und herzlich willkommen zu einem tierischen Checkpoint: Wir bekommen es heute u.a. mit inzestuösen Eisbären, wildgewordenen Bienen, kastrierten Katzen, vegetarischen Nattern sowie investorenfeindlichen Kreuzkröten, Steinschmätzern, Zauneidechsen und Brachpiepern zu tun.
Aber erst mal gehen wir virtuell baden, denn heute früh um 7 Uhr, gleich nach Erscheinen dieses Checkpoints, startet online der Ticketverkauf für die Berliner Sommerbäder (mit einem Sprung ins Wasser müssen Sie dann aber noch bis zum Freitag warten).
Weitere erfrischende Nachrichten können wir leider nur in Aussicht stellen: Der Senat verhedderte sich gestern dermaßen in den Details verschiedener Varianten seines Stufenplans, dass am Ende selbst der Regierende Bürgermeister nicht mehr durchblickte und den Beschluss vertagte. Nachher war der Ärger groß – hier ein Mitschnitt verschiedener Kraftausdrücke aus dem Kreis der Beteiligten:
„Befindlichkeits-Klimbim“, „Klugscheißerei“, „Borniertheit“, „völlig unstrukturiert“, „ahnungslos“, „anmaßend“, „zermürbend“, „Fehlinformation“, „sauer“, „das geht so nicht“, „gescheitert“, „nicht vorbereitet“, „nichts geklärt“, „wirklich ärgerlich“ – usw.
Aber es läuft darauf hinaus, dass als Voraussetzung für die drei Lockerungsschritte „stetig sinkende Inzidenzen“ gelten werden (statt exakter Zahlen). Und das Kulturleben steht vor einer grandiosen Wiederauferstehung besonders der großen Häuser am 5. Juni – die Bedingungen hier: ein „Hygienerahmenkonzept“ mit maschineller Lüftung, Schachbrettsitzplan, Maske und Test. Am Ende blieben nur noch Einzelheiten vor allem in der Wirtschaft offen. Worauf sich der Senat bereits weitgehend einigen konnte, beschreibt hier für Sie Julius Betschka.
Die Eintrittskarte zur Wiedereröffnung bleibt vorerst der Test– aber der Zugang wird jeden Tag leichter: 1171 Teststellen sind nach Checkpoint-Informationen jetzt in Berlin registriert (Stand heute früh), die Testkapazität liegt bei 3,9 Mio. pro Woche – und das ist doch mal eine gute Nachricht.
Dass „Kontaktnachverfolgung“ derzeit das Lieblingswort des Senats ist, hatten wir hier ja gestern bereits festgestellt (da schüttelt es einen doch immer noch). Aber was ist Ihr Lieblingswort in diesen Tagen? Schreiben Sie es uns gerne an checkpoint@tagesspiegel.de. Unser Lieblingswort ist übrigens gerade die „Außengastronomie“ – was für eine faszinierende Verwandlung vom staubigen Bürokratenbegriff zur prickelnden Verheißung!
Das Einzige, das jetzt noch fehlt, ist ein Lärmschutzmoratorium – für die Weinbar in Kreuzberg, die Pizzabude in Mitte und überall in Berlin: Lasst die Leute auf der Straße sitzen bis tief in die Nacht, lasst sie laut lachen und feiern (in aller gebotenen Vorsicht). Es gibt viel nachzuholen (und für die Gastronomie viel nachzuverdienen)! Leise war es jetzt erstmal lange genug.
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Jeder Klick ist ein Dankeschön an die Pflegekräfte. Mehr als 750 Nominierungen sind für den Wettbewerb „Deutschlands beliebteste Pflegeprofis“ des PKV-Verbandes eingegangen. Vorgeschlagen wurden Pflegekräfte und -teams aus ganz Deutschland. Sie können jetzt online für Ihre beliebtesten Pflegeprofis abstimmen – noch bis 31. Mai. Ganz einfach per Mausklick auf: www.deutschlands-pflegeprofis.de
Mail von Anja Strieder: Als Wahlhelferin bekam sie zwar eine Impfeinladung, aber keinen Termin – nicht im Juni, nicht im Juli, nicht im August… alles dicht. Wird die Wahl etwa verschoben, und wir haben es gar nicht mitbekommen? Anruf bei der Impfhotline, und tatsächlich: „Restlos ausgebucht“. Derzeit wird auf „neue Kontingentfreigaben“ gewartet, die offizielle Empfehlung lautet deshalb: 1x täglich anrufen.
Für die Wartezeit heute eine kleine Aufgabe: Ordnen Sie AstraZeneca, Biontech, Moderna, Johnson & Johnson sowie Sputnik den Parteien SPD, Grüne, Linke, CDU und FDP zu (Impfverweigerer und die AfD sind von der Teilnahme ausgeschlossen).
Für die schnellste Atlantiküberquerung gab’s einst das elegante „Blaue Band“, beim Senat hat‘s leider nur für ein schwarzes Farbband gereicht (langsamste Havelrundfahrt). Glauben Sie nicht? Na, dann schauen Sie doch mal in die Drucksache 18/3689 (am Donnerstag im Abgeordnetenhaus) – da schippern Käpt‘n Michael Müller und sein Matrose Dirk Behrendt gemächlich auf einen „Staatsvertrag mit der Freien und Hansestadt Hamburg über die Führung des Schiffsregisters und des Schiffsbauregisters“ zu. Hier die Begründung:
„Aufgrund der sehr überschaubaren Fallvorkommnisse (derzeit umfasst das Berliner Schiffsregister nach Mitteilung des Amtsgerichts Charlottenburg ca. 1000 Binnenschiffe und 350 Seeschiffe) ist eine Spezialisierung in der Thematik nur schwer möglich. Zudem müssen die Änderungen im Schiffsregister aufgrund des derzeit bestehenden veralteten Eintragungsverfahrens mit Schreibmaschine erfolgen. Die Freie und Hansestadt Hamburg hat das Schiffsregister digitalisiert.“
Am Ende der Vorlage stellen Müller und Behrendt zufrieden fest: „Auswirkung auf das elektronische Verwaltungshandeln: Keine“. Es kommentiert unser Gastautor Friedrich Hölderlin: „Was kümmert mich der Schiffbruch der Welt, ich weiß von nichts als meiner seligen Insel.“
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Die re:publica ist zurück! In neuen Formaten und mit spannenden Sprecher*innen findet Europas größte Digital- und Gesellschaftskonferenz vom 20.-22. Mai als Online-Ausgabe unter dem Motto „In The Mean Time“ statt. Mit: Alice Hasters, Sascha Lobo, Margrethe Vestager, einem exklusiven Live-Set von Danger Dan u.v.m.
www.re-publica.com/tickets
Kreuzberg war Rio Reisers Heimat, nun wird der Heinrichplatz nach ihm benannt. Das Bethanien gleich nebenan war in den siebziger Jahren dank seiner Songs das berühmteste besetzte Haus Berlins – die „Scherben“, Reisers Band, waren dabei und lieferten den Soundtrack zur Bewegung. Doch als der Sänger in den achtziger Jahren mal wieder ins Bethanien wollte, wurde er an der Tür abgewiesen: „Schlagerfuzzis kommen hier nicht rein.“ Im Interview mit unserem Kollegen Lars Spannagel (hier zu lesen / Abo) spricht sein Bruder Gerd über den Mythos Kreuzberg – und die neue Aktualität von Ton Steine Scherben: „Widerstand leisten – Rio wäre sofort dabei“.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Tierisches Berlin (I): Skandal im Bärbezirk – Hertha aus dem Tierpark ist in ein „Inzest-Drama“ („B.Z.“) verwickelt: Die Eltern der Eisbärin sind Geschwister, „weil die Russen die Babys vertauschten“ (nochmal „B.Z.“). Hm… Direktor Andres Knieriem ist jedenfalls „verärgert und schockiert“.
Tierisches Berlin (II): Natter im Broccoli – das ist kein Romantitel, sondern eine Supermarkt-Nachricht aus Friedrichshagen (bekannt aus dem Film „Hai-Alarm am Müggelsee“): Die Schlange ließ sich in Spanien mit Plastikfolie ins Gemüse einwickeln.
Tierisches Berlin (III): „Wildbienen zu vermieten“, meldet die „Morgenpost“ – ein ganzes Volk kann sich man sich im Pappkarton zuschicken lassen (wäre vielleicht was für vereinsamte Reichsbürgerführer).
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Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes ist ein großer Erfolg für den Klimaschutz. Es ist Verpflichtung und Chance zugleich, die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen zu sichern. Welche Konsequenzen muss die Politik jetzt aus dem Urteil ziehen und wo soll als erstes angepackt werden? Diskutieren Sie mit der grünen Bundestagsfraktion!
>>gruene-bundestag.de/termine
Tierisches Berlin (IV): Ausgangssperre für Katzen – nur kastriert sollen sie noch vor die Tür dürfen. Ok, der Tierschutz, es gibt zu viele obdachlose Streuner – aber wo bleibt da der Spaß für die anderen?
Tierisches Berlin (IV): Kreuzkröten sollen Berliner bleiben – das fordert jedenfalls der Nabu und droht mit der Justiz, um das Bauvorhaben am Pankower Tor zu verhindern. Auch die Gentrifizierung von Steinschmätzern, Zauneidechsen und Brachpiepern wollen die Naturschützer stoppen.
Jetzt hauen sie sich im Senat den verbeulten Mietendeckel gegenseitig um die Ohren: Finanzsenator Mathias Kollatz will auch in den landeseigenen Wohnungen die Mieten über das Deckelniveau hinaus erhöhen, mit Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel (der eigentlich dagegen ist) verständigt er sich auf einen Kompromiss – aber gemeinsam scheitern sie gestern scheppernd an Grünen und Linken.
Der Blick in die Kleinanzeigen, heute: der so genannte Immobilienmarkt der „B.Z.“. Auf Seite 10 lesen wir unter der entsprechend gekennzeichneten Rubrik eine verlockende Eigenwerbung:
„Altbau oder Erstbezug? Altersgerecht oder ganz oben unterm Dach? Um die Traumwohnung zu finden, schauen Sie doch einfach in Ihre B.Z. Denn unser Immobilienmarkt erscheint jeden Tag, sieben Mal in der Woche. Und ist jetzt noch umfangreicher, noch übersichtlicher, noch besser geworden.“
Aha, „noch übersichtlicher“ also – na, da schauen wir doch mal, ob das stimmt… und tatsächlich: stimmt! Die Zahl der Immobilienanzeigen heute in der „B.Z.“ lautet „0“ (in Worten: nix, nüscht, ham wa nich!) – Berlin verfügt damit sogar über den übersichtlichsten Immobilienmarkt der Welt, wenn nicht gar des Universums. (Mehr zur Wohnungssuche in Berlin heute auch unter „Tweet des Tages“.)
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Apropos Mieten und Immobilienpreise: Wir laden sie für Donnerstagabend herzlich ein zu einer digitalen Live-Diskussion (Beginn 19 Uhr) – Sie können von Zuhause aus über PC, Tablet oder Smartphone dabei sein und Ihre Fragen stellen an Jan Kehrberg, Anwalt für Immobilienrecht, Corinna Merzyn, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes Privater Bauherren, und an unser Immobilienexperten Reinhart Bünger. Alle weiteren Infos finden Sie hier.
Auch beim neuen Schulgesetz schachert sich der Senat einfach nicht mehr zusammen – nach Checkpoint-Informationen hat sich die Koalition zwar darauf geeinigt, dass freie Schulen nach einer Gründung nur noch drei Jahre aufs Geld warten müssen (statt wie bisher fünf), aber die Linken fordern im Gegenzug den kostenlosen Hort in Klasse drei und vier. Das wiederum ist den Grünen zu teurer (40 Millionen), der SPD aber nicht.
Der Verband Deutscher Privatschulen lädt übrigens für heute, 16 Uhr zu einer digitalen Bildungsdebatte – mit dabei sind Maja Lasic (SPD), Marianne Burkert-Eulitz (Grüne), Regina Kittler (Linke), Dirk Stettner (CDU) und Paul Fresdorf (FDP), moderiert wird die Diskussion von unserer Kollegin Susanne Vieth-Entus. Vielleicht kommen sich die Koalitionäre da ja doch noch mal näher. Weitere Infos und Anmeldung hier.
14 Monate nach Beginn der Pandemie schreibt die FU für zwei Hörsäle in der Koserstraße die „Medientechnische Erneuerung und Ausstattung mit Videokonferenzsystemen“ aus. Ist das nicht ein bisschen spät? Wir haben mal nachgefragt, das sagt die Hochschule dazu:
„Die Ausstattung von Hörsälen mit Videokonferenztechnik ist aus baulicher und organisatorischer Sicht ein komplexer Prozess. Neun Hörsäle wurden bereits mit Videokonferenztechnik ausgestattet, vier weitere Hörsäle sind im Bau, drei befinden sich im Prozess der Beauftragung, und weitere sechzehn Hörsäle sind in der Planung.“
Die Räume in der Koserstraße „sind Teil einer Gruppe von Hörsälen, die aufgrund ihrer schlechten baulichen Situation erst umfangreich technisch und baulich ertüchtigt werden müssen“. Insgesamt hat die FU in genannten Zeitraum 31 zusätzliche Videokonferenzräume eingerichtet, weitere acht Räume stehen kurz vor der Fertigstellung. Das Motto: Hörsäle zu Sehsälen.
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Tagesspiegel-Weinexperte Ulrich Amling und Weinakademiker Jan Kiegeland nehmen Sie mit auf eine genuss- und lehrreiche Online Verkostung mit hervorragendem Spumante, Vino Bianco und Rosso.
Vor einem Jahr beschloss die BVV Tempelhof-Schöneberg, dass im Volkspark Mariendorf die demolierten Bänke ausgetauscht und die fehlenden ersetzt werden sollen, und zwar: „zeitnah“. In der vergangenen Woche stellte die SPD-Verordnete Manuela Harling jetzt dem Bezirksamt eine zeitnaheliegende Frage: „Welcher Zeitrahmen verbirgt sich hinter der Bezeichnung ‚zeitnah‘?“ Wir sind gespannt, ob auch die Antwort auf die lange Bank geschoben wird (Frist bis zum 8.5.).
Grünheide wird weltberühmt: Jetzt berichtet auch „Forbes“ über den Bau der Teslafabrik – und spricht von einer „bürokratischen Hölle“. Wir empfehlen Elon Musk einen Besuch nebenan in Berlin – das erdet ungemein.
„Gute Sendung!“, kommentierte Frank Henkel das Altherrengeplauder von Roland Tichy und Hans-Georg Maaßen bei „TV Berlin“ – dass der Kabarettist Uwe Steimle in einem FDJ-Style-Hemd mit CDU-Aufschriftdabei war, störte den Ex-Innensenator offenbar nicht.
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Für die neue Podcast-Folge „Eine Runde Berlin“ hat Checkpoint-Redakteurin Ann-Kathrin Hipp den Berliner Rapper Megaloh getroffen. Ein Gespräch über seine jahrelange Arbeit im Paketlager, die Macht des Geldes – und der Worte – und die Last der Verantwortung. Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
„Wasserschutzpolizei versenkt Hausboot“ ist ja auch mal eine originelle Schiffsmeldung (garantiert ohne Schreibmaschine verfasst, siehe Meldung „Schwarzes Band“ weiter oben): Aber wie kam es zum „Havel-Tsunami“? André Görke, der am Freitag seine Checkpoint-Premiere als Autor feiert, hat mit Zeugen gesprochen und zeigt hier Fotos des Unglücks (Abo).
Zitat
„Selbstverständlich arbeiten bei uns Menschen – und wir haben täglich 0,5 Mio. mal die Chance, in Berlin etwas falsch zu machen.“
Peter Kaiser von der PIN AG über einzelne Beschwerden, dass die Behördenpost innerhalb der Stadt zu lange unterwegs war. 95 % der Sendungen kommen laut Kaiser spätesten nach 2 Werktagen an. Zu unserer Anfrage, um deren Beantwortung wir gestern bis 16 Uhr gebeten hatten, stellte er übrigens richtigerweise fest, dass sie „gerne innerhalb der genannten Frist“ erledigt wurde.
Tweet des Tages
Es ist natürlich ein Teufelskreis, dass man ohne Job keine Wohnung kriegt, aber mit Job auch nicht, weil man nicht alle 30 Sekunden Immoscout aktualisieren kann (sollte).
Stadtleben
Essen – Keine einfachen Zeiten für Yorai Feinberg, Besitzer des Restaurants Feinberg's: Neben den für alle Gastronomen schlauchenden Pandemie-Auswirkungen kommen bei ihm hitzige Mieten-Debatten hinzu. Aber aufgeben ist für ihn keine Option – seine sephardischen koscheren Speisen gibt es weiterhin zum Abholen sowie geliefert. Nebst vegetarischer und veganer Gerichte bietet das Feinberg's auch koscheres Fleisch an, das Geschirr für fleischige und milchige Speisen werden streng voneinander getrennt. Probieren sollte man alle Mezze (ca. 4,50 Euro), dazu einen Schluck koscheren israelischen Wein. Fuggerstraße 35, U-Bhf Augsburger Straße, Di-So für jeweils zwei Stunden zwischen 17.45 Uhr und 22.15 Uhr.
Zuhören – Wer sich jetzt fragt, was koscheres Essen eigentlich genau bedeutet, klinke sich heute Abend um 19 Uhr unter diesem Link in den Livestream „Koscher to go – Perspektiven auf religiöse Speisevorschriften“ ein. Unter anthropologischen, ethnologischen und ernährungssoziologischen Aspekten sprechen der US-amerikanische Theologe Aaron S. Gross und Serdar Kurnaz, Berliner Professor für Islamisches Recht in Geschichte und Gegenwart, über das Schlachten von Tieren in Judentum und Islam und gehen dabei besonders auf philosophische Fragen des Tierschutzes ein. Das 90-minütige Gespräch ist Teil der Dialogischen Vortragsreihe, veranstaltet vom Jüdischen Museum Berlin.
Mitmachen – Theaterfreunde und Gamerinnen, aufgepasst – noch gibt es Resttickets für die morgige Premiere von „DATA-Land“, dem sogenannten „Cyborg Performing Theater“ des Borgtheaters. Um 20 Uhr startet das Gametheater-Streaming im Zuge des Performing Arts Festival Berlin. Der utopische Ort namens T.R.U.E. ist mit vier Darsteller:innen besetzt, die per Chat und Multiple-Choice-Angaben die Entscheidungen der Zuschauer:innen über ethische Dilemmata für den Daten-Upload ermitteln. Lässt sich die Klimakatastrophe verhindern? Gar die Welt retten? Und wenn ja: Von wem? Eine unkonventionelle Einladung zum Nachdenken über Klimapolitik und radikale Kompromisse. Tickets und Zugangsdaten bekommen Sie zu 10 Euro unter via Mail.
Schenken – Zugegeben, die Frage zur Verlosung unserer „Seite Eins“ in der letzten Woche war schwierig: Wann und warum begann die Luftbrücke, um die Westberliner mit Lebensmitteln zu versorgen? Die passende Tagesspiegel-Schlagzeile lautet „Volle Versorgung auf dem Luftwege“, erschienen am 26. Juni 1948 aufgrund der Blockade der Sowjetischen Militäradministration des Landzuganges zu den drei Westsektoren Berlins. Berichtet hatte der Tagesspiegel übrigens erst am 29. Juni, einem Dienstag, weil es noch keine Montagsausgabe gab.
Wir spendieren noch eine Zugabe und verlosen eine weitere „Seite Eins“ unter allen, die uns folgende Frage beantworten können: Auf welchem Berliner Flughafen wurde John F. Kennedy beim Staatsbesuch 1963 empfangen?
Grübelstoff – Haben Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten während der Pandemie verändert? Wegen Fleischskandalen zum Vegetarismus gefunden? Durch zusätzliche Zeit zum Fermentations-Guru geworden oder gar zur Hobbybraumeister:in des heimeligen Imperiums?
Das Pandemie-Ding
Zeiten ändern sich und Corona ändert die Zeiten. In den kommenden Wochen wollen wir an dieser Stelle Gegenstände zeigen, die während der Pandemie an Bedeutung gewonnen haben. Heute: Anke Lossin und die Vorfreude im Buchformat.
„Seit einigen Wochen habe ich unsagbar viel Freude daran, meine in Vor-Pandemie-Zeiten gesammelten Tickets, Flyer und Zeitungsartikel von besonderen Live(!)-Veranstaltungen zu sortieren und einzukleben. Ich gestalte daraus ein buntes Journal und erinnere mich dabei an all die wunderbaren Ausstellungen, Theater- oder Kinobesuche, die ich in den letzten Jahren erleben durfte. Dieses Tätigsein weckt natürlich auch die Vorfreude auf all das, was hoffentlich bald wieder möglich sein wird. Heute ist das Jahr 2017 an der Reihe!“
Was ist Ihr Pandemie-Ding? Wir freuen uns über Fotos (möglichst im Querformat) inklusive einer kurzen Begründung an checkpoint@tagesspiegel.de.
Berlin heute
Verkehr – A100 (Stadtring): Zwischen 21 und 5 Uhr ist der Tunnel im Ortsteil Britz in Richtung Dreieck Neukölln (A113) zwischen Gradestraße und Grenzallee gesperrt. Die Umleitungsstrecken sind ausgeschildert. Weitere Informationen finden Sie hier.
Allee der Kosmonauten (Biesdorf): In Richtung Landsberger Allee ist in Höhe Charlottenstraße der linke Fahrstreifen für ca. einen Monat gesperrt.
Mitte/Kreuzberg/Neukölln: Zwischen 19 und 22 Uhr ist aufgrund eines Fahrradkorsos in folgenden Bereichen mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen: Straße des 17. Juni, Bismarckstraße, Kantstraße, Joachimsthaler Straße, Kurfürstendamm, Tauentzienstraße, Kleiststraße, Potsdamer Straße, Hauptstraße, Schöneberger Straße, Alt-Tempelhof, Oderstraße, Emser Straße, Hermannstraße, Kottbusser Damm, Adalbertstraße, Bethaniendamm, Holzmarktstraße, Alexanderstraße, Karl-Liebknecht-Straße, Spandauer Straße und Rathausstraße
Hauptstraße (Schöneberg): Auf Höhe Innsbrucker Platz kommt es zwischen Grunewaldstraße und Kaiser-Wilhelm-Platz zu Verkehrsstörungen. Die Gesamtarbeiten sind bis Ende Januar 2022 geplant.
Demonstration – „Für den Erhalt von Jugendräumen“ wird von 5 bis 16.30 Uhr in der Goebenstraße 1 demonstriert. In der Willy-Brandt-Straße 1 versammeln sich heute diverse Gruppierungen unter verschiedenen Mottos. Zum einen findet hier von 10 bis 17 Uhr die „Kunstaktion mit politischer Willensbildung vor dem Kanzleramt in Berlin zur Ministerpräsidentenkonferenz am 19.05.2021 mit dem Thema: ‚Hilfen für den Handel – Jetzt!‘“ statt, teilweise parallel zu der „Mahnwache und Gebet von Christen aus ganz Deutschland aufgrund jüngster antisemitischer Ausschreitungen mit Aufruf zu Terror und Mord auf deutschem Boden“ zwischen 14 und 15.30 Uhr. Außerdem steht die „Verlängerung Mahnwache am Kanzleramt Frau Merkel soll sofort zurücktreten (vom 15.05. bis 01.06.2021 - täglich)“ an, jeweils zwischen 18 und 22 Uhr. Zwischen 13.15 und 17.30 Uhr am Platz der Republik 1: „Eine große Petition zugunsten behinderter Kinder wird an den Petitionsausschuss des Bundestages abgegeben“. Der Aufzug „Gegen die israelische Aggression in Palästina“ führt zwischen 18 bis 21 Uhr vom Alexanderplatz (Treffpunkt Weltzeituhr) über Alexanderstraße, Karl-Liebknecht-Straße, Lustgarten und Unter den Linden bis zum Pariser Platz. Der „Ride of Silence – Fahrraddemonstration zum Gedenken an tödlich verunglückte Radfahrende“ radelt zwischen 19 und 22 Uhr durch Mitte, Kreuzberg und Neukölln (s. Verkehr).
Gericht – Gegen eine 20-Jährige, die ihr Baby tödlich verletzt haben soll, beginnt der Prozess. Sie soll ihr damals zwei Monate altes Kind auf einem Spaziergang so geschüttelt haben, dass es wenige Tage später seinen Verletzungen erlag (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 700).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Kornelia Boje (79), Schauspielerin, Autorin, Synchron- und Hörspielsprecherin / Hamze Bytyci (39), Schauspieler, Vorstandsvorsitzender des Vereins RomaTrial e.V. / Rodrigo „Rod“ Andrés González Espindola (53), Musiker, Bassist, Komponist und Sänger bei „Die Ärzte“ / Wolfram Heicking (94), Komponist, Musikwissenschaftler und Hochschullehrer / „Herzlichen Glückwunsch, lieber Dr. Wolf Heyer, ich wünsche dir an jedem Tag einen Grund zum Lachen, Hans-Joachim Melchior“ / KF Kempowski, „Tonmeister bei GZSZ & etwas aus den Augen verlorener Freund!“ / „Lieber Dr. Thomas Ladwig, beiße Dich weiter durchs Leben. Ich freue mich auf einen gemeinsamen Umtrunk auf der Terrasse der Cantina Verde in unserem Club. Herzlichen Glückwunsch, Achim Melchior“ / Maja Lasić (42), für die SPD im AGH / Barbara Schöne (74), Schauspielerin / „Kaum zu glauben: Die nicht nur weltbeste und sondern auch unsere liebste Schwiegertochter Christiane Tews nähert sich der magischen vier vor der Null und wird dennoch nur wieder mal dreißig! Wir gratulieren herzlich und wünschen weiterhin alles Gute und viel Erfolg! Wir freuen uns sehr darauf, Dich nach so langer Zeit mal wieder zu sehen. Kurt & Marion Tews“ / Günter M. Ziegler (58), Mathematiker und Präsident der FU Berlin / „Anne Wäschle, allet Jute quer durch Kiezhausen von Roberto und der Tatort-Crew!"
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Christa Hartwig, * 21. November 1936 / Bärbel Marsiske, * 13. Januar 1944 / Herta Neumann, * 7. Februar 1941 / Roland Schurig, * 11. Mai 1940 / Helene Schwarz, * 13. Februar 1927, langjährige Sekretärin der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin
Stolperstein – Zwar ist Otto Reiches Geburtstag im Jahr 1894 nicht genau datiert, wohl aber, dass er im Jahr 1944 einige Monate im Wehrmachtsgefängnis Torgau inhaftiert war, bevor er heute vor 77Jahren im Zuchthaus Halle (Saale) hingerichtet wurde. Zur Erinnerung an ihn liegt in der Behaimstr. 20 in Pankow-Weißensee ein Stolperstein.
Encore
Schauen Sie sich zum Schluss mal diesen Turbo-Schlitten hier an – fällt Ihnen da etwas auf? Richtig: Das ist ein Dienst-Porsche. Und auf wen ist der wohl zugelassen? Sie erkennen es an der Ziffernkombination: Mit dem Kennzeichen „BN - 302“ ist die „Internationale Organisation für Erneuerbare Energien“ unterwegs. Die Antwort auf unsere Frage, was das soll, ist übrigens offenbar mit der Kutsche unterwegs – wir warten darauf jetzt schon drei Tage. Ewig erneuerbar ist unsere Geduld allerdings nicht.
Immer wieder voller Energie waren für Sie heute Lotte Buschenhagen (Recherche), Juliane Reichert (Stadtleben) und Cristina Marina (Produktion) am Start. Morgen früh begrüßt sie hier Robert Ide – bis dahin,
