beginnen wir unsere Wochenend-Reise mit ausgewählten Nachrichten aus der Hauptstadt:
+++ Angeblich sollte Jens Spahn Berliner Bürgermeister werden – Parteichef Friedrich Merz musste diese Behauptung jetzt richtigstellen. In der Berliner CDU ahnt jeder, woher sie kommt. Wie eine alte Feindschaft im Berliner Landesverband die gesamte CDU schwächt (T+).
+++ „Ein Fußgängerboulevard, wo man ohne Angst flanieren kann“: Mittes neue Bürgermeisterin will keine Rückkehr der Autos in der Friedrichstraße. Kurz nach ihrer Wahl positioniert Stefanie Remlinger sich zum umstrittensten Thema in ihrem Bezirk – nur eines von vielen Themen, die nun für die Rathauschefin anstehen.
+++ „Im Hause Jarasch fehlt es an Sensibilität“: Berliner CDU kritisiert RBB-Postenpläne für Mann der Verkehrssenatorin. Bettina Jaraschs Mann sollte laut einem Medienbericht die Leitung über das RBB-Fernsehprogramm bekommen. Die CDU sieht schwere Verfehlungen.
Alles weitere rund um Berlin und seinen Speckgürtel Brandenburg erfahren Sie wie gewohnt zackig und zuverlässig auf tagesspiegel.de.
Fühlen auch Sie sich vom Wetter in die Irre geführt, fragen sich, was das denn nun für eine Jahreszeit sein soll, die sich zugleich mit den Insignien eines goldenen Herbstes, sommerlichem Grün und frühlingshaften Temperaturen schmückt? Was auch immer das ist, es ist jedenfalls Wochenende. Und zwar ein auf 47 Stunden verkürztes – wir haben nämlich Zeitumstellung.
Vielleicht hat Ihnen zum diesjährigen Halloween schon der ein oder andere zahnlose Kürbis entgegen gegrinst. Dabei gibt es in Berlin auch ohne Feiertag genug Grusel. Da reicht ein Abstecher in den Keller vom BER, wo sich die verlorengegangenen Koffer stapeln. Noch schauriger – und deutlich brutaler – ging’s allerdings in Berlins Vergangenheit zu. Welche Verbrechen, teuflische Mythen und verlorenen Seelen haben die Stadt geprägt? All das hören Sie in der Halloween-Folge von „Berliner & Pfannkuchen“. Überall, wo es Podcasts gibt.
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Fr, 4.11.: Demokratie-Salon #2: Dunja Hayali im Gespräch mit Claus Kleber. Neben der Krise der politischen Parteien, hat auch die Pandemie unsere Gesellschaft vor gewaltige Herausforderungen gestellt. Eigentlich ist es ganz einfach: Demokratien benötigen für ihre Existenz engagierte Demokrat:innen.
Aber wie wird man das? Und was tun in einer komplexen Welt gegen die wachsende Macht der Vereinfachungen?
Samstagmorgen – Aber tun wir doch so, als wäre das ein typischer Spätoktober, als stürmte und windete es und als müsse man sich warm anziehen, um dem Wetter zu trotzen. Textiles Kunsthandwerk – und anderes, etwa hölzernes, wie handgeschnitzte Sturmfackeln – bekommen Sie auf dem traditionellen Herbstmarkt Domäne Dahlem, Sa und So von 10 bis 18 Uhr. Dank diverser Bio-Gastronomen kann man sich sogar das heimische Frühstück sparen. Und wer eine Pause von der Erfüllung seiner gesetzlichen Aufsichtspflicht braucht, setzt den Nachwuchs zwischendurch auf Pony, Traktor und Karussell. Der Eintritt kostet 3,50/ erm. 2 Euro und ist unter 12 Jahren frei.
Samstagmittag – Apropos Holz: Für alle, die gerne Bäume umarmen, ist Berlin ja sowieso recht nah an der idealen Stadt. Ohne sie würde uns schließlich einiges fehlen, saubere Luft und Schatten zum Beispiel. Darum ist es auch mehr als angemessen, einen speziell den Bäumen gewidmeten Ort in der Stadt zu haben, wo ihnen besondere Aufmerksamkeit zukommt, sie gepflegt und erforscht werden. Das Späth-Arboretum, gegründet um 1900, war einst die weltgrößte Baumschule überhaupt, ist im Ortsteil Baumschulenweg namensgebend und umfasst auf ihren 3,5 Hektar etwa 4000 verschiedene und „wissenschaftlich dokumentierte holzige und krautige Sippen“. Dieses Jahr ist die nach ästhetischen statt, wie in späteren Baumschulen üblich, systematischen Gesichtspunkten gestaltete Anlage nur noch diesen Sonnabend, Sonntag und Montag von 10 bis 18 Uhr geöffnet – danach geht es in die Winterpause.
Samstagabend – Zu wissen, was man will, gilt im Allgemeinen als Tugend. Zu sagen, was man meint, erst recht. Wieso eigentlich? Ist es nicht irreführend, in einer Welt voller Vieldeutigkeit, Orientierung und festen Stand vorzugaukeln? Ist es nicht gar ein Symptom von Weltfremdheit, wenn man meint, sich auszukennen? Das machen sich auch Ann Cotten, Hibino Saki, Wolf Farkas, Ok-Hee Jeong und Zoran Terzic bewusst, wenn sie darüber sprechen, was man als Poet:in eigentlich sagen, schreiben und tun kann, wenn man zwischen der Vereinzelung als Online-Nomadin ohne politische Potenz, aber um so größeres Ego, einerseits und andererseits den kollektiven Klima- und Weltrettungs-Projekten unserer Zeit verzweifelt, verdreifelt, verviertelt und so weiter. Beim Podiumsgespräch „Der Planet bin ich“, Ident Fictions #3 im Roten Salon der Volksbühne, 20 Uhr.
Sonntagmorgen – Und was wollen amerikanisierte Kinder zum Oktoberende? Na Süßes oder Saures! Und was noch? Gruselkürbisse! Das alles gibt es auf dem Naturgut Köllnitz. Wo is’n ditte? Na in Storkow! Wo sonst bekommt man seinen Hokkaido, den Langen von Neapel, den Butternut Waltham, Moschus-Kürbis oder den Jack‘o‘Lantern, dessen Name schon auf die beliebte Verwendung zu Halloween hinweist, direkt vom Feld auf den Teller? Eben. Zum Mitnehmen, Schnitzen und Kerzen reinstellen gibt es die aber auch. Geöffnet ist der Hofladen zurzeit täglich von 9 bis 17 Uhr. Von Mittwoch bis Sonntag empfiehlt sich zudem die Verbindung des Gemüses mit Fisch aus der hauseigenen Fischerei.
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Gäbe es Spätis ohne Gäste aus aller Welt? Wären Berlins Kieze so voller vielseitiger Läden, Restaurants und Clubs, wenn nicht auch die Berlingäste für Umsatz und Diversitätsorgen? Tourismus ist wichtig für die Stadt und leistet einen großen Beitrag dafür, dass Berlin lebendig bleibt.
gaeste-in-berlin.de
Sonntagmittag – Am 3. November beginnt bekanntlich das Jazzfest – wer vorab ein wenig Orientierung haben möchte, findet sich schon heute um 16.30 Uhr im Foyer des Pierre Boulez Saals ein. Dort reden Intendanz und Kuratorium auf dem Podium über die Irrungen und Wirrungen unserer Zeit, was die Musik dazu zu sagen hat und leiten über zum anschließenden Kick-Off-Konzert (18 Uhr ebenda) des Duo Musho. Pianist Alexander Hawkins, Sängerin Sofia Jernberg und ein hochkarätig besetztes Sextett führen hier eine Auftragskomposition urauf, die alles zuvor auf dem Podium Gesagte transzendiert.
Sonntagabend – Dass die Musik Vorstellungen transzendieren kann, wissen auch die Veranstalter:innen des Tehran Contemporary Sounds Festival. Mit zeitgenössischen Klängen und audiovisuellen Performances aus dem Iran leiht es seit Freitag das ganze Wochenende lang einer progressiven Seite iranischer Kultur die Bühne, die nicht alle zum Auftritt eingeladenen Künstler wahrnehmen konnten. Laut Veranstalter wurden zweien der Künstler die Visa seitens hiesiger Behörden mit der Begründung verweigert, sie könnten sich im Anschluss ja weigern, wieder in den Iran zurückzukehren. Um 20 Uhr beginnt das Festivalfinale mit fünf Acts und offenem Ende im Bethanien Studio 1 (Mariannenplatz 2).
Mein Wochenende mit
Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.
„Wussten Sie eigentlich, dass ich äußerst gerne fliege? Nicht, was Sie jetzt denken. Ich rede vom Drachenfliegen. Sie wissen schon, mit einem dieser dreieckigen Flügelgestelle. Mich haben die schon immer ein wenig an Schwalben erinnert, nur eben in groß. Drachenfliegen ist nämlich eine außerordentlich elegante Art der Fortbewegung, müssen Sie wissen. Allein von der Thermik in der Luft gehalten – warme Luft steigt auf und bildet dabei Lifts, also Aufwinde, die den Gleiter hochfahren – verbraucht man keinerlei Brennstoff, hat beste Aussicht und gerät nie in die Verlegenheit, mit irgendwelchen Schweinen böse Blicke an der Ampel austauschen zu müssen. Denn da oben gibt es, anders als im Straßenverkehr, keine Wut und Besserwisserei. Chantal, die elegante Sau von Nebenan, beobachtete mich eine zeitlang von unten aus mit einem Feldstecher. Und machte mir Komplimente. Mittlerweile fliegen wir auch gemeinsam längere Strecken oder, wenn die Zeit knapp ist, Synchronmanöver. Wieso erzähle ich Ihnen das? Neulich erreicht mich ein Leserbrief: Jemand habe seinen Augen nicht glauben könne, ein Schwein sei an ihm vorbeigeflogen. Was soll ich sagen, glauben Sie es ruhig. Die Zeiten haben sich eben geändert. Vielleicht fliegen morgen ja auch Sie. Lernen können Sie es hier oder hier. Ich empfehle einen Tandemflug zur Probe. Und mich empfehle ich, mit freundlichen Grunzen.“
Leseempfehlungen
Alles Müll? Des einen Eule ist des andern Nachtigall. Gut für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft, die Verlängerung der Lebensdauer von Nutzgegenständen und so fort. Bevor man losgeht und Neues einkauft, mache man sich erstmal bewusst, was Menschen so alles wegwerfen. Was Berliner:innen wegwerfen, haben Joana Nietfeld und Kitty Heinrich (T+) festgehalten.
Iran: Auch wenn die Soli-Demonstrationen hierzulande großen Zulauf haben: Für viele hier sind die Proteste im Iran doch weit weg. Für drei in Berlin lebende Iranerinnen sind sie sehr nah dran. Katja Demirci (T+) hat mit ihnen gesprochen.
Fußgängerzone: Mal sehen, wer einen Platz mitten in der Großstadt plant, an dem Familien ihre Freizeit verbringen und sich wohlfühlen, an dem eingekauft werden soll und der aber auch repräsentativen Charakter haben sollte, plant was, ein...? Klar, eine Fußgängerzone. Mit Sitzbänken. Ein verrückter Gedanke? Für die Friedrichstraße gar zu verrückt. Am Potsdamer Platz aber könnte, 32 Jahre nach dessen Neubau, etwas derartiges entstehen. Julius Betschka (T+) berichtet.
Wochenrätsel
Gewonnen! „Hochgradig unangenehm“ sei dem Amtsgericht-Vizepräsidenten und seinen Kolleg*innen in Charlottenburg-Wilmersdorf der Zustand…
a) …der Parkplätze vor dem Amtsgericht, die für SUVs zu niedrig sind.
b) …der Amtstrachten, wegen deren vieler Löcher man bereits im Oktober fröre.
c) …der Heizkörper, die sich trotz Energiesparvorhaben nicht drosseln lassen.
Tipp: Wer den Checkpoint letzte Woche aufmerksam las, ist im Vorteil!
Schicken Sie uns die richtige Lösung und gewinnen Sie einen Checkpott.
Jetzt mitmachenDiesen Wochenend-Checkpoint hat Lionel Kreglinger (Produktion) in heldenhafter Frühe auf Ihren Bildschirm geschraubt, am Montag nimmt sich hier Lorenz Maroldt des Sandes im Berliner Getriebe an. Haben Sie ein laaaaanges 47-Stunden-Wochenende!