anfangs lief der Tag der Bund-Länder-Runde nach dem bekannten Schema: Das Kanzleramt kabelte vorab einen hausgemachten Beschlussentwurf durch, um die Ministerpräsidenten bezüglich der Formulierung der Regeln in ihren Bundesländern unter Druck zu setzen. Doch diesmal zeigten sich die tiefsten Gräben weniger zwischen den unterschiedlich betroffenen Ländern als zwischen ihnen und dem Bund. Das Ergebnis passt zur schlechten Stimmung: Dringende Appelle an die Bürger, sich weiterhin oder jetzt endlich wirklich zusammenzureißen, aber verbindliche neue Regeln sollen erst bei der nächsten Runde am Mittwoch kommender Woche verabredet werden. Die soll dann auch eine Perspektive über den proklamierten November der Finsternis hinaus eröffnen: fünf Tage vor dessen Ende, neun Monate nach Ankunft der Pandemie in Deutschland.
Anzeige
Wohnqualität mit Aussicht
Der Name ist Programm: Für das WOHNPANORAMA öffnen sich die Häuserschluchten und machen Platz für die spektakuläre Sicht auf den Park am Gleisdreieck. Freiraum zum Leben und Arbeiten bieten die 3- bis 4-Zimmer-Eigentumswohnungen des imposanten Neubaus. Helle Raumkonzepte und hochwertige Ausstattung inklusive. Bezugsfertig im Sommer 2021.
Hier erfahren Sie mehr…
Michael Müller beklagte nach dem Treffen, dass die Länder „in Schalten sonntagabends um 23 Uhr“ über Vorlagen aus dem Kanzleramt beraten müssten. Im „Heute Journal“ zoffte sich Moderator Klaus Kleber mit NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) um die Frage, ob am Präsenzunterricht aus vernünftigen Gründen oder nur mangels Vorbereitung und Technik der Schulen festgehalten wird. In den „Tagesthemen“ sprach die Virologin Isabella Eckerle von „verschenkter Zeit“ angesichts der vertagten Beschlüsse. Beide Sendungen zeigten Schulen, die fit wären für teilweisen Heimunterricht, aber politisch zu vollem Präsenzbetrieb angewiesen sind – während Hunderttausende Kinder in Quarantäne zu Hause sitzen. Geht es nach der Kanzlerin, können sie sich dort überlegen, welchen Freund sie im Dezember noch regelmäßig treffen wollen. Beunruhigend ist diese umstrittene Forderung Merkels auch, weil die Kanzlerin sie erfahrungsgemäß nicht aus Streitlust erhebt, sondern aus Erkenntnis der Lage.
Anzeige
FixMyCity GmbH:
Das Start-up entwickelt digitale Lösungen, um Prozesse in der öffentlichen Verwaltung zu optimieren wie den Radbügel-Meldedialog im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und in Aachen, den Berliner Straßencheck sowie die Einrichtung von Pop-Up Radwegen und temporären Spielstraßen im Zuge der Corona-Krise. Unter dem Dach einer Verkehrswende-Plattform zusammengefasst sollen sie auch anderen Kommunen zugänglich gemacht werden.
www.innovationspreis.de
Es ist nicht leicht, an solchen Tagen gute Nachrichten zu finden. Versuchen wir's: Ein weiterer Impfstoffkandidat erweist sich laut Hersteller als wirksam und lagerfähig. Für den anderen Impfstoff, der minus 80 Grad am liebsten hat, entwickeln zwei deutsche Firmen gerade geeignete Kühlcontainer. Und die Kurve, die den Anstieg der Neuinfektionen zeigt, flacht zumindest bundesweit leicht ab – ein Indiz, dass die vor zwei Wochen angezogene Bremse zu wirken beginnt. Apropos Bremse: Wer zu Hause viel Zeit hat, kann ab sofort nachschauen, ob er zu viel Miete zahlt (oder verlangt): Eine Woche bevor die nächste Stufe der Preisbremse – die Absenkung überhöhter Mieten – in Kraft tritt, hat die Bauverwaltung einen Mietendeckelrechner online gestellt. Unverbindlich zwar, aber erhellend. Bausenator Sebastian Scheel (Linke) hält Mietsenkungen bei 340.000 Wohnungen für realistisch.
Anzeige
Berlin feiert den #abfallfreitag – mit dem digitalen Zero Waste Future Festival der BSR. Am 20. November kommt das Who’s who der Berliner Kreislaufwirtschaft zusammen und zeigt, wie ein Leben mit weniger Abfall und besserem Recycling ganz konkret funktioniert. Seien Sie kostenlos live dabei und kochen, lernen, chatten Sie mit uns – im Online-Stream.
Mittes Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) hat sich gestern demonstrativ als Erster an einer Studie des RKI beteiligt. Das Institut will anhand von 2000 zufällig ausgewählten Menschen aus dem Citybezirk das Corona-Dunkelfeld erhellen – durch Untersuchungen auf Antikörper und Befragungen zur Gesundheit. Die Studie soll zeigen, wer typischerweise erkrankt und wie viele Menschen die Infektion auch unwissentlich schon hinter sich haben. Von Dassel ist ein relativ klarer Fall: Er war schon im März an Covid-19 erkrankt. Jetzt sagt er: „Wir haben das Personal verdoppelt. Die Zahlen haben sich verzehnfacht. Das zeigt, wir haben da ein schreckliches Hase-und-Igel-Spiel.“ In aktuellen Zahlen: bisher 7297 registrierte Fälle im Bezirk, 1389 davon in den vergangenen sieben Tagen.
Anzeige
Allergien und Klimakrise | Livestream | 18.11.2020: Wie hängen Klima, Luftschadstoffe und Allergien zusammen? Wie können Allergiker*innen besser geschützt werden? Diskussion der grünen Bundestagsfraktion mit Dr. Bettina Hoffmann MdB, Dr. Eckart von Hirschhausen, Arzt & Stiftung Gesunde Erde-Gesunde Menschen, Prof. E. Hamelmann, Dt. Gesellschaft für Allergologie, u.a.
Für morgen mobilisiert eine Allianz aus Impfgegnern, Verschwörungsgläubigen und Rechtsradikalen inklusive AfD-Leuten zum Aufmarsch, womöglich wieder mit Ziel Reichstag. Polizeipräsidentin Barbara Slowik stellte „deutliche Maßnahmen“ in Aussicht, falls wieder massenhaft gegen den Infektionsschutz verstoßen wird. Um das Paralleluniversum der „Querdenker“ für Auswärtige kurz zu beleuchten, hier Zitate aus einer Mail an die Presse: „Am Mittwoch volle Friedenspower in Berlin!“ Nach dem Wasserwerfer-Einsatz in Frankfurt/Main „dürfte nun abermals allen klar sein, dass es bei Corona NICHT um die Verhinderung von Krankheiten geht, das Ganze nicht zu unserem Gesundheitsschutz ist, sondern der Vierte Weltkrieg von NATO und Konzernen … Am Mittwoch entscheidet sich, ob das Regime in den totalen Bürgerkrieg gegen uns Menschen gehen wird.“ Soweit dazu.
Wie steht's eigentlich um die Anlage neuer Heizpilzplantagen, also vereinfachte Beantragung von Sondernutzungsrechten für Gastronomie im Straßenland? Geht in Charlottenburg-Wilmersdorf klar bis Jahresende. Friedrichshain-Kreuzberg hat dafür ein extra IT-Verfahren. Reinickendorf schreibt: „Betrachtet man eine Antragstellung per Telefax, dann mag das einfach sein“, Brief oder Mail gehen aber auch. Lichtenberg weiß nicht, Marzahn-Hellersdorf hat erst einen Antrag erhalten. Spandau und Mitte verstehen die Frage nicht. Tempelhof-Schöneberg akzeptiert „Dreizeiler“, aber nicht bei Neuanträgen. Neukölln und Pankow schreiben, geht nicht. Steglitz-Zehlendorf wüsste nicht, wie. Treptow-Köpenick teilt mit: „Eine vereinfachte Beantragung ist bereits seit Jahren möglich.“ Und die Senatsverkehrsverwaltung: Vereinfachte Beantragung ist in Straßengesetz und StVO nicht vorgesehen. War ja nur 'ne Frage (von Sebastian Czaja, FDP).
Berliner Schnuppen
Telegramm
Nach dem Brand einer Ladenzeile am U-Bahnhof Onkel Toms Hütte wird es laut BVG „mindestens einige Tage dauern“, bis die U3 dort wieder rollt. Vorerst fahren zwischen den Bahnhöfen FU/Thielplatz und Krumme Lanke Ersatzbusse, zwischen Breitenbachplatz und FU pendelt ein Zug. Der Brand war Sonntagabend in einem Imbiss ausgebrochen; der 32-jährige Betreiber wurde lebensgefährlich verletzt.
Auf der Invalidenstraße zwischen Garten- und Brunnenstraße hat die Einrichtung geschützter Radfahrstreifen begonnen – 14 Monate nachdem ein Porschefahrer vier Menschen getötet hatte. Der Unfall war für Anwohner der Anlass, sich nicht länger mit dem alltäglichen Autowahnsinn dort abzufinden. Die Ermittlungen gegen den Porschefahrer ziehen sich hin: „Derzeit werden weitere medizinische Gutachten eingeholt“, teilt die Staatsanwaltschaft auf CP-Anfrage mit.

Das Projekt @wasihrnichtseht macht Rassismuserfahrungen von Schwarzen sichtbar. Wir machen das durch eine Kooperation an dieser Stelle auch.
Falls Sie oder Ihre Kinder nicht ohnehin in Quarantäne sind: Morgen wird in den 24 Kitas des Humanistischen Verbandes ganztags warngestreikt. Betroffen sind laut der Gewerkschaft Verdi auch Jugend- und Kultureinrichtungen, Verwaltung und Hospiz. Verdi wirft dem Arbeitgeber Tarifflucht vor und fordert neben der Rückkehr zum Vertrag, die Einkommen ans übliche Berliner Niveau anzugleichen und rückwirkend zum Jahresbeginn um sechs Prozent zu erhöhen.
Anzeige
Sparen Sie mit dem digitalen Briefversand viel Zeit und Geld! Mit dem eBrief versenden Sie Ihre Briefe deutlich kostengünstiger, denn Sie sparen neben Personalkosten für den Versand auch Papier, Druck- und Kuvert-Kosten. Bis zum 31.01.2021 bieten wir allen Tagesspiegel-Lesern 100 € Cashback* an! Jetzt mehr erfahren: ebrief.de/cashback
Im Pool der Miethaie von „Wunderflats“ (CP von gestern) hat CP-Leser Christian O. eine Wohnung in der Schloßstraße entdeckt, welche als „lebendiges Shoppingzentrum mit vier großen Einkaufscentern“ gepriesen wird. „In wenigen Minuten ist man bei der U Schloßstraße oder S Feuerbachstraße“. Allerdings gilt diese Reisezeit nur fürs Flugtaxi, da sich die Wohnung nicht in der Steglitzer, sondern in der Charlottenburger Schloßstraße befindet. Unter Charlottes Mann Friedrich I. wäre man für so einen Fauxpas in der Spandauer Zitadelle einquartiert worden.
Gibt es Pläne, den Kranoldplatz in Lichterfelde zu verschönern? Nein, „da aktuell keine personellen und zeitlichen Ressourcen dafür vorhanden sind“. Gab es je Ideen? Ja, Bäume. Die wurden aber nicht gepflanzt, weil im Boden Leitungen und obendrauf der Wochenmarkt sind. Und verkehrstechnisch? „Bekannt sind nur Überlegungen, wie der Radverkehr am Kranoldplatz sicherer geführt werden könnte. Aber auch diese Überlegungen konnten bisher nicht weiterverfolgt werden, da nicht in die Marktfläche des Wochenmarktes eingegriffen werden soll.“ Wäre das also auch geklärt (Q: Anfrage Mathias Gruner (Linke) ans BA Steglitz-Zehlendorf).
Anzeige
Kommen Sie mit auf eine bewegende Zeitreise und stöbern Sie sich durch 75 Jahre Original-Titelseiten.
Jetzt im Tagesspiegel-Shop erhältlich.
Die Innenverwaltung sucht Pingpong-Schiris. In der Stellenausschreibung werden sie „Referent/in für die Koordinierung und Weiterentwicklung der bezirklichen Ordnungsämter“ genannt, zuständig für die „Klärung von Rollen und Verantwortlichkeiten“. Laut Anforderungsprofil ist „eine organisations- und entscheidungsfähige, belastbare Persönlichkeit gefragt, die neben strukturiertem Denken über Kooperations-, Konflikt- und Kritikfähigkeit“ verfügt.
„Die Partei“ lädt für heute Mittag zu einer Open-Air-Pressekonferenz vors Reichstagsgebäude, um den ersten Bundestagsabgeordneten ihrer 15-jährigen Geschichte zu präsentieren – „durch Übertritt eines MdB“. Es dürfte sich um Marco Bülow handeln. Der Dortmunder war 2018 enttäuscht aus der Groko-SPD ausgetreten und ist seitdem fraktionslos. Im Ernst.
Anzeige
Wir schenken Ihnen das neue iPad!
Lesen Sie den Tagesspiegel als digitale Zeitung inklusive Tagesspiegel Plus und Checkpoint.
Als Geschenk erhalten Sie das brandneue iPad 2020 und sparen über 400 €.
Jetzt Angebot sichern.
Die Flughafengesellschaft sucht eine/n „IT-Consultant Airport Facility Applications“. Ein An- oder gar Motivationsschreiben ist nicht erforderlich, gewünscht sind allerdings „umfangreiche Programmier- und Technologiekenntnisse zur Umsetzung von Eigenlösungen“. Vielleicht lässt sich ja die Fahrtrichtung je einer der pro Bahnsteig drei Rolltreppen vom Terminalbahnhof umprogrammieren, wo bisher gilt: Aufwärts immer, abwärts... äh, zu Fuß (CP vom 26.10.).
Falls Sie Ihrem Auto mal was Besonderes gönnen wollen: Die Parkplätze am BER sind zurzeit im Sonderangebot für 29 bis 75 Euro pro Woche – und sogar online zu reservieren, nachdem die Betreiberfirma offenbar auf eine CP-Anfrage hin das Buchungstool repariert hat. Das hatte auf Wochen hinaus keinen freien Stellplatz finden können. Man kann auch telefonisch buchen: montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr.
Zitat
„Die Wissenschaft ist keine Spielwiese für ideologisches Wunschdenken.“
Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Krach (SPD) im Parlamentsausschuss zum Brandbrief von Wissenschaftlern wegen angeblich verzögerter Genehmigung von Tierversuchen. Der kritisierte Senator Dirk Behrendt (Grüne) konterte:
„Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Einzelne die Situation nutzen wollen, um hinter die Vereinbarungen in der Koalition zugunsten von mehr Tierschutz in der Forschung insgesamt zurückzufallen.“
Tweet des Tages
Bin kein Fan von Verschwörungstheorien, aber ich hab noch nie ein Taxi tanken gesehn.
Stadtleben
Essen to go –Von Berlin nach Mumbai in einem Klick: Amrit liefert indische Spezialitäten direkt zu Ihnen nach Hause oder ins Büro – umweltgerecht in der Mehrweg-Verpackung. Das Kreuzberger Restaurant wurde 1996 eröffnet und war das erste der Brüder Bans. Seitdem kamen zwei weitere dazu: in Schöneberg und in Mitte. Neben einer sehr großen Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten sind das Vollkorn-Naanbrot und das Lamm (Nr. 64) besonders lecker! Zur Bestellung geht es hier entlang.
Anzeige
Potsdam HEUTE – der kostenlose Newsletter von der Redaktion der Potsdamer Neueste Nachrichten rund um die Landeshauptstadt. Von Montag bis Samstag morgens in Ihrem E-Mail-Postfach. Melden Sie sich einfach hier an: potsdamheute.pnn.de
Hören – „Ich bin in Quarantäne, holt mich hier raus!“, lautet eine Folge des Podcasts des Gesundheitsamtes Neukölln. Der Feierabendfunk ist der direkte Draht an alle Bürger*innen, um über das richtige Verhalten in der Pandemie aufzuklären. Dr. Christine Wagner, die Leiterin des Strategiestabs und Schauspieler Serkan Cetinkaya berichten wöchentlich über die größten Fragen rund um Corona und erzählen aus dem Arbeitsalltag. Da ist auch die eine oder andere außergewöhnliche Callcenter-Geschichte dabei.
Geschenk – Wollen Sie einmal im Bücherbogen (fast) alleine sein? In der Buchhandlung am Savignyplatz können Sie donnerstags nach Ladenschluss (19.30-20.30 Uhr) beim „exklusiven Weihnachtseinkauf“ in Ruhe stöbern, ohne Zeitdruck durch die Regale streifen, Entdeckungen machen und Geschenke einkaufen – zur Anmeldung gelangen Sie hier. Falls Sie nicht fündig werden sollten, bestellt die Bücherstube jedes lieferbare Buch. Auf Wunsch verpackt sie Ihre ausgewählten Bücher als Geschenk und liefert sie kostenlos bis an Ihre Haustür. Stadtbahnbogen 593, S-Bhf Savignyplatz
Spazieren – Wenn die Abenddämmerung einsetzt, lohnt sich ein Spaziergang durch den Tiergarten und sein Gaslaternen-Freilichtmuseum. Zwischen den Bäumen auf der Straße des 17. Juni und dem Neuen See lassen sich 90 Straßenlaternen aus Deutschland und anderen europäischen Städten entdecken. Datiert sind die Vintage-Leuchtmittel von 1826 bis 1956 – vom Jugendstil bis hin zu neogotischem Design. Das funkelnde Walddekor ist noch bis 2021 zu sehen, dann kehrt die Ausstellung zurück ins Deutsche Technikmuseum (Trebbiner Straße 9, Kreuzberg).
Grübelstoff – Wenn drei Lagen am Oberkörper sitzen, Thermo-Laufleggings angezogen werden und Handschuhe zum Einsatz kommen, dann ist es ziemlich kalt. Der Tiergarten dient mit seinen Bäumen als Laufstrecke mit natürlichem Windschutz. Trotzdem ist die Wirkung des Windchills zu spüren: der Unterschied zwischen der gemessenen Lufttemperatur und der gefühlten Temperatur. Doch warum ist „chillen“ dann eine so angenehme und keinesfalls unterkühlte Angelegenheit?
Berlin heute
Verkehr – A114 (Pankow-Zubringer): Aufgrund von Bauarbeiten an der Bucher Straßenbrücke ist die A114 von 20 bis 5 Uhr in beiden Richtungen zwischen Pasewalker Straße und Schönerlinder Straße gesperrt.
Demonstration – Vor dem Roten Rathaus protestieren ca. 99 Teilnehmende für die „Wiedereröffnung der Berliner Fitnessclubs“ (10 – 11.30 Uhr). Unter dem Motto „Unsere Grundrechte sind nicht verhandelbar“ zieht ein Aufzug von 16 bis 20 Uhr mit ca. 1000 Aktivist*innen von der Ecke Cornelius-/Klingelhöferstraße bis zum Willy-Brandt-Haus.
Gericht – Der Prozess gegen einen Polizeibeamten wegen fahrlässiger Tötung der 21-jährigen Fabien Martini geht mit der Befragung weiterer Zeugen weiter. Der 53-Jährige soll bei einer Einsatzfahrt im Januar 2018 mit einem Tempo von bis zu 130 km/h durch Mitte gerast sein. Hinter einer Tunnelausfahrt habe er das Fahrzeug der Frau zu spät bemerkt und gerammt (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 135). Außerdem kommt es erneut zu einem Prozess gegen Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck wegen Volksverhetzung. Die 92-Jährige soll im März 2018 in einem im Internet veröffentlichten Interview den Holocaust geleugnet haben. Die schon mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilte Haverbeck ist erst vor einigen Tagen nach Verbüßung von insgesamt zweieinhalb Jahren Haft aus dem Gefängnis in Bielefeld entlassen worden (12.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Saal 455).
Universität – Zum Abschluss der Ausstellung „urbainable – stadthaltig“ debattiert die Akademie der Künste mit Politikern, Teilnehmenden der Ausstellung und dem Kurator und Direktor der Sektion Baukunst über das diverse Thema „Nachhaltigkeit am Bau – Greenwashing oder Fortschritt?“ Der Livestream beginnt um 19 Uhr via YouTube.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Frank Balzer (56), Bezirksbürgermeister von Reinickendorf (CDU) / „Hallo Eleonore, vill Gleck fir daei 16. Geburtsdaag wünschen Onkel Thommy und Tante Christiane“ / „Liebe Gabi ‚Locki‘, alles Liebe und Gottes Segen zu deinem Ehrentag! Wir sind so froh, dass wir dich haben! Virtuelle Knuddels von Katja und dem Rest der Crew“ / Uwe Hassbecker (60), Gitarrist, Studiomusiker und Musikproduzent / Berhard Jahntz (75), „Geburtstagsgruß von R & J aus Kallinchen“ / Heidi Kosche (71), Politikerin (Die Grünen) / Dani Levy (63), Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler / Julian Ryerson (23), Fußballspieler bei Union Berlin / Axel Schultes (77), Architekt und Stadtplaner
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Ruth Maria Brachwitz, * 31. März 1927 / Dr. med. Monika Schön, * 30. Juni 1938 / Susanne Schröder, * 25. August 1958, Architektin / Wolfgang Springborn, * 6. August 1942, Stiftung Warentest
Stolperstein – Bertha Glaser (geb. Leiser) kam am 12. Februar 1880 in Jarocin in Polen zur Welt. Vor 79 Jahren wurde sie ins „Fort IX“ im heute litauischen Kowno deportiert. Im Alter von 61 Jahren wurde sie dort ermordet. In der Konrad-Wolf-Straße 45 in Lichtenberg liegt zu ihrem Gedenken ein Stolperstein.
Encore
Zu den irdischen Unzulänglichkeiten gehört, dass man nie erfährt, was andere einem posthum hinterherrufen. Es sei denn, man ist prominent und war gestern online: Der französische Radiosender RFI veröffentlichte vorbereitete Nachrufe auf zahlreiche Persönlichkeiten aus aller Welt – von der Queen über Pelé bis Brigitte Bardot. Für deren Todesnachricht wollen alle Medien präpariert sein, um ihr Publikum am Tag X ebenso schnell wie fundiert zu informieren, aber eben erst dann. Bei RFI war von einem „technischen Problem“ und einem „großen Bug“ die Rede. Die Ursachenforschung laufe, man bitte insbesondere die Betroffenen, aber auch Leser und Zuhörer um Verzeihung. Wenn es eine technische Panne war, dann zugleich eine sehr menschliche. Und dass sie ausgerechnet in diesem vermurksten Jahr 2020 passiert, scheint nur konsequent.
Für diesen Checkpoint hat auch Vivien Krüger recherchiert. Sophie Rosenfeld hat das Stadtleben geschrieben, Florian Schwabe das Gesamtwerk aufbereitet. Morgen begrüßt Sie hier wieder Lorenz Maroldt. Adieu!