ein Checkpoint-Leser will sich abmelden, vorübergehend; er schreibt:
„Mir gehen die täglichen Corona-Meldungen an die Nerven und auch an die Substanz. Im Moment höre ich keine Nachrichten mehr, ich versuche, mich selbst herunter zu fahren.“ Ich kann das gut verstehen, manchmal geht es mir ähnlich: Wie gerne würde ich mal wieder einen Checkpoint ohne Corona-Meldung schreiben oder lesen, wie gerne eine Unterhaltung führen, ohne über neue Zahlen, erkrankte Freunde oder mangelhafte Maßnahmen zu sprechen. Und wer sich umhört, stellt fest: Mit diesem Gefühl ist niemand lange allein.
Wir haben Hans-Joachim Ruhr dazu befragt – der Berliner Psychotherapeut rät: Einmal morgens informieren und einmal abends. Aber: „Bewegen Sie sich nicht ständig in Nachrichtenkanälen“. Und: Versuchen Sie nicht, sich mit Alkohol zu beruhigen, „damit erreichen Sie das Gegenteil von dem, was Sie wollen“. Ruhr empfiehlt, den Konsum gerade jetzt „wenn schon nicht einzustellen, dann doch wenigstens stark zu beschränken“.
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Wer am Wochenende in Berlin unterwegs war, konnte dagegen den Eindruck bekommen, das Motto lautet: Jetzt erst recht. Der „Glühwein to go“ ist zur rezeptfreien Überlebensmedizin geworden – für Spaziergänger, Shopper und Wirte im Lockdown (dazu auch heute unser „Encore“). Solange ein Becherchen mit Ruhe und Abstand genossen wird, ist dagegen wenig zu sagen. Doch offenbar halten viel zu viele Menschen aufgewärmten Alkohol bereits nach dem ersten Schluck für einen Zaubertrank, der sie immun macht gegen Viren aller Art. Die Zahlen (ja, wieder mal) weisen auf das Gegenteil hin.
In Bayern ruft Ministerpräsident Markus Söder deshalb jetzt den „Katastrophenfall“ aus – und das bedeutet u.a.: Ausgang nur noch aus einem besonderen Grund, außerdem kein Glühwein mehr in der Öffentlichkeit (und dort auch sonst kein Alkohol). Es kommentiert Michael Müller: „An der Berliner Regelung können sich andere Länder gern orientieren“ – er meint die strengeren Regeln zu Weihnachten. Aber ob das reicht, angesichts der täglich zu besichtigenden Eigenverantwortungslosigkeit und sich füllender Intensivstationen? Zwei von drei Berliner Warnampeln zeigen jedenfalls rot.
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Vor dem Impfstart fehlt noch immer genügend Personal – und dafür gibt‘s mehrere Gründe:
1) Gesucht werden Ärzte aus KV-Vertragspraxen – eine CP-Leserin, angestellte Assistenzärztin (Dr. med.), schreibt uns: „Ich wollte mich freiwillig zur Mitarbeit im Impfzentrum melden, wurde aber von der KV abgelehnt. Völlig absurd – ich impfe jeden Tag Patientinnen und verabreiche Chemotherapien. In der Klinik habe ich selbstständig Geburten betreut und operiert. Aber eine simple Impfung während der Pandemie darf ich nicht überwachen.“
2) Die Impfärzte haften persönlich für Schäden – bei einem völlig neuen Impfstoff ist die Zurückhaltung da nachvollziehbar. In den FAQ zu den Impfzentren wird ihnen mitgeteilt: „Bitte prüfen Sie, ob die abgeschlossene Berufshaftpflichtversicherung die Impftätigkeit in Impfzentren einschließt.“
3) Selbstständige Fachärzte gehören oft selbst zur Risikogruppe – da locken auch die ausgelobten 120 Euro pro Stunde nicht unbedingt. (Zum Thema Impfen heute auch der „Tweet des Tages“)
Ein neues Testzentrum öffnet heute in der Goerzallee 305a (ein PCR-Test kostet 69 Euro) – allerdings ist zu hoffen, dass die Ergebnisse akkurater sind als die Ortangabe in der PR-Mitteilung des Fresenius-Instituts: Dort ist von einem „Bezirk Zehlendorf“ die Rede, den es seit 2001 nicht mehr gibt. Zudem liegt die Goerzallee 305a in Steglitz, und ganz genau: in Lichterfelde. Aber was soll’s – kann ja jedem mal passieren (und wer wüsste das besser als der Checkpoint): Friedrichstraße oder Französische Straße, negativ oder positiv – Hauptsache, Steglitz-Zehlendorf. (Weitere Infos und Online-Anmeldung hier, mehr zu „Friedrichstraße vs. Französische Straße“ weiter unten).
Unsere Kolleginnen Saara von Alten und Silvia Perdoni sind der Frage nachgegangen, wie gut die jetzt überall in der Stadt angebotenen Testzentren sind – Ihren Bericht finden Sie hier.
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Fünf Jahre nach Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens tritt der Klimaschutz auf der Stelle. Mit transformativen Klimapartnerschaften wollen wir den internationalen Klimaschutz in Schwung bringen. Darüber diskutieren wir mit hochkarätigen Gästen aus Politik, Forschung und Klimabewegung.
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Ankündigung auf der Titelseite der „Welt am Sonntag“: „Elon Musk, der berühmteste Gründer, Ingenieur und Visionär der Welt, spricht im Interview mit Mathias Döpfner über seine Pläne, die größte Herausforderung der Menschheit und die wichtigste Erfindung aller Zeiten. Und über die Frage nach dem Sinn des Lebens.“ Puh. Berühmtester Visionär der Welt, größte Herausforderung der Menschheit, wichtigste Erfindung aller Zeiten, Antwort nach dem Sinn des Lebens… so hatte ich mir eigentlich mein erstes Interview mit Gott vorgestellt – und hieß der berühmteste Ingenieur des Weltalls nicht eigentlich Daniel Düsentrieb?
Renate Künast weist in diesem Zusammenhang zurecht darauf hin, dass die Antwort auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ laut Douglas Adams bekanntlich „42“ lautet; allerdings kommen wir in unserem Kurs „Mathe mit dem Checkpoint“ nur auf „41“ (und Musk kommt immer nur auf „Tesla“). Insofern wäre Gott als zweite Quelle schon ganz interessant – aber der ist wohl gerade wieder per Anhalter durch die Galaxis unterwegs (während Musk es ja noch nicht mal bis zum Mars geschafft hat).
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Drei Willy-Brandt-Autobiografien habe ich vor vielen Jahren gelesen, sie stehen noch in meinem Bücherregal (alles Erstausgaben, wenn auch leicht verstaubt): „Mein Weg nach Berlin“ (1960), „Begegnungen und Einsichten“ (1976) und „Links und frei“ (1982). Heute vor 50 Jahren kniete Brandt, damals Bundeskanzler, bei einem Staatsbesuch in Polen vor dem Mahnmal für den Aufstand im Warschauer Ghetto nieder – sprachlos.
Auf Seite 525 seiner „Begegnungen und Einsichten“ beschreibt er den Moment so: „Unter der Last der jüngsten Deutschen Geschichte tat ich, was Menschen tun, wenn die Worte versagen; so gedachte ich der Millionen Ermordeten.“ In Deutschland gab es „hämische Kommentare“ (Brandt), in Polen registrierte der Kanzler Betroffenheit – niemand äußerte sich. Doch am nächsten Morgen ergriff Ministerpräsident Cyrankiewicz im Auto Brandts Arm und sagte, seine Frau habe abends eine Freundin in Wien angerufen; beide hätten am Telefon bitterlich geweint.
Heute u.a. in unserem Angebot „T plus“ (nur mit Abo):
Kaufen im Kiez: Zwölf Tipps für Weihnachtsgeschenke aus den Berliner Bezirken. Hochwertig, hochprozentig, handgemacht: Etwas Besonderes fürs Fest findet man oft nebenan. Wir empfehlen Läden, die einen Besuch wert sind – analog oder digital. Von Carlotta Cölln, Gerd Appenzeller, Corinna von Bodisco und Thomas Loy.
Morrissey, Naidoo, Nena und Co.: Der Schmerz, der bleibt, wenn die Helden der Jugend sich entzaubern. Prominente verabschieden sich ins Lager der Corona-Skeptiker, Vorbilder driften ab. Für Fans ist das dramatisch – denn es stellt sie selbst infrage. Von Hannes Soltau.
„Meine Freundin ist verschwunden“: Erst war es nur ein Kratzen im Hals. Aber bald konnte Nora kaum noch aufstehen. Seit dem 9. März 2020 hat unsere Autorin Marion Kaufmann sie nicht mehr gesehen – Nora leidet am chronischen Erschöpfungssyndrom. Wegen Corona gibt es wohl bald mehr solcher Fälle.
Berliner Schnuppen
Telegramm
41 Leute feierten in Lichtenberg eine illegale Karaoke-Party – offenbar hatte ihnen niemand gesagt, dass der Titel „Spiel mir das Lied vom Tod“ von Ennio Morricone ein Instrumental ist. Die Polizei machte einen PCR-Schnelltest (Polizeicomputer-Research), bei knapp 10% der Anwesenden (exakt 4) lautete die Diagnose: „Haftbefehl positiv“. Für sie stehen jetzt neu auf der Checkpoint-Playlist Elvis Presley mit „Jailhouse Rock“ und Johnny Cash mit dem „Folsom Prison Blues“.
142.000 Mal fordern Bundestagsabgeordnete pro Jahr die Fahrbereitschaft an – das macht im Schnitt pro MdB an jedem Sitzungstag 3 Touren. Mitunter geht es zum Shoppen ins Kadewe (mit der Anweisung, im Parkverbot zu warten) oder auch schon mal mit einer Kiste Champagner raus zum Wannsee, schreibt die „Morgenpost“.
Schön auch folgende Passage: „Manche Abgeordnete ließen sich erst ein paar Ecken entfernt von ihrer schwarzen Limousine auflesen, während ihre Nachbarn sie mit dem Fahrrad das Haus verlassen sehen.“ Vom Senat sind da andere Geschichten zu hören: Hier soll es vorkommen, dass Regierungsmitglieder ein paar Ecken vor dem Ziel ihren Dienstwagen verlassen, damit die Medienvertreter sie zum PR-Termin mit dem Fahrrad vorfahren sehen.
Am Wochenende ist übrigens ein Hakenkreuz im Bundestag aufgetaucht – irgendjemand hat es in eine Fahrstuhltür geritzt. Werden sicher wieder nur irgendwelche „Gäste“ gewesen sein.

Das Projekt @wasihrnichtseht macht Rassismuserfahrungen von Schwarzen sichtbar. Wir machen das durch eine Kooperation an dieser Stelle auch.
Mit ihrem „Jesöff“ (heißt wirklich so)wollen Markus Krönert und Maxim Wermke das „Sterni“ vom Himmel holen – der Gewinn des „ersten sozialen Berliner Billigbiers“ (inzwischen in 30 Spätis zu haben) fließt in diverse gemeinnützige Projekte, während das Sternburger die Kassen von Dr. Oetker füllt. Unser Kollege Patrick Volknant hat’s getestet, sein Urteil: „Bei den Kopfschmerzen am nächsten Morgen lässt sich kein Unterschied zum Original feststellen.“
In der vergangenen Woche stellte die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Haushaltsuntreue gegen Baustadtrat Florian Schmidt ein (mehr dazu hier) – doch zu Beginn dieser Woche droht ihm neuer Ärger, diesmal wegen der Rigaer Straße 94: In einem Gutachten (Basis: „Aktenlage“) bestätigt die Oberste Baubehörde erhebliche Mängel beim Brandschutz (u.a. wegen illegaler Umbauten) – diese hatte auch die Bauaufsicht des Bezirks registriert, blieb aber auf politische Weisung hin untätig. Beauftragt hatte das Gutachten die Bezirksaufsicht der Innenverwaltung.
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Zum ersten Mal seit dem 15. März ist gestern wieder eine Maschine der israelischen Airline „El Al“ von Tel Aviv nach Berlin geflogen – und damit zum allerersten Mal überhaupt auf dem BER gelandet. Zwei Mal pro Woche wird der neu eröffente Flughafen ab jetzt angesteuert – in Israel gibt's allerdings immernoch ein Einreiseverbot für alle, die dort nicht ihren Lebensmittelpunkt haben.
Auf die Konjunktur müssen wir noch ein Weilchen warten, dafür gibt’s bald (21.12.) eine „Konjunktion“: Jupiter und Saturn kommen sich so nah wie zuletzt vor 794 Jahren – und wie davor bei der Geburt von Jesus Christus (als astrologisches Phänomen auch bekannt unter dem Titel „Stern von Bethlehem“). Das setzt dem Jahr 2020 irgendwie die Corona auf.
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Als gemeinsame Abende noch möglich waren, hatte mich das Berliner Gründerpaar Julius Bertram und Sarah Seeliger von der gemeinnützigen UG „Librileo“ zu einem Salon eingeladen. Dass wir seitdem etwas auf Abstand gegangen sind, hat nur mit Corona zu tun –ihr Leseförderprogramm ist eine super Idee (was auch die Familienministerin so sieht). Für die langen Tage mit Kindern haben die beiden „Leoplus“ aufgelegt: Prominente lesen Bücher vor – und Familien, die Leistungen vom Jobcenter erhalten, können sich hier kostenfrei registrieren (ansonsten 3,99 im Monat).
Hier noch ein Tipp für alle, die gerne Golf spielen: Bei unserem Advents-Quiz gibt es 45 schöne Preise zu gewinnen (u.a. Greenfee-Gutscheine, Platzreifekurse, Mitgliedschaften, Schläger, Bälle…) – und falls Sie sich vorher noch einlesen wollen: Auf unserer Seite „golf.tagesspiegel.de“ geht das ganz spielerisch.
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Kein Fehler im Checkpoint hat jemals so viel verdiente Schadenfreude hervorgerufen wie die exklusive Meldung von der Schließung des U-Bahnhofs Friedrichstraße – gemeint war natürlich der U-Bahnhof Französische Straße (unter der Friedrichstraße). Kommt vermutlich von zu viel Sonntag- und Nachtarbeit (wussten Sie übrigens, dass 25% aller Berliner Beschäftigten regelmäßig sonntags arbeiten?), zu viel Glühwein (Scherz!) und zu wenigen Erdnüssen (Versorgungsengpass).
Vermutet wurde von Ihnen u.a. ein zu langer Aufenthalt im „Windhorst“ (leider nicht, hat ja zu), ein bewusster „Hallo-Wach-Test“ und ein unbewusster Freud‘scher Verschreiber. Und S-Bahnchef Peter Buchner schrieb: „Guten Morgen liebe Checkpointer, das ist ja mal wieder eine Sensation, die Sie heute enthüllt haben, und dann bescheiden mitten im Text präsentieren. Oder war das nur ein Beitrag im Schreibfehler-Bingo? ;-)“ Immerhin: keine Entgleisung – Treffer, versenkt.
Die S-Bahn verteilt am Mittwoch übrigens an allen großen Umsteigebahnhöfen Creme-Tuben – weil auch in Corona-Zeiten nicht einmal die Hände rau werden sollten.
Zitat
„Mir ist schnuppe, ob jemand im Libanon, der Türkei, in Wanne-Eickel oder in Steglitz geboren ist. Wer auf diesen Rechtsstaat pfeift, kriegt es mit dem Rechtsstaat zu tun.“
Neuköllns Bürgermeister Martin Hikel (SPD) meint, dass Strukturen von Organisierter Kriminalität zu lange als Kleinkriminalität abgetan wurden – und „die gesellschaftliche Linke viel zu lange aus falsch verstandener Toleranz zugeschaut“ hat. (Q: Interview im Tagesspiegel).
Tweet des Tages
Ich habe aus medizinischen Fachkreisen interne Informationen erhalten, dass die COVID-Impfung offenbar von einem gutaussehenden Arzt Anfang 30 oberkörperfrei durchgeführt wird. Zudem stellt die Regierung Pflaster mit Tiermotiv zur Verfügung. Ich lasse mich auf jeden Fall impfen!
Antwort d. Red.:
Stadtleben
Rezeptideen – Mut zum Holzweg! Die würzigen Aromen der Weihnachtsbäume mögen auf dem klassischen Speiseplan noch keinen Platz gefunden haben, doch die spitzen Gewächse bergen Potential – besonders die Kiefer gilt als hölzerne Delikatesse. Grund, sich an die Rezepte unserer Genussredaktion zu wagen: Zum frischgebrühten Astscheibentee (mitsamt Rinde!) reicht mein Kollege Felix Denk selbstgequirltes Nadelpesto. Dafür einfach Parmesan, Walnüsse und Olivenöl mit einer Handvoll Kiefernnadeln in den ratternden Mixer geben – etwas Salz dazu und ab aufs Brot, wo sich die „harzigen Noten“ herrlich entfalten. Wohl bekomm’s! Für noch mehr urig-waldige Inspiration klicken Sie sich hier entlang.
Noch Nachtisch? Selbst als zuckrige Macarons lassen sich die Aromen der Wälder verputzen: Zur Weihnachtskollektion der Zehlendorfer Patisserie Loti Panton – inklusive kräftigem Kiefer-Gebäck – gelangen Sie unter diesem Link.
Von True Crime bis zum Adventsspaziergang: Das ganze Stadtleben gibt's mit Tagesspiegel-Plus-Abo.
Adventsspaziergang – Mantel geknöpft und hinaus in die Stadt: Lichter und Türchen finden maskierte Flanierer derzeit virenkonform abseits des Hackeschen Markts. Um denen zu helfen, die durch Corona in Not gerieten, wandeln sich die dortigen Höfe zum erlaufbaren Adventskalender – und sammeln Charity-Erlöse. Zudem locken Weihnachtseclairs, Gutscheine und Spontankonzerte, bei denen selbst Knecht Ruprecht nicht fehlt: Wer neugierig ist, wirft hier einen Blick auf das Programm. Checkpoint-Tipp: Kleine Berliner hinterlassen ihre Wunschzettel an den Zweigen des vierten Hofs – wer die wohl lesen mag?
Geschenk – Strümpfe unterm Weihnachtsbaum sind schon längst nicht mehr verpönt – besonders dann nicht, wenn sie sich mit grellbunten Pop-Art-Mustern um die Füße der Beschenkten schlingen. Doch was tun, wenn auch die schicksten Paare irgendwann von hartnäckigen Löchern heimgesucht werden? Poppiger Nachschub flattert Sockenfanatikern per Strumpfabo in den Briefkasten: In monatlichen Sockenpaketen lässt „Say it with a Sock“ ein wild gemustertes Paar nach dem nächsten in die heimischen Schubladen wandern – vom Kaktus- bis zum Kängurudruck. Ein Abo gibt‘s für ca. 11 Euro pro Päckchen, zur Bestellung bitte hier entlang.
Schmökern – Und in jene Tiefen der Berliner Unterwelt tauchen, in denen Schurken und Verbrecher lauern: Wer sich nach schauriger True Crime sehnt, versinkt in den Berichten unseres Kollegen Lutz Göllner. In „Ganoven, Mörder, Panzerknacker“ lässt er zwanzig berüchtigte Kriminalfälle Berlins Revue passieren, die teils noch auf ihre Lösung warten – von den Agentenspielen des Kalten Kriegs bis zum Coup der Hertie-Räuber. Die Sammlung ergattern Sie für ca. 19 Euro im Tagesspiegel-Shop oder hier beim Checkpoint: Wir verlosen drei Exemplare! Dafür müssen Sie uns jedoch verraten, nach welcher Comicfigur sich ein legendärer Berliner Erpresser benannte – wer die Antwort weiß, schickt uns eine Mail.
Grübelstoff – Ein Hoch auf die Hauptstadt! Doch weshalb nennen wir diese eigentlich „Berlin“? Eine kurze Googlesuche verrät: Das Wort kommt vom slawischen „ber“ – zu Deutsch: „Sumpf“. Ganz schön unkreativ, könnte man meinen. Welchen Namen würde die Hauptstadt tragen, wenn ganz allein Sie ihn bestimmen dürften?
Berlin heute
Verkehr – A111 (Reinickendorf-Zubringer) AS Holzhauser Straße: Sperrung der Einfahrt auf die A111 stadtauswärts (9-16 Uhr, bis Freitag).
A10 (Südlicher Berliner Ring): Im Bereich zwischen AS Rangsdorf und dem Schönefelder Kreuz wird ein Abschnitt der Strecke in Richtung AD Spreeau auf eine Spur verengt. Zudem wird die Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h gesenkt (bis Mittwoch, 16 Uhr).
Tietzenweg (Zehlendorf): Sperrung in beiden Richtungen zwischen Gardeschützenweg und Margaretenstraße/Veilchenstraße, Rad- und Fußverkehr frei (für eine Woche).
Heerstraße (Westend): Aufgrund von Sanierungsarbeiten ist vor dem Theodor-Heuss-Platz stadteinwärts nur eine Spur frei, der Verkehr fährt über eine Nebenfahrbahn. Bitte rechnen Sie mit Verzögerungen im morgendlichen Berufsverkehr (bis Donnerstag).
Danziger Straße (Prenzlauer Berg): Zwischen Greifswalder Straße und Diesterwegstraße sind in Richtung Schönhauser Allee nur zwei Spuren befahrbar (bis Mitte Dezember).
Triftstraße (Französisch-Buchholz): Auf Höhe Anna-Bruseberg-Straße ist in beiden Richtungen nur ein gemeinsamer Fahrstreifen verfügbar (bis Mittwoch).
Malteserstraße (Lankwitz/Marienfelde): Zwischen Friedrichrodaer Straße und Belßstraße kommt es in beiden Richtungen zu Fahrbahneinengungen und Verschwenkungen (bis Ende Dezember).
Hönower Straße (Mahlsdorf): Zwischen Am Rosenhag und Uslarer Straße steht für beide Richtungen nur eine gemeinsame Spur zur Verfügung (9-18, bis Freitag).
Oranienburger Straße (Wittenau): Auf Höhe Tessenowstraße ist stadteinwärts nur ein Fahrstreifen verfügbar (für zwei Wochen).
Kaulsdorfer Straße (Kaulsdorf): Auf Höhe Deutschhofer Allee wird der Verkehr in beiden Richtungen mit Hilfe einer Baustellenampel gelenkt (bis Mitte Dezember).
Kreuzung Südostallee/Sterndamm/Groß-Berliner Damm (Johannisthal): Aufgrund von Umbauarbeiten regelt die Polizei den Verkehr (bis Dienstag).
Wernsdorfer Straße (Schmöckwitz): Auf Höhe Schwarzer Weg kommt eine Baustellenampel zum Einsatz (für zwei Wochen).
Bernauer Straße (Tegel): Auch hier wird der Verkehr Nähe Mescheder Weg wechselseitig durch eine Baustellenampel geregelt (bis Mitte Dezember).
Demonstration – Auf dem Alexanderplatz kommen 300 Personen zum „Protest gegen die aktuelle, völlig unzureichende Klimaschutzpolitik“ zusammen (18-20 Uhr, angemeldet durch „Berlin4Future“). In der Wilsnacker Straße in Mitte demonstrieren 50 Teilnehmende unter dem Motto „My Body – My Choice“ (9.15-11.30 Uhr). Rund um den Charlottenburger Hammarskjöldplatz findet ein Autokorso mit dem Titel „Stopp des medialen Psychoterrors mit Corona“ statt, hier sind 40 Personen angemeldet (19-21 Uhr).
Gericht – Der Prozess gegen einen Judotrainer wegen Kindesmissbrauchs wird fortgesetzt – es könnte ein Urteil verkündet werden. Dem 42-Jährigen werden Übergriffe auf mehrere Kinder und Jugendliche im Sportverein zur Last gelegt (13 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Saal B 129).
Universität – Aufgelauscht! Forschung für auf die Ohren verspricht der Podcast des FU-Projekts „Affective Societies“: Im zweiten Teil der Reihe „More Than a Feeling – Gefühle und Gesellschaft“ knöpft sich das Team die Idee der Achtsamkeit vor – und verrät, warum sich auch Meditationsanhänger auf den Corona-Demos entdecken lassen. Direkt zur neuen Folge gelangen Sie hier.
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Meine liebste Vize Cousine zweiten Ranges, Silke Biester, feiert heute zum x. ten Mal ihren 39. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch, alles Gute, bleib gesund! Kurt Tews“ / Nicola Birkner (51), Seglerin / Sigrid Damm (80), Schriftstellerin / „Die herzlichsten Glückwünsche für Christiane Nientimp, Stiftung Warentest-Urgestein, Checkpoint-Fan der ersten Stunde und liebe Freundin, sendet Birgit aus der Corona-Ferne“ / Sebastian Scheel (45), Senator für Stadtentwicklung und Wohnen (Linke) / Dr. Horst Schneiders, „Allet Jute, dem Menschen, den ich auf dieser Welt am längsten kenne. Gruß. Nigbur“ / Uwe Vorkötter (67), ehem. Chefredakteur der Berliner Zeitung, Chefredakteur von "Horizont" / Jürgen Walter (77), Sänger und Komponist
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Berndt G. List, * 12. September 1944, Autor und Regisseur und Absolvent der DFFB, in Gedenken anlässlich seines zweiten Todestages / Margarete Piesk, * 22. Mai 1927 / Dr. Werner E. Platz, * 6. Oktober 1940, Mediziner und Gerichtsgutachter / Winfried Scharlau, * 12. August 1940 / Hartmut Schönemann, verstorben am 21. November 2020, BSR
Stolperstein – Caecilie Weiss (geb. Goldstein) wurde am 6. September 1863 in Danzig / Gdańsk geboren. Ende September 1942 deportierten die Nationalsozialisten sie nach Theresienstadt, wo sie wenige Monate später – heute vor 78 Jahren – ermordet wurde. In der Zehlendorfer Kleiststraße 12 liegt zu ihrem Gedenken ein Stolperstein.
Encore
In unserem Adventskalender schauen wir heute hinter die verschlossene Tür von Jens Martens, dem Betreiber des Pavillons am Ufer in Kreuzberg – wie kommt er durch die Corona-Zeit?
„Mit viel Optimismus und einem tollen Team, das es schafft, in so schwierigen Zeiten und trotz anstrengendem To-Go-Betrieb eine tolle Atmosphäre am Pavillon zu schaffen. So, dass auch immer noch Leute kommen, um sich ein bisschen Weihnachtsfeeling abzuholen und uns alle mit ihrer Treue und viel Verständnis (ob der Abstandsregeln und Maskenaufforderungen) durch den Winter tragen. Und wenn es gar nicht mehr geht, trinken wir eben auch mal einen Glühwein.“
Ok, Betonung auf „EINEN Glühwein“ – in diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen beschwingten Start in die neue Woche. Lotte Buschenhagen hat ihnen das Stadtleben gemixt, Kathrin Maurer alles ausgeliefert („to go“) – und morgen früh begrüßt Sie hier Julius Betschka (diesmal aber wirklich!). Bis dahin,