wir beginnen mit dem Neuesten aus dem russischen Krieg gegen die Ukraine:
+++ Russische Atom-Streitkräfte halten offenbar Militärübungen ab. Etwa 1000 Soldaten führten in der Provinz Iwanowo Manöver mit über 100 Einsatzfahrzeugen durch, berichtet die Nachrichtenagentur Interfax.
+++ Außenministerin Annalena Baerbock hat sich im „Brennpunkt“ der ARD für eine stärkere Unterstützung der Ukraine ausgesprochen. Man müsse überprüfen, ob man genug für die Ukraine tue – das Land brauche Artillerie, Luftabwehrwaffen und Drohnen.
+++ Präsident Wolodymyr Selenskyi hat angekündigt, nicht Zehntausende Soldaten für die Befreiung der von Russland besetzten Gebiete opfern zu wollen. US-Präsident Joe Biden will nun doch moderne Raketensysteme an die Ukraine liefern.
+++ Das Leid der anderen nicht vergessen: Plant der türkische Präsident Erdogan im Schatten des Ukraine-Kriegs eine Invasion der türkischen Autonomiegebiete in Syrien? Einiges deutet daraufhin. Sanktionen hat Erdogan kaum zu befürchten, berichtet Hannes Heine.
Alles aus der Nacht lesen Sie wie immer in unserem Nachrichtenblog zum Krieg.
Neuwahl. Das Wort hängt über der Berliner Landespolitik wie das Schwert von König Syrakus über dem Kopf seines Dieners Damokles. Ob die Wahrscheinlichkeit für eine Wiederholung der Pannenwahl so groß ist, wie für das Reißen des Pferdehaares in der Legende? Dem Checkpoint liegt die jüngste Stellungnahme der Landeswahlleiterin an das Landesverfassungsgericht vor: 17 Nachfragen hat Gerichtspräsidentin Ludgera Selting zum Ablauf der Wahl gestellt. Die Antworten? Upps – die Wahlpannenshow:
+ In 92 Wahllokalen wurden die Wahlen am Wahltag unterbrochen. Nach 18 Uhr wurde in 255 Wahllokalen gewählt. In 22 sogar nach 19.30 Uhr.
+ 3409 Erststimmenzettel und 1297 Zweitstimmenzettel wurden nicht an Wählende ausgegeben, obwohl diese wählen wollten. Mindestens 170 Menschen wurden abgewiesen.
+ In Charlottenburg-Wilmersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg wurden von Wahlhelfern „kopierte Stimmzettel“ zum Wählen ausgehändigt. Mit Erlaubnis der Wahlleitung. Wie viele? Unklar. Der Landeswahlleiterin fehlt die Befugnis zur Nachkontrolle.
+ Im ganzen Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf wurde mit Absicht nur „eine Grundausstattung“ von 300 Stimmzetteln pro Wahllokal ausgeteilt.
+ Es wurden 1608 falsche Erststimmzettel ausgegeben. Alle mussten für ungültig erklärt werden. 1969 falsche Zweitstimmenzettel wurden ausgegeben, aber im Nachhinein für gültig erklärt.
+ Im Mai 2021 haben die Bezirke bei der „Statusabfrage Wahlvorbereitung“ des damaligen Innensenators Andreas Geisel schon auf viele Probleme hingewiesen: fehlende Schulungen wegen der Pandemie, Logistikprobleme, fehlende Hygiene- und Schulungskonzepte der Landeswahlleitung, Absagen von Wahlhelfern. Die Abfrage trägt Geisels Unterschrift.
Für Marcel Luthe, Kläger gegen die Wahl, ist der Fall längst klar: „Mit jeder Stellungnahme wird offensichtlicher, mit welcher Gleichgültigkeit die Berliner Wahlen organisiert und sodann kontrolliert werden. Während die Landeswahlleitung im Blindflug agiert hat, hat jeder Provinzmatador in den Bezirken seine eigenen Regeln aufgestellt – aber alle gleichermaßen gegen die allgemeinen Wahlgrundsätze“, kommentiert der ehemalige FDP-Abgeordnete.
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Grisebach versteigert vom 1. bis 3. Juni Kunstwerke aus sechs Katalogen, darunter Ernst Wilhelm Nays epochales Werk „Mit grüner Scheibe“ von 1964.
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Neuwahl II. Luthes Anwalt hat inzwischen Antwort auf einen Befangenheitsantrag gegen Gerichtspräsidentin Selting (CP 27.05.) erhalten. Sie weist eine Behinderung der Akteneinsicht oder Beaufsichtigung der Klägerseite zurück. Sie habe nur durch Mitarbeiter auf die Regeln zur Akteneinsicht für Rechtsanwälte hingewiesen. Ein Gespräch mit einer Mitarbeiterin sei nicht geglückt, weil diese sie „sogleich in unangemessener Weise anschrie“, schreibt Selting. Sie habe den Raum verlassen und in Reaktion „Das ist doch ungeheuerlich“ gesagt. Luthes Anwalt antwortet noch am Dienstagabend mit einem weiteren Schreiben: Er beantragt, dass weitere Mitarbeiter des Verfassungsgerichts als Zeugen zum Fall befragt werden. Wie das ausgeht? Zwei Juristen, sechs Meinungen.
Von Wahlen zu Windmühlen: Der Senat will den Aufbau von deutlich mehr Windrädern in der Stadt. Besonders in Gewerbegebieten, an Autobahnen und auf Hausdächern sollen sie Strom produzieren. Die grüne Klimaschutzsenatorin Bettina Jarasch will aber auch vor Berlins Wäldern nicht stoppen: „Wir werden das nicht ausschließen können, wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen.“ Für die Bundes-CDU ist der Berliner Vorstoß ein Albtraum: Sie begründet ihre Ablehnung von Windrädern mit den doppelzüngigen Berlinern, die zwar Windenergie forderten, aber selbst nichts bauten. „Man kann aus Berlin heraus einfach sagen, dass man unbedingt mehr Windräder aufbauen soll, aber in Berlin-Mitte stehen auch keine Windräder“, hatte Armin Laschet im Wahlkampf gesagt.
Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Sepp Müller (Grüße nach Sachsen-Anhalt!) erklärte 2019 sogar, er lasse die 1000-Meter-Abstandsregel fallen, sobald ein Windrad im Tiergarten steht. Gestern schrieb Müller dazu auf Twitter: „Ich stehe zu meinem Wort.“ Der Senat könnte also Historisches entschieden haben – und mit Berliner Windkraft die ganze Bundesrepublik durchpusten. Ein Stück Berliner Extravaganz behält man sich aber schon vor: Kein einziges Windrad darf auf das freie Tempelhofer Feld. Das bestätigte ein Sprecher von Bettina Jarasch auf Checkpoint-Anfrage. Warum Wähler verstimmen, wenn man auch Wald roden kann.
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Tick, Tock, Ticketknast: Ab heute werden wieder Ersatzfreiheitsstrafen für Schwarzfahrer vollzogen. Wer zu einer Strafe von 40 Tagessätzen zu zehn Euro verurteilt wird, müsste 400 Euro zahlen und bei einer Ersatzstrafe nun wieder 40 Tage ins Gefängnis. Ein Haftplatz kostet laut Justizverwaltung pro Tag 200 Euro. Wegen der Pandemie war das Verfahren ausgesetzt worden, um die Fluktuation in Gefängnissen zu verringern – jetzt geht es gegen den Willen von Berlins Justizsenatorin Lena Kreck weiter. Heute will die Linke-Politikerin auf der Justizministerkonferenz einen neuen Vorstoß zur Abschaffung des Systems vorlegen. Zuständig dafür wäre Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP). Aber wäre das überhaupt sinnvoll – oder muss Strafe sein? Was sagen Sie?

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Die US-amerikanische Musikerin Matana Roberts eröffnet mit einem Solokonzert am 3.6. UNCOMMON GROUNDS, eine interdisziplinäre Reihe mit Konzerten, Filmen, Gesprächen von und mit Fellows des Berliner Künstlerprogramms des DAAD, u.a. mit Francesa Melandri, Paula Gaitán, Zsolt Sőrés und Pallavi Paul. daadgalerie, Oranienstraße 161. Eintritt frei
Damit zu Schrödingers Senatsstreit: Justizsenatorin Kreck legte sich bei einer Enteignungskonferenz am Wochenende (weitgehend unbemerkt) mit Regierungschefin Franziska Giffey (SPD) an. Zur bisherigen Konstitution der Berliner Enteignungskommission sagte Kreck: „Das, was auf dem Tisch liegt, weicht vom Senatsbeschluss ab.“ Linke und auch Grüne kritisieren (CP 24.05.), dass Kommissionsvorsitzende Herta Däubler-Gmelin (SPD) ihr Stimmrecht wahrnehmen will und die Kommission nicht immer öffentlich tagt. Mehr als Kleinkram für die Linkspartei. Giffey hatte daraufhin im Tagesspiegel-Interview (T+) erwidert, dass alles genauso im Senatsbeschluss vereinbart sei, und hinzugefügt: „Wenn nun etwas anderes erzählt wird, dient das der Demontage dieser Expertenkommission.“ Machtwort.
Der Streit darüber, was nun wirklich auf dem Tisch liegt, wurde gestern in der Senatssitzung fortgeführt – unter „Verschiedenes“. Über das Ergebnis dieser Debatte gibt es keinen formellen Beschluss, sondern nur formelhafte Wiedergaben:
A: „Der Senat hat sich heute darauf verständigt, noch einmal mit der Kommission in den Austausch zu treten. Ziel ist eine präzise Umsetzung des Einberufungsbeschlusses. Die Themen betreffen unter anderem den angestrebten Zeitplan, der laut Beschluss ein Ergebnis nach einem Jahr vorsieht.“ (Antje Dieterich, Sprecherin von Lena Kreck)
B: „Es bestand Einigkeit darüber, dass die Kommission ihre Aufgaben unabhängig vom Senat, eigenständig und gemäß des Senatsbeschlusses wahrnimmt und binnen eines Jahres zu einem Ergebnis kommt.“ (Lisa Frerichs, Rathaussprecherin)
Ok, wir fassen zusammen: Der sehr einige Senat wird noch einmal mit der unabhängigen Kommission sprechen, um sie präzise darauf vorzubereiten, für ein Jahr zu arbeiten. Schrödinger lässt grüßen.
Apropos Einigkeit: Matthias Kollatz, Ex-Finanzsenator und SPD-Abgeordneter, ist sauer auf die beiden Parteichefs Franziska Giffey und Raed Saleh. Ein halbes Jahr nach seinem (nicht ganz freiwilligen) Abtreten als Finanzsenator sollte Kollatz auf dem SPD-Landesparteitag am 19. Juni für seine Arbeit gedankt werden – doch Kollatz will nicht. In einem Brief an die Parteispitze, der dem Checkpoint vorliegt, schreibt er: „Es hat Eurerseits keine Kommunikation über die geleistete Arbeit gegeben, als der Wechsel im Senat stattfand. (…) Gefühlt haben wir uns 15 Mal seitdem gesehen und die Corona-Beschränkungen können sicher nicht dafür herhalten, dass es die ganze Zeit nicht möglich war, sich mit einigen wenigen Sätzen persönlich für die geleistete Arbeit zu bedanken.“ Kollatz schreibt weiter: „Es ist besser, von dieser Würdigung abzusehen. Es muss dann auch nichts Falsches oder nicht Gemeintes gesagt werden.“ Freund, Feind, Parteifreund.
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Martina Gedeck und Udo Samel lesen Automatenmenschen: Über einige wunderliche, lebendig tote Figuren bei E. T. A. Hoffmann.
Am 6. Juni um 17 Uhr auf Schloss Neuhardenberg.
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E-Mail mit Betreff „Hoffmann“ an verlosung@schlossneuhardenberg.de. Weitere Informationen hier.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Hart im Nehmen. Rathauschefin Franziska Giffey hat ihre Mietbelastungsgrenze am Dienstag gegen scharfe Kritik verteidigt. Der Vorschlag sei Teil eines Maßnahmepaketes – und würde von den Wohnungsunternehmen des Landes ohnehin schon umgesetzt. Grünen-Spitzenfrau Jarasch signalisierte anders als die Linkspartei Gesprächsbereitschaft zum 30-Prozent-Ziel – stellt aber eine Bedingung.
Für Studierende entsprechen 30 Prozent des BAFÖG-Höchstsatzes übrigens 279 Euro – dafür gibt es heute höchstens noch ein Zimmer im Studentenwohnheim. Blöd nur, dass es davon in Berlin viel zu wenige gibt: Die Stadt kann nur 5,5 Prozent der Studierenden mit einem Platz versorgen. Bundesweit liegt der Schnitt bei zehn Prozent. 3300 Studierende warten zurzeit auf einen Platz im Wohnheim. Wohnungskrise in Zahlen.
Hauptsache high. Fünf neue Hochhäuser sollen am Bahnhof Zoo gebaut werden. Das hat der Senat am Dienstag beschlossen – bis zu 110 Meter hoch sollen die Türme an der Hertzallee werden. Aber bloß nicht mit „Hertzenssache Berlin“ werben: Plagiatsverdacht!
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Erleben Sie das Festival Classic Open Air auf dem Gendarmenmarkt vom 7. bis 11. Juli:
Zum 30-jährigen Jubiläum stehen Meisterwerke aus Klassik und Oper, ein Swing-Abend mit Tom Gaebel und Andrej Hermlin, die Eröffnungsgala mit Max Mutzke, Katharine Mehrling sowie ein Abend mit Howard Carpendale auf dem Programm.
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Hauptsache dabei. Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) sucht dringend Helfer für die nächste Obdachlosenzählung am 22. Juni. Erst 1055 sind beisammen, 2400 werden benötigt. Per Mitarbeiterbrief bittet sie deshalb in ihrem Haus um Hilfe – inklusive Nachtzuschlag bei der Zählung. Alle anderen Freiwilligen können sich hier melden. Zeit für Solidarität.
Die Affenpocken breiten sich weiter in Berlin aus. 18 Fälle sind bestätigt, 7 weitere gelten als Verdachtsfälle. Alle Infektionen wurden bisher bei Männern festgestellt. Es gab erste Übertragungen in Berlin. Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) dazu: „Übertragung vor allem bei Sex – das Virus unterscheidet aber nicht nach sexueller Orientierung.“
Klar, in der Küche geht’s oft rau zu. Dass es bei Tim Raue jetzt sogar „Wuff“ macht, ist aber doch einigermaßen überraschend. Gemeinsam mit Hündin Shirley hat der Spitzenkoch drei Gourmethundefuttersorten abgeschmeckt, schreibt Kollege Bernd Matthies. Wau-wow!
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Nichts wie weg: Vivantes verliert seinen Finanzchef Eibo Krahmer. Seit 2015 war er im Vorstand des landeseigenen Klinikkonzerns. Krahmer wechselt ins gemächlichere Aachen – Vivantes muss die nächste Führungsposition neu besetzen.
„So geht’s auch”, schreibt uns Checkpoint-Leser Bernd Schlarmann: „Um 7:42 Uhr einen Termin für das Bürgeramt Friedrichsfelde bekommen, gleich hingefahren, um 8:30 Uhr saß ich am Platz bei Frau Richter. Sie hat meine Ummeldung sehr freundlich innerhalb von sieben Minuten erledigt.” Klarer Fall von: Amt, aber glücklich.
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Das Biografische Rätsel
Wer war es? In diesem Rätselbuch wird nach 150 historischen Persönlichkeiten aus 15 Themengebieten gesucht, die es zu erraten gilt. Ideal für Geschichts- und Kulturinteressierte.
Pssst … hier kommt noch ein Checkpoint-Tipp zum Amtsbesuch: Ja, es gibt online erst im nächsten Erdzeitalter (Post-Anthropozän …) wieder Termine im Bürgeramt. Wer es aber wirklich eilig hat, ruft morgens gleich um 8 Uhr wie Herr Schlarmann die Behördennummer 115 an und lässt sich fast immer noch am selben Tag einen Termin vermitteln. Ein System, so spontan wie die Stadt – aber: es funktioniert.
Die erste Rabbinerin der Welt kam aus Berlin: Regina Jonas predigte in den 1930er und 1940er Jahren in Berliner Synagogen – gegen den Widerstand vieler männlicher Kollegen. 1944 wurde sie im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet, wurde dann vergessen. Erst die Arbeit zweier Theologinnen machte sie wieder bekannt. In Friedrichshain-Kreuzberg soll nun eine Straße nach Jonas benannt werden. Nur welche? Das Bezirksamt befragt nun die Öffentlichkeit. Vorschläge? Gern (ganz kurz begründet) auch an uns: checkpoint@tagesspiegel.de.
Zitat
„Woher soll ich heute wissen, ob ich an einem Donnerstagabend in drei Wochen Lust auf georgisch-armenische Crossover-Küche hätte?“
Kollegin Lin Freitag regt tierisch auf, dass man in Berliner Restaurants plötzlich ständig reservieren muss. Ich schließe mich der Empörung an: !!!111!
Tweet des Tages
Was kann ich als Privatperson tun um große Ölkonzerne über den Tankrabatt hinaus zu unterstützen?
Stadtleben
Essen & Trinken – In Schöneberg gibt es einen neuen Stern am Curry-Himmel: Auf der Nollendorfstraße Ecke Maaßenstraße eröffnete jüngst das indische Restaurant Swadesh und bringt kleine orange Farbtupfer in die Berliner Frühlingslandschaft. Leckerbissen wie Curry, Kardamom & Co. kommen anlässlich der Neueröffnung als Hauptgerichte für 7 Euro auf den Teller. Vieles auf der Karte ist vegetarisch und vegan. Mo-So 11.30-2 Uhr, Maaßenstraße 5, U-Bhf Nollendorfplatz
Feiern – Kinder dieser Welt aufgepasst! Die Janusz-Korczak-Bibliothek zelebriert mit euch, euren Eltern, Oma und Opa und euren Freunden den internationalen Kindertag. Töröö! Psychologin Diomar González Serrano möchte von 15.30 bis 17.30 Uhr Charme und Magie von kultureller Vielfalt lebendig werden lassen: Es wird musiziert, mit großen Augen Geschichten gelauscht und mit Stift und Pinsel auf keinen Fall zu bunt. Für Kinder zwischen 6 und 10 Jahren. Telefonische Anmeldung erbeten. Berliner Straße 120, S/U-Bhf Pankow
Karten sichern – Damit die Aktion auf der Bühne reibungslos funktioniert, wird hinter den Kulissen nimmermüde gearbeitet. Wer die versteckte Opernmagie entschleiern möchte, ist in der Opernwerkstatt: Die Meistersinger von Nürnberg der Deutschen Oper am richtigen Fleck. Um 18.30 Uhr beginnt die Fabrikationsstätte mit einer szenischen oder musikalischen Probe. Im Anschluss besteht die Möglichkeit mit Regisseur:innen, Dirigent:innen oder Theatermacher:innen ins Gespräch zu kommen. Karten gibt’s für 5 Euro. Wir schicken Sie gratis hin und verlosen 2x2 Tickets für den Opernabend! Bismarckstraße 35, Charlottenburg, U-Bhf Deutsche Oper
Noch hingehen – Pablo Picasso und Georges Braque gelten als wegweisende Begründer des Kubismus: der künstlerischen Reduzierung eines Objektes auf geometrische Formen. Die Stilrichtung ist Mittelpunkt der Ausstellung „Shattered – transformations of cubism“ in der Sexauer Gallery. Wie und warum Künstler:innen diese Stilrichtung heute für sich einsetzen und weiterentwickeln, wird in den Räumen der Streustraße 90 ebenso thematisiert, wie der Zustand des Körpers im postindustriellen Zeitalter. Bis 11. Juni. Mi-Fr 12-18 Uhr, Sa 13-17 Uhr, Prenzlauer Berg, Straßenbahnhaltestelle: Prenzlauer Allee/Ostseestraße
Grübelstoff – Zickzack-Scheiben am Spreeufer oder das Krematorium in Treptow: Welche geometrischen Formen oder ungewöhnlichen Objekte zieren das Berliner Stadtbild und erinnern an den Kubismus?
Berlin heute
Verkehr – Prenzlauer Allee (Prenzlauer Berg): Ab ca. 7 Uhr steht stadtauswärts nur ein Fahrstreifen an der Kreuzung Ostseestraße zur Verfügung. Das Abbiegen ist nicht möglich. (bis vsl. 16. Juni)
An der Wuhlheide (Oberschöneweide): Ab ca. 16 Uhr kann es zu erhöhtem Verkehrsaufkommen aufgrund eines Konzerts kommen.
A10 (Nördlicher Berliner Ring zwischen AD Pankow und AD Barnim): In der kommenden Nacht wird Richtung Dreieck Barnim (Frankfurt/O.) in der darauffolgenden Nacht Richtung Dreieck Havelland (Hamburg) jeweils zwischen 23 und 1 Uhr für ca. 15 Minuten der Verkehr angehalten.
Demonstration – „Kinder im Frieden leben“: 190 Teilnehmende, Friedensglockengesellschaft Berlin, Ernst-Zinna-Weg 1 (9-13 Uhr)
„Zukunft für ukrainische Kinder“: 300 Protestierende, foundation future for ukraine, Pariser Platz (12-15 Uhr)
„Temporäre Spielstraße, Flächengerechtigkeit im öffentlichen Raum“: 200 Befürwortende, KungerKiezInitiative e.V., Isingstraße – Lohmühlenstraße – Schmollerplatz (15-18.30 Uhr)
“For the Right to abortion within the United States in all states“: 500 Demonstrierende, Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, Pariser Platz (17-18.30 Uhr)
„Internationaler Kindertag. Demo für und mit Kindern“: 150 Teilnehmende, Elknerplatz – Müggelheimer Straße – Volkspark Köpenick (17-19.30 Uhr)
„Gleiche Rechte für alle Geflüchteten aus der Ukraine“: 50 Menschen, Oranienplatz (18-20 Uhr)
„Kindertag. Safe future of Ukrainian children.“: 100 Personen, Gendarmenmarkt (19-22 Uhr)
Gericht – Der Prozess gegen Clanchef Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder um mutmaßliche Straftaten wie versuchte schwere räuberische Erpressung zum Nachteil von Rapper Bushido wird fortgesetzt (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 500).
Universität – Die Humboldt-Universität veranstaltet gemeinsam mit dem Berliner Antike-Kolleg einen „Spielenachmittag Mall Anders“. Von 14 bis 18 Uhr lernen Kinder verschiedene Spiele aus dem alten Rom kennen, die ganz ohne Elektronik gedaddelt wurden. Außerdem lösen kleine und große Detektive Kriminalfälle rund um Antikenhandel und Kulturgutschutz spielerisch. Gänsehaut garantiert! Eintritt frei. Wilmersdorfer Straße 46, Wilmersdorf, U-Bhf Bismarckstraße
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Franziska Drohsel (42), stellv. Vorsitzende der SPD Berlin-Lankwitz, ehem. Bundesvorsitzende der Jusos / Norman Foster (87), Architekt, entwarf u.a. die Reichstagskuppel / „Lieber Gerd, Alles Liebe zum 74. Geburtstag wünschen Dir Reinhild und Fuzzy“ / Stefan Grundmann (64), Rechtswissenschaftler, Kunsthistoriker und Ritter des Ordens des Sterns von Italien / Andreas Hoppe (62), Schauspieler / „Norbert Klietsch ist ein erfolgreicher Unternehmer und kann seine Hobbys gut einplanen. Seine hohe Zielstrebigkeit ist mit ein Grund für Erfolg. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Hans-Joachim Melchior“ / Sophie Rois (61), österreichische Schauspielerin / Heike Schmidt-Schmelz (43), stellv. Bezirksbürgermeisterin in ChaWi und Stadträtin für Bildung, Sport, Kultur, Liegenschaften und IT (SPD) / Anna Thalbach (49), Schauspielerin sowie Hörspiel- und Hörbuchsprecherin
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Dr. med. Antje Marianne Hampel, * 18. April 1937 / Ernst-Günther Lüer, * 11. September 1925 / Dr. Dorothee Walther, verstorben am 8. Mai 2022 / Univ.-Prof. Dr. Manfred Schulz, verstorben am 13. April 2022, ehem. Professor für Entwicklungssoziologie an der FU
Stolperstein – Ilse Licht (geb. Krämer) wird am 14. Mai 1903 in Berlin geboren. Mit nur 20 Jahren hat sie durch tragische Ereignisse bereits ihre ganze Herkunftsfamilie verloren. Bis zu ihrer Hochzeit im November 1926 mit Ernst Licht, arbeitet sie als Sprechstundenhelferin und Kontoristin. Ihr Mann, der als jüdischer Rechtsanwalt tätig war, wird 1933 aus der Rechtsanwaltsliste gelöscht und mit einem Vertretungsverbot degradiert. Damit ist die Familie ihrer gesamten Existenzgrundlage beraubt. Am 27. Dezember 1938 fährt Sohn Klaus mit dem Kindertransport nach London. Ilse und Ernst werden bei ihrem Fluchtversuch nach Hamm wegen Verdachts der Kapitalflucht und illegalen Grenzübertritts verhaftet. Heute vor 82 Jahren wird Ilse als politische Gefangene in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert. Ernst Licht kommt acht Tage später in das Konzentrationslager Sachsenhausen und stirbt dort am 15. August 1940. Ilse Licht wird im März 1942 mit einem „Sondertransport“ in die ehemalige Gasmordanstalt der „Euthanasie“ in einem Teil der Landes-Heil und Pflegeanstalt Bernburg gebracht und dort noch am Tag ihrer Ankunft ermordet. In der Martin-Luther-Straße 37 in Schöneberg liegt seit 2019 ein Stolperstein, um an sie zu erinnern.
Encore
Hurra! Wir feiern heute nicht nur Weltkindertag, sondern auch den ersten Tag des Tankrabatts und des Neun-Euro-Tickets. Was Sie zu Letzterem beachten müssen und wo die Bahnen besonders voll werden, hat mein Kollege Jörn Hasselmann hier zusammengefasst. Weil dieser Tag im Zeichen der Kinder steht, haben wir die klügste Jury der Stadt um Einschätzung gebeten – die Tagesspiegel-Expertenkinder: Wie kann man sich die Reise in überfüllten Zügen möglichst angenehm gestalten?
Willi (5) gibt an: „Den ganzen Boden auspolstern und Lärmwände aufbauen. Die Leute bitten, dass sie aufs Dach steigen.“
Milan (9) schlägt vor: „Man kann alle im Abteil fragen, ob sie Gesellschaftsspiele spielen wollen oder Uno, da gibt es ja auf jeden Fall genug Leute.“
Bruno (5) erklärt: „Einfach Kopfhörer aufsetzen und ein Buch lesen.“
Wieka (9) sagt: „In den Zügen ist es oft dreckig. Man sollte einen Knopf drücken können, dann kommen Wischmops von der Decke und machen automatisch sauber. Und die Züge sollten länger sein für mehr Platz.“
Mio (5) weiß: „Oft gibt es andere Kinder im Zug, mit denen ich mich anfreunde. Das kann man gut machen, wenn der Zug sehr voll ist: sich mit Fremden unterhalten. Die meisten sind sehr nett.“
Reisewünsche (wohin soll’s mit dem Ticket gehen?) für den Sommer und Unterhaltungstipps von den Kleinsten nehmen wir für den Checkpoint-Podcast „Berliner & Pfannkuchen“ gerne via Sprachnachricht oder auf unserem Anrufbeantworter entgegen: 0172993957.
Also, machen Sie’s wie die Kinder – bleiben Sie entspannt. Matthieu Praun war heute Co-Autor dieses Checkpoints. Recherchiert hat Robert Kiesel. Sophie Rosenfeld hat das Berliner Stadtleben in Worte gefasst, produziert wurde dieser Newsletter von Cristina Marina. Morgen begrüßt Sie hier Checkpoint-Wettergott Stefan Jacobs mit Berliner Heiterkeiten. Bis bald,
