das Zählen von Tagen hilft, das Leben nicht verschwimmen zu lassen, den Überblick zu behalten – Gefängnisinsassen machen das so. Die letzten drei Wochen haben sich für manchen angefühlt wie ein Jahr. Es ist Tag 20 des Angriffs auf die Ukraine. Das sind die wichtigsten Entwicklungen:
+++ Russland räumt erstmals ein, dass der Vormarsch in der Ukraine stockt. „Ich möchte sagen, dass, ja, nicht alles so schnell läuft, wie man sich das wünschen würde“, erklärte der Chef der russischen Nationalgarde, Viktor Solotow.
+++ Die USA haben China mit Konsequenzen gedroht, sollte das Land Russland unterstützen und Sanktionen verletzen. Das berichtet Reuters. (Eine Analyse von Juliane Schäuble)
+++ Nur sieben von zehn geplanten Fluchtkorridoren für Ukrainer aus umkämpften Gebieten funktionieren. Das erklärte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk. Mariupol kann wegen Beschuss nicht evakuiert werden.
+++ Russische Truppen setzen die Bombardierungen und Blockaden weiterer wichtiger Städte fort. Am Dienstagmorgen haben schwere Explosionen die ukrainische Hauptstadt Kiew erschüttert. Das berichten mehrere Quellen.
Alle Entwicklungen lesen Sie in unserem Liveblog auf tagesspiegel.de. Wie sich die Flüchtlingslage in Berlin verändert, lesen Sie hier.
Die Berliner CDU will wegen der Flüchtlingslage den Katastrophenfall ausrufen lassen. Die Maßnahme ermögliche, leerstehende Gebäude „ohne zeitraubende Verfahren“ für die Unterbringung Geflüchteter heranzuziehen sowie Mitarbeiter aus anderen Verwaltungen leichter in der Flüchtlingshilfe einzusetzen. Das schreiben Fraktions- und Landeschef Kai Wegner und der Vize-Landevorsitzende Falko Liecke in einem Positionspapier. Mehr als 2000 zusätzliche Mitarbeiter und Dutzende Fahrzeuge könnten so aktiviert werden. Der Senat will die Aufgabe so lange wie möglich bewältigen, ohne den Katastrophenfall auszurufen – noch sei das nicht nötig, heißt es in Senatskanzlei und Integrationsverwaltung.
Allein in Tegel sollen nun aber 7500 Menschen untergebracht werden – 5000 Menschen sollen in einer Zelt- und Containerstadt auf dem Rollfeld schlafen können, 2500 im Flughafengebäude. Allein dafür – und für die Registrierung von täglich mindestens 10.000 Menschen – werden mindestens 600 Mitarbeiter benötigt. Weitere Plätze entstehen in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau (1000), im Terminal 5 des Flughafens Schönefeld (500) und am Columbiadamm. Die Anfrage des Senats auf Amtshilfe durch die Bundeswehr hat das Bundesverteidigungsministerium auch fünf Tage später noch nicht beantwortet – es wird weiter geprüft. Kommt Zeit, kommt Rat?
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MaerzMusik – Festival für Zeitfragen 2022 der Berliner Festspiele nimmt vom 18. bis 27. März die sichtbaren und unsichtbaren Beziehungen in den Fokus, die alles zusammenhalten – in der Musik und darüber hinaus. An zehn verschiedenen Orten und mit Künstler*innen und Gästen wie Éliane Radigue, Benjamin Patterson, Klangforum Wien und ONCEIM öffnet das Festival mit Konzerten, Performances, Klanginstallationen, Diskursformaten und Film einen Raum, in dem Relationalität neu gedacht und in dem künstlerisch experimentiert werden kann.
Apropos guter Rat: Bundesfinanzminister Christian Lindner möchte gern das Tanken günstiger machen. Der Oberliberale nennt sein Herumdoktern am Markt jetzt „Krisenrabatt Kraftstoffe“ – eine Alliteration immerhin, ganz gut merkbar. Aber allein das Wort „Krise“ – nein, so geht das nicht! Hätte er bloß rechtzeitig Twitter-Userin @rophie_segel (oder Franziska Giffey) gefragt: Sie schlägt „Tankstellen-Entfesselungs-Gesetz“, „Gutes-Spritpreis-Gesetz“ oder „Tank-Freiheits-Gesetz“ als Namen für Lindners liberalen Tankdeckel vor. Kollege Stefan Jacobs würde sich über eine „Fossilienbeschleunigungsverordnung (FossBeschVO)“ oder einen „Spritstorm“ freuen. Weitere Vorschläge wären: „Spritpreislindnerung“ (@reblaus10), „Tobias-Hans-Gedächtnis-Zulage“ (@ElMattador4), „Spekulationsgewinnschutzgesetz“ (@claasgefroi) oder „SPRITTI – der lustige Tankrabatt“ (@EC78452515). Ich würde noch „Freie-Bahn-mit-Marzipan-Umlage“ und „Bahnefrei-Osterei-Gesetz“ ins – ähm – Autorennen werfen.
Ob nun Tankstellen entfesselt werden oder man das Ganze schlicht SPRITTI nennt: Lindners Vorschlag verteilt Geld um. Allerdings nicht, wie das in einem Sozialstaat gedacht ist, von oben nach unten: Je weniger Einkommen Menschen besitzen in Deutschland, desto seltener haben sie auch ein Auto. Lindner tut also das Gegenteil vom dem, was richtig wäre – nämlich arme Menschen zu entlasten. Bewahren, das hat der nicht für sozialistische Umtriebe verdächtige Ökonom Clemens Fuest in der FAZ geschrieben, kann der Staat die Bürger vor steigenden Energiepreisen ohnehin nicht gänzlich. Ausgerechnet denen in der Krise Geld auszuschütten, die ohnehin schon viel haben, erscheint daher umso verschwenderischer. Das wird mit neuem Namen zwar lustiger, aber nicht richtiger. Immerhin: Tobias Hans gefällt das.
Vor zwei Jahren und einem Tag lautete die Schlagzeile im Tagesspiegel: „Berlin – ab sofort geschlossen“ (CP von gestern). Jetzt will sich der Senat darauf einigen, die Corona-Verordnung noch einige Tage länger gelten zu lassen. Die Regeln sollen über den 20. März hinaus bis Ende des Monats verlängert werden. Sonst würden schon ab Sonntag nur noch allgemeine Hygieneregeln wie eine Maskenpflicht in Krankenhäusern oder in Bus und Bahn gelten. In der Senatssitzung heute soll entschieden werden, ob das in einer Sondersitzung am Wochenende geschieht.
Warum nicht gleich entschieden? Nun, an Berlin liegt’s nicht. Inhaltlich kann bisher noch nichts beschlossen werden, weil erst der Bundesrat mit einer Änderung des Infektionsschutzgesetzes am Freitag die Möglichkeit für weitere Regelungen durch die Länder über den 19. März hinausschaffen muss. Diese auf Bundesebene ausgelöste Absurdität – bei steigenden Infektionszahlen in Deutschland – kommentiert Kollege Sascha Karberg wie folgt: „Es ist ein Schlag ins Gesicht der Vulnerablen, die Maskenpflicht in Supermärkten abzuschaffen. Es ist dreist, den Ländern nach der „Hotspot-Regelung“ die Einführung bestimmter Maßnahmen auch nach dem 20. März zu „erlauben“, und dann nicht zu definieren, ab wann eine Region als Hotspot gilt.“ Auch im Senat gab es darüber am Montag widerstreitende Meinungen.
Selbstbestimmungsrecht. Der Hygienebeirat der Bildungsverwaltung bricht auseinander. Am Samstag haben Reinickendorfs Amtsarzt Patrick Larscheid und der Landesvorsitzende des Verbands der Kinder- und Jugendärzte, Reinhard Bartezky, Berlins Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse per Brief ihren vorübergehenden Rückzug daraus erklärt. Sie hätten den „Eindruck, dass wissenschaftliche Argumentationen und medizinische Fakten nur noch sehr ausgewählt in die Entscheidungen hinsichtlich des Vorgehens an Berliner Schulen einfließen“, schreiben sie. Diesen Eindruck hätten auch die beiden Vertreter der Charité in dem Beirat. Entscheidungen, die eigentlich im Gremium besprochen werden sollten, wirkten häufig bereits vorab gefällt. „Wir empfinden immer stärker, dass wir uns mit getroffenen Entscheidungen nicht identifizieren können, diese aber in der Öffentlichkeit wegen unserer Mitarbeit rechtfertigen müssen“, schreiben sie.
Der Hygienebeirat ist eines der wichtigsten Beratungsgremien der Bildungsverwaltung in der Pandemie – dort kommen Pädagogen, Elternvertreter, Verwaltung und Mediziner zusammen. In den Runden wurde vertraulich und offen miteinander diskutiert. „Es ist sehr bedauerlich, wenn diese kostenlose Expertise nicht mehr zur Verfügung steht“, sagte Beate Stoffers dem Checkpoint, Staatssekretärin unter Busses Vorgängerin Sandra Scheeres (SPD). „Der Hygienebeirat ist in der Pandemie ein dringend notwendiger Partner – diese Expertise hat die Bildungsverwaltung selbst nicht.“
Busse soll dem Beirat kaum Aufmerksamkeit widmen, die Sitzungen ihrem Staatssekretär Alexander Slotty überlassen. Auf Checkpoint-Anfrage antwortet ein Sprecher der Bildungsverwaltung: „Zwei Mitglieder des Hygienebeirats haben um eine Auszeit gebeten. Sie sind jederzeit willkommen.“ Larscheid und Bartezky sprechen dagegen von „Zumutungen“, die ihnen entstanden seien. Ihre Mitgliedschaft im Beirat ist ehrenamtlich. „Wir wissen, dass der Einfluss von außen auf Entscheidungen innerhalb Ihres Hauses nicht klein ist“, schreiben sie. In der Berliner Bildungslandschaft ist jedem klar, wer damit gemeint ist: Rathauschefin Franziska Giffey und SPD-Fraktionschef Raed Saleh.
Internet? Ab 2030 erst! Berlins Regierungschefin stellte gestern in Schöneberg die wohlklingende Gigabit-Strategie des Senats vor – jeder Haushalt soll bis 2030 mit Highspeed-Internet von mindestens 1 Gbit/s (1000 MBit/s) versorgt sein. Das entspricht rund einer Stunde Netflix pro Sekunde. Am Ende gab es Gruppenfotos auf dem Euref-Campus mit Partner-Unternehmen und Politikern. Giffey posierte mit einem Glasfaserkabel. Für Gäste gab es zwar warmen Kaffee, aber kein Internet. Die Senatsverwaltung soll aus Kostengründen darauf verzichtet haben, drahtloses Internet hinzuzubuchen. Weil die Backsteinwände gut abschirmten, wurde das Begleiten des Events für meinen Kollegen Kevin P. Hoffmann zu einer ziemlich analogen Angelegenheit. Sein Text hat es trotzdem ins Internet geschafft.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Das liebe Geld: Der Senat will heute eine Erhöhung des Landesmindestlohns auf 13 Euro beschließen – bislang liegt der Mindeststundensatz bei 12,50 Euro. Ein entsprechender Entwurf von Arbeitssenatorin Katja Kipping (Linke) steht auf der Tagesordnung. Der Mindestlohn soll für alle Landesunternehmen und Landesaufträge gelten.
Art-déco-Angriff von Andreas Geisel: Berlins sozialdemokratischer Stadtentwicklungssenator will den Neubau des Karstadts am Hermannplatz durchboxen. Der Senat übernahm die Planung. Doch in der rot-grün-roten Koalition sind die beiden anderen Partner dagegen: „Disney-Verfahren“, „Angst vor den eigenen Bürgern“, „massive Verdrängungsprozesse“ – das musste sich Geisel nicht von der Opposition anhören, sondern von Grünen und Linken. CDU, FDP und AfD sprachen sich für das Projekt aus. Auch der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg teilte schon mit, man wolle mit Geisel und Signa nichts am Hut haben.
Musk see! Rund zwei Jahre nach Baustart soll in genau einer Woche schon der erste Tesla aus Grünheide verkauft werden. Auch Konzernchef Elon Musk wird erwartet – falls er nicht gerade in einen Zweikampf (Klick) mit Wladimir Putin verwickelt ist.
Aus der Kategorie „Amt aber unglücklich“: Neben dem Mietshaus eines Lesers in der Sickingenstraße in Moabit liegt das alte Gelände des Getränkegroßhändlers „Welifa“, wie er schreibt. Seit zehn Tagen tuuuutet aus einem leeren Haus dort – Tag und Nacht – ein vermeintlicher Alarm. „Die Polizei haben wir schon mehrfach kontaktiert, tun können sie nichts, weil das Gebäude leer steht und sie angeblich keinen Zugriff auf die Meldedaten der Grundstücksbesitzer hat“, schreibt er. Der Alarm sei „zu leise“, um als Ruhestörung durchzugehen. Piept’s denn?
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Musenhöfe, Mustergüter – Literatur & Landlust in Brandenburg
Auf dieser literarischen Reise blicken Sie mit Tagesspiegel-Redakteurin Dorothee Nolte in die Vergangenheit und in die Zukunft: Sie besuchen Schlösser, Herrenhäuser und Gutshäuser, von denen einst kulturelle Impulse ausgingen – und die heute zeigen, wie nachhaltige Landwirtschaft funktionieren kann. Buchen Sie jetzt diese einzigartige Reise!
Apropos Flitzpiepen: Die Rolling Stones kommen nach Deutschland. Sie haben aber keine Lust auf Berlin, sondern spielen lieber in München und Gelsenkirchen. Im Olympia-Stadion ist wohl einfach die Stimmung zu schlecht.
Nochmal Hertha: Nicht für die Laune, sondern fürs Lernen wurde Felix Magath geholt. Kollege Stefan Hermanns hat sich seinen ersten Auftritt angeschaut. Der Medizinballmann spielte mit seinem Image.
Die gute Nachricht: Es gibt wieder weniger Diebstähle bei der Berliner Polizei. Die Zahl sank von 17 im Jahr 2019 auf 9 Diebstähle im vergangenen Jahr. Das antwortete die Innenverwaltung auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Frank Balzer. Die noch bessere Nachricht? Es gibt eine Liste davon, was so geklaut wurde: Damenfahrrad, Schloss, Uniform, Kabel, Süßigkeiten, Personalausweis, Bargeld, Schmuck, Handy und: ein Personenkraftwagen.
Alle dollen Dinge sind drei: Am Flughafen BER wird nun genau jene Anzahl Mitarbeiter für den VIP-Service gesucht. Zu den Aufgaben zählt die Abfertigung von Staatsbesuchen und „die persönliche Betreuung der Premium-Gäste“ sowie das „Hinwirken auf ständige Qualitätsverbesserung“. Die Stelle ist auch für notorische Zuspätkommer geeignet. Wer sollte sich schon beschweren?
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BER II: Weil Flieger beim Start abkürzen, leiden Anwohner unter stärkerem Fluglärm. Besonders der Postflieger EW3001 stört die nächtliche Ruhe. Er hebt um halb ein Uhr morgens ab. Eine Recherche von Thorsten Metzner.
Jetzt haben wir uns beim Checkpoint-Mathe verrechnet: Pi erreicht natürlich niemals den Wert 3,15. Den von 3,14 schon, anders als es hier gestern zu lesen war. Vielen Dank an die zahlreichen Leser-Hinweise (Frauen diesmal nicht mitgemeint). Bei 12,8 Billionen Nachkommastellen kann man sich aber auch mal vertun … Pi mal Daumen hat’s gestimmt.
Stimmt auf jeden Fall: Die neue US-Botschafterin in Deutschland, Amy Gutmann, hat jetzt einen Twitter- und Instagram-Account. Sie hat Ende Februar ihren Dienst angetreten.
„Die Armeen aus Gummibärchen. Die Panzer aus Marzipan. Kriege werden aufgegessen. Einfacher Plan …“: Wir haben unsere Kinderredaktion gefragt, wie man Krieg verhindert. Mio, 5 Jahre alt, sagt: „Welchen Krieg meinst du, den von Putin? Praktisch wäre, wenn es einen Typ mit Superkraft geben würde, der dafür sorgt, dass alle Menschen sich lieb haben.“ Das wäre sogar friedvoller als aufessen. Was den Kindern noch einfällt, lesen Abonnenten hier.
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Tagesspiegel-Podcast „Gyncast“, Folge 38: Aborte – Wenn es einfach nicht klappen will
Eine einzelne sogenannte "Fehlgeburt" kann schon schlimm genug sein. Aber mehrere hintereinander? Dr. Mandy Mangler redet in ihrer unzensierten Sprechstunde über das Tabuthema Aborte und Kinderwunsch zwischen Hoffen und Bangen. Jetzt hören auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Zitat
„Auch für das Bürgergeld als Hartz-IV-Ersatz und die neue Kindergrundsicherung, für die vor allem Grüne und SPD warben, sind im diesjährigen Bundeshaushalt keine Mittel eingeplant.“
Das berichten die Kollegen der Welt – es soll eine Folge von Pandemie und Ukraine-Krieg sein.
Tweet des Tages
Investment-Tipp: nach Wegfall der Maskenpflicht günstig FFP2 kaufen, der Kurs steigt spätestens im Herbst wieder
Stadtleben
Essen – Vor dem Café „Betty'n Caty“ an der Knaackstraße kann man vormittags perfekt mit Blick in die Sonne draußen sitzen und einen Kaffee genießen. Oder einen der vielen üppigen Kuchen, herzhaftes und süßes Frühstück verspeisen oder vitaminreiche, frisch gepresste Säfte schlürfen, z.B. mit Orange, Karotte, Grapefruit, Zitrone Ingwer. Sa/So 9.30-17.30 Uhr, Di-Fr 9.30- 16.30 Uhr, Mi geschlossen, Knaackstraße 26, U-Bhf Eberswalder Straße
Karten sichern – Die „Ehrlich Brothers“ treten am 20.3. mit einer zusätzlichen Benefiz-Show zu ihrer aktuellen Tour in der Mercedes-Benz-Arena auf, zugunsten der Kinder in der Ukraine. Der Eintritt beträgt 10 Euro zuzüglich einer freiwilligen Spende und alle Einnahmen gehen in Gänze auf das Spendenkonto der Stiftung „RTL Wir helfen Kindern“. Zu sehen gibt es in 60 Minuten ein Best-of der aktuellen Tourshow „DREAM & FLY“, mehr Informationen zum Benefiz-Abend gibt es hier.
Last-Minute – Die spanische Comic-Künstlerin Núria Tamarit stellt am Donnerstag, 17.3., um 20 Uhr ihr neues Buch „TOUBAB“ in der Stadtbibliothek am Luisenbad vor. Darin behandelt sie das Thema Entwicklungsarbeit in Afrika in all seiner Komplexität. Tamarit verarbeitet hier ihre eigenen Erfahrungen, die sie im Jahr 2017 bei einem humanitären Hilfseinsatz in Gandiol, Senegal, machte. „Ihre Geschichte, die unsere Gewissheiten und Errungenschaften sanft erschüttern, ist eine Ode an Toleranz und Offenheit“ , heißt es in der Ankündigung. Der Eintritt ist frei. Wir verlosen 3 signierte Exemplare des Buchs.
Geschenk – Amerika-Liebhaber*innen schwärmen oft von Produkten, die sie auf der anderen Seite des Atlantiks entdeckt und für unvergleichlich befunden haben. Sollten Sie einen solchen Menschen in ihrem Leben wissen und beschenken wollen, empfiehlt sich unbedingt ein Abstecher in den „American Lifestyle – US-Shop Berlin“. Dort finden Sie typisch amerikanische Produkte wie Pop Tarts, Cheetos, Kaugummis und allerlei Kurioses. Mo, Di, Fr 11-17 Uhr, Mi 11-16 Uhr, Do 11-15.30 Uhr, Attilastraße 177, U-Bhf Ullsteinstraße
Grübelstoff – Die USA sind immer noch ein Sehnsuchtsort vieler Deutscher. Wenn Zeit und Geld keine Rolle spielten: Welchen Teil Amerikas würden Sie gerne bereisen?
„Wir sind die Neuen“
60 der insgesamt 147 Parlamentarier sind in dieser Legislaturperiode neu im Berliner Abgeordnetenhaus. Im Checkpoint stellen wir sie vor.
Name: Louis Krüger (Grüne)
Beruf: Lehrer
Alter: 25 Jahre
Wahlkreis: Pankow (WK 5)
Berliner Lieblingsort: „Das Kastanienwäldchen in Heinersdorf, das von Anwohner*innen geschaffen wurde.“
Eine Sache, auf die ich mich 2022 in Berlin freue: „Die neue Staffel ‚Stranger Things‘.“
Foto: Vincent Villwock / Grüne Fraktion Berlin
Berlin heute
Verkehr – Tunnel Ortsteil Britz (Stadtring): Von 21 bis 05 Uhr Sperrung in beide Richtungen zwischen AS Oberlandstraße und AS Späthstraße. Ebenfalls gesperrt sind die Auffahrt AS Buschkrugallee Richtung Schönefeld und die Auffahrt AS Grenzallee in Richtung Wedding.
A100 (Stadtring): bis zum 16.03 in der Zeit von 7 bis 17 Uhr ist die Auffahrt Mecklenburgische Straße Richtung Wedding gesperrt.
Elsenbrücke (Alt-Treptow): Autoverkehr Richtung Friedrichshain von 22 bis 6 Uhr voll gesperrt. Die Behelfsbrücke bleibt für den Rad- sowie Personennahverkehr nutzbar.
Schloßstraße (Charlottenburg): Von 17 bis 19 Uhr Einschränkungen u.a. an der Bismarckstraße, Suarezstraße, Windscheidstraße, Kantstraße, Suttgarter Platz und Leonhardstraße (s. Demo).
Prinzenallee (Gesundbrunnen): Von 6 bis 22 Uhr Fahrbahnverengung auf einen Fahrstreifen Richtung Wollankstraße hinter Osloer Straße.
Nonnendammallee (Haselhorst): Bis auf Weiteres nur ein Fahrstreifen zur Verfügung Richtung Spandau Höhe Daumstraße.
Alt-Moabit (Moabit): Ab 8 Uhr bis voraussichtlic 24.09.2022 Straßensperrung für den Kfz-Verkehr in beiden Richtungen zwischen Rathenower Straße/Paulstraße und Lüneburger Straße/Emma-Herwegh-Straße.
Nahverkehr – S41/S42 und S8: In den Nächten 14./15.03. (Mo/Di) und 15./16.03. (Di/Mi), jeweils 21:50-01:20 Uhr, fahren die Linien nicht zwischen Greifswalder Straße und Landsberger Allee. Als Ersatz fahren Busse.
Demonstration – Um 10.30 Uhr demonstrieren zehn Personen an der Georgenstraße 25, Motto: „Nein zum 100 Milliarden Aufrüstungs-Programm!“, angemeldet durch die Deutsche Friedensgesellschaft. „Solidarität statt Kriminalisierung“ fordern 50 Menschen ab 15.30 Uhr an der Görlitzer Straße. Ab 17 Uhr demonstrieren 150 Teilnehmende für den „Erlass einer Erhaltungssatzung“, von der Schloßstraße (Mittelinsel Höhe Knobelsdorffstraße/Zillestraße) u.a. über Stuttgarter Platz zur Leonhardtstraße/ Friedbergstraße, angemeldet durch „Mieter Werk Statt Charlottenburg“. Und um 18 Uhr versammeln sich 1000 Menschen am Pariser Platz: „Musizieren für den Frieden“, angemeldet durch ver.di, Fachgruppe Musik Berlin-Brandenburg.
Gericht – Wegen Millionenbetruges zum Nachteil einer Verlagsgruppe kommen vier Männer und eine Frau auf die Anklagebank. Ein 58-Jähriger soll als leitender Mitarbeiter des Unternehmens in Absprache mit anderen Angeklagten Scheinrechnungen eingereicht und die Auszahlung unrechtmäßiger Beträge veranlasst haben – ein Schaden von insgesamt knapp 6,5 Millionen sei einstanden (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 820).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Sabine Baeß (61), ehem. Eiskunstläuferin / Rolf Bähr (83), ehem. Vorstand der Filmförderungsanstalt (1990-2004), ehem. Präsident des Deutschen Seglerverbandes (2005-2013), mehrfacher Welt- und Europameister der Tempestklasse (Segeln) / Anna von Bayern (44), Journalistin und Autorin / Frank-Peter Hansen (66), Philosoph und Schriftsteller / Bernd Jakob „60 Jahre und kein bisschen leise. Bleib wie du bist, in Liebe, dein Flori“ / Josef Joffe (78), Mitherausgeber der Zeit / Udo Kittelmann (64), ehem. Direktor der Nationalgalerie Berlin / Elisabeth Plessen (78), Schriftstellerin / Hermann Rudolph (83), Journalist, ehem. Chefredakteur, Mitherausgeber des Tagesspiegels / Gerhard Seyfried (74), Zeichner, Grafiker und Autor / nachträglich: „Herzliche Glückwünsche auch von Fam. Belusa aus der Beckerstr.(Friedenau) an Herrn Horst Martin (Hermsdorf) zum 90ten sowie Grüße an die Familie!!!“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Dr. med. dent. Doris Delhougne, * 27. Oktober 1937 / Catherine Halfmann, * 5. Oktober 1951 / Eberhard Jahn, verstorben am 4. März 2022 / Renate Schwerin, verstorben am 11. März 2022 / Ton Veerkamp, * 19. November 1933
Stolperstein – Klara Jacob (geb. Schultze) wurde heute vor 117 Jahren, am 15.03.1905, in Berlin geboren. In Neukölln war Klara zu Hause, dort ging sie zur Volksschule und besuchte auch eine Fürsorgeeinrichtung. Später wohnte sie mit ihrem Ehemann, Paul Jacob, den sie 1924 heiratete, in der heutigen Silbersteinstraße 97, 1925 bekamen die beiden einen Sohn. 1933 wurden in Nazi-Deutschland die Erbgesundheitsgerichte eingeführt, diese sollten über die Unfruchtbarmachung vermeintlich „erbkranker“ Menschen entscheiden. Klara Jacobs wurde nach zahlreichen Untersuchung ein sogenannter „angeborener Schwachsinn“ diagnostiziert, daraufhin wurde sie im Mai 1940 mittels Röntgenstrahlung unfruchtbar gemacht. Die Berlinerin wurde in die Tötungsanstalt Brandenburg überwiesen, wo sie am 12.07.1940 vergast wurde. Klara Jacob ist eine von mehr als 300.000 Menschen, die als psychisch Kranke und geistig Behinderte galt und im Rahmen der sogenannten Euthanasiemorde zwischen 1940 und 1945 unter strenger Geheimhaltung in deutschen Tötungsanstalten ermordet wurden. In der Silbersteinstraße in Neukölln liegt seit November 2009 ein Stolperstein, um an Klara Jacob zu erinnern.
Encore
Die russische Journalistin Marina Ovsyannikowa hat in den Hauptnachrichten in Russlands größtem Staatssender „Channel One“ gegen den Krieg protestiert. Sie hielt ein Schild, auf dem „No war“ stand und „Glaubt der Propaganda nicht. Hier werdet ihr belogen.“ Ovsyannikowawurde festgenommen.
Recherchiert hat heute Matthieu Praun. Das Stadtleben kommt von Sarah Borufka und Cristina Marina hat den Newsletter vollendet. Morgen ist Lorenz Maroldt wieder dran und wir lesen uns am Donnerstag wieder. Bis dahin,