die auch SPD-Fraktionsvorsitzende in MaHe ist, versucht nun, über die Spendenplattform „Betterplace“ 9999 Euro für den Wiederaufbau des seit 20 Jahren im Brennpunkt erfolgreichen Projekts zusammenzubekommen. Team Checkpoint wünscht viel Erfolg!
Im August wurde der Journalist Daniel Drepper an der Kreuzung Prenzlauer Straße/ Danziger auf seinem Fahrrad von einer Autofahrerin angefahren, sie beging Fahrerflucht. Er zeigte sie an, mit Kennzeichen und zwei Zeugen, das Verfahren wurde Ende Oktober eingestellt. Jetzt veröffentlichte Drepper auf Twitter den Brief der Behörden. Darin heißt es, die Schuld der Fahrerin sei als „gering“ anzusehen, ein „öffentliches Interesse“ an der Strafverfolgung bestehe nicht. Außerdem seien seine Verletzungen ja „nicht schwerwiegend“ gewesen. Und: Die Beschuldigte sei „durch das bisherige Verfahren für die Zukunft ausreichend gewarnt“.
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Die BSR wünscht Ihnen ein gesundes neues Jahr! Das alte Jahr ist rum und im Wohnzimmer steht noch der Weihnachtsbaum? Schnee von gestern. Wir holen ihn ab. Es gibt jeweils zwei Abholtermine je Bezirk. Bitte legen Sie Ihren Baum am Vorabend an den Straßenrand, bitte abgeschmückt und unverpackt. Die Termine finden Sie adressgenau unter:
www.BSR.de/Weihnachten
Nicht so viel Glück hatte dieser sich selbst und andere gefährdende Raser aus Spandau, zumindest vorerst nicht: Nachdem Zeugen ihn am Mittwochabend auf der Heerstraße Höhe Sandstraße in Richtung Theodor-Heuss-Platz rasen sahen, er an Kreuzungen an allen anderen Autos auf der Abbiegespur vorbeifuhr und bei Grün – mit überhöhter Geschwindigkeit – wieder einscherte, erwarteten ihn schließlich Polizeibeamte an seiner Wohnung in Staaken. Führerschein und Wagen des 23-Jährigen wurden beschlagnahmt, er muss sich wegen verbotenen Kraftfahrzeugrennens, Rotlichtverstößen sowie anderer Ordnungswidrigkeiten verantworten.
Auch mal Danke sagen möchte Radfahrer Albrecht Selge: „Zu den wenigen erfreulichen Berliner Radfahr-Erfahrungen gehörte für mich 2019, wie das Bezirksamt Mitte die gefährlichen Parkplätze auf der Marschallbrücke nach einigen Twitterhinweisen entfernt hat“, schreibt der Schriftsteller auf Twitter. „Wünsche ich mir für viele weitere offensichtliche Risikostellen 2020!“ Verwaltung auf Twitter wirkt – in beide Richtungen. Übrigens: Wer da mitmischen will, kann sich noch bis heute als Mitarbeiter/in in der Öffentlichkeitsarbeit/Digitalen Kommunikation der bezirklichen Pressestelle bewerben. Wir rufen gelegentlich auch an.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Aus der Reihe „Erst kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu“: Auf dem Polizeiabschnitt 62 in Marzahn-Hellersdorf war kurz vor Weihnachten die Heizung ausgefallen. Die zur Abhilfe besorgten Heizstrahler (Insider nennen sie „kriegserprobt“) überlasteten das Stromnetz so stark, dass sämtliche Server abstürzten und die elektrisch betriebenen Türen nicht mehr funktionierten. Gestern wurde der Abschnitt dann vorübergehend dichtgemacht, „wegen eines Stromausfalls“, wie die Polizei auf Twitter nüchtern mitteilte. „Wir können Hauptstadt.“ Nur nicht im Winter.
Berliner Clans fühlen sich in ihren Geschäften gestört, diesen Eindruck hat Polizeipräsidentin Barbara Slowik gegenüber der „dpa“ geäußert. Bald vielleicht noch mehr: Denn am 6. Januar nimmt die Taskforce Geldwäsche der Berliner Justizihre Arbeit auf (Q: „Morgenpost“). Sie soll Immobiliengeschäfte ins Visier nehmen und die Angaben von Notaren prüfen. Gut so, denn organisierter Kriminalität kommt man nur mit organisierter Verbrechensbekämpfung bei.
Ein Hinweis an alle SUV-Fahrer in Prenzlauer Berg: Sie können aufatmen. Grünen-Chefin Annalena Baerbock will Sie nicht bekehren. Dafür fordert sie im Gespräch mit „Zeit Online“ klare Vorgaben für die Automobilindustrie, „damit sie saubere und bezahlbare Familienautos auf den Markt bringt“.
Kurzer Blick auf den Immobilienmarkt: Am Engelbecken verkaufen die „Berliner Sparkassen Immobilien“ „Townhouses“, Typ „Reihenmittelhaus“. 5 Zimmer, 124 Quadratmeter mit Garten für 1,19 Millionen Euro. „Die Gartenhäuser sind von der Straße her nicht einsehbar und liegen in einer grünen Oase zwischen Mitte und Kreuzberg. Hier lädt der gepflegte Süd-West Garten zu Erholung vom Alltagsstress ein.“ Wenn das nicht was für den Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ ist.
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Unser Betriebsleiter füllt noch die letzten Liter Wasser ins Becken: Nach 22 Monaten Sanierung öffnet die Schwimmhalle Buch am 6. Januar 2020 wieder. Das komplett modernisierte und farbenfroh gestaltete Bad in der Wolfgang-Heinz-Straße 41 hat außer dem 25-Meter-Becken nun eine spürbar vergrößerte Sauna und einen separaten Kleinkindbereich.
www.berlinerbaeder.de
Der Deutsche Städtetag fordert, dass Anwohner bis zu 200 Euro im Jahr für den Auto-Parkausweis zahlen müssen (Q: „Saarbrücker Zeitung“). In Berlin kostet das Anwohner-Parken nur 10,20 pro Jahr – oder 2,79 Cent am Tag. Dabei wären jetzt schon 30 Euro erlaubt. So schafft niemand freiwillig sein Auto ab.
Vielleicht hat die Verkehrswende in Berlin trotzdem eine Chance. Immerhin bekommt auch die FDP langsam Angst vor Autofahrern. MdA Luthe (siehe oben) wollte von der Innenverwaltung wissen, warum die Dienstkräfte des Allgemeinen Ordnungsdienstes, nicht aber die im Parkraumüberwachungsdienst, mit einem Pfefferspray ausgerüstet sind. Antwort von Staatssekretärin Sabine Smentek: „Die Dienstkräfte im Parkraumüberwachungsdienst haben im Regelfall keinen unmittelbaren Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern.“ Najaaa.
Bagger Marsch! Im Tunnel-Streit zwischen der Bahn und dem Bundestag wurde ein Durchbruch erzielt, meldet die „Morgenpost“. Demnach kann der zweite Streckenabschnitt der S 21, der unter dem Regierungsviertel entlangführt, nun doch gebaut werden, ohne dass der Reichstag im märkischen Sand versinkt.
Mit einem „AGHops“ ist das Social-Media-Team des Abgeordnetenhauses ins neue Jahr gestartet. Und hat ein paar Zahlen im Gepäck: 192 Stunden Plenum stehen 2020 auf dem Programm, 160 Abgeordnete, mehr als 348 Ausschusssitzungen „und bestimmt um die 364 Liter Kaffee“. Na dann: Guten Morgen!
Welche ist die Berlinerischste Station von allen? Na, die Meckernbrücke! (via @BVGKampagne, Foto hier).
Mit der BVG sicher bis in den Himmel fahren: Die Verkehrsbetriebe suchen einen IT-Planer (w/m/d) für Cloud-Architektur und eine Spezialistin (w/m/d) für Cloud Security und Integration.
Pünktlich zu Silvester ist die Antwort des Senats auf die Anfrage von Danny Freymark (CDU) zu den „Verbrennungskapazitäten Berlins“ gekommen. Es geht allerdings gar nicht um Böllerwahnsinn, sondern um das Abfallwirtschaftskonzept der Umweltverwaltung.
Bis zum 6. Dezember 2019 wurden berlinweit 51.450 Neuanträge auf Elterngeld gestellt. Davon noch nicht ausgezahlt: 3086 (Q: Bildungsverwaltung auf Anfrage von Maren Jasper-Winter, FDP). Die meisten noch nicht vollständig bearbeiteten Anträge stauen sich in Pankow (453), danach folgt Friedrichshain-Kreuzberg (345). Mitte kommt mit TempSchön erst auf Platz 3 (307). Logisch, um einen Antrag auf Elterngeld zu stellen, braucht man ja erst mal die Geburtsurkunde des Babys...
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Jedes Kind bekommt einen Schulplatz.“
Was in Berlin so als Erfolg gilt.
Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) im Interview mit der „Berliner Zeitung“.
Zitat
„Der Mensch muss doch wohnen. Dass Rentner mehr als die Hälfte ihrer Rente für die Miete ausgeben müssen, finde ich unmoralisch.“
Schauspielerin Anna Thalbach in der „Zeit“. Ihrer Mutter Katharina Thalbach wurde wegen Eigenbedarfs die Wohnung gekündigt.
Tweet des Tages
Jungs, Grundschulalter, am böllern. Anderes Kind ruft rüber: ‚Das ist verboten!‘ Junge: ‚Nein! Ein Tag darf man!‘ Anderes Kind: ‚Nein!‘ Junge: ‚Doch! Lies mal das Gesetzbuch!‘ Only in Charlottenburg.
Tweet des Tages
Neues Jahr im Fitnessstudio. Traurigere Gesichter als auf jeder Beerdigung.
Stadtleben
Essen & Trinken – Die Welt im Glas: Der Stuttgarter Platz in Charlottenburg ist im Dezember um ein Ausflugsziel reicher geworden. Das „Käks“ serviert Tapas, Torten, Fisch und Fleisch – fein drapiert im zierlichen Weck-Glas. Pancakes, Porridge oder sogar Pad Thai verspeisen die Gäste auf zwei Etagen mit Blick auf Terrasse und Kinderspielplatz – dazu gibt’s Kaffee aus hauseigener Rösterei. Ein Gläschen Granola bekommen Sie für 3,90 Euro, Rostbraten und Kalbsfilet für 6,90 Euro. Langschläfer aufgepasst: Frühstück gibt es im Käks den ganzen Tag. Mo-So 9-23 Uhr, Stuttgarter Platz 28, S-Bhf Berlin-Charlottenburg
Berlinbesuch seinen Augen nicht trauen lassen: Zwischen wabernden Wänden, Spiegelkabinett und Vortex-Tunnel werden die Besucher des Illuseums hinters Licht geführt. Das kleine Museum bringt optische Täuschungen an den Alexanderplatz: 60 Illusionen lassen Erwachsene auf wenige Zentimeter schrumpfen, kleine Gäste an der Decke kleben und Böden in Schieflage geraten. Dazu verwirren Puzzles, Bilder und Drehscheiben – Bis dem Ersten schwindlig wird. Tickets bekommen Sie hier, eine Familienkarte (zwei Erwachsene, zwei Kinder) gibt’s für 30 Euro. Mo-So 10-20 Uhr, Karl-Liebknecht-Straße 9, S+U-Bhf Alexanderplatz
Geschenk – Mondänes Flair und ein Hauch Berliner Grantigkeit: Wer die neuen Zwanziger stilgemäß begrüßen möchte, besucht das Boudoir in Friedrichshain. Von Tiaras über Uhrenketten bis hin zum perlenbestickten Hochzeitskleid verkauft die Boutique Kleidung und Accessoires getreu der Cabaret-Dekadenz. Inhaber Helmut steht seinen Kunden mit herzlicher Ehrlichkeit zur Seite und gibt Tipps für Einstecktuch, Perlenkette und Wasserwelle – oder natürlich für die rauschenden Nächte der Bohème-Sauvage-Partys. Achtung: Im vergangenen Jahr ist das Boudoir umgezogen – ihre Flapperkleider und Stolas bekommen sie jetzt in der Wühlischstraße 19. Do 13-19, Fr 13-20, Sa 13-18 Uhr, S+U-Bhf Ostkreuz
Last-Minute-Tickets – Ihre Schüler schimpfen, grabschen und denken gar nicht daran, Schiller zu lesen. Doch als Frau Kehling eine Waffe in die Hände fällt, möchte sie etwas ändern: Unter vorgehaltener Pistole zwingt sie die Jugendlichen, Theater zu spielen – Kabale und Liebe, Die Räuber. Feinde werden umarmt, Debatten geführt: Über Kopftuch, Heimat, Identität. Was bedeutet Deutschsein, was ist Integration? Restkarten für „Verrücktes Blut“ gibt es an der Abendkasse des Gorki-Theaters für 16/8 Euro, das Stück beginnt um 20 Uhr.
Karten sichern – Woodstock, Live Aid und nun bald das Berliner Demokratie-Festival? „12062020“ heißt das ehrgeizige Projekt des Kreuzberger Start-Ups „einhorn“, das nichts Geringeres vorhat, als am 12. Juni 2020 das Berliner Olympiastadion zu füllen: mit Demokratiebegeisterten und Vordenkern. NGOs und Wissenschaftler sollen eingeladen werden, Aktivisten ihre Ideen vorstellen, Live-Petitionen gestartet werden – Demokratie als Rockkonzert, sozusagen. Dafür hat das Festival eine Crowdfunding-Kampagne gestartet: Knapp 30 Euro kosten die Karten, die noch bis zum 6. Januar erworben werden können – als Soli-Ticket auch für andere, die sich den Besuch sonst nicht leisten könnten. Mehr Infos und eine kritische Auseinandersetzung mit dem Festival finden Sie hier.
Verlosung – Die Scheinwerfer an, die Schauspieler bereit – nur das Stück steht noch nicht fest. Ob Brexit-Musical, Regionalwahl-Tragödie oder Hitzewellen-Poesie: Die Handlung kommt beim Theatersport-Ensemble Berlin per Zuruf vom Publikum. Diesen Sonntag lädt das BKA-Theater zum improvisierten Jahresrückblick – nichts wie her mit Ihren Lieblings-Schlagzeilen! Los geht’s um 20 Uhr, Karten gibt’s für 20/16 Euro hier. Wer dabei sein möchte: Wir verlosen 2x2 Freikarten.
Neu im Kindermuseum Labyrinth sind Wale, Orang-Utans und Ameisen: In der Mitmach-Ausstellung „Natürlich Heute!“ schlüpfen kleine Besucher in die Rolle von Tieren, erleben Meer und Wüste und lernen, wie sie das Klima schützen. Woher kommt der Plastikmüll, wie funktioniert Recycling? An sechs Stationen werden in Werkstätten und Spielen Ökosysteme erforscht und eigene Ideen entwickelt – frei nach dem Motto „Heute, für morgen!“. Auch große Umweltschützer kommen nicht zu kurz: In monatlichen Workshops lernen Erwachsene Ideen und Initiativen rund um den Umweltschutz kennen. Tickets fürs Museum gibt es für 6,50 Euro vor Ort, die Teilnahme an den Workshops ist kostenfrei. Do & Fr 13-18, Sa & So 11-18 Uhr, Osloer Straße 12, U-Bhf Osloer Straße
Mit diesem Stadtleben wünscht Lotte Buschenhagen einen dekadenten Freitag.
Berlin heute
Verkehr – Mercedes-Benz Arena: Die Eisbären spielen gegen EHC Red Bull München (Beginn 19.30 Uhr), im Umkreis kann es sich stauen.
S-Bahn: Die Linien S1, S2, S25 und S26 fahren von 22 Uhr an bis Montag, 1.30 Uhr nicht zwischen Yorkstraße und Gesundbrunnen, ersatzweise können die Ringbahnlinien S41/S42 oder die U6 genutzt werden, zwischen Yorckstraße und Friedrichstraße sowie zwischen Friedrichstraße und Gesundbrunnen fahren außerdem Ersatzbusse.
Demonstration – Auf dem Pariser Platz demonstrieren heute 75 Personen „gegen Polizeibrutalität in Indien“ (11-13 Uhr). Zwischen 12 und 13 Uhr demonstriert Fridays for Future im Invalidenpark, erwartet werden ca. 20 Teilnehmende. Auf der Panoramastraße vor dem Fernsehturm findet eine „Mahnwache gegen rechtsextreme Tendenzen in Politik und Gesellschaft“ statt, hierfür sind 15 Personen angemeldet (15-16 Uhr).
Gericht – Der Prozess gegen einen 44-Jährigen, der vor 13 Jahren die damals 14-jährige Georgine Krüger in Moabit unter einem Vorwand in seinen Keller gelockt und vergewaltigt haben soll, wird fortgesetzt. Um seine Tat zu vertuschen, habe der Angeklagte das Mädchen erwürgt, ferner sei auf seinem Handy eine kinderpornographische Videosequenz gefunden worden (9.30 Uhr, Moabiter Kriminalgericht, Turmstr. 91, Saal 537).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Werner Michael Blumenthal (94), ehem. Leiter des Jüdischen Museums (1997-2014) / Silvia Arroyo Camejo (34), Physikerin und Wissenschaftsautorin / Michael Efler (50), für die Linke im AGH / Meinhard von Gerkan (85), Architekt, u.a. des Berliner Hauptbahnhofs und des Flughafens Tegel / Julia, „meiner Lieblingstochter aus Kolumbien ganz viel Liebes zum Geburtstag, ihr, den Kindern und den Zoologischen Gärten alles Gute!“ / Michael Schumacher (51), ehem. Formel-1-Pilot
Sonnabend – August Diehl (44), Schauspieler / Helmut Jahn (80), Architekt, u.a. des Sony Centers / Till Lindemann (57), Frontsänger von Rammstein / Peter Seiffert (66), Opernsänger / Andreas Weiß (52), Filmemacher, Autor und Regisseur / Judy Winter (76), Theater- und Filmschauspielerin
Sonntag – Luis Lukas Carl Leo Pesch (22), „Es gratuliert der peinliche Papa (quod erat demonstrandum)“ / „Meiner lieben Frau Regina, mit der ich fast 57 Jahre verheiratet bin, die herzlichsten Glückwünsche zu ihrem 77igsten Geburtstag“ / Angelika Schöttler (57), Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg (SPD) / Frank-Walter Steinmeier (64), Bundespräsident
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Klaus Dirk, * 20. Dezember 1939 / Prof. Dr. Christian Gizewski, * 02. Januar 1941 / Ingo Schäfer, * 26. Februar 1948, Sinologe und Musiker / Gerda Scheiringer, * 24. März 1918 / Ralf Stüber, Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung Berlin-Brandenburg / Carl-Heinz Rühl, *14. November 1939, Fußballspieler, Hertha-Trainer und -Manager / Elisabeth von Widekind, * 14. Oktober 1924
Stolperstein – Martha Konicki führte bis 1940 eine Kachelofenhandlung in Schöneberg, in der sie seltene Majolikaöfen und Meißner Spiegelkacheln vertrieb. Als ihr Geschäft liquidiert wurde, zog sie zur Untermiete in die Mommsenstraße 55 in Charlottenburg, wo ein Stolperstein an sie erinnert. Im August 1942 wurde die 76-Jährige gemeinsam mit knapp 1000 Menschen nach Theresienstadt deportiert und dort wenige Monate später – heute vor 77 Jahren – ermordet.
Encore
Wann wird’s mal wieder richtig Winter? Die Berliner Polizei hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben und sucht per Ausschreibung 270 Paar Kradstiefel, Modell „Winter“. Und auch diese Diebe glauben an Temperaturen, die sich dauerhaft unter dem Gefrierpunkt bewegen: Am frühen Donnerstagmorgen brachen sie in eine Boutique in der Neuen Schönhauser Straße in Mitte ein und klauten „eine Vielzahl hochwertiger Jacken des Herstellers ‚Canada Goose’“, wie die Polizei schreibt. Morgen dann die Meldung: „Kanadische Gänse in Berlin ausgesetzt“.
Kommen Sie warm in diesen letzten Tag der kurzen ersten Arbeitswoche. Morgen läutet hier Lorenz Maroldt mit Ihnen das Wochenende ein. Bis nächste Woche,