Krake Paul ist tot und Dackel R2D2 lag mal wieder falsch: Sieg Deutschland, tippte der. Das vierbeinige Tierorakel hat damit bislang jedes einzelne Spielergebnis der Fußball-Europameisterschaft falsch vorhergesagt: Selbst meine traurige Quote in der Tagesspiegel-Tippkickliga ist besser. Auch Ferkel Klaus, Tierorakel im Berliner Tierheim, setzte gestern seinen Riecher auf Sieg für Jogis Jurkentruppe (Kartoffelwitze sparen wir uns). Genützt hat‘s alles nichts. Elefantendame Yashoda aus dem Tierpark Hagenbeck liegt jetzt im Orakelrennen vorn. Sie setzte auf Frankreich und wurde für ihren feinen Rüssel von der starken Equipe Tricolore belohnt. 1:0, Eigentor Hummels, Endstand. Auch „MAZ-Orakel Sir Henry“, der illustre Esel, lag richtig. Es kommentiert Béla Réthy: „Das war ein freundschaftliches Anknabbern.“
Zurück zum (im Herzen doch: wider den) tierischen Ernst: Kaum kommt der Sommer, macht sich Berlin frei. Der Berliner Senat hat am Dienstag weitere Lockerungen beschlossen. Die neue Verordnung gilt ab dem 18. Juni. Das steht drin:
+ Auf belebten Straßen muss keine Maske mehr getragen werden. Bislang war das – auch wenn’s kaum einer wusste – etwa Unter den Linden, auf der Tauentzienstraße und Sonnenallee, auf dem Kurfürstendamm oder auf dem Alexanderplatz Pflicht.
+ Das Alkoholverkaufsverbot zwischen 0 Uhr und fünf Uhr wird aufgehoben
+ Die „Tanzlustbarkeiten“ sind wieder da: Bis zu 250 Personen dürfen mit Negativ-Tests zusammen im Freien feiern
+ Veranstaltungen im Freien werden mit bis zu 1000 Menschen erlaubt, in Räumen bis zu 250 Menschen.
+ Hochzeiten, Geburtstagsfeiern oder Abschlusspartys dürfen ab jetzt im Freien mit bis zu 100 Menschen stattfinden, in Räumen mit bis zu 50.
+ Jahrmärkte und Volksfeste dürfen ab Freitag stattfinden. Spielhallen, Thermen und Saunen öffnen. Hallenbäder öffnen und Sport im Freien ist in großen Gruppen erlaubt.
+ Sexarbeit mit Geschlechtsverkehr bleibt bis 30. Juni verboten.

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Ob junges Talent oder erfahrene Fachkraft – die Berliner Wasserbetriebe haben viele spannende Aufgaben, Projekte und wichtige Zukunftsthemen. Als innovatives Umweltunternehmen bieten sie Eigenverantwortung, flexible Arbeitszeiten, Weiterbildung, einen sicheren Arbeitsplatz und gutes Geld. Ganz klar für Berlin.
berlinerwasser.de
Warum der Senat nicht völlig lockerlässt, zeigt Großbritannien: In London wurde ein nächster Öffnungsschritt jetzt um vier Wochen verschoben. 90 Prozent der Infektionen gehen dort mittlerweile auf die noch ansteckendere und gefährlichere Delta-Variante des Virus zurück, die Zahl der Infektionen ist im Vergleich zur Vorwoche um 64 Prozent gestiegen. Der TU-Mobilitätsforscher Kai Nagel sieht hierzulande trotzdem Spielraum für Öffnungen (Delta ist in Deutschland noch kaum verbreitet), zumindest wenn Aktivitäten draußen stattfinden und bei niedriger Personendichte. Ein Glück ist eh Sommer.
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Gemeinsam die Zukunft Berlins gestalten
Wie stellen wir uns unsere Stadt im Jahr 2037 vor, wenn Berlin seinen 800. Geburtstag feiert? Wir laden Sie herzlich ein, beim dritten VBKI-Symposium mitzudiskutieren. Unter der Überschrift „Berlin2037 – Miteinander.Besser.Leben“ forschen wir nach den besten Ideen für unsere Stadt und ihre Menschen. Wir freuen uns auf Sie!
Wutausbruch mit Nachspiel: „Was reden die da?“, schrieb mir ein Berliner Anwalt Anfang Juni. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) und Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hatten damals in drastischem Ton die Staatsanwaltschaft für ihre Ermittlungen gegen Empfänger von Corona-Hilfen kritisiert, die das Geld schon zurückgezahlt hatten. Pop bezeichnete die Ermittlungen als „sehr fragwürdig“, Lederer unterstellte der Staatsanwaltschaft, sie verbreite „Angst und Schrecken“. Unabhängigkeit der Justiz? Legalitätsprinzip? Nie gehört. Jetzt reagierte der Vorsitzende des Hauptrichter- und Hauptstaatsanwaltsrats, Gregor Schikora, mit einem deutlichen Brief an den Regierenden Bürgermeister. Das Schreiben liegt dem Checkpoint vor:
„Die Äußerungen der Senatoren Pop und Lederer widersprechen eklatant einem Grundpfeiler der deutschen Rechtsstaatlichkeit – dem Legalitätsgrundsatz der Anklagebehörde.“
„Dass Senatsmitglieder mit den Grundpfeilern der Rechtsstaatlichkeit nicht vertraut sind, zumal wenn sie Politikwissenschaftlerin bzw. Volljurist sind, ist schlichtweg erschreckend. Wir leben nicht in einem System, wo die Politik nach eigenem Gusto entscheiden darf, wer mit staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahren konfrontiert wird oder nicht.“
„Die Äußerungen der beiden Senatsmitglieder schädigen massiv das Ansehen der Staatsanwaltschaft, was ernsthafte Konsequenzen nach sich zieht.“
„Der Hauptrichter- und Hauptstaatsanwaltsrat bittet Sie, in geeigneter Weise auf die Senatoren Pop und Lederer zuzugehen und deren Verhalten zu rügen.“
Eine Reaktion aus dem Roten Rathaus ist bislang nicht überliefert.
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Nächster Halt Neustrelitz: Millionen Menschen in Deutschland engagieren sich ehrenamtlich. Seit Sommer 2020 unterstützt die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt diese Engagierten und ihre Organisationen dabei. Für diese sinnstiftenden und anspruchsvollen Aufgaben suchen wir kreative Kolleg:innen, denen das Ehrenamt genauso viel bedeutet wie uns: Mehr erfahren und bis 18.06.2021 bewerben!
Reisepass abgelaufen? Ausweis verlängern? Noch nicht umgemeldet? Viel Spaß beim Warten! 250.000 Termine haben sich bei den Bürgerämtern coronabedingt aufgestaut. Eine lang geplante gemeinsame Sitzung des Rats der Bürgermeister mit dem Senat hatte Innensenator Andreas Geisel (SPD) deshalb zuvor zum Krisengipfel erklärt. Geärgert hat das viele, Lösungen gab’s keine. Kritisiert wurde stattdessen eine „mediale Kampagne“ des Innensenators gegen die Bezirksämter. Geisels öffentliche Aussage, man hätte sich zumindest auf eine Ausweitung der Öffnungszeiten geeinigt, wurde dann ebenfalls dementiert. Hoppala. Jetzt sollen sich die zuständigen Stadträte am kommenden Mittwoch nochmal mit Staatssekretärin Sabine Smentek treffen. Riecht nach Behördenping… Sie wissen schon. Wir zitieren Knut Mildner-Spindler (Linke), Stadtrat für Bürgerdienste von Friedrichshain-Kreuzberg: „Wir brauchen eine Lösung, bei der nicht der Senat auf die Bezirke zeigt und die Bezirke auf den Senat.“ Das wäre… nicht mehr Berlin.
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stronger still. exhibition – installation – talks ist ein Projekt aus Ausstellungs- und Diskursveranstaltungen, die im GORKI KIOSK, im Studio Я und im Garten bei freiem Eintritt besucht werden können. Der Journalist Deniz Yücel Den betont den optimistischen Blick auf die schwindende Macht jeden Kerkers über den widerständigen Menschen mit den Worten: »Sie besuchen nicht nur eine Ausstellung über Gefangenschaft, sondern eine über Freiheit. Nicht über deren Abwesenheit, sondern über tätige Freiheit in der Unfreiheit.«
Wenn Systeme nicht funktionieren, werden sie gehackt – oder umgangen. In der Verwaltung geht das vielleicht durch gute Kontakte, hier einen 100-Euro-Schein, dort eine bezahle Urlaubsreise. Der Fachbegriff: Korruption. Seit 2016 ist die Zahl der Verfahren in der Berliner Verwaltung um 35 Prozent gestiegen – von 110 auf 149 Verfahren im Jahr 2020. In 21 Fällen wurde im vergangenen Jahr auch Anklage erhoben. Das geht aus einer Anfrage des FDP-Abgeordneten Bernd Schlömer hervor, die dem Checkpoint vorliegt.
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Schlömer hat recht: "So ist insbesondere beklagenswert,dass ausgerechnet Stadträte + Bezirksbürgermeister als Teil d. Führungsebene lediglich durch Unterschrift + Kenntnisnahme einer Vorschriftensammlung gegen Korruption sensibilisiert werden." https://t.co/trieEFlWWl
Wie die Verwaltungsmitarbeiter über die Gefahren von Korruption informiert werden? Es „erfolgt eine jährliche Bekanntgabe der AV BuG an alle Beschäftigten zur Weihnachtszeit per Rundmail“, schreibt die Innenverwaltung. Frohes Fest! Schlömer kommentiert: „Ohne Korruptionsprävention und ohne Integrität ihrer Beschäftigten kann die Berliner Verwaltung nicht funktionieren, beides ist elementar für das Vertrauen in und das Funktionieren der Verwaltung. So ist insbesondere beklagenswert, dass ausgerechnet die Stadträte und Bezirksbürgermeister als Teil der Führungsebene lediglich durch Unterschrift und Kenntnisnahme einer Vorschriftensammlung gegen Korruption sensibilisiert werden.“ Schlömer fordert: Mehr Transparenz!
Neuköllns Baustadtrat Jochen Biedermann (Grüne) unterstützte Schlömers Aussagen am Mittwochmorgen auf Twitter. Es fehle aus Bierdermanns Sicht nicht nur an Sensibilisierung, sondern auch an klaren Regeln für Stadträte. Als ein Beispiel nannte Biedermann „exklusive Vernetzungstreffen“.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Berliner Schnuppen
Telegramm
Nur 13 vollständig Geimpfte haben sich in Berlin so schwer mit Sars-Cov-2 infiziert, dass sie ins Krankenhaus mussten. Nach der Erstimpfung und einer Infektion mussten noch 57 Berliner in einer Klinik behandelt werden, berichtet Kollege Hannes Heine. Mittlerweile sind in Berlin 50 Prozent erstgeimpft, 25 Prozent haben schon zwei Spritzen bekommen. Keine Atempause! Es geht voran.
Vom Häftling zum Impfling: Die Justizverwaltung will in den kommenden zwei Wochen alle Berliner Gefangenen impfen, teilte ein Sprecher dem Checkpoint mit. Seit gestern gibt es in der der JVA Heidering eine Impfstraße, in den kommenden Tagen wird in Moabit und Tegel geimpft, dann im Frauen- und Jugendvollzug. Seit Mai hatten bereits alle über 60-Jährigen Inhaftierten, die wollten, Impfungen erhalten. Zurzeit ist in Berlin nur ein Gefangener mit Corona infiziert, seit Beginn der Pandemie gab es 113 Fälle.
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Endlich wieder gemeinsam skaten. Aber sicher!
Am 31. Juli 2021 stehen wir bei der adidas Runners City Night Inlineskating endlich wieder gemeinsam an der Startlinie. Das Rennen auf dem Ku'damm ist auch für Anfänger eine tolle Gelegenheit, um auf der Shoppingmeile Wettkampfluft zu schnuppern.
Zur Anmeldung geht's hier: https://skating.berlin-citynight.de
Hefte raus, Klassenarbeit! Der Senat hat am Dienstag ein neues Schulgesetz beschlossen, inklusive Abschaffung der schriftlichen MSA-Prüfungen an Gymnasien. Nur wird das Gesetz wohl nie im Parlament verabschiedet. Dort arbeiten Linke-, Grüne- und SPD-Fraktion nämlich an einem eigenen Entwurf. Nein?! Doch! Ohh!
Die rot-rot-grüne Koalition will das Stadtportal berlin.de „neu aufstellen“ – ein entsprechender Antrag soll am Donnerstag im Plenum beschlossen werden. Wir fragen uns: Warum? Die folgenden fünf Texte haben mich zumindest voll abgeholt:
+ Essig: Kann er schlecht werden?
+ Schreckliches Date ehrlich beenden
+ Föhnen oder lufttrocknen: Was ist besser für die Haare?
+ Frischer durch den Tag: 5 Tipps
+ Heiratsantrag: Was tun, wenn er nicht fragt?
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Endlich wieder gemeinsam skaten. Aber sicher!
Für den 22. August 2021 ist der GENERALI BERLINER HALBMARATHON Inlineskating terminiert. Tausende Skater werden die City in ein Sportlerfest auf Rollen verwandeln. Der Rundkurs gleicht einer Sightseeing-Tour mit Finish am Brandenburger Tor.
Zur Anmeldung geht’s hier: www.skating-generali-berliner-halbmarathon.de
Bausenator Sebastian Scheel (Linke) muss sich scharfe Kritik aus den eigenen Reihen an seinem Entwurf für ein neues Zweckentfremdungsverbotsgesetz gefallen lassen. Es geht darin im Kern um die Sicherung von Wohnraum gegen Umnutzung. Besonders Linke und Grüne wollen in vielen Punkten schärfere Regeln für Eigentümer: Abriss soll besser verhindert werden, spekulativer Leerstand durch Treuhandregelungen bekämpft, die Ausnahmen für Kurzzeit-Vermietungen noch strenger gefasst werden. Außerdem wollen die Landespolitiker an die Nutzerdaten von Plattformen wie AirBnB, um besser gegen illegale Vermietungen vorgehen zu können. Das neue Gesetz soll noch vor der Abgeordnetenhauswahl im September beschlossen werden.
Wohnen II: 98 neue Hotels sind zurzeit in Berlin geplant, davon sollen 43 neu gebaut werden. Das geht aus einer Anfrage der Grünen-Abgeordneten Katrin Schmidberger hervor. Am meisten Projekte (25) sind in Pankow geplant, in Reinickendorf nur eines. Wenn sie keine Wohnungen mehr haben, sollen sie halt in Hotels schlafen.
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Wir haben einen Neuen! Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften sind zu zentralen Aufgaben von Politik und Gesellschaft geworden – mit erheblichen Auswirkungen auf Finanzwirtschaft und Kapitalmarkt. Mit unserem neuen Fachnewsletter „Tagesspiegel Background Sustainable Finance“ wollen wir diese Entwicklung begleiten, den Wandel verständlich machen – mit gewohnt aufwändig recherchierten Informationen für Wirtschaft, Politik, Verbände, Wissenschaft und NGOs. Morgen geht der neue Background an den Start und erscheint ab dann immer donnerstags. Sie wollen mitlesen? Melden Sie sich hier an!
Als Filmstar lebt man im Saus und Schmaus. Im Berlinale-Hotel am Gendarmenmarkt gibt es eine Schale Nüsschen, wenn man ein Glas Wasser bestellt. Der Kellner in der Hofbar zündet Frauen am Tisch ihre Zigarette an. Robert Ide war wieder auf der Berlinale unterwegs und fragt unter anderem die Kamerafrau Christiane A. Mayer: Das perfekte Bild; wie sieht es aus?
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Seit über 20 Jahren erzählt die Nachrufe-Kolumne jeden Sonntag im Tagesspiegel die Lebensgeschichten verstorbener Berlinerinnen und Berliner. Sie gehen ans Herz, erheitern aber auch mit Anekdoten und geben spannende Einblicke in viele bewegte Leben. „46 Berliner Leben“ vereint Nachrufe aus den Jahren 2010 bis 2021. Erscheinungstermin 15. Juni, jetzt vorbestellen!
„Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur“, soll Jesus seinen Jüngern gesagt haben. Theologen sind sich nicht ganz einig, ob damit auch Tiere gemeint waren. In der Kirche am Hohenzollernplatz durften nun aber auch Schaf und Schwein Platz nehmen. Das Schwein heißt Hannelore, das Schaf ist namenlos – und es wurden garantiert keine Fußballergebnisse getippt. Es kommentiert Béla Réthy, weil er so gern kommentiert: „Das war ein freundschaftliches Anknabbern.“
Zitat
„Sexuelle Dienstleistung setzt eine gewisse Nähe voraus. Ansonsten ist das schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Zumindest in dem Spektrum sexueller Dienste, die ich mir so vorstellen könnte …“
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erklärt einleuchtend, warum dort zwar im Bordell, aber nicht beim Geschlechtsverkehr Maske getragen werden muss.
Tweet des Tages
Manchmal hab ich große Sehnsucht nach Berlin dann geh ich in Hamburg in ein Restaurant wo man nicht mit Karte zahlen kann
Stadtleben
Essen – Schlüsseldienste sind bekanntlich Orte, an denen geholfen wird, sei es ein verlorener Schlüssel, ein kaputter Lederriemen oder eine gewünschte Gravur im Federhalter: Menschen, die beim Schlüsseldienst arbeiten, können gefühlt alles. Der Schüsseldienst im Akazienkiez wiederum hat sich in seinen Kompetenzen der Bowl verschrieben – und das auf Fine-Dining-Niveau. Probiert werden sollte die Rinder-Rippchen-Bowl (10,90 Euro): „ohne Worte & ohne Knochen“, dafür aber mit Erbsen, Rauchpaprika, Pilzen, China-Kohl, Kräutern und einer Menge Chili. Geliefert, to go oder aber auch endlich wieder vor Ort: Montag bis Samstag, 12-21 Uhr, in der Akazienstraße 7, U-Bhf Eisenacher Straße
Hingehen – Es ist nicht nur ein beinahe vergessenes Gefühl, ein Konzert live zu erleben – auch die Ankündigung an dieser Stelle mutet nach der langen Phase voller Streams und Digitaltermine noch ganz ungewohnt an. Aber es ist wahr: die Fête de la Musique 2021 wird stattfinden, und zwar mit echter Bühne, einem richtigen Publikum und einem wahrhaftigen Konzert. Am 20. Juni um 18 Uhr öffnet die weitläufige Open-Air-Arena in den Gärten der Welt ihre Tore für ein buntes Musikprogramm und Wortbeiträge, u.a. von Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa Klaus Lederer und der Band Make A Move, die sich in den vergangenen Monaten mit ihrer Streaming-Show aus dem Club Gretchen einen Namen gemacht haben. Wir verlosen 5x2 Tickets zum Antanzen.
Geschenk – Wer seiner Wohnung (oder der seiner Lieben) einen gewissen Dreh geben will, sollte bei YNT in der Chausseestraße 124 vorbeischauen. Neben schmucken Vasen und Geschirr (z.B. von Bitossi), gibt's hier nämlich Twistkerzen – bunte Kerzen in verrückter verdrehter Form (wer es konkreter bevorzugt: Hunde, Häschen und Einhörner sind auch zu erstehen). Geöffnet hat YNT Dienstag bis Freitag von 11-19 Uhr und Samstag von 12-18 Uhr, die schönen Stumpen lassen sich jedoch auch online kaufen. Für die DIY-Profis: Eins von vielen Tutorials, wie man die gedrehten und verschlungenen bunten Kerzen selber machen kann, findet sich hier.
Lauschen – Es sind selten die stringenten Geschichten mit einer klaren Handlung, von A bis Zett am roten Faden erzählt, die sich erhellend wahrhaftig anfühlen. Sondern krude Begebenheiten, Zugfahrten, Krankenhausgespräche oder eben Protagonisten, die über Bilder sinnieren. So erzählt Ingo Schulze in seinem Buch „Tasso im Irrenhaus“ (dtv, 20 Euro, 2021) von beispielsweise einem Verleger, der genau vor besagtem Werk von Eugéne Delacroix in ein Gespräch verwickelt wird, das gleichermaßen heiter wie skurril darlegt, wie unterhaltsam menschliche Abgründe sein können. Heute um 19 Uhr liest der diesjährige Träger des Preises der Literaturhäuser im Garten des Li-Be und führt ein anschließendes Gespräch darüber mit SZ-Redakteurin Kia Vahland. Die Veranstaltung kostet 7 Euro.
Grübelstoff – Vor welchem Gemälde in welcher Ausstellung würden Sie gerne einmal eine Unterhaltung über das Leben führen, ohne dass ständig andere Besucher:innen vorbeikommen und stören?
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„Eine Runde Berlin“: Im Wahl-Jahr trifft „Tagesspiegel Checkpoint“-Redakteurin Ann-Kathrin Hipp Berlins Spitzenkandidat:innen zum Podcast-Interview in der Ringbahn. Diese Woche zu Gast: Bettina Jarasch von den Grünen. Ein Gespräch über Spießigkeit, Sprache und den Bewusstseinswandel der Berliner:innen. Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
Das Pandemie-Ding
Zeiten ändern sich und Corona ändert die Zeiten. In den kommenden Wochen wollen wir an dieser Stelle Dinge zeigen, die während der Pandemie an Bedeutung gewonnen haben. Heute: Marianne Glaser und die Textilproduktion.
„Als meine Kinder klein waren, habe ich mit großer Freude Faschingskostüme etc. für sie genäht. Dann kamen 40 Jahre als Lehrerin und danach habe ich vieles ausprobiert. Hängengeblieben bin ich bei einer tollen Nähmaschine und vielen Ideen, um Rucksäcke und Taschen für Handys zu nähen. Der Anklang bei Freunden und Bekannten ist groß! Die Zeit dafür ist/war Dank Corona vorhanden.“
Was ist Ihr Pandemie-Ding? Wir freuen uns über Fotos (möglichst im Querformat) inklusive einer kurzen Begründung an checkpoint@tagesspiegel.de.
Berlin heute
Verkehr – A111 (Reinickendorf-Zubringer): In den kommenden beiden Nächten ist die Straße zwischen 21 und 5 Uhr in Fahrtrichtung Dreieck Charlottenburg zwischen Waidmannsluster Damm und Am Festplatz gesperrt. In der ersten Nacht wird die Sperrung zwischen Mitternacht und 5 Uhr bis zur AS Schulzendorfer Straße erweitert. Weitere Informationen finden Sie hier.
Friedrichshain: Im Zuge der geplante Brandschutzbegehung in der Rigaer Straße 94 gilt dort ab 15 Uhr bis zum 18. Juni, 24 Uhr zwischen Ecke Liebigstraße und Ecke Proskauer Straße bzw. Liebigstraße zwischen Ecke Rigaer Straße und Ecke Bänschstraße eingeschränkter Gemeingebrauch der öffentlichen Flächen, Versammlungen und Aufzüge sind untersagt. und die Versammlungsfreiheit werden ab 15 Uhr bis zum 18. Juni um 24 Uhr in begrenzten Bereichen des Stadtteils Friedrichshain eingeschränkt. Innerhalb dieses Zeitraumes ist die Nutzung des öffentlichen Straßenlandes der
Rigaer Straße zwischen Ecke Liebigstraße (einschließlich Kreuzungsbereich) und Ecke Proskauer Straße (ausschließlich Kreuzungsbereich), bzw.
Liebigstraße zwischen Ecke Rigaer Straße (einschließlich Kreuzungsbereich) und Ecke Bänschstraße (einschließlich Kreuzungsbereich)
für öffentliche Versammlungen und Aufzüge unter freiem Himmel nicht gestattet. Eine Nutzung des Bereiches ist nur Anrainerinnen und Anrainern und deren Besucherinnen und Besuchern sowie in Einzelfällen eines unabweisbaren Bedarfs, insbesondere von Notfällen, gestattet. Anlassbezogen kann der Zutritt jedoch eingeschränkt werden. Das Abstellen von Kraftfahrzeugen (auch solchen mit Sonder- und Ausnahmegenehmigungen gem. StVO, darunter auch Elektrokleinstfahrzeuge), Fahrrädern, motorisierten Zweirädern oder mobilen Behältnissen sind untersagt. Bereits dort abgestellte Gegenstände sind in den genannten Zeiträumen vom öffentlichen Straßenland des bezeichneten Bereichs zu entfernen.
Friedrichstraße (Mitte): Zwischen 16 und 17.30 Uhr findet zwischen Johannisstraße und Oranienburger Straße eine Kundgebung statt. Verkehrsteilnehmer sollten hier größere Einschränkungen einplanen.
Prenzlauer Promenade (Pankow): Von 10 bis etwa 12.30 Uhr wird in Höhe Am Steinberg ein Fahrradkorso über Prenzlauer Allee, Danziger Straße, Petersburger Straße, Straßmannstraße, Auerstraße, Richard-Sorge-Straße, Weidenweg und Friedenstraße zur Palisadenstraße ziehen.
Schönhauser Allee/Milastraße (Prenzlauer Berg):Zwischen 19 und 21.30 Uhr zieht eine Demonstration in Richtung Schönhauser Allee/Wörther Straße. Stadteinwärts ist hier mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen.
Waidmannsluster Damm (Tegel): An der Brücke der A111 (Anschlussstelle) ist die Fahrbahn in Richtung Zabel-Krüger-Damm auf einen Fahrsteifen verengt. Am darauffolgenden Tag ist in Richtung Karolinenstraße die Fahrbahn ebenfalls auf einen Fahrstreifen verengt. Die Arbeiten finden jeweils in der Zeit von 8 bis 16 Uhr statt.
Gatower Straße (Wilhelmstadt): Im weiteren Bereich der Einmündung der Straße Zur Haveldüne und in Höhe der Baumschule steht zwischen 8.30 und 16.30 Uhr in beiden Richtungen an mehreren Abschnitten jeweils nur ein eingeengter Fahrstreifen wechselseitig zur Verfügung.
Demonstration – Von 10 bis 12.30 Uhr protestieren 50 Teilnehmende unter dem Augzugsmotto „Beschäftigung sichern!“, Treffpunkt ist die Prenzlauer Promenade 28 (s. Verkehr). Der „Protest-Sit-in-und-Spiel für einen Verkehrsversuch zur Verkehrsberuhigung der Manteuffelstraße vor Hunsrück-Grundschule mit Zebrastreifen, Parklets und einer temporären Einbahnstraße“ findet mit 150 Demonstrierenden von 13.30 bis 16.30 Uhr in der Manteuffelstraße statt. Mit dem Anliegen „Steglitz-Zehlendorf für mehr Personal und faire Löhne im Krankenhaus“ versammeln sich von 15 bis 16.30 Uhr ca. 100 Personen am Hindenburgdamm 30. Von 15 bis 23.59 Uhr finden sich rund 100 Teilnehmende in der Auguste-Viktoria-Straße 74 zusammen; das Motto ist der „Israel-Palästina-Konflikt“. Mit der Forderung „Scheunenviertel zum Kiezblock! Komplette Verkehrsberuhigung im Scheunenviertel für mehr Raum für Fußgängerinnen, Fahrradfahrende, Familien, Sportlerinnen, Grünflächen, Gastro-Flächen und Orte für Kunst & Kultur“ gehen rund 50 angemeldete Menschen zwischen 16 und 19 Uhr auf die Alte Schönhauser Straße 50.
Mit 100 Anmeldungen startet um 16.30 Uhr der Protest „Am 27. September 2020 griff Aserbaidschan mit Hilfe der Türkei die De-facto-Republik Arzach, auch Bergkarabach genannt, an.....“, ein Ende ist gegen 18.30 Uhr geplant.
Gericht – Ein Autofahrer muss sich wegen fahrlässiger Tötung durch Raserei verantworten. Der 23-Jährige soll eine rote Ampel überfahren und mit überhöhter Geschwindigkeit in eine Kreuzung gefahren sein. Dabei habe er einen Zusammenstoß mit einem anderen Pkw verursacht. Dessen 57 Jahre alter Fahrer sei tödlich verletzt worden (9 Uhr, Amtsgericht Tiergarten, Kirchstraße 6, Saal 2108).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Peter-André Alt (61), Literaturwissenschaftler, ehem. Präsident der FU Berlin, seit August 2018 Präsident der Hochschulrektorenkonferenz / Lydia Birkeneder (44), „beste Mutter meiner 3 Enkel“ / Annika Greta Blendl (40), deutsche Schauspielerin, Regisseurin und Filmproduzentin / Matthias Brauner (47), Politiker (CDU) / Daniel Brühl (43), Schauspieler / Sandra Brunner (46), Richterin am Sozialgericht Berlin, stellv. Vorsitzende von Die Linke / Jochen Frank, „im Namen der Familie zum 80. Geburtstag“ / Claudia Höhne, „Dipl.Kulturwissenschaftlerin u. Berliner Schatzhüterin des DDR-Designs zum 66. von Funzel“ / Christoph Letkowski (39), Schauspieler und Musiker / Robert Neil MacGregor (75), Kunsthistoriker, ehem. Intendant des Humboldtforums / Michael Schäfer (49), Politiker (Die Grünen) und Klimaschützer / Heinz Tesar (82), Architekt und Künstler
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Prof. Dr. Horst Baumann, * 30. Dezember 1934 / Bärbel Blakert, * 15. April 1955, Mitarbeiterin der Otto Berg Bestattungen GmbH & Co. KG / Axel Breitzke, * 6. März 1944 / Matthias Rösch, * 15. Mai 1959, Oberstudiendirektor i.K., Schulleiter des Katholischen Schulzentrums Edith Stein
Stolperstein – Max Schwarzer (Jg. 1888) wohnte bis zu seiner Deportation im Mai 1943 in der Singerstraße 1 in Mitte. Am 16. Juni 1943 wurde er im Ghetto Theresienstadt ermordet.
Encore
In den kommenden Tagen wird es in Berlin, dafür braucht‘s kein Tierorakel, bullenheiß. Also Hosenbeine abschneiden, Ventilatoren raus und Kühlakkus ins Eisfach legen. Wem das nicht reicht, der kann sich – wenn nicht jetzt, wann dann – an Berlin kühlste Orte vorwagen: Wer mit einem Sprung ins Wasser die Körpertemperatur senken will, tut das am besten in Berlins aktuell kältestem Badesee: dem Groß Glienicker See (18,7 °C). Noch tiefer hinab, dafür trocken, geht’s zum tiefsten U-Bahnhof Berlins: am Brandenburger Tor. 17 Meter unter der Erde ist es hier 10°C kälter als oben. Pudelmütze nicht vergessen! Die ganz Harten verbringen einige Zeit in der Kältekammer „Formwandler“ in Prenzlauer Berg (Kollege Robert Klages war schon da). Ein bisschen außerhalb, aber zumindest gefühlt in einer anderen Klimazone ist man im Spreewelten-Bad Lübbenau. Seit dem 11. Juni kann man dort wieder mit Pinguinen schwimmen. Oder Sie kaufen sich halt einfach ein Eis und noch eins, noch eins, noch eins.
Recherchiert (nicht orakelt) hat heute Lotte Buschenhagen. Das Stadtleben haben Juliane Reichert und Sophie Winhorst geschrieben. Produziert hat diesen Checkpoint Florian Schwabe. Mit kühlem Kopf begrüßt Sie hier morgen: Lorenz Maroldt. Wir lesen uns am Freitag wieder.
Bis dahin,