Heute geht‘s in die nächste Runde der Berliner Sondierungsgespräche: Nach Grünen und Linken dürfen heute CDU und FDP bei den Sozialdemokraten vorsprechen – und auch Grüne und Linke treffen sich, um die Lage zu peilen. Klar ist bisher nur zweierlei:
+ Ohne die SPD gibt es kein Bündnis, das über eine Mehrheit der Sitze verfügt (jedenfalls nicht nach derzeitigem Auszählungsstand; mehr dazu gleich).
+ Die SPD ist auf keine der anderen Parteien angewiesen – jede der potenziellen Partnerinnen ist für sie in egal welcher Kombination austauschbar.
Theoretisch sind vier Koalitionen möglich:
+ SPD mit Grünen und Linken („RGR“).
+ SPD mit Grünen und FDP („Ampel“)
+ SPD mit Grünen und CDU („Kenia“)
+ SPD mit CDU und FDP („Deutschland-Koalition“)
Im Gegensatz zum bescheidenen Ergebnis (mit 21,4 Prozent schnitt die SPD so schlecht ab wie nie zuvor in Berlin) hat Franziska Giffey also ein erhebliches Machtpotenzial bei den Verhandlungen.
Allerdings ließ sie bei den ersten Gesprächen nicht erkennen, ob sie tatsächlich eine ganz andere Koalition als bisher in Betracht zieht, also eine mit CDU und FDP. Trotz der giftigen Worte im Wahlkampf hatten Grüne wie Linke nach der ersten Sondierungsrunde das Gefühl, dass die SPD-Spitze darum bemüht ist, auch bei strittigen Themen keine unüberwindbaren Hindernisse aufzubauen. Eines ist Giffey und dem Fraktionsvorsitzenden Raed Saleh spätestens jetzt allerdings deutlich geworden: Ein großes Infrastruktursenatorium, wie es die SPD gerne hätte, kann sie in der bisherigen Parteienkombination nicht durchsetzen – die Grünen lassen sich das Verkehrsressort nicht abhandeln.
Doch welche Koalition wäre eigentlich für Berlin die beste?
Um sich einer Antwort zu nähern, schauen wir uns mal die neue Teilung der Stadt an – und zerlegen die Wahlergebnisse nicht nach Bezirken, sondern nach Innen und Außen. Und da wird es spannend:
In „Bullerbü“ (Giffey, Jarasch), also innerhalb des S-Bahn-Rings, sind die Grünen die letzte Berliner Volkspartei: Sie erreichen hier 30,1 Prozent. Keine andere Partei kommt in einem Bezirk auf einen höheren Wert. Zusammen mit der Linken, die hier 18,4 Prozent holte, hätten die Grünen, gäbe es diese Verwaltungseinheit, eine bequeme Mehrheit zum Durchregieren. Und gäbe es das Bullerbü-Parlament, es würde nicht einmal gestört durch Pöbeleien von rechts: Die AfD sammelte innerhalb des S-Bahn-Rings nur 3,7 Prozent der Stimmen ein. Allerdings leben hier auch nur 613.000 Wahlberechtigte.
Ein ganz anderes Bild ergibt sich beim Blick auf die Ergebnisse außerhalb des S-Bahn-Rings, dem Berlin der Villen und Plattenbauten, der Seen und Gewerbeflächen, der großen Straßen und der schlechten Verkehrsanschlüsse. 1,7 Millionen Wahlberechtigte leben hier, fast dreimal so viele wie in der Innenstadt. Die SPD liegt in Außenberlin mit 22,9 Prozent vor der CDU (21), die Grünen kommen mit 14,2 Prozent nur auf Platz 3, gefolgt von der Linken (12,2).
Diese Teilung der Stadt, die noch nie so sichtbar war wie nach der Wahl 2021 – oder sagen wir besser: nach diesen fünf Jahren Rot-Rot-Grün –, muss eines der wichtigsten Themen sein für eine neue Koalition. Eine Regierung, die diese Entwicklung entweder nur hinnimmt oder nach rein parteilicher Opportunität mit ihr umgeht, ist schlecht für Berlin.
Vor diesem Hintergrund sortiert sich die Koalitionsfrage anders als auf dem Rechenschieber. Eine „Deutschland-Koalition“ wäre kein Zukunftsbündnis, sondern eine Kampfansage an die „grüne“ Innenstadt. Die organisierte Unzuständigkeit würde perpetuiert statt aufgelöst. Es wäre für Giffey auch eine Kampfansage an die eigene Partei. Selbst dann, wenn sie mit einem solchen Bündnis im Dezember den Parteitag übersteht, kann sie sich ihrer Mehrheit nie sicher sein. Gerade mal vier Stimmen mehr als nötig hätte ein solches Bündnis nach derzeitigem Stand – ein ständiges Freudenfest für Heckenschützen aus allen Koalitionsfraktionen, die bisher einander nicht gerade zugetan waren. So lässt sich Berlin nicht in eine besser funktionierende Zukunft führen.
Anzeige
VANPEY Möbeldesign Manufaktur
Wir entwerfen und fertigen unsere Regal- und Möbelsysteme, sowie Kleinmöbel in der Jablonskistraße 3a in Berlin-Prenzlauer Berg. Konfigurieren Sie Ihr Vanpey-Möbel nach Ihren eigenen Vorstellungen.
Erfahren Sie hier mehr…
„Mal sehen, ob nicht auch hier bald gelb-grüne Gemeinsamkeiten ausgelotet werden“, schreibt Sabine Beikler heute in ihrem Tagesspiegel-Kommentar. Eine erste Annährung findet tatsächlich statt – auf Einladung der IHK bei einem „Limetten-Kaffeetreff“. Wir werden schon bald erfahren, ob sauer wirklich lustig macht – und ob die Vorwahl-Warnung des FDP-Spitzenkandidaten Sebastian Czaja an alle, „die auf ihr Auto angewiesen sind“, nicht links abzubiegen, auch für ihn selbst gilt.
Der Senat sieht in seiner unübertrefflichen Unfehlbarkeit keinen Anlass für eine Wahlwiederholung – und stellt zugleich fest, dass er gar keine Ahnung hat, was da genau lief oder eben auch nicht lief. Meldungen über Pannen kenne man „nur aus den Medien“, mit anderen Worten: Nachdem das Vertrauen in den ordnungsgemäßen Ablauf des Hochamts der Demokratie fahrlässig oder sogar mutwillig untergraben wurde, wird nun die Vertrauenswürdigkeit der unabhängigen Aufklärer in Frage gestellt. Untersuchen sollen den Wahlvorgang stattdessen diejenigen, die für ihn verantwortlich sind: die Landes- und Bezirkswahlleitungen plus einige Beisitzer und Richter, die wiederum, Sie ahnen es sicher bereits, von der Landeswahlleitung berufen wurden. Bonusfrage: Wer hat die Landeswahlleiterin berufen? Na klar: der Senat.
Doch selbst dann, wenn bis zur Veröffentlichung des amtlichen Endergebnisses alle Stimmen noch einmal durchgezählt und Ergebnisse korrigiert werden:
Dreierlei ist nicht mehr rekonstruierbar und auch nicht quantifizierbar:
1) U-Bürgern mit Berliner Wohnsitz und Minderjährigen über 16 Jahren wurde nicht nur der Wahlzettel für die BVV-Wahl ausgehändigt, sondern auch die Scheine für die Bundestags- und Abgeordnetenhauswahl (das betrifft sowohl die Briefwahlunterlagen als auch die Ausgabe in den Wahllokalen). Dafür waren sie aber gar nicht wahlberechtigt. Wie viele und welche Scheine aus dieser Personengruppe in den Wahlurnen landeten und ausgezählt wurden, ist nachträglich weder konkret noch generell zuzuordnen.
2) Vor allem ältere Menschen wurden an ihrer Stimmabgabe gehindert. Das lag zum einen an den außergewöhnlich langen Wartezeiten von bis zu vier Stunden, die auf die chaotische Organisation zurückzuführen sind (u.a. zu wenige Wahlkabinen, fehlende oder falsche Wahlscheine, Vorsteher ohne Einweisung) – viele Wartende verließ die Kraft (nicht einmal vor Schulen wurden Stühle vor die Tür gestellt) und sie mussten wider Willen auf eine Stimmabgabe verzichten, oder sie konnten nur einen Teil der Wahlscheine ankreuzen, weil nicht zu jeder Zeit alle verfügbar waren. Zum anderen gab es Wahllokale, die nicht barrierefrei zu erreichen sind.
3) Wählerinnen und Wähler gaben unwissentlich und unbeabsichtigt ungültige Stimmen ab, weil ihnen die falschen Wahlscheine ausgehändigt wurden – es standen Direktkandidaten aus anderen Bezirken darauf (auch das betrifft sowohl die Briefwahlunterlagen als auch die Ausgabe in den Wahllokalen). Dass Stimmzettelkartons falsch etikettiert worden waren, wusste die Landeswahlleitung seit Wochen.
Da kann noch so oft nachgezählt werden: Hier sind Stimmen in völlig unbekanntem Ausmaß zu viel verteilt worden (Fall 1) oder unauffindbar verloren gegangen (Fälle 2 und 3).
Anzeige
Hunger auf die Stadt! Wir vom tipBerlin veranstalten ein Food Festival. Und feiern den Entdeckungshunger der Stadt. Vor allem aber geben wir denen eine Bühne, die Berlin so lebenswert machen: Kommen Sie mit an die Tische und Theken der Stadt und am 9. und 10.10. zum EDEKA Foodmarket mit Talks und Labs in Clärchens Ballhaus. Eintritt frei!
www.tipfoodfestival.de
Dazu schauen wir uns mal die knappsten Ergebnisse bei den Erststimmen der Abgeordnetenhauswahl an: In 16 der 78 Wahlkreise (jeweils bis zu 35.000 Wahlberechtigte) hatten die Gewinner einen Vorsprung von weniger als 500 Stimmen. Hier sind sie:
+ Björn Wohlert (CDU), 485 vor Sven Meyer (SPD) (Reinickendorf 4)
+ Dunja Wolff (SPD), 441 vor Carsten Schatz (Linke) (Treptow-Köpenick 6)
+ Aferdita Suka (Grüne), 422 vor Jens Fischwasser (SPD) (Tempelhof-Schöneberg 4)
+ Nina Lerch (SPD), 393 vor Robbin Juhnke (CDU) (Neukölln 5)
+ Lars Rauchfuß (SPD), 389 vor Roman Simon (CDU) (Tempelhof-Schöneberg 5)
+ Max Landero (SPD), 385 vor Stefan Lehmkühler (Grüne) (Mitte 2)
+ Claudia Engelmann (Linke), 305 vor Karsten Strien (SPD) (Lichtenberg 3)
+ Jeannette Auricht (AfD), 299 vor Steffen Ostehr (Linke) (Marzahn-Hellersdorf 3)
+ Damiano Valgolio (Linke), 213 vor Monika Herrmann (Grüne) (Friedrichshain-Kreuzberg 4)
+ Louis Krüger (Grüne), 178 vor Katrin Seidel (Linke) (Pankow 5)
+ Manuela Schmidt (Linke), 148 vor Iris Spranger (SPD) (Marzahn-Hellersdorf 2)
+ Martin Pätzold (CDU), 76 vor Robert Schneider (Linke) (Lichtenberg 2)
+ Gunnar Lindemann (AfD), 70 vor Gordon Lemm (SPD) (Marzahn-Hellersdorf 1)
+ Jörg Stroedter (SPD), 61 vor Emine Demirbüken-Wegner (CDU) (Reinickendorf 2 / korrigiertes Ergebnis, zuvor 42)
+ Oda Hassepaß (Grüne), 30 vor Klaus Lederer (Linke) (Pankow 3 / Nachzählung ist erfolgt)
+ Alexander Kaas Elias (Grüne), 23 vor Franziska Becker (SPD) (Charlottenburg-Wilmersdorf 6 / korrigiertes Ergebnis, zuvor lag Becker mit 8 Stimmen vorne)
Was genau will der Landeswahlausschuss da angesichts der zu viel verteilten und verlorenen, jedenfalls nicht rekonstruierbaren Stimmen bis zum 14. Oktober eigentlich entscheiden – und das quasi in eigener Sache? Es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wer alles wegen dieser Pannenwahl das Verfassungsgericht anrufen wird. Der Rechtsfrieden mag mit einem Urteil wiederherzustellen sein – das Vertrauen ins Funktionieren der Stadt eher nicht.
Pragmatiker der Linken gehen schon seit einiger Zeit wegen zunehmender Sektiererei vorsichtig, aber weitgehend unauffällig auf Distanz zur Kampagne „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ – die Urteile waren vernichtend, auch von führenden Mitgliedern der Partei, offen darüber sprechen aber wollten sie vor der Wahl nicht.
Doch jetzt verlässt einer der führenden Aktivisten die Initiative, und zwar mit einem großen Knall: Marcus Staiger, Kotti-Original, Rap-Label-Chef und Kampfsportler, schreibt in einem Facebook-Post, wie sich „DWE“ seiner Beobachtung nach entwickelt hat: „immer akademischer und dogmatischer“, „unsolidarisch, verletzend, ausgrenzend“, dominiert von „Moralaposteln und Rechthaber:innen“ mit „künstlicher Sprache“, denen es „ums Aburteilen und bestrafen“ derjenigen geht, die nicht in jedem Punkt linientreu sind. Am Ende habe er sich „von Feinden umzingelt“ gefühlt, andere Leute „trauten sich nicht mehr, den Mund aufzumachen“.
Alexander Fröhlich hatte bereits Ende August über Zerwürfnisse bei der Initiative berichtet – u.a. war der Sprecher wegen Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens rausgeworfen worden, die Aktivisten forderten ihn aber auf, seinen Abgang öffentlich mit einem „Burnout“ zu begründen. Fröhlichs Recherche finden Sie hier.
Anzeige
Lustig, bissig, satirisch auf den Punkt gebracht – Klaus Stuttmanns gesammelte Alltagsbeobachtungen finden Sie jetzt im Wochenkalender 2022 mit 52 Karikaturen für jede Lebenslage.
Ab sofort im Tagesspiegel-Shop erhältlich!
Berliner Schnuppen
Telegramm
Wer die Koalitionsparteien vor der Wahl fragte, was wirklich wichtig ist, bekam oft zu hören: Klimaschutz und Bildung. Ihre Fachpolitiker landeten bei SPD, Linken und Grünen aber oft auf wackligen oder sogar wenig aussichtsreichen Listenplätzen. Das Ergebnis: Alle sechs sind raus (einen Überblick finden Sie hier). Ein Gutes hat das immerhin: Die promovierte Biochemikerin Maja Lasić (SPD) erwägt, den Lehrkräftemangel mal ganz praktisch anzugehen – als Quereinsteigerin in der Schule.
Bei den „Gorillas“ sind zwei ominöse Streikbrecher aufgetaucht, die den anderen ihre Bereitschaft zum Ausliefern per Bike bekundeten – doch trotz Maske und Helm konnten sie identifiziert werden: Es waren peinlicherweise die beiden Manager Ronny Gottschlich und Adrian Frenzel (hier zu sehen).
Verkaufsoffene Adventssonntage (5. und 12. Dezember) gibt es in diesem Jahr laut neuem Amtsblatt „unter der Bedingung, dass mindestens drei der fünf größten und besucherstärksten Weihnachtsmärkte als Präsenzveranstaltungen an diesem Termin stattfinden“ (S. 3882).
Alles klar? Eigentlich schon, oder? Na ja, sicherheitshalber gibt es in der Allgemeinverfügung noch einen „Hinweis“, und der lautet wie folgt:
„Das bedeutet, dass die berlinweite Öffnung von Verkaufsstellen dann nicht zulässig ist, wenn an den jeweiligen Sonntagen mindestens drei der fünf größten und besucherstärksten Weihnachtsmärkte nicht stattfinden.“
Ok, neben dem Weihnachtsmann sollte das im Umkehrschluss jetzt auch Rentier Rudi kapiert haben („Ho, Ho, Ho!“). Die Märkte, um die es geht: Schloss Charlottenburg, Gedächtniskirche, Zitadelle Spandau, Gendarmenmarkt, Rotes Rathaus.
Anzeige
Wir schenken Ihnen das neue iPad!
Lesen Sie den Tagesspiegel als digitale Zeitung inklusive Tagesspiegel Plus und Checkpoint.
Als Geschenk erhalten Sie das
iPad 2021 und sparen über 375 €.
Jetzt Herbst-Deal sichern.
Ausgemusterten Polizeihunden (offiziell: „ausgesondert“, Amtsblatt S. 3881) soll ab sofort eine„Wertschätzung der von den Tieren geleisteten Arbeit“ zuteilwerden, und zwar in Form einer Tagespauschale „zur Sicherstellung einer artgerechten Versorgung“. In Euro ausgedrückt macht das 3,75 Euro – für die Käufer.
Der berühmte Diensthund „Terror“ ist allerdings offenbar schon vergeben – auf der aktuellen Bestandsliste (86 Hunde im Dienst, 12 in der Ausbildung) steht er jedenfalls nicht mehr. Dafür aber dürften demnächst Don, Benji, Pecko, Sam, Almo, Anka, Finja, Oran, Leon, Lara, Wasko, Cora, Wanda, Irex, Ricky, Qunta, Miska, Ösi, Echse, Gigolo, Apollo und Wotan in Rente gehen bzw. humpeln – sie sind alle mindestens acht Jahre alt. (Q: DS 18/28 098, MdA Luthe).
Ricardo Lange ist der bekannteste Intensivpfleger Deutschlands – während der Pandemie sprach er mit Spitzenpolitkern, vertrat die Interessen seiner Kolleginnen und Kollegen im TV, berichtete über die Zustände in den Kliniken in seiner Tagesspiegel-Kolumne und war auch Gastinterviewer bei allen fünf Wahltalks von „Tagesspiegel live“. Jetzt teilte er per Twitter mit:
„Bisher haben sich die negativen Auswirkungen meiner Bemühungen für eine bessere Patientenversorgung auf Beleidigungen beschränkt. Nun darf ich in einer Klinik nicht mehr arbeiten, weil ich mich zu medienwirksam für die Pflege einsetze. Ich bin enttäuscht!“
Lange sagte uns am Sonntag, dass dort alle seine Dienste storniert worden sind – die Begründung der Klinik per Telefon: wegen seiner „medialen Präsenz“. Lange ist nicht fest angestellt, sondern über eine Leiharbeitsfirma beschäftigt.
Anzeige
Change Forum III – Generation Talk
Warum muss die Jugend erst auf einen Hocker steigen, um auf Augenhöhe wahrgenommen zu werden? Wie unterscheiden sich die Visionen einer nachhaltigen Zukunft zwischen „Jung“ und „Alt“? Wir setzen die Generationen an einen Tisch, um zu diskutieren, wie die zukünftigen Veränderungen gestaltet werden müssen. Hier zur kostenfreien Anmeldung!
Falls Sie ab nächsten Sommer noch nichts vorhaben: Die FU sucht eine/n Präsidentin/Präsidenten, die Ausschreibung ist jetzt raus. Aber Achtung: Amtsinhaber Günter M. Ziegler will seinen Stuhl nicht freiwillig räumen – Sägekenntnisse sind für die Bewerbung also unabdingbar.
In Berlin kann man richtig gut abhängen, auch 90 Meter über der Stadt, mit 360 Grad Panaromablick – kostenlos, exklusiv und allein (hier zu sehen). Nur erwischen lassen sollten Sie sich nicht.
Frage einer BVG-Nutzerin: „Hallo BVG, wenn ich Freitagabend vom Alex bis Nollendorfplatz einen Wagon (U2) für mich allein hatte, komme ich dann ins Guinness-Buch der Rekorde?“
Antwort der BVG: „Nein, dann solltest du mal Dein Deo überprüfen.“
Zitat
„Wenn die Wahl zum Abgeordnetenhaus wiederholt werden muss, wäre das zwar peinlich. Aber es wäre für das Vertrauen in die Demokratie kein zu hoher Preis.“
Markus Wehner in der FAZ.
Tweet des Tages
Ey. Ich weiß, dass Berliner Administration Schrott ist. Aber es ist wie mit nervigen Eltern: Ich darf meckern, aber wehe, ihr beleidigt meine Mutter. Will sagen: Wer mir hier mit Berlin-Bashing kommt, fliegt raus. Es ist die beste Stadt in DE. Und ich liebe sie seit 57 Jahren.
Stadtleben
Essen – Die Manufaktur Bon Joule bereitet unweit vom U-Bhf Frankfurter Tor Joghurt-Müsli-Kreationen im Glas zu und liefert sie zum Morgenkaffee. Die umweltfreundlichen Pfandgläser nimmt Inhaber Robert Tiedt bei der nächsten Auslieferung einfach wieder mit. Team Herzhaft kommt nun auch auf seine Kosten: Neu im Sortiment ist die „Stulle im Glas“ à la Ei-Vocado (Avocado-Eiersalat) oder Orient Esspress mit pikanter Harissa-Dattel-Crème (3,50 Euro). Nächster Halt: Ihr Friedrichshainer und Prenzlauer Berger Homeoffice – oder Ihre Firmenadresse berlinweit. Mit Dank für den Tipp an Checkpoint-Leser Benedikt Brecht! Wir freuen uns über Ihre persönlichen Stadleben-Empfehlungen an checkpoint@tagesspiegel.de.
Trinken – Auf seinem mobilen Gefährt in der Markthalle Neun erhitzt der Wahlberliner Hakan Türkmen nach traditioneller Art das Gemüt: Der türkische Wüstenmokka wird im Kupferkännchen auf heißem Sandbett zubereitet und nach Belieben mit braunem Zucker, Zimt und Kardamom verfeinert. Ist die Tasse geleert, zückt Türkmen seinen Pinsel: Der zurückbleibende Rest der gemahlenen Kaffeebohnen wandert beim Kaffeesatz-Lesen malerisch aufs Papier. Mo-Fr 12-18 Uhr, Sa 10-18 Uhr, Eisenbahnstraße 42/43
Noch hingehen – Das Erdgeschoss des Gropius Baus beheimatet weltpolitische Koordinaten und zeigt mit „The Cool and the Cold” Kunst aus drei Jahrzehnten. Die während des Kalten Krieges enstandene Malerei aus den USA und der UdSSR beleuchtet, wie Kunstschaffende – darunter Andy Warhol und Natalia Nesterova – den ausgetragenen Konflikt der beiden Supermächte auf ästhetische Weise verarbeiten. Bis 9. Januar 2022. 10/15 Euro. Mi-Mo 10-19 Uhr, Niederkirchnerstraße 7
Zeitfenster sichern – Die alte Spielhalle am Nollendorfplatz 6 ist dem Abriss geweiht. Bevor es so weit ist, übernimmt das Berliner „Dixons“-Trio gemeinsam mit anderen Kunstschaffenden die Räumlichkeiten: Wie schon in der Ausstellung „The House“ schmückt die Urban Art & Culture Darbietung „Game Over“ mit Graffiti, Tape Art, Installation, Mapping und Augmented-Reality die einstige Spielothek. Ab morgen finden dienstags bis sonntags von 12 bis 20 Uhr stündliche Touren für 10 Euro statt. Vorab verlosen wir zehn Gutscheincodes zur freien Slotbuchung. Viel Glück! U-Bhf Nollendorfplatz
Grübelstoff – Vom Altweibersommer 2021 zurück in den Herbst 1989: Wie erlebten Sie den Fall der Mauer und was hat sich mit der Deutschen Wiedervereinigung für Sie verändert?
Berlin heute
Verkehr – A100 (Stadtring): Mehrere Verkehrseinschränkungen in Fahrtrichtung Neukölln an der Auffahrt der AS Innsbrucker Platz und der Überleitung auf die A 103 bis 8. Oktober, weitere Infos hier.
Alt-Mahlsdorf (Mahlsdorf): In beiden Richtungen steht in Höhe Hultschiner Damm jeweils nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Vom Hultschiner Damm und der Hönower Straße aus ist jeweils nur das Rechtsabbiegen möglich.
Hultschiner Damm (Mahlsdorf): Zwischen Alt-Mahlsdorf und Elsenstraße gibt es ab 8 Uhr bis Ende Oktober für beide Fahrtrichtungen nur einen gemeinsamen Fahrstreifen.
Unter den Eichen (Lichterfelde): Stadteinwärts ist im Tunnel unter der Kreuzung Drakestraße die Fahrbahn ab dem Morgen für ca. eine Woche auf einen Fahrstreifen verengt.
Dietzgenstraße (Niederschönhausen): Zwischen Schillerstraße und Mittelstraße steht ab dem Morgen für ca. zwei Wochen nur ein Fahrstreifen je Richtung zur Verfügung.
Landsberger Allee (Alt-Hohenschönhausen): Ab dem Morgen ist an der Kreuzung Weißenseer Weg bis Ende November in beiden Richtungen jeweils ein Fahrstreifen gesperrt.
Karl-Liebknecht-Straße (Mitte): Richtung Prenzlauer Allee ist die Fahrbahn in Höhe Alexanderplatz ab 6 Uhr bis Dienstagabend auf einen Fahrstreifen verengt.
Rathausstraße (Mariendorf): Richtung Attilaplatz ist die Straße ab dem Vormittag zwischen Königstraße und Ullsteinstraße bis Mitte Dezember gesperrt.
Riesaer Straße (Hellersdorf): Ab dem Mittag ist für ca. eine Woche die Fahrbahn in Richtung Hönower Straße zwischen Leisniger Straße und Geithainer Straße auf einen Fahrstreifen verengt.
Tunnel Tiergarten Spreeborgen (B96): Nächtliche Sperrung bis Freitag, jeweils von 21 bis 5 Uhr in beiden Fahrtrichtungen.
Demonstration – Unter den Linden 63 versammeln sich unter dem Motto „Verletzung der Menschenrechte in der Tschetschenischen Republik“ von 11 bis 13 Uhr etwa 20 Menschen.
Gericht – Der Prozess um den gewaltsamen Tod eines 77-Jährigen geht weiter. Der Pastor soll in seiner Moabiter Wohnung ausgeraubt und erstickt worden sein. Zwei 21- und 24-Jährige sind wegen Mordes angeklagt. Der ältere Angeklagte wurde allerdings nach dreimonatiger Verhandlung haftverschont. Er sei zum Tatzeitpunkt nicht in Berlin gewesen (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal B 129).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – „Liebe Heike Baum, in dieser schweren Zeit Dir und Deinen Lieben viel Kraft und alles Gute!“ / Dennis Gansel (48), Filmregisseur und Drehbuchautor / Vicky Krieps (38), luxemburgische Schauspielerin und Wahlberlinerin / Torsten Mattuschka (41), ehem. Fußballer, derzeit Co-Trainer beim VSG Altglienicke / Rezzo Schlauch (74), Jurist und ehem. Fraktionsvorsitzender der Grünen (1998-2002) / Sabine Timm (65), „Meiner liebsten Schwester wünsche ich ein wunderbares neues Lebensjahr - Felicidades!!“ / Christoph Waltz (65), Schauspieler / Alexander Wolf (52), „ein „außergewöhnlicher Berliner“
Geboren – „Liebe Mariebelle Sophie, wir freuen uns, dass du am Feiertag um 1.01 Uhr das Licht der Welt erblickt hast. Immer wirst du an deinem Geburtstag frei haben. Wir freuen uns alle mit dir und deinen Eltern M&M, bleib / bleibt gesund und behütet❣️ Deine vielen Tanten, Onkel, Cousinen und Cousins und die Großeltern.“
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Fritz Diekmann, * 22. Oktober 1947 / Rainer B. Giesel, * 11. August 1942 / Helmut Stücken, * 30. September 1938 / Dr. Klaus Voigt, * 2. November 1938
Stolperstein – Nelly Kaliski (geb. Wolfsohn, 1895) lebte mit ihrer Mutter und ihren jüngeren Geschwistern im Charlottenburger Zikadenweg 39. Am 17. März 1943 wurde sie gemeinsam mit ihrem Ehemann zuerst nach Theresienstadt und heute vor 77 Jahren weiter nach Auschwitz deportiert, wo sie beide elf Tage später ermordet wurden.
Encore
So, irgendwas vergessen? Ach ja – was macht eigentlich Armin Laschet? Mal schauen … hier: Er sondiert, ist zu hören – allerdings nicht mit Grünen oder Liberalen oder gar der SPD, sondern mit seinen eigenen Leuten. Einer sagt dazu: „Das grenzt an politische Insolvenzverschleppung.“ So ändern sich die Zeiten – das letzte Wort hat hier deshalb Konrad Adenauer: „Die Sozis können eben nicht mit Geld umgehen.“
Sehr gut mit diesem Checkpoint umgehen konnten Thomas Lippold (Recherche), Sophie Rosenfeld (Stadtleben) und Cristina Marina. Morgen früh bringt Sie hier Julius Betschka auf den neusten Stand. Bis dahin,