Der Satz der Stunde stammt vom Regierenden Bürgermeister: „So geht es nicht mehr weiter!“, schimpfte Michael Müller beim SPD-Parteitag. Linken und Grünen sprach er „den gesunden Menschenverstand“ ab und kündigte an, ihre Vorhaben im Senat zu blockieren. Aber der Satz ist so falsch wie der Beifall, denn er dafür bekam – denn es geht eben doch so weiter. Müllers Wort gilt nur noch in den engen Grenzen, die ihm andere ziehen – z.B. die eigene Partei: Sie vertagte eine Entscheidung über das Enteignungsvolksbegehren in den Herbst. Bis dahin bleibt die Haltung der SPD so konsistent wie Wasser – und der Regierende Bürgermeister steht allein im Regen.
Müllers SPD-Vize Julian Zado begründet die Verschiebung damit, dass zum Thema bisher nur „gefühlte Fakten“ vorliegen. Gefühlte Fakten? In dieser Frage? Da sieht man’s mal wieder: „Vorstand“ und „Verstand“ trennt eigentlich nur ein Buchstabe – aber manchmal eine ganze Welt. Wenn das so weitergeht (siehe oben), ist bald auch die Behauptung, bei Müller handele es sich um den Regierenden Bürgermeister, nur noch ein „gefühlter Fakt“ – und dann gar keiner mehr. (Zum Kommentar „Die Selbstenteignung der Berliner SPD“ geht’s hier).
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Die einmalige Parkwildnis voller skurriler Bauten und Geheimgänge kann man an einem Tag nicht erkunden. Schlafen in den Baumwipfeln, sich beim Bad im Kanibalenkessel verwöhnen und zur Geisterstunde gruseln.
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Dass Rot-Rot-Grün relativ gut dasteht (addierte Umfragemehrheit), liegt vor allem an der Opposition. Und weil es mit dem Opponieren nicht so recht klappt, versucht es die CDU jetzt mit Satire: Noch-Generalsekretär Stefan Evers dichtet die kalte Entmachtung von Monika Grütters durch den Ortsverband Kleingarten um in ein „Signal der Geschlossenheit“ – wäre das Signal ein Lied, ertönte wohl ein „Humba Humba Humba tätärä“. Feingeist Evers zitiert aber auch Franz Kafka: „Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“ Richtig, und an manchen steht das Schild „Ausgang“.
Kafka hatte übrigens bereits 1913 ein paar Zeilen für die im Stich gelassene und abgesägte Vorsitzende Grütters verfasst: „Was ich geleistet habe, ist nur ein Erfolg des Alleinseins.“ Und Kai Wegner gab Kafka ein Jahr später folgendes Lebensmotto mit auf den Weg: „Ich schreibe anders als ich rede, ich rede anders als ich denke, ich denke anders als ich denken soll und so geht es weiter bis ins tiefste Dunkel.“ (Hier der Kommentar zum Zustand der Berliner CDU: „Zurück in den Kleingarten“).
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Streifzug durch die Fontanestadt Neuruppin
Heute wäre er Reiseblogger! Theodor Fontane durchstreifte Brandenburg auf der Suche nach Geschichten. Was den Fontane-Sound ausmacht, enthüllt die Ausstellung fontane.200/Autor in seiner Geburtsstadt Neuruppin. Die passende Tour gibt’s in der kostenfreien App DB Ausflug, hin geht’s mit dem Brandenburg-Berlin-Ticket. Jetzt informieren unter bahn.de/ausflug
Typisch: Kaum habe ich mein neues Jobticket bestellt, bestreikt Verdi die BVG - Busse, U-Bahnen und Trams bleiben heute den ganzen Tag stehen. Bisher hat die Stadt den Arbeitskampf langmütig ertragen, doch jetzt überzieht die Gewerkschaft: Eine Einigung ist zu nah für eine solche Entgleisung. Wie Sie heute trotzdem durch die Stadt kommen, steht hier, aber auch die Flughafengesellschaft hat einen guten Tipp: Sie empfiehlt einen Fußmarsch nach TXL, angegebene Laufzeit vom S-Bahnhof Jungfernheide: 38 Minuten.
Mit sechs konkreten Fragen wollten die Grünen-MdAMarc Urbatsch und Harald Moritz den Stand der Dinge am BER erkunden – die Senatskanzlei antwortete mit Allgemeinplätzen („Jede sicherheitsgerichtete Anlage erfüllt eine Teilfunktion des ganzheitlichen anlagentechnischen Brandschutzes…“) und erklärte abschließend: „Weitergehende Angaben unterliegen dem Betriebs- und Geschäftsgeheimnis.“ Hoffentlich wird wenigsten noch die Eröffnung (rsp. die nächste Verschiebung) öffentlich bekannt gegeben (oder ist etwa schon auf?).
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Wie soll die Wissenschaft mit schwarzen Schafen umgehen? Diskutieren Sie mit am 9.4.2019 um 19.00 Uhr im Tagesspiegel-Haus.
Hier kostenfrei anmelden
Eine Veranstaltung der Reihe
Max-Planck-Forum Spezial
anlässlich 70 Jahre Grundgesetz – 70 Jahre Wissenschaftsfreiheit
Die Verwaltung sucht dringend neue Leute, das Amtsblatt ist voller Ausschreibungen, in den Bezirken sind 1900 Stellen unbesetzt – aber im Tempelhofer Finanzamt fragt die Innenverwaltung per Aushang die Angehörigen des ÖD: „Sie sind an einer beruflichen Neuorientierung und Qualifizierung außerhalb des Öffentlichen Dienstes interessiert? Das Land Berlin unterstützt den Wechsel in eine neue Tätigkeit.“ Ach? Echt? Nein, nicht wirklich: Der Farbe nach zu urteilen (gelb), hängt der Aufruf zur finanzverträglichen Selbstentlassung dort seit der Ära Sarrazin – ein museumsreifes Dokument des dramatischen Wandels der Stadt, dem die Politik damals wie heute hinterherläuft.
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In der 2. Ausgabe der Diskussionsreihe „Reden über Veränderung“ sprechen am 7. April, 11:00 Uhr im Haus der Berliner Festspiele der ehemalige Chefredakteur von DIE ZEIT Roger de Weck, die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot, der Kunstgalerist Johann König und die Schauspielerin und Filmemacherin Maryam Zaree über die Zukunft unserer internationalen Gemeinschaft.
Zwei Monate lang begeisterte die Paul-Lincke-Operette „Frau Luna“ das Publikum im „Tipi“ am Kanzleramt, gestern Abend war Schluss. Zurück blieb in der Garderobe die zweiseitige „Applausordnung“, die beweist, dass auch hier nichts dem Zufall überlassen wird. Für alle, die dachten, mit dem Lernen der eigenen Rolle im Stück sei für die Darsteller alles getan - hier der Gegenbeweis in der Originalabschrift: Auch die Applausordnung folgt einer einstudierten Choreografie…
„Ende Finale – Black – Licht, dann auflösen – ALLE zu den Zuschauern drehen, 2 Mal verbeugen (Impuls von Christoph)
Solisten ab links und rechts – Kissen und Decke mitnehmen (Anna, Tobias, Benedikt, Thomas)
TÄNZERINNEN kommen zusammen – 1 Mal gemeinsam verbeugen
TÄNZERINNEN Hände lösen, dann von links nach rechts EINZELN verbeugen
TÄNZERINNEN 1 Mal gemeinsam verbeugen
TÄNZERINNEN hinten auf die Treppe
Solisten von rechts:
Gert verbeugen, dann rechts außen
Ades verbeugen, dann links außen
Cora rechts
Marie links
Max rechts
Thomas links
Tobias rechts
Christoph links
Benedikt rechts
Andreja Mitte
Gemeinsam 2 Mal – Andreja gibt den Impuls
Andreja löst auf – dann Zugabenposition
ZUGABE
Schlussbild Zugabe – Black – Licht an – Lösen und ALLE auf dem Platz 2 Mal verneigen
Auf Orchester zeigen
Rückwärts auflösen in einer Reihe hinterm Bett
Orchester alleine, dann in die Reihe
1 Mal ALLE verbeugen (Mitte gibt Impuls)
Zügig ab, in der Mitte teilen
Wieder aufkommen, vordere Bühnenkante im Halbrund (Mitte gibt Impuls)
Dann ab
ENDE“
Vorhang, bitte – und dann weiter zur…
Berliner Schnuppen
Telegramm
Cem Özdemir darf die Rotlicht-Schlägertruppe „Osmanen“ und den AKP-nahen Verband UETD als „bewaffneten Arm Erdogans“ in Deutschland bezeichnen – das Berliner Landgericht sieht die Behauptung des Grünen-Politikers als „zutreffende Tatsache“ an.
Der Bezirk Mitte hält die Kampagne von Verkehrsminister Scheuer, bei der junge Menschen (m/w/d) in Unterwäsche mit Fahrradhelm gezeigt werden, für „eindeutig sexistisch“ - Begründung: Die „gezeigte Nacktheit“ hat keinen Bezug zur Kopfbedeckung. Richtig so! Wenigstens eine gelbe Weste hätten die Werber den Models überziehen können.
Wir bleiben noch kurz in Mitte – hier schätzt das Bezirksamt die für alle Behörden gesetzlich vorgeschriebene Einführung der „eAkte“ zum 1.1.2023 als „kritisch / nicht gesichert“ ein: „Es ist im Moment nicht auszuschließen, dass der Termin nicht gehalten wird.“ (Q: Antwort Stadtrat Spallek auf Anfrage des Linken-Verordneten Bluhm). Immerhin hat sich schon eine fundamentale Erkenntnis bis ins BA herumgesprochen: „Im Kern bedeutet Digitalisierung, dass analoge Informationen in eine digitale Form gebracht werden.“ Ok, durchwischen, Kabel dran – fertig.
Die Berliner Verwaltung in die digitale Neuzeit zu verfrachten, ist schon schwierig genug, aber in der Senatskanzlei ist diese Aufgabe offenbar eine echte Herausforderung – jedenfalls sucht der Regierende Bürgermeister per Ausschreibung jemanden für die „Leitung und Durchführung von besonders schwierigen IT-Projekten“. Als wichtigste außerfachliche Kompetenz wird genannt: „Belastbarkeit“. Freiwillige vor.
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Falls Sie’s verpasst haben - es ist wieder Sommerzeit. Erste konkrete Folge: Der Brexit kommt eine Stunde früher (Q: K. Stuttmann).
Ein schönes Beispiel Berliner Planungskunst hat Checkpoint-Leser Ralf Politz am S-Bahnhof Schöneweide fotografiert – hier können Sie das Modell „Doppeldach mit eingeschränkter Auskunft“ besichtigen.
Der Buch-Tipp: „Abgedichtet“ hieß eine Rubrik auf den Tagesspiegel-Seiten „Mehr Berlin“, und Johannes Schneider war ihr Meisterdichter. Wie Kurzgeschichten lesen sich die wenigen Zeilen, die mal deutlich, mal anspielungsreich und zuweilen auch absichtsvoll rätselhaft Berliner Alltagsbeobachtungen kunstvoll widerspiegeln und verschiedene Lebensgefühle treffen. „Abgedichtet“ heißt auch das Buch, das es jetzt in gebundener Form gibt (Frohmann-Verlag) - es zeigt Facetten einer Stadt, die auch eben das ist: ein Gedicht.
Der Podcast-Tipp: In der neuen Folge von „Lauer und Wehner“ geht’s u.a. um den Mordprozess gegen die sogenannten „Ku’damm-Raser“.
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Wenn die Seele aus dem Gleichgewicht gerät oder Erkrankungen des Gehirns oder der Nerven das gewohnte Leben aus der Bahn werfen, dann ist ein guter, schneller Rat wichtig. Das Magazin „Psyche & Nerven“ erklärt, wie Erkrankungen behandelt werden können, welche Hilfsangebote es in Berlin gibt und welche Krankenhäuser Ärzte am häufigsten empfehlen.
Korrektur zur CP-Meldung „S-Bahn meldet erbliche Einschränkungen“ (29.3.): Nein, das war kein Beitrag zum Betriebsstörungsbingo, sondern der Neustart vom „Glücksrad“ – ich ziehe ein „h“ und ein „e“.
Übrigens: Heute ist zwar der 1. April, aber hier gibt‘s keine Scherze (alles ganz ernst, wir sind ja schließlich der Checkpoint). Welchen Aprilscherz wir auch im Tagesspiegel heute nicht gemacht haben, steht dort auf Seite 7.
Ernst gemeint war auch eine Meldung, die am 1. April vor 20 Jahren in jeder Zeitung stand: „Vertragsunterzeichnung für Großflughafen in Schönefeld – Eröffnung in acht Jahren“. Wir zählen aber erst seit dem 3. Juni 2012.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Schweine an die Macht“
Protest-Graffiti von Tierschützern am Rathaus Stahnsdorf – Bürgermeister Bernd Albers will durch die Dörfer ziehende Wildschwein-Rotten mit Pfeil und Bogen jagen lassen.
Tweet des Tages
Um meinen alten Spruch wieder hervorzuholen: Berliner CDU ist manchmal wie Denver Clan ohne Geld, Stil und schönes Wetter.
Stadtleben
Essen & Trinken kann man nach dem Umbau im Martin-Gropiu-Bau nun ausgezeichnet. Das Beba gibt sich mit seiner spartanischen, aber geschmackvollen Einrichtung modern und zeitgenössisch. Auch ohne Museum würde das Restaurant in Kreuzberg gut funktionieren: Die Speisekarte besteht überwiegend aus vegetarischen, jüdischen Gerichten, Küchlein und anderes Gebäck liefert die Kaffeerösterei und Konditorei Barcomi's aus dem Bergmannkiez und ein innenarchitektonisches Highlight gibt's obendrein: Der vertikal angelegte Indoor-Garten, aus dem sich das Küchenteam gern bedient, wenn es Gewürze und Kräuter braucht. Spätestens beim nächsten Museumsbesuch also einen Abstecher wert! Niederkirchnerstraße 7, S-Bhf Anhalter Bahnhof, Mi-Mo 10-19 Uhr
Berlinbesuch „überaus heiter in den April" schicken - mit einer Portion Kultur und vielleicht auch einer Erkenntnis aus der Rubrik „unnützes Wissen". Denn die Berliner Symphoniker ergründen ab 20 Uhr mit ihrem Auftaktkonzert in den April in der Berliner Philharmonie, ob Witz in der Musik tatsächlich ein italienisches Metier ist. Verglichen werden dafür Gioacchino Rossini, Peter Cornelius und Ludwig Thuille. Letzterer hinterließ u.a. die Burleske „Fridolin - oder Der Gang zum Eisenhammer", für die sich die Symphoniker Unterstützung vom Männerchor des Berliner Oratorien-Chors holen. Karten gibt's vor Ort und unter der 030 - 325 55 62. Herbert-von-Karajan-Straße 1, S/U-Bhf Potsdamer Platz
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Geschenk für Freunde mit extravagantem Stil: Sollten Krawatte und Fliege einem altbacken und nicht wirklich hip vorkommen, sind die „Neckwear"-Accessoires von Berlin Bow eine Alternative aus Rubrik „That's SO Berlin!". Man muss es ihnen lassen: Hingucker sind die Dreicke und Trapeze allemal. Wer's ganz individuell möchte, kann sich seine alternative Krawatte in der Berlin Bow Manufaktur maßschneidern lassen. Ab 79 Euro im Shop des Berliner Modelabels Do the Dont's in der Mommsenstraße 3 (S-Bhf Savignyplatz, Di-Fr 13-18 Uhr, Sa 11-17 Uhr) oder im Online-Shop.
Last-Minute-Tickets gibt's noch für die „Literatur LIVE"-Lesung im Pfefferberg Theater: Dort ist ab 20 Uhr Patricia Holland Moritz zu Gast - mit ihrem Buch „Der Menschenleser" im Gepäck. Für all jene, die gern Geschichten lesen, die nicht in fernen Ländern, oder gar anderen Galaxien spielen, sondern einem Brandenburg-Roman eine Menge abgewinnen können, lohnt der Besuch in der Schönhauser Allee 176 (U-Bhf Senefelder Platz). Denn Moritz' Buch spielt sich in Eberswalde ab - zu DDR-Zeiten. Angelehnt an den realen Fall des Kindermörders Erwin Hagedorn, eröffnet der Roman mit drei grausamen Morden an kleinen Jungen - um sich im Laufe zu einer Kritik an der Stasi und dem Ministerium des Inneren in der DDR. Damit's nicht allzu erst bleibt, gibt's Live-Musik vom Trio Scho. Der Eintritt zur Buchpremiere kostet 12 Euro.
Last-Minute-Verlosung für das Beinahe-Jubiläum des Blauen Montags: Zum 199. Mal wird es im Kabarett-Theater Die Wühlmäuse magisch, akrobatisch und wortgewaltig: Um 20 Uhr erwartet Gäste in der Pommernallee 2-4 (U-Bhf Theodor-Heuss-Platz) ein vielfältiges Programm, bei dem u.a. Vertikalseil-Tänzerin Kaatie Akstinat die Balance hält, die A-Capella-Künstler von The Flying Barbers ihre Stimmbänder anstrengen - ebenso wie Stimm-Imiatator Christian Korten - und Alexey Mironov zeigt, was ein moderner Clown ist. Tickets gibt's regulär ab 27,50 Euro - Checkpoint-Leser hingegen haben das Glück, dass wir 2x2 Tickets für den bunten Kabarett-Abend verlosen (bis 12 Uhr).
Noch hingehen in den Hamburger Bahnhof zu Sam Pulitzers ersten Ausstellung in Deutschland: „Whim or Sentiment or Chance". Ein schmaler Korridor, gefertigt aus Acrylglas und Aluminium soll den Betrachter anlocken, einengen und wieder auf Distanz halten. Wer sich dem aussetzen will, hat noch bis zum 14. April Zeit. Der Eintritt kostet 14 Euro. Invalidenstraße 50-51, S/U-Bhf Hauptbahnhof, Di, Mi & Fr 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Sa-So 11-18 Uhr
Das Stadtleben zum Wochenstart von: Maria Kotsev
Prominent verraten
Tiefenentspannt unter der Lebensblume sitzen – einer der Lieblingsplätze unserer gesuchten Berlinerin der Woche.
Bekannte Berliner fotografieren für uns eine Woche lang täglich Ausschnitte aus ihrem Leben. Erraten Sie, wer sich diesmal hinter den Bildern versteckt? Senden Sie uns bis Donnerstag eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de mit dem richtigen Namen und gewinnen Sie zwei "Checkpott"-Kaffeetassen. Die Auflösung kommt immer freitags - mit einem Selfie.
Berlin heute
Verkehr - Ab 7 Uhr ist die Brunnenstraße (Mitte) in Richtung Alexanderplatz zwischen Invalidenstraße und Rosenthaler Platz für einen Monat gesperrt - auch für Radfahrende. Auf der A 100 ist ab ca. 9 Uhr in der Auffahrt Grenzallee die Zufahrt zur A 113 in Richtung Schönefeld gesperrt. Und in Französisch Buchholz gibt's auf der Triftstraße zwischen Vienweg und Jean-Calas-Weg bis Mitte April in beiden Richtungen abwechselnd nur einen Fahrstreifen. Mehr Infos zu Einschränkungen im Regionalverkehr und zum BVG-Streik gibt's hier.
Demonstration - Eine Gruppe von ca. 20 Leuten demonstriert erst von 9.20-10.20 Uhr unter dem Motto „Anerkennung, Aufklärung, Erforschung von ME / CSS" vor der Bundesgeschäftsstelle der Grünen am Platz vor dem Neuen Tor 1, zieht dann weiter zur Bundesgeschäftsstelle der SPD in der Wilhelmstraße 141 (10.30-11.30 Uhr) und versammelt sich schließlich auch vor der Bundesgeschäftsstelle der CDU in der Klingelhöferstraße 8 (11.45-13 Uhr). „Mehr Schiffe ins Mittelmeer, mehr Spenden für zivile Seawatch" fordern rund 100 Menschen, während sie von 13-17 Uhr vom Wittenbergplatz zum Zoo laufen. Und vor der Berliner Stadtwerkstatt in der Karl-Liebknecht-Straße 11 protestiert die Bürgerinitiative Wir sind Blankenburger und Berliner zusammen mit etwa 200 Personen von 17.30-20.30 Uhr mit dem Anliegen: „Blankenburger Süden: Bauen und Infrastruktur nur ohne Verdrängung und Enteignung".
Gericht - Ein 42-Jähriger, der seine 49 Jahre alte Nachbarin in Reinickendorf erwürgt und die Leiche in Thüringen verscharrt haben soll, muss sich wegen Mordes verantworten. Motiv sei Geldgier gewesen. Der Mann soll nach der Tat in zwei Monaten 69 Mal die Geldkarten des Opfers eingesetzt und rund 16 000 Euro erlangt haben (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 701).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag - Tobias Geiger, Leiter der Internen Kommunikation bei der DB, „Lieber Tobias, hoch sollst Du leben, alles Liebe und die besten Wünsche für Dein neues Lebensjahr von Deinen GNUs." / Tessa Mittelstaedt (45), Schauspielerin / Jan-Eric Peters (54), ehem. Chefredakteur der Welt und ehem. Direktor der Axel Springer Akademie (2007-10) / Sebastian Polter (28), Mittelstürmer bei Union / Martin Schröder (40), "herzliche Gratulation" / "Jürgen Schulz zum 125-jährigen Bestehen des Bestattungsfuhrunternehmens ERNST BREHME e.K." / Christian Thielemann (60), Dirigent / Oliver Wachlin (53), Autor und Dramaturg
Gestorben - Lutz Heering, * 15. September 1943 / Günter Langwieler, * 10. Februar 1951 / Frank Loos, Staatsanwalt / Eva Rossmanith, * 22. September 1923
Stolperstein - Sybelstraße 37, Charlottenburg: Hier lebte Johannes Josef Hirsch (Jhg. 1879) bis zu seiner Deportation nach Auschwitz, wo er heute vor 75 Jahren ermordet wurde.
Im Tagesspiegel
Sie müssen fort aus dem Paradies. „Sonst werden wir verschluckt“, sagt Loitza Brown. Ihre Insel vor der Küste Panamas versinkt langsam in der Karibik. Manche wollen lieber mit der Heimat untergehen, als sich dem Klimawandel zu beugen. Lesen Sie die Reportage von Philipp Lichterbeck heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
Muss ich als Berliner unfreundlich sein? Diese Frage wird im aktuellen Newsletter von Alexander Wolfs Netzwerk „Außergewöhnlich Berlin“ gestellt und gleich auch beantwortet – wir schauen mal rein:
„Berliner sind gar nicht unfreundlich. Sie sind direkt. Das ist historisch bedingt: Durch die Hohenzollern, das Wetter und die Ambitionen.
Die Hohenzollern: Der ‚Soldatenkönig‘ Friedrich Wilhelm I lud regelmäßig ins ‚Tabakkollegium‘, wo jeder offen und direkt sprechen musste, ohne Rücksicht auf Verluste. So sorgte der König für einen pragmatischen, leistungsfähigen Hof und machte Preußen stark. Aber die ‚Höflichkeit‘ litt natürlich etwas.
Das Wetter: Preußen war arm, weil hier kaum etwas wuchs. Erst durch die Industrialisierung kam der Wohlstand nach Berlin. Deshalb ist hier nicht Freundlichkeit, sondern Pragmatismus und Hochleistung gefragt.
Die Ambitionen: Berlin wurde erst spät Großstadt, als London, Paris und Moskau längst mächtig waren. Deshalb fühlte Berlin sich immer etwas zu kurz gekommen. Unter so etwas leidet dann die Freundlichkeit. Weil man es einfach eilig hat.“
Ok, ein bisschen eilig haben wir es hier jetzt auch… kommen Sie gut rein in die Woche und gut durch die Stadt, trotz Streik, der Hohenzollern und der Ambitionen – jedenfalls das Wetter spielt ja mit. Bis morgen früh,