„Nach Silvester ist selbstverständlich vor Silvester“, sagte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) kurz nach dem erneut chaotischen Jahreswechsel. Nun sind es noch 64 Tage bis zur nächsten Runde. Was seitdem geschah: 2,1 Millionen Menschen unterzeichneten eine Petition für ein Böllerverbot, Sprangers Idee einer Länderöffnungsklausel zerplatzte bei der Innenministerkonferenz und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) versprach neue Absprachen. Passiert ist – nichts. „Bedauerlicherweise haben keine Gespräche zur Anpassung des Sprengstoffrechts stattgefunden“, schreibt die Innenverwaltung auf Checkpoint-Anfrage.
Das ärgert auch die Gewerkschaft der Polizei. „Wieder ein verpasstes Jahr, wir haben den gleichen Rechtsrahmen wie vorher“, sagt Sprecher Benjamin Jendro und fordert erneut Einschränkung beim Verkauf von Pyrotechnik sowie mehr organisierte Silvesterfeiern – nicht weniger: „Jetzt haben wir nicht einmal mehr die Party am Brandenburger Tor, sondern selbst in dem Bereich Wildwuchs.“ Die „politische Tatenlosigkeit“, warnt Jendro, müssten die Einsatzkräfte am Ende mit ihrer Gesundheit bezahlen.
Weiter zum nächsten Knaller: Was Friedrich Merz (CDU) von Kreuzberg hält, ist spätestens seit 2023 bekannt („Nicht Kreuzberg ist Deutschland.“). Die Beziehung dürfte nicht zu kitten sein: Der Kreisverband der Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg hat Strafanzeige gegen den Bundeskanzler erstattet – wegen seiner jüngsten Aussagen über „Probleme im Stadtbild“. „Wir sehen darin einen klaren Anfangsverdacht auf Volksverhetzung“, teilte der Kreisverband am Montag mit. Die Anzeige wurde bereits am Freitag eingereicht. Die Grünen werfen Merz Rassismus vor: Er markiere Menschen mit Migrationshintergrund pauschal als Störfaktor im öffentlichen Raum und habe „die Grenzen des Sagbaren weiter verschoben“.
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Zum Sport: Nachdem sich München mit deutlicher Mehrheit für die Bewerbung ausgesprochen hat, will der Senat weiter das olympische Feuer entfachen. „Keine andere deutsche Stadt steht so sehr für Internationalität, für Begeisterung und Leidenschaft für Sport“, sagte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und wiederholte das Mantra: „Berlin kann Olympia und Paralympics.“ Mindestens fraglich ist, ob die Begeisterung wirklich so groß ist. Umfragen zeigten zuletzt: Die Hauptstadt ist in Sachen Olympia gespalten. Eindeutig dagegen positionierte sich erneut die Opposition: Grüne und Linke kritisierten insbesondere die hohen Kosten. Kann es trotz allem gelingen? Anna Thewalt, Inga Hoffmann und Daniel Böldt haben fünf Punkte gesammelt, die jetzt entscheidend sind, um Olympia nach Berlin zu holen.
Übrigens: Eine Bürgerbefragung wie in München ist hier verfassungsrechtlich nicht möglich. Bei uns dürfen Sie aber gern abstimmen:

Ä Tännschen please: „Mit den Weihnachtsbäumen ist es dieses Jahr komplizierter“, schreibt Wiebke Peters vom „Tannen-Paradies“ auf Checkpoint-Anfrage. Der Hintergrund: 2018 seien viele neu gepflanzte Bäume nicht angewachsen, was sich nun rächt: „Die Zwei-Meter-Bäume sind überall knapp“. Außerdem gab es nach dem Spätfrost lange Trockenperioden, weshalb viele Tannen schon jetzt Nadeln verloren hätten. „Der Anteil an nicht so schön gewachsenen Bäumen wird höher sein“.
Ästhetische Probleme gibt’s auch auf den Anbauflächen in Brandenburg: Im nassen Sommer seien viele Tannen ihren Gärtnern regelrecht „entglitten“, schreibt Holger Zahn, Chef der Späth‘schen Baumschulen, Bäume mit ungebändigten Trieben seien nun „unverkäuflich“. Und die Schönen kosten: Der 1,25 Meter große Weihnachtsbaum mit Wurzelballen (vergangenes Jahr 34 Euro) werde ein bis zwei Euro teurer.
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Weiter geht’s mit unserer BER-Geburtstagswoche – heute mit einem Blick aufs Miteinander am Hauptstadtflughafen. In unserer Umfrage (mehr als 1500 Leser haben mitgemacht) wollten wir unter anderem wissen, welche Begegnungen Ihnen in fünf Jahren BER im Gedächtnis geblieben sind. Viele Rückmeldungen waren eher frustrierend, die Gründe sind bekannt. Doch es gibt auch Positives.
Ein Leser erinnert sich an den Tag „als ich ein älteres Ehepaar glücklich gemacht habe, indem ich beim Self Sevice für das Gepäck helfen konnte“. Ein anderer traf seine Freundin auf einem gemeinsamen Flug nach Amsterdam – „ohne, dass wir von unseren Flügen wussten“. Es wurden geliebte Menschen abgeholt, Oma und Opa mit Luftballons begrüßt und man treffe immer „tolle Menschen mit gemeinsamem BER-Schicksal.“
Auffallend oft loben Leser „supernette Gespräche“ an der Gepäckkontrolle, „freundliches Personal“ beim Überprüfen der Handtaschen und „coole Sicherheitskontrolleure“. Hochstimmung herrschte am Montag nach dem Marathon: „Hammer-Vibes vom Personal“, schreibt ein Leser, inklusive launiger Durchsagen: „Bitte auch die Medaillen auf das Kontrollband legen!“
Falls alles schiefläuft, hilft Hochprozentiges: „Die Begegnung mit der großen Auswahlvielfalt an Jägermeisterflaschen im Duty-free war nett.“ Und manchmal haben Pannen sogar etwas Gutes: „Acht Stunden Warten am BER, weil unser Flugzeug einen technischen Defekt hatte – seitdem kennen wir uns dort gut aus und fühlen uns wie zu Hause.“
Apropos Insider: Einige bezweifelten, dass man trockenen Fußes von Terminal 1 zu Terminal 2 kommt (Checkpoint von gestern). Wir haben uns von oberster Stelle bestätigen lassen: Es geht wirklich. Die Krux liegt woanders, vermutet Checkpoint-Leser Walter Berger: „Eine Reihe von Problemen würde es nicht geben, wenn das Leitsystem besser wäre.“ Reichen wir hiermit weiter.
Garantiert finden Sie heute in den „Berliner Schnuppen“ wieder einen BER-Hinweis. Wer diese Woche alle sammelt, hat die Chance auf ein exklusives Überraschungspaket: checkpoint@tagesspiegel.de.
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Ein Fest der Klänge und Farben entlang der legendären Seidenstraße: Musiker:innen und Tänzer:innen aus Zentralasien treffen in der Philharmonie Berlin auf europäische Klangwelten.
Ein Gala-Konzert von Into the Open in Zusammenarbeit mit der Stiftung am Grunewald.
30.10.2025 | Philharmonie Berlin
www.intotheopen.eu
Wir spielen eine Partie Behörden-Pingpong auf dem Wasser: Im Tegeler Flughafensee vergammelt eine Bojenkette. Eigentlich soll sie Wassersportler vom Vogelschutzgebiet fernhalten, aber von der Barriere ist nach fünf Jahren nicht mehr viel übrig. Eine Reparatur lehnte der Bezirk Reinickendorf aus Geldmangel bislang ab, zunächst seien die Zuständigkeiten zu klären. Die sind tatsächlich etwas verwässert: Der See gehört dem Bund, im Wald ist die Forstverwaltung aktiv und der Bezirk ist für die Sicherheit am Ufer verantwortlich.
Die CDU fordert jetzt, dass das bezirkliche Umweltamt (mit CDU-Spitze) endlich etwas unternimmt. „Die Instandsetzung ist nach Einschätzung des NABU weder sehr aufwändig noch besonders teuer“, erklärt der Bezirksverordnete Felix Schönebeck. „Die Bojenkette muss zum Sommer wieder da sein.“ Auf Checkpoint-Nachfrage sind sich Bezirksamt und Senatsumweltverwaltung immerhin einig: Der Bezirk ist zuständig. Was die Reparatur kostet, werde geprüft. Kommt auf Wiedervorlage.
Und noch drei Lese-Tipps:
Spree mit Stimme: Eine Boje soll den Berlinern zeigen, wie es um ihren Fluss steht.
Hauptstadt mit Extrakilos: Mehr als die Hälfte der Berliner findet sich übergewichtig.
Projekte mit Leerstand: Berlins linke Szeneobjekte kämpfen vor Gericht um ihre Zukunft.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Mitten im morgendlichen Berufsverkehr haben Unbekannte in Zehlendorf auf einen 34-jährigen Mann im Auto geschossen. Nach Tagesspiegel-Informationen handelt es sich um einen verurteilten Dealer, der gerade aus dem offenen Vollzug kam. Er wurde verletzt und wird in einer Klinik versorgt.
Passend dazu: Das Waffenverbot auf Bahnhöfen wird bis zum 17. November verlängert. Ursprünglich wäre es gestern ausgelaufen.
Wir schalten an die Elbe, wo laut „Glücksatlas“ die zufriedensten Menschen Deutschlands leben (Berlin belegt den drittletzten Platz). „Nachvollziehbar“, kommentiert ein gut gelaunter Sprecher der Hamburger Senatskanzlei auf Checkpoint-Nachfrage. Ratschläge wolle man aber nicht geben: „Das wäre besserwisserisch – und strategisch unklug für die Titelverteidigung im nächsten Jahr.“ Gerissen sind sie also auch.
Zurück nach Berlin, wo der Weiterbau der A100 doch schneller als gedacht kommen könnte: Zuletzt hieß es, die Bauarbeiten würden nicht mehr in diesem Jahrzehnt starten, nun soll die Autobahn GmbH „schnellstmöglich den gesetzlichen Auftrag zur Baurechtschaffung des 17. Bauabschnitts“ umsetzen. Allerdings ohne Zeit- oder Finanzierungsplan, berichtet Madlen Haarbach.
Nachdem der Eigentümer in der umkämpften Habersaathstraße 40–48 bereits die Fernwärmeversorgung gekündigt hatte, wurde am Montagvormittag in den Hausnummern 44, 46 und 48 das Trinkwasser abgestellt. Zunächst war unklar, wer verantwortlich ist. Heute will sich die Hausverwaltung die Lage anschauen, das Bezirksamt hat eine Begehung durch die Bauaufsicht angekündigt.
Sie gelten im Freundeskreis als Stapel-Spezialist? Dann könnte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) Ihre Hilfe gebrauchen: Beim Umzug des Bundespräsidialamtes müssen laut Ausschreibung unter anderem zehn Kaffeekannen (mit 23 Deckeln), 24 Ragoutschüssel-Unterteile und 14 ovale Gurkenschalen eingepackt werden – dazu 76 laufende Meter Personalakten, acht Europaletten Kopierpapier und zehn Kubikmeter Staatsgeschenke.
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Heiß begehrt sind in der Hauptstadt juristische Referendariate: Im vergangenen Jahr kamen auf 606 Ausbildungsplätze 1623 Bewerber (Q: Schriftliche Anfrage von Petra Vandrey, Grüne). Immerhin: Seit März gibt es anstelle von drei Wartelisten (Leistungsliste, Landeskinder, Auswärtige) eine gemeinsame mit Punktesystem – was die Wartezeiten deutlich verkürzt hat.
Leicht verspätet fährt an dieser Stelle das Ergebnis unserer U-Bahn-Umfrage am Sonnabend ein: Rund 1500 Leser haben abgestimmt, mehr als die Hälfte meidet die U8, wann immer es geht. Immerhin 36 Prozent finden, die Linie ist besser als ihr Ruf. Falls Sie jetzt erst recht einsteigen wollen: Die BVG sucht Fahrer für die berüchtigte U-Bahnlinie.
Nächster Halt: Olympiastadion. Kurz vor dem ersten NFL-Spiel bringt die BVG ein exklusives Fan-Trikot auf den Markt – mit „Muster der Vielfalt“ und gelbem Herzchen. Das Shirt soll den „Spirit Berlins“ versprühen – „frei, authentisch und voller Zugehörigkeit“. Der Preis für so viel Esprit: 95 Euro.
Auch teuer: Am Montagvormittag suchte die frisch sanierte Mokka-Milch-Eisbar in Mitte noch neue Mieter (30.160 Euro/ Monat), am Nachmittag war das Immoscout-Angebot deaktiviert. Ob die legendäre „Mokke“ bereits vergeben ist, blieb zunächst unklar.
Von der Eisbar zu den Eisbären: Im Tierpark gibt’s heute Kürbis. Für den Fall, dass Hertha und Tonja die Halloween-Überraschung nicht schmeckt, ist vorgesorgt: „Je nach Tierart werden die Kürbisse mit passendem Futter befüllt“, schreibt ein Sprecher. „Bei den Eisbären wird es Fisch sein.“
„Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin“ – zieht Sven Regener nach Rheinland-Pfalz: Der Schriftsteller („Herr Lehmann“) und Musiker („Element of Crime“) hat einen Literaturpreis gewonnen und darf ein Jahr lang in der Stadtschreiber-Wohnung in der Mainzer Altstadt wohnen. Es kommentiert Regener selbst (im Ringbahn-Podcast): „Berlin als Ganzes interessiert mich Nullkommajosef.“
Zitat
„Dein Nachbar ist kein Räucherfisch.“
So wirbt die Umweltverwaltung für den kostenlosen „Ofenführerschein“. In einem 90-minütigen Onlinekurs bekommen Kaminbesitzern Tipps zum sparsamen Heizen mit Holz, unter anderem mit den vier „Rein-Heiz-Geboten“.
Stadtleben
Verlosung – Also, dieser Mann kann: Jonglage, Akrobatik und Comedy. Nebenbei hat er in Berlin einen Verlag gegründet und von der Liebe versteht er anscheinend auch noch was. Zumindest heißt das neue Programm von Marcus Jeroch „Mehr Chaos, mehr Liebe“. Am Sonnabend hat es Premiere im Pfefferberg Theater (20 Uhr) und wir laden Sie herzlich dazu ein: 2x2 Karten sind im Lostopf! Schönhauser Allee 176, U-Bhf Senefelderplatz
Essen & Trinken – Das „Hasir Ocakbaşı“ ist ein Klassiker der türkischen Küche in Berlin – und obendrein einer, der fast immer offen hat. Am Wochenende kann man sogar bis 5 Uhr morgens kalte und warme Mezze, über Holzkohle gegrillte Fleischspieße und Desserts bestellen. Seit 1970 folgt die Familie Aygün ihrer Passion fürs Essen, inzwischen existieren sechs „Hasir“-Standorte in Berlin. Alle Brotsorten werden täglich frisch gebacken, das Fleisch stammt aus der eigenen Verarbeitung im Wedding. Ehrensache, dass der Döner-Spieß per Hand gesteckt ist. Der Imbiss am Kreuzberger Stammsitz hat sogar 24 Stunden geöffnet. Soll es nur was Süßes sein? Der extracremige Milchreis Sütlaç schmeckt zu jeder Tages- und Nachtzeit. Und ist ein wunderbarer Seelentrost an nassen Berliner Herbsttagen, Adalbertstraße 10, U-Bhf Kottbusser Tor
Noch hingehen – Dass wir Menschen Wesen mit einer komplexen Gefühlswelt sind, haben die beiden „Alles steht Kopf“-Lehrfilme aus dem Hause Pixar schön erklärt. Ein ähnliches Programm, aber zum Mitmachen, bietet (noch bis Sonntag) das Labyrinth Kindermuseum mit einem Ferienprogramm zu Gefühlen. Man kann Freude-Rassel-Armbänder, Trauer-Regenmacher oder Wut-Trommeln basteln und Kugeln über die große Gefühle-Murmelbahn rollen lassen. Am Freitag gibt es außerdem ein Halloween-Programm. Di-Do 10-18, Sa/So 11-18 Uhr, Halloween 10-19 Uhr, 7 Euro (exkl. Material), Osloer Straße 12, U-Bhf Pankstraße
Last-Minute-Tickets – Die Reihe „Vocations – open space“ ist eine Art Kreativtreffen der internationalen Poesie- und Musikszene Berlins, heute dreht sich dort alles um die Ukraine: Das Vokalensemble Alter Ratio widmet sich der Uraufführung von Werken ukrainischer Komponist:innen und kredenzt ein extra für diesen Abend in Auftrag gegebenes Stück von Oleksiia Suk. Dann gibt es das Poesiekollektiv „Landschaft“, das Musik, Lyrik und Film verbindet und einen Auftritt der Sängerin Ganna Gryniva (ab 19 Uhr). silent green, 10/8 Euro, Gerichtstraße 35, U-/S-Bhf Wedding
Grübelstoff – Gestern am Hang einen älteren Herrn überholt, der gerade vom Rad gestiegen ist. Er dreht sich um, lächelt und verkündet: „Ich bin jetzt alt genug zum Schieben!“. Worauf freuen Sie sich schon, wenn Sie endlich alt genug dafür sind?
Kiekste
In der Kreuzberger Körtestraße wohnen sie noch – die unverbesserlichen Hippies. Dank an Harald Eschenbach! Weitere Bilder gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Hansastraße (Alt-Hohenschönhausen): Bis voraussichtlich 10.11. steht in Richtung Indira-Gandhi-Straße zwischen Feldtmannstraße und Liebermannstraße nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Bouchéstraße (Alt-Treptow): Die Straße ist bis Mitte November in beiden Richtungen zwischen Karl-Kunger-Straße und Heidelberger Straße für den Kfz- und Radverkehr gesperrt.
Bundesallee (Friedenau): Für ca. einen Monat steht in Richtung Friedrich-Wilhelm-Platz zwischen Handjerystraße und Friedrich-Wilhelm-Platz nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Georgenstraße (Mitte): Bis Anfang Dezember ist die Straße in Richtung Friedrichstraße zwischen Geschwister-Scholl-Straße und Planckstraße für den Kfz- und Radverkehr gesperrt. Auch die Planckstraße ist in beiden Richtungen im Kreuzungsbereich Georgenstraße gesperrt.
Innsbrucker Platz (Schöneberg): Von 20 bis 5 Uhr ist die Einfahrt auf die A100 in Richtung Treptow gesperrt.
Kurfürstenstraße (Tiergarten): Zwischen Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße und Schillstraße/An der Urania ist die Fahrbahn im Einmündungsbereich Schillstraße in beiden Richtungen bis Mitte Dezember auf jeweils einen Fahrstreifen verengt (Linksabbiegen nicht möglich).
Demonstration – Für heute sind 15 Demos angemeldet (Stand 27.10., 15.15 Uhr), u.a. „Mahnwache gegen den Faschismus“: 100 Teilnehmende, Platz der Märzrevolution (0-24 Uhr)
„Walk of Death – 28.10.1943“: 100 Menschen, Tiergartenstraße 18 (11-17 Uhr)
„Krieg in der Ukraine“: fünf Demonstrierende, Mildred-Harnack-Straße (16-23.30 Uhr)
„solidarische Nachbarschaften statt hohe Häuser“: 100 Protestierende, Rotherstraße 11 (16.30-17.30 Uhr)
„Weltweit brennen Wälder. Die Klimakrise verschärft sich. Menschen und Tiere leiden. Wir appellieren an das Verantwortungsbewusstsein der Christlich Demokratischen Union. Kanzler Merz muss auf der COP30 unsere Lebensgrundlage sichern: zehn Menschen, Greenpeace, Klingelhöferstraße 8 (17-19 Uhr)
Gericht – Wegen Betrugs mit der „Faksimile-Masche“ müssen sich fünf Männer verantworten. Die mutmaßliche Bande soll sich gezielt an ältere Menschen gewandt haben, die in der Vergangenheit Nachdrucke antiquarischer Bücher, sogenannte Faksimiles, erworben hatten. Die Täter hätten vorgetäuscht, gegen Kautions- und Provisionszahlungen den Verkauf der Sammlungen zu hohen Preisen vermitteln zu können. Opfer hätten bis zu 99.000 Euro gezahlt und verloren. 41 Fälle sind angeklagt (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A537).
Universität – Die Freie Universität Berlin und die Stiftung Topographie des Terrors laden am 4. November (18 Uhr) zu einem öffentlichen Vortrag des israelischen Historikers Tom Segev zu „Hannah Arendt in Jerusalem“ ein. Mit der Keynote wird zugleich die internationale Konferenz „Hannah Arendts ‚Eichmann in Jerusalem‘ – Edition und Interpretation“ eröffnet (4./5.11.). Der Vortrag ist kostenfrei, man muss sich aber anmelden, einen Livestream gibt es auch. Topographie des Terrors, Niederkirchnerstraße 8
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Christian Berkel (68), Schauspieler („Der Untergang“, „Mogadischu“); Bühne u.a. Renaissance-Theater Berlin und Schillertheater / Cornelia Froboess (82), Schauspielerin, ihren ersten Bühnenauftritt hatte sie 1951 mit dem Schlager „Pack die Badehose ein“, den ihr Vater ursprünglich für die Schöneberger Sängerknaben geschrieben hatte / „Liebe Grama, zu Deinem 90. Geburtstag gratulieren wir dir herzlichst und wünschen dir ein wundervolles neues Lebensjahr, deine Berliner Familie“ / Annette Humpe (75), Sängerin und Produzentin, Mitgründerin von Ideal („Berlin“), später bei Ich + Ich / „Die besten Wünsche zum Geburtstag von Florian L. fliegen heute von Schöneiche ins Theater Hof!“ / „LH, alles Liebe zu deinem besonderen Geburtstag. Ich freue mich auf viele weitere Jahre mit dir. DF“ / „Unsere Nr. 9, Minna Viktoria – Nomen est Omen – wird heute 6 Jahre alt und herrscht erfolgreich in ihrem wachsenden Reich der Kuscheltiere. Es gratulieren von ganzem Herzen Oma und Opa aus NMS“ / „75 Jahre – herzlichen Glückwunsch liebe Karla Range-Schmedes von Deinem Vorstandsteam im Sport-Gesundheitspark.“ / „Liebe Rita, Edwin und ich gratulieren Dir herzlich zu Deinem heutigen Geburtstag und wünschen Dir v.a. Gesundheit, weitere ausgefüllte Jahre mit schönen und interessanten Reisen, nicht zu vergessen auch in die Wohnung an der Ostsee! (...) Herzlichen Glückwunsch, alles Gute im neuen Lebensjahr, Manka & Edwin“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Helga Chomse, * 6. Mai 1926, verstorben am 23. Oktober 1925 / Marianne Dressler (geb. Schindler), * 14. Juli 1930, verstorben am 15. Oktober 2025 / Dr. Colin Graf von Hardenberg, * 25. August 1939, verstorben am 28. September 2025 / Stefanie Snigola, * 14. Juli 1968, verstorben am 6. Oktober 2025 / Brigitte Weyer, * 8. Juli 1939, verstorben am 11. Oktober 2025
Stolperstein – Clara Paula Guttsmann geb. Sultan (*1891) war verheiratet mit dem Fabrikbesitzer Paul Adolf Guttsmann. Ob sie eine Ausbildung hatte, ist nicht bekannt. Das Paar bekam zwei Söhne, 1929 wurde die Ehe geschieden. Ab 1942 lebte Clara versteckt an wechselnden Orten, u.a. war sie unter falschem Namen auf einem Gut als Kinderpflegerin angestellt. Die Gestapo fand sie dennoch, sie wurde im September 1943 verhaftet, nach Auschwitz deportiert und dort am 28. Oktober 1943 ermordet. An Clara Paula Guttsmann erinnert ein Stolperstein in der Ernst-Ring-Straße 2 in Schlachtensee.
Encore
Zum Abschluss ein Kurztrip in die seltsame Welt der TikTok-Trends. International schaukeln Jugendliche aktuell zum Song „Maui Wowie“ an Straßenschildern. In Hamburg brach bereits ein Schild am Jungfernstieg. Nun baumeln sie auch am Kottbusser Tor (Videobeweis). Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg findet das überhaupt nicht „tuff“, wie die Kids sagen. Es lenke vom Straßenverkehr ab, schreibt ein Sprecher. Beschädigte Schilder könnten als Ordnungswidrigkeit gewertet werden. Die Verkehrszeichen seien „nur für die Lastfälle Eigenlast, Wind- und Schneelast ausgelegt“ – nicht für belastende Jugendliche.
Die Last der Recherche ruhte auf den zuverlässigen Schultern von Christoph Papenhausen, das Stadtleben hat Antje Scherer ausgeschildert und Jasmine Dellé hat in der Frühproduktion die letzten Fehler aus den Texten gefischt. Morgen hangeln sich Lorenz Maroldt und Margarethe Gallersdörfer durch die Hauptstadt. Bis bald
