die wichtigsten Ereignisse der vergangenen Stunden:
+++ Die russische Armee soll nach Angaben des ukrainischen Generalstabs bereits bis zu 40 Prozent der Einheiten verloren haben, die seit dem russischen Einmarsch am 24. Februar an Kämpfen beteiligt waren. Diese Truppen seien entweder vollständig zerschlagen worden oder hätten ihre Kampfkraft verloren, teilte der Generalstab in Kiew in der Nacht zu Mittwoch in einem Lagebericht mit. Eine konkrete Zahl nannte er nicht. Die Angaben können nicht unabhängig geprüft werden.
+++ Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich zu den jüngsten Gesprächen mit Russland über ein Ende des Krieges vorsichtig optimistisch geäußert. „Die Verhandlungspositionen sind jetzt realistischer“, sagte er in einer in der Nacht zu Mittwoch veröffentlichten Videobotschaft.
+++ Der ukrainische Botschafter in Deutschland hat die Vermittlungsbemühungen von Altkanzler Gerhard Schröder im Ukraine-Krieg für gescheitert erklärt. „Die Sache ist für uns endgültig erledigt“, sagte Botschafter Andrij Melnyk der Deutschen Presse-Agentur. „Für die Ukraine machen weitere Gespräche Schröders gar keinen Sinn. Es ist schon traurig, zu beobachten, wie die ganze Sache schief gelaufen ist.“
+++ Die drei Regierungschefs von Polen, Tschechien und Slowenien sind für einen Solidaritäts-Besuch nach Kiew gereist, am späten Abend wurden sie von Selenskyj in Empfang genommen. Unterdessen steht die Hauptstadt der Ukraine aber weiter stark unter Beschuss. Seit gestern Abend gilt eine 35-stündige Ausgangssperre bis Donnerstag früh um 6 Uhr.
Alle weiteren Entwicklungen können Sie in unserem Liveblog auf tagesspiegel.de verfolgen.
Wie sich die Flüchtlingslage in Berlin verändert, können Sie hier lesen.
Hilferuf I: Franziska Giffey bittet in einem Brief alle Beschäftigten des Landes um Unterstützung – die Regierende Bürgermeisterin spricht darin von „einer absoluten Ausnahmesituation“. Konkret geht es um die personelle Ausstattung für das Ankunftszentrum TXL. Hier soll in den kommenden Tagen ein Hub für die Ankunft, Registrierung und Verteilung von täglich 10.000 Geflüchteten aufgebaut werden – Betriebszeiten: 24/7. Benötigt werden „mindestens 400 Kolleginnen und Kollegen“, Freiwillige aus den Dienststellen des Landes Berlin, für einen Zeitraum von jeweils drei Wochen. Auch für die Krisenstäbe wird Unterstützung gesucht. Es folgen Hinweise für verschiedene Zulagen, Zuschläge und Auszahlungen. Am Ende steht ein herzlicher Dank – und die Abschiedsformel „für ein Berlin der Freiheit und der Solidarität“.
Hilferuf II: Alle Fraktionen im Abgeordnetenhaus fordern gemeinsam von der Bundesregierung sofortige finanzielle und logistische Unterstützung bei der Unterbringung von Geflüchteten – eine seltene Einigkeit. Moment mal: alle Fraktionen? Nochmal nachgezählt… nein, die AfD ist natürlich nicht dabei.
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Neu ist, andere Wege zu gehen. Den Status Quo zu hinterfragen. Die Perspektive zu wechseln.
Neu ist, vor dem Loslaufen in Richtung Zukunft einen Moment innezuhalten. Damit Machen auch Schaffen bedeutet. Und der eigene Standpunkt zum Startpunkt wird.
Neu beginnt mit Ihnen. Und mit uns. Neu beginnt gemeinsam!
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Hilferuf III: Die Bitte Berlins um Unterstützung durch die Bundeswehr bei der Aufnahme von Geflüchteten lief bisher ins Leere – das Verteidigungsministerium teilte uns gestern dazu offiziell mit, es könne vorkommen, „dass ein Amtshilfeersuchen abgelehnt werden muss, wenn die Bundeswehr nicht helfen kann oder darf“. Außerdem seien „die Mittel der Bundeswehr aktuell limitiert“; die Prüfung neuer Amtshilfeanträge „kann daher länger dauern als gewohnt.“ Ok, und was passiert tatsächlich hinter der Kommunikationsbarrikade? Alexander Fröhlich hat sich für uns angeschlichen und folgende exklusive Zwischenstandmeldung mitgebracht: Berlin bekommt seine 80 Soldaten – soll heute auch offiziell bekannt gegeben werden.
Die ukrainische Generalkonsulin… nein, eigentlich ist das gar kein Hilferuf, was Iryna Tybinka der Kultusministerkonferenz da gerade schriftlich gegeben hat, sondern ein anklagender Forderungskatalog. Zentraler Punkt des neunseitigen Schreibens, das sie auch im Namen von Bildungsminister Serhij Schkarlet übermittelt: Die Ukraine lehnt die Aufnahme geflüchteter Kinder in deutsche Integrationsklassen ab – sie erwartet stattdessen Unterricht wie in der Heimat. Die Begründung in vier Punkten:
1. Es geht nur um einen vorübergehenden Aufenthalt.
2. Die Kinder brauchen Kontinuität beim Bildungsprozess.
3. Die nationale Identität muss erhalten bleiben.
4. Zusätzlicher psychischer Druck muss vermieden werden.
Ihre „Botschaft“ versteckt die Generalkonsulin nicht hinter diplomatischen Floskeln – so fordert sie Deutschland auf, „die Komfortzone“ zu verlassen. Hier einige Auszüge:
„Die Ukraine ist ihrem Territorium nach das größte Land Europas. Ein Land mit einer jahrtausendalten Geschichte, die sich häufig mit der historischen Entwicklung Deutschlands gekreuzt hat und von ihr beeinflusst wurde. Und diese Geschichte fehlt in den schulischen Lehrplänen und Richtlinien praktisch gänzlich. In Deutschlands Lehrplänen und Richtlinien dominiert nach wie vor Russland und russischer Imperialismus. Daher stammen auch die Neigungen und das Bestreben vieler Menschen in Deutschland, Russland zu verstehen, Russlands Verbrechen zu rechtfertigen, aber auch die Angst davor, Russland irgendwie zu kränken. All das, was wir bereits vor dem Krieg gespürt haben, hält immer noch viele in Deutschland davor zurück, angemessen und in voller Entschlossenheit auf die Aggression Russlands zu reagieren.“
„Die so genannten Integrationsklassen würden für die ukrainischen Kinder eine Wand des Unverständnisses, das Gefühl der Minderwertigkeit und des geringen sozialen Schutzes bedeuten.“
„Ich rufe Sie dazu auf, Abstand von der Hilfe verschiedener Integrationsvereine aus dem ehemaligen Ostblock zu nehmen. Die Mehrheit dieser Vereine ist ein Instrument russischer Propaganda. Das ist nichts anderes als eine tickende Zeitbombe.“
Tybinka fordert für die geflüchteten Kinder eine temporäre Beschulung nach dem ukrainischen Bildungssystem unter Einbeziehung ukrainischer Lehrkräfte – und das sei ab sofort möglich:
„In der Pandemiezeit wurde in der Ukraine eine breite Online-Plattform für die Beschulung der Klassen 5 bis 11 entwickelt, das ist die allgemeine ukrainische Online-Plattform Schule (e-school.net.ua). In Sachen Digitalisierung ist die Ukraine ein äußerst modernes Land. Es hat alle Schulbücher in allen Schulfächern in digitaler Form öffentlich zugänglich.“
Die Unterschiede zwischen den Schulsystemen beschreibt die Konsulin so: In der Ukraine sei der Unterricht „intensiver, vollzieht sich in kürzerer Zeit als in Deutschland und hat ebenso höhere Anforderungen.“
Apropos Anforderungen: Weil die Vergabekammer eine fehlerhafte Ausschreibung des ITDZ kassiert hat (Sie erinnern sich? Das ITDZ ist die landeeigene Bastelbude, die nach Ansicht ihres Chefs „zu langsam, nicht exakt genug und schlecht organisiert“ ist; CP vom 10.03.), sind die Berliner Schulen gezwungen, dringend benötigte digitale Tafeln über ein aufwändiges Verfahren selbst zu bestellen – jede für sich. Ein Schulleiter schreibt uns dazu: „Wir müssen uns jetzt in die e-Vergabe einarbeiten oder weiter mit Kreide schreiben. Wenn wir auf das nächste Jahr warten, weiß niemand, ob die Mittel aus dem Digitalpakt dann auch noch da sind.“
So richtig verantwortlich dafür ist in der Hauptstadt der organisierten Unzuständigkeit aber natürlich mal wieder niemand. Beim beliebten Behördenpingpong fliegt das Bällchen zwischen der Bildungsverwaltung, die eine einheitliche Ausstattung wollte, dem so genannten „IT-Dienstleistungszentrum“, das zentral bestellen sollte, der Vergabekammer, der die Ausschreibung zu produktbezogen war, und den Schulträgern, die in der Bezirksliga spielen, wild hin und her. Es kommentiert Iryna Tybinka: „In Sachen Digitalisierung ist die Ukraine ein äußerst modernes Land.“
Über die zehn größten Probleme der Berliner Schule (und wie sie zu lösen sind) werden wir in der kommenden Woche, genauer: am 24.3. ab 19.30 Uhr in der Urania sprechen, moderiert vom Bildungsexperten Jan-Martin Wiarda (der uns auch schon gemeinsam mit Patrick Honecker für seinen Podcast „Der Gipfel der Bildung“ interviewt hat). Anlass ist die offizielle Vorstellung unseres neuen Buchs „Klassenkampf – Was die Bildungspolitik von Berlins Schuldesaster lernen kann“. Wir, also meine Kollegin Susanne Vieth-Entus und ich, freuen uns auf Ihre Fragen und die anschließende Diskussion. Tickets können Sie hier unter diesem Link bestellen. Mit ein bisschen Glück sind Sie aber auch umsonst dabei: Der Checkpoint verlost heute 4x2 Eintrittskarten für die Veranstaltung – Teilnahme per Mail an checkpoint@tagesspiegel.de (bitte ihre Adresse nicht vergessen). Und wenn Sie sich schon mal einlesen wollen: „Klassenkampf“ gibt es ab sofort überall im Buchhandel, per Onlinebestellung bei Suhrkamp und natürlich auch im Tagesspiegel-Onlineshop.
Die renommierte Evangelische Journalistenschule steht vor dem Aus – obwohl die Initiative „EJS retten“ und der Freundeskreis mit einer auch extern besetzen Task Force ein Konzept entwickelt hat, mit dem die EJS eine der modernsten journalistischen Aus- und Weiterbildungsstätten des Landes werden könnte. Grundsätzlich stieß die Idee „EJS 4.0“, die digitale Kompetenz, journalistische Ethik, gesellschaftliche Verantwortung und Produktentwicklung zusammenführt, auf großes Interesse. Doch die Trägerin, das „Gemeinschaftswerk der Evangelistischen Publizistik“, ist finanziell unter Druck, und der Rat der EKD will die Restrukturierungskosten nicht absichern. Ein fatales Signal, zumal vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine, schlimmsten Menschenrechtsverletzungen und Reportern unter Beschuss. Am heutigen Vormittag soll bei einer Zoom-Konferenz des GEP die Schließung der Schule beschlossen werden. Vielleicht hilft ja beten – wo sonst, wenn nicht in der Kirche, wird man noch auf ein Wunder hoffen dürfen.
PS: Die finanziellen Probleme des GEP sind auch eine Folge von Kirchenaustritten. Eine Folge der EJS-Schließung wiederum könnten Kirchenaustritte sein. Ob die EKD diesen Teufelskreis (sorry) nicht mal verlassen will?
Am 1. April sollen in Berlin fast alle Corona-Maßnahmen wegfallen – nur ein „Basispaket“ bleibt: In Bus und Bahn sowie Pflegeeinrichtungen soll die Maskenpflicht fortbestehen (nicht aber im Supermarkt), in den Schulen und einigen anderen Lebensbereichen die Testpflicht. Mit anderen Worten: Im leeren Bus auf dem Weg zum Club muss eine Maske getragen werden, im Getümmel am Ziel aber nicht. Ein Beipackzettel wurde dazu nicht ausgereicht. Aber wie gehen Sie damit künftig um?

Berliner Schnuppen
Telegramm
1000 Euro pro Spitze sollte die Impfaktion im Roten Rathaus laut Gesundheitsverwaltung gekostet haben – die Regierende Bürgermeisterin war empört. In einem ersten Rückrudermanöver hieß es dann plötzlich, die Kosten seien nur geschätzt worden (vermutlich wegen des großen Erfolgs bei der Wahl). Beim zweiten Zug zurück ist der Kahn jetzt gekentert – die Nachrechnung ergab: Es waren nur 100 Euro statt 1000 (aber als damals der Spitzenkandidat der Piraten die Schulden Berlins auf „viele Millionen“ schätzte, haben alle gelacht).
Gerhard Schröder verzichtet auf seine Würde – jedenfalls auf die Ehrenbürgerwürde von Hannover (die ihm ohnehin entzogenwerden sollte). Allerdings richtete der Ex-Bundeskanzler i.D.P seinen Brief ans „Rasthaus“ (hier zu sehen) – und das ist, jedenfalls nüchtern betrachtet, dann doch mal eine erheiternde Anekdote.
Aus gegebenem Anlass (Intel investiert 17 Milliarden Euro in eine Chip-Fabrik in Magdeburg) weist Checkpoint-Kollege Julius Betschka darauf hin, dass Berlins wichtigster Vorort (nach Spandau natürlich) nicht „Maaaagdeburg“, sondern „Mackdeburg“ auszusprechen ist (aber wenn Sie einfach weiter stumm daran vorbeifahren, haben Sie auch nichts falsch gemacht).
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Hurra, die Checkpoint-Weine sind da. Wir haben zusammen mit dem Winzerkeller im badischen Sasbach zwei ganz besondere Tropfen in hübschen Flaschen gefüllt.
Nach der Klopapierkrise wird jetzt das Speiseöl knapp – offenbar kippen sich etliche Autofahrer statt des teuren Diesels die billigere Salatschmiere in den Tank. Aber keine Sorge, wir haben da einen ganz heißen Tipp (funktioniert auch bei Benzinern): Fegen Sie einfach den gerade herabschwebenden rötlichen Sahara-Sand von Ihrem Autodach und füllen ihn in den Tank. Checkpoint-Garantie: Das senkt Ihre Tankstellenkosten um 100%.
Und hier eine wichtige Mitteilung für Klaus Wowereit: Der Mann, mit dem Sie vor Corona beim Spargelessen der Berliner Presskonferenz stundenlang plaudernd an einem Tisch im Intercontisaßen und den Sie mit den Worten „Ich habe Ihren Namen vergessen…. Sie waren von den Linken, oder“ verabschiedet haben, ist jetzt Fraktionsvorsitzender der Grünen. Er heißt Werner Graf – und war damals schon Landesvorsitzender (nein, nicht der Linken).
Apropos Linke: „Ausgesprochen verärgert“ ist die Enteignungsinitiative über den parlamentarischen Arm der Bewegung: Bei der Besetzung der Kommission, die im Auftrag des Senats Vorschläge für das weitere Vorgehen erarbeiten soll, habe es „keine enge Abstimmung“ gegeben – „ein eklatanter Vertrauensbruch“ sei das, heißt es in einem Schreiben. Tja, nun, andere streiten sich darüber, wer den Müll runterbringt oder mit Abwaschen dran ist.
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Die „Tüftelakademie“ hat ein Gratis-Bildwörterbuch Deutsch-Ukrainisch herausgebracht – sehr praktisch für Menschen, die Geflüchtete aufnehmen und nicht fließend Ukrainisch sprechen.
Doppel doof läuft’s gerade für den TSV Zehlendorf – einige Leute haben darauf hingewiesen, dass sie dort nicht nur die Zahl „88“ im Logo haben, ein Hinweis auf das Gründungsjahr, aber auch eine bei Nazis beliebte Chiffre für die Kombination des achten Buchstabens im Alphabet, sondern auch das herausgestellte „Z“, das seit dem russischen Überfall auf die Ukraine mit entsprechend gekennzeichneten Panzern auf den ersten Blick etwas befremdlich wirken kann. Aber der Checkpoint versichert Ihnen: Das ist ein Top-Verein und rechter oder Putin'scher Umtriebe unverdächtig.
Wir kommen zur Jobbörse – zwei spannenden Aufgaben sind heute im Angebot: Die Feuerwehr sucht Feuerwehrleute, die sich zum „Calltaker“ umschulen lassen (bedeutet auf Deutsch „Notrufsachbearbeiter“, aber so klingt’s natürlich viel spannender); und das Deutsche Theater sucht eine Ankleiderin (ein Ankleider tut’s natürlich auch) – bitte nicht zu verwechseln mit einem „ontaker“.
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Er wollte wissen, wie es sich anfühlt, einen anderen Menschen zu töten. Deshalb ermordete ein Junge seine Schulkameradin. Wie geht die Mutter des Mädchens mit der Tat um? In der achten Folge von „Tatort Berlin“, dem True-Crime-Podcast des Tagesspiegels, kommt Berlins Opferbeauftragter zu Wort. Jetzt kostenlos auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Nachtrag: Weil die Rolling Stones bei Ihrer Tour an Berlin nur vorbeifahren, wurden sie hier gestern im Checkpoint „Flitzpiepen" genannt. Unsere Leserin Sylvia M. fand das „unangebracht“, und nach eingehender Anhörung des musikalischen Œuvres der Band stellen wir hiermit fest: Frau M. hat recht – offenbar liegt hier eine Verwechslung vor: Die Flitzpiepen waren die anderen (die mit den komischen Haaren).
Zitat
„Ein Traum ist unerlässlich, wenn man die Zukunft gestalten will.“
Victor Hugo (1802-1885) – genau heute vor 191 Jahren erschien sein Roman „Der Glöckner von Notre Dame“.
Tweet des Tages
Ich habe mir ein Pony gekauft und das Heu ist so teuer. Wann kommt die Heupreisbremse?
Stadtleben
Menü sichern – Die Bierstube Kubi's Point auf dem Medebacher Weg 14 beherbergt eine Flaschenauswahl vom feinsten. Als „erste Craft Beer Bar in Tegel“ serviert die Lokalität besondere Craftbiersorten verschiedener Kleinbrauereien aus Berlin und anderen Städten. Demnächst sogar selbst vor Ort gebrautes Bier. Am Samstag, dem 19. März bringt die Bierbar vergessene Braustile wieder zurück in den Zapfhahn: Um 18 Uhr werden Emmer, Gose, Broyhahn, Grätzer und Kveik unter die Lupe genommen. Neben allerhand Ausschank stillen herzhafte Mahlzeiten und Naschereien den Hunger. Tickets für den geselligen Bierabend sind für 39 Euro in der Bierbar erhältlich. Do 16-22, Fr/Sa 16-0 Uhr, S-Bhf Tegel/ U-Bhf Alt-Tegel
Geschenk – Der meditative Akt der Töpferei scheint auch in modernen Zeiten nicht an Beliebtheit zu verlieren. Wer sich nicht selbst an das kreative Hobby wagen möchte, wird bei Stephanie A. Lötzsch alias SAL Keramik fündig. In ihrer kleinen Werkstatt in Spandau fertigt sie Geschirr und Deko im eigenen Stil an, die online eingekauft werden können. Seit kurzem tunkt sie ihre Rohlinge in wasserfarbenes Altrosa namens Mandelblom – die vielleicht schönste aller Frühlingsbotinnen.
Last Minute – 20 Jahre nach ihrer Vertreibung kehrten die Taliban nach Afghanistan zurück. Die Journalistin Natalie Amiri reiste in den Mittleren Osten und stellte sich die Frage, was die Rückkehr der Taliban für die afghanische Bevölkerung bedeutet. Im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung am Anhalter Bahnhof liest Amiri aus ihrem dazu jüngst erschienenen Buch „Afghanistan. Unbesiegter Verlierer“ (22 Euro) und erzählt die Geschichten der geflohenen Menschen – vor allem die der Frauen. Die Buchpremiere beginnt um 19 Uhr bei freiem Eintritt, eine Ticketbuchung ist allerdings erforderlich. Stresemannstraße 90, S-Bhf Anhalter Bahnhof
Berlinbesuch – Zum 175. Geburtstag des Malers und Grafikers Max Liebermann würdigt die Liebermann-Villa in Wannsee sein Œuvre mit einer Einführung in die druckgrafischen Arbeiten des Künstlers. Abseits seiner farbenfrohen Gartenidyll verbildlichen ausgewählte „Schwarz-Weiss“ Exponate – darunter Radierungen, Lithografien und Holzstiche – die künstlerische Entwicklung Liebermanns. Tickets ergattern Sie online für 10/erm. 6 Euro. Bis 6. Juni. Colomierstraße 3, Zehlendorf, Haltestelle Liebermann-Villa
„Wir sind die Neuen“
60 der insgesamt 147 Parlamentarier sind in dieser Legislaturperiode neu im Berliner Abgeordnetenhaus. Im Checkpoint stellen wir sie vor.
Name: Nina Lerch (SPD)
Beruf: Koordinatorin des Besucherservices für den Tränenpalast und das Museum in der Kulturbrauerei
Alter: 37 Jahre
Wahlkreis: Neukölln (WK 5)
Berliner Lieblingsort: Tierpark
Eine Sache, auf die ich mich 2022 in Berlin freue: „Auf viele Freunde treffen“
Berlin heute
Verkehr – A100 (Stadtring): Sperrung der Auffahrt Mecklenburgische Straße Richtung Wedding zwischen 7 und 17 Uhr. Von 21 bis 5 Uhr sind alle Ein- und Ausfahrten im Ortsteil Britz Richtung Schönefeld zwischen AS Oberlandstraße und AS Späthstraße gesperrt. Aus organisatorischen Gründen wird ab 20 Uhr mit den Absperrmaßnahmen erster Zufahrten begonnen. Die Umleitungsstrecken sind ausgeschildert.
Mitte: Großflächige Verkehrseinschränkungen von 12 bis 18 bzw. 19.30 Uhr (siehe Demonstrationen). Weitere Informationen finden Sie hier.
S-Bahn: In der Nacht zu Donnerstag und Freitag fahren zwischen 22 und 1.30 Uhr keine Züge der S1 zwischen Blankenburg und Karow. Als Ersatz fahren Busse.
Demonstration – Unter dem Motto „Tempolimit jetzt!“ demonstrieren von 8.30 bis 10 Uhr ca. 30 Menschen auf der Willy-Brandt-Straße 1, angemeldet vom Campact e.V. Von 10 bis 18 Uhr kommen 300 Protestierende „für eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen durch konkrete Umsetzung u.a. der fehlenden Friedensverträge mit 54 kriegsbeteiligten Nationen zur endgültigen und dauerhaften Beendigung des Zweiten Weltkrieges!“ Unter den Linden 63 zusammen, angemeldet vom staatenlos.info-comedian e.V.. Unter dem Leitsatz „Stoppt den Krieg gegen die gesamte Menschheit – wir wollen ein freies, friedliches und selbst bestimmtes Leben mit unseren Schwestern und Brüdern der Menschheitsfamilie“ demonstrieren von 12 bis 18 Uhr ca. 250 Teilnehmende auf dem Platz des 18. März. Von 14 bis 16 Uhr findet ein „Protest gegen die Verweigerung der Corona-Sonderzahlung/Forderung nach Ausgleich“ auf der Georgenkirchstraße 69 mit ca. 200 Beteiligten statt, angemeldet von der Gesamtmitarbeiter:innenvertretung Schulstiftung EKBO. Eine Fahrraddemo, angemeldet vom ADFC Berlin e.V., radelt für „Verkehrspolitik für den Frieden“ von 17 bis 19.30 Uhr von der Reinhardtstraße 12 über Friedrichstraße zu den Ministergärten 6.
Gericht – Der Prozess nach dem gewaltsamen Tod der 34-jährigen Afghanin Maryam H. geht weiter. Wegen Mordes angeklagt sind zwei ihrer Brüder. Die 23- und 26-Jährigen sollen ihre Schwester getötet haben, um sie für ihren modernen Lebensstil zu bestrafen. Dieser habe nicht ihren Moralvorstellungen entsprochen (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 500).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Pál Dárdai (46), ehem. Hertha-Trainer / Sylvia Gerasch (53), ehem. Schwimmerin / Robert Ide, Checkpointer, Berlinale-Connaisseur, Liebeskolumnen-Spezialist, das Team grüßt Sie zum Geburtstag! / Simon Jäger (50), Synchronsprecher / „Allet Jute für unsere liebe langjährige Freundin Juttings von Herzen das Beste zum Feste und bis bald von Claude und Hubi.“ / „Gitte Lenz wird 70!!! Herzliche Glückwünsche“ / Florian Lukas (49), Schauspieler / Dejan Milosavljev (26), Torhüter bei den Füchsen Berlin / David Nathan (51), Synchronsprecher / Claus Offe (82), Politik- und Sozialwissenschaftler / Michael Pöppl (61), Journalist beim Tagesspiegel, „Exil-Altusrieder, Kässpatzenspezialist, PapsT, Pope, Patenonkel, bester Freund und Bekannter“ / Sebastian Schwarz (38), Schauspieler
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Edith Koch, * 22. Januar 1930 / Prof. Dr. Dr. h.c. Peter-Jürg Uebel, * 25. Juli 1937, ehem. Professor am Institut für Mineralogie und Kristallographie der TU / Dr. Winfried Joachim Weimann, * 2. Oktober 1926
Stolperstein – Helene Michaelis (geb. Rohr) kam 1902 zur Welt. Am 20. November 1942 deportierten die Nationalsozialisten sie nach Theresienstadt, wo sie heute vor 79 Jahren ermordet wurde. Auf der Brunnenstraße 50 in Mitte erinnert ein Stolperstein an sie.
Encore
Zum Schluss schauen wir heute noch kurz nach, was aus der Pipiposse von Schöneberg geworden ist – und siehe da: Sie läuft weiter. Nachdem am Crellemarkt ein öffentliches WC direkt in die Sichtachse des Altars der Silas-Kirche platziert wurde, bekam das Ding jetzt immerhin einen Sichtschutz. Aber auch hier gilt, was der Autor Klaus Ender einst festgestellt hat: „Wenn die Einsicht größer ist als die Aussicht, sollte man auf diese hören.“ Sigrid Kneist hat mal wieder genau hingeschaut, und wir sind uns sicher: Fortsetzung folgt.
An der Fortsetzung der unendlichen Checkpoint-Geschichte schreibt morgen früh Julius Betschka weiter. Mitgewirkt an der heutigen Ausgabe haben Matthieu Praun (Recherche), Sophie Rosenfeld (Stadtleben) und Kathrin Maurer (Produktion). Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag! Bis dahin,
