es ist doch nicht immer Murmeltiertag. Ich hatte mich wieder auf eine lange Nacht eingestellt. Auf eine Dauersitzung der Ministerpräsidentenkonferenz mit Noch-Kanzlerin Angela Merkel und Bald-Kanzler Olaf Scholz. Aber schon am frühen Abend wurden Einschränkungen des öffentlichen Lebens verkündet. Ein bisschen murmeltiermäßig – leider an sehr entscheidender Stelle – fühlte es sich dann aber doch an: Angela Merkel machte deutlich, dass sie die getroffenen Vereinbarungen nicht für ausreichend hält, um die vierte Welle in den Griff zu bekommen. Sie hat das schon zweimal öffentlich getan: Im Herbst und im Frühjahr. Beide Male hatte die Physikerin recht, beide Male folgte ein zäher Langzeit-Lockdown und Menschen starben, die nicht hätten sterben müssen. Mit Freiheit – man kann es ja kaum noch hören – hat dieses politische Zaudern wenig zu tun. Man braucht keine Glaskugel, um zu erraten, wie es in den kommenden Wochen weitergeht. Laden Sie sich schonmal Clubhouse runter.
Die wichtigsten Ergebnisse der Ministerpräsidentenkonferenz im Überblick:
+ Die neue Inzidenz ist die Hospitalisierungsrate (warum das gefährlich sein kann). Sie gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen mit Covid-19 in ein Krankenhaus kommen. Die Grenzwerte liegen bei 3, 6 und 9. Nur Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und das Saarland liegen unter 3. Berlin liegt genau bei 3.
+ Ab dem Hospitalisierungswert 3 müssen Länder eine verpflichtende 2G-Regel einführen. Sie gilt in Berlin bereits seit Montag.
+ Ab dem Wert 6 soll eine 2G+-Regel gelten. Dann ist für Geimpfte zusätzlich ein Test nötig, wenn sie Restaurants, Kino, Theater oder Veranstaltungen besuchen.
+ Ab dem Wert 9 sollen regionale Lockdowns und auch Ausgangssperren für Ungeimpfte und Schulschließungen möglich sein. In Sachsen-Anhalt (11,1) und Thüringen (18,54) liegt der Wert deutlich darüber, in Bayern knapp unter neun.
+ Eine Impfpflicht für Angehörige von Heil- und Pflegeberufen wird eingeführt.
+ Am 9. Dezember soll eine weitere Ministerpräsidentenkonferenz folgen – dann mit Olaf Scholz als Kanzler. Dort sollen die Maßnahmen geprüft werden.
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Bald ist Stichtag: Machen Sie jetzt den Autoversicherungs-Check.
Die meisten Kfz-Versicherungsverträge enden zum 31. Dezember. Wer Geld sparen und seine Versicherung wechseln möchte, muss eine Kündigungsfrist von einem Monat einkalkulieren. Clevere Autobesitzer machen deshalb im November den Autoversicherungs-Check. Der ADAC in Berlin bietet Autoversicherungs-Checks telefonisch und in den Geschäftsstellen in Mitte und in Wilmersdorf an.
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Zurück in die Nachbarschaft: Berlin ist in Sachen 2G Vorreiter, auch die Booster-Impfungen laufen hier – trotz aller Fehler – so gut wie nirgendwo sonst in Deutschland: Knapp 25 Prozent der über 60-Jährigen sind schon dreifach geimpft. Jetzt will auch die Berliner Bildungsverwaltung nicht mehr hintenanstehen und führt nach wochenlangem Flehen der Eltern endlich flächendeckend Lolli-Tests für Kindergartenkinder ein. Das teilte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Donnerstag mit. Eine Test-Verpflichtung gibt es nicht, weil „ein relevanter Teil der Elternschaft und der Einrichtungen“ das nicht befürwortet. Na dann sind wir ja sicher.
Apropos Impfung: Alle ungeimpften Wiener bekommen bald Post von der Stadt. Der Brief besteht aus einer Einladung zum Impfen und einem bereits reservierten Termin samt Datum und Uhrzeit. Wer nicht kann oder will, muss den Termin aktiv stornieren. Klingt fast zu einfach, um in Berlin zu funktionieren. Ähnliches berichtet die „SZ“ aus Spanien: Dort muss man nicht zehn Arztpraxen für einen Impftermin abtelefonieren, sondern bekommt ihn per SMS zugeschickt. Auch beim Boostern gilt eine strikte Reihenfolge und nicht das Rette-sich-wer-kann-Prinzip der Deutschen. Die Impfquote liegt bei 80 Prozent. In Deutschland hat nicht mal der Trick mit den Bratwürsten funktioniert.
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BERLIN GLOBAL – Die Berlin Ausstellung im Humboldt Forum zeigt auf 4000 Quadratmetern wie die Stadt und ihre Menschen mit der Welt verbunden sind und in einem permanenten Austausch stehen. Erleben Sie die Geschichten Berlins zu Revolution, Freiraum, Grenzen, Vergnügen, Krieg, Mode und Verflechtungen in einer interaktiven Ausstellung. Reservieren Sie Ihre Zeitfentertickets hier.
Hach, Weltmetropolenträume! Berlins Mini-Hollywood-Walk „Boulevard of Stars“ am Potsdamer Platz erinnert ja eher an einen „Boulevard of Broken Dreams“ (CP 11.11.). Er ist eine kleine Hauptstadtpeinlichkeit. Seit Jahren sei man bemüht, sagte uns das Bezirksamt Mitte, Baumängel zu beseitigen. Der Senat sei schuld. Doch dort weiß man davon nichts – und plötzlich erklärt auch der Bezirk Mitte: „Keine Senatsverwaltung hat etwas mit der juristischen Auseinandersetzung zu tun.“ Plötzlich spricht der Bezirk sogar von einer Klage. Gegen wen, das will man uns nicht sagen: „Weil das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist.“ Ausgerollt wurde der Rote Teppich dort 2010 aber tatsächlich einmal vom Senat – seither wird der Sternenstreifen von einer gemeinnützigen GmbH verwaltet. Oder auch nicht.
Themenwechsel: Berliner Wahlchaos. Nimmt Marcel Luthe einmal eine Spur auf gibt er selten Ruhe. Der Ex-Abgeordnete will jetzt gerichtlich Einsicht in die Wahlniederschriften der Bezirkswahlämter und Unterlagen des Landeswahlausschusses erzwingen. Schon Ende Oktober hatte Luthe Einspruch gegen die Wahl am 26. September eingelegt. Bis heute hat er keine Akteneinsicht erhalten. Stattdessen antworteten die Bezirke mit „übereinstimmenden Textbausteinen“, dass Luthe seinen Wunsch auf Akteneinsicht konkretisieren soll. Der Politiker will sich jedoch einen Gesamtüberblick verschaffen und nicht herausfinden, was ohnehin alle schon wissen. Luthe beruft sich dabei auf sein Recht auf Akteneinsicht als Abgeordneter (das war er zum Zeitpunkt der Antragsstellung), sein Anwalt verweist auf ein erfolgreiches Verfahren in Bremen: Dort erzwang ein Gericht die Herausgabe von Wahlunterlagen. Abgesehen von der Rechtslage wäre nach den chaotischen Wahlen womöglich ohnehin maximale Transparenz angesagt. Egal, wer danach fragt. Luthe hat noch bis 29. November Zeit, organisatorische Mängel bei der Wahl darzulegen. Ohne Akten kaum machbar. Ein gesteigertes Aufklärungsinteresse kann man den Berliner Behörden jedenfalls nicht unterstellen.
Zurück ins Jetzt. Heute soll das Verkehrskapitel im rot-grün-roten Koalitionsvertrag abgeschlossen werden – am Mittwoch schaffte man nach Checkpoint-Informationen bis Mitternacht gerade ein Viertel des Textes. Eigentlich sollte heute auch das Thema Stadtentwicklung behandelt werden. Das beides geschafft wird, gilt als unwahrscheinlich. Es wird wohl ein zähes Gepoker – entlang alter Konfliktlinien. Meine Kollegin Constanze Nauhaus empfiehlt deshalb einen Blick nach Vegas: Der Berliner Koray Aldemir hat dort gerade die Poker-Weltmeisterschaft gewonnen, acht Millionen Euro gab’s. Vielleicht können die Verhandler von Aldemir sogar etwas lernen, dank „Bild“: Die will nämlich Aldemirs „Sieg-Taktik“ herausgefunden haben. Der Pokerprofi lasse sich selten von Emotionen leiten und habe keine Sorge, auch mal „eine starke Hand aufzugeben“. Geschadet hat ihm das nicht. Zum Lohn gab’s ein diamantbesetztes Armband, darauf der Schriftzug „WSOP“. Für welches Motto der künftigen Koalition könnte das die Abkürzung sein? Schreiben Sie uns: checkpoint@tagesspiegel.de.
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Was bei den Koalitionsrunden besprochen wird, ist bislang streng geheim – es dringt wenig nach außen. Das Abschlusspapier der Facharbeitsgruppe Stadtentwicklung, das meinem Kollegen Robert Kiesel vorliegt, zeigt nun, wie groß die Differenzen zwischen den drei Parteien wirklich sind. Statt vier Seiten – wie ursprünglich geplant – hat allein dieses Kapitel 21. Die Konfliktlinie verläuft meist zwischen der SPD auf der einen und Linken und Grünen auf der anderen Seite. Die Chefverhandler der Parteien haben noch dutzende Dissens-Stellen zu bewältigen. Die Streitpunkte liegen nicht nur im Detail, sondern im Grundsätzlichen:
+ Wohnungsneubau: Die SPD will 200.000 neue Wohnungen bis 2030. Grüne und Linke wollen keine Zielzahl.
+ Bauprojekte: Die SPD will Tempelhofer Feld, Blankenburger Süden und Elisabeth-Aue in Pankow (rand-)bebauen. Grüne und Linke sperren sich. Die Grünen lehnen auch höhere Traufhöhen ab.
+ Ankauf: Grüne und Linke wollen weiter Wohnungen ankaufen. Für die SPD muss sich der Ankauf wirtschaftlich dem Neubau unterordnen. Beides sollen landeseigene Unternehmen stemmen.
+ Enteignungen: Die SPD will eine ergebnisoffene Prüfung der Expertenkommission zur Umsetzung des Volksentscheides. Grüne und Linken drängen (unterschiedlich heftig) auf ein Enteignungsgesetz.
Welche Streitpunkte die Verhandler heute noch ausräumen müssten und um welche Details teils gekämpft wird, lesen Sie später auf tagesspiegel.de.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Erfolg im Klinikstreik: Charité und Verdi einigen sich auf einen Tarifvertrag. Es soll einen Mindestpersonalschlüssel auf vielen Stationen geben und einen Belastungsausgleich, die psychosoziale Betreuung auf den Intensivstationen wird verbessert. Alle drei Ergebnisse klingen wie Selbstverständlichkeiten – gerade in der Pandemie. Beschämend, dass dafür ein Streik notwendig war. Rhythmisches Klatschen.
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Das Unternehmen entwickelt ein portables und offenes MRT-System, das vielfach günstiger als bisherige Systeme ist. Bisher war eine Senkung der Systemkosten mit einem signifikanten Qualitätsverlust der Bilder verbunden. Diese Problematik hat DeepSpin durch neue Technologien gelöst.
Mehr Informationen unter: www.innovationspreis.de
„Umsonst pinkeln für alle!“, das fordert die Linken-Abgeordnete Katalin Gennburg anlässlich des heutigen Welttoilettentages. Gennburg hält das „Toilettenkonzept des Senats“ – gibt’s wirklich! – für fehlgeleitet, weil nur Pissoirs kostenlos sind. „In Berlin leben rund zwei Millionen Menschen ohne Penis, die für die Nutzung öffentlicher Toiletten zahlen müssen. Gleichzeitig erwarten schätzungsweise 200.000 Personen mit Harninkontinenz, dass die Hauptstadt öffentliche Toiletten nicht nur an touristischen Orten bereithält“, sagt die Abgeordnete. Das will die Linke ändern: im neuen Kloalitionsvertrag.
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Es ist die schönste Zeit des Jahres, wenn der funkelnde abendliche Rundweg Berlins berühmten Botanischen Garten endlich wieder erleuchtet. Der Christmas Garden Berlin lädt dazu ein, in aller Ruhe die Vorfreude auf Weihnachten zu genießen. Entdecken Sie mit Ihrer Familie, Freunden und Kollegen eine winterliche Oase in stimmungsvoller und romantischer Atmosphäre.
www.christmas-garden.de
Das Derby-Diary, Folge III: Am Wochenende spielt Union Berlin ja vor 22.000 Zuschauern. Der Senat hat dafür mal wieder Regeln festgelegt, die Union zuvor schon gebrochen hatte. Diesmal macht Union-Sprecher Christian Arbeit die Haltung des Vereins schon vor dem Match klar: Notlage? Welche Notlage? Die Ampel für die Hospitalisierung stehe doch auf Grün – die anderen beiden auf Rot und Gelb erwähnt er lieber nicht. Auf die Frage nach der Kontrolle der FFP2-Maskenpflicht auf Zuwegen zum Stadion antwortet der Stadionsprecher: „Also es ist doch so, dass wir längst in einer Situation sind, wo wir gar nicht alles kontrollieren können.“ Das ganze Interview können Sie hier nachhören.
Ein Polizist ist am Mittwochmorgen in Prenzlauer Berg mit seinem Auto verunglückt. Statt dem Beamten zu helfen, zückt ein Mann aus der Hooliganszene von Hertha BSC sein Smartphone, filmt den Beamten bei seinem Todeskampf und lacht ihn aus. Der Polizist stirbt kurz darauf im Krankenhaus. Unser Beileid gilt den Angehörigen.
In Neukölln muss das Eisstadion vorerst geschlossen werden. Der Grund: Es kommt laut Bezirksamt „gehäuft zu verbalen und körperlichen Angriffen“ auf Personal bei der Durchsetzung der Hygiene-Regeln. Mehrfach musste die Polizei kommen.
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Der Ring des Nibelungen gilt als Wagners Opus magnum. An der Deutschen Oper Berlin wagen der preisgekrönte Opernregisseur Stefan Herheim und Sir Donald Runnicles eine Neuinterpretation. Sie holen die Gedankenwelt von Wagners Tetralogie ins 21. Jahrhundert. rbbKultur überträgt live und in voller Länge - heute ab 17 Uhr Siegfried und am Sonntag ab 16 Uhr Götterdämmerung.
Themenwechsel: Wussten Sie, dass der Wiederhopf gar nicht Wiederhopf, sondern Wiedehopf heißt? Na, jetzt wissen Sie’s. Es ist aber auch nicht so wichtig: „Der Vogel des Jahres 2022 ist leider kein Berliner mehr“, teilte uns der NABU Berlin gestern in einer Pressemitteilung mit. Zuletzt brütete der „Charismatiker mit Federhaube“ wohl 2015 in Kaulsdorf. Wir hoffen jetzt doch auf einen Wiederhopf!
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Vier Showgirls des Friedrichstadt-Palast Berlin präsentieren zusammen mit der längst schon legendären Sheila Wolf Berlins glamouröseste Weihnachtsfeier. Eine Mischung aus Burlesque, Cabaret, Drag, Artistic und Speakeasy – prickelnd verquirlt zu einer unvergesslichen Berliner Burlesque-Show. Nur am 27.11. im TIPI AM KANZLERAMT
Von dessen Rückkehr hören hoffentlich die 270 Berliner Jäger nichts. Viel zu tun haben die sonst nämlich nicht: 1800 Wildschweine werden durchschnittlich im Jahr geschossen und nur 45 Mal Damwild. Das sind nicht einmal sieben Wildschweine pro Jahr und Jäger. Trotz der Flaute ist die Zahl der aktiven Jäger in den letzten Jahren „leicht angestiegen“, weiß der Senat. Entspannt ist das sicher.
Aber jetzt lassen wir mal die Kuh im Dorf. Beinahe hätten wir hier einen „Gastbeitrag“ zum Thema „Die häufigsten Fehler beim Gründen von Dorfläden“ abgedruckt. Den hatte eine PR-Agentur angeboten. Abgehalten hat mich davon nur die nette Verabschiedung in der Mail: „Sollte das Thema für Ihre Redaktion dieses Mal nicht relevant sein, wird das nächste sicher ein Treffer.“ Heute Nacht mache ich vor Spannung bestimmt kein Auge mehr zu.
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Genießen Sie die winterlichen Tage mit dem Vinos Jubiläums Paket. Freuen Sie sich auf 6 erstklassige Rotweine, die z.B. bei Ihrem Adventsdinner mit Freunden für großes Trinkvergnügen sorgen. Gratis Geschenk: 2 Rotweingläser von Schott Zwiesel.
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Ich würde jetzt auch gern mit etwas Erfreulicherem enden, aber: Hier ist die Liste der Weihnachtsmärkte, die dieses Jahr wegen der Pandemie nicht stattfinden. Dann sind Sie immerhin vorbereitet – und Glühwein schmeckt ja auch zu Hause herrlich.
Zitat
„Wenn die alten Menschen geimpft sein werden, wird ein riesiger Druck entstehen, die Corona-Maßnahmen zu beenden. Und dann werden sich innerhalb sehr kurzer Zeit noch viel mehr Leute infizieren, als wir uns das jetzt überhaupt vorstellen können.“
Das sagte Charité-Virologe Christian Drosten im Januar 2021 dem Spiegel. Er hatte recht.
Tweet des Tages
finde, wenn man wissenschaftlich anerkannte therapiemethoden "schulmedizin" nennt, sollte man das andere konsequenterweise kindergartenmedizin nennen.
Stadtleben
Essen & Trinken – Das „Goldberg“ ist je nach Tageszeit entweder Bar, Café oder Restaurant. Ein bisschen erinnert es an Lokale, die man in Städten der ehemaligen k.u.k.-Monarchie wie Prag oder Wien allerorts findet, in Berlin hingegen seltener. Durch die großen Fenster wirken die kerzenbeleuchteten Tische an einem Herbstabend sehr einladend: Man kann man hier wunderbar alleine ein Buch lesen, oder sich mit Freunden auf ein Glas Wein treffen, ohne dabei schreien zu müssen, weil die Musik so laut ist. Von 12 bis 17 Uhr gibt es Essen, z.B. Kürbiscremesuppe, Käsespätzle und natürlich Kaiserschmarrn. Mo-Sa 9-1 Uhr, Reuterstraße 40, U-Bhf Schönleinstraße
Last-Minute – „Es geht voran, Geschichte wird gemacht“ sangen die Düsseldorfer Fehlfarben im Jahr 1980. Ganze 41(!) Jahre später stehen die Punk-Veteranen immer noch auf der Bühne. Heute Abend sind sie im Rahmen des „Düsseldorf Punk Fest“ im Astra Kulturhaus zu sehen. Unterstützt werden sie dabei von der grandios benannten Frauen-Band „Östro 430“, die sich 1984 auflöste und am heutigen Freitag wieder auf der Bühne vereint ist. 19 Uhr, Tickets an der Abendkasse kosten 30 Euro. Revaler Straße 99, U-Bhf Warschauer Straße
Noch hingehen – Die amerikanische Fotografin Ruth Orkin gilt als Chronistin des Amerikas der Nachkriegszeit. In ihren Bildern steckt Bewegung, sie hielt Alltagsszenen fest und dokumentierte, wie Frauen sich aufmachten, aus starren Rollen auszubrechen. Anders als ihre männlichen Zeitgenossen ist Orkin international kaum bekannt. Noch bis Sonntag ist ihre erste Einzelaustellung in Deutschland im f³ – freiraum für fotografie zu sehen. Tickets 5 Euro, Waldemarstraße 17, U-Bhf Moritzplatz
Geschenk – In der Weihnachtshalle des „Holländer“-Pflanzencenters können große und kleine Besucher in eine regelrechte Glitzerwelt eintauchen. Ein lebensgroßer Weihnachtsmann mit Schlitten, unzählige Lichterketten und eine liebevoll gestaltete Miniatur-Weihnachtswelt inklusive rauchender Schornsteine, schlittschuhfahrender Mini-Menschen und Modelleisenbahn sorgen bei Kindern für strahlende Gesichter. Noch mehr Spaß bringen das kleine Karussel und der Zug, in dem die Kleinen eine Runde drehen können. Nebenbei können Eltern hier Aufmerksamkeiten wie Baumschmuck, Geschenkpapier oder Adventskränze besorgen. Mo-Fr 9-18.30, Sa 9-18, So 10-16 Uhr, Treptower Park 74, S-Bhf Treptower Park
Grübelstoff – Am Totensonntag gedenken wir der Verstorbenen. Dabei ist der Umgang mit dem Tod in Deutschland immer noch von Tabus geprägt, anders als in Mexiko, wo am „Tag der Toten“ farbenfroh gefeiert wird. Welchen Umgang mit der Sterblichkeit finden Sie tröstlich und hilfreich?
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Berlin heute
Verkehr – Rhinstraße/ Am Tierpark (Friedrichsfelde): Um 17 Uhr startet ein Fahrzeugkorso vom Parkplatz Alt-Friedrichsfelde u.a. über Rhinstraße, Alexanderstraße, Oranienburger Straße und Karl-Liebknecht-Straße bis zur Grunerstraße.
Landsberger Allee (Marzahn): Nur ein Fahrstreifen stadteinwärts von 10 bis 16 Uhr in Höhe Märkische Allee (Marzahner Brücke).
Invalidenpark (Mitte): Von 10.30 bis 14 Uhr Einschränkungen entlang einer Demonstrationsstrecke u.a. über Luisenstraße, Scheidemannstraße und Mauerstraße bis zur Jägerstraße (s. Demo)
Levetzowstraße (Moabit): Ab 10 Uhr ist die Fahrbahn Richtung Großer Stern in Höhe Jagowstraße bis Ende März 2022 auf einen Fahrstreifen verengt.
Lützowufer (Tiergarten): Ab 2 Uhr ist die Fahrbahn Richtung Schöneberger Ufer zwischen Lützowplatz und Genthiner Straße auf einen Fahrstreifen verengt, bis Montag 2 Uhr.
Olympischer Platz (Charlottenburg-Wilmersdorf): Um 17 Uhr startet ein Fahrzeugkorso u.a. über Westendallee, Masurenallee, Bundesallee, Wrangelstraße, Schloßstraße bis zur Joachim-Tiburtius-Brücke.
Nahverkehr – U2: Die Streckenaufteilungen zwischen Gleisdreieck und Wittenbergplatz enden um Mitternacht.
S8, S85 und S9: Zwischen Baumschulenweg und Treptower Park verkehrt ein Pendelzug im 15-Minutentakt (22 Uhr bis Montagmorgen, ca. 1.30 Uhr).
S9: Die Linie ist zwischen Treptower Park und Spandau unterbrochen. Fahrgäste nutzen bitte die Umfahrung über Ostkreuz (22 Uhr bis Montagmorgen, ca. 1.30 Uhr).
S47: Die Linie verkehrt nur zwischen Spindlersfelde und Schöneweide (22 Uhr bis Montagmorgen, ca. 1.30 Uhr).
Demonstration – Von 8 bis 12 Uhr geht es in den Ministergärten unter dem Motto „Glückskekse for Future“ für ca. 20 Teilnehmende um Protest in Sachen Klima, um 10.30 Uhr ruft „Fridays for Future“ zur Freitagsdemonstration mit rund 200 Personen auf, vom Invalidenpark über u.a. Eberstraße zur Mauerstraße. In der Hasenheide fordern 70 angemeldete Teilnehmer*innen ab 10 Uhr am heutigen Welttoilettentag ein „Recht auf mehr kostenlose, barrierefreie und genderneutrale Toiletten im öffentlichen Raum“. Ab 14 Uhr ziehen ca. 500 Personen mit der Forderung „#EvacuateRefugeesFromLibya“ vom Auswärtigen Amt über u.a. Französiche Straße und Dorotheenstraße zur Willy-Brandt-Straße. Die „Omas gegen Rechts“ protestieren um 16 Uhr mit etwa 20 Teilnehmer*innen für eine Stunde an der Birkenstraße gegen Gewalt an Frauen.
Sonnabend: Um 9 Uhr ruft die Initiative „Erhaltet unsere Grünen Friedrichshainer Innenhöfe“ an der Müllerstraße 163 zum Protest gegen Nachverdichtung, ca. 15 Teilnehmende. Das „Netzwerk gegen Feminizide“ hat um 13 Uhr mit 80 Personen eine Aktion an der Reinickendorfer Straße angemeldet. Ab 16 Uhr geht es für etwa 150 Personen um „Kostenloses Testen und Liebe für alle“, vom Hermannplatz u.a. über Kottbusser Damm, Adalbertstraße, Karl-Marx-Straße zum Richardplatz. Der „Trans Day of Remembrance“ wird um 16 und 17 Uhr mit jeweils 50 Personen begangen, erst am Alexanderplatz und später dann vom Nollendorpflatz u.a. über Maaßenstraße und Potsdamer Straße zur Monumentenstraße 13.
Sonntag: Um 9.45 Uhr gedenken ca. 80 Personen am Mariannenplatz der „Verstorbenen Feuerwehrangehörigen der Berliner Feuerwehr“, diese hat die Veranstaltung auch angemeldet. Um 14.30 und 15 Uhr versammeln sich jeweils 100 und 50 Personen in Erinnerung an den Hausbesetzer Silvio Meier, zunächst an der Silvio-Meier-Straße und dann am U-Bhf Samariterstraße. Ebenfalls um 15 Uhr, am Platz des 18. März: Etwa 20 Personen demonstrieren für die Unterbringung des inhaftierten und sich in Hungerstreik befindlichen ehemaligen georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili in ein ziviles Krankenhaus.
Gericht – Der Prozess gegen einen 42-jährigen Lehrer wegen Mordes mit Kannibalismus-Verdacht geht weiter. Er soll einen 43 Jahre alten Mann in seiner Wohnung in Pankow getötet, das Opfer zerteilt und Leichenteile an verschiedenen Orten abgelegt haben (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 501).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Claudia (48),„Ich bin so stolz auf Dich. Du bist die Liebe meines Lebens“ / Fenja Funk (22), „Spandauer Tänzerin, angehende Physiotherapeutin mit Herz, Herzenstochter: Happy Birthday!“ /Jens-Holger Kirchner (62), Politiker (Grüne) / Jutta Matuschek (61), Politikerin (Linke) / Jonas Müller (26), Eishockeyspieler bei den Eisbären / Christian Schwarz-Schilling (91), ehem. CDU-Politiker, ehem. Bundesminister für Post- und Fernmeldewesen (1982-1992) / „Allerliebste Sommerrollen-Schwester, wir gratulieren dir herzlichst zum Geburtstag und wünschen dir viele glitzernde und magische Momente im neuen Lebensjahr! Wir haben dich sehr lieb, Anne und Julia“
Sonnabend – „Liebe Anja, zusammen sind wir jetzt 100! Alles Liebe von deinem BFF“ / Florian David Fitz (47), Schauspieler / Alexandra Hansen-Bingas, „Rechtsanwältin in Berlin, Chronia polla! Durchhalten und Negativbleiben – toi toi toi! Dein Klaus“, und Mutter Christl gratuliert ebenfalls: „Meine Lieblingstochter, geniale Vorleserin und Webseminarleiterin, herzliche Glückwünsche und Umarmung von der Obermosel“/ Johannes Heyne (50), Bezirksverordneter in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf (FDP) / Igor Jeftić (50), Schauspieler / René Kollo (84), Tenor / Kurt Krömer (47), Kabarettist / „Gute Wünsche für unseren tollsten Kieznachbarn Michael Krug (63) von Petra und Klaus“ / Inge Mahn (78), Bildhauerin / Jan Peter (53), Regisseur und Autor / Anja Schüller, „Angie, there ain’t a woman that comes close to you. Angie, I still love you. BT“ / Theresia Walser (54), Dramatikerin
Sonntag – Inka Bause (53), Schlagersängerin, Moderatorin und Schauspielerin / Otto Fricke (56), für die FDP im BT / Gabriele Hiller (62), ehem. für die Linke im AGH (2001-16) / Dr. Regina M. Krause (71), „Allgemeinärztin, Kuratorin, feministische Aktivistin“
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Gestorben – Paul-Gerhard Fränkle, * 2. Juni 1937, Pfarrer / Uta Ganschow, * 23. Februar 1947 / Burkhard Horn, * 21. Juli 1938 / Hildegard Irrgang, verstorben am 10. November 2021 / Heide Jordan, * 13. August 1944
Stolperstein – Heute wäre der Geburtstag von Lucie (Luise) Rittler (geb. Israel), die im Jahr 1899 in Breslau/ Wroclaw geboren wurde. Am 20. Januar 1944 ist sie in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert worden, wo sie von den Nationalsozialisten ermordet wurde. In Moabit erinnert ein Stolperstein in der Thomasiusstraße 7 an Lucie Ritter.
Encore
Nirgendwo in Deutschland sind die Menschen so unglücklich wie in Berlin, wusste neulich der „Glücksatlas“. Was soll man darauf erwidern? Thomas Wochnik weiß es: „Na, zum Glück! Wo wäre das Unglück besser aufgehoben als in der Stadt, in der es schon immer möglich war, schlecht gelaunt auf einen Geburtstag zu gehen und mit gepflegter Miesepetrigkeit alle anderen zu unterhalten? Man versuche das mal woanders: Kaum hat man seinen Zynismus mit süffisanter Geste in die Menge posaunt, klebt schon eine Traube unerträglich gut gelaunter Spaßmenschen an einem dran, die versucht, einen aufzuheitern. „Komm, lach doch mal, sieh es positiv!“ Von Einladungen, auf denen steht, man solle gute Laune mitbringen, fühlten sich Berliner:innen schon immer unter Druck gesetzt. Sie bedeuten nämlich: „Komm gerne, lass aber dein wankelmütiges Selbst zu Hause, hinter verschlossener Tür, im Dunkeln und allein.“ Den ganzen Text lesen Sie hier (Tplus). Was für ein Glück.
Mitrecherchiert hat heute Thomas Lippold. Das Stadtleben getextet hat Sarah Borufka. Serviert wird Ihnen dieser Newsletter von Lionel Kreglinger. Wir lesen uns kommende Woche wieder, morgen begrüßt Sie hier Ann-Kathrin Hipp. Bis bald,
