heute zeigen wir Ihnen im Tagesspiegel exklusiv, wie die Expo 2035 in Berlin aussehen könnte – visualisiert von den weltberühmten Berliner Architekturbüros „Graft“ und „Lava“. Unser Kollege Kevin Hoffmann (hauptamtlich Gitarrist bei der fast ebenso weltberühmten „Checkpoint-Band“) hat außerdem bisher unbekannte Details aus einem Finanzplan der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC einsehen können – demnach würde die Weltausstellung ohne direkte Gelder aus Steuermitteln auskommen.
Die zuvor etwas skeptische Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey hat die Präsentation von „Graft“ und „Lava“ inzwischen ebenfalls gesehen – und gibt sich, auch nach einem Besuch der Weltausstellung in Osaka, im Gespräch mit dem Tagesspiegel mittlerweile überzeugt: „Wir bekommen es hin, eine neue Geschichte von Berlin als Stadt der Freiheit, aber auch als Stadt der Innovation zu erzählen“.
Giffey spricht von einer „Strecke“, die Berlin in den kommenden Jahren gehen könne – ausgehend von der Expo 2035 über eine Internationale Bauausstellung IBA 2036 und dem 800. Stadtjubiläum 2037 bis hin zu Olympischen Spielen 2040. Was für eine Expo vorbereitet werde, könne auch für alles andere genutzt werden, sagt Giffey. Es gehe um einen „Entwicklungshorizont für die nächsten 15 Jahre“ – und auch um internationale Aufmerksamkeit. Ihr Fazit: „Ich glaube, dass es wert ist, sich nochmal anzuschauen, ob man nicht doch diesen Versuch unternimmt“.
Getragen wird das Projekt vom Verein „Global Goals Berlin“ rund um den IT-Unternehmer und ehemaligen IHK-Präsidenten Daniel-Jan Girl – zunehmend unterstützt von Politikerinnen und Politikern aus fast allen Parteien. Stadtweit wirbt der Verein u.a. mit gelben Klavieren für die „Global Goals“, also die Nachhaltigkeitsziele, die mit der Expo-Initiative verknüpft sind.
Es gibt bereits konkrete Ideen für Tegel, Tempelhof, Charlottenburg, Marzahn und Schönefeld – und für „Kiez Labore“, auch auf dem Wasser. Die ganze Geschichte inklusive Visualisierung finden Sie hier unter diesem Link (mit Tagesspiegel-Plus-Abo).
Und DANACH würden wir gerne von Ihnen wissen, was Sie von der Sache halten:

Berliner Weltklasse ist schon mal der BER – jedenfalls in den Kategorien, die Ihnen unser Kollege Stefan Jacobs hier unter diesem Link präsentiert („Fünf Dinge, in denen der Berliner Flughafen besser ist als andere Airports“).
Zum 5. Eröffnungstag des BER in dieser Woche haben wir prominente Akteure von damals und heute zu Ihrer Sicht auf unseren Lieblingsfluchhafen gefragt. Heute: Michael Müller, früher Regierender Bürgermeister (2014-2021) und Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft (2015-2017).
Wo waren Sie, als der BER eröffnet wurde? „Ich war dabei! Die Eröffnung lag in meiner Amtszeit.“
Was ist Ihre Lieblingserinnerung an den BER? „Der Tag, an dem ich in einer Aufsichtsratssitzung Engelbert Lütke Daldrup als neuen Flughafenchef durchsetzen konnte.“
Wie verbringen Sie Ihre Wartezeit am BER? „Wie alle anderen auch.“
Haben Sie am BER schon einmal etwas verloren? Wenn ja, was? „Habe dort noch nie etwas verloren.“
Was würden Sie dem BER zum 5. Geburtstag schenken? „Dass das Bundesverkehrsministerium und die Lufthansa endlich ihre Blockaden aufgeben und deutlich mehr Direktflugverbindungen von Berlin aus zulassen.
Was wünschen Sie dem BER für die nächsten fünf Jahre? „Dass sich immer mehr der eigentliche Name des Flughafens durchsetzt: Flughafen Willy Brandt.“
Morgen im Checkpoint zum BER: Die Antworten von Dietmar Woidke, Ministerpräsident von Brandenburg (seit 2013).
Übrigens: Falls Sie in der Nähe vom BER wohnen und in der vergangenen Nacht trotz Flugverbots ein Brummen gehört haben: Das war die Flugsicherung, die mit einer „recht leisen“ zweimotorigen Propellermaschine vom Typ Beechcraft Super King Air 350 das Instrumentenlandesystem „auf seine Genauigkeit“ geprüft hat.
Jetzt ist es offiziell: Die SPD-Abteilung Südende hat gestern Abend Steffen Krach als Kandidat für den Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf 2 nominiert – und zwar einstimmig. Bei den vergangenen Wahlen war hier Ex-Finanzsenator Matthias Kollatz für die SPD angetreten. Krach will sein Amt als Regionspräsident von Hannover voraussichtlich im März abgeben.
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Apropos Hannover: Was sagen eigentlich die Grünen dazu, dass ihr Parteifreund Belit Onay, Bürgermeister der niedersächsischen Landeshauptstadt, weiter öffentlich seine Bromance mit Krach zelebriert? Im August hatte Onay von den Führungsqualitäten des Sozialdemokraten geschwärmt, jetzt veröffentlichte der Grüne gemeinsam mit Krach bei „Table Media“ einen Beitrag zur Stadtbild-Debatte.
Die Hannoveraner Grünen versichern, die Berliner Grünen hätten ihr volle Unterstützung“. Versierte Zeugnis-Astrologen lesen hier sicher genau: „volle“ ist nicht so dolle wie „vollste“.
Werner Graf, Spitzenkandidat der Berliner Grünen, kommentiert im Gespräch mit dem Checkpoint Onays Äußerungen so: „Darf er doch.“ Ansonst sei er im Urlaub und habe den Beitrag noch nicht gelesen – vielleicht war Graf aber auch zu beschäftigt mit wahlkampftauglichem Katzenknuddeln im Tierheim (hier zu sehen).
Und Nina Stahr, Co-Parteichefin der Berliner Grünen, zeigt sich sogar als Proponentin von parteiübergreifendem Kuscheln: Es sei „völlig normal“, dass Politiker unterschiedlicher Parteien auch mal gemeinsame Texte schreiben, sagt sie dem Checkpoint. Das zeige eben, dass Grüne und SPD gut zusammenarbeiten können – „ganz anders als die sich dauernd streitende schwarz-rote Koalition in Berlin“.
Dass die Grünen und die CDU gerade nicht so gut miteinander können, zeigt sich an der Strafanzeige gegen Bundeskanzler Friedrich Merz in Sachen „Stadtbild“ – der Vorwurf: Volksverhetzung nach Paragraf 130 („Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren“). Wir wollten von der Grünen-Vorsitzenden Nina Stahr wissen, ob sie es wirklich für sinnvoll hält, politische Auseinandersetzungen so auf die juristische Ebene zu ziehen wie ihr Kreuzberger Bezirksverband – ihre Antwort:
„Dass mehrere Betroffene bundesweit den Weg der Anzeige wählen, zeigt, wie verletzend die Aussagen von Merz waren und welchen Schaden sie für unser Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft anrichten. Von einem Bundeskanzler erwarte ich, dass er alle Menschen im Land im Blick hat und für sie alle gute Politik macht – stattdessen spaltet Merz bei jeder Gelegenheit, statt zu verbinden. Dieser Populismus ist eines Bundeskanzlers nicht würdig, er beschädigt damit das Amt.”
Daniel Friedrich Sturm kommentiert die Strafanzeige der Grünen im Tagesspiegel dagegen so: „Wer so agiert, nur bedacht um Empörungs-PR, muss sich fragen lassen, ob er eine weitere Spaltung billigend in Kauf nimmt. Die Kreuzberger Grünen haben jedes Maß verloren, und die Bundes-Grünen sind dabei, die Mitte zu verlieren.“
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Mit dem Aktionstag „Berlin sagt Danke“ sprechen der Berliner Senat und das Abgeordnetenhaus von Berlin allen freiwillig Engagierten ihren Dank aus. Zahlreiche Kultur- und Freizeiteinrichtungen bieten ab dem 3. November 2025 unter berlin-sagt-danke.de hierfür Freitickets und Ermäßigungen für Museums-, Theater-, Kino- und Sportveranstaltungen an.
Haben Grundschulen bei der Anmeldung von Erstklässlern die neue Anwesenheitsregel für heimliche Tests genutzt? Eine Mutter berichtet dem Checkpoint: Ihr Sohn sollte an der Schule am Rüdesheimer Platz seinen Namen aufschreiben und buchstabieren, einen Koffer aufmachen und Gegenstände darin benennen, einen Kreis und ein Haus zeichnen, Wimmelbilder beschreiben, ein Türmchen bauen und sich zum Schluss noch an die Gegenstände im Koffer erinnern.
Einerseits sicher sinnvoll, um einen möglichen Förderbedarf zu checken. Andererseits – ein solcher Test wird nirgendwo angekündigt. Und offiziell darf es ihn auch nicht geben.
„Aussagen, wonach bei der Anmeldung schulische Tests durchgeführt würden, treffen nicht zu“, teilte die Bildungsverwaltung auf Checkpoint-Anfrage mit – das habe man weder veranlasst noch vorgegeben. Einige Schulen verschafften sich jedoch „im Rahmen eines spielerischen Angebots einen ersten pädagogischen Eindruck“. Dieser habe aber keinen Einfluss auf die Aufnahmeentscheidung: „Es findet keine Auswahl von Kindern statt.“
Sicher ist allerdings, dass in Berlin immer mehr Kinder mit massiven Sprach- und Entwicklungsdefiziten in die Schule kommen. Der Verband der Berliner Grundschulleitungen fordert deshalb jetzt eine gesetzliche Möglichkeit des „Verweilens“, also der Wiederholung bereits ab Klasse 1. Der Verband Bildung und Erziehung setzt sogar noch früher an: Er fordert Vorklassen oder eine Kitapflicht. Susanne Vieth-Entus hat die Hintergründe recherchiert – ihren Bericht finden Sie hier.
Haben die Grünen in Charlottenburg-Wilmersdorf eine landeseigene Immobilie kostenlos für die Geburtstagsparty von Lisa Paus genutzt(an der auch Bezirksamtsmitglieder teilgenommen haben)? Für das Bezirksamt, das die Projektarbeit dort mit 50.000 Euro im Jahr fördert, wehrt die Grünen-Stadträtin Kerstin Bauch eine Anfrage aus der BVV (Drs. 0508/6) so ab: „Ob eine Nutzungsgebühr erhoben wurde, ist dem Bezirksamt nicht bekannt.“ Wir haben mal lieber gleich beim Betreiber nachgefragt (Verein Ulme 35), hier die Antwort:
„Mit dem KV der Grünen ist, wie immer bei Vermietungen an Privatleute, Parteien, Organisationen, eine Miete für Raum und Personal vereinbart worden, für das Sommerfest am 19.9. betrug sie 1335,50 € brutto. Sie ist noch nicht bezahlt worden, da wir aus Krankheits- und Urlaubsgründen die Rechnung noch nicht verschickt haben. Dies erfolgt aber in den nächsten Tagen.“
Wäre das also auch geklärt.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Baustart für die Ringbahnbrücke: Morgen beginnt um 22 Uhr am Autobahndreieck Funkturm die erste ganz große Sperrung – es soll 79 Stunden dauern (die Sperrung, nicht der Bau). Zeitplan, Umleitungen, S-Bahn-Ausfälle: Hier steht alles, was Sie wissen müssen.
Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann (Friedrichshain-Kreuzberg) war Teil einer siebenköpfigen Delegation, die sich in Paris nach Ideen für Berlin umgeschaut hat. Vier hat sie mitgebracht, unsere Kollegin Corinna von Bodisco stellt sie Ihnen hier unter diesem Link vor. Formalien: Für vier Teilnehmer der Reisegesellschaft übernahm die EU-Kommission die Kosten („European Urban Initiative“), für drei das Bezirksamt – und unterwegs war die Delegation mit dem Zug.
Zur Frage für Berlinkenner: Knapp 2,5 Millionen Berlinerinnen und Berliner waren wahlberechtigt, 290 haben ihre Stimme abgegeben – worum ging’s? Ok, zugegeben, das ist nicht ganz leicht. Auflösung: Neuwahl der „Feldkoordination“ – die sieben Ehrenamtlichen sollen „als Bindeglied zwischen Verwaltung und Stadtgesellschaft“ auf dem Tempelhofer Feld wirken. Dazu auch die Aufgabe für den Kurs „Mathe mit dem Checkpoint“: Wie hoch war die Wahlbeteiligung? Antworten wie immer an checkpoint@tagesspiegel.de.
Mein Freund der Baum... ist in Berlin immer öfter tot – weil er angegriffen wird: Mit Sägen, Bohrern, Benzin und Glyphosat gehen die Attentäter vor. Trauriger Spitzenreiter ist Spandau – seit Januar 2024 wurden hier mindestens 117 Bäume beschädigt.
Hält der Senat Grundstücke, Fördermittel oder andere öffentliche Ressourcen für den Bau von Bundeswehr-Wohnungen in Reserve? Die militärisch knappe Antwort: „Nein.“ (Quelle: Drs. 19/24021, MdA Alexander King).
Allerdings behält sich die Bundeswehr den TXL-Bereich Tegel Nord als Reservisten vor: Das Verteidigungsministerium hat die Umwandlung für zivile Nutzung bis mindestens 2040 ausgesetzt – die Pläne für eine große Flüchtlingsunterkunft sind damit geplatzt.
Michael Roth, langjähriger SPD-Bundestagsabgeordneter und ehemaliger Staatsminister, tritt bei der FDP auf: Laut Veranstaltungsprogramm der letzten verbliebenen Hauptstadtliberalen stellt er beim „traditionellen Freiheitsempfang“ des Bezirksverbandes Steglitz-Zehlendorf am 19.11. im Hotel Steglitz-International sein neues Buch vor – es heißt „Zonen der Angst“.
Wer feiert denn nun Neujahr am Brandenburger Tor? Sowohl Senat als auch der Verein „Warriors“ hatten hier Partys angekündigt, miteinander geredet wurde offenbar nicht. Jetzt teilt die Polizei auf Checkpoint-Anfrage mit: „Im Rahmen eines Kooperationsgespräches“ hat der Verein zugesagt, „auf die Fläche vor dem Brandenburger Tor bis einschließlich Yitzhak-Rabin-Straße“ zu verzichten – es werde eine „alternative Versammlungsörtlichkeit“ gesucht. Hm… Wie wär‘s mit hinter dem Brandenburger Tor?
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Sachen gibt’s… Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) lobt Pankows Verkehrsstadträtin Manuela Anders-Granitzki von der CDU – die lässt nämlich an der Stargarder Straße Poller einbauen, weil sich zu viele Autofahrer nicht ans Durchfahrverbot halten. Irre. Vielleicht schauen Sie lieber mal nach, ob nicht draußen gerade ein paar Schweine vorbeifliegen...
„Märchenviertel liegt im Dornröschenschlaf“ ist ja wirklich mal eine hübsche Berlinmeldung – Auslöser: Wegen zwei Straßensperrungen gleichzeitig ist es in Köpenick Nord gerade ausgesprochen ruhig.
16 Wochen dauert in Mitte die durchschnittliche Bearbeitungszeit von Anträgen auf Elterngeld – solange müssen die Betroffenen von Berliner Luft und Liebe leben. Einer der Gründe dafür: Von 13,5 vorgesehenen Stellen sind hier nur 8,6 besetzt.
P.s.: Diese Auskunft kostet rechnerisch 514,47 Euro – ein Mitarbeiter der Laufbahngruppe 2 (1. Einstiegsamt) hat dafür laut Stadtrat Christoph Keller 5,5 Stunden à 93,54 Euro recherchiert. (Quelle: Drs. 0583/VI).
Stephan von Dassel, von 2016 bis 2022 Bürgermeister von Mitte, beschäftigt seine früheren Kolleginnen und Kollegen mit unangenehmen Anfragen. So will er u.a. wissen, ob es zutrifft, „dass das Bezirksamt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bundestag auf dem Friedrich-Ebert-Platz – und damit auf dem ehemaligen Mauerstreifen – eine neue (versenkbare) Mauer errichten möchte“. Das Bezirksamt arbeitet noch an einer Antwort. Unser Vorschlag: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Dann wissen jedenfalls alle Bescheid.
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Ist Neukölln eine Oase für Unterhaltsschuldner? Offenbar ja, wie die Antwort des Bezirksamts auf die gleichlautende Anfrage der CDU-Verordneten Elfriede Manteuffel verrät: Das Jugendamt rennt hier fast immer vergeblich dem Vorschuss nach – die „Rückholquote“ beträgt nicht einmal mehr 10%. Eine der Erklärungen lautet: „Gegenwärtig befindet sich die Unterhaltsvorschussstelle in einem personellen Notstand“ – wobei der die Zeitspanne von „Gegenwärtig“ nicht näher erläutert wird (in den vergangenen 5 Jahren lag die Quote auch kaum über 10%).
Was das konkret kostet, weiß das Bezirksamt nicht. Aber wir können ja mal durchrechnen: Derzeit beziehen 4.218 Personen (zu 93% Frauen) Unterhaltsvorschussleistungen in Neukölln. Monatlich beträgt der Unterhaltsanspruch je nach Alter des Kindes zwischen 355 und 520 Euro. Wenn wir im Durchschnitt von 435 Euro ausgehen und von 3800 säumigen Kindspartnern, deren Unterhalt das Amt vorschießt,sind wir bei 1,6 Millionen Euro monatlich und fast 20 Millionen Euro im Jahr – allein in Neukölln. Finanziert wird der Unterhaltsvorschuss zu 60% vom Land und zu 40% vom Bund. Das bedeutet für Berlin also ein Minus von 12 Millionen Euro, das zum Teil vermeidbar wäre, wie jedenfalls das Bezirksamt meint – „wenn genügend Personal vorhanden ist“.
Die Berliner Polizei wächst offenbar über sich hinaus: In der Ausschreibung für neue Einsatzstiefel wird eine Lieferung bis Schuhgröße 50 gefordert – aber die Aufgaben der Ordnungshüter in der Hauptstadt sind ja auch riesig.
Vor der Großgörschenstraße 28 in Schöneberg steht ein ausgebranntes Auto, auf der Motorhaube eine Art Grabgesteck mit Sonnenblumen mit einem pinken Zettel und dem Gedenkspruch: „Unser lieber ‚Willi‘ (Porsche) ist tot! Wir beten für ihn!“ Laut Polizei ist der Cayenne in der Nacht zum 16. Oktober in Flammen aufgegangen. Wenn Sie mehr wissen, also über Willi: Schreiben Sie uns gern an checkpoint@tagesspiegel.de.
Zitat
„London“.
Knappe, aber klare Antwort von Nick Cave in seinem Blog „The Red Hand Files“ auf die Frage, was ihn in den achtziger Jahren dazu bewogen hat, nach Berlin zu ziehen.
Stadtleben
Verlosung – So, falls Sie Ihre neue oder alte Liebe ausführen wollen oder einfach richtig, richtig hungrig sind, hier kommt Ihre Gelegenheit: Wir verlosen einen 150-Euro-Gutschein für Sushi, einzulösen in einer der drei Sticks'n'Sushi-Filialen der Stadt oder online. Bewerben kann man sich unter Angabe des Verwendungszwecks beim CP-Postfach. Die Sushi-Dealer haben bis Freitag außerdem kleine Halloween-Überraschungen für Kids, wir sagen nur versteckte Origami-Geister und Grusel-Lollis. Filialen in Mitte, Tiergarten und Charlottenburg, u.a. Kantstraße 152, So-Do 12-22.30, Fr/Sa 12-23.30 Uhr, S-Bhf Zoologischer Garten
Essen & Trinken – Besuch ist da? Kaum irgendwo trinkt’s sich in Berlin schon tagsüber so gesellig wie bei „Heidenpeters“. Über den Bieren, die seit 2012 im Keller der Markthalle Neun gebraut werden, kann man die Zeit dann schon mal vergessen: Pale Ale, „Pilz“ und wechselnde Saisonbiere. Nie falsch liegt man mit einem jungen Berliner Klassiker: Die „Thirsty Lady“, ein zitrusfruchtiges Blonde Ale, macht auch beim zweiten Glas noch Freude. Mo-Sa 12-20 Uhr, Do bis 22 Uhr, Eisenbahnstraße 42/43, U-Bhf Görlitzer Bahnhof
Noch hingehen – Noch schlimmer als Albträume sind vielleicht diese verstörenden Träume, die sich nur ganz leicht von der Wirklichkeit unterscheiden. So ergeht es Besucher:innen der Ausstellung „Doom Snoozers“. Sie suchen sich als „Träumende“ (keine Sorge: Augen darf man offen lassen) ihren Weg durch bizarre und dystopische Visionen, leider vom Menschen selbst erzeugt. Begleitet wird man dabei von einer virtuellen Siebenschläferin namens Jill; ob das niedlich aussehende Geschöpf einem wirklich wohlgesonnen ist, muss man selbst herausfinden. Diese Halloween-Alternative für Party- und Verkleidungsmuffel öffnet (noch bis So) tgl. 11 bis 19 Uhr, Eintritt frei, Spreepark Art Space, Kiehnwerder Allee 2, S-Bhf Plänterwald
Last-Minute-Lesung – Die angehenden Journalistinnen Karina und Tonya sind sich einig: In Putins Russland können sie nicht leben. Als die Journalistin Anna Politkowskaja ein paar Straßen von ihrem Campus entfernt ermordet wird, wird ihnen klar, dass sie in Moskau keine Zukunft haben. Zwischen Dates, luxuriösen Partys und Prekariat schmieden sie Pläne für eine Flucht nach Europa. Auf der Jagd nach dem Glück wird die Freundschaft der beiden allerdings immer brüchiger. In der Humboldt-Bibliothek spricht die Autorin Maya Rosa mit Wlada Kolosowa über ihren Debütroman „Moscow Mule“. 19.30 Uhr, Eintritt frei, Karolinenstraße 19, U-Bhf Alt-Tegel
Grübelstoff – Wie neidisch sind Sie – auf einer Skala von null bis zehn – auf die brandenburgischen Nachbarn? Die stehen heute ja quasi schon mit einem Bein im langen (Reformationstag-)Wochenende. Oder bewegen Sie sich nach dem Motto „Man muss auch gönnen können“ großzügig durchs Leben?
Kiekste
Schrottreife Straßenkunst mit Schürze. Aus der Knautschzone Wedding. Dank an Leser Norbert Scharbach! Weitere Bilder gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Zimmerstraße (Mitte): Heute und Donnerstag ist die Straße jeweils von 7 bis 17 Uhr in beiden Richtungen zwischen Axel-Springer-Straße und Jerusalemer Straße für den Kfz-Verkehr gesperrt.
Beusselstraße (Moabit): Die Straße ist bis Donnerstagvormittag in beiden Richtungen zwischen Erasmusstraße und Kaiserin-Augusta-Straße/Alt-Moabit für den Kfz- und Radverkehr gesperrt.
An der Wuhlheide (Oberschöneweide): Bis Anfang November wird die Fahrbahn in beiden Richtungen Höhe Firlstraße jeweils auf einen Fahrstreifen verengt.
Prenzlauer Promenade (Pankow): Stadtauswärts steht zwischen Arnold-Zweig-Straße und Binzstraße nur ein Fahrstreifen zur Verfügung (bis Freitag).
Am Treptower Park (Plänterwald): Bis Mitte Dezember steht zwischen Klingerstraße und Bulgarische Straße nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Regionalverkehr – RE2: Die Züge der Linie fallen von 21.30 bis 0.30 Uhr zwischen Hennigsdorf (b Berlin) und Zoologischer Garten aus.
Demonstration – Für heute sind 13 Demos angemeldet (Stand 28.10., 17 Uhr), u.a. „Mahnwache gegen den Faschismus“: 100 Menschen, Platz der Märzrevolution (0-24 Uhr)
„SOLIDARITÄT MIT PALÄSTINA KEINE WAFFENLIEFERUNGEN AN ISRAEL KRIEGS VERBRECHEN VOR GERECHT [sic!]“: 150 Menschen, Alexanderplatz (15-17 Uhr)
„UN stärken – US-Blockade gegen Kuba aufheben (...)“: 40 Demonstrierende, Netzwerk Kuba, Werderscher Markt 1 (16-19 Uhr)
„Lesung der Namen von Opfern stalinistischer Repression“: 50 Teilnehmende, Memorial Deutschland, Steinplatz (17-19 Uhr)
„Feier und Kundgebung anlässlich des 102. Jahrestages der Türkischen Republik (...)“: 200 Menschen, BETAK e.V., Breitscheidplatz, Adenauerplatz (17.30-20 Uhr)
Gericht – Weil er als ertappter Fahrraddieb den Eigentümer mit einem Turnschuh attackiert haben soll, kommt ein 31-Jähriger auf die Anklagebank. Er habe auch mit dem Einsatz eines Messers gedroht. Dem Mann wird schwerer räuberischer Diebstahl und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A817).
Universität – Unterstützt von der Humboldt-Universität findet heute im Literarischen Colloquium Berlin die „Nacht der unerschossenen Gedichte“ statt. Beginn ist um 19.30 Uhr, Am Sandwerder 5 (Eintritt frei)
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Liebster Edwin, ich wünsche Dir einen gelungenen Geburtstag, Gesundheit und viele gemeinsame schöne Momente in Deinem neuen Lebensjahr. Es war unsere beste Entscheidung im Ruhestand und mit zunehmendem Alter, nach Berlin zurückzuziehen (...). Danke Dir für 38 Jahre durch Höhen und Tiefen, in Liebe, Deine Manka“ / Bettina Flitner (64), Fotografin („Frauen mit Visionen“), und Autorin („Meine Schwester“) lehrte an der Kunsthochschule Weißensee / „Meinem absoluten Lieblingsmenschen Hajo wünsche ich für das neue Lebensjahr Glück, Gesundheit sowie viele schöne Momente! Deine Frau“ / Antonia-Johanna Halverkamps (25), Fußballerin, spielt bei Union Berlin / „Unsere wunderbare Patentochter Sophie Kölsch feiert heute ihren Geburtstag! Es gratulieren allerherzlichst die A. bis F. G.s aus dem fernen Spandau!“ / „Meinem lieben Mann Peter alles Liebe zum Geburtstag dankbar für die stete Fürsorge Karin“ / „Liebe Ruth, du bist ein ganz wunderbarer Mensch - wir sind dankbar dafür, dass wir zum Kreise deiner Angehörigen zählen und an deinem Leben teilhaben dürfen. (...) Nun wünschen wir dir zu deinem 95. Geburtstag alles, alles Gute, Gesundheit und weiterhin ein schönes, erfülltes Leben (...) Christian, Conny und Max H.“ / Tino Schopf (51), Politiker (SPD), MdA, bis 2023 Berliner Staatssekretär für Wirtschaft / „Liebe Suse, mit 53 von Berlin aufs Dorf. Fuchs, Hase und Klaus wünschen Happy Birthday!“ / Claudia Sünder (56), bis 2020 die Sprecherin des Berliner Senats, selbständig in der Kommunikations- und Strategieberatung, 2023 kürte der Tagesspiegel sie zu einem der „100 wichtigsten Köpfe der Berliner Wirtschaft“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Ulrike Eichhorn, * 18. April 1959, verstorben am 19. Oktober 2025 / Prof. Dr. Karl-Heinz Jacob, * 10. März 1940, verstorben am 13. Oktober 2025 / Friedemann Mittenentzwei, * 12. Februar 1960, verstorben am 2. Oktober 2025 / Christian Raschke, * 10. Januar 1957, verstorben am 8. Oktober 2025 / Marlene Wilde (geb. Vogel), * 10. Mai 1928, verstorben am 8. Oktober 2025
Stolperstein – Alfred Goldstaub wurde am 12. Januar 1912 in Schöneberg geboren. Er studierte Medizin und promovierte, aber der Titel wurde ihm auf Basis der antisemitischen Bestimmungen des Reichsbürgergesetzes aberkannt. Alfred ging daraufhin in die Schweiz, wo ihm 1938 erneut der Doktortitel verliehen wurde. Als seine geplante Emigration in die USA misslang, kehrte er nach Berlin zurück, wo er eine Zeit lang unbezahlt im Jüdischen Krankenhaus arbeitete. Am 26. Oktober 1942 wurde er nach Lettland verschleppt und drei Tage später in der Nähe von Riga erschossen. An Dr. Alfred Goldstaub erinnert ein Stolperstein Unter den Linden 6 in Mitte.
Encore
Das hatten wir noch nicht beim Betriebsstörungsbingo: Im ICE 1051 nach Berlin ging wegen Steinschlags eine Scheibe zu Bruch, die geklebt werden musste – in Stadthagen dann nach einiger Wartezeit die Durchsage: Es sei bisher nicht möglich gewesen, den Scheibenkleber aus der Verpackung zu bekommen – „so blöd dies auch klingt”. Eine halbe Stunde später die Durchsage: „Eine Frau mit magischen Händen“ habe die Verpackung öffnen können – großer Jubel! Und weiter ging’s (berichtet von Checkpoint-Leserin Dana Heitz).
Magische Hände (und ein ebensolches Köpfchen) hatten heute mal wieder Valentin Petri (Recherche), Antje Scherer (Stadtleben) und Jennifer Katona (Produktion). Morgen früh kleben hier Christian Latz und Sönke Matschurek zusammen, was zusammengehört.
Bis dahin,
