zum Ende der Woche sendet CP-Redakteurin Ann-Kathrin Hipp Urlaubsgrüße aus dem Norden von Italien: „Checkpoint geht hoch hinaus: Genau genommen 1373 Meter auf den Zucco di Sileggio am Comer See.“ Bis Montag, liebe Ann-Kathrin, Berlin ist auch schön!

Beach, Berge oder Balkonien – nehmen Sie uns mit! An dieser Stelle zeigen wir während der Sommerferien, wo Sie gerade den Checkpoint lesen. Schicken Sie uns ein Foto mit einem Satz zum Urlaubsort an checkpoint@tagesspiegel.de.
Delta rollt an, aber die Kinder werden nicht geimpft – da braucht es nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, welche Andenken nach den Ferien in den Kitas ausgetauscht werden. Luftreiniger könnten helfen, zumal dann, wenn es für offene Fenster vom Herbst an zu kalt wird. Der Senat hatte deshalb am 9.2.21 eine öffentliche Finanzierung solcher Geräte auch für Kitas angekündigt und erklärt, dass er ebenso die private Anschaffung durch Elternspenden oder Fördervereine unterstützt.
Soweit zur Theorie.
Und jetzt bitte anschnallen für die Landung in der Berliner Realität: Besorgte Eltern baten den Berliner Kita-Eigenbetrieb „SüdOst“ um die Beschaffung solcher Luftreiniger – und boten ersatzweise auch gleich eine Eigenfinanzierung an. Doch die Stadträte Gernot Klemm (Treptow-Köpenick, Linke) und Falko Liecke (Neukölln, CDU), der eine Aufsichtsführender von „SüdOst“, der andere Vorsitzender des Verwaltungsrats, husteten den Eltern was. Auch im Namen seines Kollegen Liecke schrieb Klemm in einer Mail, die dem Checkpoint vorliegt, dass „eine Beschaffung von Luftfiltergeräten nicht erfolgt“.
Die Begründung ist atemberaubend:
„Die Beantragung von Fördermitteln wäre sicher möglich, würde jedoch nur einen Teil der Kosten abdecken und nicht alle Kitas könnten vollständig ausgestattet werden. Seit Gründung des Eigenbetriebs hat aber die Gleichbehandlung aller unserer Kitas in Neukölln und Treptow Köpenick oberste Priorität.“
Mit anderen Worten: Wenn die Rettungsringe nicht für alle reichen, werden eben gar keine aus der SOS-Kabine des sinkenden Schiffs geholt. Und weiter im Text:
„Auch wenn das Lüften, in Anwesenheit der Kinder, sich als schwierig herausgestellt hat, so bleibt es aber alternativlos. Es darf daher durch das Aufstellen von Luftfiltern keine Sicherheit suggeriert werden.“
Und nochmal zurück aufs sinkende Schiff: Der Kapitän lässt die Rettungsringe auch deshalb in der Kiste, damit die Leute endlich mal schwimmen lernen – und sei es im stürmischen Ozean.
Die Eltern versuchten daraufhin, gemeinsam mit dem Förderverein ihrer Kita durch private Spenden zumindest für einzelne Gruppenräume als Pilotprojekt genau solche Luftreiniger anzuschaffen, die den Vorgaben des Senats entsprechen (z.B. das Gerät „AirCo2ntrol“ der Firma Kemper). Die Kita-Leitung fand das super, doch auch diesmal verweigerte sich der Träger, der Berliner Eigenbetrieb „SüdOst“ – hier die Begründung (per Mail, liegt dem Checkpoint ebenfalls vor): „Diese vereinzelte Ausstattung einzelner Gruppenräume, sowohl in einer Kita, als auch auf alle Kitas unseres Eigenbetriebes bezogen, führt zur Ungleichbehandlung von Kindern und Erzieher*Innen.“ Was für eine kranke Logik: Wenn schon die einen Corona bekommen, dann sollen es auch alle haben. Hoffentlich ist dieser Unsinn nicht ansteckend.
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„Plagiat oder Mittelfinger?“, fragt der SPD-Abgeordnete Sven Kohlmeier – gemeint sind zwei Antworten der Verkehrsverwaltung, eine von Juli 2020, eine von Juni 2021, eine mit dem Titel „2 Jahre Mobilitätsgesetz: Wat bewegt sich in Berlins City und Außenbezirken?“, die andere mit dem Titel „3 Jahre Mobilitätsgesetz: Wat bewegt sich in Berlins City und Außenbezirken?“. Quintessenz: Offenbar hat sich nicht viel bewegt in einem Jahr – etwa die Hälfte beider Texte ist identisch. Den Rest fasst Kohlmeier so zusammen: „Aufschlüsselung ist nicht möglich“, „Abstimmungen laufen derzeit“. Es kommentiert Loriot: „Ja wo laufen sie denn, wo laufen sie denn hin?“
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Neuer Status von Beuth-Präsident Werner Ullmann: im Amt entmachtet. Die Hochschule soll künftig von einem „Runden Tisch“ aus regiert werden, an dem vor allem die acht Dekane das Sagen haben. Das Präsidium könnte dann keine Entscheidung mehr allein treffen – auch nicht über den Haushalt oder die Verträge mit dem Senat. In der Akademischen Versammlung wurde gestern zwar nicht über die Ablösung Ullmanns abgestimmt (es fand sich kein Gegenkandidat), aber seine Opponenten machten klar, dass sich das schnell ändern könnte, wenn die Gründung des neuen Gremiums nicht bis zum Beginn der Semesterferien am 17.7. eingeleitet wird. Mit einer „wohlwollenden Prüfung“ der Forderung, wie von Ullmann angekündigt, werden sich die Dekane jedenfalls nicht zufriedengeben.
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Das Abgeordnetenhaus hat nicht mehr alle Tassen im Schrank – die Verwaltung vermisst vor allem folgende Einzelteile und bittet um Rückgabe („kurzfristig“):
- flache Teller (klein und groß) der Marke ‚Eschenbach‘
- tiefe Teller (groß) der Marken ‚Eschenbach‘ und ‚Saturnia‘
- Suppenschalen (klein und groß) der Marke ‚Eschenbach‘
- Kaffeetassen und Untertassen der Marke ‚Eschenbach‘
- Cappuccinotassen der Marke ‚Olympia‘
- Latte-Macchiato-Gläser ohne Markenprägung
- Ballon-Gläser (für Obst / Desserts) der Marke ARC
Verschwunden ist außerdem jede Menge Besteck – falls also von den Damen und Herren jemand den Löffel abgeben will…
Berliner Schnuppen
Telegramm
Hier können Sie mal sehen, wie um Mitternacht auf wundersame Weise innerhalb von 10 Sekunden die Bürgeramtstermine eines ganzen Tages von der Buchungs-Website verschwinden – Kommentar eines verzweifelt Suchenden: „Ich liebe diese Stadt, aber was für eine traurige und erbärmliche Bürokratie.“
An der Berliner Bürokratie verzweifelt auch eine junge, alleinstehende Mutter, die kurz vor der Entbindung in der Charité positiv auf Corona getestet wurde. Die Folgen: Nach der Geburt isoliert, bis zur Entlassung keine Möglichkeit, das Kind bei der Geburtenmeldestelle anzumelden, vorerst keine Geburtsurkunde, kein Mutterschaftsgeld, kein Elterngeld, kein Kindergeld, kein Kinderzuschlag, kein Überbrückungsgeld.
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Heute möchte ich über Probleme sprechen die ich durch eine Corona Infektion zur Geburt habe.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Ich hab nachgedacht ob ich es teilen möchte und denke das solche Fälle gelesen werden sollten damit sichtbar ist wie schlecht das Management der Pandemie z.T. ist!
Gern Retweet!
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Anruf beim Standesamt Mitte: „Die Geburt ist noch nicht im PC.“ Die junge Mutter möge sich in 14 Tagen wieder melden – und sich im Anschluss auf eine Wartezeit von weiteren 12 Wochen einstellen.
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Endlich wieder Kino!
Mit ICH BIN DEIN MENSCH von Maria Schrader.
Weltpremiere im Wettbewerb der Berlinale, ausgezeichnet mit dem Silbernen Bären.
Jetzt hier im Kino: b-ware! ladenkino, Blauer Stern, Capitol Dahlem, Cinema Paris, CinemaxX, Delphi LUX, FAF, Kulturbrauerei, Rollberg, Sputnik, Thalia Potsdam, Tilsiter, Toni, Union, YORCK.
Die Geschichte des Erlkönigs als Vorbild für den Namen des Berlkönigs war keine so gute Idee – ächzend kommt er an sein Ende (spätestens 2022). Doch es gibt neue Pläne für einen Rufbus, der sogar bis zum östlichen Stadtrand fährt. Christian Latz hat einen exklusiven Einblick bekommen, seinen Bericht finden Sie hier.
Vom Staat bezahlte „Bürgertests“ sind ein gutes Geschäft für die Anbieter – aber die Konkurrenz ist hart. Doch die „Teststelle Berlin Mitte 3“ hat da eine coole Idee: Wer sich in der Nase bohren lässt, bekommt gratis ein Eis dazu (hier zu sehen). Bei der Gewinnspanne (12 Euro plus 6 Euro fürs Material) dürfte das locker drin sein.
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Bei aller Kritik an einigen Testzentren, eines geht nicht: dass die KV die Zahlungszusagen („in der letzten Woche des Monats“) nicht einhält und stattdessen um „noch ein wenig Geduld“ bittet – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Wattestäbchen müssen ja auch irgendwie bezahlt werden.
Die Zukunft der Urania steht nicht mehr in den Sternen: Der Senat stellt 42,75 Mio. Euro für die Sanierungdes Wissenschaftszentrums zur Verfügung (der Bund zahlt die andere Hälfte). Direktor Ulrich Weigand will die Urania zu einem nationalen Bürgerforum für Demokratie und Vielfalt, Wissenschaft und Umwelt erweitern.
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Jetzt neu im Kader: Unsere Volltreffer, Halbzeit-Erfrischer und Grillbegleiter! Entdecken Sie unsere limitierten EM-Editionen, edlen Brände und erlesene Feinkost im Tagesspiegel-Shop.
„Die letzten Reporter“ heißt eine neue Film-Doku über Lokaljournalismus – und gleich nach der Premiere heute Abend um 20:15 Uhr im Kino Eva Lichtspiele in Wilmersdorf diskutiert Julius Betschka mit Regisseur Jean Boué darüber, wie Lokaljournalismus heute aussehen muss, damit aus den letzten Reportern die ersten werden. (Hier geht’s zu den weiteren Infos und zu dem Trailer).
„Mit Fakten dringt man im Moment kaum durch“, sagt Brigitte Knopf, Generalsekretärin des Berliner Thinktanks MCC, in der neuen Ausgabe unseres Klimapodcasts „Gradmesser“. Welches die größten Irrtümer sind, wie Union und SPD eine echte Chance verschenkt haben und wo es besser läuft: Hier ist es zu hören.
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"A world without hunger is possible. Let’s act now!" - Dr. Gerd Müller, German Federal Minister for Economic Cooperation and Development at our 5th World Food Convention on June 24th. Together with our guests and global leading experts we discussed how the growing population of the planet can be fed in a fair and sustainable manner.
Have a look online!
Die Korrektur zur Meldung „Andreas-Quelle“ versiegt (CP von gestern) überlassen wir an dieser Stelle Sara Lühmann, Pressesprecherin des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg: „Ich weiß ja, dass Friedrichshain für die Medien quasi nicht existiert und unser Bezirk für Journalist*innen eigentlich nur aus Kreuzberg besteht. Aber das Andreas-Gymnasium „in der Nähe des Ostbahnhofs“ ist trotzdem in Friedrichshain, lieber Checkpoint.“
Und das stimmt, wie auch die Grünen-Abgeordnete Marianne Burkert-Eulitz bestätigt: „Yupp, die Tropfsteinhöhle gab es im damaligen Friedrichshain bei meinem Schulbesuch schon zu noch DDR Zeiten, also nix Kreuzberg, wenn dann richtig Friedrichshain-Kreuzberg.“
Wir haben gleich mal nachgezählt, wie das Verhältnis der beiden Bezirksteile im Checkpoint bisher so war, und tatsächlich: Friedrichshain kommt auf 830 Erwähnungen, Kreuzberg auf 1355. Aber was soll’s, Friedrichshain oder Kreuzberg oder Friedrichshain-Kreuzberg: egal – Hauptsache Mitte (aber nur die Luisenstadt!).
Nachtrag zum Tweet des Tages von gestern („Schade, dass es kein Münchenchen gibt)“: „Die Stadt ist schon im Diminutiv“, schreibt Hannelore Knott und fragt: „Wo ist Mün?“. Und Tilmann Liess weist auf die Ortschaft „Kleinmünchen“ im niederbayerischen Rottal sowie auf den Linzer Stadtteil Namens „Kleinmünchen“ hin. Na bitte, Berlinchen von Wittstock an der Dosse – Du bist nicht allein!
Zitat
„Zuhören, entscheiden, handeln.“
Wahlplakat von Gerhard Schröder, 1994.
„Zuhören. Entscheiden. Handeln.“
Wahlplakat von Armin Laschet, 2017.
Tweet des Tages
Gehe jetzt in die Politik damit endlich mal jemand meine Abschlussarbeit liest.
Stadtleben
Stadt – Und wir kaufen ein „S“ wie Schhhhhhhhfiuhhhhhhh! Dass dieses Geräusch, das früher mal über die Stadt hinwegdüsende Flieger machten, weg ist, hat ja eine Menge Vorteile. Aber auch einen Nachteil: Von oben herab kann man auf das Treiben in Berlins Straßen nun nicht mehr so ohne Weiteres schauen. Der Bildband „Mitte von oben“ des Autorenduos Goebel / Mauersberger macht das wieder möglich, und zwar mit einem Dreh, den Google Earth nicht bietet: Hier werden aktuelle Luftbilder historischen Fotografien, vor allem aus dem Jahr 1933, gegenübergestellt. Die Neuauflage ist im Lukasverlag gegen 24,90 Euro erhältlich.
Land – Wer sich in der brandenburgischen Wildnis westlich von Berlin als Großstädter:in seltsam einsam fühlt, findet heute Abend Halt in der Stadt Brandenburg. Und das nicht nur, weil diese Stadt eben eine Stadt ist, sondern weil dort um 20 Uhr auf der Freilichtbühne Marienberg ein Berliner, nämlich Wladimir Kaminer, aus seinem aktuellen Berliner Buch mit dem zum Wetter passenden (aber ganz anders gemeinten) Titel „Der verlorene Sommer“ liest. Tickets kosten 22,49 Euro im VVK.
See – Ein unscheinbarer Flecken intakter Natur liegt gleich am S-Bahnhof Hegermühle, kurz vor Strausberg: Vom dichten Dickicht verhüllt und nur an wenigen Uferstellen aus wirklich zu sehen, ruht der Herrensee. Eine gemütliche Umrundung dauert etwa 45 Minuten, wer mehr Zeit mitbringt, folgt dem Annafließ Richtung Strausberg oder ruht sich im Ruheforst auf der Südseite des Sees aus, während eine frische Brise vom Wasser her für Wohlfühlklima sorgt. Nichts für Sonnenuntergänge, Badevorhaben und schon gar nicht Partyärm jeglicher Art, zeigen sich leise und verantwortungsvoll Schleichenden hier dafür noch vereinzelt Blindschleichen und Ringelnattern.
Familie – Denkt man an Kinder und Kunst, hat man schnell den eigenen Schulunterricht vor Augen, der selten über Pinsel, Leinwand und etwas Geschichte hinausging. Einen komplett anderen Ansatz verfolgt das Projekt „Takeover“ am Gropius Bau. Hier werden Kinder an die vielen Tätigkeiten hinter den Kulissen der Ausstellungswelt herangeführt und kuratieren sogar Ausstellungen. So haben Schüler:innen der Weißenseer Picasso Grundschule unter dem Titel „Plastik hört auf Pilz“ eine Soundinstallation von Roberta Busechian und Tue Greenfort für den Südplatz des Gropius Bau erkoren, die fragt, ob man Natur eigentlich wachsen hören kann. Noch bis 29. August, Mi bis Mo von 10 bis 19 Uhr.
Tier – Wussten Sie eigentlich, dass die handgroße Fangschrecke Mantis religiosa, auch als Gottesanbeterin bekannt, bereist länger in Berlin heimisch ist, als ein Großteil heutiger Clubgänger:innen? Erstmals 1998 zufällig im Schöneberger Naturpark Südgelände gesichtet, scheint sie sich in hiesigen Gefilden pudelwohl zu fühlen. Gerade in Juni und Juli ist die ausgewachsene, aber hervorragend getarnte Schrecke mit etwas Glück zu sehen. Nur stören sollte man das spektakuläre Insekt nicht – es weiß sich nicht nur blitzschnell zu wehren, sondern steht auch auf der Roten Liste gefährdeter Arten.
Genuss – Es soll ja eine Zeit gegeben haben, in der Zahnärzte den abendlichen Apfelverzehr dem Einsatz der Zahnbürste vorzogen. Wer dem nacheifern will – was wir keineswegs empfehlen – sollte bedenken, dass die alten Apfelsorten heute kaum noch zu bekommen sind und die Neuen den gewünschten Effekt womöglich nicht erbringen können. Will man es richtig angehen, besucht man daher besser die Schöneberger Apfelgalerie (Goltzstraße 3, 11 bis 19 Uhr), die mit rund 200 Apfelsorten, inklusive der guten Alten und vielen Raritäten, ein völlig einmaliges Angebot nebst Expertise bieten dürfte.
Soundtrack des Tages – Der Synthesizer war für die Komponistin Eliane Radigue (Jg. 1932), wie sie sagt, ein Ausweg aus der männlich dominierten Welt der Orchester. Zahlreiche Frauen eroberten in ihrer Folge die Technik und prägten die elektronische Musik. Das Festival Heroines of Sound, bis 4. Juli im Radialsystem, erinnert mit Wiederaufführungen alter Stücke sowie Uraufführungen an die Pionierleistungen der Frauen, hier entlang zum Programm. Zum Mitnehmen oder zu Hause Hören empfehlen wir die Live-Improvisation „A Sonic Womb“ von Suzanne Ciani, die perfekt zum nasswarmen Wetter passt.
Berlins Spitzenkandidat:innen-Check
5 x 1: Bis zur Abgeordnetenhauswahl stellen wir den Spitzenkandidat:innen von CDU, FDP, Grüne, Linke und SPD jede Woche eine Frage, die sie mit nur einem Foto beantworten dürfen. Diese Woche: Wie werden Sie Berlin retten? Zum Wochenabschluss antwortet Sebastian Czaja (FDP).
Foto: FDP Berlin
Berlin heute
Verkehr – A10 (Nördlicher Berliner Ring): Ab 22 Uhr Sperrung in Richtung Dreieck Barnim (Frankfurt/Oder) am Dreieck Pankow sowie in Richtung Dreieck Havelland (Hamburg) zwischen Dreieck Barnim und Dreieck Pankow.
Grünau: Am Strandbad Grünau kann es aufgrund einer Veranstaltung von 12 bis 0 Uhr zu Verkehrseinschränkungen auf der Sportpromenade kommen.
Hellersdorf/Mitte: Zwischen 17.30 und 22 Uhr schränkt ein Korso den Verkehr in der Gegend Hellersdorfer Straße, Frankfurter Allee, Karl-Marx-Allee, Spandauer Straße, Dircksenstraße, Rosa-Luxemburg-Straße ein.
Lindauer Allee und Großkopfstraße (Reinickendorf): In beiden Richtungen steht abschnittsweise nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Martin-Luther-Straße (Schöneberg): Stadteinwärts steht von 6 bis 20 Uhr nur ein Fahrstreifen zwischen Grunewaldstraße und Rosenheimer Straße zur Verfügung.
Uhlandstraße (Wilmersdorf): Vollsperrung der Fahrbahn zwischen Lietzenburger Straße und Ludwigkirchstraße.
Nahverkehr: Die Linien S45 und S46 verkehren nicht zwischen Hermannstraße und Südkreuz. Die Linie S47 verkehrt ab 22 Uhr nicht zwischen Schöneweide und Hermannstraße. Der RE1 verkehrt ab ca. 22 Uhr bis 9. Juli nicht zwischen Werder (Havel) und Charlottenburg.
Demonstration – Zwischen 15.30 und 22 Uhr ziehen ca. 2000 Teilnehmende gegen Rassismus vom Brandenburger Tor zum Spreewaldplatz mit Zwischenstopps an Zietenplatz und Oranienplatz. Anmelder ist Black Lives Matter Berlin. Angemeldet von der Alevitischen Gemeinde mahnen etwa 500 Teilnehmende von 16 bis 20 Uhr beim Protestmeeting am Oranienplatz an das 1993 verübte Sivas-Massaker. Von 16 bis 21 Uhr findet die vom Geradedenken Kollektiv angemeldete „Fridays for Future Tanzdemo“ auf dem Tempelhofer Feld mit 500 Teilnehmenden statt. Samstag: An der Hasenheide 17 demonstrieren etwa 150 Teilnehmende von 13 bis 16 Uhr anlässlich des „Start der ersten Phase des Volksbegehrens, Berlin bis 2030 klimaneutral zu machen, zur Änderung des Berliner Energiewendegesetzes und die Anpassung an die Vereinbarungen des Pariser Klimaschutzabkommens“, angemeldet von klimaneustart.berlin. Vom Platz des 18. März ziehen etwa 500 Teilnehmende von 14 bis 17 Uhr unter dem Motto „Freiheit ist nicht verhandelbar für Solidarität“ (sic!) durch das Regierungsviertel. Anmelder ist der „Patriotische Widerstand Thüringen/Sachsen“. Der „Patriotische Widerstand Deutschland“ hält zugleich mit etwa 900 Teilnehmenden am Platz des 18. März von 12 bis 18 Uhr Wache. Sonntag: Von 12 bis 19 Uhr veranstaltet die Partei Die Basis ein multikulturelles Friedensforum mit Podiumsdiskussion am Olympischen Platz mit etwa 250 Teilnehmenden. Von 15 bis 22 Uhr hält der Anmelder Mahnwache für den Frieden mit etwa 50 Teilnehmenden „Mahnwachen für den Frieden, für Gerechtigkeit, für Freiheit“ zwischen Pariser Platz und Lustgarten ab.
Gericht – Einem mutmaßlichen Drogenhändler wird der Prozess gemacht. Der 26-Jährige soll in seiner Wohnung rund 16 Kilogramm Amphetamingemisch sowie Cannabis und Kokain gebunkert haben (12.40 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 504).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Todd Jonathan Fletcher, „Komponist und Musiker, Direktor vom PluralArts International, wo er tausende von Kindern und Jugendlichen aus der ganzen Welt zusammenbringt“ / „Herzliche Glückwünsche an Amélie Gebhard, Maskenbildnerin, Künstlerin, angehende Astrologin und vieles mehr! Viel Glück und viel Segen!“ / „Herzlichen Glückwunsch Ulla Lams, meiner charmanten Nachbarin, Hans-Joachim Melchior“ / Norbert Lingfeld, „Gartenfreund, leidenschaftlicher Deutschlehrer und Paddler in brandenburgischen Gewässern“ / Markus Löning (61), Unternehmensberater, ehem. Landesvorsitzender der FDP Berlin (2004-09), ehem. Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe (2010-14) / Gert Neumann (79), Schriftsteller / Antje P., „feiert den ersten Geburtstag nach überstandener Krankheit. Herr Mausi gratuliert.“ / Iris Radisch (62), Journalistin und Autorin, Leiterin des Feuilletons der ZEIT / Hanns-Fred Rathenow (78), Professor für Fachdidaktik Sozialkunde an der TU Berlin / Martin Rennert (67), Ex-UdK-Präsident, Mitglied des Vorstands der Einstein Stiftung / Detlef Soost (51), Tänzer und Choreograf / Robert Thalheim (47) Theater- und Filmregisseur
Sonnabend – Gedeon Burkhard (52), Schauspieler / Thomas Flierl (64), ehem. Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur, ehem. für die Linke im AGH / Oliver Friederici (51), für die CDU im AGH / Jana Hensel (46), Journalistin / Gideon Joffe (49), Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin / Natascha Keller (44), Spielerin beim Berliner Hockey-Club / Joochen Laabs (84), Schriftsteller / Peter Mussbach (72), Regisseur / Gordon Schenk (55), „Weltbeste Reisebegleitung und Liebe meines Lebens. Alles Gute, mein Herz! Sonja“ / Peter Ruzicka (73), Komponist und Dirigent
Sonntag – Alpa Gun (41), Rapper / Brigitte Maria Bertele (47), Regisseurin und Schauspielerin / David Kross (31), Schauspieler / Wolf von Lojewski (84), Fernsehjournalist / Birgit Meineke (57), Schwimmerin in der DDR / Cornelia Schleime (68), Künstlerin / Sebastian Turner, Medienunternehmer, ehem. Herausgeber und Mitgesellschafter des Tagesspiegels / „Liebe Marika, Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Ich wünsche dir viel Kraft! Fühle dich umarmt von deiner Fränzi“ / „Herzliche Geburtagsgrüße para chica Nadine vom AIDA-Veteran“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Brunhild Afflerbach, * 28. März 1936 / Hanna Eilers, * 28. November 1919 / Klaus Mueller, * 12. September 1951 / Dr. Edmund Schnabel, * 13. November 1933 / Dr. Ulrich Stein, * 5. Mai 1937 / Achim Stolle, verstorben 2021, Schulleiter der Riesengebirgs-Schule
Stolperstein – Ernst Liebermann (Jg. 1901) wurde an einem unbekannten Ort im September 1941 verhaftet und in das KZ Buchenwald deportiert, wo er heute vor 79 Jahren ermordet wurde. Vor und während des Zweiten Weltkriegs lebte er bei der Kaufmannsfamilie Werner in der Droysenstraße 15 in Charlottenburg, wo ein Stolperstein an ihn erinnert.
Encore
Unsere virtuelle Weltreise führt uns heute nach Berlín, El Salvador (Departamento Usulután). Größter Unterschied zu Berlin, Deutschland: Bei uns wird Kaffee getrunken, dort wird er produziert. Einwohner: ca. 30.000. Lage: 1020 m über dem Meeresspiegel. Entfernung zur Hauptstadt San Salvador: 112 km. Aussicht: von den umliegenden Bergen bis zum Pazifik. Katastrophen: Erdbeben, Stürme, Erdrutsche, Überschwemmungen. Lieblingstiere: Rinder. Luftqualität: „Sehr gut“. Wetter: „Angenehm“. Weitere Bewertungen im Internet: „Cool“, „Wunderschön“, „Spektakulär“. Also nichts wie hin. Aber Achtung, bitte nicht erschrecken: „Die Berliner sind sehr freundlich und es ist schwer jemanden zu finden, der nicht grüßt oder lächelt.“
Freundlich lächelnd verabschieden sich für heute Thomas Lippold (Recherche), Thomas Wochnik (Stadtleben) und Florian Schwabe (Produktion). Morgen früh geht’s hier mit der ersten Ferienausgabe des Wochenend-Checkpoints weiter. Bis dahin,
