wir starten in den Samstag mit einem Überblick über die wichtigsten Nachrichten aus Berlin:
+++ Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo hat Amts- und Parteikollegin Franziska Giffey in Berlin besucht. „Berlin ist in Sachen Wohnungspolitik Vorbild für uns“, sagte Hidalgo. Ein Gespräch über Klimakrise, Wohnungsnot und das Vorbild der Pariser Verkehrswende.
+++ Der Senat hat seine Investitionen bis 2026 beschlossen. Jetzt zeigt sich allmählich, welche Schulen die Verlierer sind. Das Pankower Gymnasium am Europasportpark, eine der marodesten Schulen der Stadt, ist von der Investitionsliste des Landes gestrichen worden – obwohl sein Zustand selbst in den Augen der Unfallkasse bedrohlich ist.
+++ Der Busstreifen auf der Clayallee ist außer Kraft, der Streit mit den Anwohnern kann allerdings noch Jahre dauern. Das Berliner Verwaltungsgericht hatte einem Eilantrag von Anwohnern stattgegeben und eine Busspur in Zehlendorf für rechtswidrig erklärt. Bisher hat die Senatsverkehrsverwaltung über den Widerspruch der Anwohner nicht entschieden. Erst nach dem Bescheid könnte geklagt werden.
Auf tagesspiegel.de informieren wir Sie fortlaufend über alle Entwicklungen in und rund um Berlin.
Das Literaturfestival endet, die Art Week geht vorbei und am Montag auch das Musikfest. Halbzeit begeht dieser Tage der Monat der Zeitgenössischen Musik. Und wir vom Checkpoint bereiten uns schon mal vor auf das Tagesspiegel-Hoffest am 3. Oktober. Erstmals seit ihrem legendären Auftritt im vollen Tipi am Kanzleramt im Februar 2020 probt hierfür auch die Checkpoint-Band wieder. Wenn Sie Lust auf ein geselliges Miteinander mit dem Team Checkpoint haben, registrieren Sie sich einfach und kostenlos hier und kommen Sie gerne rum. Wir freuen uns auf Sie.
Bis dahin gibt's den Checkpoint weiterhin mit unserem wöchentlichen Berlin-Podcast „Berliner & Pfannkuchen“ auf die Ohren. In der aktuellen Folge sprechen die Kolleg:innen Lorenz Maroldt und Ann-Kathrin Hipp über mögliche Blackout-Szenarien für Berlin. Alles, was Sie zu diesem Thema wissen müssen – Wie funktioniert eigentlich Berlins Stromversorgung? Was passiert, wenn der Strom plötzlich weg ist und wegbleibt? Wie bereiten sich die Behörden vor? Und was rät ein Survival-Trainer? – hören Sie überall, wo es Podcasts gibt, und hier. Aber jetzt erst mal: Das Wochenende!
Anzeige
Wer hat an der Welt gedreht?
Zeitenwende also – aber in welche Richtung? Das neue Programm des Kabarett-Theater DISTEL ist der lang erwartete Nachfolger von "Skandal im Spreebezirk", dem großen Publikumserfolg. Ab 11.10.22 – direkt am Bahnhof Friedrichstraße. Besuchen Sie uns privat oder in der Gruppe zur Firmenfeier. Und: verschenken Sie Kabarett-GUTSCHEINE
Samstagmorgen – Der Alexanderplatz gilt nicht gerade als Wohntraum: Gedränge und Lärm kennzeichnen ihn klar als Transitzone. Und Transit heißt: Möglichst schnell durch und weg hier. Choreografin Sabine Zahn will es dennoch versuchen: In ihrer Studie Into Dwelling #2 versucht sie, sich den Platz als Aufenthalts-, Verweil- und Wohnraum zu ertanzen, und das bei laufendem Verkehrsbetrieb. Von 12 bis 13 Uhr. Den genauen Startpunkt erfährt, wer ein Ticket bestellt.
Samstagmittag – Im öffentlichen Raum ist Lautheit immer schon politisch, weil sie nichts anderes tut, als eben Raum einzunehmen. Laut wird daher auch die Marc Sinan Company, die mit dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit ein musikalisch-dokumentarisches Memorial für Zwangsarbeitende der NS-Zeit auf die Straße bringt: Ab 15 Uhr werden an verschiedenen Orten in der Stadt musikalische Miniaturen aufgeführt, über eine interaktive App werden an 99 Orten die Stimmen von Zwangsarbeiter:innen hörbar und am Dokumentationszentrum selbst führt Klangkünstlerin Kaffe Matthews eine Fahrradoper auf. Schon um 14 Uhr beginnt das Programm „Human Comodity – Ware Mensch“ in der Britzer Straße 5, das ab 17 Uhr auch eine Fotoausstellung und ein Konzert in der Spreehalle (Reinbeckstraße 16) umfasst.
Samstagabend – Wer seine Musik lieber in eigens dafür geschaffenen Räumlichkeiten genießt, besucht die Philharmoniker. Die spielen unter Kiril Petrenko Werke von Xenakis, B.A. Zimmermann und Luigi Dallapiccola. Letzterer hat die Musik des zwanzigsten Jahrhunderts übrigens vor allem als Lehrer von, unter anderem, Luciano Berio, Sylvano Bussotti und Frederic Rzewski geprägt, was uns zum Thema Nachwuchs bringt: Die Komposition „Moving Shapes“ von Samuel Pradalie, Gewinner des Internationalen Kompositionswettbewerbs Kompolize, ist im Konzerthaus der UdK (Hardenbergstraße 33) zu hören. Beide Konzerte um 19 Uhr.
Anzeige
Berlin ohne Gäste, das wäre wie Theater ohne Applaus. Drei Opernhäuser, gleich mehrere Konzertsäle, Theater und Bühnen in jeder Größenordnung: Berlins Kulturangebot ist einmalig. Tänzerin Clara aus dem Friedrichstadtpalast erklärt Ihnen, warum kulturelles Weltniveau Gäste aus aller Welt braucht.
Erfahren Sie mehr
Sonntagmorgen – Wer die Stadt mehr über Bilder als Klänge wahrnimmt, dürfte Gefallen am „Taschen-Buch“ Berlin finden. Das über vier Kilogramm wiegende, 560-Seiten umfassende „Porträt einer Stadt“ vom Taschen-Verlag vollzieht in formatfüllenden Fotografien die Berlin-Geschichte seit 1860 nach, ändert damit den heutigen Blick auf so manchen Bau und liefert nicht nur zahlreiche Anregungen für Stadtspaziergänge, sondern auch eine schwerwiegende Geschenkidee.
Sonntagmittag – Keine Sorge, alles wird gut. So in etwa lautet nicht nur das älteste Versprechen allen technischen Fortschritts, sondern auch der Titel einer Open-Air-Ausstellung vor dem Deutschen Technikmuseum (Trebbiner Straße 9). Und womit beginnt jede vernünftige Weltverbesserung? Na, mit einer Bestandsaufnahme gegenwärtiger Krisen. Bei „Everything Will Be Fine“ geht es dem aus der Medienkunstwelt bekannten Tactical Technology Collective und Partner HAU Hebbel am Ufer daher um Daten unserer Zeit, um Informationstechnologien, sowie die Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen, und die oft fragwürdigen Rollen, die sie in Prozessen der Meinungsbildung einnehmen.
Sonntagabend – Bei Tänzerin Lisa Verbelens Shows ist drin, was draufsteht: Die eine Solo-Performance heißt ONE, die nächste, bei der es um alles geht, ALL. Nun tritt sie im Duett mit dem Jazzpianisten Hendrik Lasure auf, was dem Stück den folgerichtigen Titel TWO verleiht. Genauer: „Two. Is not a solo“. Klingt banal? Nicht, wenn man bedenkt, dass die Zahl Zwei die Wurzel dialektischen Denkens ist, grundsätzlich Gegensätze impliziert, der Zweisamkeit wie der Verzweiflung und allem Diabolischen schon im Namen innewohnt. Das doppelte Spiel beginnt um 20 Uhr im Ballhaus Ost (Pappelallee 15).
Anzeige
In 30 Jahren Menschenleben kann eine ganze Menge passieren. Aber wie sieht das bei Ländern aus? Anlässlich 30 Jahre diplomatischer Beziehungen präsentiert 13 Horizonte ein Mosaik aus kulturellen Einblicken in die Moderne von Europa, dem Kaukasus bis Zentralasien. Die Geschichten, die von diesen Regionen aus neuen Perspektiven erzählen, können Sie u.a. auf der Leinwand kennenlernen: ab 18.09. in den Yorck-Kinos.
Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
„Ein Freund, der Keiler Kai, erzählte neulich vom perfekten Sonnenuntergang bei Werder (Havel): Den habe er auf dem Wachtelberg erlebt. „Du gehst in diese charmante Wirtschaft auf dem, nun ja, nennen wir es großzügig Gipfelplateau, nimmst Platz auf der grossen Terrasse, trinkst lokalen Wein, blickst hinunter in Richtung Stadt und hast das Gefühl, du wärst in der Toskana“. Wie bitte, rümpfte ich meinen feinen Riechkolben, Toskana? Bei Werder? Das könne doch nicht sein. Bestimmt, dachte ich, hatte da jemand bloß zu tief ins Glas geschaut und sich von der guten Stimmung auch die Sinne versüßen lassen. Der Gedanke daran ließ mich aber tagelang nicht los, weshalb ich irgendwann bei Chantal anklopfte, der feinsten Nase von Nebenan – zu Vino sagt die nie „No“. Und, was soll ich sagen – wie recht der gute Kai doch hatte! Es ist Lesezeit, weshalb die Weinhänge gerade besonders nett anzuschauen sind. Man bekommt kleine Häppchen, Käse, ein nettes Fest. Und, ach ja, der Wein selbst, fragen Sie?Ich bin überzeugt. Meine persönlichen Favoriten habe ich auch gleich in Flaschenform mit nach Hause genommen. Darum, verzeihen Sie bitte die ein oder andere Unleserlichkeit – hoffentlich kann die Redaktion meine Sauklaue entziffern! – ich habe möglicherweise ganz, ganz leicht einen sitzen. Vielleicht. Na schließlich muss ich doch probieren, um davon berichten zu können. Zum Wohl, ich empfehle mich. Mit freundlichen Grunzen.“
Leseempfehlungen
Raserei – Es gibt sie in Berlin nicht nur in den Straßen, sondern auch auf dem Wasser. Neben Partybooten und Strandfeiern ist sie einer der Gründe für die steigende Lärmbelästigung auf dem Wasser. Boris Buchholz (T+) sprach mit dem Vertreter einer Bürgerinitiative, die etwas daran ändern will.
Besitzverhältnisse – Ein Teil der über 500 Benin-Bronzen des Ethnologischen Museums ist nun, im Humboldt-Forum, erstmals als Leihgabe des neuen alten Eigentümers Nigeria ausgestellt. Bevor sie 1897 von britischen Soldaten geraubt worden waren, gehörten die Bronzen zum Königspalast in Benin. Nicola Kuhn (T+) berichtet von der Ausstellung im Humboldt-Forum.
Dating – Wer auf keinen Fall allein in die kalte Jahreszeit starten will, etwa um Heizkosten zu sparen, sollte seinen Wortschatz in Sachen Dating womöglich updaten. Hier entlang zum Dating-Glossar von Inga Barthels (T+), das auch etwas für alle Eltern sein könnte, die ihre Kinder nicht mehr verstehen.
Wochenrätsel
Gewonnen! Das Straßen- und Grünflächenamt Marzahn-Hellersdorf ist dank Bauarbeiten …
a) …größer denn je.
b) …unbekannt verzogen.
c) …nicht erreichbar.
Tipp: Wer den Checkpoint letzte Woche aufmerksam las, ist im Vorteil!
Schicken Sie uns die richtige Lösung und gewinnen Sie einen Checkpott.
Jetzt mitmachenEncore
Berliner Hausnummern (XXIV): Berlin, deine Bären! 477 Buddy-Bear-Skulpturen stehen in der Hauptstadt verteilt. Weltweit gibt es derzeit 2143 Bären, Tendenz steigend – am weitesten entfernt von Berlin steht der Bär Nummer 2096 in Auckland, Neuseeland. Eine Karte der schicksten Bären der Hauptstadt finden Sie hier (Q: Buddy Bear Berlin).
Heute früh hat Ihnen Cristina Marina (Produktion) die Wochenend-Ausgabe auf den Bildschirm gezaubert, am Montag lesen Sie an dieser Stelle von Lotte Buschenhagen. Haben Sie ein schönes Wochenende!