Tagsüber bedeckt bei max. 7°C, abends wolkenlos

Heftige Gefechte in Kiew: Videoansprache des ukrainischen PräsidentenBerlin hilft: Initiativen, Demos und Aktionen der KulturszeneFU legt ihre Beziehungen zu wissenschaftlichen Einrichtungen in Russland vorerst auf Eis

zum Start in den Tag geben wir Ihnen in den kommenden Tagen an dieser Stelle zunächst einen Überblick der Ereignisse in der Ukraine während der Nachtstunden bis zum frühen Morgen:

+++ Laut CNN gab es in der Nacht zu Samstag in den Außenbezirken von der ukrainischen Hauptstadt Explosionen. In diesem Gebiet befindet sich ein Militärstützpunkt.

+++ US-Präsident Joe Biden hat 350 Millionen Dollar an Militärhilfe für die Ukraine bewilligt. Biden habe das Außenministerium in einem Memorandum angewiesen, die Mittel freizugeben, so Medienberichte. 

+++ Russische Truppen haben das Kiewer Wasserkraftwerk eingenommen. Die Nachrichtenagentur Interfax beruft sich Informationen des ukrainischen Energieministeriums.

+++ Facebook unterbindet Werbung russischer Staatsmedien: Man sei dabei, russische Staatsmedien daran zu hindern, in dem sozialen Netzwerk weltweit Anzeigen zu schalten oder dort Geld zu verdienen, gab der Sicherheitschef bei Facebook, Nathaniel Gleicher, am Samstag auf Twitter bekannt.

+++ Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine weitere Video-Botschaft aufgenommen. Darin warnt er vor Falschinformationen. „Es gibt viele Falschinformationen, dass ich unsere Armee dazu aufrufen würde, die Waffen niederzulegen, dass es eine Evakuierung gibt“, sagt er. „Ich bin da. Wir werden unsere Waffen nicht niederlegen. Wir werden unseren Staat verteidigen.“

Unser Newsroom ist rund um die Uhr besetzt.

Thomas Wochnik

Wochniks Wochenende

Die besten Berlin-Tipps für drinnen, draußen und drumherum.

48h Berlin

Samstagmorgen – Im Café frühstücken erfordert natürlich nach zwei Pandemiejahren den für viele ungewohnten Schritt, sich gleich morgens erst einmal zu entzauseln und das in der Nacht womöglich zerknautschte Gesicht mit kaltem Wasser etwas zu restaurieren. Hat man diesen Schritt hinter sich gebracht und etwas angezogen, das kein Pyjama ist (Jogginghosen sind, tut uns leid Karl Lagerfeld, längst salonfähig), kann man schon stolz auf sich sein. Das „Le Bon“ an der Boppstraße in Kreuzberg hat schon einige Avocado-Toast-Hype-Wellen hinter sich und bietet verlässlich köstliche Küche. Reservierungen werden nicht entgegengenommen, Wartezeit einplanen. Dafür ist das Procedere aber demokratisch und bietet, im Zeitfensterzeitalter gar nicht mal so gängig, Raum für Spontanität!

Samstagmittag – Mit vollem Bauch läuft man nach dem Frühstücksgenuss an der Reuterstraße vorbei am Südstern Richtung Hasenheide und genießt die Sonnenstrahlen, die angesichts der düsteren Lage (weltpolitisch, pandemisch) gut tun. Über den Columbiadamm gelangt man auf das Tempelhofer Feld: kleiner Spaziergang mit People-Watching inklusive. Einmal über das Feld zum Flughafengebäude gelaufen, kann man die Führung „Mythos Tempelhof" um 12.30 Uhr noch einmal besuchen, ehe sie ab dem 1. März aufgrund organisatorischer Umstellungen pausiert. Karten gibt's ab 16,50 Euro.

Samstagabend– Auf dem ehemaligen Flugplatz geht an diesem Wochenende auch eine wunderbare Kinoreihe zu Ende. Heute und morgen kann man im thf cinema noch Filme schauen. Fasst passend zum Sonnenuntergang beginnt „The Big Lebowski" alias „The Dude" heute um 18 Uhr: Ein komödiantischer Verwechslungskrimi als Hommage an den Film noir der 40er Jahre (ab 5 Euro).

Sonntagmorgen – Hinter dem Namen „Zum Starken August" verbirgt sich eigentlich eine Bar mit dem Fokus auf „Menschen, Biere, Sensationen", sprich: Zirkusdeko und ein Programm von Vaudeville bis hin zu Burlesque. Heute findet ab 14 Uhr der „Krims Krams Flohmarkt" statt. Es gibt „Glitzerfummel, Vintage-Stücke, und funkelnde Schmuckstücke" – Also jede Menge Ausstattung, um etwas glamouröser durch den Rest vom tristen Berliner Winter zu gehen, ehe er sich hoffentlich bald für möglichst lange Zeit verabschiedet.

Sonntagmittag – Von hier aus schlendert es sich ganz gemütlich und kurz zum Stadtbad Oderberger Straße, wo man in einer wunderschönen, denkmalgeschützten Halle seine Bahnen zieht und sich in das frühe 20. Jahrhundert träumen kann. So bekommt man den Kopf frei und kann Szenen aus dem legendären Film mit „The Dude“ Revue passieren lassen. Danach tut ein Saunagang gut.

Sonntagabend – Derart ertüchtigt und entspannt kann man sich nun wieder kulturellem Input hingeben. Im Ballhaus Naunynstraße lädt die Performance „Junctions“ zum Nachdenken und Mitfühlen ein. Denn Schwarzsein eint, doch in Hinblick auf weiße Gewalt ist diese geteilte Erfahrung oft eine schmerzhafte, das kollektive Gefühl oft auch eines der Gefährdung. Sechs Schwarze Tänzer:innen, die alle das Präfix Afro verbindet – auch wenn ihre Geschichten sich stark unterscheiden – spüren in der Performance von Choreografin Nasheeka Nedsreal ab 19 Uhr der politischen Kraft von Tanz nach und erproben die schützenden, einenden Qualitäten des Mediums.

Mein Wochenende mit

Durchgecheckt

Kevin, unser liebstes Wildschwein in der Rotte, kennt jeden Flecken Land in Berlin und Brandenburg. An dieser Stelle gibt er wöchentlich Ausflugstipps ins Umland.

„Es kündigt sich wieder etwas Leichtigkeit an: Die Temperaturen klettern nach oben, manchmal kann ich morgens schon den Duft von Frühling riechen und meine Winterschwarte ist auch schon fast Vergangenheit. Als überaus gutaussehender Keiler weiß ich natürlich, wie wichtig die Optik ist, gerade jetzt, wo ein bisschen Frühjahrsluft durch das Land weht, die Tage wieder länger werden und ich mit Chantal viele schöne Ausflüge plane. Ganz der Optik verschrieben hat sich eine Stadt im Berliner Umland, in die es mich an diesem Wochenende zieht: Rathenow! Hier waren einst die Rathenower Optischen Werke, nach 1949 avancierte Rathenow beispielsweise zum alleinigen Fabrikationsort für Brillengläser in der DDR. Wie gut, dass ich dank meiner scharfen Sehstärke für die Landschaftsgestaltung keinerlei Brillen oder andere Hilfsmittel brauche. An diesem Sonntag führe ich Chantal mal aus: Im Kulturzentrum Rathenow spielt der Schlagzeuger Gábor Bolyá Solos am Xylophon. Der ist seit 23 (!) Jahren Mitglied im Eberswalder Ensemble, saugut! Das könnte genau Chantals Geschmack sein. Und so ein bisschen klassische Musik bildet Geist und Seele. Nach dem Konzert kann mich nichts mehr halten, ich brauche Auslauf, ich brauche Bewegung, ich brauche Platz zum Wühlen. Wie gut, dass es in Rathenow den schönen Optikpark gibt. Da sehe ich beim romantischen Spaziergang zu zweit durchaus Gestaltungspotential, auch wenn es natürlich mit einem satten Wald voller Wurzeln, Bucheckern und Eicheln nicht zu vergleichen ist. Dafür umspannt dieser schön angelegte Park immerhin 13 Hektar, da dürfte sich  doch ein nettes Eckchen finden, um mit Chantal ein bisschen zu munkeln. Nach einem langen Spaziergang haben wir ordentlich Hunger bekommen, wie gut, dass man sich am Eichendreieck im Parkimbiss etwas zum Mitnehmen holen kann.  Und in ein paar Wochen, wenn es nachts nicht mehr ganz so kühl ist, komme ich mit Chantal wieder, zum Sterneschauen im Sternenpark Westhavelland. Denn hier ist die Luftverschmutzung niedrig und man kann die Sterne, die ich Chantal jederzeit vom Himmel holen würde, sehr gut sehen. Bis dahin empfehle ich mich, mit freundlichen Grunzen!"
 

Lese­empfehlungen

Eine Frage, die gegenwärtig viele Eltern bewegt: Wie erklärt man seinem Kind den Krieg in der Ukraine? Wie schafft man es, aufzuklären, ohne Angst zu machen? Tagesspiegel-Redakteur Christian Latz hat dazu mit Kinderpschychologin Marion Schwarz ein Interview geführt (Abo).

Gail Halvorsen, Berlins legendärer Luftbrückenpilot, ist im Alter von 101 Jahren verstorben. Bei seiner Beerdigung in den USA wurde er „wie ein Rockstar“ gefeiert. Anwesend war auch eine Berlinerin: Halvorsens Familie hatte Kathrin Röschel, die ehemalige Leiterin der Gail-S.-Halvorsen-Schule aus Berlin-Dahlem, nach Utah eingeladen. Ihre Eindrücke lesen Sie hier (Abo).

Laut, schrill und rockig? Die alte Zollgarage auf dem Flughafen Tempelhof ist seit September 2021 dem autonomen Jugendzentrum „Potse" zur Verfügung gestellt. Wie viel Raum dort wirklich für den Punk bleibt, verrät Sigrid Kneist in ihrem Artikel (Abo).

Der Berliner Bierpinsel gehört fest in das Straßenbild der Schloßstraße, doch schön ist anders. Tagesspiegel-Autor Boris Buchholz schildert die abschreckende Situation unter der Brücke am Steglitzer Wahrzeichen. (Abo).

 

Wochen­rätsel

Fette Beute: Die alljährlichen Anfragen zu Steuerprüfungen bei Berliner Einkommensmillionären sind ein Klassiker der Linksfraktion. Welches Finanzamt sicherte im Jahr 2021 den größten Brocken?

a) Prenzlauer Berg
b) Charlottenburg
c) Zehlendorf
d) Wimersdorf

Schicken Sie uns die richtige Lösung und gewinnen Sie einen Checkpott.

Jetzt mitmachen

Encore

Zum Schluss schauen wir noch schnell nach, was die TU heute so sucht (gestern war es „ein System zur zeitaufgelösten Detektion von Einzelphotonen auf der Basis von supraleitenden Nanodraht-Einzelphotonendetektoren mit Detektionsbereichen bei drei verschiedenen Wellenlängen“)..

Na, mal sehen… ah ja, hier: „Die TU plant die Beschaffung eines Photonenkorrelationsspektroskops für die Messung von Partikelgrößenverteilungen, Zeta-Potentialen sowie Brechungsindex und Transmissionsmessungen.“ Und jetzt sagen Sie nicht, danach hätten Sie sich nicht auch schon immer mal gesehnt (schreiben Sie’s einfach auf den Wunschzettel, in zehn Monaten ist Weihnachten schon fast wieder vorbei).

Enorme Transmissionsleistungen haben heute Matthieu Praun, Ann-Kathrin Hipp, Sarah Borufka und Kathrin Maurer unter Verzicht auf sämtliche Zeter-Potentiale spektral korreliert, und zwar ohne, dass etwas gebrochen wäre. Am Montag früh vergrößert Nina Breher für Sie die Partikel dieser Stadt. Bis dahin,

Lorenz Maroldt