Künftig können Corona-Impfungen in Berlin drei Monate nach der Zweitimpfung aufgefrischt werden. Bisher waren Booster erst nach fünf Monaten möglich. „Ab Montagabend können online und ab Dienstagabend in der Hotline Termine zum Boostern nach drei Monaten gebucht werden“, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) dem Checkpoint. Die Senatorin geht davon aus, dass auch die Ständige Impfkommission eine kürzere Frist empfehlen werde. „Wir erwarten, dass die Stiko in Kürze entscheidet“, sagte Kalayci. „Das wäre eine gute Entscheidung.“ Bereits am Freitag hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gesagt, er rechne mit einer zeitnahen Stiko-Entscheidung.
Berlin ist das erste Bundesland, das eine Auffrischungsimpfung nach drei Monaten explizit ermöglicht – in den meisten sind aktuell fünf oder sechs Monate Abstand einzuhalten, einige Städte und Kommunen boostern nach vier. Mit der Verkürzung der Frist folgt Berlin dem Rat führender Corona-Expert:innen. Biontech-Chef Uğur Şahin hatte sich vor einer Woche für die Auffrischung nach drei Monaten ausgesprochen. Charité-Virologe Christian Drosten hatte schon im November eine deutlich frühere Frist als sechs Monate befürwortet. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA gab kürzlich an, Boostern nach drei Monaten sei möglich.
Die bisherige Fünfmonatsfrist war von den Berliner Impfzentren teilweise streng ausgelegt worden. Der Malteser Hilfsdienst, der das Impfzentrum auf dem Messegelände betreibt, teilte am Sonntag auf Anfrage mit, die Mitarbeiter:innen seien „von der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit dazu angehalten, dass diese vorgegebene Frist nicht unterschritten werden darf – auch wenn es sich nur um wenige Tage handelt“. Man sei „an die Vorgaben gebunden“, sagte Diana Bade, Pressereferentin der Malteser. Die ändern sich nun.
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Wo wir schon beim Thema Corona sind: Während die Niederlande in den Lockdown gehen, wurde am verkaufsoffenen Sonntag nicht nur in NRW, sondern auch in Berlin eifrig weihnachtsgeshoppt. Bund und Länder wollen am Dienstag über das weitere Vorgehen angesichts der Omikron-Variante beraten (mehr hier). Der neue Corona-Expertenrat der Bundesregierung hatte kurz zuvor ein Statement veröffentlicht, in dem er „Handlungsbedarf“ feststellte (Volltext hier). Der ehemalige Mahner und neue Gesundheitsminister Lauterbach schloss einen Lockdown vor Weihnachten aus, währendKlaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, dem Tagesspiegel sagte: „Die Gefahr besteht, dass wir in einen neuen Lockdown müssen.“ Das Corona-Schneegestöber ist fast perfekt.
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Wenig weihnachtlich geht es bei den Bezirksgrünen in Mitte zu. Stellt sich die Fraktion gegen ihren eigenen Bezirksbürgermeister? Nachdem Bürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) eine hohe Verwaltungsstelle im Bezirk mit einer Person besetzte, die in seinem Wahlkampfteam war und im Vorstand der Grünen Mitte ist (CP von Freitag), kritisiert seine eigene Fraktion von Dassel öffentlich und deutlich: „Wir stellen das Verhalten des Bezirksbürgermeisters stark in Frage und fordern Aufklärung über den Ablauf des Stellenbesetzungsverfahren“, schreibt die Grünen-Fraktion Berlin-Mitte am Sonntagabend in einem Statement. Man stehe als Grüne für Transparenz und Glaubwürdigkeit und sei „überrascht von der Auswahl einer Person, die sowohl parteipolitisch als auch in der Verwaltung eine Schlüsselrolle in dem Bezirk einnehmen soll und in seinem (von Dassels, Anm.) Wahlkampfteam aktiv war“. Die Fraktion betonte, sie sei erst kurzfristig über die Stellenbesetzung informiert worden und fordert Aufklärung.
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Hier würde einer unserer berüchtigten Gags stehen. Aber auch uns ist in der Pandemie das Lachen vergangen. Zum Glück kennen wir einen genialen Weg raus aus der Tristesse:
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Wir bleiben in Mitte und schauen politisch eine Ebene höher. Am morgigen Dienstag soll der Koalitionsvertrag unterzeichnet und Franziska Giffey als Bürgermeisterin gewählt werden. Nachdem sie die Öffentlichkeit lang genug auf die Folter gespannt hat, will die SPD heute um 9 Uhr endlich ihre Senator:innen bekanntgeben (Livestream hier). Wie nd-Redakteur Nicolas Šustr schreibt, will sie das ausgerechnet in einem Gebäude der GSG (Gewerbesiedlungs-Gesellschaft) tun. Handwerksbetriebe werfen dem großen Gewerbevermieter Verdrängung vor (nd, 20.12.2019). Hoffentlich kein Omen für geplante Aktivitäten des oder der neuen Stadtentwicklungssenator:in…
Die Grünen haben derweil ihre Staatssekretär:innen gecastet und verkündet: Bettina Jaraschs bisheriger Sprecher Markus Kamrad soll Staatssekretär für Verbraucherschutz werden, Silke Karcher für Umwelt, Meike Niedbal für Verkehr. Die zukünftige Wirtschaftssenatorin Ulrike Gote benannte den Arzt und Psychotherapeuten Thomas Götz (Gesundheit und Pflege) und die Juristin Armaghan Naghipour (Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung), Finanzsenator in spe Daniel Wesener Barbro Dreher und Jana Borkamp (beide Finanzen).
RGR hat also bald fertig. Guter Rat für die neue Koalition kommt von der scheidenden Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne): „Die These, dass man selbst besser dasteht, wenn man den Koalitionspartner öffentlich kritisiert, hat sich in den vergangenen Jahren nicht bestätigt. Ganz im Gegenteil“, sagte sie im Interview mit Julius Betschka und Sabine Beikler.
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Apropos Giffey: Die Bald-Regierende lief am 16.12. auf dem Alex dem Ex-Journalisten Martin Lejeune vor die Kamera, der bis vor kurzem Querdenker:innen-Aktivist war, und ließ sich bereitwillig von ihm interviewen. Lejeune veröffentlichte das Video, in der Giffey der Polizei dankt, auf Youtube. Was war los? „Die Person war ihr nicht bekannt“, teilt der SPD-Landesverband Berlin auf Nachfrage mit, Giffey sei spontan angesprochen worden. Da geben wir gern Nachhilfe: Lejeune ist umstritten, war 2020 auf etlichen Corona-Demos und berichtete im Sinne der Bewegung; bekannt ist er außerdem für seine Unterstützung Erdo ğans sowie für antisemitische Äußerungen, er trat zudem im russischen Propaganda-Sender „RT Deutsch“ auf. 2017 erhielt er den Negativpreis „goldener Aluhut“ für Verschwörungserzählungen. Von der „Querdenken“-Bewegung distanziert Lejeune sich neuerdings.
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Let’s talk about: Hirngespinste, lockere Schrauben und, ja, auch über die Psychiatrie. Sonja Koppitz zeigt in ihrem sehr persönlichen Reportage-Podcast, wie es dort ist, wie es danach weitergeht und wie man seiner Seele Gutes tun kann.
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„Wir müssen uns eingestehen: Der Staat hat sein Versprechen auf Schutz, auf Sicherheit und Freiheit nicht einhalten können“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Sonntagabend in der Gedächtniskirche. Hier wurde gestern Abend der Opfer des islamistischen Terroranschlags am Breitscheidplatz gedacht, der sich zum fünften Mal jährte. Wie meine Kollegin Sabine Beikler berichtet, erklangen 13 Glockenschläge im Gedenken an die Getöteten. Ihre Namen sind Anna und Georgiy Bagratuni, Nada Cizmar, Fabrizia di Lorenzo, Dalia Elyakim, Lukasz Urban, Sebastian Berlin, Christoph Herrlich, Klaus Jacob, Angelika Klösters, Dorit Krebs, Peter Völker und Sascha Hüsges.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Noch mehr Corona 1: Impfpannen gab es am Wochenende natürlich auch. Am ICC waren es am Samstag Technikprobleme, wegen der 500 Erwachsenen-Impfungen bis 14 Uhr kurzfristig in andere Impfzentren verlegt werden mussten. Beschaulicher war die Panne im Naturkundemuseum, wo Kinder geimpft werden: Termine wurden ab neun Uhr vergeben, nur öffnete das Museum erst um 10 Uhr. Neun Termine waren laut Gesundheitsverwaltung betroffen.
Noch mehr Corona 2: 500.000 Menschen sind mittlerweile von „Long Covid“ betroffen. Heute wollen führende Mediziner:innen den ersten Fachverband für die Langzeiterkrankung gründen – und zwar in Berlin, wie Hannes Heine erfuhr. Eines der Gründungsmitglieder ist Charité-Ärztin Carmen Scheibenbogen. Sie ist Expertin für das Chronische-Fatigue-Syndrom, das als typische Folge schwerer Corona-Verläufe auftritt.
Nachtrag: Für den Freitags-Checkpoint hatten wir alle im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien gefragt, ob sie von der Radikalisierung der „Querdenker:innen“-Bewegung „überrascht“ seien (CP von Freitag). Alle antworteten – bis auf die AfD. Die reichte ihre (ihrerseits wenig überraschende) Antwort nach Erscheinen des Newsletters nach: „Eine Radikalisierung der Proteste kann ich nicht erkennen“, gab AfD-Innenpolitiker Karsten Woldeit zu Protokoll. „Im Übrigen überrascht mich die Entwicklung nicht.“
Auch vor der Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg finden seit einiger Zeit montags Demonstrationen gegen die Coronapolitik statt. Die Anwohner:innen-Initiative Gethsemanekiez stellt sich nun öffentlich dagegen: Da die Proteste sich zuletzt verschärft hätten, wolle man sich „ausdrücklich gegen die Vereinnahmung dieses historischen Ortes und der Symbole der friedlichen Revolution in der DDR“ wehren, heißt es in der Erklärung. Heute ab 17:30 Uhr ruft die Initiative zu einem Treffen an der Kirche auf.
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Wenn Sie heute nur Zeit für einen einzigen Text haben, empfehle ich Ihnen diese Reportage über zwei ehemals in China internierte Uigurinnen. Wie bis zu 1,5 Millionen Menschen waren Gulbahar Haitiwaji und Qelbinur Sidik in einem Lager der chinesischen Regierung eingesperrt. Das Volk der Uiguren wird seit Jahren von China unterdrückt, interniert, „umerzogen“, teilweise außerdem gefoltert und zwangssterilisiert. Haitiwaji und Sidik sind aus Xinjiang entkommen. In Berlin haben sie meinem Kollegen Cornelius Dieckmann ihre Geschichten erzählt – und die Welt sollte zuhören.
Nachdem Obdachlose am Samstag mithilfe von Aktivist:innen ein leerstehendes Haus in Mitte besetzen, sollen sie vorübergehend darin wohnen dürfen. Das teilte Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) am Sonntag mit. Es gebe eine „Vereinbarung“ mit dem Eigentümer. Um den Wohnblock streiten sich Bezirk und Eigentümer Arcadia Estates seit Jahren.
6600 Berliner Kinder (beziehungsweise ihre Eltern) haben 2021 die Einschulungsuntersuchung geschwänzt – etwa ein Fünftel. Das erfuhr mein Kollege Hannes Heine. Grund ist laut Bildungsverwaltung die Personalnot der Gesundheitsämter.
Kommen wir zu den schöneren Themen. Wohnen Sie in Spandau? Dann haben Sie jetzt die einzigartige Gelegenheit, Kontakt zu Bewohner:innen anderer Bezirke aufzunehmen. Das Bezirksamt bietet allen Spandauer:innen an, kostenlos eine Postkarte „an einen Kontakt Ihrer Wahl außerhalb unserer Bezirksgrenzen“ zu schicken. Kostenlos, versteht sich. Die Beglückten erhalten sogar das Magazin „Auf nach Spandau“ obendrauf. Es lebe die überbezirkliche Freundschaft! P.S.: Natürlich freut sich auch Team Checkpoint über Neujahrsgrüße aus dem ach-so-fernen Spandau.
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„Eine Runde Berlin“: In der neuen Podcastfolge trifft „Tagesspiegel Checkpoint“-Redakteurin Ann-Kathrin Hipp Antilopengangmitglied und Musiker Danger Dan. Ein Gespräch über das Leben, den Tod, Fischstäbchen mit Spinat und Rio-Reiser-Predigten an Heiligabend. Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Auch der Immobilienmarkt grüßt: Nachdem die neue Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) öffentlichkeitswirksam nach einer Sechs-Zimmer-Wohnung in Berlin fahndete (CP von Freitag), möchten wir auch dem Steglitz-Zehlendorfer Bundestagsabgeordneten Thomas Heilmann (CDU) eine Chance geben. Der sucht nämlich ein neues Büro (Q: Facebook). Wer diesen Newsletter aufmerksam liest, weiß: Von dort aus werden bald bestimmt ganz besondere Wahlkampf-Werbeschreiben versandt – auch wenn das nicht immer erkennbar ist (CP vom 13.9., 10.9. & 9.9.).
Fast so rar wie Bleiben in Berlin sind unbefristete Stellen an den Unis der Stadt. Nicht einmal ein Drittel der Stellen von wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen in Berlin sind unbefristet. Das geht aus einer schriftlichen Anfrage von Tobias Schulze (Linke) hervor. Demnach sind lediglich 2.003 der 6.737 (ohne Drittmittelbeschäftigte) Stellen nicht befristet.
Befristet war offenbar auch das Engagement eines Bürgers. Das erste Mal seit 15 Jahren steht kein Weihnachtsbaum vor dem Kreuzberger Rathaus. Wie sich herausstellt, hatte das Bezirksamt mit dem Baum herzlich wenig zu tun – und scheint sich auch nicht sonderlich darum zu scheren, wie aus einer Anfrage von Timur Husein (CDU) hervorgeht. „Der Weihnachtsbaum wurde in den vergangenen Jahren von einem Kreuzberger Anwohner gespendet und aufgestellt“, das Bezirksamt habe lediglich beim Aufstellen geholfen und den Strom bezahlt, heißt es in der unweihnachtlich-nüchternen Antwort. Nun habe der Anwohner sich eben nicht „wie gewohnt“ gemeldet. Wer kennt den anonymen Baumspender, damit wir ihm zumindest im Checkpoint für 15 Jahre Begrünungs-Einsatz danken können?
Sein Name ist Röttgen, James Röttgen. Oder etwa nicht? Ist ja auch egal. „Norbert Röttgen kann ja jetzt der nächste Bond werden“, schlug die Journalistin Yasmine C. M’Barek vor, nachdem nicht Röttgen, sondern Merz zum CDU-Vorsitzenden gekürt wurde. Der war prompt Feuer und Flamme: „Wo kann man sich bewerben?“ Ehrlich gesagt: Keine Ahnung. Aber Lorenz Maroldt weiß immerhin, welche Blockbuster auf uns zukommen, schmeißen Sie die Popcornmaschine an: „JAMES BOND JAGT Dr. Merz“ ++ „LIEBESGRÜSSE AUS Meckenheim“ ++ „RepräsentANTENFIEBER“ ++ „Man kandidiert nur zweimal“ ++ „DER MANN MIT DEM GOLDENEN Lichtring“ ++ „IN vergeblicher MISSION“ ++ „LIZENZ ZUM Erröten“ ++ „DIE CDU IST NICHT GENUG“ ++ „Kandidier‘ AN EINEM ANDEREN TAG“ .
Zitat
„Mit der Öffnung des Internets für Gefangene kommt die Berliner Justiz dem gesetzlichen Auftrag nach, das Leben in Freiheit dem Leben in Haft anzugleichen.“
Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) über Internetzugang für Gefangene (Pressemitteilung 17.12., 12:11 Uhr).
Zwei Stunden später wurde korrigiert: Man wolle „das Leben in Haft dem Leben in Freiheit angleichen“, nicht umgekehrt. Puh!
Tweet des Tages
Geboostert – und dann hat man mir noch gesagt, dass ich eine Woche lang keinen Sport machen darf. Halleluja!
Stadtleben
Essen & Trinken – Nur wenige Tage verbleiben, die Weihnachtsmenüs zu kreieren. Oder beim Kiezflaniergang gewieft zusammenzustellen: Für Hauptgang und für Appetizer empfehlen wir einen Ausflug ins Wilmersdorfer Chuchichäschtli (Holsteinische Straße 19), das vor Schweizer Delikatessen zu bersten droht. Seine kräftige Fonduemischung mixt der kleine Laden selbst, alternativ zieren ein Dutzend Raclettekäse-Sorten die Regale – zwischendurch wollen Rösti und Pasteten verkostet werden. Fürs Dessert geht es in die Prenzlberger Werkstatt der Süße (Husemannstraße 25), deren Christstollen unsere Genussredaktion gerade zum besten der Hauptstadt kürte: Das edle Gebäck erstehen Sie für 11,50 Euro, filigrane Petit Fours und Schokoladenpralinen gibt‘s ab vier Euro dazu. Und in die Gläser? Sprudelt ein nobler Cocktail nach dem anderen! In stilgemäßer Weihnachtsbox liefert die Schöneberger Fabelei Lebkuchen- und Rosmarindrinks – samt Sherry, Likör und jeder Menge Rum (65 Euro). Wenn das keine munteren Tage verspricht?
Neu in Mitte – Ein daumengroßer Koch saust eilig über einen Esstisch, winzige Figuren hangeln sich Bilder einer Galerie entlang und wenige Meter weiter bricht urplötzlich der Boden auf. Ein konfuser Fiebertraum? Kaum: Seit 2009 lässt das belgische Kollektiv „Skullmapping“ ihre Ausstellungsräume von Lichtprojektionen erobern, die wie selbstverständlich in die Realität überspringen. Ein Teil der Projektionskunstwerke ist seit Samstag in den Räumen des Grand Hyatt-Hotels am Marlene-Dietrich-Platz zu bestaunen – erste Einblicke erhaschen Sie hier, Tickets erstehen Sie für 17/12 Euro unter diesem Link. Bis zum 8. Januar, täglich 8-22 Uhr.
Noch Hingehen & Flanieren – Wer gigantisch-grelle Weihnachtsmärkte dieser Tage penibel meidet, spaziert stattdessen in die Auguststraße 24: Unter den altbekannten Lichterketten des Hauses haben die neuen Betreiber des Clärchens eine Handvoll rot-weißer Holzbuden platziert. Die kleinen Stände bieten feil, was zum Mitte-Flanieren dringendst benötigt wird – neben Raclettepfännchen to go, salzigen und süßen Waffeln (am Stiel und mit heißen Kirschen, versteht sich!) dürfen Lebkuchen und ein, zwei, drei Bronzetassen Glühwein erstanden werden. Chronisch späte Weihnachtseinkäufer lockt das Tanzcafé mit eigener Clärchens-Präsentbox samt Zimtmandeln, Rotwein und Restaurantgutschein (30 Euro). Tassen in die Hand und losspaziert! Bis zum 23. Dezember, Di-Do 17-22 Uhr, U-Bhf Rosenthaler Platz
Last-Minute-Tickets – Verstaubte Dramen sind in Kreuzberg längst passé. Um selbst kleinste Staubansetzungen zu meiden, geht das BKA-Theater jedoch auf Nummer sicher – und spielt jeden Montag ein brandneues Stück: Nach Ideen des Publikums wirft sich das „Chaos Royal“-Ensemble improvisierte Zeilen zu, die von Gedichten und Songs bis zu Shakespear’schen Wirren reichen. Ab 20 Uhr und bei 2Gplus gibt das Team heute seine letzte „Impro à la carte“ vor Weihnachten, letzte Plätze ergattern Sie für 22 Euro hier – oder beim Checkpoint: Wir verlosen 3x2 Tickets.
Grübelstoff – 12 Tage noch, um die gehegten Neujahrsschwüre zur Umsetzung zu bringen. Und, um zu grübeln: Was wurde eigentlich aus Ihren guten Vorsätzen für 2021 – und welche drehen eine weitere Jahresrunde?
„Wünsch dir was“ – der Adventskalender für Berlin
Was wünschen Sie Berlin zu Weihnachten, Dennenesch Zoudé?
„Ich wünsche Berlin eine besser funktionierende Verwaltung, dann klappt das auch mit dem Flughafen und den Wahlen.“
Die Berliner Schauspielerin wurde mit der Serie „Gegen den Wind“ bekannt. Sie sitzt seit 2020 im Vorstand der Deutschen Filmakademie und spielte in der Miniserie „Unorthodox“ mit.
Foto: picture alliance / Uwe Anspach
Berlin heute
Verkehr – Hauptstadtregion: Anders als in Berlin starten die Brandenburger Weihnachtsferien bereits heute. An den Grenzen zum benachbarten Ausland kann es daher aufgrund von Einreisekontrollen zu längeren Wartezeiten kommen.
Breite Straße (Pankow): Rund um das Rathaus Pankow ist aufgrund einer Kundgebung mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen (17-21 Uhr).
Spandau: Infolge einer Demonstration kann es in der Altstadt zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen (17-20.15 Uhr).
Demonstration – Unter dem Motto „Solidarität ist unsere Stärke. Mit Impfung und Maske durch die Pandemie“ kommen 300 Personen vor dem Rathaus Pankow zusammen (17.10-20 Uhr). Auf dem Alexanderplatz protestieren die „Berliner Montagsdemos“ „gegen Hartz 4“, es werden 50 Teilnehmende erwartet (18-20 Uhr). In der Bölschestraße 113 halten 40 Demonstrierende eine Mahnwache für ein „konsequentes Nachtflugverbot von 22 Uhr bis 6 Uhr am Flughafen BER“ ab, angemeldet durch die „Friedrichshagener Bürgerinitiative gegen Fluglärm“ (19-20 Uhr). Im Rahmen des Demozugs „Einigkeit und Recht und Freiheit“ laufen 40 Personen durch die Spandauer Altstadt (17-20.15 Uhr).
Gericht – Der Prozess um den gewaltsamen Tod eines 77-Jährigen geht weiter. Der ehemalige Pastor soll in seiner Moabiter Wohnung ausgeraubt und erstickt worden sein. Zwei 22- und 25-Jährige sind angeklagt. Der ältere Angeklagte wurde allerdings nach dreimonatiger Verhandlung haftverschont. Er sei zum Tatzeitpunkt nicht in Berlin gewesen. Der Prozess steht vor dem Urteil (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal B 129).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Harry Bengsch ist Jahrgang 1926 und seine Augen blicken nicht mehr so gut durch. Sonst blickt er durch, ist wie seit Jahrzehnten immer bedacht und ein guter Ratgeber – Glückwunsch. Hans-Joachim Melchior“ / Alexander Gerlts (40), „Regisseur: Hipp, hipp, hurra! Hoch sollst du leben!“ / „Prof. Dr. Elmar Hartmann gratuliere ich ganz herzlich und danke für seine Vorträge ‚Über den Tellerrand‘. Hans-Joachim Melchior“ / Jürgen Lahl, „ehem. Chefapotheker im St. Gertrauden-Krankenhaus, herzlichen Glückwunsch und sei gewiss, ich lasse dich heute nicht alleine“ / Aito Garcia Reneses (75), ehem. Trainer bei Alba / „Lieber Valentin, zu Deinem 37. Geburtstag sendet Dir Deine olle Patentante die allerherzlichsten Wünsche, einfach ein langes glückliches Leben. Liebste Grüße aus Hamburg, Deine Mari“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Dr. Ruth Hommerich, * 28. März 1919 / Mirko Knüttel, verstorben am 19. November 2021, Berliner Stadtreinigung / Mark-Christian Rindtorff, * 15. Februar 1961 / Bruno Ritter, * 9. Oktober 1958, langjähriger Mitarbeiter der Universität der Künste
Stolperstein – Georg David Laufer (Jg. 1886) wohnte mit seiner Familie in der Wilmersdorfer Trautenaustraße 9. Im selben Haus führte der Pharmazeut eine Apotheke und Drogerie. Bei einem Angriff auf seinen Laden in der Reichspogromnacht am 9./10. November 1938 erlitt Georg Laufer schwere Verletzungen, Polizisten eines benachbarten Reviers griffen nicht ein. Wenige Wochen später – heute vor 83 Jahren – verstarb er an den Folgen des Angriffs. Sowohl seiner Frau Erna als auch seiner Tochter Ruth Laufer gelang später die Flucht aus Deutschland – der Stolperstein zu Georg Laufers Gedenken wurde 2016 auf Wunsch seiner Enkeltöchter Yael Reiser und Irit Bernstein verlegt. Beide nahmen mit ihren Familien an der Verlegung teil.
Encore
Weiter geht’s mit den von Leser:innen eingesandten Weihnachtsgedichten – heute ein Beitrag über Sonderrechte für Weihnachtsmänner:
Alle rennen hin und her,
suchen Geschenke oder mehr.
Finden endlichen den richtigen Code,
checken ein und sehen rot!
Da! Einer ohne Maske im Gesicht!
Das geht nun wirklich nicht.
„He, du, zieh‘ deine Maske an!“
„Aber ich bin doch der Weihnachtsmann“…
(Dieter Bergmann)
Rot gesehen hätte ich ohne Lotte Buschenhagen (Recherche und Stadtleben), Julius Geiler (Recherche) und Kathrin Maurer (Produktion). Morgen übernimmt hier Lorenz Maroldt. Bis bald!