Am Wochenende soll Berlin so weit auftauen, dass man auch auf weniger als vier Beinen oder Rädern wieder ohne (Oberschenkel)Hals- und Beinbruch vorankommt. Die aktuellen Verhältnisse mit dem glattgetrampelten Schnee erinnern an den legendären „Berlin-ist-nicht-Haiti“-Winter 2010, von dem sich Klaus Wowereits Image nie ganz erholte. Den Meldungen aus den Rettungsstellen zufolge sind mindestens ein paar hundert Berlinerinnen und Berliner durch Ausrutscher auf glatten Wegen lahmgelegt. Das bisherige System – jeder ist für den Gehweg vor seiner Scholle verantwortlich – funktioniert trotz verschärfter Vorgaben und erhöhter Strafandrohungen nach dem „Haiti-Winter“ augenscheinlich nicht. Ineffizient ist es außerdem, wenn der Winterdienst vor einem Gartenzaun mit rotierender Bürste vorbeidieselt und sie vor dem nächsten anhebt, weil er da nicht zuständig ist.
Frage an Roland Stimpel, Vorstand von FUSS e.V., wie es besser ginge. „Geräumte Gehwege sind wichtiger als geräumte Fahrbahnen und Radwege“, sagt der: Man könne langsam fahren oder notfalls gar nicht, aber zum Gehen auf dem Weg vor der Haustür gebe es keine Alternative. „Ist er vereist, haben vor allem alte Menschen nur die Wahl: Entweder sie verordnen sich Hausarrest oder sie begeben sich in Sturzgefahr.“ Anstelle des Prinzips „Jeder kehre vor seiner Tür“ würde Deutschlands oberster Fußgänger die Räumdienste kiezweise beauftragen – vergleichbar den Schornsteinfegern. Allerdings würde diese Neuordnung viel Aufwand für wenige Tage bedeuten. Fürs Erste würde Stimpel auf „exemplarisch harte Strafen“ setzen. Im Übrigen frage sich sein Verein: „Wo bleiben eigentlich Aktivitäten oder wenigstens Appelle der Senatorin, die für die Mobilität aller Menschen im Verkehr zuständig ist?“
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Kulturgenuss trifft Kleinstadtcharme
Ob Mitmachelemente im Museum, das Schauspiel des Jungen Staatstheaters oder Gourmetfreuden im MAHLWERK,
für jeden ist etwas im Industriedenkmal dabei. Seien Sie unser Gast, finden Sie Inspiration und Entspannung fernab der Großstadt.
KULTURMÜHLE PARCHIM
Fischerdamm 2, 19370 Parchim
Touristinfo: 03871-4226120
https://www.kulturmuehle-parchim.de
Wolfgang Wieland war einer jener Grünen, die auch politische Gegner beeindruckten – mit zuverlässigem Kompass, messerscharfem Verstand und herausragender Rhetorik. Jetzt ist Wieland, der 1978 die Alternative Liste mitgründete und auch nach seiner Zeit als Justizsenator ein hochgeachteter Anwalt war, im Alter von 75 Jahren gestorben. Regiermeister Kai Wegner (CDU) würdigte ihn als „echten Staatsmann, der sich über viele Jahrzehnte für Gerechtigkeit, Demokratie und Menschenrechte einsetzte“.
Als Journalistenschüler habe ich mit zwei Mitschülern Wolfgang Wieland im Jahr 2000 mal vor dem Abgeordnetenhaus interviewt für den TV-Teil unserer Ausbildung. Nur wenige Politiker waren bereit, ihre knappe Zeit für solche Trockenübungen herzugeben. Ans Thema des Interviews erinnere ich mich nicht mehr. Aber daran, wie klar und klug Wieland redete und wie angenehm ernst er uns Amateure nahm.
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Unter neuer künstlerischer Leitung eröffnen die Sophiensæle vom 07. – 17.12. ihre Spielzeit – mit einem Programm, das die Genregrenzen lustvoll verwischt. Mit u.a. Simone Dede Ayivi & Kompliz*innen, Coco Fusco, Isabel Lewis & Dirk Bell, Adam Linder, Stef Van Looveren, Enad Marouf, Yael Ronen, Hendrik Quast, Leyla Yenirce. www.sophiensaele.com
Ein Spross des Remmo-Clans mit notorisch krimineller Verwandtschaft hat zwar kein nennenswertes Einkommen, aber kauft Immobilien für Millionen. Seit 2017 kann der Staat solches Vermögen einziehen, auch wenn sich der Reichtum keinen konkreten Straftaten zuordnen lässt. Im Jahr darauf beschlagnahmte die Berliner Justiz 77 Remmo-Immobilien. Zwei davon gehören inzwischen rechtskräftig dem Land. Acht weitere sprach das Landgericht jetzt allerdings dem Jungmillionär zu. Denn ganz vielleicht habe er das Geld dafür von der libanesischen Verwandtschaft erhalten. Die Staatsanwaltschaft hat Revision eingelegt; ein Ermittler sagt: „Wenn wir das am Ende tatsächlich verlieren, dann sind Finanzermittlungen in weit verzweigten Großfamilien überflüssig, weil vollkommen wirkungslos.“
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Mythos und Massaker. Ernst Wilhelm Nay und André Masson
Erstmals widmet sich eine Ausstellung der künstlerischen Beziehung zwischen dem französischen Surrealisten André Masson und dem Berliner Ernst Wilhelm Nay, dessen Kunst im Westdeutschland der Nachkriegszeit zum Aushängeschild der abstrakten Moderne wurde. Vom 8.12.2023 bis 28.4.2024 in der Sammlung Scharf-Gerstenberg. Mehr
Ein Liter Benzin kostete gestern Abend in Berlin knapp 1,60 Euro, so viel wie 2012 (Quelle: ADAC, falls das in „Melkkuh“-Debatten relevant ist). Aber wegen der zwischenzeitlich höheren Preise sind bei Polizei und Feuerwehr 3,4 Mio. Euro Mehrkosten aufgelaufen. Andere große Energieverbraucher treffen die Preissprünge noch heftiger: Bäderbetriebe +19 Mio., Straßenbeleuchtung (vor allem wegen der Gaslaternen) +11 Mio. Euro. Alles in allem kommen mindestens 35 Mio. Euro Mehrkosten zusammen. Vielleicht wird’s dauerhaft billiger, wenn Berlins höchster Berg einen Solarpark bekommt – mehr dazu heute im neuen Pankow-Newsletter (Abo gratis). Dass grüner Wasserstoff Berlins Energiebedarf nicht so einfach decken kann wie gelegentlich behauptet, haben Wissenschaftler des DIW gerade in einem Gutachten ermittelt, das das Land und die Versorger schmerzen müsste.
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Neuer Podcast: Wer sind die Menschen hinter den Ämtern, die die Transformation der Verwaltung vorantreiben? Darüber spricht Faruk Tuncer, Gründer & CEO des GovTechs Polyteia im GovCast mit spannenden Persönlichkeiten aus Staat, Politik und Gesellschaft.
Die erste Folge mit Bundes-CIO Dr. Markus Richter gibt es auf Spotify & Apple Podcasts.
Weihnachtlicher Servicehinweis: Vergessen Sie nicht, bis zum Encore weiterzulesen (Scrollen wäre auch möglich, aber das macht man nicht): Hinter dem heutigen Erlebnistürchen unseres Adventskalenders wartet schon der Frühling darauf, von Abonnent:innen der CP-Vollversion gewonnen zu werden. Auch wer sich jetzt erst anmeldet, kann mitmachen.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Der GDL-Chef will einmal mehr mit der Lok durch die Wand: Vom heutigen Donnerstagabend 22 Uhr bis Freitagnacht lässt er wieder warnstreiken. Für Berlin bedeutet das erfahrungsgemäß, dass der Fernverkehr sowie der Regionalverkehr auf den von der DB betriebenen Linien weitgehend ausfallen werden und die S-Bahn nur ein Minimalprogramm anbietet, um Außenbezirke und Umland mit dem Netz der (vom Streik nicht tangierten) BVG zu verbinden.
Nachdem am Dienstag im Gefolge des Kabelklaus – nicht zu verwechseln mit Santa Claus – noch unterirdische Zustände auf der U6 herrschten (Fahrgäste warteten teils eine halbe Stunde), fährt die Linie laut BVG seit Mittwochfrüh wieder regulär, also tagsüber im Fünfminutentakt.
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Erlebt die einzigartige Mischung aus tropischem Urwald und traditioneller Wohn- und Tempelanlage: Bis zum 17. Dezember feiert der Balinesische Garten in den Gärten der Welt seinen 20. Geburtstag. Euch erwarten kostenlose Yoga-Stunden und Schriftworkshops sowie, als Highlight, das hinduistische Sariswati-Fest am 16. Dezember 2023. Mehr
Der Senat schickt offenbar neues Personal in den Aufsichtsrat des defizitären Klinikkonzerns Vivantes. Die Rede ist von Ärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt, dem Pflege-Bevollmächtigten der Bundesregierung Andreas Westerfellhaus und einer Finanzexpertin.
Besinnliche Stimmung in der Peripherie der schwarz-roten Koalition: Nachdem der Neuköllner Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) via „B.Z.“ konstatiert hatte, dass der Senat „leider länger gebraucht“ hat, um die weitere Notwendigkeit eines Wachschutzes an Schulen einzusehen, bezeichnete CDU-Generalsekretärin Ottilie Klein Hikels Kritik auf Xitter als „irritierend und irreführend“. Denn der Wachschutz sei erst wegen der „kurzsichtigen Politik und verantwortungslosen Haushaltsführung seines Bezirks“ ausgelaufen. Hikel retournierte: „Wenn die Bezirke auskömmlich finanziert wären, könnten wir das weiter finanzieren. Aber bei einer Inflation von über 10% nur 2% zu berücksichtigen, liefert einen Eindruck, was hier los ist. Aber gut, dass wir jetzt eine Magnetschwebebahn planen.“
„Wir“ bzw. die Berliner CDU sind übrigens nicht die Einzigen, die eine Magnetschwebebahn planen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat seiner Heimat Nürnberg den Bau einer Teststrecke zwischen Uni, Messe und Klinik in Aussicht gestellt. Im Unterschied zu Hikel freut sich der Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König (auch CSU) darüber, meldet die „Bayerische Staatszeitung“.
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Heiraten Sie doch, wen Sie wollen! Aber nicht, wann und wo Sie wollen: Das Bezirksamt Reinickendorf teilt mit, dass ab Juni 2024 nicht mehr samstags und nicht mehr an besonderen Orten geheiratet werden kann, weil die Standesbeamtinnen wegen zusätzlicher gesetzlicher Pflichten keine Kapazitäten mehr hätten. Der Bundesgesetzgeber habe den Mehrbedarf auf vier Vollzeitstellen taxiert, das Land noch höher, aber bekommen habe man keine einzige.
Knapp drei Monate nach dem Farbanschlag der „Letzten Generation“ ist die orange Periode des Brandenburger Tors überstanden. 115.000 Euro hat die Reinigung gekostet. Worin genau der Nutzen der Aktion fürs Weltklima bestand, haben die Verursacher bisher nicht mitgeteilt.
Bausenator Christian Gaebler (SPD) will in der Bürgerwerkstatt zum Tempelhofer Feld nicht über das Ob, sondern über das Wie der Randbebauung diskutieren (CP von gestern), was man angesichts des erfolgreichen Volksentscheides von 2014 gewagt finden kann. Wir wollten wissen, was Sie von einer Bebauung des Feldrandes halten: Von reichlich 3600 abgegebenen Stimmen waren 61 Prozent dagegen, 36 Prozent dafür. Danke allen, die sich beteiligt haben.
Heute Abend zeigt die landeseigene Grün Berlin GmbH allen Interessierten, was eine Hungerharke ist: Ab 18 Uhr informiert sie in einer Online-Veranstaltung (Anmeldung erbeten) über den Stand der Umgestaltung des Platzes der Luftbrücke und ihre Pläne für die Westseite des Tempelhofer Damms. Das Bezirksamt will sich mit Infos zum Verkehrskonzept für die Gartenstadt Neu-Tempelhof beteiligen.
Da wir in Berlin nicht allzu oft Gelegenheit haben, über München zu lachen, müssen wir die momentane Chance umso ausgiebiger nutzen – kein Zug, kein Flug, kein Pflug. Im Internet wurde gerade das einzige Räumfahrzeug der Münchner Straßenbahn berühmt: Baujahr 1926. Was allerdings die Frage aufwirft, mit welcher Technik die BVG im Ernstfall ihr (fast viermal so langes) Tramnetz freihalten könnte. „Unsere Unimogs können mit Schneeräumschilden ausgestattet werden“, heißt es auf CP-Anfrage. „Für das normale ‚Freifahren‘ bei berlinüblicher Schneehöhe reichen aber auch Flexitys“, also die normalen Bahnen. Möge es allzeit bei „berlinüblicher Schneehöhe“ bleiben!
Über den Pisa-Schock ist am Dienstag eine Meldung der Umweltverwaltung etwas untergegangen: Der Waldboden ist „Boden des Jahres 2024“. Verdient hat er sich den Titel dank seiner Fähigkeiten, Wasser zu speichern und zu reinigen (das Trinkwasser von morgen!), CO₂ aufzunehmen und Bäume zu beherbergen. Im Jahr davor machte der Ackerboden das Rennen. Dabei sind laut Wikipedia weder der eine noch der andere Bodenarten nach internationalem Standard. Der Grobschluff als Favorit der CP-Redaktion hatte einmal mehr das Nachsehen. Angesichts der großzügigen Auslegung des Boden-Begriffs könnte im nächsten Jahr der Heuboden gewinnen.
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Manja Schreiner – Wie bewegen wir uns in Zukunft durch Berlin?
Vieles läuft verkehrt im Verkehr: Im Ringbahnpodcast spricht Berlins zuständige Senatorin Manja Schreiner darüber, warum sie kein Deutschlandticket hat, wie sie alle Verkehrsteilnehmer miteinander versöhnen will und welche Zukunftsvision sie für Berlins Straßen hat.
Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Post aus dem Bundestagsbüro von Mario Czaja: Der ehemalige CDU-Generalsekretär lädt gemeinsam mit Schulsenatorin Katharina Günther-Wünsch zum „gemütlichen Adventsspaziergang rund um den S-Bahnhof Mahlsdorf“, wo die Nachbarschaft einen kleinen Weihnachtsmarkt veranstalte. „Wäre das nicht ein schönes adventliches Thema für den Checkpoint?“ Puh, na ja, also… Sonntag 15 bis 18 Uhr. Mahlsdorf muss ziemlich weitläufig sein.
Hertha hat es am späten Mittwochabend nach Elfmeterschießen gegen den HSV ins Viertelfinale des DFB-Pokals geschafft. Schön für Berlin – und vielleicht ein Trost für Union. Zeigt es doch, dass sportliche Durchhänger nicht ewig dauern.
Diese drei Tagesspiegel-Plus-Texte legen wir Ihnen heute besonders ans Herz:
Kinder zu beschenken, macht Spaß. Wenn sich nur nicht so viel Zeug unterm Weihnachtsbaum türmen würde! Zwei Experten geben Tipps, was lange Freude macht.
Vor ihrem Parteitag wächst bei den Berliner Grünen die Unruhe. Die Realos fürchten, dass der linke Flügel ihre Kandidatin Tanja Prinz durchfallen lässt. Nun ändert der Vorstand die Tagesordnung.
Bei einer Zirkusshow in Kleinmachnow bei Berlin treten Weltstars der Artistik auf. Ein 22-Jähriger organisiert das Event.
Zitat
„Als ich vor drei Wochen bei einer Veranstaltung gegen Antisemitismus mit 300 Menschen über den Kurfürstendamm gelaufen bin, habe ich gesagt, das ist einfach zu wenig.“
Nicolai Schwarzer, Mitinitiator der möglichst großen Demo „Nie wieder ist jetzt“, die am Sonntag um 13 Uhr an der Siegessäule beginnt (Q: RBB-Abendschau). Am Tag vorher wollen Lehrkräfte am Holocaust-Mahnmal mit roten Rosen ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen.
Stadtleben
Essen – Keine Lust, an Weihnachten auch noch den Nachtisch selbst auf die Beine zu stellen? Ab nach Mitte! In der Sophienstraße 5 hat die Patisserie Canal Berlin jüngst ihre dritte Dependance eröffnet, diesmal wieder als kleines, kuschliges Café (Mi-Fr 10-18 Uhr, Sa 10-19 Uhr, So 10-18 Uhr, U-Bhf Weinmeisterstraße). In der Theke warten schicke Croissant-Kreationen (Pistazie!), Brioches und natürlich ein Eclair nach dem anderen. Seit gestern steht auch die Weihnachts-Kollektion der Manufaktur – nicht zuletzt mit Schokoladen-Macadamia-Gebäck in Kamin-Optik oder Beeren-Vanille-Teilchen im Weihnachtsmann-Look. Die Eclairs können für knapp sieben Euro pro Stück vorbestellt und bis kurz vor Weihnachten abgeholt werden.
Berlinbesuch – Schon klar: Berliner Weihnachtsmärkte sind gerne überkitschige Reizüberflutung. Der Lucia-Markt der Kulturbrauerei versucht, dem Neon-Bling-Bling einen besinnlichen Gegenpol zu setzen: Auf dem alten Backsteingelände finden sich nicht nur kleine Verkaufsstände, sondern auch ein historisches Kinderkarussell, Kunstinstallationen und eine kleine Ritterburg zum Armbrustschießen. Jeden Abend kommen zudem Weihnachtsmann und Weihnachtsengel vorbei (ersterer 17-18 Uhr, letzterer 20-21 Uhr), die Weisheiten überbringen und Wünsche entgegennehmen. Zu besuchen bis zum 22. Dezember von Mo-Fr 15-22 Uhr oder Sa-So 13-22 Uhr.
Geschenk – Partout keine Idee für die Verwandtschaft? Kunst geht immer. Besonders, wenn es auch noch lokale ist: Das „Artspring“-Popup in den Schönhauser Allee-Arkaden lädt noch bis Ende Dezember (Mi-Fr 15-19 Uhr, Sa 11-19 Uhr) zu einer Verkaufsausstellung von über 300 Werken, davon viele von Pankower Kunstschaffenden. Dort hängen Gemälde neben Fotografien und Collagen neben Grafiken – und der Erlös der, laut Veranstalter „erschwinglichen“, Verkaufsstücke fließt in Gänze an die Künstler:innen.
Karten sichern – Keine Adventszeit ohne Weihnachtskonzert! Eine Möglichkeit der musikalischen Einstimmung bietet der Berliner Oratorien-Chor am 17. Dezember (15 Uhr) in der Philharmonie: Gemeinsam mit dem Orchester Concerto Brandenburg, dem Jugendchor „Young Voices“ und Solist:innen bringt das Ensemble große Werke auf die Bühne – nicht zuletzt das lange verschollene Weihnachtsoratorium von Carl Heinrich Graun und Bachs Kantate „Ehre sei Gott in der Höhe“, deren Eingangschor erst letztes Jahr rekonstruiert werden konnte. Tickets sind ab 19 Euro hier zu ergattern – oder für umme bei uns: Wir verlosen 3x2 Karten.
Grübelstoff – Berlin ist unfreundlich. Berlin ist hässlich. Berlin ist arm, aber sexy. Niemand will hier eine Beziehung – und alle tragen immer schwarz. Die Liste der Vorurteile gegenüber der Hauptstadt ist mindestens so lang wie die Schlange am Berghain. Angesichts des kommenden Weihnachtsbesuchs der Familie ein guter Grund, zu grübeln: An welchen Vorurteilen gegen Berlin ist was dran – und welche sind einfach Quatsch?
Kiekste
Der Tiergarten, adventsgerecht in der exklusiven Puderzucker-Edition. Herzlichen Dank an unsere Leserin Gabi Geis! Sie haben ähnlich locker-flockiges Bildmaterial aus Berlin (am besten hochaufgelöst) auf der Pfanne? Hier der direkte Draht in unsere Redaktionsbackstube: checkpoint@tagesspiegel.de.
Berlin heute
Verkehr – Mitte: Aufgrund der Veranstaltung „Chanukka Kerzenzünden 2023“ am Brandenburger Tor kommt es zu umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen und Sperrungen, insbesondere rund um den Pariser Platz und die Wilhelmstraße (10-17 Uhr).
Lankwitzer Straße (Lichterfelde): In Richtung Kranoldplatz ist die Fahrbahn zwischen Lorenzstraße und Ferdinandstraße auf einen Fahrstreifen verengt (7-16 Uhr).
Tschaikowskistraße (Niederschönhausen): Sperrung zwischen Grabbeallee und Boris-Pasternak-Weg, Fuß- und Radverkehr frei (bis Freitagabend).
Kreuzung Landsberger Allee/Storkower Straße (Prenzlauer Berg): Im Kreuzungsbereich steht in allen Richtungen nur eine Spur zur Verfügung.
Regionalverkehr – FEX: In der Zeit von 22 bis 6 Uhr werden die Züge der Linie umgeleitet und halten nicht in Ostkreuz. Ein zusätzlicher Halt in Berlin-Hohenschönhausen ist eingerichtet.
Demonstration – Bitte beachten Sie, dass es generell zu kurzfristigen Absagen kommen kann. Heute sind 15 Demos angemeldet (Stand: 6.12., 14 Uhr), u.a. „Warnstreik“: 150 Teilnehmende, Wilhelmstraße (10-14 Uhr)
„Mahnwachen gegen Antisemitismus – Solidarität mit allen jüdischen Bürgern – Für die Vielfalt jüdischen Lebens. Gedenken und Mahnen an die Opfer der antisemitischen Pogrome vom 7. Oktober. Sofortige Freilassung aller von den Islamisten aus Israel verschleppten Geiseln“: 100 Teilnehmende, „Initiative Mahnwache gegen Antisemitismus“, Brunnenstraße (18-20 Uhr)
„Lesung zum Gedenken an die nationalsozialistische – Bücherverbrennung durch Studierende auf dem Bebelplatz“: 49 Menschen, Bebelplatz (16-18 Uhr)
„Freiheit für Julian Assange! Presse- und Meinungsfreiheit als Grundlage für Demokratie und Frieden“: 35 Personen, „Free Assange Berlin“ (18-20 Uhr)
„Protest Postgesetz“: 30 Personen, Gewerkschaft Verdi, Ku’damm (8.30-10 Uhr)
Gericht – Weil er eine Studentin in einem Lehrsaal attackiert und beraubt haben soll, muss sich ein 36-Jähriger verantworten. Die Frau habe am Klavier gesessen und geübt, als der 36-Jährige unter Vorhalt eines Messers die Herausgabe von Geld verlangt haben soll. Als sie um Hilfe rief, habe er sie durch Stiche verletzt und geschlagen (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 736).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Meine Lieblingsvizecousine Silke Biester hat heute schon wieder Geburtstag, ohne auch nur ein Jahr älter zu werden. Herzlichen Glückwunsch, Dein Fluglehrer aus der Jugendzeit.“ / Nicola Birkner (54), Seglerin und ehem. Vizeweltmeisterin, startet heute für den Verein Seglerhaus am Wannsee / „Lieber Christian, schön, dass es Dich gibt – alles Gute zum 61. Geburtstag! Elke, Emilia & Gera“ / Ellen Burstyn (91), amerikanische Schauspielerin, ehemalige Berlinale-Jurorin / Chaya Czernowin (66), israelische Komponistin, Mitglied der Berliner Akademie der Künste / Sigrid Damm (83), Literaturwissenschaftlerin und Autorin („Christiane und Goethe“) / „Meiner lieben Schwester Ingrid Haberland aus Neuenhagen einen dicken Geburtstagskuss“ / „Leif Loyda, geb. am 7.12.1979 im Berlin – bester Vater, Sohn, Bruder und eben Lebenspartner mit seinem ganzen Sein, noch dazu wahnsinnig gutaussehend! Ich wünsche ihm, dass sein Leben nur Momente bereithält, die ihm schönste Erinnerungen bescheren!“ / „Hoch, höher und noch höher lebe das heutige Geburtstagskind, Christine Paetsch-Friese. Möge sie uns weiter mit ihrem strahlenden Lächeln bezaubern.“ / Sebastian Scheel (48), ehemaliger Senator für Stadtentwicklung und Wohnen (Die Linke) / Uwe Vorkötter (70), Journalist und Herausgeber von „Horizont“, u.a. ehemaliger Chefredakteur von Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau / Jürgen Walter (80), DDR-Sänger und Komponist, mehrere Auftritte im Palast der Republik
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Prof. Dr. Andreas Böhne, Professor für Wirtschaftsinformatik / Heinz Dürr, * 16. Juli 1933 in Stuttgart, Gründungsmitglied des Baden-Württemberger in Berlin e.V., langjähriger Vorsitzender und Ehrenvorsitzender
Stolperstein – Paul Peritz Ludwig (Jg. 1868) war Kaufmann und lebte mit seiner Familie im Gardeschützenweg 96 in Lichterfelde. Im Oktober 1942 wurden er und seine Ehefrau Betty nach Theresienstadt deportiert, wo beide kurz darauf ermordet wurden. Heute jährt sich Paul Ludwigs Todesdatum zum 81. Mal. Wenige Tage nach der Deportation ihrer Eltern wurden auch die Töchter Elly und Luise nach Riga verschleppt und dort ebenfalls ermordet.
Encore

Noch 17 Tage bis Weihnachten! Bis zum Fest öffnen wir hier in unserem Adventskalender jeden Tag ein „Erlebnistürchen Berlin“ und verlosen damit Zeit für sich, zu zweit, die Familie oder Freunde.
Hinter Türchen Nr. 7 steckt ein Workshop für zwei Personen im Hygge-Stil: Um es sich zu Hause so richtig gemütlich zu machen, lädt Grimms Garten in seine Gefilde und empfiehlt die Gestaltung eines „Pflanzenbildes“. Das grüne Kunstwerk zum Mitnehmen kann mit Sukkulenten, pflegeleichten Grünpflanzen und verschiedenen Moosen dekoriert werden. Auch für saisonale Feinheiten sowie weitere Materialien und Werkzeug ist gesorgt. Kleine Snacks und Drinks steigern den (Knabber-)Spaß. Wir verschenken zwei Tickets zu je 59 Euro, mit denen Sie und Ihrer Begleitung sich kreativ austoben können und gleichzeitig für eine behagliche Atmosphäre im Eigenheim sorgen.
Wer sich den Einrichtungs-Tipp zu eigen machen möchte, der schreibt uns eine Mail ans Checkpoint-Postfach.
Das Stadtleben für diesen Checkpoint hat Lotte Buschenhagen geschrieben. Lionel Kreglinger hat die Frühproduktion gemanagt. Morgen begrüßt Sie hier Daniel Böldt.
