seit dem Wochenende wissen wir, dass Bodo Ramelow (Ministerpräsident des Bundeslandes mit der zweithöchsten Inzidenz) während der digitalen Corona-Konferenzen mit der Kanzlerin (die er bei einer „Clubhouse“-Runde gerade „das Merkelchen“ nannte) bis zu zehn Level „Candy Crush“ schafft. Das ist beachtlich, wirft allerdings ein anderes Licht auf eine Bemerkung Ramelows von vor zwei Wochen – da sagte er der „FAZ“:
„Die Kanzlerin hat es immer wieder in aller Deutlichkeit gesagt, aber im Kreise der Ministerpräsidenten wollte man es nicht so recht hören – auch ich nicht.“
Hm, wollte nicht – oder konnte nicht? Eine gewisse Aufmerksamkeit absorbiert das Smartphone-Spielchen ja schon, auch wenn der Effekt, wie es in einer Beschreibung heißt, sich irgendwann abnutzt, weil von Level zu Level immer wiederkehrende Aufgaben zu lösen sind und demnach die Neugier auf das Kommende merklich nachlässt. Ein bisschen ähnelt „Candy Crush“ im Verlauf also den Corona-Runden im Kanzleramt – aber trotz der ständigen Beschäftigung mit Süßigkeiten verhindert es offenbar nicht eine Unterzuckerung.
Endlose Konferenzen versuche ich übrigens mit „Among us“ zu überbrücken – der Plot passt fast immer: Ein Raumschiff, das abzustürzen droht, eine Crew, die es mit allen Mitteln retten will, und ein Betrüger, der alle hinterrücks zu meucheln versucht. Und was spielen Sie so, während die andern reden?
Für das „Merkelchen“ bat Ramelow gestern um Entschuldigung. Und mehr zum „Clubhouse“ (wo Ramelow vor ein paar Tausend Zuhörern munter drauflosplauderte und sich hinterher über die vermeintliche Indiskretion beklagte) finden Sie heute auf tagesspiegel.de
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Corona: Informationen für pflegende Angehörige
Corona stellt pflegende Angehörige vor neue Herausforderungen: Die Pflege muss so organisiert werden, dass die Pflegebedürftigen vor einer Infektion geschützt sind. Teilweise gehören die pflegenden Angehörigen selbst zur Risikogruppe. Die Unfallkasse Berlin gibt Hinweis und Tipps zum Thema: unfallkasse-berlin.de/pflegende-angehoerige.
Beim Schneckenrennen zur Abgeordnetenhauswahl in acht Monaten haben sich laut „Civey“ die Grünen (22,1%) wieder vor die CDU (19,4%) geschoben. Um Platz 3 rangeln sich SPD (16,8%) und Linke (16,7%). Die AfD (10,8%) befindet sich in einem leichten Sinkflug, die FDP (7%) kommt wieder ran – und der Rest verteilt sich auf die Sonstigen (7,2%).
Dazu drei Anmerkungen:
+ Bettina Jarasch müsste eigentlich ganz aus dem (Schnecken)Häuschen sein, aber sie ist nicht zu sehen und kaum zu hören – positiv betrachtet: Sie verhält sich Corona-konform (#StayAtHome).
+ Kai Wegner weiß jetzt, dass mit einem schlechten Lamborghini-Gag keine Überholmanöver drin sind – und es auch Kurven nach unten gibt.
+ Franziska Giffey bringt die SPD seit einem Jahr (Erklärung ihrer Kandidatur) Monat für Monat um je 0,1 Prozentpunkt nach oben. Wenn das so weitergeht, hat sie den heutigen Stand der Grünen bereits im Sommer 2025 erreicht.
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Digital auf Nummer sicher!
Online-Marketing zwischen Cookies und Datenschutz am 28.01.21
Wie verbindet man Datenschutz und Online-Marketing? Darüber diskutieren: Dr. Anna Christmann, MdB (B‘90/Grüne), Prof. Maximilian von Grafenstein (Einstein Center Digital Future), Eveline Metzen (Google Deutschland). Mehr dazu: www.digitalaufnummersicher.de
Anfang Januar ging beim Checkpoint der Hinweis auf ein merkwürdig anmutendes Besetzungsverfahren in der Justiz ein: Andreas Dielitz, Vorsitzender Richter am Landgericht Potsdam mit Berliner Wohnsitz, hatte sich auf eine von vier freien Vorsitzenden-Stellen am Berliner Kammergericht beworben – Präsident Bernd Pickel sah in dem erfahrenen und bekannten Juristen (u.a. Schwielowsee-Verfahren und Prozess gegen Horst Mahler) den am besten geeigneten Kandidaten.
Es folgt Merkwürdigkeit 1: Im Richterwahlausschuss (besetzt von Mitgliedern der Gerichte, Staatsanwaltschaften, Rechtsanwälten sowie von mehrheitlich rot-rot-grünen Vertretern des Abgeordnetenhauses) verfehlte Dielitz (früher bei der Jungen Union und auf CDU-Vorschlag zehn Jahre lang Richter am Verfassungsgerichts Brandenburgs) die notwendige Zweidrittelmehrheit. So etwas kommt zwar vor – aber anders als üblich verweigerte Justizsenator Dirk Behrendt dem bestplatzierten Bewerber einen zweiten Wahlgang (da hätte die einfache Mehrheit gereicht).
Es folgt Merkwürdigkeit 2: Dielitz legte Widerspruch ein und beantragte Rechtsschutz. Am 18. Dezember ordnete das Gericht an, dass Behrendt bis zur Entscheidung über Dielitz keinen der anderen drei Richter ernennen darf – doch da hatte der Justizsenator bereits gehandelt, allen sonstigen Gepflogenheiten zum Trotz (auch ein neuer Bewerber für die vierte Stelle ist bereits vorgesehen).
Nach Ansicht des missachteten Gerichts, das von den Ernennungen offenbar nichts wusste, besteht die Gefahr, dass der Anspruch von Dielitz auf ein ordentliches Verfahren vereitelt wird – aber genau diese Situation ist durch das voreilige Handeln des Justizsenators jetzt eingetreten: Die Ernennungen sind kaum reversibel.
Weitere Punkte aus dem Beschluss:
+ Der Richterwahlausschuss darf nach Ansicht des Gerichts nicht willkürlich entscheiden (keine „echte Wahl“).
+ Die Entscheidung gegen Dielitz ist für die Richter nach dem Prinzip der Bestenauslese nicht nachvollziehbar.
+ Auch das Argument unterschiedlicher Benotungen in Berlin und Brandenburg ließ das Gericht nicht gelten.
Erfahrene Rechtspolitiker sagten dem Checkpoint, dass sie einen solchen Fall so noch nicht erlebt hätten. In der Justiz ist von einem „kreativen Umgang“ des Senators mit dem Recht die Rede. Behrendts Sprecher sagt: „Zu Einzelpersonalangelegenheiten äußern wir uns nicht.“ Das letzte Wort in dieser Angelegenheit ist das sicher nicht.
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Die Schulen sind ja eigentlich dicht – aber am Freitag und Sonnabend herrschte vor einigen Gymnasien seltsame Betriebsamkeit. Was war da los? Hier die Auflösung: Es gab Aufnahmeprüfungen für die „Schnelllernerklassen“ (ab Stufe 5). 830 Anmeldungen waren an sieben Gymnasien zu bewältigen, nach einem strengen Hygieneplan, und vor dem Schultest (ca. zehn Minuten) gab’s für alle einen Coronatest (ca. zehn Minuten). Und siehe da: Tatsächlich wurden einige Positivfälle herausgezogen. Wo die Kinder sich wohl angesteckt haben? Tja, in den Schulen jedenfalls nicht, denn die sind ja (siehe oben) eigentlich dicht.
Die Leitungen der öffentlichen Museen (aus Berlin sind die Staatlichen Museen und die Berlinische Galerie dabei) bitten in einem nichtöffentlichen Brief an Kulturstaatsministerin Grütters und die Kultusministerkonferenz um ihre Wiedereröffnung – nicht nur trotz, sondern auch wegen Corona. Zunächst sollen die Schulen die Häuser nutzen können, unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln (20 qm pro Person), die Direktorinnen und Direktoren erinnern an ihren Bildungsauftrag. Die weiteren Argumente aus dem Schreiben:
+ Museen sind „Orte der Kontemplation“ und „des stillen wie auch kommunikativen Einsehens“ (so wie die weiter offenen Kirchen auch).
+ „Jedes Werk stellt eine emotionale Batterie dar.“
+ „Das Museum ist ein Kraftort für die in dieser Zeit dringend benötigte Resilienz.“
Mit anderen Worten: Kunst ist zwar nicht immun, aber systemrelevant – auch wenn nichts davon auf der 28-seitigen Senatsliste der systemrelevanten Tätigkeiten steht (CP v. 24.1.).
Berliner Schnuppen
Telegramm
Jetzt ist es amtlich: Ex-Senatorin Katrin Lompscher (Linke) ist eine „Verfechterin sozialdemokratischer Ideale“ – so steht es jedenfalls auf Seite 12 der Zeitung des Bezirksamts Mitte zur Karl-Marx-Allee, finanziert von der Stadtentwicklungsabteilung von Stadtrat Ephraim Gothe (SPD). Es kommentiert die Verfechterin sozialdemokratischer Ideale selbst: „Wir leben bis zum Hals im Kapitalismus. Das ist das Problem.“
Wir bleiben gleich beim Mitte-Kapitalismus: „Der Wirtschaftskreis Mitte e.V. ist eine unabhängige, überparteiliche Vereinigung von Gewerbetreibenden, Unternehmen, Selbständigen, Freiberuflern und kommunal tätigen Organisationen im Berliner Bezirk Mitte“, heißt es auf der Website des überparteilichen Wirtschaftskreises. Ist also nur Zufall, dass dort gerade Frank Henkel (CDU) den bisherigen Vorsitzenden und jetzigen Ehrenvorsitzenden Carsten Spallek (CDU) abgelöst hat. Zur neuen Geschäftsführerin ernannte der Vorstand übrigens Aileen von Wensierski, und die ist – richtig: in der CDU. Und ansonsten gilt das alte Motto: Wer nichts wird, wird Wirt.
1700 BerlinerInnen stehen nach dem Ausbruch der Corona-Mutation B117 im Humboldt-Klinikum unter Quarantäne – das Personal pendelt in „Berlkönig“-Kleinbussen zur Arbeit (Essen und Trinken sowie Gespräche sind während der Fahrt verboten). Vivantes-Geschäftsführer Johannes Danckert schreibt in einer internen Mail an die Belegschaft: „Wir wünschen allen Mitarbeitenden des Humboldt-Klinikums viel Kraft für die kommenden Wochen.“
Der Senat fordert alle zur maximalen Kontaktreduzierung auf – aber die „Agrolab Group“ kündigt unverdrossen Trinkwasseruntersuchungen in hunderten von Wohnungen für den 4.2. im Wedding an (und vermutlich nicht nur dort) – im Anschreiben dazu folgender „Wichtiger Hinweis: Trinkwasserproben dürfen nur nach einem vorgeschriebenen, komplexen Verfahren von eigens dafür ausgebildeten Probenehmern genommen und in speziellen Probebehältern aufbewahrt werden.“ Von Corona-Schutzmaßnahmen keine Spur – wurden wahrscheinlich von Legionellen vernichtet.
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Die Corona-konforme Umrüstung der BVG-Busse ist noch nicht abgeschlossen – ein Sprecher sagte dem Checkpoint: „Zum Teil sind die Scheiben bereits eingebaut, zum Teil gibt es weiterhin die Folie. Allerdings ist bei allen Bussen der Vordereinstieg gesperrt und der vordere Bereich mit Folie bzw. Flatterband abgetrennt. Unsere Busse werden im Übrigen sehr gut mit Frischluft belüftet. Sobald der Vordereinstieg bei den Bussen wieder geöffnet werden kann, wird dieser regelmäßige Luftaustausch natürlich noch effizienter.“
Ach ja, und falls Sie eine Streckennetzkarte im Homeoffice vermissen – hier ist eine (mir gefällt besonders die Station „Kaffeemaschine“).
Wie sieht’s eigentlich mit dem Homeoffice in den Bezirken aus? Der Checkpoint hat nach der Auslieferung von 5000 Notebooks nochmal gefragt, hier die Übersicht:
Treptow-Köpenick:
306 von 1347 Beschäftigten mit Büroarbeitsplätzen verfügen über einen VPN-Zugang und Hardware für Homeoffice (23%). Davon sind 136 Gruppen-Zugänge, die von 571 Beschäftigten abwechselnd genutzt werden können (42%). Für 147 Beschäftigte ist die Arbeit dauerhaft oder überwiegend im Homeoffice möglich (11%). Für die Beschäftigten von 409 Arbeitsplätzen ist kein Homeoffice möglich. Perspektive: Homeoffice tageweise für 1110 Büroarbeitsplätze möglich (82%).
Friedrichshain-Kreuzberg:
Derzeit gibt es für etwa 100 Beschäftigte einen Laptop mit VPN-Zugang, weitere 1006 Notebooks werden vorbereitet.
Pankow:
Aktuell befinden sich zwischen 25% und 30 % der rund 2.300 Dienstkräfte im (teilweisen) Homeoffice. Für knapp 50 Prozent der Dienstkräfte ist aufgrund der Eigenheiten des Aufgabengebietes das mobile Arbeiten gar nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Derzeit verfügen ca. 10 Prozent der Dienstkräfte über eine eigene dienstliche IT-Ausstattung zum mobilen Arbeiten. Wenn die zugesagten 600 Notebooks zur Verfügung gestellt sind, werden voraussichtlich im 2. Quartal über 700 Dienstkräfte von 2.300 Mitarbeitenden über ein eigenes dienstliches Gerät verfügen.
Tempelhof-Schöneberg:
Die Entscheidung, wer im Homeoffice arbeitet, wird jeweils in den einzelnen Fachabteilungen getroffen. Von rund 2000 Mitarbeitenden haben 420 Zugänge zum Computernetzwerk.
Reinickendorf:
Etwa 450 Mitarbeitende von 1700 nutzen in verschiedenen Formen das Homeoffice. Perspektivisch soll eine Erweiterung auf mindestens 850 entsprechende Arbeitsplätze erfolgen. Pro Büro ist nur eine Person anwesend. „Damit liegt Reinickendorf weit über dem Landesdurchschnitt.“
Steglitz-Zehlendorf:
„Viele Tätigkeiten der rund 2000 Beschäftigten sind nicht ins Homeoffice verlegbar, z.B. Gesundheitsamt, Ordnungsamt, Standesamt.“ Es gibt Schichtbetrieb, es wurden Plexiglasscheiben installiert.
Noch keine Antwort gab es aus den anderen Bezirken. Weitere und ausführlichere Informationen über die Bezirke gibt es in unseren „Leute“-Newslettern.
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Tagesspiegel-Podcast „Gyncast“, Folge 20: Myome – warum habe ich so starke Blutungen?
Jede dritte Mitteleuropäer*in hat sie, mehr als die Hälfte der Betroffenen lebt beschwerdefrei: In der neuen Folge geht es um die gutartigen Muskelknoten an der Gebärmutter. Wann müssen sie doch raus? Operieren, Medikamentieren oder Erhitzen? Und verhindern sie eine Schwangerschaft? Jetzt hören auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de
Manche Anfragen aus den Reihen der AfD sind ja etwas… nun ja: monoton. Aber die Frage nach einem „Monotoringbericht“ (Clemens Torno, fraktionslos, ehemals AfD) ist schon originell – oder war am Ende sogar ein Monotoningbericht gemeint?
485 neue Handfesseln will die Polizei anschaffen. Laut Herstellerangaben ist das vorgesehene Model 103 von Smith & Wesson „selbst gegen aggressives Salzwasser resistent“ – womit einer Verlegung Berlins ans Meer also nichts mehr im Wege steht.
Ex-„ran“-Moderatorin Gaby Papenburg tritt als Präsidentschaftskandidatin für den Berliner Fußball-Verband (BFV) an. Vielleicht könnt sie auch gleich noch die Jobs des Managers und des Trainers bei Hertha übernehmen – die sind gerade frei geworden.
Fast 100 Flugzeuge sind seit dem BER-Start während der Nachtruhe zwischen Mitternacht und 5 Uhr gestartet oder gelandet (darunter 80 Postflüge, drei Überführungen, vier Ambulanz- oder Rettungsflüge sowie einen Polizei- oder Regierungsflug). Ausnahmen sind also auch hier die Regel.
Heute tagt übrigens der Flughafen-Aufsichtsrat – u.a. geht es um die Tantieme-Ziele des Managements für 2021 und eine Finanzspritze über 660 Millionen Euro (die aber leider nicht gegen neue Geldschwindsucht immunisiert).
Nachtrag zur Meldung „Der Luftmessbus in der Leipziger Straße ist nicht mehr zu sehen“ (CP v. 24.1.) – Jan Thomsen von der Verkehrsverwaltung teilte uns dazu mit: Die Station in der Leipziger Straße 20 wurde abgezogen, dafür steht jetzt in der Leipziger Straße 5 eine neue.
Zitat
„Ich bin nicht der Kulturverhinderungssenator.“
Klaus Lederer im Gespräch mit dem Checkpoint über die Corona-bedingte Schließung der Bibliotheken.
Tweet des Tages
Wer in langen Sitzungen noch nicht sich auch mit anderen Dingen beschäftigt hat, der werfe den ersten Stein.
Stadtleben
Lunch to go – Nur noch wenige Tage, bis der „Veganuary“ höchstoffiziell verstrichen ist: Zeit also, sich schleunigst durch die vegane Szene der Hauptstadt zu futtern! Die passende Veggie-Lunchbox erstehen Hungrige seit letzter Woche inmitten des Gastrogewirrs der Kantstraße – und zelebrieren prompt die Rückkehr einer Berliner Hipsterinstitution. Mehr als zwei Jahre lang waren die Türen des Delis Toki – The White Rabbit fest verschlossen, doch nun hat Inhaber The Duc Ngo (szeneberüchtigt durch Madame Ngo & Funky Fisch) die Gemüseproduktion wieder angeworfen. Seine filigranen Bentoboxen samt Trüffel und Karottensaft sind unter diesem Link vorzubestellen, pro Tag sind nur zwanzig Pakete zu ergattern. Checkpoint-Tipp: Schmeckt auch noch im Februar! Mo-Fr, Kantstr. 135-136, S-Bhf Savignyplatz
Pakistanisches Frühstück, Fried-Chicken-Brote und waschechtes Bud-Spencer-Steak gibt es derweil in unserer Genussredaktion: Sechs Berliner Foodies haben unseren Kollegen ihre Lieblingsrestaurants verraten, die ins Homeoffice liefern – hier geklickt (Abo).
Drama lauschen – Wem vor lauter Lockdown die Gedanken verwirbeln, flüchtet sich geschwind in die Untiefen einer Seifenoper – im Podcast-Format! Seit Mitte Januar hat das Ensemble des Prime Time Theaters seine Bühne geradewegs ins Aufnahmestudio verlegt und lässt seine Sitcom „Gutes Wedding, Schlechtes Wedding“ auf die Kopfhörer der Homeoffice-Geplagten wandern. Pro Folge ergreifen gleich mehrere Figuren der Serie das Mikrofon und plaudern quirlig aus ihrem Pandemie-Alltag – von Silvester-Eskapaden in den eigenen Wänden zum ambitionierten Neujahrsvorsatz. Künftig soll „Einmal Talk mit Alles“ alle zwei Wochen in die Podcastfeeds schlittern: Für Urberliner Eskapismus hier entlang.
Noch dichten – Die Stifte gezückt, Lyriker Berlins: All die Lockdown-Leiden, Lichtblicke und Pandemie-Absurditäten wollen schnellstens verewigt werden – bestenfalls schon bis zum nächsten Sonntag, dem Ende des Projekts „Lockdown-Lyrik“. Zahllose Gedichte haben die Poesie-Aktion des Autoren Fabian Leonhard bereits erreicht, die allesamt auf Instagram bestaunt werden dürfen. Einhundert von ihnen werden bald ihren Platz in einem Sammelband finden, dessen Erlös der Obdachlosenhilfe zugutekommt – wer auch seine Zeilen veröffentlicht sehen will, schreibt dem Projekt eine flotte Direktnachricht. Kleine Dichter aufgepasst: Zum Nachwuchs-Wettbewerb geht es hier. Frohes Reimen!
Einschalten – Apropos Lyrik: Gedichtbände und Weltliteratur wollen künftig auch in der frisch sanierten Staatsbibliothek Unter den Linden durchstöbert werden, die ab 13 Uhr ihre digitale Eröffnung feiert – wer neugierig ist, klickt sich hier zum Stream.
Durchs Netz tuckern – VR-Brille zur Hand? Per 360°-Ausstellung lockt das Berliner Technikmuseum in die Eisenbahnwaggons von 1900 – in pompöse Speisewagen und die harten Abteile der Holzklasse. Neben Dampfloks und vergilbten Billetts sind originale Reiseberichte zu bewundern, denen Katharina Thalbach ihre Stimme leiht: Hierfür nehmen Besucher auf den virtuellen Plüschsesseln eines Luxuswagens Platz, der seine Passagiere von fernen Jahrzehnten fantasieren lässt. Zurück ins Hier und Jetzt gelangen Reisende mit einem weiteren Klick – und stolpern prompt in die Werkstatt des Museums. Eingestiegen!
Grübelstoff – „Mein Fenster zur Welt“ heißt der Podcast, in dem die Schauspieler des Berliner Ensembles die Lockdown-Gedanken eines Schriftstellers nach dem nächsten zum Klingen bringen. Welche Geschichten spielen sich vor Ihrem Wohnzimmerfenster ab – und wer läuft da eigentlich tagtäglich vorbei?
Das Pandemie-Ding
Zeiten ändern sich und Corona ändert die Zeiten. In den kommenden Wochen wollen wir an dieser Stelle Gegenstände zeigen, die während der Pandemie an Bedeutung gewonnen haben. Heute: Detlef Untermann und das Schachbrett.
„So versuchen meine Frau und ich jeden Abend, das Virus matt zu setzen.“
Was ist Ihr Pandemie-Ding? Wir freuen uns über Fotos (möglichst im Querformat) inklusive einer kurzen Begründung an checkpoint@tagesspiegel.de.
Berlin heute
Verkehr – Kaiserdamm (Charlottenburg): Auf Höhe Schloßstraße ist die Fahrbahn in Richtung Großer Stern auf drei Spuren reduziert (bis Ende Februar).
Hindenburgdamm (Lichterfelde): In Höhe Gardeschützenweg ist in Richtung Wolfensteindamm nur ein Fahrstreifen verfügbar.
Rathenower Straße (Moabit): Auf Höhe Seydlitzstraße steht in Richtung Paulstraße nur eine Fahrbahn zur Verfügung (bis Ende Januar).
Langhansstraße (Weißensee): Sperrung zwischen Berliner Allee und Roelckestraße in beiden Richtungen, eine Umleitung ist ausgeschildert (bis Mitte August). Ab Mitte Februar wird die Sperrung um den Bereich Heinersdorfer Straße – Roelckestraße ausgeweitet.
Nahverkehr – BVG: Ab heute durchfährt die U7 den Bahnhof Grenzallee in Richtung Rudow ohne Halt. Bitte fahren Sie daher ersatzweise weiter bis zum Bahnhof Blaschkoallee und von dort aus eine Station wieder zurück (bis 22. März). Außerdem sind die Tramlinien M13 und 12 zwischen Prenzlauer Allee/Ostseestraße und Gounodstraße bzw. Weißer See unterbrochen, es fährt ein Ersatzverkehr (bis 24. Juni).
S-Bahn: Die bisherige Unterbrechung der S5 wird bis Dienstagmorgen auf den Bereich Strausberg Nord – Mahlsdorf beschränkt. Anschließend finden weitere Sperrungen statt, die Maßnahmen sind bis Anfang Februar geplant.
Demonstration – Zur „Aufhebung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ protestieren 90 Personen rund um den Parkplatz Messe Nord mit einem Autokorso (18.30-20.30 Uhr). Vor den Wilmersdorfer Arcaden in der Wilmersdorfer Straße demonstrieren 30 Teilnehmende unter dem Motto „Christliche Werte in Politik und Gesellschaft stärker berücksichtigen“ (14-18 Uhr). Am Anleger Alt-Tegel kommen 30 Personen zu einer Bootsdemo zusammen, um „gegen Diskriminierung von Selbstständigen und Asthmatikern in Coronazeiten“ zu protestieren (13-15.30 Uhr). Aus „Solidarität mit einem Klimaaktivisten von Extinction Rebellion anlässlich seiner Verhandlung vor dem Landgericht“ treffen sich 20 Demonstrierende zu einer Kundgebung in der Wilsnacker Straße (10-13 Uhr).
Gericht – Der Prozess gegen Clanchef Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder geht weiter. Es geht um mutmaßliche Taten wie versuchte schwere räuberische Erpressung und Freiheitsberaubung zum Nachteil von Rapper Bushido, nachdem der Musiker die Geschäftsbeziehungen aufgelöst hatte (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 500).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Dagmar Berghoff (78), Fernsehmoderatorin, ehem. Chefsprecherin der „Tagesschau“ / Inga Busch (53), Schauspielerin / Alexander Fest (61), ehem. Geschäftsführer des Rowohlt Verlags (2002-14) / „Lieber Flamingo-Ricky, alles Liebe zu deinem Geburtstag, es is n Waaahnsinn!“ / Dr. Philipp Kadelbach (47), Zehlendorf, „Rechtsanwalt, Gründer des derzeit unterforderten Fluggastportals Flightright und ein Weltklassesegler“ / Jutta Kaddatz (68), ehem. CDU-Stadträtin in Tempelhof-Schöneberg / „Meinem Purzel 61 Küsse, Deine Pickolina“ / Siegfried Schmidt (75), Spandau, „Lehrer im Ruhestand, Ober-Pegasus, GKR-Vorsitzender, Waldläufer. Viel Segen!“ / Elke Schmitter (60), Journalistin und Schriftstellerin / Werner Riemann (87), „ältester Schauspieler und Durchs-Theater-Führer des Berliner Ensembles, Überlebenskünstler, Witzereißer und geliebtes ‚Väterchen‘.“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Jörg Biallas, * 7. Januar 1962, Leiter des Referats „Parlamentsnachrichten“ im BT / Jörg-Walter Glamann, * 24. April 1955 / Henrik Jordan, * 9. Februar 1965 / Jörg Schadewald, verstorben am 16. Januar, Abteilung für Seelische Gesundheit im Humboldt-Klinikum / Ulli Wittke-Retler, * 3. November 1943
Stolperstein – Margarete Meyer wurde am 8. Juli 1881 in Hohensalza / Inowrocław geboren und lebte später in der Pariser Straße 45 in Wilmersdorf. Mitte Oktober 1941 wurde sie ins Ghetto Łódź / Litzmannstadt deportiert, wo sie nach wenigen Monaten ermordet wurde. Am heutigen Tag jährt sich ihr Todesdatum zum 79. Mal.
Encore
Der Lichtenberger Verordnete Jochen Hoffert (Linke) beklagt das Opfer „hunderter toter und gefällter Bäume zu Weihnachten“ – bereits nach wenigen Tagen würden sie „von der Stadtreinigung eingesammelt und verbrannt oder den Tieren zum Fraß vorgeworfen.“ Nicht nur er sehe das kritisch, schreibt Hoffert, und fragt: „Wie steht das Bezirksamt zu oben beschriebener Situation, und findet das Bezirksamt es zeitgemäß und angemessen, auch im Jahr 2021 zu Weihnachten wieder hunderte Nadelbäume zu fällen und in Lichtenberg verkaufen zu lassen?“
Die Antwort des Bezirksamts: „Das Bezirksamt findet die Tradition der besinnlichen Weihnachtszeit wichtig.“ Und das ist doch, kaum elf Monate vor der Heiligen Nacht, in diesen düsteren Zeiten mal eine gemütserhellende Nachricht.
Ich wünsche Ihnen einen nadelfreien Start in die Woche – und dass sie trotz aller Bäume stets den Wald noch erkennen. Das Stadtleben hat Ihnen heute Lotte Buschenhagen zubereitet, Florian Schwabe hat Ihnen das Ganze serviert, und morgen früh stellt Ihnen Anke Myrrhe Ihr Checkpoint-Menü zusammen. Bleiben Sie gesund, oder werden Sie es schnell wieder – bis dahin,