und herzlich willkommen zu unserer ersten Checkpoint-Sommerausgabe für Abonnenten. Zum ersten Mal erscheint der Checkpoint in diesen Ferien durchgehend an jedem Tag, und wir haben uns dafür etwas ganz Besonderes ausgedacht: Zusätzlich zum gewohnten Programm recherchieren wir für Sie tolle Tipps in fünf neuen Rubriken, die Sie so anderswo nicht finden werden: „In Berlin um die Welt“, „Sommerspaß“, „Sommersport“, „Jottwede“ und „Sommerloch“ – lassen Sie sich überraschen! Die Nachrichten des Tages finden Sie unter „Telegramm“, zwei davon haben wir heute schon mal vorgezogen. Und damit geht’s jetzt auch los:
Der SPD-Vorsitz war bekanntlich einst „das schönste Amt neben dem Papst“ (Franz Müntefering). Und heute? Na, der Vorsitz der Friedrich-Ebert-Stiftung ist auch nicht so schlecht – jedenfalls nicht für Ex-Parteivorsitzende wie Kurt Beck, der hier seit 2013 amtiert. Jetzt ist zu hören, dass Andrea Nahles ein Auge auf den lukrativen Job wirft. Die SPD-Landesgruppe Rheinland-Pfalz im Bundestag würde jedenfalls gerne 1) Nahles gut unterbringen und 2) in der FES an der Spitze bleiben – Beck ist im Februar 70 geworden, und eines seiner besten Bonmots geht so: „Man muss nicht alles rausholen, was geht.“ Für Nahles heißt das: Da geht noch was.
Im altehrwürdigen „Rotary Club Berlin“ läuft‘s nicht richtig rund – aus der sonst streng verschwiegenen Gesellschaft dringen Knirschgeräusche. Anlass ist eine prominente Personalie: Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci, als Rednerin schon mehrfach in der feinen Runde zu Gast, war aus dem Vorstandskreis eine Mitgliedschaft angetragen worden. Zwei Paten bürgten für sie, der zuständige Ausschuss befürwortete ihre Aufnahme, der Vorstand reichte den Vorschlag an die Mitglieder weiter – eigentlich eine Formsache. Doch bis zum Ende der Frist am 22.6. legten mehrere Rotarier Widerspruch ein, zu viele für ein geordnetes Verfahren. Intern hieß es, die Aufnahme aktiver Politiker sei generell unerwünscht. Tatsächlich steckt hinter der Causa Kalayci ein Konflikt zwischen Traditionalisten und Erneuerern. Ohnehin werden Frauen hier erst seit 1989 akzeptiert, eine in der Türkei geborene Sozialdemokratin als Mitglied geht manchen zu weit – so viel zu weit, dass sie sogar einen Affront in Kauf nehmen: Der Rotary Club Berlin hatte Kalayci umworben, nicht umgekehrt.
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Ein Abend mit Sopranistin Christiane Karg, Bratscher Antoine Tamestit und Pianist Malcolm Martineau beendet die Saison am Konzerthaus: Im Kleinen Saal erklingen am 27.06. Franz Schuberts Arpeggione-Sonate sowie „Auf dem Strom“ und „Der Hirt auf dem Felsen“. Außerdem: Werke von Loeffler, Wolf und Kantscheli. Zur Teilnahme klicken (Aktionscode KARG)
In Berlin um die Welt: USA – Die amerikanische Kultur hat Berlin geprägt wie keine andere, auch wenn es kaum noch auffällt. Rock ‘n‘ Roll, Disney, Burger, Süßes oder Saures, und auch die Junggesellenabschiede an der Warschauer Straße haben wir den Amerikanern zu verdanken. Anderes ist uns eher fremd, die Waffengesetze und die Dating-Regeln z.B. Aber auch die 18.250 US-Expats erleben bei uns so manche „confusion”, etwa mit der Krankenversicherung. Bloß gut, dass es das „Health Insurance Meet up” in der Factory Berlin gibt – ein kleiner Sneakpeak aus der Veranstaltungsbeschreibung: „Health insurance in Germany can be a real pain.” Vielleicht können Sie als „Health Insurance Native” ja schmerzlindernd aushelfen – ab 18.30 Uhr in der Lohmühlenstraße 65.
Das Alternativprogramm: 1) Western-Saloon in Reinickendorf, 2) Ranch zum Ausreiten in Brandenburg, 3) Western Store im Wedding, 4) Old Texas Town Spandau (schräger kolonial angehauchter Nachbau)
Sommerspaß: Radtour am Mauerweg - Wer ein bisschen Sport machen und nebenbei sein Geschichtswissen auffrischen will, bevor sich der Mauerfall dieses Jahr zum 30. Mal jährt, dem empfehlen wir eine geführte Radtour am Mauerweg entlang. In ca. 3,5 Stunden werden ab 10 Uhr 15 Kilometer zurückgelegt, los geht's am Bikedepot in der Kulturbrauerei, Hof 4 (Knaackstraße 97). Die Teilnahme kostet 24, ermäßigt 20 Euro, anmelden kann man sich hier.
Sommersport: Quidditch – Mixed-Gender-Spaß für Muggel. Die Teams (21 Leute) tragen Besen zwischen den Beinen, ein Schnatzläufer hält hinten an der Hose in einer Art Socke einen Ball, den Schnatz. Den gilt es zu erobern. Dafür gibt es 30 Punkte, und das Spiel beginnt neu.
Vereine/Gruppen: Berlin Bluecaps (So. 10.30 Uhr, Di. 20 Uhr, Waldschulallee 34, Trainingsplatz beim SSC Berlin), Bludgers (So. 10 Uhr, S-Bhf Treptower Park), Sky Hogs (So. 11 Uhr ,Tempelhofer Feld)
Jottwede (Janz weit draußen): Floßtour in Brandenburg – Mit einem Bier in der Hand den Sonnenuntergang betrachten, während das Floß langsam über das ruhige Wasser gleitet… Klingt zu schön um wahr zu sein? Beim Verleih TreibGut kann man sich ein Floß mit Holzkajüte, kleiner Kochecke und WC ausleihen (ab 145 Euro), um eine Nacht oder ein paar Tage Auszeit vom Trubel der Stadt zu nehmen und die brandenburgischen Gewässer zu erkunden. Nahe Berlin gibt es drei Standorte: in Brandenburg an der Havel, in Neuruppin und in Fürstenberg an der Havel. Alle Floßstationen sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.
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Badeausflug mit Spreeboote – die besondere Bootsvermietung in Berlin! Gerade für Familien mit Kindern. Wir bieten Tret-, Motor-, Elektro-Boote an. Die Boote sind führerscheinfrei und für bis zu 12 Pers. ausgelegt. Oder Sie buchen einen Skipper dazu. Auf Wunsch mit Picknick-, Grill- & Getränke-Boxen von unserer Hafenküche - liebevoll bereitgestellt.
spreeboote.de/touren
Berlin, aber Sommerloch: Na mal sehen, was haben wir denn da… aha, hier: „Blutiger Bussard-Angriff auf Berliner Marathonläufer“ – das ist ja noch besser als Hai-Alarm am Müggelsee (da war ich gestern – keinen Hai gesehen. Nur gierige Berliner, die einer dem anderen das Bier vor der Nase wegschnappten). Zurück zum Bussard: Der treibt sich im Nedlitzer Holz herum und ist Wiederholungstäter – einem Potsdamer Jogger riss er Anfang Juni schon mal im Sturzflug den Kopfhörer runter. Stadtsprecherin Christine Homann empfiehlt, einen Schirm zu tragen, und: „Auch eine langsamere Fortbewegung ist eine einfache Vorbeugungsmaßnahme.“ Es kommentiert Alfred Hitchcock („Die Vögel“): „Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realität.“ (Mehr tierisches Berlin gibt es heute unter „Encore“).
Berliner Schnuppen
Telegramm
Reaktionen auf das Interview mit Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn („Miete maximal 30% vom Netto-Einkommen“, CP vom 22.6.):
„Vergiftetes Angebot“. (Katrin Schmidberger, Grüne – Q: Tsp).
„Die Deutsche Wohnen ist wohl doch noch lernfähig“ (Mieterbund-Sprecher Ulrich Ropertz – Q: dpa)
„Ich würde mich freuen, wenn dies der Anfang eines Dialogs wird.“ (Michael Müller, Regierender Bürgermeister – Q: dpa).
„Man hätte sich viel früher an einen Tisch setzen müssen.“ (Christian Gräff, CDU – Q: Tsp)
„Halbherziges Aufpolieren.“ (Udo Wolff, Linke – Q: Mopo)
Thomas „Icke“ Häßler ist passiver Nebendarsteller im hörenswerten Blaulicht-Podcast „Sicherheit für die Ohren“ der „Bild“-Kollegen Peter Rossberg und Axel Lier – verholfen hat ihm dazu sein neuer Trainerjob beim BFC Preußen: Der sportliche Leiter des Vereins ist Pierre Seiffert, der unter dem Namen Pierre Siebelt dubiose Immobiliengeschäfte im Clan-Dunstkreis machte. Stürmer des Teams ist übrigens Rommel Abou-Chaker (ab Minute 20:00)
Dr. Franziska Giffey beruft sich bei der Verteidigung ihrer plagiatsverdächtigen Arbeit auf die „amerikanische Zitierweise“ – klingt als Ausrede so überzeugend wie die manipulierte Zahnpasta-Tube von Dopingsportlern. Aber vielleicht verwechselt die Ministerin das auch mit der „chinesischen Kopierweise“.
Gregor Gysi hatte gestern Abend im Grill Royal den besten Platz für einen sinnesfrohen Sozialisten – er saß direkt unter der Lichtinstallation „Capitalism Kills Love“ des Künstlerkollektivs Claire Fontaine (Abholung standesgemäß mit Fahrer).
Sahra Wagenknecht, Nachfolgerin von Gysi als Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, trifft sich heute mit Wolfgang „Wolle“ Joop zum öffentlichen Talk (Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz, 21 Uhr). Der Modemacher und „Germany’s next Topmodel“-Juror hatte über die Politikerin in einem Tagesspiegel-Interview gesagt: „Ich bin auf der Seite von Sahra Wagenknecht.“ Mal sehen, ob sie heute ein Foto für Ihn hat.
Wie sich der Senat den Checkpoint Charlie vorstellt: maximal 8 Stockwerke, 30 % Sozialwohnungen, ein Stadtplatz, ein Museum, sichtbare Brandwände. Hat aber noch Zeit – das Abgeordnetenhaus soll den Bebauungsplan im August 2020 beschließen.
20.000 Dokumente wie Blankopässe, Aufenthaltspapiere und Siegel wurden aus dem Amt am Friedrich-Krause-Ufer geklaut – die Diebe kletterten durch ein Klofenster rein. Einen ähnlichen Fall gab es bereits 2017, verstärkte Sicherheitsvorkehrungen wurden danach nicht getroffen. Warum auch?
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Die zweite Ausgabe von „BERLIN LIEBEN“ schaut etwas genauer auf den Nahverkehr. Im historischen Teil dreht es sich um das zweite Vierteljahrhundert der BVG, die Jahre von 1955 bis 1979. Die Zeit der Teilung und des Mauerbaus. Herz der Ausgabe sind zehn liebevoll recherchierte Porträts von BVG-Linien, die zu kleinen Stadterkundungen inspirieren: mit dem N8er durch Kreuzkölln oder mit der Tram 63 nach Mahlsdorf. Es gibt viel zu entdecken! Hier bestellen
Katastrophen-Wartezeiten bei den Notrufnummern der Polizei – zwei Beispiele: Am Freitag um 23.15 Uhr dauerte es sechs Minuten, bis ein Anruf angenommen wurde, am Tag zuvor um 16.20 Uhr sogar mehr als neun Minuten. Zu hören war nur „…bitte warten … bitte warten … bitte warten …“ (Frauenstimme), „Bitte warten, Polizeinotruf Berlin. Zurzeit sind alle Notrufleitungen belegt. Bitte legen Sie nicht auf.“ (Männerstimme), „Ihr Anruf wird gehalten, bitte warten Sie einen Moment.“ (Frauenstimme). Frage an die Polizei: Ist dieser Ausnahmezustand normal? Antwort: „Ja, das dauert oft so lange. Wir sind total unterbesetzt.“
Wegen eines Bus-Vorfalls entfällt heute die Rubrik „Berlin, aber Schnauze“ – Checkpoint-Leserin Elisabeth Stelzig berichtet: „Ich bin vormittags mit dem Bus 200 Richtung Philharmonie unterwegs. Es sind nur wenige Fahrgäste im Bus. An der Haltestelle Tiergartenstraße öffnet der Fahrer seine Vordertür und fragt einen Passanten, der sein Rad schiebt: ‚Haben Sie einen Platten?‘ Der Passant bestätigt. ‚Soll ich Sie mitnehmen‘, bietet der Fahrer an, ‚dann steigen Sie in der Mitte ein. Bis zum Potsdamer Platz können sie mitfahren.‘ Der Radfahrer nimmt das Angebot dankend an. Im Bus gibt es Applaus für den Fahrer.“ Damit ist die informelle Checkpoint-Rubrik „BVG, aber glücklich“ jetzt offiziell institutionalisiert.
Martin Klesmann wird Sprecher der Bildungsverwaltung – der langjährige Redakteur der „Berliner Zeitung“ folgt auf Beate Stoffers, die nach dem Abgang von Mark Rackles neue Staatssekretärin wurde. Über seine Vorgängerin schrieb Klesmann noch am 9.4.: „Mitarbeiter ihrer eigenen Behörde bezeichnen sie als ‚Kontrollfreak‘. Wer seit fast neun Jahren täglich als Pressesprecherin die allgemeine Negativberichterstattung über die tatsächlich vorhandenen Problemlagen an Berliner Schulen im hauseigenen Pressespiegel liest, dürfte auf jeden Fall hart im Nehmen sein.“ Er weiß also, worauf er sich einlässt. Der Checkpoint wünscht gute Nerven und viel Erfolg!
Für Alba Berlin haben die Sommerferien begonnen auch das dritte Finalspiel gegen die Bayern war für die Tonne, weil zu wenig in den Korb ging (88:93-Niederlage in München nach Verlängerung – zur Halbzeit lag Alba noch mit 11 Punkten vorne). Aber bitte auf die Mülltrennung achten: Nur das Ende war zum Wegwerfen, der Rest der Saison kann gerne recycelt werden.
Korrektur zur Meldung „Ex-Staatssekretär rechnet ab“ (21.6.): Ja, es gibt eine Bruno-Taut-Schule in Neukölln, gemeint war aber die Max-Taut-Schule in Lichtenberg. Bleibt in der Familie.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Natürlich ist daran immer der böse Finanzsenator schuld.“
Finanzsenator Matthias Kollatz nimmt im „Morgenpost“-Interview alles auf seine Kappe.
Tweet des Tages
Schon krass, wie viele Kinder heute Digger heißen.
Stadtleben
Essen – Würde man hören, die Eismanufaktur in der Kreuzberger Graefestraße 7 biete seit neuestem Peperoni-Vanille-Moschus oder Spinat-Passionsfrucht als Sorten an, man würde sich nicht wundern. Die Sorten, die dort wirklich in der Vitrine ausgestellt werden, klingen nämlich ähnlich ausgefallen – aber auch viel appetitlicher! Womit die Eisdiele neben Kreativität und hochwertigen Zutaten punktet: Das Eis ist nicht so süß. Die hauseigenen Eistüftler achten besonders darauf, dass im Belgischen Kakao und dem Indischen Mango-Sorbet nur genauso viel Zucker wie nötig enthalten ist. Tägl. ab 12 Uhr bis ca. 21 Uhr (Öffnungszeiten hängen vom Andrang und der Wetterlage ab). U-Bhf Schönleinstraße
Trinken – Ob ein feucht-fröhlicher Start in die Sommerferien genau das ist, was man jetzt braucht, oder man seinen Frust darüber, als einziger im Freundeskreis weiterarbeiten zu müssen, ertränken möchte – das Pfeffi-Pop-up bietet sich in beiden Fällen als geeignete Aktivität für den Montagabend an. Wie wir wissen, ist das hochprozentige Zahnspülungsimitat wieder schwer im Kommen! Klar also, dass ihm im Haus am See (Brunnenstraße 197-198, U-Bhf Rosenthaler Platz) eine 12-tägige Party gewidmet wird. Ganz Berlin: Mit DJs und Druffis. Der Eintritt ist frei. Bis 30. Juni 16-2 Uhr
Berlinbesuch – Berliner lieben frisch geerntetes Obst und Gemüse. Zum selber ernten sind sie sich auch nicht zu schade. Das zeigt der jährliche Spargeltourismus zum Stechen nach Beelitz. Oder der Beerengarten in Oranienburg. Von Mai bis August gibt der auf seinen Feldern leckere Erdbeeren, Himbeeren, Johannis- und Heidelbeeren her. Nimmt man die Bahn zur Tiergartenstraße 254 (ab S-Bhf Oranienburg noch mit dem Bus 824 zur Station Oranienburg) und pflückt nur so viel, wie man mampfen oder zu Marmelade verarbeiten kann, dann ist das sogar ganz nachhaltig – und ein schöner Ausflug obendrein. Wer nach der ganzen Feldarbeit eine kleine Pause braucht, bevor es wieder in die Großstadt zurückgeht: Im hauseigenen Café kann man gut bei einem Espresso verschnaufen. Tägl. 10-18 Uhr
Geschenk – Was zur nächsten Grillparty mitbringen? Ein Salat geht immer, aber diese Idee hat jeder, also bleibt zum Schluss immer zu viel Kartoffel- oder Nudelsalat übrig. Woran die meisten jedoch nicht denken: Gute Soßen! Scheinbar nebensächlich, machen aber letztendlich doch einen großen Unterschied. Darauf spezialisiert hat sich die Friedrichshainer Soßenmanufaktur Eckart, die seit 2009 Feinkostsoßen produziert. Natürlich gibt's die in allen Schärfegraden (zu erkennen an der Anzahl der Peperoni auf den Fläschchen). Neben klassischen Ketchup, Grill- und Steaksoße, gibt's auch Fruchtiges wie Mango-, Pflaumen- und Pfirsichsoße. Ab 6 Euro pro Flasche, zu kaufen im Online-Shop.
Last-Minute-Musik – Jazz und laue Sommernächte. Das passt. Umso passender: Heute startet die erste Berliner Jazzwoche. Die kommt ganz leger und unprätentiös daher. Es gibt kein ausführliches Programm, keine Kuratoren. Dafür wird viel gejamt, improvisiert und auch diskutiert. Zum Beispiel heute um 18 Uhr im Rahmen einer „Standortbestimmung zum Jazz 2019" im Sowieso. Um 21 Uhr geht's dann im b-flat (Dircksenstraße 40, S/U-Bhf Alexanderplatz) weiter, wo das Johannes Thoma Quartett eine Improvisation hinlegt. Ebenfalls mit dabei sind diese Woche u.a. die Locations Klunkerkranich und der Zig Zag Club, die Preise variieren nach Veranstaltungsort. Einen Überblick gibt's hier.
Noch hingehen – Regelmäßige BesucherInnen des Schlossparktheaters in Steglitz müssen eigentlich noch diesen Monat ins Museum Steglitz. In der Drakestraße 64a (S-Bhf Lichterfelde West) wird nämlich in der Ausstellung „Mein Schlossparktheater" die Geschichte des Spielhauses „in fünf Akten von Henckels bis Hallervorden" erzählt. Was genau sich dahinter verbirgt, erfahren Sie sonntags und Di-Fr von 15-18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Das Stadtleben zum Start in die Sommerferien von: Maria Kotsev
Prominent verraten
Unser diese Woche gesuchte Berliner wurde 1978 in Breslau geboren, mit sieben Jahren zog er nach Westberlin, wo er in Zehlendorf aufwuchs. Heute lebt er in Friedrichshain und Mitte. Sein Tag beginnt in der Regel um 8 Uhr mit einem Workout - Spoiler: Wir suchen keinen Sportler!
Bekannte Berliner fotografieren für uns eine Woche lang täglich Ausschnitte aus ihrem Leben. Die Auflösung kommt immer freitags - mit einem Selfie.
Erraten Sie, wer sich diesmal hinter den Bildern versteckt?
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Jetzt mitmachen
Berlin heute
Verkehr – Am Samstag demonstriert die IG Metall für eine „Soziale, ökologische und demokratische Transformation in Industrie und Gesellschaft". Das führt jetzt schon zu Verkehrschaos - vorausschauender Weise beginnen nämlich ab heute die Aufbauarbeiten. Von 8-18 Uhr heißt das, der Platz des 18. März (Mitte) ist gesperrt. Ab 18 Uhr folgt dann die Ebertstraße Richtung Dorotheenstraße ab Behrenstraße (Spoiler: Die Straße des 17. Juni kommt noch!). Außerdem gesperrt ist die Straße zwischen Mehringdamm / Tempelhofer Damm und Columbiadamm (Tempelhof) in beiden Richtungen. Wie es sich zum Sommerferienstart gehört, sprießen noch mehr Baustellen aus dem Boden: In Friedrichshain etwa ist auf der Friedenstraße Richtung Platz der Vereinten Nationen zwischen Pufendorfstraße und Friedrichsberger Straße auf eine Spur verengt (bis Mitte September). Ebenso auf der Frankfurter Allee in Lichtenberg stadteinwärts zwischen Magdalenenstraße und Möllendorffstraße und in Pankow auf der Mühlenstraße in Richtung Grabbeallee an der Kreuzung Breite Straße. Erhöhte Staugefahr lautet die Diagnose auf der Kantstraße in Charlottenburg, wo an der Kreuzung Leibnitzstraße Leitungsarbeiten beginnen. Die führen außerdem zu „Fahrbahnverschränkungen und Abbiegebeschränkungen". Mehr Infos finden Sie auf der VIZ.
Demonstration – Rund 50 Personen übergeben in der Adele-Schreiber-Krieger-Straße von 12-14 Uhr mit der Pia Protest AG „Unterschriften einer Petition im Rahmen der Psychotherapeutenreform". In der Klingelhöferstraße wünschen sich 20 Menschen „Frieden am Arabischen Golf" (18-20 Uhr). Und vor dem Bundeskanzleramt steht der Campact e.V. mit 40 Teilnehmenden und fordert die „Verkehrswende statt Autosubvention" (18.30-20.30 Uhr).
Gericht – Für neun Überfälle auf Taxifahrer muss sich ein 27-Jähriger verantworten. Er soll die Geschädigten während der Fahrt mit einem Messer oder mit Pfefferspray bedroht und die Herausgabe von Geld erpresst haben. Ein Fahrer sei verletzt worden (13.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 501).
Universität – Während die Berliner SchülerInnen schon frei haben, büffeln die Studierenden noch – zumindest laut Vorlesungsverzeichnis. In dem der HU steht für heute etwa auf dem Programm: Das „Think and Drink Colloquium" am Sozialwissenschaftlichen Institut (Universitätsstraße 3b, S/U-Bhf Friedrichstraße) mit einem Vortrag vom institutseigenen Makrosoziologen Dr. Steffen Mau zum Thema „Borders are back! Grenzen und Grenzkontrolle im 21. Jahrhundert"(ab 18 Uhr).Der Eintritt ist frei.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Alexander Beyer (46), Schauspieler / Michael Kessler (52), Schauspieler, Komiker und Autor / Uwe Krupp (54), Eishockey-Trainer, ehem. bei den Eisbären, jetzt Sparta Prag / Richard Zven Kruspe (52), Gitarrist der Band Rammstein / Michael Parensen (33), Innenverteidiger bei Union / Eugen Ruge (65), Schriftsteller / Hans-Jürgen Schult (80), Aktionskünstler / Saralisa Volm (34), Schauspielerin, Bloggerin, Filmproduzentin und Autorin
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Ute Brandis, * 14. November 1941 / Harry Eichberg, * 14. Januar 1937 / Ulrich W. Fischer, * 3. März 1944 / Manfred Omankowsky, Stadtrat a.D.
Stolperstein – Heinrich-Roller-Straße 17, Prenzlauer Berg: Hier lebte Leo Mendelsohn (Jhg. 1906) vor seiner Deportation nach Auschwitz am 4. März 1943. Heute vor 76 Jahren wurde er dort von den Nazis ermordet.
Im Tagesspiegel
Wuschelköpfiger Ex-Bürgermeister, ausfällig gewordener Ex-Außenminister, streitbarer Abgeordneter, Journalist mit flexiblem Verhältnis zur Wahrheit – warum mit Boris Johnson Großbritanniens unwahrscheinlichster Politiker wahrscheinlich dessen Premierminister wird. Lesen Sie das Portrait von Katja Demirci heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
Zum Schluss noch was aus der Reihe „Unnützes Berlinwissen“: Bei 2661 Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr führt die Polizeistatistik Tiere als Verursacher auf, die meisten davon in Treptow-Köpenick (129), die wenigsten in Friedrichshain-Kreuzberg (10). Beteiligt waren neben Haustieren (584 Fälle) auch Wildtiere (2077), darunter Baummarder, Dachs, Damwild, Fuchs, Hase, Marderhund, Muffelwild, Rehwild, Rotwild, Schwarzwild, Steinmarder, Waschbär, Wildenten. Hinweis: Die autoverkehrstypische Berliner Wildsau wurde nicht extra erfasst. (Q: Innenverwaltung auf Anfrage MdA Stefan Taschner).
So, das war‘s für heute morgen früh begrüßt Sie hier meine Kollegin Laura Hofmann. Ach, und legen Sie sich ein paar Eiswürfel zurecht, es wird ziemlich heiß die nächsten Tage!