die Checkpoint-Woche beginnt mit einer traurigen Nachricht: Gerd Appenzeller, unser langjähriger Chefredakteur, Herausgeber, Leitartikler und Newsletterautor, ist am vergangenen Donnerstag gestorben. Er war einer, der zuhören konnte und wollte – den Menschen, den Themen, dem eigenen Zweifel. Der nicht laut war, aber eine starke Stimme hatte. Und auf diese Weise war er ein Geschenk: für den Tagesspiegel, für den Journalismus und für seine Geburtsstadt Berlin. Wir sind dankbar für die Zeit, die wir mit ihm verbringen durften.
Einen persönlichen Nachruf von Stephan-Andreas Casdorff und mir, die wir seine Nach-Nachfolger wurden und er unser Berater, finden Sie heute im Tagesspiegel auf Seite 17 und hier unter diesem Link.
Kai Wegner fliegt am Dienstag nach Mailand zu den Olympischen Spielen (nein, als Regierender Bürgermeister – nicht was Sie jetzt gleich wieder denken!). Das Programm wird zwar erst heute Vormittag bekannt gegeben, drei Kernpunkte hat der Checkpoint aber bereits in Erfahrung gebracht.
+ Wegner trifft seinen Mailänder Amtskollegen Giuseppe Sala zum Erfahrungsaustausch. Das ist für Berlin doppelt interessant, denn Sala, der die Stadt seit 2016 regiert, weiß nicht nur, wie man Olympische Spiele holt und organisiert (die Zustimmung in Mailand lag vor der Entscheidung des IOC bei 86 %), sondern war von 2010 bis 2015 auch Geschäftsführer der Expo in Mailand.
+ Außerdem trifft Wegner am Dienstagabend bei einem Empfang seiner Delegation nationale und internationale Sportfunktionäre, um das Konzept der Berliner Bewerbung vorzustellen.
+ Und zuvor, am Dienstagnachmittag, möchte sich Wegner zumindest das letzte Drittel des Frauen-Eishockeyspiels Deutschland gegen Italien anschauen und anschließend die Spielerinnen aus Berlin begrüßen.
Begleitetwird der Regierende Bürgermeister u. a. von Berlins Olympiabeauftragtem Kaweh Niroomand, nicht aber von Sportsenatorin Iris Spranger – sie fährt zu einem späteren Zeitpunkt nach Mailand. Wegner kommt am Mittwochnachmittag nach Berlin zurück.
„Markus, Du musst jetzt ganz stark sein“, schreibt Finanzsenator Stefan Evers per „X“ an Bayerns MP Söder: Der neue Chef vom Hofbräuhaus ist ein Berliner! Jörg Lehmann heißt er, und der rbb hat ihm gleich ein paar Vorschläge für die neue Speisekarte mit auf den Weg gegeben: Pfannkuchen, Futschiund Döner. Söder könnte Evers so antworten: „Stefan, Du musst jetzt ganz stark sein – denn mein Spruch stimmt ja offenbar immer noch: Das Schönste an Berlin ist, es zu verlassen.“
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Beim Konzerthaus-Festival „Vom Anfangen“ ist das Chaos String Quartet zu Gast. Es macht seinem Namen alle Ehre, indem es sich dem oft ambivalenten, aber hochkreativen Zustand zwischen Verwirrung und Neuschöpfung in Werken von Haydn, Rebel und Ligeti sowie Fugen von Bach und Beethoven widmet.
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Neuer Chef von Visit Berlin wird dagegen bekanntlich ein Bayer – fragt sich nur wann. Bisher hieß es, dass Jürgen Amann seinen Job am 1. Juni antreten soll. Doch nach Checkpoint-Informationen läuft sein Vertrag als Geschäftsführer von Köln-Tourismus noch bis Januar 2027 – und am Rhein sind sie auf Amann gar nicht mehr gut zu sprechen.
Der Aufsichtsrat, mit dem der Tourismusmanager seinen Aufhebungsvertrag erst noch verhandeln muss (einen ersten Termin soll es immerhin im Februar geben), erfuhr vom vorfristigen Wechsel ihres Angestellten durch eine Pressemitteilung von Visit Berlin – ebenso wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Man sei „not amused“ über den Vorgang gewesen, heißt es. Dem Aufsichtsrat in Berlin wiederum hatte Amann versichert, eine Vertragsauflösung zum 1. Juni sei kein Problem.
Dass er doch noch pünktlich kommt, ist allerdings tatsächlich möglich – denn es ist nicht der erste Ärger über Amann in Köln. Beim Versuch, die städtische Tourismusgesellschaft umzumodeln, hatte er einige wichtige Leute im Streit verloren; auch in der Rathausspitze soll es bereits zur Amtszeit von Bürgermeisterin Henriette Reker wiederholt Unstimmigkeiten über den Auftritt Amanns gegeben haben – so kamen seine Sinus-Milieu-Analysen überhaupt nicht gut an. Klingt so, als sei man in Köln eigentlich ganz froh, den Vertrag vorzeitig auflösen zu können (zumal man dort jetzt bei den Verhandlungen die besseren Karten in der Hand hält).
In Berlin dagegen ist bis jetzt über Jürgen Amann nur Gutes zu hören: Anders als sein Ruf aus Köln womöglich habe vermuten lassen, wirke er bisher wie ein überzeugter Teamplayer. Aus gegebenem Anlass (Beginn der Straßenkarnevalswoche) schauen wir dazu noch kurz ins Kölsche Grundgesetz, Artikel 3: „Et hätt noch emmer joot jejange.“ Also: Wird schon werden.
So, bitte festhalten – jetzt kommt ein Aufreger (oder, wie Ex-Bundespräsident Heinrich Lübke sagen würde: Equal goes it loose). Nachdem das Übersetzungsprogramm der Berliner Verwaltung endlich gelernt hat, dass die Innensenatorin auf Englisch nicht die Chefin des Blindenverbands ist und der Finanzsenator nicht der Polizeichef, kommt jetzt der indische Startup-Gründer Mayukh Panja um the corner und fordert in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel: Die Berlinerinnen und Berliner sollten sich endlich daran gewöhnen, dass in ihrer Stadt Englisch gesprochen wird (hier nachzulesen).
Tja, wat sagn Se dazu?

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Kleine Konzerte, große Wirkung:
Am 15. Februar bringt das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin Maurice Ravels Streichquartett in F‑Dur mitten in die Ethnologischen Sammlungen.
Das 15. Mikrokonzert im Humboldt Forum verbindet klangliche Raffinesse und atmosphärischen Dichte – ein Meisterstück der Kammermusik.
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Checkpoint exklusiv: Die IBB fordert von Dieter Hallervordens Firma „Halliwood“, die das Schlossparktheater betreibt, verschiedene Corona-Hilfen aus den Jahren 2020 bis 2022 in einer Höhe von insgesamt mehr als 2,2 Millionen Euro zurück. Es handelt sich um „vollständige Rückforderungen“. Die Investitionsbank wirft Hallervorden mangelnde Mitwirkung bei der Schlussabrechnung vor. So sei die zweckentsprechende Verwendung nicht nachgewiesen worden. Auf die Anforderung von Nachweisen haben die IBB entweder gar keine Rückmeldung erhalten oder es sei dieser nur ungenügend nachgekommen.
Unterzeichnet wurden die Rückzahlungsforderungen vom IBB-Vorstandsvorsitzenden Hinrich Holm und IBB-Vorstandsmitglied Angeliki Krisilion. Aus internen Mailwechseln geht hervor, dass Hallervorden die Vorwürfe bestreitet. Es seien der IBB „sämtliche Unterlagen“ bereits im Jahr 2023 zur Verfügung gestellt worden.
Am kommenden Samstag, also pünktlich zum Valentinstag, erscheint im Checkpoint die 2000. Ausgabe des liebevollsten Berlin-Comics aller Zeiten – und das sind natürlich die „Berliner Schnuppen“ von Naomi Fearn. Zum Jubiläum laden wir Sie ein, hinter die Kulissen zu schauen und zu fragen, was Sie schon immer von der Künstlerin wissen wollten. Die Antworten von Naomi Fearn finden Sie in dieser Woche jeden Tag hier im Checkpoint und anschließend auch in einem großen Jubiläumsartikel im Tagesspiegel.
Los geht’s:
Volker Schewitz fragt: „Wo kommt der schöne Name ‚Berliner Schnuppen‘ her?“
Naomi: „Die Schnuppe bezeichnet das verkohlte, glühend abstehende Dochtende einer brennenden Kerze. Sie ist klein und unscheinbar, wie die ganzen kleinen absurden Momente im Leben Berlins, und trägt doch das Licht und die Wärme, was uns die Dunkelheit heller macht und uns rührt. Und von den Sternschnuppen, die überraschend erscheinen, Freude inspirieren und uns Gelegenheit geben, über unsere Hoffnungen und Wünsche nachzudenken.“
Karin Ruddeck möchte wissen: „Hat sich schon mal ein Prominenter über die Art seiner Darstellung beschwert?“
Naomi: „Bis jetzt höchstens, dass sie nicht oft genug vorgekommen sind. Einmal wurde heiter angemerkt,
dass statt des Kleids, in dem ich eine Figur immer gezeichnet habe, ein Hosenanzug korrekter wäre. Das habe ich dann natürlich auch angepasst, da war mein investigativer Comicjournalismus nicht sorgfältig genug gewesen. :)“
Anm. der Redaktion: Außerdem bat ein Senator darum, sein neues Brillenmodell in den Schnuppen zu berücksichtigen.
Silke Hartmann schreibt: „Gibt es von Ihrem wunderbaren Song über die Ringbahn „Bring mich heim“ eine
Aufnahme? Wenigstens den Text? Oder noch mal eine Gelegenheit, ihn zu hören?“
Naomi: „Es gibt eine Aufnahme auf „Bandcamp“ zum Herunterladen (hier unter diesem Link anzuhören) und auch ein Video bei
YouTube (hier unter diesem Link anzuschauen), beides mit Text und Akkorden zum Mitspielen in der Beschreibung.“
Die Berliner Schnuppen erscheinen täglich exklusiv in der ungekürzten Checkpoint-Originalausgabe (nur mit T-Plus-Abo).
Berliner Schnuppen
Telegramm
Und hier eine Durchsage zum Betrieb der Verwaltungsreform: Das Konnexitätsausführungsgesetz steckt im Mitzeichnungsverfahren fest und verspätet sich um unbestimmte Zeit. Ein Ersatzverkehr wird nicht eingerichtet. Bitte weichen Sie auf die Unzuständigkeitsorganigramme von 2001 aus und halten Sie Ihr Faxgerät bereit. Weitere Informationen entnehmen Sie dem Faltblatt von Robert Kiesel, das heute dem Tagesspiegel beiliegt oder auch hier mit einem Fernsprechhandapparat abrufbar ist.
Wäre heute der 1. April, würden wir hier nicht darüber berichten, dass der Senat laut „Berliner Zeitung“ ein „Geheimprojekt Magnetschwebebahn“ verfolgt – und zwar für die Strecke von Tegel nach Spandau. Oder ist der Scherz einfach nur mit der ortsüblichen Verspätung ins Ziel geschwebt?
Zur Expo gibt es eine interne „Wichtige Unterlage, Stand 06.02.2016“, die dem Checkpoint vorliegt – es geht um den Zeitplan der Bewerbungsphase bis 2027. So soll es „jetzt“ neben der offiziellen Ankündigung der Interessenbekundung des Landes Berlin eine schriftliche Vorabinformation an die Bundesregierung geben. Bis Ende März folgt demnach dann ein „Beschluss der Landesregierung(en), sich als Austragungsort der EXPO 2035 für Deutschland zu empfehlen“ und bis Mitte Mai der Kabinettsbeschluss der Bundesregierung sowie eine offizielle Absichtserklärung an das Expo-Büro in Paris. Die Weltstadt trainiert … für Olympia UND die Weltausstellung.
Zur Aufgabe für Berlinkenner: Der kurioseste Landesbetrieb hat seit fünf Jahren kaum was zu tun, sechs Mitarbeiter – und einen Chef mit sechsstelligem Gehalt plus Bonuszahlung (obwohl die eigentliche Aufgabe noch nicht mal angefangen hat). Na, wie heißt er? Und nein, es ist nicht die Landesanstalt für wetterbedingte Ausreden (die befindet sich noch in Gründung – und kommt auch nicht mit sechs Mitarbeitern aus). Auflösung hier.
Über Langeweile können sich die 1200 Schülerinnen und Schüler der Bettina-von-Arnim-Schule im Märkischen Viertel nicht beklagen – sie lernen jedenfalls was fürs Leben in Berlin: Nachdem die Bildungsverwaltung extra für einen praxisnahen Bio-Unterricht originale Schimmelsporen in der Schule hat wuchern und für erdkundliche Exkursionen in die Unterwelt den Turnhallenboden hat einkrachen lassen, ist jetzt Physik dran: Während der Ferien kam es in den maroden Gemäuern zu einem „Totalstromausfall“ – von heute an kann dank des Einsatzes von THW und Hausmeister die Wirkweise eines Notstromaggregats studiert werden.
Die Polizei hat offenbar unangenehm beklemmende Erfahrungen mit ihren Hosen gemacht – bei der Neuausschreibung der Dienstbeinkleider legt die Behörde jedenfalls ganz besonderen Wert auf „glatte und feste Verarbeitung des Schlitzreißverschlusses“.
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Wir suchen Berlins Beste Steuerberater. Teilnehmen können Steuerexperten von in Berlin ansässigen Steuerberatersozietäten, Wirtschaftsprüfern und Lohnsteuerhilfevereinen sowie Finanzverantwortliche von Berliner Unternehmen. Die Veröffentlichung der Ergebnisse findet im April statt.
Zur Umfrage für Steuerexperten (kostenfrei)
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Berlinale, die 76. – und heute startet der immer gleiche Vorfilm, bekannt unter dem Titel Ticketverkauf. Um 10 Uhr geht’s los, und alles, was Sie wissen müssen, um garantiert dabei zu sein, finden Sie hier.
Wir haben einen neuen Instagram-Kanal – unter @stadtfamilien finden Kinder, Eltern, Großeltern und andere Familienmenschen alles über Kita, Schule, Freizeit und was sonst noch wichtig ist oder Spaß macht. Sie wollen mal reinschauen? Bitte schön, hier entlang.
Zuweilen kommt es vor, dass wir im Tagesspiegel Namen von zitierten Personen ändern, um sie oder ihre Daten zu schützen. So kam in einem Text über Teilzeitarbeit gerade eine „Martina Müller, 64“ vor. Dazu erreichte uns beim Checkpoint eine Mail von Martina Müller, die tatsächlich so heißt, aber nicht die Martina Müller aus dem Text ist und deshalb eine große Verwechslungsgefahr sieht. „Bitte stellen Sie nochmals klar, dass ich nicht gemeint bin“, schreibt Martina Müller. Wir stellen hiermit also klar: Martina Müller ist nicht Martina Müller.
Zitat
„Das Berliner Wesen, das einem auf der Straße und in der Kneipe, überhaupt im alltäglichen Leben, entgegentritt, ist anfangs ungenießbar; Schärfe, Unverschämtheit, Lieblosigkeit bringen den Fremden um. Aber hinter diesen trostlosen Erscheinungen, die sich uns aufdrängen, gibt es wohltuende, die sich verbergen und die man kennenlernen muß, um nicht voll ungerechter Vorurteile uns wieder zu verlassen.“
Theodor Fontane am 19. März 1853 in einem Brief an Theodor Storm, bevor dieser von Husum nach Preußen zog – er ließ sich dann doch lieber für drei Jahre in Potsdam nieder.
Stadtleben
Verlosung – Tilman Birr spielt Bühnenprogramme, schreibt Bücher und Musik. Bekannt ist er außerdem für seine Wechsel aus Wort- und Liedbeiträgen am E-Piano, mit denen er deutsche Mentalitäten mit Ironie durchleuchtet. Als Singer-Songwriter tritt er am 13.2. um 20 Uhr im Varieté Salon der ufa Fabrik auf. Wir verlosen 3x2 Tickets. Bewerbung via Checkpoint-Postfach. Viktoriastr. 10-18, U Ullsteinstraße
Essen & Trinken – Historische Gasträume sind in Berlin selten – und kaum einer ist so schön wie das „Marktlokal“ in der Markthalle Neun. Passend zur Umgebung, werden hier Wirtshausklassiker modern interpretiert, etwa Kohlroulade mit Shiitakepilze, Dinkel und Rahmsauce oder Geschmorte Querrippe vom Rind mit Polenta und glasierten Möhren. Dazu vielleicht ein zünftiges Bier. Mo bis Fr 18–24, Sa 12–16 Uhr Uhr, Pücklerstr. 34. U Görlitzer Bahnhof
Noch hingehen – Anlässlich des Black History Month zeigt das unabhängige Kino Sinema Transtopia in Wedding, das sich selbst als transnationalen Raum für Filmkultur, Kunst, Wissen und Nachbarschaft versteht, noch bis zum 14.2. ein vielfältiges Filmprogramm: darunter Arbeiten von Cheryl Dunye sowie Werke der Widerstandsbewegung im Kontext südafrikanischer Apartheid. Das gesamte Programm finden Sie hier. Lindower Str. 20-22, Haus C, S/U Wedding
Last-Minute-Tickets – Hits wie „Blinded By The Light“ oder „Mighty Quinn“ machten Manfred Mann’s Earth Band weltberühmt. Gegründet Anfang der 70er, folgten Charterfolge und legendäre Livekonzerte. Gitarrist Mick Rogers ist bis heute dabei, ansonsten ist Manfred Mann's Earth Band mit neuer Stimme auf Tour und heute, um 19.30 Uhr, im Admiralspalast auch in Berlin. Es gibt noch Tickets. Friedrichstr. 101, S/U Friedrichstraße
Kiekste
Achtung: Ganz Berlin friert – doch in Friedrichshain herrscht heute Hochsommer mit über 30 Grad. Erhöhte Unfallgefahr nicht ausgeschlossen. Gesehen und festgehalten von Checkpoint-Leserin Charlotte Ziedler an der Ecke Landsberger Allee/Petersburger Straße. Vielen Dank! Schicken auch Sie uns Ihre schönsten, kuriosesten und überraschendsten Berlin-Momente an checkpoint@tagesspiegel.deund nehmen an unseremKiekste-Fotowettbewerbin Kooperation mit DASBILD.BERLINteil.
Berlin heute
Verkehr – Nahverkehr – S3, S5, S7 und S9: Unterbrechung in der Nacht von 22 bis 1.30 Uhr zwischen Ostbahnhof und Friedrichstraße. Ein Ersatzverkehr mit Bussen ist eingerichtet.
S41/S42: Mit Betriebsbeginn fahren die Ringlinien wieder den S-Bahnhof Wedding an.
Demonstration – Für heute sind 17 Demos angemeldet (Stand 6.2., 12 Uhr), u.a. „Tarifbewegung Vivantes Tochterunternehmen: TVöD für alle an der Spree!“: 400 Menschen, „Verdi Berlin Fachbereich C“, ab Landsberger Allee 49 über Friedenstr., Karl-Marx-Allee, Straße der Pariser Kommune bis Franz-Mehring-Platz (7.30-9 Uhr)
„Gedenkkundgebung zum 130. Geburtstag von John Schehr“: 20 Protestierende, „Bezirksorganisation Prenzlauer Berg. Der Berliner VVN-BdA e.V.“, John-Schehr-Str. (17-17.30 Uhr)
„Mahnwache: FLUGLÄRM UND FEINSTAUB MACHEN KRANK! Konsequentes Nachtflugverbot von 22 Uhr bis 6 Uhr am Flughafen BER (...)“: 30 Demonstrierende, „Friedrichshagener Bürgerinitiative gegen Fluglärm“, Bölschestr. 100 (19-20 Uhr)
Gericht – Weil er einen pyrotechnischen „Nebeltopf“ auf einer rechtsextremen Demonstration gezündet haben soll, kommt ein 39-Jähriger wegen gefährlicher Körperverletzung auf die Anklagebank. Es sei zu einer starken Rauchentwicklung gekommen, wodurch andere Personen – darunter Polizeibeamte – leicht verletzt worden seien (13.00 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A671).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Güner Yasemin Balcı (51), Journalistin und Schriftstellerin, seit August 2020 Integrationsbeauftragte von Neukölln / Stefanie Bung (48), Politikerin (CDU), MdA, stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion / Bob Hanning (58), Handballtrainer der italienischen Nationalmannschaft und Geschäftsführer der Füchse Berlin / Jürgen Kuttner (68), Radiomoderator (Fritz), Kulturwissenschaftler, Theaterregisseur u.a. Mitbegründer der Ostausgabe der taz / Gerhard Richter (94), Maler, Bildhauer und Fotograf
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn oder der Lieblingskollegin zum Geburtstag, den Großeltern zum Hochzeitstag oder einem Sportverein zum Jubiläum im Checkpoint gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de. +++
Gestorben – Emanuel Hauptmann, * 26. Dezember 1966, verstorben am 4. Februar 2026 / Lothar Kensbock, * 2. Oktober 1937, verstorben am 27. Januar 2026
Stolperstein – Joseph Niegho (*1916) war Dachdecker und Monteur und musste zuletzt als Fotokopist Zwangsarbeit leisten. Verheiratet war er mit Hanna Zamory, sie waren Eltern von zwei Töchtern. Am 4. August 1943 wurde die Familie von den Nazis nach Auschwitz deportiert. Joseph Niegho wurde am 9. Februar 1945 im KZ Buchenwald ermordet, was mit seiner Familie passierte, ist nicht bekannt. Ein Stolperstein in der Neuen Schönhauser Str. 15 in Mitte erinnert an ihn.
Encore
Quicklebendig meldete sich dieser Tage per Mail unsere treue Leserin Vera Oelschlegel aus Zürich beim Checkpoint – die frühere Schauspielerin, Sängerin, Regisseurin und Theaterleiterin hatte im Internet von ihrem Ableben gelesen. Das erinnerte sie an einen Auftritt von Erich Fried im „Theater im Palais“. Als Intendantin hatte sie tags zuvor die Nachricht erhalten, der Dichter sei gestorben – ein falsches Gerücht, wie sich herausstellte. Fried habe gelacht und gesagt: „Ja, das passiert!“ Ein Bekannter von ihm habe sogar schon mal seinen eigenen Nachruf gelesen, verfasst von einem Freund. Der Bekannte habe seinen Freund angerufen und sich für die lobende Würdigung bedankt. Der Freund habe lange geschwiegen und dann gefragt: „Von wo rufst du an?“
Von überall her angerufen haben für diesen Checkpoint Anke Myrrhe und Christian Latz (Hinweise), Tobias Langley-Hunt (Stadtleben) und Antje Scherer (Verlosungen). Nur Clara Kreuzberg hat nicht angerufen – musste sie auch nicht: Sie hat die Frühproduktion mit sich selbst ausgemacht. Morgen präsentieren Ihnen hier Daniel Böldt und Jessica Gummersbach die Resultate ihrer Telefonate.
Bis dahin,
