Karsten Giffey, lange Zeit Amtsveterinär im Landesamt für Gesundheit und Soziales und seit 2008 Ehepartner von Franziska Giffey, ist in der Öffentlichkeit bisher kaum in Erscheinung getreten.
– Zwei fünf Jahre alte Portrait-Fotos von ihm mit Franziska Giffey gibt es im Netz, erschienen im Zusammenhang mit einer Geschichte über die damalige Neuköllner Bürgermeisterin in „Bild“ und „B.Z.“.
– Auf der „Lageso“-Website findet sich ein Bericht über den Besuch einer chinesischen Delegation vom 1. November 2019, Karsten Giffey hat ihn selbst verfasst. Auszug: „Die Delegierten aus der Regionalverwaltung Nanjing fragten höchst interessiert nach und gestalteten den Erfahrungsaustausch lebhaft mit.“ Auf dem Foto der Besuchsgruppe hält Giffey ein chinesisches Fähnchen in der Hand.
– Seine Dissertation an der FU von 1997 (Titel: „Untersuchungen zur lebensmittelhygienischen Bedeutung von Tyramin unter besonderer Berücksichtigung seiner Wirkung auf proteolytische Mikroorganismen“) ist bei „booklooker“ gerade für 17.50 Euro zu haben (Angebot vom 4. Januar 2020, 113 Seiten, „außen minimal angeschmutzt, innen sehr guter Zustand“).
Doch seit gestern spricht das ganze politische Berlin über Karsten Giffey: Das Berliner Verwaltungsgericht hat den Beamten „aus dem Dienst entfernt“. Publik wurde das Urteil vom 12. Dezember 2019 erst jetzt durch einen Artikel von Lars Petersen im „Business Insider“.
Selbst bei Fehlverhalten werden Beamte höchst selten vom Verwaltungsgericht „aus dem Dienst entfernt“, über Lappalien ist hier also offenbar nicht verhandelt worden. Doch ohne seine familiäre Verbindung zur Ministerin wäre der Fall des Karsten Giffey kaum mehr als eine anonyme Notiz gewesen – denn Franziska Giffey kann noch vieles werden in den kommenden Monaten: Spitzenkandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin. Oder sogar Kanzlerkandidatin der SPD. Sie ist prominent. Sie ist beliebt. Sie hat ihre Uni-Affäre überstanden, auch wenn der Doktorhut zerbeult ist.
Franziska Giffey will nichts sagen zur Entlassung ihres Ehepartners aus dem Staatsdienst. Ihr Stab teilt mit: „Die Ministerin äußert sich nicht zu persönlichen Angelegenheiten von Familienmitgliedern.“
Karsten Giffey, lange Zeit Amtsveterinär im Landesamt für Gesundheit und Soziales und seit 2008 Ehepartner von Franziska Giffey, ist in der Öffentlichkeit bisher kaum in Erscheinung getreten. Doch seit gestern spricht das ganze politische Berlin über ihn: Das Berliner Verwaltungsgericht hat den Beamten „aus dem Dienst entfernt“.
Familienministerin Giffey will nichts sagen zur Entlassung ihres Ehepartners aus dem Staatsdienst. Ihr Stab teilt mit: „Die Ministerin äußert sich nicht zu persönlichen Angelegenheiten von Familienmitgliedern.“
Doch eine Privatsache ist das nicht. Und zwar aus diesen Gründen:
1) Die Politikerin Giffey äußert sich sehr wohl über persönliche Angelegenheiten von Familienmitgliedern – wenn sie ein positives Bild zeichnen. Im Juli 2015 gab sie gemeinsam mit ihrem Neffen Niels Giffey, Profibasketballer bei „Alba“, der „B.Z.“ ein Interview. Auf die Frage „Für was steht der Name Giffey?“ antwortete sie: „Für Geradlinigkeit. Wir arbeiten hart für unser Ziel, dann kommt man da auch hin.“ Das ist ein politisches Familienversprechen.
2) Das Lageso,die bisherige Arbeitsstelle ihres Ehepartners, ist der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales untergeordnet, die politische Verantwortung trägt Elke Breitenbach von der Linkspartei. Zweifellos schadet die Entlassung von Karsten Giffey den Ambitionen von Franziska Giffey, die vielen in der Berliner SPD als Hoffnungsträgerin gilt (und vor deren möglicher Kandidatur sich andere Parteien fürchten, aber auch andere mögliche Kandidaten in der SPD). Die Klärung der Umstände ist also hoch politisch. Gab es Versuche, die Sache geräuschlos zu klären? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum ist das nicht gelungen?
3) Politische Qualität zeigt sich besonders im Umgang mit Krisen, auch der eigenen. In der Plagiats-Affäre versuchte Giffey, sich hinter der „amerikanischen Zitierweise“ zu verstecken wie einst Frank Steffel auf dem Alexanderplatz hinter dem Rücken von Edmund Stoiber, als ein Ei geflogen kam. Hat sie von den Vorwürfen gegen ihren Mann gewusst? Wenn ja, seit wann? Und wie beurteilt sie das „Entfernen“ ihres Mannes aus dem Öffentlichen Dienst? Es wäre wichtig, darauf Antworten zu bekommen – weil sie selbst über mögliche Dienstvergehen anderer entschieden muss, und weil Karsten Giffey an ihrer Seite künftig eine größere Rolle spielen könnte.
Wir kommen zur Abteilung „Alles gesagt, auch von jedem, und zwar schon mehrfach“: Finanzsenator Mathias Kollatz, Aufsichtsratsvorsitzender der städtischen Wohnungsgesellschaft „Berlinovo“, die jahrelang mit möblierten Apartments die Mieten in die Höhe trieb, kündigt im „Morgenporst“-Interview den Bau von jährlich 2000 „Kleinwohnungen“ durch die „Berlinovo“ an, für Studierende und ältere Menschen – die „Mopo“ macht daraus die allgemeinverträgliche Zeile „Wir müssen mehr für Neubau tun“. Nun ja. Das kommt Ihnen bekannt vor? Uns auch. Im März 2019 sagte Kollatz im „Tagesspiegel“-Interview: „Neubau hat Priorität und soll Priorität haben.“
Dass die „Berlinovo“ in hoher Zahl Wohnungen für Studierende und Senioren bauen soll, hat der Senat übrigens bereits am 28. Juli 2015 beschlossen – da war Kollatz seit einem guten halben Jahr Finanzsenator.
Zum Kauf von Wohnungen in der Karl-Marx-Allee durch die städtische „Gewobag“ sagt Kollatz in der „Morgenpost“, das „war falsch“ – 125.000 Euro aus Steuermitteln pro Einheit hatte der Senat zugeschossen.
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Nachdem die Genossenschaft „Diese eG“ diese Woche kurz vor dem Finanz-Kollaps stand, war im Vorfeld als rettender Zwischenfinanzierer der Immobilienentwickler Thomas Bestgen eingesprungen. So ein Zufall aber auch: Bestgen will in Kreuzberg ein Hochhaus mit 30 Etagen bauen und Baustadtrat Florian Schmidt lobte den Entwurf überschwänglich als „Symbol“ und „Leuchtturmprojekt für die alternative Stadtplanung“. Die Baukommission gab grünes Licht. Das war im Oktober. Jetzt hilft Bestgen dem Baustadtrat aus der Klemme.
Nicht ganz so begeistert von Bestgen wie Schmidt ist übrigens die „Stiftung Warentest“, die sich das Genossenschaftsmodell „Begeno 16 eG“ mal genauer angesehen hat. Bestgen ist hier Aufsichtsratsvorsitzender. Das Urteil der Tester: „Seriöse Genossenschaften arbeiten anders.“
Die „Diese eG“, die Bestgen vorerst vor dem Crash bewahrte, sollte übrigens gut erholt ins neue Jahr starten können – ein Teil des Vorstands weihnachtsurlaubte auf Sri Lanka.
Nicht ganz so begeistert von Bestgen wie Schmidt ist die „Stiftung Warentest“, die sich das Genossenschaftsmodell „Begeno 16 eG“ mal genauer angesehen hat. Bestgen ist hier Aufsichtsratsvorsitzender, das Urteil der Tester: „Seriöse Genossenschaften arbeiten anders.“ Die „Diese eG“, die Bestgen vorerst vor dem Crash bewahrte, sollte übrigens gut erholt ins neue Jahr starten können – ein Teil des Vorstands weihnachtsurlaubte auf Sri Lanka.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel ist in diesem Jahr Stargast beim Neujahrsempfang des Reinickendorfer CDU-Bundestagsabgeordneten Frank Steffel (12.1. im „Landhaus Hubertus“) – ein Parteiwechsel ist allerdings nicht zu erwarten: Steffel hatte in den Jahren zuvor immer mal Politiker aus dem anderen Lager eingeladen, auch Cem Özdemir war schon mal da.
Thilo Sarrazin ist übrigens immer noch in der SPD, auch wenn er sagt, dass er da eher zufällig hineingeraten ist. Heute um 18 Uhr startet
die vierte Staffel der Serie „Der Ausschluss“ – jetzt versucht das Landesschiedsgericht, den Ex-Finanzsenator der rot-roten Koalition von Klaus Wowereit loszuwerden.
Straßenumbenennungskönigin Sabine Weißler hat sich die Widersprüche der Weddinger Bürgerinnen und Bürger vergolden lassen: Sämtliche 250 Einwände wurden, wie angekündigt, gleichlautend abgebügelt, als Strafsteuer für mangelnde Untertänigkeit wurden je 150 Euro festgesetzt – macht zusammen 37.500 Euro. Dafür sollten zumindest ein paar neue Visitenkarten für die Gewerbetreibenden drin sein.
Zwei bemerkenswerte Immobilien-Suchanzeigen sind uns heute ins Netz gegangen:
1) „Hotelier von Schloss Diedersdorf sucht aus privaten Gründen in gesamt Berlin Mietshaus zum Kauf von privat bis 5 Mio.“ Die AfD hatte mehrfach im Schlosshotel logiert und wollte dort auch ihren Parteitag abhalten.
2) „Sie sind ehrliche Berliner der alten Schule? Wir sind zwei Jungs aus Bayern und suchen Mehrfamilienhaus bis 2 Mio innerhalb S-Bahn-Ring“. Für den Preis dürfte allerdings allenfalls ein Baumhaus drin sein.
Auch eine bemerkenswerte Immobilien-Verkaufsanzeige war dabei:
„Luxusresidenz mit 360-Grad-Blick über Berlin! 8 Zimmer, 3 Badezimmer, 568 Quadratmeter. Kaufpreis 14.500.000 Euro.“ Macht 25.528 Euro pro Quadratmeter. Pro Monat kommen nochmal 6.536 Euro Wohngeld drauf, aber dafür ist auch eine Alarmanlage drin – falls die Bude im Beisheim-Center am Potsdamer Platz jemand klauen will.
Wer die von uns gefundenen Anzeigen preislich überbieten kann, kann sich gerne melden. Die „Preisblüten“ des Wohnungsmarktes dokumentieren wir kopfschüttelnd weiterhin.
Eine bemerkenswerte Immobilien-Verkaufsanzeige:
„Luxusresidenz mit 360-Grad-Blick über Berlin! 8 Zimmer, 3 Badezimmer, 568 Quadratmeter. Kaufpreis 14.500.000 Euro.“ Macht 25.528 Euro pro Quadratmeter. Pro Monat kommen nochmal 6.536 Euro Wohngeld drauf, aber dafür ist auch eine Alarmanlage drin – falls die Bude im Beisheim-Center am Potsdamer Platz jemand klauen will.
Späte Rechnung einer Reise: Als Bundesratspräsident reiste Michael Müller im Oktober 2018 nach Australien, seit Ende 2019 wissen die Mitglieder der Delegation jetzt auch, was das Catering für Flug und Aufenthalt in der VIP-Lounge beim Zwischenstopp in Singapur gekostet hat: 730,56 Euro pro Person. Ein ganz schönes Häppchen.
Die Chefs vom Dienst in der Senatskanzlei können künftig länger schlafen – der Nachrichtenspiegel, der auch dem Abgeordnetenhaus zur Verfügung gestellt wird, kommt jetzt vom Dienstleister „bluereport.net“. „Bitte beachten! Keine Weiterleitung an Dritte“, heißt es unten in der Mail. Ob die Parlamentarier mit der Weiterleitung ihrer Adressen einverstanden sind, wurden sie aber nicht gefragt.
Das Online-Magazin „Noizz“ sucht Redakteure, Anforderungen u.a.: „Du hast Deutsch drauf wie Supreme-Hoodies weiße Lettern“, und:
„Deine Texte riechen unverkennbar nach dir – nach dem Schweiß der letzten Partynacht in Neukölln oder dem Duft aus einer Kreuzberger Parfum-Manufaktur.“ Es kommentiert Kurt Cobain: „Smells like spleen spirit.“
Überall in der Stadt tauchen an den BVG-Wartehäuschen die neuen Sitzbänke mit Henkel auf – das soll aber nicht gegen ruhebedürftige Obdachlose gerichtet sein, sagt die BVG, „die heutigen Menschen“ hätten nur gerne ihren eigenen Sitzplatz. Die Dinger sehen übrigens so aus. Für mein Empfinden der einzige Vorteil: Bei einem Erdbeben kann man sich gut festhalten.
Obdachlose II: Hier die Erklärung, warum es noch keinen Träger für die Anfang 2020 angekündigte Notunterkunft an der Rummelsburger Bucht gibt: „Weihnachten und Silvester sind nun mal Zeiten, in denen viele Menschen zu Recht im Urlaub sind“, sagt Andreas Düllick von der Sozialgenossenschaft „Karuna“. Außer Obdachlose natürlich.
Falsch parkende Autos sind ärgerlich, ein Hindernis – und besonders für Kinder lebensgefährlich. Warum, können sie hier in Text und Bild von Henning Onken sehen.
Hier ein Joker fürs Betriebsstörungsbingo – gestern früh gegen 8.30 Uhr, der ICE 808 erreicht Hamburg Hbf, per Durchsage wird angekündigt: „Wir erreichen Berlin.“
Als „Schutzbekleidung“ für ihre Beamten hat die Polizei folgende Kopfbedeckung ausgeschrieben: „Beanie-Mützen Mod. Running Cap Scull Tombo TL 691, schwarz”. Für die Glaubwürdigkeit auf der Straße.
Falls Sie Ihren Anhänger in der U-Bahn verloren haben sollten (Spoiler: es geht nicht um den, der an einer Halskette hängt) – hier ist er.
Chinesisch üben mit dem Checkpoint: Die Panda-Zwillinge Meng Xiang und Meng Yuan entwickeln sich nicht im Gleichschritt, teilt der Zoo mit – Ende Januar, spätestens Anfang Februar werden wir nachschauen dürfen, wer von den beiden das Rückwärtslaufen geerbt hat.
Die Flughafengesellschaft sucht „eine/n Werkstudent (m/w/d) Risiko- und Prozesssteuerung Finanzen“ – befristet bis Ende 2020. Damit sollte die reibungslose Vorbereitung der Geburtstagsfeier von BER-Chef Engelbert Lütke Daldrup am 31. Oktober gesichert sein.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Fast zehn Jahre in Berlin, doch noch immer nicht richtig integriert: Massiv irritierter Blick des Hausmeisters, als ich mich bei ihm fürs Saubermachen bedanke. Ich bitte um Verzeihung.“
Viktor Weber, seit Anfang 2019 Pfarrer in Spandau.
Es kommentiert unser Gastautor Johann Wolfgang von Goethe:
„In Berlin lebt ein so verwegener Menschenschlag beisammen, daß man mit der Delikatesse nicht weit reicht, sondern daß man Haare auf den Zähnen haben und mitunter etwas grob sein muß, um sich über Wasser zu halten.“
Tweet des Tages
Terminanfrage zur Weihnachtsfeier 2020 bestätigt.
Antwort d. Red.: Bei Alexander Fischer, Staatssekretär für Arbeit und Soziales, füllt sich schon der Adventskalender.
Stadtleben
Wieder hingehen ins Herz & Niere: Das Kreuzberger Fleischrestaurant in der Fichtestraße 31 (U-Bhf Südstern) musste im vergangenen Oktober wegen Renovierungsarbeiten schließen – marode Rohre im Haus mussten ausgetauscht werden. Doch seit gestern begrüßen die Köche Christoph Hauser und Michael Köhle wieder Gäste in ihrem Restaurant und servieren feine Fleischgerichte nach dem „Head-to-Tail“-Prinzip. Di-Sa ab 18 Uhr; Achtung: Vom 13. bis 19. Januar ist wegen der Grünen Woche erneut geschlossen.
Trinken – Die Rixdorfer Weinbar Drei Flaschen kommt recht unprätentiös daher. Die Einrichtung haben die drei Betreiber selbst zusammengezimmert und dabei auf dunkles Holz und gedeckte Farben gesetzt – das kreiert Gemütlichkeit und bringt die Böhmische Straße 48 (S-Bhf Sonnenallee) in die engere Auswahl für einen netten Feierabend-Drink. Die entsprechende Weinkarte dafür besteht aus einem trinationalen Dreiklang: Gewachsen und gereift sind die Trauben für Weiß, Rot und Rosé entweder in Deutschland, Österreich oder Frankreich. Wer zum Abschluss des Arbeitstags etwas Stärkeres braucht, greift zu den Obstschnäpsen von Fräulein Brösel oder bestellt einen Longdrink. Ab 22 Uhr werden übrigens die Aschenbecher auf den Tresen gestellt. Mi-Sa 18-2 Uhr
Berlinbesuch noch mal ins neue Jahr starten lassen: Beim chinesischen Neujahrsfest heute und morgen im Europa-Center geht es mindestens genauso bunt zu, wie an Silvester. Das Charlottenburger Einkaufszentrum wird anlässlich des neuen „Jahres der Ratte“ in rotes Licht getaucht, farbenfrohe Lampions hängen von der Decke und 25 Tänzer und Gesangskünstler aus der chinesischen Provinz Guizhou stellen, in traditionelle Kostüme gehüllt, ein vielfältiges Programm mit Löwentanz und Kampfsport auf die Beine. Der Direktor des chinesischen Kulturzentrums Berlin, Zhang Zhihong, eröffnet das Fest um 14 Uhr in der Tauentzienstraße 9-12 (U-Bhf Kurfürstendamm) – da sind sogar die Pandas vis-à-vis aus dem Häuschen.
Geschenk für die street credibility: Zur anstehenden Fashion Week hat der Berliner Künstler Stohead für das Friedrichshainer Modelabel Liebeskind Berlin eine eigene Taschenkollektion entworfen. Im Streetart-Style ziert jetzt die knallige Aufschrift „Move“ eine komplette Kollektion aus Bauchtaschen, Paperbags und Portemonnaies, die es unter anderem im Liebeskind-Pop-up-Store in der 3. Etage des KaDeWe oder online zu kaufen gibt.
Karten sichern – Eine hörbeeinträchtigte Leserin fragte uns, wo in Berlin Kinofilme mit deutschen Untertiteln gezeigt werden und wir haben die Frage an die Checkpoint-Community weitergegeben. Herzlichen Dank für Ihre grandiosen Antworten, wir sind wie immer überwältigt von der Menge der Zuschriften! Ein Tipp direkt für dieses Wochenende ist das sonntägliche Cinemaperitivo im Kino Babylon. Der italienische Film wird deutsch untertitelt und nebenbei der Brauch des Aperitivo mit Aperol Spritz und Snacks zelebriert. Diese Woche läuft „Be Kind“ (ab 16 Uhr), deren Regisseur*innen Sabrina Paravicini und Nino Monteleone ebenfalls zu Gast sein werden (Karten kosten 10 Euro). Mit dem Kino Babylon ist man in Sachen Barrierefreiheit übrigens schon auf dem richtigen Pfad: Die Yorck-Kinos bieten mit ihren Apps Greta (Audiodeskription) und Starks (Untertitel) bei ausgewählten Filmen unterstützende Infrastruktur für Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen an. Und das Beste ist: Greta funktioniert nicht nur bei Yorck, sondern in jedem Kino! Alle weiteren Kinos in der Stadt, die auf Bedürfnisse von Gehörlosen Rücksicht nehmen können, finden sich hier.
Last-Minute-Verlosung für das Streichquartett der Staatskapelle im Pierre-Boulez-Saal (Französische Straße 33d, U-Bhf Hausvogteiplatz): Jenes widmet sich in dieser Saison den italienischen Opernkomponisten Verdi und Puccini, deren Kammermusikstücke seltene Güter sind. Um den Abend (19.30 Uhr geht’s los) rund zu machen, werden noch Streichquartette von Mozart und Tschaikowsky zum Besten gegeben. Für das vielversprechende Quartetto Teatrale verlosen wir 2x2 Karten (bis 12 Uhr).
Last-Minute-Tickets bekommen Sie auch noch für Beat Furrers „Violetter Schnee“ in der Staatsoper Unter den Linden. Das Stück nach Vladimir Sorokin gleicht einem Sozialexperiment: Ergreifend und bedrückend genau wird wie unter dem Licht eines Mikroskops das Verhalten der fünf Protagonisten, die auf unbestimmte Zeit in einem Landhaus eingeschneit sind, gezeigt. Das Unerträgliche an ihrer Situation: Die Fünf finden für ihre ausweglose Situation keine Worte, was sie in die Verzweiflung treibt. Die einzige Konstante ist der violett reflektierende Schnee. Los geht’s um 19.30 Uhr, Tickets gibt’s ab 10 Euro. Unter den Linden 7, U-Bhf Französische Straße
Noch hingehen – Im Schwulen Museum setzt sich das Duo Giegold & Weiß mit der multimedialen und interaktiven Ausstellung „Trial and Error“ bis zum 31. Januar mit den Lebensrealitäten von Transpersonen auseinander. Der Fokus der beiden gezeigten Installationen liegt dabei auf Diskriminierungserfahrungen im Gesundheits- und Rechtssystem. Der Eintritt kostet 7,50 Euro. Mo, Mi, Fr, So 14-18 Uhr, Do 14-20 Uhr, Sa 14-19 Uhr
Maria Kotsev wünscht Ihnen einen entspannten Freitag!
Berlin heute
Verkehr – Hansastraße (Weißensee): Stadtauswärts steht von 8 Uhr an bis Mitte März zwischen Giersstraße und Liebermannstraße nur eine Spur zur Verfügung.
Adalbertstraße (Kreuzberg): Aufgrund der Mahnwache für getötete Fußgänger (siehe Demonstration) ist die Adalbertstraße von ca. 17.30 Uhr bis 18.30 Uhr zwischen Oranienstraße und Naunynstraße gesperrt.
S-Bahn: In der Zeit von 22 Uhr bis Montag, 1.30 Uhr, ist der Verkehr auf den Linien S1, S2, S25, S26 zwischen Yorckstraße (Großgörschenstraße) und Gesundbrunnen unterbrochen, als Ersatz fahren Busse.
Demonstration – Zur Kundgebung „How can we sleep while Australia is burning, Mr. Ambassador? Wie können wir schlafen, während Australien verbrennt, Herr Botschafter?“ erwartet Extinction Rebellion ca. 100 Demonstrierende vor der australischen Botschaft in der Wallstraße in Mitte (12-15 Uhr). Zur Mahnwache für getötete Fußgänger rufen zwischen 17.30 und 18.30 Uhr Fuss e.V., Changing Cities und VCD Nordost auf, erwartet werden 50 Teilnehmende in der Adalbertstraße 87. „Solidarität mit Grup Yorum, Freiheit für Mustafa Kocak“ fordern ca. 30 Personen am Kottbusser Tor (17-18 Uhr).
Gericht – Für eine Serie von Brandstiftungen an Autos im Sommer 2019 muss sich ein 30-Jähriger verantworten. Er habe jeweils Grillanzünder eingesetzt. Es seien insgesamt 14 Fahrzeuge vollständig, beziehungsweise teilweise ausgebrannt (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 621).
Universität – Die Alice-Salomon-Hochschule zeichnet am Sonnabend die Cottbuser Erziehungswissenschaftlerin und Sozialpädagogin Heike Radvan in der Berlinischen Galerie mit dem Alice-Salomon-Award aus. Mit dem Preis werden alle zwei Jahre Menschen geehrt, die einen besonderen Beitrag zur Emanzipation der Frauen und der Entwicklung der Sozialen Arbeit geleistet haben.
Berliner Gesellschaft
Geburstag – Friederike Aust (77), Schauspielerin und Synchronsprecherin / Friederike Krause (20), „Liebe Friederike, nun beginnen auch für Dich die aufregenden 20er! Alles Liebe für diese spannende Zeit wünscht Dir Deine gesamte Familie!“ / Emma Maroldt (15), „keep smiling, stay tuned!“ / Özcan Mutlu (52), Grünen-Politiker, ehem. MdB, Präsident des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes Berlin / Karl Pohle (13), Eishockeyspieler / Winfried Schäfer (70), Ex-Trainer von Tennis Borussia / Carsten Schatz (50), für die Linke im AGH
Sonnabend – Philomé Barenthin (18), „angehende Abiturientin und begeisterte Tänzerin in Standard und Latein“ / Karl Max Einhäupl (73), Neurologe, ehem. Charité-Vorstandschef (bis September 2019) / Mark Forster (36), Sänger / Anja Kofbinger (60), für die Grünen im AGH, stellv. Fraktionsvorsitzende / Wolf Lepenies (79), Soziologe, ehem. Rektor des Wissenschaftskollegs Berlin (1986-2001) / Jana Scheerer (42), Journalistin und Schriftstellerin
Sonntag – Andreas H. Apelt (62), Autor und Publizist, ehem. für die CDU im AGH (1990-2006) / Blixa Bargeld (61), Musiker und Frontmann von Einstürzende Neubauten / Ernst Bier (69), Jazz-Schlagzeuger / Marlene Heihsel (31), Mitglied der BVV Xhain (FDP) / Maybrit Illner (55), TV-Moderatorin
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Margarete Frömming, * 7. Dezember 1922 / Günter Kessler, * 10. Februar 1938 / Adalbert Viktor Wache, * 27. April 1948 / Dorothee Winter, * 9. August 1942
Stolperstein – An Johanna Seiffert (Jhg. 1908) erinnert ein Stolperstein in der Heidenheimer Straße 7 in Hermsdorf. Die Stenotypistin wurde heute vor 77 Jahren in der Landesheilanstalt Meseritz-Obrawalde, die den Nazis zur systematischen Tötung tausender psychisch kranker Menschen diente, ermordet.
Encore
Zum Schluss noch ein kleines Bildungsprogramm: Heute wird die Volkshochschule 100 – ein Blick ins Berliner Programm zeigt die enorme Vielfalt der angebotenen Kurse. Mich würde gerade besonders „Gebrauchsanleitung Pubertät I“ interessieren (siehe „Geburtstag“) – ist aber leider schon belegt (TK-1055-F, 3 Unterrichtseinheiten, 7,50 Euro). Warteliste geht noch, doch wer weiß, wie lange das wieder dauert… Vielleicht gleich mal vorsichtshalber etwas für später buchen, z.B. „Älterwerden mit Plan“ (Re305T-F, 11 Unterrichtseinheiten, 43,25 Euro). Kann man immer gebrauchen.
Ich wünsche Ihnen einen unbeschwerten Start in den jungen Tag, morgen früh begrüßt Sie hier Laura Hofmann mit dem Wochenend-Checkpoint. Bis bald,